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schlffesPitlochry", die einen Wert von 2^ Millionen K hatte, auf hoher See unweit der Aequatorlinie in Brand zu stecken. Schiff und Mannschaft wären verloren gewe­sen, wenn das Feuer nicht gleich nach Ausbruch entdeckt und gelöscht worden wäre. Haupt wurde bei der Ankunft des Schiffes im Hafen von den Behörden in Haft ge­nommen.

Keine Differenzen zwischen Zeppelin und Hergesell. Prinz Heinrich von Preußen hat einen Berichterstatter der Frankfurter Nachrichten" autorisiert, die Nachricht für falsch zu erklären, daß zwischen dem Grafen Zeppelin und Geheimrat Hergesell irgendwelche Differenzen entstanden seien. Es sei Tatsache, daß zwischen beiden Herren das beste Einvernehmen bestehe und daß die guten Beziehungen, wie sie bei der mehrmonatigen Polarfahrt bestanden hät­ten, in keiner Weise getrübt worden seien.

Der große Zuverlässigkeitsflug am Oberrhein hat Sonntag früh 5 Uhr in Baden-Baden mit dem Start nach Freiburg begonnen. Es starteten die Flieger Jeannin, Hirt, Laemmlin, Ingenieur Brunhuber, der als Paffagier den Leutnant Coch vom Mannheimer Grenadierregiment mitnahm und Diplomingenieur Witterstätter, der seine Frau mitnahm Der Start, dem auch Prinz Heinrich und Graf Zeppelin beiwohnten, ging alatt vonstatten. Als er­ster traf auf dem Flugplatz in Freiburg i. Br. Jeannin um 7 Uhr 10 Min. ein, nachdem er um 6 Uhr 37 Min. als erster die Zwischenlandung in Offenburg vorgenommen hatte. Als zweiter traf Brunhuber eine Minute später ein, der um G Uhr 32 Min. in Offenburg gelandet war. Um 7 Uhr 25 Min. erreichte Laemmlin das Ziel; er war um 6 Uhr 40 Min. in Offenburg wieder aufgestiegen. Hirt, der um 9 Uhr 40 Min in Offenburg aufgestiegen war, traf in Freiburg um 10 Uhr 40 Min. ein. Er hatte sich unterwegs verirrt und war ins Elztal abgetrieben wor­den. In einer vormittags zwischen den Fliegern und der Oberleitung stattgehabten Konferenz wurde beschloffen, daß die Flieger bei günstiger Witterung nachmittags Schau­flüge ausführen und im Anschluß daran nach Mühlhausen (Elsaß) weiterfliegen sollten.

Zusammenstoß von Automobil und Kleinbahnzug. Aus Karlsruhe kommt die Kunde von einem schweren Automo­bilunglück. Ein von Mannheim kommendes Automobil stieß Sonnabend nachmittag kurz vor 4 Uhr bei der bar­rierelosen Kreuzung der Straße Karlsruhe-Ettlingen der Strecke der Albtalbahn bei Ettlingen mit dem 3 Uhr 15 Min. von Ettlingen abfahrenden Zug der Albtalbahn zu­sammen. Sämtliche drei Insassen des Automobils, der Chauffeur Emil Roß aus Mannheim, der Besitzer des Automobils und Direktor der Rheinischen Automobilge- sellschaft, C. Neumaier-Mannheim sowie Kaufmann Iulius Rosenthal-Mannheim wurden herausgeschleudert und ge­tötet. Der Führer des Motorwagens der elektrischen Bahn, Keller, erlitt durch Glas- und Metallsplitter Schnitt­wunden. Das ordnungsmäßige Klingelsignal war von der Lokomotive gegeben worden. Das Automobil wollte noch vor dem Zuge über das Gleis fahren. Der Führer der elektrischen Lokomotive bremste, aber da der Zug hinten durch eine Dampflokomotive gedrückt wurde, so konnte er nicht mehr rechtzeitig zum Stillstand gebracht werden. Der eine der Insassen des Automobils wurde bei der Wucht des Anpralles über den Zug der Albtalbahn hinweggeschleu­dert. Die drei Toten sind vollständig zerrissen, das Auto­mobil ist total zertrümmert.

Ein merkwürdiges Testament. Der Besitzer eines der bekanntesten Häuser der Lebensmittelbranche in Paris hat­te, als er vor zehn Jahren starb, testamentarisch seine Toch­ter zur Erbin des Geschäftes sowie der dazu gehörigen Ge­bäude gemacht, während seine Söhne das vorhandene Bar­vermögen erhielten. Die junge Dame übernahm die Lei­tung des Geschäftes und zeigte sich sehr tüchtig und ge­schäftsgewandt, bis sie sich eines schönen Tages von einem Musiker entführen ließ. Während ihrer Abwesenheit wur­de das Geschäft von dem Personal weitergeführt und nahm einen bedeutenden Aufschwung. Vor kurzer Zeit ist die Dame gestorben und hat testamentarisch verfügt, daß ihr Geschäftshaus sowie sämtliche Bureaus und Vorräte ver­brannt würden. Ihre Brüder haben die Ungültigkeitser­klärung des Testamentes beantragt.

EinPanzertornister". Von militärischer Seite wird derInf." geschrieben: Das Bestreben in den Armeen, dem Schützen im Gelände eine ausreichende Deckung ohne Zuhilfenahme des Spatens zu verschaffen, ist jetzt anschei­nend durch eine neue Erfindung in Oesterreich von Erfolg gekrönt worden. Ein neuer Panzertornister für die In­fanterie würde, wenn er sich in der Praxis bewährt, sogar die berühmten Sandsäcke der Japaner übertreffen. Der Tornister besteht aus einer Panzerplatte aus Stahl, dem eigentlichen Packtornister aus grauem, wasserdichtem Stoff und 2 Aluminium-Patronenkasten, die auf der Pan­zerplatte mittels Gleitschienen angebracht sind. Ein fe­dernder Gurtbandrahmen schwächt den Druck der Platte ab und ermöglicht einen Luftdurchfluß. Im Gefecht wird der Rahmen zwischen Platte und Tornister geschoben, so­daß erstere in schräger Stellung federnd auf letzterem ruht. Die Platte hält Schüssen von 400 Metern ab stand.

Eine Bürgermeisterkandidatin in Kopenhagen. Zum ersten Male kandidiert für die Kopenhagener Bingermei- iterftelle ein weiblicher Bewerber. Es ist Fräulein Helene Berg, eine Kopenhagenerin, die als soziale Arbeiterin die Wertschätzung der Bürger von Dänemark genießt. Das bedeutet einen großen Fortschritt in der dänischeil Frauen­bewegung, denn bekanntlich sind es erst zwei Jahre, daß in Kopenhagen die ersten weiblichen Stadträte gewählt wurden. Die Kandidatur dieser weiblichen Bürgermeister­aspirantin erweckt in den Kreisen, in denen man sich für die Frauenbewegung interessiert, lebhafteste Anteilnahme. Zurzeit ist die Wahl noch nicht durchgeführt, es stehen aber Fräulein Berg die lebhaftesten Sympathien zur Ser­ie. Auch in anderen Ländern und auf anderen Eebreten macht die Frauenbewegung lebhafte Fortschritte. In Spa­nien plant der Unterrichtsminister neue Stellungen in den Bibliotheken des Landes, die ausschließlich mit weiblichen Kräften besetzt werden sollen. Es sind 25 Diblothe- karinnen in Aussicht genommen, die für die neuen Posten in Frage summen. In Paris hat Fräulein Pillreu an der Schule des Louvre ihr Examen als Museumsverwal­terin mit Auszeichnung bestanden. Fräulein Prllieu hat durch ihr Examen die Befähigung erlangt, in der Mu- seumsverwaltung beschäftigt und angestellt zu werden. In Stockholm hat eine Frau, Fräulein Marie Sorrenson eine Tischlerei eingerichtet, in der nur Frauen beschäftigt werden.

Ein Bund zur Befreiung vom Militärdienst. In der Gemeinde Nagy-Komlos in Ungarn war in der letzten Zeit von der Gendarmerie bemerkt worden, daß die Bauern-

burschen regelmäßig geheime,nächtliche Zusammenkünfte, den 60 Personen verletzt.

abhielten. Am Sonntag nun drang die bewaffnete Macht nachs in ein Wirtshaus ein und überraschte etwa 20 ru­mänische stellungspflichtige Burschen, die in einem Zimmer bei einem Fasse Branntwein beisammen sahen; alle waren total betrunken. Bei dem Verhöre, dem sie unterzogen wurden, sagten sie aus, dah sie einen Bund geschloffen hät­ten, deffen Zweck es war, seine Mitglieder durch eine un- sinnige Lebensweise derart zu schwächen, dah sie dadurch dienstuntauglich würden. Sie muhten sich verpflichten, den ganzen Tag über ohne Speise und Trank zu arbeiten und sich nachts mit Branntwein total zu betrinken. Effen durften Sie nur so viel, dah sie nicht Hungers starben. Sie überwachten sich gegenseitig, dah sie diese Lebensweise tatsächlich einhielten. Viele von ihnen waren bereits bis zum Skelett abgemagert. Diese Burschen wurden nun der Aushebungskommiffion vorgeführt. Der Regiments­arzt unterzog sie einer eingehenden Untersuchung. Er fand sie auherordentlich geschwächt, war aber der An­schauung, dah sie nach ein bis zwei Wochen bei gesunder Nahrung ihre alte Kraft und Gesundheit wieder erlangen würden. Mit Ausnahme von vier Burschen, die auch sonst Fehler hatten, wurden alle tauglich befunden. Die wei­tere Untersuchung ist im Gange. Der Fall soll, wie Buda­pester Blätter behaupten, unter den südungarischen Serben und Rumänen nicht vereinzelt dastehen, ja die Gendar­merie will festgestellt haben, dah diese Art der Militär­befreiung schon seit Jahren betrieben wird.

Zwei kleine Episoden aus dem Kriege von 1870/71 er­zählt ein Leser derNeuen Hamburger Zeitung": In ei­nen! Quartier fanden wir, wie meistens, reichlich Wein. Es wurde tüchtig gezecht bis in die Nacht hinein. Ein Leutnant und sein Bursche, die in einem Zimmer schliefen, kamen etwas unsicher ins Bett; sie legten sich nämlich beide in dasselbe, ohne es zu bemerken, der eine mit den Fü­ßen beim Kopf des andern. Plötzlich sagte der Leutnant: Meyer!"Herr Leutnant!"Es liegt jemand bei mir im Bett!"Bei mir auch, Herr Leutnant!" Dann werfen Sie den Kerl raus!" ... Wir hatten nach einem längeren Marsche in einem kleinen Orte ziem­lich gutes Quartier gefunden, und, was die Hauptsache war, gutes Effen. Beim Herumstöbern in den Gärten fand ich ein Bienenhaus. Sorgsam hob ich die Stöcke, um ihre Schwere zu prüfen.Ha, der Stock war gut? Etwas Schwefel war bald gefunden, und schnell machten wir uns ans Ausschwefeln. Zum Glück hatte ich gerade ein Paket bekommen, worin sich u. a. Weißbrot befand. Also, Weiß­brot mit Honig! Aber ein etwas zu Hungriger hatte eine Biene mit an den Mund geführt und die Oberlippe schwoll infolge der Berührung des Insekts stark an. Es war jetzt also Entdeckung unserer verbotenen Tat zu befürchten. Wir schlugen ihm vor, er solle sich krank melden. Der Arzt untersuchte ihn, maß ihn mit dem Thermometer und stellte schließlich Gesichtsrose fest.

Eine große wendische Hochzeit wurde in der Kupfer­mühle zu Marienstern mit ganz bedeutendem Aufwand gefeiert. Das junge Paar war ein Mühlenbesitzer und die Tochter eines Gutsbesitzers in Katten. Die Schmau­sereien, an denen, wie berichtet wird, nicht weniger als 532 geladene Gäste teilnahmen bauerten mehrere Tage, und es wurden hierzu zwei Ocksen, acht Kälber und neun Schweine vollständig aufgezehrt. Außerdem hatte man 5 Scheffel Weizenmehl zum Backen des Hochzeitskuchens ver­wendet. Selbstverständlich fehlten auch die entsprechenden Quantitäten von Wein und Bier nicht. Um alle Gäste befriedigen zu können, waren etwa 80 Personen für die Küche usw. engagiert worden.

Helgoland ohne Rinder. Die seit vielen Jahren auf der Insel Helgoland betriebene Molkerei ist jetzt eingestellt worden, da der Unternehmer Siemens seine sämtlichen Ländereien an den Marinefiskus verkauft hat und der Transport der Futtermittel nach Helgoland zu teuer zu stehen kam, weil die Kühe das ganze Jahr hindurch im Stall bleiben mußten. Die letzten acht Kühe wurden nach dem Festlande eingeschifft; sie mußten die große, nach dem Unterland führende Treppe hinuntergebracht werden, was trotz der großen Schwierigkeit ohne Unfall geschehen ist. Jetzt ist Helgoland ohne Rinder. An Pferden zählt die Insel auch nur noch zwei Stück.

Schwere Aieaerkataftrophs in Frankreich.

Ein Flieger in eine Zuschauermcuge gestürzt. Kriegsminister Berteaux tödlich verletzt. Mi­nisterpräsident Monis schwer verwundet.

Der Flugplatz von Issy-les-Moulineaux bei Paris ist am Sonntag morgen der Schauplatz einer folgenschweren Katastrophe gewesen, deren Opfer der französische Minister­präsident Monis und der Kriegsminister Berteaux gewor­den sind. Beim Start der Flieger bei dem Wettflug Paris- Madrid stürzte das Flugzeug des Fliegers Train, der wegen schlechten Funktionierens des Motors noch ein­mal landen wollte, in eine Menschengruppe, wobeiMini- sterpräsident Monis, Kriegsminister Berteaux und ein hö­herer Offizier schwer verwundet wurden. Berteaux starb kurz darauf.

Eine ausführlichere Pariser Meldung über den Unfall lautet:

Anläßlich des vom Petit Parisien veranstalteten Wett­fluges Paris-Madrid hatte sich eine große Menschenmenge auf dem Flugfelde Issy-les-Moulineaux eingefunden. Das Wetter war trübe und es herrschte besonders in den höheren Luftschichten ziemlich starker Nordwind. Die Flüge sollten in Intervallen von fünf Minuten erfolgen. Es hatten bis 6% Uhr zwei Flieger den Flug augetreten. Mehrere an­dere gaben den Flug auf, zum Teil wegen des heftigen Windes. Ein Aeroplan, welcher von de Niffot gelenkt war, kippte, doch blieb der Flieger unverletzt. Gegen G% Uhr stieg mit seinem Aeroplan der Flieger Train, der als ein sehr kühner Flieger gilt, auf und machte eine halbe Runde in einer Höhe von dreißig Meter. Man sah, daß sein Apparat stark schwankte. Train kehrte um und machte dabei der Menge, die ihm Beifall spendete, mit der Hand ein Zeichen, sich nicht zu nähern. In diesem Augenblick sah man eine Gruppe das Flugfeld durchqueren, anscher- nend vor dem Aeroplan flüchtend. Train, der in einer Höhe von drei Metern fuhr, fuhr mitten in die Gruppe hinein, welche er nicht gesehen zu haben scheint oder der auszuweichen schon zu spät war. Man sah sechs oder sieben Personen hinstürzcn, teils unter dem Eindecker begraben, teils durch die Flugschranben des Eindeckers wie hingemäht. Ein Schrei des Entsetzens ent­rang sich der Menge. Darauf erfuhr man, daß sich unter den Verwundeten der Ministerpräsident und der Kriegs­minister befanden. Dem Kriegsminister Berteaux soll von der Schraube ein Arm buchstäblich abgerissen sein. Der Ministerpräsident Monis hat beide Beine gebrochen sowie mehrere Rißwunden im Gesicht und klagt über innere Schmerzen, doch hofft man, daß er wiederhergestellt wird. Der Flieger Train blieb unverletzt. Der Wettflug wurde sofort abgebrochen. Bei dem Gedränge, welches nach dem Bekanntwerden des Unglücks in der Menge entstand, wur-

Der Bericht eines Augenzeugen.

Hupenaeufle, der sich in der Gruppe der verletzten Persönlichkeiten befand, erzählt: Polizcipräfckt Leptne gab uns den Rat, uns auf die gegenüberliegende Seite des Flugfeldes zu begeben, da man von dort aus ein weiteres Gesichtsfeld habe. Wir taten dies, und als wir ungefähr in der Mitte des Flugfeldes angelangt waren, sahen wir Train heranflicgeu. Wir hatten erst den Eindruck, als ob er nicht recht wisse, waS er tun oder wo er landen solle. Dann schien eS, als wollte er einer Kürassierabteilung auS- weichen, die gerade über das Flugfeld ritt. Berteaux, Mo- nid und Leptne befanden sich mit mehreren Mitgliedern des Aeroklubs in diesem Augenblicke links von den Kü­rassieren. Plötzlich machte Train eine Wendung, um zu landen, und ein Schraubenflügel erfaßte Berteaux, MoniS und den Großindustriellen Deutsch de la Meurthe. Berteaux, dem der Schraubenflügel den Hals und den linken Arm zerschnitt und außerdem einen Schä» dclbrnch verursachte, blieb auf der Stelle tot Monis, web cf)er trotz seiner schweren Verletzungen bei vollen, Bewußt- sein blieb, verlangte sofort nach dem THnifferüim des In­nern gebracht zu werden, doch legten die Aerzte ihm erst einen Notverband an. Deutsch de la Meuithe war mit Quetschwunden davougekommeu, hatte aber einen schweren Nervcnchock erlitten.

Das Befinden des schwer verletzten Ministerpräsidenten.

Ministerpräsident Monis wurde in das Ministerium öcS Innern gebracht, wo er in ärztliche Behandlung ge­nommen wurde. Er blieb bei vollem Bewußtsein und er­trug mit großer Standhastigkeit die Einrenkung des Unter- schenkelbruches sowie das Vernähen der Rißwunde im Ge­sicht. Der Ministerpräsident leidet auch an inneren Schmer­zen, die vielleicht auf Nippenbrüche zurückzusuhren sind. Monis fragte, ob cs noch andere Verletzte gebe. Man hat ihm bis jetzt den Tod Berteaux verheiinlicht. Präsident FaNieres besuchte Mouis und unterhielt sich mit ihm in der teilnehmendsten Weise. Auch die Mnisier kamen, wur­den aber nicht zu dem Verletzten vorgclasseu.

Ein vormittags über das Vefinden des Ministerprä­sidenten ausgegebener Krankheitsbericht besagt: Der Un­glücksfall hat einen schweren komplizierten Bruch der beb den Knochen des rechten Unterschenkels zur Folge gehabt, der jetzt eingerenkt ist, ferner eine Quetschung und eine Wunde an den Augenlidern und im Gesicht, die vernäht werden muß, während die Augen unverletzt sind, endlich einen Bruch des Nasenbeins. Die Schädcldecke ist nicht verletzt. Der Ministerpräsident verspürt Schmerzen in der Brust und im Unterleib. Die Leiche des Kriegs­ministers, die entsetzlich verstümmelt ist, wurde inS Kriegsministerium überführt.

Das Beileid des deutsche» Reichskanzlers.

Der deutsche Reichskanzler und der stellvertretende Staatssekretär des Auswärtigen Amtes Zimmermann spra­chen am Sonntag bet dem französischen Botschafter vor, um ihm ihr Beileid zu dem Unglücksfall, der den Minister­präsidenten Monis und den Kriegsminister Berteaux be­troffen hat, anszusprechen. Der Reichskanzler hat ferner den deutschen Botschafter in Paris beauftragt, der fran­zösischen Regierung ote Teilnahme der kaiserlichen Regie­rung an dem erschütternden Unglücksfalle auszusprechen,

Der Eindruck der Katastrophe in Frankreich.

Die gesamte französische Presse gibt der Erschütterung und Bestürzung Ausdruck, welche oie Katastrophe hervor­gerufen hat und hebt hervor, daß der verunglückte Kriegs­minister Berteaux bei verschiedenen Anlässen mit beson­derem Eifer für die Flugtechnik eingetreten war, deren Bedeutung für die französische Armee er mit Begeisterung gerühmt habe. Mehrfach beschäftigen sich die Blätter auch schon mit den politischen Folgen der Katastro^ phe, indem sie darauf Hinweisen, daß die radikale Partei in Berteaux ihre einigende Hauptkraft verloren habe. Der Umstand, daß der Ntinistcrpräsident monatelang den Ge­schäften werde fernbleiben müssen, weröc gerade jetzt, wo so viele heikle innere und äußere Fragen schweben, für das Kabinett eine besondere Schwierigkeit bilden.

Ein im Elysee-Palast abgehaltener M i n i st e r r a t be­traute den Minister des Acußern Cruppi mit der vorläu­figen Führung der Geschäfte des Kriegsministers. Kriegs­minister Berteaux wird auf Staatskosten beerdigt werden. Der Ministerrat hat keine Ernennung eines interimisti­schen Ministers des Innern ins Auge gefaßt, da der Unter- staatssekretär C o n st a n t die Fähigkeit besitze, die laufen­den Geschäfte zu erledigen. Schwierigkeiten würden sich nur ergeben, wenn der Zustand Monis sich verschlimmern sollte. Doch erklärte der Arzt, daß der Zustand des Ver­letzten so zufriedenstellend als möglich sei. Nur die Ver­letzung in der Gegend der Leber scheine ein wenig ernst zu sein. Antoine Monis, der Sohn des Ministerpräsi­denten, erzählte über die näheren Umstände des Unglücks­falles, die Gruppe der offiziellen Besucher habe das Fahr­zeug mit schwindelerregender Schnelligkeit auf sich zukom- men sehen. Er sei heftig gegen seinen Vater gestoßen, der niederste! und dem er so vielleicht das Leben gerettet habe. Als er sich umwandte, sah er den vollkommen abgetrennten Arm Berteaur' im Blut liegen, einige Schritte davon die Leiche des Kriegsministers.

Auf Wunsch des Ministerprätldenten Monis hat Ministerium des Innern angeordnet, den Wettflug Paris Madrid nicht zu unterbrechen. Im Hinblick auf das Un­glück hat der König von Serbien seine Reise nach Frankreich verschoben.

Weitere Nachrichten zur Katastrophe.

Auf dem Unglücksflugplatz befanden sich zahlreiche Per­sonen auf Der Bahn, die hierzu keine Berechtigung hatten. Tie zur Absperrung verwendeten Truppen waren unzu­reichend und der Wachtdienst wurde auch nicht streng durch­geführt. Tie Beisetzung des Kriegsministers Berteaux wird am Tonnerstag vormittag erfolgen. Der König von Serbien soll die Absicht haben, als Privatmann daran terl- zunchmen. Der verunglückte Kriegsminister Berteaux ist 1852 in Paris geboren. Er war von Beruf Wechselagent und Börsenmakler. , w

0-* Paris, 22. Mai. Ter deutiche Kaiser hat dem Prä­sidenten Fallieres ein Beileidstelegramm aus Anlaß der gestrigen Katastrophe gesandt, ebenso der Kaiser von Ruh- land.

Drahtnachrichten und Generier.

Großer Temperatursturz.

&-$> Nordhausen, 22. Mai. In der vergangenen Nacht ist im ganzen Gebiet des Harzes ein schwerer Temperatur­sturz eingetreten. Tas Thermometer sank unter 0. Be­sonders die Kartoffel- und Nüvcnfeldcr haben schweren Schaden gelitten.

Die vermißten Schillermannskripte wieder gefunden.

5-; Weimar, 22. Mai. Tic vermißten Manuskripte des Schiller-Hauses, worunter sich auch das Original von Schillers Wallenstein befand, haben sich wieder gefunoen und sind in den Besitz der Stadtgemeinde als Eigentümerin gelangt. Tie Manuskripte waren irrtümlich an das Resi- denztheater in Weimar gesandt worden.

Folgenschwere Zugentgleisung.

teo Prag, 22. Mai. Zwischen Hochweseley und Sniedar entgleiste gestern ein Eisenbahnzug und stürzte vom ~amm ab. Es wurden 13 Personen schwer verletzt.

Schiedögerichtsvertrag.

Nenyork, 22. Mai. Der Verein der deutsch-ameri­kanischen und der irisch-amerikanischen Gesellschaft haben an den Senat das Ersuchen gerichtet, den englisch-ameri­kanischen Schiedsgerichtsvertrag aVzulebnen.