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Vie Abwehr englischer Hebelgriffe.

»««ÄXst» MÄtt ^â?aasrommWon Über Me »wlomattsche B-Hand. K ^ Tischrede von Lloyd George gemacht ^?^ liefern den Beweis, daß unsere Negteruim den enalischcn Versuch der Einmischung in die deutsch-fran-

® r Lloyd Georgeschen Rede und ihre aufreizenden Wir- '"""Äan^M n"u°?L nanz klar, welche Motive dem eimliicben Borstosi zu Grunde laue». Die knalWie Ne- aiermm hcMc iro der tërt(iinnwit, die sie von Deut ch- kand «Ter den Zweck der Pan,Herfahrt und -war aletch- in niH Sami Erscheinen des Schiffes vor AgadIr, er«-

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MÄÄ eines anderenOfttr ÄuDanb'

Wl^eU mu der ^X S\M£ ^S fchllnune ^lrluna war und blieb allerdings, wie auch der Beickslanzler in seiner Bede vom 9. 9 ovember er- wühiiic, das, sich in der vsseutllchcn Mcinuna bei uns eine sehr bittere Sttninnina nuSbrcUclc. .

Yin Plenum und in der Munnnifflon des 9K ^ckstags ist von verschiedenen Seiten getadelt worden, daß die Keaiermna die Abwehr der Lloyd Gcorgeschen Rede nicht alsbald öffentlich voraenommen habe, und daß sie erst jetzt von der diplomatischen A" seinanbcrsetzung mit den, englischen .Kabinett vom 9uli 1911 öffentliche bit­tet ln na nmche. Der Grund für ihr Schweigen laa of­fenbar darin, da sie vor einem mit Frankreich zum v Jel rommen, deshalb jeden störenden Einfluß von auf^ fernhallen wollte, und daß sie hoffte, nach Abschlusms Maroktogeschästö dem Pessimismus wirksam entaeaen- h-cten zu können. Man begreift nun aber auch eist recht die Schärfe, mit der der Reichskanzler im Reichstage jeden Zweifel an der Wahrung oer Ehre und des Ansehens der Nation abgewehrt hat.

Beginnende Selbsteinkehr in England.

Die englische Presse ist Herrn von Kiderlen-Waech- ters Darstellung der Ereignisse gegenüber, die mit der Ankunft des , /Panther" in Agadir begannen und mit der UnterAetdmnnn des dent sch-französischen Abkom­mens endeten, sehr zurückhaltend. Die meisten der ein­sluftreichen Blätter enthalten sich jedes Kommentars. Herrn von KtderleuS Erklärung hat, so heißt eS in einem Londoner Blatte, nicht dazu betaetraaen, die gro- fjen Besorgnisse der Welt hinsichtlich der Maroktvtris s zu mildern, aber sie hilft uns mit Größerem Ernste als e zu begreifen, daß das, was man für viel zu fürchter- tch gehalten hat, nm es zll glauben, gerade das gewesen st, umö beinahe geschehen wäre. Mindestens fünf euro­päische Nationen waren von einer ungeheuren wata« Irophe bedroht. Aber eS ist noch einmal gut gegangen, und wir dürfen hoffen, daß sich die internationalen Be­ziehungen jetzt stetig bessern werden. Es laßt sich nicht leugnen, daß man in England im Augenblick wenig­stens einen heilsamen Schreck durch all dieEnthüllun­gen" erhalten hat und deshalb den Friedensaposteln ein weit willigeres Ohr leiht als sonst. Indessen darf man diese versöhnliche Slinnnung nicht überschatten.

Der Ernst der Lage bleibt.

DieKöln. Ztg." erklärt in bezug auf Kiderleus Ausführungen gegenüber einer Einmischung Englands üt einem vf^iofen Berliner MqvGmy; ^^^ Krise sh vorüber, aver 6er Ernst der Lage bleibt be­stehen. Mit noch größerer Spannung als bisher ertönt tet man nunmehr die englischen Erklärungen, welche Ausschluß darüber geben, wie England in Zukunft seine Politik Deutschland gegenüber orientieren will. Bon der Stellungnahme der englischen öffentlichen Meinung und der Negierung werde es abhängen, wie in Zukunft die Beziehungen zwischen Deutschland und England sich entwickln, ob sie mißtrauisch und un­freundlich bleiben oder ob sie noch in ein besseres Ge­leise htnübergeleitet werden können.

Rundschau vom tagt

Politisches

Der Kaiser, der zurzeit in Donaueschingen zum Iagdbesnch beim Kürsten Fürstenberg weilt, unternahm ant Ntittwoch vormittag mit dem Fürstenpaar und der gesamten IagdgeseNschasi einen Ausflug in Automobi­len nach der Burg Hobenzollern. Dort wurde daS Krübfiürf Genommen, zu dem auch der Fürst von Ho- Henzollern mit Tochter und Gefolge geladen war. Die Rückfahrt erfolgte nachmittags.

Rus Eifersucht.

Roman von Max Hoffmann.

(28) (Nachdruck verboten.)

Ist damit auch zugleich sestgestellt, wer im Recht ist oder wer im Unrecht? Doch wohl kaum! Die Sachlage bleibt dieselbe wie vorher. Sie erwidern vielleicht, der Ehre sei wenigstens Genüge geschehen und damit sei dann die Sache überhaupt ans der Welt geschafft. Diese Weltanschauung, die sich durch Formalitäten befriedigt fühlt, ohne den eigentlichen Kern, um den eS sich han­delt, zn berücksichtigen, teile ich nicht. Nein, nein, Cie müaen denken, waS sie wollen, da mache ich nicht mit!"

Und Herr Mallmitz soll die ihm zugefügte Krün- htim ruhig auf sitzen lassen?"

DaS verlange ich ja gar nicht! Fühlt er sich wirk­lich so schwer durch mit beleidigt, so mag er mich met- netweaen verklagen. Er hat la vier Zeugen."

»Ich bitte Eie, wegen solcher rein persönlicher An­gelegenheit läuft man doch nicht zum Kadi!"

Und das sagt ein Jurist? Auch gut!"

Wozu weiter darüber verhandeln?" bemerkte der Rittergutsbesitzer.Wir haben schon viel zn lange ge­wartet. Also noch einmal: Sie lehnen cs ab, dem Herrn Assessor Mallmitz Genngtuung zn geben, Herr von Marleben?"

Sie wissen bereits meine Antwort auf Ihre Frage."

Schött! Dann werden Sie die Folgen zu tragen haben."

Und welche Folgen sind das?" fragte Fritz nicht ohne leise Ironie.

Sie werden gesellschaftlich tot sein!"

Hahaha! Sie dürfen eS mir nicht übel nehmen, Haß ich das ziemlich stark bezweifle."

Die beiden Herren hatten sich bereits erhoben und

Die Kosten der Neichsverstcherung. Durch die RetchsverstcherungSordnung und die P^ivatbeamten- verstcheruna werden der sozialen Fürsorge in D^Ä^ land neue bedeutende Lassen aufgevürdet werden. Nach einer amtlichen Berechnung kostet bereits die heutige fo& auf Grund der Arbeiterschutzge- setze allen Beteiligien im Jahr rund 812 Millionen Mark. Hiervon tragen die Arbeitgeber 416, die Arbeit­nehmer 644, das Reich 52 Millionen. In den beiden nächsten Rohren werden durch die beiden neuen sozialen Gesetze weitere Lasten von 284 Mill. Mark hinzutreten, so daß im Jahre 1913 für soziale SWforac mtf Grund von Netchsgesetzen in jedem Jahre 1096 Mill. Mark, also über eine Milliarde ausgegeben werden. Die neuen Lasten verteilen sich wie folgt: Arbeitgeber 119, Arbeitnehmer 198, das Reich 27 Mill. Mark. Die Ge­samtlasten werden von diesem Jahre ab betragen für die Arbeitgeber 5M Mill. Mark, die Arbeitnehmer 482 Mill. Mark, das Reich 79 Mill. Mark in jedem Jahre.

^Ür Steuerhinterziehttttgen Gefängnisstrafen? In der kommenden preußischen Steuergesetznovelle wird sich, wie dasBerl. Tagebl." erfahren haben will, auch ein Vorschlag befinden, für Steuerhinterziehungen Ge­fängnisstrafen festzusetzen. Der Urheber des Vor­schlags soll Unterstaatssetrctar Dr. Michaelis im preu­ßischen Iinauzministerinm sein. Er wolle in den näch­sten Tagen in einem offiziellen Artikel die Grundlagen seines Vorschlages mitteilen.

In Rußland steht ein neuer Laudesverratsprozeß bevor, der einen ziemlich großen Umfang nehmen dürfte. Angeklagt sind acht Polen, ferner drei Sluden- ten usw. Sie siud alle beschuldigt, dem österreichischen Generalstab wichtiges kartogravlstsches Matertgl über den südwestlichen Teil Rußlands, der an Oesterreich grenzt, überliefert zu haben. Der Prozeß gelangt in oen nächsten Wochen vor dos Kiewer Militärgericht.

Das javanische Ilotieuvraaramm, das Kaiser Muthsuhito kürzlich formell gutgeheißen hat, sieht nach einer durchaus glaubwiirdigen Information für die nächsten 7 Jahre eine Ausgabe von 850 Millionen Ben, d. h. an 700 Millionen Mark vor. Es bestimmt, daß im Laufe der nächsten 2 Iabre abaesehen von kleineren Schiffen fünf große Linienschiffe von je 30 000 Ton­nen und bewaffnet mit 35^ Ztm.-Geschützen auf Stapel gelegt werden sollen.

Kleine na<brl(Meit

DaS Opfer einer nnfiintincn Wette wurde in Ir- gersdorf bei Bautzen ein 30 Jahre alter Zimmermann. Er hatte gewettet, daß er imstande sei, innerhalb einer halben Stunde einen Liter Branntwein zu trinken. Nachdem er dieses Quantum Korubranntwein aetrun- ken hatte, verfiel er in bewußtlosen Zustand, aus dem er nicht mehr erwachte.

Beraubung einer Millionärin. Eine in einem Ho­tel in Warschau logierende russische Millionärin wurde von einem Irtseur, während er sie für das Theater frisierte, chloroformiert und dann ihrer Pretiosen im Werte von über 200 000 Rubel beraubt. Der Polizei gelaug es bald, den Irtseur in der Person eines be­rüchtigten Banditen zu verhaften. _ ,

Bon einem Dreizehnjährigen versehentlich erschos­sen. 9n Waldan (Provinz Posen) erschoß der I3iäh- rige Sohn eines Wnbwtrta mit einem Jagdgewehr seine 17jährige Konsine. Die Kugel traf in den Hals. Das Mädchen war sofort tot.

Ein Menschenleben um einen Rechenfehler. Der in Irontenhansen (Niederbayern) erscheinendeVilstaler Mole" meldet, daß sich ein innger Bahnbeamter, in des­sen Amts lasse man einen sofort von ihm ersetzten Fehl­betrag von 100 Mark sestgestellt hatte, erschossen hat, als er zur Strafe versetzt wurde. Später hat sich ein Rechenfehler ergeben, und die iQO Mark wurden an die Ap^^g-n uCv ditS dem Leven geschiedenen Bahnve- amten zurückgezahlt.

Schutzlente als Einbrecher. In Wilhelmshaven wurden drei Schutzleute wegen widerlwlt schweren Ein- britchSdiebstahlS und anderer Verbrechen verhaftet. Sie haben ihre Schuld bereits ctngestandeu.

um eine Erbschaft znr Gistmörderin geworden. Ein Dienstmädchen in Olmtitz sandte ihrer Schwester, die bei einem Lehrer in Dienst stellt, vergiftetes Backwerk, nm nach deren Tod in den ANeinbesitz eines Erbteils von 1800 Kronen zu gelangen. Diese gab aber, ohne selbst etinas zu essen, zwei kleinen Jungen der Leh­rersfamilie von dem Backwerk, die gleich nach dem Ge­nusse starben. Die Giftmörderin wurde verhaftet.

Heilung der Maul- und Klaueuseuche? Vor einer zahlreichen Versammlung mecklenburgischer Laudwirte und Vertreter der interessierten Behörden in Güstrow hielt der ordentl. Prof. an der Tierärztlichen Hochschule Stuttgart, Dr. Leonllard Hoffmann, einen Vortrag über eine von ihm entdeckte Methode zur Heilung der Manl- und Klauenseuche. Hofsmann hat seit vier Jahren in der Erkenntnis, daß die Absperrmaßregeln gegen den

murmeltm fast gleichzeitig:Habe die Ehre, mich

Ihnen zu empfehlen!"

Dabei sahen sie an Fritz vorbei, als wenn er Luft für sie wäre oder überhaupt nicht existierte. Mit einem so erbärmlichen Kneifer wollten sie nichts mehr zu tun haben. Dann machten sie eine tadellose Verbeugung und entfernten sich mit steifen Schritten.

Fritz, der sie höflich bis zur Tür begleitet hatte, wandelte mit auf den Rücken gelegten Händen im Zim­mer hin und her. Zum Duell hatte man ihn also pres­sen wollen! DaS war ihm doch zu dumm! Daß er sich aber in diesem Mallmitz einen unversöhnlichen Feiud geschaffen hatte, das stand unumstößlich fest. Nun, mochte eS immerhin sein! Er war ja bald wieder dort drüben, in einer freieren Luft, wo man über solche humoristisch gefärbte Cchilderuug von dem Zusammen- Wert seiner Persönlichkeit einzubüßen.

Felicia dachte ganz ebenso wie er, als er ihr eine humoristisch gefärbte Schilderung von dme Zusammen­treffen mit dem Assessor und dem Auftreten der beiden Sekundanten gegeben hatte.

Mit vergnügtem Lachen setzten sie sich beide über dieses nach ihrer Meinung so unwesentliche Ereignis hinweg.

In andere Stimmung wurde Mallmitz versetzt. Als ihm seine beiden Abgesandten den Empfang durch Marleben und dessen Antwort umständlich und mit kräftigen Ausdrücken der Empörung mitgeteilt hatten, hatte er das mit gemischten Empfindungen ausgenom­men. Ganz in Innersten fühlte er ja eine gewisse Be­friedigung über diesen Ausgang, denn bei dem Gedan­ken, diesem sehnigen, robusten Gegner aeoenübertreten stil müssen, war ihm etwas schwül gewesen. Desto mehr glaubte er die Verpflichtung zu haben, äußerlich die energischste Entrüstung über die Erbärmlichkeit des Ge­forderten zur Schau zu tragen. Er hielt denn auch nicht damit zurück und schimpfte weidlich über das in« rommeutmäßtae Benehmen des feigen Waschlappens.

visher unbekannten Erreger der Seuche wirkungslos sind, sich mit Forschungen zur medikamentösen Behand­lung der Krankheit besaßt und zwar verwandte er da* für das in der menschlichen Praxis bereits bekannte Euguform. In zwei Viehbeständen, von denen der eine 40, der andere über 100 Hiiuvter zählte, wurden die Tiere in wenigen Tagen so vollständig wiederhergestellt, daß auch die so sehr verhängnisvollen Folgen der Seuche wie Iutterverweigerung, Abfall im Körpergewicht und in der Milchproduktion bald behoben waren, lieber die Anwendungsweise und die einzelnen Versuchsergebnisse hat Hoffmann unter Vorführung von Lichtbildern ge­naueste Anweisung gegeben, ebenso über die von ihm zum Teil neu konstruierten dabei notwendigen Appa­rate. Er betonte zum Schluß, daß anscheinend die Maul- und Klauenseuche, wenn sie auch in sehr ver­schiedenen Graden der Schwere und in mannigfachen Variationen auftritt, nach seinen neuesten Forschungen sich als eine verhältnismäßig harmlose Krankheit er­wiesen hat. Die schwersten uno zum Tode führenden Symptome beruhten, wohl zum größten Teil, auf Nach­krankheiten: An den faulig gewordenen infizierten Stellen siedeln sich bösartige Erreger anderer Krank­heiten an und führen zu schweren, oft verhängnisvoll werdenden Eiterungen. Hoffmann beantragt nun, seine Methode unter Aufsicht der Behörden im großen nach- prüfen zu lassen.

Hu< den ßeriebts^ien.

Der Kwilecki-Prozeß geht weiter. Die Nachrichten polnischer Blätter, daß die Ballnwärtersfrau Meyer ihren Antrag auf Herausgabe ihres angeblichen Soh­nes, des jungen Grasen Kwilecki, zurückgezogen habe, bestätigt sich nicht. Wie demBerl. Lok.Auz." eine mit den Verhältnissen vertraute Persönlichkeit mitteilt, nimmt die Klage gegen den Majoratsherrn Grafen Kwilecki in Wroblewo vor dem Landgericht Breslau ihren Fortgang.

Uemiscbtes.

Das Grubenunglück ans Kleinbodungen. Von dem gemeldeten Unglück auf dem Kaliwerke Kleinbodungen bei Nordhausen wird folgende Darstellung gegeben. Dienstag früh 6 Uhr fuhr der Steiger Jentsch mit 15 Mann in den Schacht ein und legte etwa 20 bis 30 Me­ter tiefe Bohrlöcher auf der Schachtsohle an, die mit Dynamit geladen und durch elektrische Anzündungen zur Explosion gebracht werden sollten. Um 9 Uhr wa­ren die Arbeiten so weit gefördert, daß mit den Vorbe­reitungen Aitm Sprengen begonnen werden konnte. Da die im Schachte befindlichen kleinen elektrischen Lam­pen, die dem Steiger durch ihr Glühen anzeigen, daß die Leitung im Gange ist, nicht brannten, nahm der Steiger an, er habe die Leitung selbst abgestellt, und schaltete die Zünder der Sprengschüsse ein. Als er ei­nem Bergmanne den Auftrag gab, Starkstrom zu be­fehlen, und diesen einschaltete, erfolgte die Explosion. Die Wirkung war furchtbar. Durch die Explosion wur­den die Bergleute, die zwischen den Bohrlöchern stan­den, buchstäblich in Stücke zerrissen. Nur einer wurde lebend, aber in so schwer verletztem Zustande zu Tage gebracht, daß er nach 1% Stunden starb. Die Nachricht von dem Unglück verbreitete sich mit Blitzesschnelle in der Umaegcnb, und die Angehörigen der Bergleute sam­melten sich wehklagend vor. dem Verwaltilugsgebäude. Die zutage geförderten Ueberreste der toten Bergleute wiesen entsetzliche öerftümmeluuaeu auf. Die Bergbe­hörde und die Staatsanwaltschaft haben sofort eine Un­tersuchung verfügt.

Das Ehepaar Toselli geschieden. Der Gerichtshof in Ilorenz verfügte gestern die sofortige Trennung der Elleleute ^nfcnr Das Gerick- 'verurteilte den Ehemann zu Teiltet Geldstrafe und überwies das Kind nicht ei­nem der Ehegatten, sondern den Eltern Tosellis zur Er­ziehung, wie Toselli dies beantragt hatte. Iran Toselli, die der Verhandlung beiwohnte, konnte ihre Erregung nicht verbergen und verließ, ohne auf die ftrage des Vorsitzenden zu antworten, das Gerichtsgebäude. To­selli war dagegen sehr erfreut über den Urteilsspruch. Er wurde durch eine Hintertür aus dem Gerichtsge­bäude geführt, weil er sich eventuellen Kundgebungen entziehen wollte.

Der falsche Arm abgenommen. Von einem beinahe unglaublich erscheinenden Vorfall in einem Pariser Krankenhause berichten französische Blätter. Ein Hafen- anfseher hatte sich gegen Ende September in ein Hospi­tal begeben, um seinen rechten Arm, der ihm stark schmerzte, einer Untersuchung unterziehen zu lassen. Mit Hilfe der Nadiumbestrahlung gelang es den Aerz­ten, das Vorhandensein einer bösartigen Geschwulst im rechten Ellbogengelenk festzusteNen. Zur Rettung des Patienten erschien die Amputation des Armes uner­läßlich, und die Operation wurde auf den 12. Oktober anberaumt. Der Oberarzt des Hospitals, Dr. Ehifoliau, leitete selbst die Operation, die scheinbar glücklich ver­lief. Aber wie groß war der Schreck des Patienten, als er nach dem Erwachen aus der Narkose bemerkte, daß man ihm an Stelle des kranken rechten Armes den ge-

Man wird den Menschen im Auge behalten müs­sen," sagte er zuletzt.Vorläufig wollen wir ihn ad acta legen."

Das letztere war weiter nichts als eine aus sei­nen dienstlichen Obliegenheiten geläufige Redensart, die er Marleben gegenüber durchaus nicht befolgen wollte. Die Eifersucht gegen den glücklichen Nebenbuh­ler, die Wut über die Zurechtweisung im Lokal, die Verachtung wegen der Ablehnung seiner Forderung, das alles trug dazu bei, in ihm einen tödlichen Haß gegen Fritz von Marleben zu erzeugen. Und aus die­sem Haß heraus schmiedete er eineu Plan, wie er ihm schaden und ihn vielleicht vernichten könnte.

Er kannte die Rivalität zwischen den beiden Kom­missaren von Bardekow und Weide, wußte, welche Spuren jeder von den beiden für sich verfolgte und schloß sich jetzt mit aller Kraft dem ersteren an, weil er durch ihn am sichersten zu feinem Ziele zu gelan­gen hoffte.

Haben Sie denn immer noch Ihr Augenmerk auf den auSgekniffenen Doktor Waldow gerichtet, Herr Kommissar?" fragte er ihn eines Tages im Gerichts- gebüude.

Allerdings Herr Assessor," versetzte dieser. Und achselzuckend fügte er hinzu:Leider will man nur auf alle meine Vorschläge aar nicht recht etnaeben."

Mit diesem unpersönlichenman" meinte er Herrn von Scharffenstein, der wohl alle Aeußerungen ruhig anhörte, von dem aber keiner recht wußte, was er eigentlich dabei denke.

Mallmitz, der als die rechte Hand des Untersn- chungSrichterS galt, zwinkerte mit den Augen und sagte: Was meinen Sie, wenn ich den Alten jetzt auch auf etwas aufmerffam mache?"

In betreff des Doktors?" fragte Bardekow er­freut.

(Sprtfehuim foIolA