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oierleljährlich 1,2n Mk., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweig- autzgabestellon vierteljährlich 90 Pfg. — Erscheint Dienstags, Donnerstags, LamStagS. — Redaktion: SelrerSweg 83. — Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert.

Verlag der „Gieficner Zeitung" G. m. b. H.

Enthält alle amtl. Bekanntmachungen der Großherzoglichen des Großherzoglichen DürgermeistereiHâ Polizei - Amtes sowie vieler anderer >^^ Behörden Gberhessens Expedition: Seltersweg 83.

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Verlag der ,,Giestc«er Zeitung" K. «. b. H

Nr. 2LS. Telephon: Nr. 362.

Dounerslag, den 21. Dezember 1911.

r-leph»n: Nr. «2. 23. Jahrg

Reichstagswahlen 1912

— Als Termin für die Reichstags st ichwah- Januar in Aussicht genommen. — Die amtliche Feststellung der Ergebnisse der Hauptwahl er­folgt am 16. Januar.

n -7C ®.'' 6 ° "',?l. Dez. Kurz vor dem Weih - nachtsfest ist auch für die beiden hiesigen liberalen Parteien der Friede eingekehrt. Gestern ist nämlich die von inteieslierlen Kreisen so lange ersehnte Ver­einigung zustande gekommen, wonach die Nationallibe- ralcn den Kandidaten Erkelenz der Fortschrittlichen Volks- partel zu unterstützen sich bereit erklärt haben. — Es tutrb am 12. Januar 1912 sich nun zu entscheiden ha-

wer in die Stichwahl kommt, ob der Sozialdemo- trat, Antisemit oder der Liberale. Nach dieser Vereinig­ung hat der Letztere nun alle Aussicht.

r .T A arm st ad j Die deutsch-soziale und christl.- ozrale Partei im Wahlkreise Darmstadt-Groß-Gerau ha- den den Oberlehrer Dr. F. W e r n e r in Butzbach als eigenen Kandidaten ausgestellt, der von der Reichspartei unterstützt werden soll. - Die Fortschr. Volkspartei hat Dr. Strecker als Landidaten aufgestellt.

, “ â i n z. Die Nationalliberale Partei des Wahl- kreiles Marnz-Oppenheim stellte den Oberlehrer Dr O L e l l e r-Oppenheim einstimmig als Landidaten auf.

- . M o rms. Der Vorstand der Ortsgruppe des Hansabundes beschloß, sich der Stellungnahme gegen die Kandidatur des Freiherrn v. Heyl zu enthalten, ob­wohl er die Unterstützung des Bundes der Landwirte gemetzt. Die drei freisinnigen Vorstandsmitglieder der Ortsgruppe Worms des Hansabundes erklärten darauf­hin ihren Austritt.

„ , “ Aschaffenburg. Die Vereinigten Liberalen stellten Rechtsanwalt Rieth hier als Landtdaten auf.

—- Stuttgart. Die Konservativen in Württem­berg haben als Parole ausgegeben: keine Stimme einem Nationalliberalen, Demokraten oder Sozialdemokraten.

Der hessische Landtag.

Gestern Mittwoch vormittag 12% Uhr wurde im Grotzherzoglichen Nesidenzschloß zu Darmstadt der 35. hessische Landtag durch den Eroßherzog eröffnet. Die Thronrede bemerkt, daß die Tätigkeit des Landtags sich zunächst mit dem Staatsvoranschlag für 1912 zu beschäftigen haben wird. Die Sorge der Regierung, die Finanzlage zu kräftigen, könne nur dann reichhaltigen Erfolg behalten und dem Lande die gleichzeitige Pflege seiner Kulturaufgaben gewährleisten, wenn sich das Ver­hältnis zum Reich mit Aussicht aus Dauer fester gestal­tet und wenn die Bundesstaaten nicht durch das Reich künftig noch stärker in Anspruch genommen zu werden brauchten.

Die auf dem vorigen Landtag unerledigten Gesetzes­vorlagen wegen einer genügenden Tilgung der S t a ais­schul d werden dem Landtage erneut und teilweise ge­ändert zugehen. Der Lösung dieser wichtigen und nicht mehr zu verschiebenden Ausgabe kommen die noch an­dauernd günstigen Eisenbahneinnahmen ent­gegen; aus ihnen könne zugleich die lausende Verwal­tung Zuschüsse erhalten.

Die Thronrede erwähnt weiter, daß sich die sehr un­günstige Lage der Weinbau treibenden Bevölkerung infolge der diesjährigen Weinernte erheblich gebessert habe, daß dagegen die Landwirtschaft durch das starke Auftreten der Maul- und Llauenseuche und durch die Dürre dieses Sommers teilweise in Schwie­rigkeiten geraten sei. Zur Ausführung des neuen Reichsviehfeuchengefetzes seien geeignete Vorschläge und der Entwurf eines Gesetzes wegen Ent­schädigung für das an Maul- und Llauenseuche gefal­lene Rindvieh ausgearbeitet, die dem Landtag zugehen werden.

Ferner wird angekündigt ein Entwurf bezüglich der Einführung der Reichsversicherungs-Ord­nung, eine Vorlage über die Aenderung des Ausführ- ungsgesetzes zum Reichsimpfgesetz, eine Novelle zu dem Gesetz der Brandversicherungs-An- st a l 1 für Gebäude betreffend, sowie der Entwurf eines Gesetzes betreffend das Verfahren der Zwangsvollstrek­kung im Verwaltungswege; ferner der Entwurf eines Gesetzes über Ausbringung der Losten der höheren Schu­len und eine Novelle zur Revision des V o l k s s ch u l- g e s e tz e s. Ferner soll zur Neuregulierung des Jagd­polizeistrafrechtes dem Landtage eine Vorlage zugehen.

Die E r st e Kammer der Landstände trat abends gegen 7 Uhr zu einer Sitzung zusammen, wählte die einzelnen Ausschüsse und beschloß eine Adresse an den Grohherzog, die von dem Vorstand und zwei Mitglie­dern abends um 7.45 Uhr überreicht wurde.

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§ Bingen. Bei der Landtagsersatzwahl wurde der Zentrumskandidat S o h e r r mit 663 Stimmen gewählt. Der freisinnige Rechtsanwalt Gallus-Darm - stabt erhielt 169, der sozialdemokratische Landidat Jbing 120 Stimmen.

Zur Stëdt und Cand.

Gießen, den 21. Dezemher 1911.

n Gießen. Der Großherzog hat den Geh. Justiz- rat August Metz und Justizrat Hermann Latz zu Mit­

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gliedern und den Notar Ludwig Römheld zum stell­vertretenden Mitglied der Disziplinarkammer für die Notare der Provinz Oberhessen ernannt.

n Gießen. Unser Infanterie-Regiment Kaiser Wilhelm Nr. 116 hat für die Hundertjahrfeier im Som­mer 1913 die Vorbereitungen in die Wege geleitet. Nähere Angaben über die Veranstaltung werden öffent lich bekannt gegeben.

n Gießen. Der erst vor kurzem zum Beigeord­neten gewählte Justizrat Dr. S ch ä s e r ist Dienstag nachmittag plötzlich verstorben. Es ist ihm nicht ver gönnt gewesen, seine treue Mitarbeit auch weiter unserer Stadt zu wibmen, wie er es noch jüngst bei seiner Ein­führung in sein neues Amt gelobte und durchzuführen hoffte.

n Gießen. Der Voranschlag des Streifes Gießen für das Jahr 1912 ist vom Kreistag genehmigt wor­den. Er schließt mit 665 930 Mk. ab gegen 608 960 Mark im Vorjahre. Die Gesamtbeiträge der Gemeinden für Zwecke des Kreises und der Provinz betragen Mark 374 400 oder 34 000 Mk. mehr als im Vorjahre. Die Kreislasten, an denen alle Gemeinden des Kreises teil - nehmen, betragen 334 300 Mark (32 300 Mark mehr als im Vorjahre).

n G i e ß e n. Es ist gelungen, die Personen, die in letzter Zeit zahlreiche Erkerscheiben durch Schnitte be­schädigten, dingfest zu machen.

s Offenbach. Unsere Stadt erhält auf Grund der Reichsversicherungsordnung ein Versicherungsamt.

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