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Verlag der „Gießener Zeitung" G. m. b. H.

Enthält alle amtl. Bekanntmachungen der Großherzoglichen des Großherzoglichen Bür germeistereiMM Polizei-Amtes sowie vieler anderer (^r- Behörden Gberhesscns

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Nr. 118.

Telephon: Nr. 362.

Samstag, den 20. Mai 1911.

Telephon: Nr. 362.

Jahrg 23.

Mischer Landtag.

Die Zweite Rammer setzte gestern die Wei- terberatung über die E r r i ch t u n g einer Brikett- s a b r i k nebst elektrischer Zentrale aus dem Braunkoh­lenbergwerk „Ludwigshofsnung" in Wölfersheim fort. Hierzu lag ein neuer Antrag von 20 Abgeordneten vor- „Lie Regierung wird ersucht, die Brikettfabrik nebst elek- rischer Zentrale und den Betrieb der Grube Wölfers­heim im Einverständnis und gegebenenfalls unter Be- lelltgung der Provinz Oberhessen einer Aktien- ober einer anbercri Ees-,Ischast zu übertragen und sich an einer sol- ,^ 3“ be'^ gen. Sollte sich diese Form nicht ermög- lichen lassen, so wird die Regierung ersucht bei der Er- und Ueberlandz7ntrale durch Anstellung eines zweiten kaufmännischen Direktors so- Änon^'?^^?^ und Bilanz fürdieein- zelnen Teile des Gesamtunternehmens eine größere Ga- lantle für die Rentabilität der staatlichen Aufwendungen -u chass-n. Die Regierung soll im Falle einer ©rün" T^r VA ^^"^^ hiervon Mitteilung machen." Abg. Dr. Weber gibt ein eingehendes historisches Bild über w plhemT^ des Eruppenwasserwerts 31t Listberg und Inheiden, das heute mit einem beben« enben Betriebsüberschutz arbeite. Abg. Stapler begrübt freubig die Geneigtheit der Kammer, die Regierniiqs- vorlage aiizunehmen. Redner bittet die Kammer der Borlage zuzustimmen. Abg. Breidenbach tritt ebenfalls sur die Vorlage ein. Abg. Dr. Osann steht der Vor- age nicht entgegen, aber es war eine eingehende Prü- sung notig, daß man dieses Zweimillionen-Projekt nicht emsach hinunterschluckte. Baurat Schöberl bemerkt bah bie Rentabilität des ganzen Werkes in Verbindung mit der Ueberlandzentrale gesichert sei. Bei der Abstimmung werden bie Ausschußanträge im Sinne der Reqie - r u n g s v 0 r I a g e, sowie die Zusatzanträge des Zen­trums unb der Nationalliberalen Partei einstimmig angenommen. Ein Initiativantrag der Abgeord­neten Dr. Weber und Brauer, die Ablösung der Steuer­freiheit von gemarkungsselbständigem Grundbesitz betr findet einstimmige Annahme. Hieraus erfolgt die Ve- fpreebung der Anfrage des Abg. Köhler-Langsdorf, die Anwendung des Polizeistrafgesetzbuches vom 10. Okto­ber 1891 auf den Betrieb der Automobile betreffend Abg. Wolf wendet sich in scharfen Worten gegen das Zu schnelle Fahren der Autos auf der Landstraße. Abg Breidenbach führt Klagen über das zu schnelle Fahren der Automobile in der Nauheimer Gegend.

Die nächste Sitzung findet Dienstag vormittag 10 Ut)r mit folgender Tagesordnung statt: 1. Ersatzwahl eines Abgeordneten im 4. Wahlbezirk der Provinz Ober­hessen (Hungenzc.Lich). 2. Ersatzwahl eines Abgeord­neten für Darmstadt. 3. Regierungsvorlage, Verkauf des Schlosses zu Homberg und Ankauf eines Dienst- und Wohngebäude für den Bezirkskassierer betreffend. 4. Re­gierungsvorlage, Entwurf eines Gesetzes zur Aenderung der Gebührenordnung für die Großherzoglichen Notare vom 30. Dezember 1904. 5. Antrag der Abgeordneten Pennrich, 0. Brentano und Genossen, Errichtung einer Rheinbrücke zwischen Bingen und Rüdesheim betreffend. 6. Antrag der Abgeordneten Ulrich u. Gen., die natio­nale Einheitsschule betreffend. 7. Vorstellung der Stein­brucharbeiter zu Aschbach, Ausbeutung von Granitstein- lagern im Odenwald betreffend.

Aus Stadt und Land.

Gietzen, den 20. Mai.

* Baumeister Traber ist von dem Posten des städtischen Branddirektors zurückgetreten und an seiner Stelle ist Stadtbaumeister Braubach von den Stadt­verordneten in geheimer Sitzung gewählt worden.

* Jubelfeier bes Gabelsberger Ste- nographen- Vereins Gießen und dasVe r= b an d s fest des Hess. - Nass. Verbandes Gabelsbe.rgerscher Stenographen. Das endgültige Programm für das am 1., 2. und 3. Juli hier stattfindende Stenographenfest ist nunmehr sestge- legt. Nach den bis heute eingegangenen Zusagen ver­spricht die Beteiligung noch weit größer zu werden als die bei früheren Festen, denn schon jetzt liegen von den Vereinen südlich des Mains so viel Meldungen vor, daß ein Sonderzug von Frankfurt a. M. aus gesichert ist. Die Herren: Geh. Justizrat Pros. Dr. Biermann, Provinzialdirektor Dr. Usinger, Oberst von Trotta, gen. Treyden, Landgerichtsdirektor Dr. Güngerich, Oberbür­germeister Mecum und Geh. Kommerzienrat Heichelheim als Vorsitzender der Handelskammer haben sich bereit

erklärt, in den Ehrenausschutz einzutreten. Der Festaus­schuß wird in den nächsten Tagen gebildet. Eine Reihe von Ehrenpreisen ist bereits gestiftet, unter anberem von ber Universität, dem Provinzialausschutz, dem Kreis- ausschutz, der Stadt Gießen und einer Reihe hiesiger Firmen und Privaten. Die Jubelfeier des Gabelnder ger Stenographenvereins findet am Sonntag abend statt und wird verschönt werden durch die WUtivirfimg des Bauerschen Gesangvereins. Im Hinblick auf die' vor­stehende Jubelfeier sind in der letzten Hauptversamm­lung des Vereins folgende Herren, die alle seit einer Veihe von Jahren dem Verein 'angehören und sich um ihn in hervorragender Weise verdient gemacht haben, zu Ehrenmitgliedern ernannt worden, nämlich: Geh' Kommerzienrat Heichelheim, der dem Verein schon seit 1862 als Mitglied angehört, Fabrikant Alfred Bock, Rentner Wilhelm Ferber, der einzige, neben Herrn Di­rektor Otto Bergen noch lebende Mitgründer,' Direktor Friedrich May, Kanzleirat Eduard Schifsnie und Pro­kurist Theodor Vaubel. Das große Entgegenkommen das die hiesigen Vereine, die rund 700 Gabelsbergersche Stenographen unserer Stadt zusammenfassen, überall gefunden haben, beweist, welchen Ansehens sich die Ga­belsbergersche Stenographie in Gießen zu erfreuen hat.

* (Eilbotenläufe nach dem Nieder­wald. Die am Himmelfahrtstag von den Turnern des Mittelrheinkreises veranstalteten Eilbolenläufe nach dem Niederwald dürften sich zu einer großen Kundge­bung gestalten. Ihnen liegt in nationaler Würdigung der Gedanke des 40jährigen Friedens zugrunde, und es werden bei dieser Gelegenheit auch diejenigen Punkte berührt, die eine historische Bedeutung haben. Die Ver­anstaltung, an der 3000 bis 1000 Turner mitwirken, findet bei jeder Witterung statt. Am Niederwalddenkmal selbst wird eine einfache, würdige Feier unter Mitwir­kung der Turnersänger den Tag beschließen.

* Vom 28. Bund essest des Deutschen N a d's a h r e r b u n d e s. 12 000 Mark an Preisen winken den Teilnehmern an den sportlichen Koiikurren- zen, die gelegentlich des 28. Bundessestes des Deutschen Radfahrerbundes in der Zeit vom 5. bis 9; August in Frankfurt a. M. stattfinden. Dazu kommen noch die stattliche Zahl der überaus wertvollen Ehrenpreise, die von staatlichen und städtischen Behörden, Vereinen und Korporationen gestiftet worden sind. Die Preise wer­den für die verschiedensten Konkurrenzen des Radsports vergeben werden und zwar für die verschiedenen Wett­streite im Saalsahren, für Radballspiele, Rennen und Straßenfahren. Beinahe alle großen Ereignisse im deut­schen Radsport für das Jahr 1911 werden gelegentlich des Vundesfestes in Frankfurt entschieden werden.

* Erstickt durch einen Maikäser. In Münster a, St. setzte ein 7jähriger Knabe seinem halb­jährigen Brüderchen einen Maikäser auf den Mund. Das Kind schob den Käfer in den Mund und erstickte daran, ehe ärztliche Hilfe gebracht werden konnte.

* Stangerod, 20. Mai. Heute begehen unser Bürgermeister Joh. Vock und seine Ehefrau in voller körperlicher und geistiger Rüstigkeit das Fest der gol­denen Hochzeit.

* Laubach, 20. Mai. Schlagfertige Sangesbrü­der. Bei einem Ausflug des Gesangvereins „Eintracht" nach dem Forsthaus Ruthardshausen kam es zwischen mehreren jungen Leuten zu Streitigkeiten, die in Tät­lichkeiten ausarteten. Einer der Burschen erhielt von sei­nem Gegner einen Schlag mit dem Spazierstock über den Kopf, daß er blutüberströmt zusammenbrach. Der Ver­letzte wurde auf einem Wagen nach Hause gebracht und in ärztliche Behandlung gegeben.

* Bad-Nauheim, 20. Mai. In der abge­laufenen Woche sind 1669 Kurgäste angekommen und beträgt die Gesamtfrequenz bis zum 18. Mai 1911 6591 Personen, wovon an genanntem Tage noch 4798 an­wesend waren. Bäder wurden bis zum 18. Mai 52 164 abgegeben.

* Weilburg, 20. Mai. Die Stadtverordneten­versammlung beschloß in seiner letzten Sitzung die An­nahme der der Stadt von dem verstorbenen Fräulein Charlotte Kretschmer vermachten Summe von 20 000 Mark, deren Zinsen unbemittelten Kranken aus Weilburg und den vier Kirchspielsorten zur Verpflegung im Kran­kenhause nach den Beschlüssen einer zu beftimmenten Kommission zu gute kommen sollen, ebenso die An­nahme eines weiteren Legates von 3000 Mk. für In­standhaltung der beiden Grabstätten und Errichtung eines Grabsteins. Ferner stimmten die Stadtverordneten dem neuen Vertragsentwurf mit der Krupp'schen Bergver­waltung betr. Legung einer Starkstromleitung aus dem

Walderbachtal nach den beiden Krupp'schen Verwal tungsgebäuden zu.

* Diez, 20. Mai. Morgen findet hier die Haupt­versammlung des Gesamtvereins für nassauische Alter kumskunde und Geschichtsforschung statt, an der sich der Hauptverein Wiesbaden und die Ortsgruppen Hada war, Limburg, Weilburg, Herborn, Dillenburg, Katzen­elnbogen und Langenschwalbach beteiligen.

* * Biedenkopf, 20. Mai. Der P s i n g st - markt wies einen sehr schlechten Besuch auf, was wohl hauptsächlich seinen Grund in dem Verbot der Abhal­tung von Viehmärkten wegen der Seuchengesahr haben dürste.

* Biedenkopf, 20. Mai. Die Landwirtschafts- Kammer hat eine Organisation zur planmäßigen B e - kämpfung von Pflanzenkrankheitenein­gerichtet. Die Organisation gliedert sich im wesentlichen in Sammelstellen und Sammler, unb zwar besteht die Aufgabe der Sammelstellen darin, die ihnen eingesand- ten, von Krankheiten ober Schädlingen befallenen Pslan zen ober Pflanzenteile auf die Art der Gefährlichkeit des Krankheitserregers hin zu untersuchen und den Einsen­dern des Materials Auskunft über die zweckmäßigste Be kämpfung der Krankheit zu geben. Die Sammler ha­ben die Aufgabe, sobald sie das Auftreten einer nicht allgemein als ungefährlich bekannten Pflanzenkrankheit oder eines Pflanzenschädlings beobachten, dafür Sorge 311 tragen, daß, falls sie nicht selbst zur Erteilung der nötigen Belehrungen imstande sind, die zuständige Sam­melstelle baldigst benachrichtigt und mit geeignetem Un­tersuchungsmaterial versehen wird. Die für den Kreis Biedenkopf zuständige Sammelstelle wird geleitet vom Lehrer Merkel-Biedenkopf.

* Frankfurt, 20. Mai. Zu der Absicht der Milchhändler, den Landwirten einen Pfennig niehr für die Milch zu zahlen und den Aufschlag aus'die Ver­braucher abzuwälzen, erklärt das Gewerkschastskartell und dèr Sozialdemokratische Verein: „Den ersten Teil des Beschlusses haben die Milchhändler mit sich auszuma­chen. Es bleibt jedem unbenommen, sich so viel auf­halsen zu lassen, als er Lust hat. Sollten aber die Milchhändler glauben, daß auch die Konsumenten die Flinte in das Korn werfen, so haben sie sich bitter ge­täuscht. Die Franksurter Milchkonsumenten werden die­sen Kampf führen bis zu seinem siegreichen Ende! Wir fordern deshalb zunächst aus, die Adressen aller derjeni­gen Milchhändler einzusenden, welche die Milch zum erhöhten Preise verkaufen. Diese Namen werden wir 'der Oeffentlichkeit übergeben, damit die Konsumenten ihre Stellung darnach einrichten können."

Junge Frauen und junge

Mädchen.

Wenn die Jungfrau in der Gnt- Wickelungsperiode angelangt ist, stellen stch oft Störungen ein; ste wird bleich und matt, KopffchmerM und Schwin­delanfälle treten auf. Verdauungsbe­schwerden und Rückenschmer;en treten lästig auf. In dieser Periode verord­nen die Aeyte mit Vorliebe Keciferrin, welches das Zlut bereichert," die Girku- lation befördert und frisches, gesundes Aussehen schafft.

Leciferrin enthält Lvo-Lecithin 0.5, Eisen als Eisenoxhdhydrat an Zucker ge bunden 0.75, aromatische Bestandteile in Sognac und Alkohol 40.0. Rest destillierter Wasser.

Preis der große» Flasche M. 3, in Apotheken erhältlich, ganz sicher von:

Universitäts-Apotheke, Gießen nnd Engel-Apotheke in Frank­furt a. Mai«.