Gießenev Jeiinng
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Verlag der ,,Gießener Zeituitg" G. m. b. H.
Enthält alle amtl. Bekanntmachungen
der Grofzherzoglichcn Bürgermeisterei sowie vieler anderer^ Expedition
des Grofzhet'zoglichen ^Polizei-Amtes Behörden Gberheffens Seltersweg 85.
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Nr 211
Telephon: Nr. 362.
Dienstag, den 17. Oktober 1911
Telephon: Nr. 362.
23. Jahrg
Parteipolitisches. i
Neichstaqswahlen 1912
- Hanau-Gelnhausen-Orb. Der am Sonn- , tag abgehaltene Parteitag der Fortschrittlichen Volkspartei für den Wahlkreis beschloß einhellig, die nationalliberale Reichstagskandidatur Wohlfarth zu unterstützen.
Hessische Landtagswahlen 1911.
§ Die infolge Ablebens des Abg. Pennrich not- . wendig gewordene Ersatzwahl in der Stadt Bingen ist ' auf Dienstag, den 19. September anberaumt worden.
§ Im Wahlkreis Nierstein-Niedersaulheim stellte die Fortschrittliche Volkspartei den PH. Heinz aus Hahnheim als Kandidaten auf.
§ Im Wahlkreis Bensheim-Zwingenberg beschloß der Bund der Landwirte die Unterstützung des nationalliberalen Kandidaten Auler.
§ In Mainz hat die Fortschrittliche Volkspartei beschlossen, den Stadtverordneten Heerdt vorzuschlagen.
Bus Stadt und Cand.
Gießen, 17. Oktober 1911.
n Der Großherzog empfing u. a. den Rittmeister der Landwehr 1. Ausgtbots Lutz, den Justiz, rat Rch von Alsfeld und den Amtsrichter Dr. Heyer von Alsfeld.
n Der Großherzog hat den Kretsamtsgehilfen bei dem Kreisamt Schotten Karl Kaspar Rüffer zum Kreisamtsgehilfen bei dem Kreisamt Alsfeld und den Bureaugehilfen Friedrich Kammer aus Butzbach zum KeeiSamtSgehilfen bei dem Kreisamt Schotten, beide mit Wirkung vom 15. Oktober 1911 an, ernannt.
n Uebertragen wurde am 12. Oktober dem Lehrer Heinrich Weisel zu Garbenteich, die erste Lehrer- stelle an der Gemeindeschule daselbst.
n Professor Dr. Str a ck hat den an ihn ergangenen Ruf an die Universität Kiel angenommen.
n Nachdem die Provinz Oberhessen und die Stadt , Gießen die beiderseitigen Interessengebiete festgelegt haben, I die sie mit elektrischer Energie versorgen wollen, haben ; bereits 11 Orte ihren Anschluß an die Zentrale, Gießen beim Kreisamt angemeldet, daß für die Stadt : Gießen die Verträge mit den Gemeinden abschließt. Es ' sind dies die Gemeinden Wieseck, Heuchelheim, Großen- I Buseck, Alten-Buseck, Beuern, Klein-Linden, Allendorf an : der Lahn, Allendorf a. d. Lumda, Weitershein, Saasen und Mainzlar. Die Orte, die sich bis 1. November zur Abnahme von elektrischer Energie melden, erhalten die Beleuchtung usw. bestimmt bis zum Herbst 1912.
n In der letzten nicht öffentlichen Sitzung der Stadtverordneten wurde Oberbürgermeister Mecum gefragt, was er gegen die Teuerung der Lebensmittel, besonders der Kartoffeln und Gemüse, zu tun gedenke. Er erklärte, ein Antrag, Lebensmittel für unsere Bevölkerung zu billigeren Preisen als auf den Märkten zu beziehen, sei bisher nicht gestellt worden, um den Händlern keine Konkurrenz zu machen. Wenn aber die Marktpreise für den Kleinverkehr weiter eine Höhe behalten, die nicht im Verhältnis zu den Großhandelspreisen stehen, werde er im Interesse der Verbraucher in der nächsten Sitzung der Stadtverordneten den Eintrag stellen, Mittel bereitzustellen, um Lebensmittel, besonders Kartoffeln und Gemüse, auswärts anzukaufen.
n Am letzten Mittwoch fand auf der Provinzialdirektion unter dem Vorsitz des Provinzialdirektors Dr. Usinger eine Vorbesprechung statt wegen eventueller Beteiligung der Kreise Alsfeld und Lauterbach an der geplanten Ueberlandzentrale Fulda, die ein Privatkonsortium gründen will, das zunächst die Versorgung der Kreise Reifungen, Rotenburg und Fulda mit elektrischer Energie beabsichtigt. Der Besprechung , wohnten u. a. die Kreisräte von Bechtold und Dr Hein- ■ richs, die Bürgermeister Stöpler-Lauterbach und Dr. Völ- sing-Alsfeld und Baurat Schöberl bei.
n Unsere Bäckerinnung nahm am letzten Sonntag an der Feier des 25jährigen Bestehens der Darmstädter Bäckerinnung teil.
n Die Erweiterung des Ehristianenheims zu Erfurt der Stiftung „Eisenbahn-Töchterhort" erforderte eine Summe von 400 000 Mk., von denen 300 000 Mk. schon gesammelt sind. Der Rest sollte durch einen am gestrigen Montag im gesamten Staatsbahnbereich festgesetzten Blu- mentag aufgebracht werden.
n Die Prüfung im Hutbcschlog haben bestanden und sind nach Ausführung des Gesetzes über die Ausübung des Hufbeschlags vom 13. Juni 1885 betreffend, berechtigt, den Hufbeschlag auszuüben: Ludwig Bergen ans Allendorf, Hermann Diehl aus Gedern, Georg Ganz aus Engelrod, Karl Gühs aus Bob.nhauscn II, Ernst Häuser aus Fauerbach, Adam Kratz aus Nieder- Ohmen, Louis Magel aus Burkhardsfelden, Gustav Ohly aus Griedel. Friedrich Wilhelm Otto aus Beuern, Gustav Spengler aus Nidda, Karl Uhrhan aus Lich und Jakob Zulauf aus Oberwegsurt.
n Zwei Arbeiter-Jubilare. Die Werkmeister Phil. Pfeiffer aus Launsbach und Karl Pfeifer aus Wieseck sind jetzt 25 Jahre in der Zigarrenbranche tätig. Phil. Pfeiffer ist bei der Firma Nattmann eingetreten, jetzt Werkmeister bei der Firma Rinn & Eloos. Karl Pfeiffer ist ebenfalls bei erstgenannter Firma als Meister beschäftigt. Beide Jubilare erhielten von dem Deutschen Tabakverein je eine prachtvolle künstlerisch ausgeführte Ehrenurkunde.
n Kommunale Fragen. Die städtische Schlacht- hofanlage ist in den letzten Jahren durch eine neue Schweineschlachthalle und eine Kühlanlage nebst Eisfabrik vergrößert worden. Als nächster Teil der bis 1920 durchzuführenden Umgestaltung bezw. Vergrößerung der ganzen Anlage ist eine Gro^viehschlachthalle vorgesehen, für die die Stadtverordneten in letzten Sitzung 315000 Mark bewilligten. Der auf die Stadt Gießen entfallende Anteil an den Geländeerwerbskosten für die Nebenbahn Lollar-Londorf beträgt nach der nunmehr vorliegenden Abrechnung 99 318.42 Mark gleich 36,34 Prozent der gesamten Geländekosten. Die Stadtverordneten erkannten die Abrechnung als richtig an und beschlossen, das Geld wie seith. von der Landeshypothekenbank als Darlehen zu rühmen. Die Tilgungsquote wurde auf 2 Prozent zuzüglich der ersparten Zinsen festgesetzt, so daß die Summe in etwa 28 Jahren getilgt ist. Weiter stimmte die Versammlung grundsätzlich der Einführung des Fortbildungsschulzwanges für weibliche Angestellte im Handelsgewerbe zu.
n Hundertjähriges Bestehen. Der Großherzog ernannte anläßlich des 100jährigen Bestehens der Firma Joh. Balth. Noll, Zigarrenfabrik, den Inhaber der Firma, Adolf Noll, zum Kommerzienrat. An acht Arbeiter und Arbeiterinnen wurden Auszeichnungen für treue Arbeit verliehen. Herr Noll errichtete eine Stiftung von 20 000 Mark, deren Zinsen den Arbeitern mit mehr als zehnjähriger Arbeitszeit zugute kommen sollen.
n Wegen einer versuchten Erpressung hat sich der Kaufmann Fr. M. zu Sinn zu verantworten. Nachdem M. in einem Prozeß mit der Firma N o l l in Gießen verurteilt worden war, hatte er an diese Firma einen Brief geschrieben, worin er ihr drohte, falls sie nicht einen Teil der Prozeßkosten trage, werde er eine Annonce veröffentlichen, wodurch ihr erheblicher Schaden entstehen würde. Angeklagter bestreitet entschieden, daß es sich bei seinem Vorgehen um einen Erpressungsversuch gehandelt hätte; das Gericht ist aber anderer Ansicht und verurteilt ihn unter Zubilligung mildernder Umstände zu acht Tagen Gefängnis.
r Krofdorf, 12. Okt. Die Anlage für die elektrische Beleuchtung macht solche Fortschritte, daß ihre Fertigstellung bis zum November zu erwarten ist. Das gemeinsame Wasserwerk für Krofdorf-Gleiberg wird indessen erst mit nächstem Jahr vollendet sein.
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r Vetzberg. In der vorigen Woche wurden hier mehrere Schüler wegen Brandschaden bestraft.
)•( Nassa u. Nachdem dec auf Anregung des Landrots und Konkursverwalters geplante Zwangsvergleich im Konkurs des hiesigen Vorschuß und KccditvereinS an dem Widerstande eines Teils der Mitglieder gescheitelt ist, haben die Gläubiger beschossen gegen die zahlungsfähigen Mitglieder, deren Mitgliedschaft einwandfrei nachzuweisen ist, Klage zu erheben. Es wären von jedem dec Beklagten 600 Mk. aufzubringen, wogegen beim Zwangsvergleich nur 35 Mk. auf jedes Mitglied entfiel.
o Bad-Nauheim. Bis zum 12. Oktober sind 34262 Kurgäste an gekommen, wovon am genannten Tage noch 1515 anwesend waren. Bäder wurden bis 12. Oktober 459818 abgegeben.
s Darmst adt. Am letzten Samstag d. 14. Okt. ist hier eine Kriegsmarine-Ausstellung eröffnet worden. Diese verfolgt in erster Linie den Zweck, das Interesse und Verständnis für unsere deutsche Kriegsmarine auszubreiten. - Der Eröffnungsfeier wohnten u. a. die Minister Dr. Ewald, Dr. Braun und von Hombergk bei.
s Darmstadt. In den Veith-Werken bei Höchst i. O., die hauptsächlich Gummireifen für Autos und Fahrräder Herstellen, brach in der Nacht zum Samstag aus bisher unbekannter Ursache ein großes Schadenfeuer aus, das den alten Flügel der Fabrik vollständig in Asche legte und einen bedeutenden Schaden verursachte.
s Darmstadt. Generalmajor z. D. Karl von Eolomb, der seinerzeit die hiesige Kavalleriebrigade befehligte und sich besonders im Feldzug 1870/71 auszeichnete, ist gestern hier im hohen Alter von achtzig Jahren gestorben.
! Biebrich, 10 Okt. Eine aus Vertretern des Magistrats, der Stadtverordnetenversammlung und der Bürgerschaft zusammengesetzte soziale Kommission hat wichtige Maßnahmen gegen die Teuerung beschlossen: So sollen u. a. Kartoffeln, Fische, Kohlen usw. in Menge eingekauft und zu Einkaufspreisen an solche Einwohner verkauft werden, deren Einkommen jährlich unter 1800 Mark beträgt. Ferner wird in der Haushaltungsschule ein unentgeltlicher Kochkursus stattfinden, in dem die Verwendung von Seefischen gelehrt wird. Dann soll im Winter die Speisung von Schulkindern in größerem Maßstabe als oisher stattfinden. — Um den Lebensmittelmarkt überwachen zu können, wurde eine besondere Marktkommission gebildet: Diese soll die hiesigen und auswärtigen Lebensmittel-, vornehmlich Fletschpreise, prüfen und besonders das Verhältnis zwischen Ein- und Verkaufspreisen festzustellen. Bei Mißständen, soll eine Preisminderung versucht werden, oder die Stadt selbst Schlachtungen vornehmen.
Oeffenilicber Spreebsaal.
„Die beiden liberalen Parteien zu Gießen-Wieseck müssen in der bevorstehenden Landtagswahl Hand in Hand gehen", das ist das berechtigste Verlangen vieler Bürger. Es wird mir nun bekannt, daß Herr Fabrikant Adolf Klingspor sein Mandat in die Hände der Wähler zurückzugeben sofort bereit ist, wenn auch Herr Professor Urstadt das gleiche tut. Eine allgemeine Volksversammlung, einberufen von einer unparteiischen Person, sollte dann in geheimer Abstimmung wenige Herren als Kandidaten (die Herren Urstadl und Klingspor können ja wieder genannt werden!) vorschlagen und wer die meisten Stimmen auf sich vereinigt, muß als gemeinsamer Kandidat für die Landtagswahl sofort nominiert und von allen bürgerlichen Parteien energisch unterstützt werden.
-e-
Neues Leben für Rekonvaleszente.
Die Wirkung von Leciferrin zur Wiederherstellung der verlorenen Kräfte nach erschöpfenden Krankheiten und schweren Ktutverlusten ist geradezu überraschend. Schon nach 1- oder 2tägigem Gebrauch wird sich der Patient frischer und Kräftigerz fühlen, und nach einiger Zeit wird der geschwächte Grganismus wieder in normalen, gesunden Zustand versetzt. Leciferrin wird von Professoren und Aerzten mit Vorliebe verordnet. Man achte beim Einkauf auf den Namen „Leciferein."
Leciserrin (Ovo-Lecithin-Eisen-Verbindung) ist zum Preise von Mk. 3.— (längere Zeit reichend), in Apotheken zu haben, ganz sicher von:
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