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Wissenschaft, Kunst und Literatur.

10 600 Mark für einen Brief der Maria Stuart. Gegen­wärtig wird in London eine berühmte Autographensamm­lung versteigert. Den höchsten Preis, nämlich 20 600 Mark, erzielte bisher ein Brief der Königin Maria Stuart aus ihrer Gefangenschaft. Der Sammler hatte den Brief vor Jahren für 42 Mark erstanden.

Eine neue fronn der künstlichen Atmung. Um den ge­fürchteten Atemstillstand in der Narkose zu verhüten, hat ein am Rockefeller-Institut in Neuyork arbeitender For­scher, D. Meltzer, eine interessante neue Methode angegeben. Er bläst während der Betäubung einen Strom Druckluft in die Lunge vermittelst eines Rohres, das durch Kehlkopf und Luftröhre ganz tief bis an die Stelle vorgeschoben wird, wo jene sich in die zwei Bronchien teilt. Dadurch wird es möglich, die Lunge zu ventilieren, d. h. den Lungenbläschen Sauerstoff zuzuführen und Kohlensäure herauszuleiten, auch wenn die Atemmuskeln nicht mehr in Tätigkeit sind. Tas narkotische Mittel, z. V. der Aether, wird von der Druckluft mitgertssen, schneller an die Lunge gebracht und dort wird nur die notwendige Menge absorbiert, der Rest aber wird wieder durch die Nückströmung der Luft mitgerissen. So wird auch eien Ueberladung des Organismus mit Aether verhütet Durch diese Methode wird der Chirurg ferner in den Stand gesetzt, an der Lunge selbst zu operieren. Diese fällt nämlich, wenn man den Vrustsack, in dem sie hängt, öffnet, sofort zusammen und kann infolge des vermehrten Luftdruckes, -er auf ihr lastet, nicht mehr atmen. Durch die einströmende Druckluft aber geht der notwendige Gasans­tausch unbehindert weiter. So eröffnet das Verfahren dem Chirurgen ein weites Feld der Tätigkeit

Uermischtes.

Ueber den Automobilunfall des Kronprinzen, der sich, wie berichtet, am Donnerstag vormittag in Charlottenburg ereignete, werden in Berliner Blättern noch folgende Ein­zelheiten gemeldet: Der Kronprinz kam von Potsdam und befand sich auf dem Wege zum Reichskanzlerpalais, wo er Herrn von Bethmann Hollweg einen Besuch abstatten wollte. Neben dem Kronprinzen, der den Wagen selbst steuerte, saß sein Adjutant, während die beiden Chauffeure auf den hinteren Sitzen Platz genommen hatten. Als das Automobil aus der Döberitzer Heerstraße bei dem Reichs­kanzlerplatz in den Kaiserdamm in Charlottenburg ein­biegen wollte und sich nahe bei dem Untergrundbahnhof befand, geriet der Wagen plötzlich an der Kurve ins Schleudern und stellte sich quer über den Fahrdamm. Gr wurde in dieser Stellung etwa 15 Meter weit, bis an die Bordschwelle, und dann gegen eine Laterne geschleudert. Der Anprall war so heftig, daß das rechte Hinterrad brach; außerdem wurde die Tür eingedrückt und zersplittert. Der Kronprinz und sein Adjutant blieben unverletzt; nur ihre Helme flogen auf den Straßendamm. Die beiden Chauf­feure aber wurden aus dem Wagen geschleudert, wobei der eine gegen die Laterne fiel und leichte Verletzungen erlitt. Nachdem sich der Kronprinz davon überzeugt hatte, daß nichts Ernstliches geschehen sei, bestieg er mit seinem, Ad­jutanten eine Pferdedroschke und bald darauf eine vorüber­fahrende Automobildroschke, die ihn zum Reichskanzler- palais brachte. Ein glücklicher Zufall war es, daß das Au­tomobil gegen den Laternenpfahl fuhr; sonst hätte der Wagen, der sich auf der einen Seite bereits nahezu zwei Meter in die Höhe gehoben hatte, sämtliche Insassen her­ausgeschleudert.

Die Bestechungsaffäre in Barmen, in welche die bei­den städtischen Straßenmeister Luther und Froschke ver­wickelt sind, bildet in der Stadt Barmen noch immer das Tagesgespräch. Die unlauteren Manipulationen der bei­den, von denen wir bereits meldeten, find bei Lieferungen für Straßenarbeiten und Löhnungen erfolg. Es werden kolossale Summen, mehrere 100 000 Ji, genannt, um die namentlich Luther sich zum Nachteil der Stadt Barmen bereichert hat. Luther, der im 76. Lebensjahre steht, hat ein beträchtliches Vermögen angesammelt, welches gericht­lich beschlagnahmt worden ist. Es stellte sich heraus, daß er ein viel zu niedriges Vermögen versteuerte, als er in Wirklichkeit besaß. Die Steuerbehörde wird ihren An­spruch geltend machen, der sich auf mehrere 1000 JI beläuft. Ein Gesuch Luthers, ihn gegen eine Kaution von 130 000 Mark aus der Untersuchungshaft zu entlassen, wurde vom Gericht abgelehnt. Froschke ist weniger als Luther an den Unredlichkeiten beteiligt. Die Ermittelungen haben auch zur Feststellung von Mitschuldigen geführt. Es kommen oeren mehrere in Betracht. Gestern wurde der Aufseher Kessenich festgenommen. Zahlreiche Haussuchungen haben stattgefunden. Viele Bücher wurden konfisziert.

Der älteste Mann Deutschlands gestorben. In Ober­moschel in der Rheinpfalz ist am Dienstag der „Alte Dop­pel", wie er im Volksmunde hieß, kurz vor Vollendung seines 105. Lebensjahres gestorben. Der alte Herr sein richtiger Name war Jakob Boppel, galt nicht nur als der älteste Mann Bayerns, sondern als der älteste Mann ganz Deutschlands. Am kommenden 24. Juni hätte er ein Alter von 105 Jahren erreicht. Noch bis kurz vor seinem Tode war Boppel imstande, täglich einen Spaziergang zu unternehmen. Er konnte noch lesen und schreiben, aller­dings hatten das Gehör und die Augen in den letzten Jahren etwas gelitten. Von Beruf war er Wagner. Er erinnerte sich noch lebhaft der Zeit, als im Jahre 1812 13 die Franzosen, durch die Pfalz kamen. Tief in der Nacht verlangte der alte Herr manchmal noch seinen Wern zu trinken. Als ihm vor einigen Jahren der Gesangverein Neustadt a. d. H. ein Ständchen brachte, bemerkte er: Lebt o wie ich, eßt so wie ich und trinkt so wie ich, — dann werdet ihr auch so alt wie ich!" Die Eltern des nun Da­hingeschiedenen sind beide über 90 Jahre alt geworden.

Englisch« Geschäftstätigkeit. Eine englische Versichè- lungsgesellschaft hat die geniale Idee gehabt, kurzfristige Versicherungspolicen gegen Unfälle während der^ ^^nungs- festlichkeiten anzubieten, für die der Versicherte 10 -Kark zahlen mufj. Wenn er während der Feste durch Umfallen einer Estrade oder einen sonstigen Unglücksfall tödlich ver­letzt wird, so wird die Summe von 10 000 Mark fällig. Beim Eintritt lebenslänglicher Arbeitsunfähigkeit wird dem Versicherten eine Rente von 250 Mark monatlich bis zu seinem Ende gezahlt. Bet leichteren Verletzungen wird bis zur Wiederherstellung ein Schadenersatz von 15,5 Mark pro Woche vergütet.

Schutz vor dem Verbrecheralbum. Die gesetzgebende Versammlung des Staates Neuyork hat ein Gesetz ange­nommen, wonach es in Zukunft bei Strafe verboten f, verhaftete Personen zu photographieren, bevor sie endgül­tig verurteilt worden sind. Wegen dieser ber Vervollständigung des Verbrecheralbums hat die PoUZe, sofort Einspruch erhoben. Sie wird indes keinen E>fo g yabrn. Einer der Redner in der gesetzgebenden Versamm­lung benutzte die Gelegenheit, um den Reuuorker Anwalts­

stand den engherzigsten und korruptesten zu nennen, der jemals vorgekommen sei.

Das Neueste von der Pariser Mode. Der enge Stra­ßenrock der Pariserin hat neuerdings eine Ergänzung in Awei geraden, glatten, schürzenartigen Lappen gefunden, die vorn und im Rücken bis zum Saum herab den Rock be­gleiten und beim Gehen immer munter hin und her flie­gen. Diese Lappen find das charakteristische Merkmal der Rock- und Kleidermode 1911. Die Röcke, die zu Beginn des Frühlings doch wieder eine bedenkliche Tendenz zeigen, sehr eng und namentlich nach unten zu enger werden, um­spannen die Figur etwa so, wie dies die Röcke der Alten­burger Bäuerinnen tun. Dabei find sie oft so kurz, daß auch bei Damen, die die Vierzig schon weit überschritten haben, das halbe Bein mindestens beim Gehen sichtbar wird. Man kann sich denken, daß die Silhouette einer so bei! «beten Frau nicht gerade zu den schönsten gehört, was die Pariser Mode in den letzten Jahrzehnten geschaffen hat; besonders ist die Rück- und Seitenansicht einer so ein- geschnürten Figur wenig hübsch und ästhetisch. Man hat also in den Eurtsaum, der beinahe immer in Prinzeßform geschnittenen Röcke vorn und hinten eine schmale Bahn eingelassen, die, von oben bis unten gleich breit bleibend, lose über den Rock niederfällt und höchstens unter Hüft­höhe rechts und links mit zwei Stichen befestigt wird. — An Schneiderkleidern aus Tuch, Atlas und leichten Mol­lengeweben ist das die übliche Form der Rockgarnierung geworden. Bei manchem wirkt dieser Lappen im Rock­rücken wie eine Fortsetzung des Frackschwanzes, der in einem Stück von der kurzen geraden Jacke hinten hinunter fällt. AnSommerkleidern aus WoNbatist, Voile,Canevas, Schan- tung usw., usw., die beinahe durchweg in gestreiften, am liebsten schwarz- und weißen Musterungen auftreten, und die ohne Jacke und in einem Stück als Prinzeßröcke mit angesetztem Mieder gearbeitet werden, wobei eine Schnur sich gürtelgleich um den oberen Rand des Prinzeßrockes zieht, fällt der bedeckende Lappen gleichfalls vom Gürtel­ansatz aus nieder. Manchmal wird das Mieder in Frack­form gearbeitet und während vorn der Lappen wegbleibt, verlängert sich im Rücken der Frackschwanz bis zum Rock­saum.

Besorgnisse nm das Schicksal des Ingenieurs Richter. Ein türkischer Abgeordneter in Konstantinopel, der das Olympgebiet kennt, äußerte sich über den Verbleib Richters wie folgt: Einen Kenner der ziemlich schematischen Räu­berpraktiken im griechischen Grenzgebiet muß es mit ern­ster Sorge erfüllen, daß Richter noch immer nicht freige­lassen ist. Aus dem Umstände, daß die Räuber bisher mit keinerlei Forderungen hervorgetreten, und auch nicht auf einem Umwege (den sie in der Zwischenzeit leicht hätten finden können) wegen ihres Gefangenen in Fühlung mit den Faktoren getreten sind, die an seiner Auslieferung In­teresse haben muß man schließen, daß ihnen ihr Opfer auf irgend eine Weise entgangen ist, und daß sie sich nun nicht mehr getrauen, Fühlung zu suchen. Sie haben keinerlei Interesse, das Geschäft so langsam abzuwickeln, im Gegen­teil haben sie bisher ihre Ansprüche sehr prompt geltend gemacht. Ich kann mich der Befürchtung nicht erwehren, daß Richter entweder in einer Auseinandersetzung mit den Räubern zu Schaden gekommen oder diesen entlaufen und sich in dem wilden, unwegsamen Gebirge, wo selbst für den Einheimischen die Verproviantierung schwer ist, verirrt hat. Vielleicht ist er entkräftet und versucht vergeblich, sich in zivilisierte Gegenden zurückzufinden. Um ihn zu retten, müßte d*c türkische Regierung Jen Räubern sofort völlige Straflosigkeit und eine hohe Prämie für die Herbeischaf­fung Richters amtlich zusimern. Die Räuber des Jenaer Ingenieurs Richter, die ibre beiden Berichte in das Ge­richtsgebäude von Elasiona durch das Fenster warfen, for­dern außc. einem Lö'cgelö von 60 000 Mc.rk verschiedene Wertgegenstände. Sobald alles bereit Jet, sollen die Be- börden Hirten verständigen, worauf dann die Räuber den Ort anoeben würden, wo das Lösegeld zu hinterlegen sei.

Die Orgel des ^upferkönigs. Die kostbarste und voll­kommenste Hausorael der Welt schmückt das prächtige Haus des amerikanischen Multimillionärs und Senators Clark in Montana, dessen Kupferminen einen unversiegbaren Dollarstrom in seine Taschen fließen lassen. Vor kurzem hat der Kuvferkönig seine Freunde eingeladen, um ihnen dieses Wunder der Orgelbaukunst zu zeigen. 4000 Pfei­fen, 61 Register und 4 Manuale besitzt das Instrument, das ca. 800 000 Mark gekostet hat. Das Echowerk weist 600 Pfeifen und 10 Register auf. Die Orgel wird elektrisch betrieben und ist in Amerika gebaut worden. Carnegie, Schwab und einige andere amerikanische Milliardäre be­sitzen ebenfalls Orgeln in ihren Palästen. Jeder von ihnen hat selbstverständlich auch einen Organisten, der in stillen Stunden die Sorgen der Eoldmagnaten durch sein kunst­volles Spiel zu verscheuchen hat. Mr. Clark besitzt übri­gens auch ein kostbares Museum, dessen Sammlungen einen Wert von 20 Millionen Mark repräsentieren.

Zlieger unö Aberglaube.

Die deutschen Flieger die augenblicklich ihre bewun­derungswürdigen Leistungen ausführen, werden nicht über­all mit dem gleichen Enthusiasmus ausgenommen, wie in den Städten, wo sie starten, und wo ihre Ankunft und ihre Abfahrt vom Publikum mit Spannung und Interesse er­wartet wird. Der „Inf." gehen einige Stimmen aus den Volkskreisen zu, die die Meinungen derjenigen Menschen zum Ausdruck bringen, welche von den modernen Flug­fahrzeugen durchaus nicht erbaut sind, ober aber die von dem Dasein der Flugmaschinen überhaupt nicht unterrichtet sind Denn es gibt eine Anzahl von Leuten, so unwahr­scheinlich es auch klingen mag, die die Einrichtung eines Aeroplanes überhaupt nicht kennen, nicht wissen, daß ein solcher Gegenstand existiert, und in der modernen Welt eine Rolle spielt.

Bei den verschiedenen Zwischenlandungen, die einige Flieger infolge von Defekten der Motorc oder Benzin- mangel vornehmen mußten, hatten nun einige von diesen Menschen Gelegenheit, zum ersten Male ein Flugsahrzeug zu erspähen ohne aber zu wissen, was es denn eigentlich bedeuten könne. So wird mitgeteilt, daß eine Frau, die den Flug von Lindpaintner von Magdeburg nach Schwerin ei­nige Sekunden lang beobachten konnte, während sie aus dem Felde arbeitete, sich auf die Erde warf, das Gesicht mit bei­den Händen bedeckte, und mit verzweifelter Stimme rief: „In des Heiligen Namen — verdammter Teufel, weigere ich mich, Dir zu folgen. Ich habe nicht gesündigt, ich bin fleißig und gehe in die Kirche,Tu hast nicht das Recht, mich hinwegzuraffen." In diesem Augenblick muß der Aeroplan sich wohl etwas tiefer gesenkt haben, jedenfalls hörte die Frau die Propeller surren, sah ihn wohl auch, als sie sich wieder anfrichtete in der Sonne blinken, und glaubte, das jüngste Gericht sei hereingebrochen. Schreiend lief sie in das Haus, aber auch dort konnte sie niemand von ihrem Wahne befreien, denn ihre Angehörigen wußten ja selbst nichts von Flugschisfern und Flugfahrzeugen. Zufällig kam der Pastor des Weges daher, hörte das Lamentieren und trat in das f»aus ein. Er war sich über den „Teufel" sehr bald klar, atte er doch selbst den Flieger mit eigenen Augen gesehen.

Er versuchte die Leute zu belehren, eS gelang ihm aber nicht, und der einzige Erfolg seiner Bcmühunwn war, daß die Bauern an den Worten des Herrn Pastors zu zweifeln begannen

Auch einige der anderen Flieger, welche die Fahrt von Magdeburg nach Schwerin gemacht hatten, wurden von ei­nem Teil der Bevölkerung als Begleiter des Teufels betrachtet. Nicht weit von Schwerin arbeitete ein biederes altes Männlein in seinem Garten, als cs durch daS Ge­räusch des Propellers veranlaßt wurde, in die Höhe zu schauen. Niemand anderes, wie der leibhaftige Gottseibeiuns konnte eS sein, der da auf dem Stahlvosie durch die Lüfte geritten kam, und er erschien selbstverständlich, um daS Bäuerlein zu holen. Ter Mann eilte nach Hause, schrieb seinen letzten Willen auf und legte sich zu Bett, um den Sensenmann zu erwarten. Keine Belehrung, nicht einmal eine Vorlesung, au8 der Zeitung entnommen, vermochte ihr zu überzeugen.

Drahtnachrichten und neuestes.

Ein Prozeß gegen den König von Preußen verloren.

9-* Hannover, 6. Juni. In dem Prozeß deS ehemali- gen Kapellmeisters Bruck vom hiesigen König!. Theater gegen den König von Preußen als Inhaber der Bühne ist heute das Urteil dahin gefällt worden, daß "Bruck mit seinen sämtlichen Ansprüchen abgewiesen wird und ihm die Kosten des Verfahrens anserlegt werden. Durch Zeugen­aussagen ist festgestellt worden, daß Bruck sich einer Ach­tungsverletzung gegenüber dein Leiter deS Theaters hat zuschulden kommen lassen.

Gefängnisstrafen für Strcikansschrcitungcn.

*^ Weißenfels, 10. Juni. In dem Schwurgerichts- prozeß wegen der Ausschreitungen auS Anlaß des StrèikS der Schnhfabrikarbeiter wurden eine Anzahl Angeklagter zu Gefängnisstrafen bis zu sieben Monaten verurteilt.

Hinrichtung.

»^ Halle, 16. Juni. Ter durch daS Schwurgericht am 30 November 1010 wegen Ermordung des Arbeiters Bojko zum Tode verurteilte Arbeiter Opitz ist heute früh durch den Scharfrichter hingerichtet worben.

Rekord eines französischen Unterseebootes.

te* Toulon, 16. Juni. DaS Unterseeboot Argonaut ist 18 Stunden unter Wasser geblieben und hat damit einen Rekord aufgestellt. Tic Mannschaft hat die Uebung gut überstanden.

Generalstreik der amerikanischen Seeleute.

»e* London, 16. Juni. Wie aus Nenyork gemeldet wird, hat bei Verband der amerikanischen Seeleute, dem 20 000 Seeleute angeschlvsscn sind, für heute den AuSstand erklärt, um höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen zu erzielen.

Ans der Suche nach Castro.

W> Washington, 16. Juni. Mehrere amerikanische Kreuzer sollen ausgesandt worden sein, um das Schiff „Konsul Grothus" zn überwachen, an dessen Bord sich der ehemalige Präsident von Venezuela Castro sich befinden soll. Wenn Castro wirklich ermittelt werden sollte, soll er nach Europa abgeschoben werden.

Sandel und Derkehr.

Für den Saatenstand in Deutschland Anfang Juni 1911 sind nach der Zusammenstellung des Kaiserlichen Statisti­schen Amtes die Noten folgende: Nr. 2 bedeutet gut, 3 mittel: Winterweizen 2,5, Sommerweizen 2,6, Winterspelz 2,5, Winterroggen 2,7, Sommerroggen 2,5, Sommergerste 2,4, Hafer 2,6, Kartoffeln 2,6, Klee 2,9, Luzerne 2,8, Vc- wässcrungswiescn 2,1, andere Wiesen 2,5.

Frankfurt, 15. Juni. Vichmarktprcisc vom 15. Juni. Preise für 1 Zentner Kälber: a) feinste Mast tVollm.-Mast) und beste Saugkälber (Lebendgewicht) 60—64 .//, (Schlacht­gewicht) 100—107 JZ, 5) mittlere Mast- und beste Saug­kälber (Lebendgew.) 54—59 ..//, (Schlachtgcw.) 92—100 Ji, c) geringere Saugkälber (Lebendgew.) 50—53 .//, (Schlarht- gew) 85—90 JZ. Schweine; a) vollfleischige Schweine von 80—100 Kg. Lebendgewicht (Lebendgew.) 47—19 JZ, (Schlacht­gew.) 60—62 JZ, b) vollfleischige Schweine unter 80 Kg. Lebendgewicht (Lebendgew.) 46—17% JZ, (Schlachtgew.) 59 bis 61 JZ, c) vollflcischigc Schweine von 100—120 Kg. Le­bendgewicht (Lebendgew.) 46—48 JZ, (Schlachtgcw.) 59—60 JZ, g) vollfleischige Schweine von 120—150 Kg. Lebendgelvicht (Lebendgew.) 46—48 JZ, (Schlachtgcw.) 58—60 JZ.

Berliner Getreide- und Schlachtviehmarkt.

Naturgemäß haben in der am 14. Juni beendeten Ve- richtswoche die Saatenstandsberichte den entscheidenden Einfluß auf die Tendenzgestaltung am Getreidemarkte ans- geübt. In Deutschland sind zwar Niederschläge erfolgt, aber keineswegs in genügender Menge und nur sehr unregel­mäßig. Aus unserem Lande sind daher die Klagen über den ungünstigen Stand der Halmfrüchte allgemeiner ge­worden und lassen beinahe durchweg eine Verschlechterung der Ernteaussichten erkennen. Allch über die Winterweizen­saaten, die bisher anscheinend die Dürre am besten über­standen haben lauten jetzt die Nachrichten weniger befrie­digend. Die großen Weltverschiffungen an Weizen, die in der letzten Woche die gleichzeitigen des Vorjahres um 109 000 Tonnen erheblich übertrafen, und der Nachweis, daß die für Europa schwimmenden Weizenmengen mit 1 479 000 Tonnen um 886 000 Tonnen größer sind als vor einem Jahre, ha­ben die Käufer für Weizen außerordentlich vorsichtig ge­macht. Zudem ist im Inland anscheinend noch genügend Vorrat für oen Bedarf. Die Preise haben daher keine Aenderung erfahren. Roggen macht sich dagegen im In­lands knapp Tie Preise haben sich namentlich für spätere Termine wegen der unbefriedigenden Erntcaussichten er­höht, während der Jnlipreis wegen reichlicher russischer Zufuhren nach Hamburg sich nicht verändert hat. Futterge­treide zog im Zusammenhang mit den Klagen über den Saatenstand an. Für den Septembertermin wurden schließ­lich folgende Preise ermittelt: Weizen 198,75 .Ä, Roggen 168,50 JZ, Hafer 166,50 JZ, Mais 141,00 JZ.

Preise de- städtischen Schlachtvieh-Marktes. 1. Ochsen: a) vollfleischige, ausgemästet: höchsten Schlachtwertes, un- gejocht 83—88 JZ, b) junge, fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete 78—84 X c) mäßig genährte junge unö gut genährte ältere 72-77 JZ. 2. Bullen: a) vollfleischige, ausgewachsene höchsten Schlachtwertes 77—81 JZ, b) vollslei- schige jüngere 75—80 JZ, c) mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere 70—75 JZ 8. Färsen und Kühe: a) vollslei- schige, ausgemästete Färsen, höchsten Schlachtwertes , JZ, b) vollfleischige, ausgemästete Kühe, höchsten Schlachtwertes, bis zu 7 Jahren 70—75 JZ, c) ältere ausgemästete und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Färsen 65—71 JZ, d) mä­ßig genährte Kühe und Färsen 62—66 JZ, e) gering genährte Kühe und Färsen bis 66 JZ, f) gering genährtes Jungvieh (Fresser) 70—75 JZ. 4. Kälber: a) Doppellender, feinster Ma^t 107—136 JZ, b)feinste Mastkälber 100—103 JZ, c) mittlere Mast- und beste Saugkälber 88-97 JZ, d) geringere Mast- unb gute Saugkälber 84 -90 JZ, e) geringe Saugkälber i bis 82 JZ. 5. Schafe: a) Mastlttmmcr und jüngere Mastham­mel 84—86 JZ b) ältere Masthammel, geringere Maitlam- mer und gut genährte junge Schafe 74—82 JZ, c) mäßig ge­nährte Hammel und Schafe 68—79 JZ. 6. Schweine: a) Fett­schweine über 3 Zentner Lebendgewicht — JZ, b) vollflei- schiae Schweine 240 bis 300 Pfund 54—56 JZ, c) volltlei^uge 200 bis 240 Pfund 52—55 JZ, d) fleischige Schweine 160 vis 200 Pfund 50—52 JZ, e) Sauen 48—50 JZ.