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Bergert «lS der BearMe tn 6er Wohnung Eulers er* sten, erklärte sich der Fürsorgezögling scheinbar bereit, it zur Wache au gehen. Plötzlich zog er einen Revol­ver hervor und schoß auf den Kriminalschutzmann. Die Kugel ging fehl. Euler schoß auf sich selbst, brachte sich aber nur eine unbedeutende Wunde bei. Inzwi­schen hatten sich vor der Wohnung viele Menschen ein- aefunöen, die gegen den Schutzmann Partei nahmen, La sie glaubten, daß dieser den Schuß abgegeben habe. In der allgemeinen Aufregung gelang es dem FUr- forgezögling zu entkommen.

^^ englische Streik und die Kindersterblichkeit. Die Zahl der Todesfälle in Liverpool hat sich in der Streik­woche gegenüber der der Vergleichsperiode des Vorjah­res nahezu verdoppelt. Die hohe Zahl ist in der Haupt- sache auf die Steigerung der Kindersterblichkeit zurück­zuführen, die einmal der Mangel an Nahrungsmitteln und zum andern der durch die Verhältnisse bedingte Zwang zur Folge hatte, Nahrungsmittel zu verwen­den, die die Verkehrsstockung und das lange Lagern verdorben in die Hände der Konsumenten gelangen lie­ßen. Die enorme Hitze hat naturgemäß dazu beigetra­gen, diesen Mißstand zu verschärfen, und der schmutzige Zustand der Straßen sorgte vollends dafür, Magen- unö Darmkrankheiten bei den wenig widerstandsfähi­gen Kindern einen günstigen Boden zu bereiten. Daß man in Liverpool bereits von einer Hungersnot spre­chen durste, beweist die Tatsache, daß man. häufig Kin­der auf der Straße sah, die gierig unter den auf die Straße geworfenen Speiseresten herumwühlten.

Betrügereieu einer Gesundbeterin. Aussehen erregt in Neuyork die Verhaftung einer gewissen Adele Riane, die sich gls Hohepriesterin einer Sekte ausgab. die den Namen„Freiheit der Seele" führt. Diese Sekte beschäf­tigte sich mit Gesuudbeten und Wunderheilungen und besitzt in ganz Amerika zahlreiche Anhänger. Die Riane gab nun einer Frau, die über Kopfweh klagte, den Rat, jeden Morgen zu Gott zu beten und stets ihr Gebet zu schließen: „Lieber Gott, vergiß meine Seele nicht." Sie würde baun sicher von ihrem Nebel befreit werden. Für diesen Rat mußte die ftrau der Hohenpriestern sechs Dollar geben. Die Frau betete zwar eifrig, aber die Kopfschmerzen hielten nach wie vor an. Dadurch miß­trauisch gemacht, merkte die Frau, daß sie einer Schwindlerein in die Hände gefallen war, und erstattete Anzeige. Ihr schlossen sich eine Reihe weiterer Geschä­digter an, woraufhin die Verhaftung der Gesundbeterin erfolgte.

Die erste deutsche Flugpatrouille. Ein Teil der Darmstädter Garnison hatte gestern nacht einen größe­ren militärischen Aufklärungsritt zwischen Darmstadt und dem Rhein auszufübren, bei der es hauptsächlich darauf ankam, eine feindliche Stellung in der Gegend von Gernsheim festzustellen. Die Kavallerievatrouille war die ganze Nacht tätig, hatte aber ihre Aufgabe bis zum Tagesgrauen noch nicht vollständig gelöst. Darauf erteilte der Kommandeur der Uebung den Befehl, eine Flugmaschinenpatrouille solle zur Unterstützung der Ka­vallerie eingreifen. Der Leutnant der Reserve Henne vom Ulanenregiment Nr. 6 in Hanau stieg unter Füh­rung des Einjährigen-Unteroffiziers Reichardt vom Gardedragonerregiment Nr. 23 in Darmstadt um 5 Uhr morgens in einer Eulermaschine auf. Die beiden Flie- aer lösten die gestellte Aufgabe in etwa ^ Stunde. Nach Erledigung derselben überflogen sie die Meldestelle und varsen die im Aeroplan sofort geschriebene Meldung in einem beschwerten Kuvert herunter.

Ueber eine wahre Ebrengarve von Großmüttern verfügt ein Sohn des Musikdirigenten Recke in Vienen­burg a. H., der am vergangenen Sonntag getauft wurde. Der kleine Erdenbürger Hat zwei Großmütter, 4 Ur- großmütter und eine Ururgroßmutter. Die letztere ist nahezu hundert Jahre alt und noch vollkommen rüstig und gesund.

Des Kindes Engel. Ein Vorgang, wie er in der Berliner Unfallchronik einzig dasteht, hat sich in Wei­ßensee zugetragen. Das zweijährige Töchterchen eines Registrators war während der Abwesenheit der Mutter auf die Fensterbrüstung der Küche geklettert, um dem Spiel der Kinder auf dem Hofe zuzusehen. Die Kleine beugte sich weit nach vorn und stürzte kopfüber aus der Höhe des dritten Stockwerks auf den Hof hinab. Meh­rere Male überschlug sich der kleine Körper bei dem Sturz. Entsetzt eilten Hausbewohner hinzu und trugen die Kleine nach dem Krankenhaus. Ueberraschender- weise vermochten dort die Aerzte nicht die geringste Ver­letzung zu finden. Auch innere Verwundungen waren nicht festzustellen.

Deckeneinsturz in einem Berliner Vorortgymna- sium. Ein folgenschwerer Bauunfall hat sich Donners­tag mittag im Btsmarckgvmnasium zu Wilmersdorf zu- getragen. In der Turnhalle der Anstalt stürzte eine neu anfgeführte Zwischendecke in einem Umfange von etwa 600 Quadratmetern ein und begrub drei Arbeiter unter sich. Zwei der Verunglückten wurden schwcrver- letzt unter den Trümmern hervorgezogen, während der • dritte mit leichteren Verletzungen davonka.n. Schulkin­der wurden nicht verletzt, da die Turnhalle zurzeit we-

„Verzeihung," bat der Alte in unterwürfigem Ton, „ich habe bereits zweimal den Versuch gemacht, Frau Gräfin zu sprechen. Allein Sie hatten der Dienerschaft befohlen, mich nicht vorzulassen. Da nun jetzt die Hin­terpforte offen stand, trat ich ein."

Flehend erhob er die Hände.

Die Gräfin maß ihn mit finster gerunzelten Brauen.

„Ich habe Ihn nicht vorgelassen, weil es mir an Zeit fehlte," sagte sie, und auf den Baron weisend, fuhr sie fort, „Und Er sieht, daß ich mich jetzt nicht allein be­finde und folglich auch jetzt beschäftigt bin."

„Ich bitte auch nur um einen Augenblick Gehör," rief Sekretär Menzel, „ich will die kostbare Zeit der Gräfin nicht lange in Anspruch nehmen."

„Nun denn, was will Er, aber fasse Er sich kurz."

Da begann der Alte: „Meine Tochter —"

„Nichtig," rief die Gräfin, „das dachte ich mir, daß es seine Tochter betrifft. Also ♦.."

„Exzellenz, meiner Tochter droht in Ihrem Hause Gefahr, ich weiß, ich fühle es. Darum bitte ich, ent- lasfen Sie sie aus Ihrem Dienste, schicken Sie sie zu mir zurück. Ich bin ein alter, im Dienst ergrauter Mann, ich habe nicht mehr viel auf dieser Welt zu er­warten oder zu gewinnen. Mein ich möchte auch nicht das einzige verlieren, was ich besitze, mein Kind, die Freude meines Alters! Und darum flehe ich Sie an, schicken Sie wir das Kind wieder."

„Und der Grund zu dieser Bitte?" fragte Exzellenz kühl.

In Menzels Wange stieg eine helle Röte. „Auch dies sollen Exzellenz erfahren. Seitdem der österreichi­sche Lakai in Ihrem Hause weilt, ist das Kind ganz ver­ändert, nicht zit ihrem Vorteil, daS ist mfl aufgefallen. Sie hat Stinmmngen und Launen, und ich will nicht, -atz sie unglücklich werden soll."

Der Me zitterte vor Erregung. In den langen

gen der baulichen Arbeiten nicht benutzt wird. Die Ur­sache des Einsturzes soll darin bestehen, daß die Scha­lung der neuen Decke zu frühzettig fongenommen wurde.

Die vereitelte Orientfahrt. Die Vereinigung für Mittelmeerfahrten (Sitz Berlin) kündigte eine Orient­fahrt ab Genua an. Als die Teilnehmer, die voraus­bezahlt hatten, eintrafen, erfuhren sie, daß die Reise nicht stattfinde, angeblich wegen Eholeragefabr. Die für eventuelle Fälle vereinbarte Rückzahlung des Reisegel­des konnte nicht erfolgen, da von etwa 50 000 Mark nur 5000 Mark vorhanden waren. Der Rest wurde für Vor­ausbezahlung des Dampfers und für Propaganda ge­braucht. Die Angelegenheit wurden dem Staatsanwalt übergeben.

wie Richter befreit wurde.

Die Befreiung des Jenaer Ingenieurs Richter aus den Händen der griechischen Räuber ist tatsächlich ge­lungen. Der deutsche Konsul in Saloniki bestätigt, daß sich Richter wohlbehalten in Elassona aushalte. Die Rettungsaktion ging von zwei Setten aus, nämlich er­stens von der türkischen Regierung, und zweitens vom deutschen Konsul. Die türkische Regierung stellte rund 5000 Mann zur Verfügung, die sich auf die Spur der Räuber begaben. Ter Führer war der bekannte Haupt­mann Hamid-Bey, der beste Kenner des Olympgebir- ges, wo Richter gefangen gehalten wurde. Er wurde darin von dem Major Halim-Bey unterstützt. Ihre Ret­tungsaktion ging streng systematisch vor. Die Nachrich- ten, die täglich durch die Presse gingen, daß Richter sich in Lebensgefahr befinde, oder daß keine Spur von ihm zu entdecken seß waren nur mit großer Vorsicht auf­zunehmen, da tatsächlich kein Mensch genauere Mittei­lungen von den mit der Verfolgung beauftragten Per­sönlichkeiten bekam. Man wußte aber sowohl an tür­kischer wie an deutscher zuständiger Stelle, daß dem Leben des Ingenieurs Richter keine Gefahr drohe, und daß seine Spur tatsächlich gefunden sei. Jetzt ist die kurze Mitteilung von seiner Befreiung gekommen. Wei­tere Nachrichten liegen noch nicht vor, es ist darum auch weiter im Augenblick nichts darüber zu sagen, wie der letzte Akt dieser eigenartigen Angelegenheit vor sich ging. Aber schon vor mehreren Tagen, als gerade ge­meldet wurde, daß immer noch keine Spur von Rich­ter gefunden sei, hatten die Verfolger nicht nur die Spur entdeckt, sondern sie wußten ganz genau, wo sich Richter befindet. Es wurden sogar schon Unterhand­lungen mit den Räubern eingeleitet, da man das größte Interesse daran hatte, den Ingenieur lebend aus den Händen seiner Räuber zu befreien. Wie diese Be­freiung nun tatsächlich erfolgte, wird wohl in kurzer Zeit aufgeklärt werden.

Inzwischen sind einige weitere Mitteilungen über die Befreiung Richters eingelaufen. Danach erklärte Richter bei seiner Ankunft in Elassona, er habe zu­nächst einige Tage auf türkischem Gebiet in der Um­gebung des Klosters Svarpos verbracht und sei später auf griechisches Gebiet überführt worden, wo er in zwei Dörfern bisher versteckt gehalten worden sei. Diens­tag nacht sei er von den Räubern bis zur Grenze ge­führt und dann fretaelaffen worden. Ein Lösegeld wurde, wie weitere Depeschen im Gegensatz zu einer Meldung aus Saloniki besagen, nicht entrichtet, nur soll Richter den Räubern von Deutschland aus eine angemessene Summe senden.

Die Gattin Richters, die sich in Jena aufhält, nahm die Kunde von der Be­freiung ihres Gatten, die ihr auf Grund der Zeitungs­depeschen von einem Beamten des Zeißwerks überbracht wurde, hocherfreut auf, begegnete ihr aber mit Zweifeln, da sich die bisherigen Mitteilungen über das Schicksal ihres Gatten fortgesetzt widersprochen haben. Sie meinte, es sei in der letzten Zeit zuviel geschrieben wor­den, erst wenn sie ein direktes Lebenszeichen von ihrem Manne erhalte, werde sie überzeugt und beruhigt sein. Die letzte schriftliche Nachricht von ihrem Gatten er­hielt Frau Richter auf einer Postkarte am Tage vor seiner Gefangennahme. Seitdem wartet sie still und ge­faßt auf eine glückliche Wendung. Tieferschüttert war Richters 80iähr1ge Mutter, die unter der guälenden Un­gewißheit sehr gelitten hat. Sie hatte bereits den Ent­schluß gefaßt, trotz ihres hoben Alters nach Saloniki zu reisen, in der Zuversicht, daß eine Mutter erreichen müßte, was allen anderen unmöglich schien. In Jena war ein Komitee in der Bildung begriffen, das die Reise der alten Dame mit Rat und Tat unterstützen wollte, und auch von der Reichsregierung war der Mut­ter Richters jede Förderung zugesagt worden.

DrabtnacWMen und neueste*.

Beratungen der französischen Regierung in der Marokkofrage.

^ Paris, 25. August. Offiziös wird gemeldet, daß der Ministerpräsident sich zum Präsidenten Fallieres

Dienstjahren hatte er gelernt, sich zu beherrschen. Aber man sah es ihm an, wie schwer es ihm wurde.

Die Gräfin schüttelte den Kopf. „Er sieht Gespen­ster, Menzel."

Der Angereöete neigte das Haupt. „Wollte Gott, ich grämte mich umsonst. Aber ich fürchte, das ist nicht der Fall. Und wenn, dann sollten Sie es einem be­sorgten Vaterherzen zugute halten. Geben Sie mir das Kind zurück."

Die Gräfin lächelte.

„Genug mit diesem larmoyanten Unsinn, Menzel! Ich habe es gut mit Seiner Tochter gemeint, dadurch, daß ich sie in mein Haus genommen habe. Wenn Er sie wieder haben will, bien! Aber erst muß ich Ersatz gefunden haben. Das sieht Er doch hoffentlich ein."

„Und wenn es dann zu spät ist, Frau Gräftn?" rief der Alte. „Nein, Frau Gräftn, verzechen Sie, wenn ich widerspreche, aber gleich soll sie zu mir kommen, keine Zeit soll sie verlieren."

„Das ist unmöglich, Menzel," rief die Gräfin em­pört.

„Und wenn ich Sie bitte, anflehe . . ."

Und der Alte sank vor der schönen Frau auf den Boden und umfaßte chre Knie.

„Wenn ich Sie bitte, — wenn ich Sie bitte."

„Er ist außer sich," rief Exzellenz empört. „Der­gleichen Szenen alterieren mich, und dabei verderbe ich meinen Teint. Denn, was Seine Tochter anbetrifft, ja, Menzel, schließlich kann es da auch schon jetzt zu spät

Da sprang der Alte auf feine Füße. Zornbebend knirschte er:

„Frau Gräftn haben mir einst versprochen, über mein Kind zu wachen. Haben Sie Ihr Versprechen so schlecht gehalten?"

«Er ist verrückt." meinte die Gräftn. „Vorwürfe

begeben habe, um mit ihm über die Marokkoangelegen- bett zu konferieren. Botschafter Cambon ist seit gestern abend etwat unwohl, doch glaubt man, daß das Un­wohlsein nur von kurzer Dauer sein und den Bot- schafler nicht bindern wird, in der nächsten Woche nach Berlin zurückzukehren.

Noch kein Lebenszeichen von Richter.

o-e Jena, 25. August. Bei Frau Richter sind bis­her eine ganze Anzahl Glückwunschtelegramme zur Be- neiuna ihres Gatten eingegangen. Dagegen vermißt sie noch immer schmerzlich ein Lebenszeichen von ihrem Manne. Auch bei der Firma Carl Zeiß sind bisher wettere Nachrichten nicht eingetroffen.

Bon Wespen überfallen nnd schwer verletzt.

w Hamburg, 25. August. In der Nähe von Papen- turn wurde eine Arbeiterfrau mit ihrem AwcUiibrtncu Söhnchen von Wespen überfallen. DaS Kind wurde derartia zerstochen, daß ein sofortiger ärztlicher Ein­griff nötig wurde. Die Frau wurde ebenfalls schlimm^ zugerichtet.

Seine Spur vom Dieb der Mona Lisa.

»-<' Paris, 25. August. Die Unterfudnntn in Sa­men des Diebstahls der Mvtia Lisa ans dein Louvre ist bisher noch völlig ergebnislos geblieben. Es steht aber fest daß bei der Ucberwadnina des Louvre eine strafwürdige Nachlässigkeit geherrscht hat. Ein Beamter erklärte dem Untersuchungsrichter, daß er am Moniag auf dem Bahnhof Orsay einen Wann beobachtet habe, per mit einem in eine Pferdedecke eingeschlagenen Bild in großer Eile den Zug nach Bordeaux bestiegen habe, ^er Bahnhof Orsay liegt in der Nähe des Louvremn» «eulns. Es wurden zwar sofort Wachsorfdmnncu an« nefteHL die sich indessen als ergebnislos erwiesen haben.

Berliner Getreide- und Schlachtviehmarkt.

Die Preisbewegung am Berliner Getreidemarkte iWete Jid) in der am 23. August zu Ende gegangenen Berichtswoche fast ausschließlich und) der wechselnden M/teruna. Demgemäß fdiwnnticu die Notierungen, stellten sich aber schließlich für Brotfrucht gegen die Vor­woche etwas niedriger, weil in verschiedenen Teilen Deutschlands ergiebige Negensälle uicdergegangen fiat», und die Aussichten für die Kartoffelernte etwas gebes- sert haben. Von Wonnen sind größere Mengen nach Rußland und Böhmen ausgeführt worben, anderseits haben sich aber bei der ttnrnöglichiekl, die Schlssahrts- straßen zur Verscndutig zu benutzen, bei den Provinz- Händlern große Bestätlde angesammelt. ES muß ab­gewartet werden, welchen Einfluß diese Vorräte nach Wiederaufnahme der Schiffahrt auf die Preisgestaltung gewinnen werden. Center ist zu beachten, daß größere Mengen russischell Roggens nach Hamburg unterwegs sind. Doch zeigt sich dafür bis jetzt nur wellig Interesse, was zum Teil sich aus der Behindernllg der Billllen- schiffahrt erklärt. Für Weizell fehlt es an Export. Eine Stütze bot dem Wcizenlllarkte die Festigkeit 3tllßlands. Große Festigkeit bekundete wiederum Hafer. DaS Ber­liner Proviantamt mußte für seine Einkäufe rund 170 bis 180 Mark anlegen. Die Terminpreise finb um 2 bis 3 Mark gestiegen. Desgleichen habell sich die Preise für Futtergerste und Mais gehoben. Am lebten Tage der BerichtSwoche stellten sich die Preise für Lieferung im September wie folgt: Weizen 204/25 Mk.. Roggen 172,00 Mk., Hafer 171,25 Mk.. Mais 158,75 Mk.

Preise des städtischen Schlachtvieh - Marktes. 1. Ochsen: a) vollfleischiae, ansgemüstete höchsten Schlachtmertes, ungejocht 78—84 ,//, b) junge fleischige nicht auSgemästete und ältere ausgemästete 71 bis 80 .//, c) mäßig genährte junge und auf genährte ältere 62—68 .//. 2. Bullen: a) vollfleischige ausge­wachsene Höchsten Schlachtwertes 73 80 .//, b) vollste!- schige jüngere 71—76 .//, c) mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere 66 -74 .//. 3. Färsen und Klihe: a) vollfleischiae ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwer­tes — bis — .//, b) vollfleischige ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes bis au 7 Iahrell 63 68 .//, c) ältere ausgemästete und wenig gilt entwickelte jüngere Kühe und Färsen 58—64 .//, d) mäßig genährte Kühe und Färsen 55—58 X e) gering genährte Kühe unb Färsen bis 60 X f) gering genährtes Jungvieh (Fres­ser) — X 4. Kälber: a) Doppellender feinster Mast 103 X b) feinste Mastkälber 92—98 X c) mittlere Mast- und beste Saugkälber 80—90 X b) geringe Ma st­und gute Saugkälber 72—81 X e) geringe Saugkälber 55—69 X 5. Schafe: a) Mastlämmer und jüngere Mast­bammel 70—76 X b) ältere Masthammel. geringere Mastlämmer und gut genährte junge Schafe 60—68 X c) mäßig genährte Hammel und Schafe 56—64 ./Z 6. Schweine: a) Fettschweine über 3 Zentner Lebendge­wicht 61 .//, b) vollsteischige Schweine 240—300 Pfund 59-61 X c) vollfleischiae 200—240 Pfd. 58—61 X d) vollfleischige Schweine 160—200 Pfd. 56—60 .//, e) voll­fleischige Schweine unter 160 Psd. 53—60 X f) Sauen 53—54 ________

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macht Er mir? Was soll das heißen? Weiß Er nicht, wer ich bin?"

Der Alte hörte nicht. Er ballte die Faust.

„Wenn es zu spät sein sollte, Frau Gräfin," stieß er zähneknirschend hervor, „so — so lassen Sie sich ge­sagt sein, für die Schande meiner Tochter mache ich Sie verantwortlich, Sie allein. Ich räche mich einst, so gut ich kann!"

„Was, Drohungen!" rief die Gräfin, „aus meinen Augen! Soll ich die Dienerschaft rufen, damit sie Ihn auf den Weg bringt?"

Aber die Anwendung von Gewaltmitteln erwies sich als nicht nötig. Menzel war den Weg zurückge- gangen, den er gekommen, er war hinter der Taxus­wand verschwunden. Die Stelle, wo er gestanden hatte, war leer.

„Eine unangenehme Szene!" rief die Gräfin, und ihren Arm in den ihres Begleiters legend, fügte sie mit leicht vibrierender Stimme, in der die Auflegung der letzten Szene nachklang, hinzu^ „Gehen wir zu un­seren Gästen." ,

Es war auch hohe Zeit. Die Majestäten hatten die Sänften befohlen und standen im Begriff, sich von ihren Wirten zu verabschieden. Bald darauf verließen auch die übrigen Herrfchaften den Garten.

Müde und abgespannt gingen die Wirte ms Haus.

Die Gräfin führte den Gatten in ihr Boudoir.

„Nun," flagte der Minister, „irgend etwas er­reicht?"

Antonie zuckte Me Achseln. „Setter wenig, mein Freund. Dieser Preuße ist ein rechter Stock. Ich habe meine ganze Liebenswürdigkeit an ihn verschwendet, aber er ließ sich nichts merken. Kaum daß er, so en passant, nach unserer Tochter flagte.

'(Fortsetzung folgt.)