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Vezugspreis 40 Pfg. monatlich

o erteljährlich 1,20 Mk., voranSzahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweig- ausgabestelU'n vierteljährlich 90 Pfg. Erscheint Dienstags, Donnerstags, Samstags. Redaktion:

SellerSweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert.

Verlag derWietzener Zeitung" W. m. b. H.

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Nr. 226.

Telephon: Nr. 362.

Parteipolitisches.

Hessische Landtagswahlen 1911.

§ Bensheim. Angefochten wird die Stichwahl im Wahlkreise Bensheim, die mit dem Siege des bisherigen nationalliberalen Abgeordneten Auler endete, der mit der geringen Majorität von 4 Stimmen über den Sozialdemokraten siegte.

§ Im Landtagswahlkreis W ö l l st e i n ist entge­gen den ersten Feststellungen nicht der Fortschrittler Ei­bach, sondern der Nationalliberale Schott mit einigen Stimmen Mehrheit gewählt.

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Hui Stadt und Land.

Gießen, 21. November 1911.

* Prinz Ludwig von Hessen, der zweite Sohn unseres Großherzogspaares, vollendete gestern sein drittes Lebensjahr.

V o g e l s ch u tz k u r s e. Auf Veranlassung des Grotzherzogs ist in D a r m st a d t eine Vogelschutzsta- tion ins Leben gerufen worden, deren wesentlichste Auf­gabe darin bestehen wird, Kurse über Vogelschutz abzu^ halten. Der e r st e Kurs, an dem sich 16 Herren be­teiligten, fand in der Zeit vom 13. bis 16. November statt. Zwei weitere Kurse sind für den Dezember vor­gesehen. 3m ganzen sind bis jetzt 53 Teilnehmer an- gemeldet.

Die L a n d w i r t s ch a s 1 s k a m m e r für das Großherzogtum Hessen hielt Montag im Saale der Lan­dessynode unter ihrem Vorsitzenden Geheimrat Haas ihre Hauptversammlung ab. Als erster Punkt der Ta­gesordnung wurden die Bekämpfungsmatzre- g e l n der Maul- und Klauenseuche bespro­chen. Es referierte Mitglied Hensel-Dortelweil in ein­gehender Weise über die außerordentlichen Nachteile und Schäden, die die meist willkürliche und oft ungerechte Handhabung der Seuchenbestimmungen herbeiführen. Ministerialrat Holzinger nimmt die Beamten in Schutz. Abg. Breiden ba ch-Dorheim unterstützt die Ausführungen Hensels, die er durch entsprechende Beispiele ergänzt. Er beantragt eine mildere Handha­bung der Verordnung und bringt eine Reihe von Ver­besserungsvorschlägen vor. Geh. Nat Lorenz er­klärt, daß ähnliche Bestimmungen unterwegs seien. Die Beratung wurde am Nachmittag fortgesetzt. Die De­batte war sehr lebhaft. Zum Schluß wurden verschie­dene Anträge der Abgg. Breitenbach, Fritsch und Weil angenommen, in denen auch besonders der Bundesrat ersucht werden soll, geeignete Mittel zur Er­forschung der Erreger der Maul- und Klauenseuche zur Verfügung zu stellen. Alsdann wurde die Sitzung aus Dienstag vormittag vertagt.

n Gießen. Das Ehrenzeichen für Mitglieder frei­williger Feuerwehren wurde vom Großherzog dem PH. Klotz und Peter Walter zu Gießen verliehen.

n Gießen. Major v. S o d e n st e r n ist als Kommandeur des 3. Bataillons in das Infanterie-Re­giment von Wittich Nr. 83 versetzt, und Major Groß­mann zum Bataillons-Kommandeur im Regiment er­nannt worden. Der überzählige Hauptmann beim Fe- stungsgefängnis in Spandau, Clau s, wird als Kom­pagnie-Chef ins Infanterie-Regiment Kaiser Wilhelm Nr. 116 versetzt. Dem Hauptmann Busse ist der Abschied mit der gesetzlichen Pension und der Verleihung des Roten Adlerordens 4. Klaffe bewillig,. Oberleuln. v. P e n tz (Hans) ist unter Verleihung des Charakters als Hauptmann mit der gesetzlichen Pension ausgeschie­den und die Unteroffiziere H u m m e r i ch und von Z e n g e n wurden zu Fähnrichen befördert.

n Gießen. Diesen Donnerstag wird Herr Dr. Hüttemann in einer Hansa-Bund-Versamm- lung imEinhorn" einen Vortrag halten überWel­che Forderungen muß der Gewerbetreibende an den Reichstagskandidaten stellen ?" Das Thema ist sehr zeit­gemäß und darum ein guter Besuch zu erwarten.

n Gießen. Die finanziellen Ergebnisse unserer städtischen Werke für 1910=11 liegen jetzt vor. Bei dem Gaswerk ist wieder ein nur 7500 Mark höherer Reingewinn erzielt worden, als im Vorjahr. Der Rein­gewinn beträgt 87 917 Mark. Das Wasserwerk brachte einen Ueberschuß von 130 511 Mark und einen Reingewinn von 79 522 Mark.

n Gießen. Der VereinV ü r g e r g e s e l l - schaft" feierte am Samstag und Sonntag sein 47. Stiftungsfest.

n Gießen. Die hiesige Fleischer-Innung beging am Sonntag ihr 25. Stiftungsfest, verbunden mit Fahnenweihe.

Enthält alle amtt. Bekanntmachungen der Großherzoglichen des Großhe^zoglichen DürgermeistereiMZâ? Polizei- Amtes sowie vieler anderer (^^P Behörden Gberhessens Expedition: 8eltersweg83.

sHaus Brüder Schmidt.)

Dienstag, den 21. November 1911.

n Gieße n. Als letzten Samstag ein Bierfuhr - i werk der Brauerei Ihring von der Liebigshöhe über den Schienenstrang der elektrischen Straßenbahn fuhr, wurden die Pferde durch das Vorbeifahren der Elektri­schen beunruhigt, sodaß der Kutscher vom Bock geschleu­dert wurde und ihm ein Hinterrad des Wagens über den Rücken ging. Anscheinend ist der Unfall noch glück­lich abgelaufen, da der Ueberfahrene sich bacd erholte und seine Fahrt nach Lich fortsetzte.

n Die Reichsbank hat den von der Stadt Gießen zur Errichtung eines Reichsbankgebäudes zur Verfügung ge­stellten Bauplatz, Ecke der Lony- und Vismarckstraße, zu einem sog. Freundschastskaufpreis angenommen. Die an die Schenkung geknüpfte Bedingung, aus der seit­herigen Reichsbanknebenstelle eine Reichsbankstelle zu machen, wurde damit angenommen.

* Gestern Nachmittag ist im Vogelsberg der erste Schnee gefallen; auf den Höhen blieb er einige Zeit liegen.

o Rödgen. Einen Vortrag über Obstbau wird Dr. Hoffmann-Friedberg am Samstag, den 25. Nov., hier abhalten.

o Burkhardsfelden. Auch unser Ort be­absichtigt den Anschluß an das Oberhessische Elcktrizi- tätswerk.

o Londorf. Der Anschluß an das Elektrizitäts­werk-Gießen wurde hier beschlossen.

o Odenhausen-Lumda. Unser Lehrer Io­hannes Schweitzer, ^r jetzt auf eine 52% jährige Dienst­zeit zurückblickt und 1859 das Lehrerseminar Friedberg verließ, ist der dienstälteste Lehrer von Oberhessen.

o Bad-Nauheim. ?tachdem der neue Güter- bahnhof sertiggestellt und die Vorarbeiten für den Per­sonenbahnhof beendet sind, wird mit der Hauptarbeit für diesen nunmehr begonnen.

o Aus der Wetterau. In Echzell, wohin am letzten Sonntag der V. H. C.-Zweigverein von Frank­furt und Schotten ihre letzten Jahreswanderungen un­ternommen hatten, hat sich die Gründung eines neuen Zweigvereins des Vogelsberger Höhenklubs vollzogen. Das 37. Glied ist dadurch dem Bunde, der sich mit 4000 Mitgliedern über Oberhessen verbreitet sowie auch außer­halb Oberhessens Landsleute und Freunde Oberhessens sammelt, einverleibt.

o Echzell. Freitag abend starb hier im 67. Le­bensjahr Bürgermeister Heinrich Reitz 1.

5 Darmstadt. Das großherzogliche Paar, das Prinzenpaar Heinrich von Preußen, Prinz Franz Jo­sef von Battenberg und Gemahlin, sowie der englische und russische Gesandte und zahlreiche Offiziere der hie­sigen Garnison wohnten heute nachmittag einer im Ho­telZur Traube" stattfindenden Versammlung bei, in der die Gründung eines Elite-Spiel-Klubs besprochen und beschlossen wurde. Es wurde alsdann ein Betrag von zirka 60 000 Mark gezeichnet. Die Erbauung eines Klubhauses ist in Aussicht genommen.

):( Offenbach. Samstag nachmittag fand un­ter außerordentlich starker Beteiligung aller Bevölker - ungskreise und namentlich der Arbeiterschaft die Feuer­bestattung des sozialdemokratischen Landtagsabgeordne­ten Johannes Orb im hiesigen Krematorium statt. Als Vertreter der Zweiten Kammer waren außer Karl Ulrich die Abgeordneten Korell, von Brentano, Bach, Raab und Berthold, sowie der Vureaudirektor Schenk

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Substau;;uführung der sich beständig abnutzendeu Nerven.

Es sind dies die absolut notwendigen Forderungen d:r Neuzeit bei Ueberanstrengung durch mechanische so­wie geistige Leistungen. Als Mittel zur Hebung de> ereähmngszuftandcs im JWgemtineii, zur Entwickelung des Bämoglobingehaltes im Blute und znr Kräftigung der fiemnfubftanz, steht heute im Vordergrund Lecl- ferrin, welches bei den Aerzten, sowie im Allgemeinen reichen Anklang findet.

Kammerherr Freiherr von M. in V. äußert seine Erfahrung mit Lecifercin:Von Lcciferrin habe ich jetzt 2^2 Flaschen eingenommen, schon nachdem ich die erste Flasche genommen hatte, zeigte sich bei mir wesent­liche Dlsserung im Allgemeinbefin en; die große müdig- Reit, die ich seit langer Zeit Nachmittags und besonders Abends fühlte, zeigte sich nicht mehr, und besonders ist der mich peinigende Schmerz in beiden Schläfen, der sich Abends immer einftedte, gänzlich geschwunden. Ich kann nur sagen, daß ich mich durch Gebrauch dieses Mittels direkt verjüngt fühle.4*

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Verlag derWietzener Zeitung" W. m. b. H.

Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg.

I erschienen. Die Trauerrede hielt Karl Ulrich. Im Namen i der Zweiteti Kammer der Stünde legte deren Vizeprä- sident Korell einen Kranz nieder._____________

GefchälHicbes.

)( 11.8 Milliarden Mark Be rstcherungssu ni in c hatten die 42 deutschen Lebensversicherungs-Gesellschaften Ende 1910 nach deni Bericht der Berliner Börsenzeitung aufzuiveisen. Unter beii verschiedenen Versicherungsarten ist in den letzten Jahren die Jnoaliditätsversicherung mit oder ohne Gewährung einer Invalidenrente sehr beliebt ^^m^^^^^, da sie alle Vorzüge der Lebens- und Unfallversicherung in sich vereinigt. Erwerbsun­fähigkeit infolge Krankheit oderUnsall entbindet von derPrämien- Zahlung, beeinflußt aber nicht das Fortbestehen der Versicherung, denn die Versicherungssuntwe. luivb an dem in der Police fest­gesetzten Zeitpunkt fällig, unabhängig davon, ob Invalidität ein« getreten war oder nicht. Durch Mitversicherung einer Invaliden­rente erwirbt sich der Versicherte eine Pension, die vom Begiit», der Versicherung fest bestimmt und von keiner Karenzzeit ab­hängig ist. Für alle Berufskreise, namentlich auch für die Pri- vataiigestellten ist diese Art der Invaliditäts- und Altersfürsorge ' zweckmäßiger und vorteilhafter als die geplante staatliche Privat- bcamtenversicherung. Die Stettiner Germania, eine der größten und angesehensteli Gesellschaften, hatte bis Ende 1910 in der Invaliditätsversicherung einen Bestand von 24143 ^oliven über 126,787,839 Mark mit Einschluß der Invaliditätsgefahr und mit einer jährlichen Invalidenrente von 8v» Millionen Mark laufen. Der Gesamtvestand in der Lebensversicherung belief sich bei dieser Gesellschaft Ende 1910 auf 857 Millionen Mark. Die Tarife der Germania tragen allen Ansprüchen der 9èeuzeit Rech­nung und ihre Versicherungsbedingungen beruhen auf den Grund­sätzen der Unanfechtbarkeit, der Unverfallbarkeit und der Welt- poliee. Hohe Dividenden werden den Versicherten alljährlich vergütet. So kommt z. V. nach beut steigenden Dividendenplan im Jahre 1912 eine Dividende bis zu 88°/o der einzelnen Jahresprämie zur Verteilung.

Betr.: Die Lieferung von Walzmüterialien im Jahre 1912.

WekannSmachung.

Im Jahre 1912 werden zum Walzen dec Kreis- straßen des Kreises Gießen 8172 cbm Kleinschlag, lOOS cbm Grus und 1874 cbm Kies erforderlich.

Angebote hierzu sind verschlossen, postfrei und mit entsprechender Aufschrift versehen bis

Dienstag, den 5. Dezember d. Js. vormittags 10 Uhr bei mir Landgraf-Philipp-Platz 3, Zimmer 23 einzu­reichen, woselbst alsdann die Eröffnung in Gegenwart der etwa erschienenen Bewerber stattfindet.

Die Lieferungsbedingungen liegen während der Dienststunden auf dem Amtszimmer des Unterzeichneten (Zimmer 23) zur Einsicht offen. Angebotsunterlagen werden gegen Erstattung der Herstellungskosten abgegeben.

Zuschlagsfrist 3 Wochen. Freie Wahl unter den Bewerbern bleibt Vorbehalten.

Gießen, 14. November 1911.

Der Großh. Kreisbauinspektor Hechler.

Zum Kesten der abgebrannten Deutschen in Lusern und der Ueberschwemmten in Kiumenau:

Grammophon - Konzert

Richard Wagnerabend

Stücke aus den Meistersingern, Lohengrin, Ring der Nibelungen, gesungen von Krwte, Feinhals, Bender, van Roay, Morend, Arnoldson, Schumann Heintz. Als Zugabe 2 Earusoplatten. Eintritt 1 Mk. Studenten 75 Pfg Mitglieder und Jugend 50 Pfg. Dorverkauf in der Hofbuchhandlung A. Frees, Seltersweg 70.

Berauftaltet vom Alldeutschen Verband.

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Vortrag

Donnerstag, den 23. November, abends 9 Uhr im Saale des HotelEinhorn

Herr Dr. Hüttemann-Berlin: Welche Miip muss der GmrWtade aii den Beichsiagskaiididalen slellen?

Freier Eintritt auch für Nichtmitglieder.

Der Vorstand.