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Nur den 6ericbt$$älen.

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lu der Verhandlung sind 25 tändige geladen. Die Verneh- im wesentlichen folgen- n eines Kammeryerrn in Holland

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ame wurde er aw

Die Hochstapeleien des Grafen Wolff-Metternich Beschäftigen gegenwärtig die Strafkammer oes Berliner Landgerichts. Nach der Anklage soll der Graf in 31 Fällen verschiedene Personen um Beträge von 20 Mark bis zu 60 000 Mark unter Vorspiegelung falscher Tat­sachen betrogen haben. Z: Zeugen und zwei Sachverständig mung des Angeklagten ergibt t bes. Er ist als Sohn eines Ka geboren, war früher katholisch und ist letzt evangelisch, n ist verheiratet mit der Wiener Schauspielerin Claire Vallentin. Er war längere Zett in Chile, In Berlin erhielt er von seinem Vater eine monatliche Zulage von 80 Mark. Da er mit diesem Betrage nicht auS- kommen konnte, versuchte er auf alle mögliche Weise, sich Geld zu verschaffen. Nach seiner Angabe bat er da­mals auch Chancen gehabt, sich mit einer sehr vermö­genden Dame zu verloben,- von der Familie Bieter Dame wurde er auch zu einer größeren Reise nach Ita­lien eingelaben. Als der Vorsitzende hierzu bemerkte, er sei jedenfalls gewissermaßen als Reisemarschall enga­giert worden, erwiderte der Angeklagte mit Empbaje: .Ein Graf Wolff-Metternich hat sich noch nie zu einem Reisemarschall hergegeben, sondern sich stets suchen las. fen" Später ging der Angeklagte nach England, kam dann nach Wien, verheiratete sich mit einerarmen Schauspielerin und erlangte angeblich eine Stelle mit monatlich 300 Kronen. Die Verhandlung dürfte meh-

Wegen ^unlauteren Wettbewerbs verurteilte Strafkammer in Bonn einen MöbelsabrikaM Cöln, der Arbeiter der Honnefer Möbelfabrik in ner in Lengsdorf bei Bonn gelegenen Möbelfabrik gestellt und sie veranlaßt hatte, ihm verschiedene Be­zugsquellen der Honnefer Fabrik zu verraten, zu 300 Mark Geldstrafe._____________________ -

die aus sei- an-

Uermiscbtes.

Die Ursache der Dynamitexplosion in Würgendors hat sich noch nicht ermitteln lassen. Es heißt, daß sie aus die Unvorsichtigkeit eines im Oellagcr beschast gt ge. wesenen Arbeiters zuriickzufithren sei, jedoch wird sich dies schwerlich genau feststellen lassen, da diejenigen Arbeiter, die Auskunst geben könnten, tot sind. Gestern wurden die fehlenden sechs Leichen gesucht. Gefunden wurden nur Leichenteile eines Arbeiters. Die Aufräu­mungsarbeiten gehen nur langsam von statten, da man neue Explosionen befürchtet. Man hofft, die fehlenden Leichen heute alle zu bergen. Sie sollen gemeinsam be­erdigt werden. Der Schaden wird auf 60 6të 100 000 Mark geschätzt. Der Betrieb in Witrgendorf ruht. Die Gewerkschaft Weißenburg, Eigentümerin der Fabrik, läßt in Hoppecke weiter arbeiten und dorthin auch die Vorräte schaffen.

Eine Deutschlandfahrt amerikanischer Lehrer. In Buffalo wurde ein Lehrertag des nationalen deutsch- amerikanischen Lchrerbundes eröffnet, der darüber be­riet, ob und wie die nächstjährige Lehrerfahrt nach Deutschland veranstaltet wird. Die Reise soll in. Nen- vork ihren Anfang nehmen und durch ganz Deutschland führen. Folgende Städte werden besucht: Hamburg, Cöln, Rüüeshctm, (Niederwald-Denkmal), Wiesbaden, Heidelberg, Manüheim, Stuttgart, München, Nürnberg, Frankfurt a. M, Cassel, Eisenach, Weimar, Jena, Dres­den, Leipzig und Berlin. Man rechnet auf eine Teil­nehmerzahl von mindestens 600 amerikanischen Lehrern

Das Preisgericht für den deutschen Rundslug 1911 trat am Donnerstag in Berlin zur Entscheidung über die Verteilung der Preise zusammen. Auf Grund der von den Zeitnehmern geführten offiziellen Listen ergab sich folgende Schlußwertung und Preivverteilung: Benno König 1882,50 Klm., 40 000 X Hans Vollmöller 1873,50 Klm. 25 000 X Bruno Büchner 1363,75 Klm. 10 000 X O. E. Lindpaintner 1222,50 Klm. 7000 X Dr. Wittenstein 941,50 Klm. 6000 X Eugen Wiencziers 751,00 Klm. 5000 X Schauenburg 585,50 Klm. 4000 X Robert Thelen 497,00 Klm. 3000 JL Von den beiden Preisen des Kriegsministeriums fiel der erste Preis von 5000 JL an König, da er Sieger des Rundflugss, Deutscher ist, sämtliche Strecken des Rundflugs mit Passagier zurückgelegt und auf der Etappe Nordhausen- Halberstadt etile Höhe von 400 Metern erreicht hat, was den Bedingungen für diesen Preis entspricht. Der 2. Preis des Kriegsministeriums von 4000 JL fiel an Voll­möller, der auf der Strecke Nordhausen-Halberstadt eine Höhe von 1350 Metern erreicht hat. Von den Preisen der Stadt Berlin fiel der erste Preis im Werte von 2500 an König. Der zweite Preis im Werte von 1500 Mark wurde Büchner zugesprochen. Der Preis war sür den Flieger ausgesetzt, der auf der letzten Strecke Halberstadt-Berlin die beste Zeit erzielte. Der dritte Preis der Stadt Berlin im Werte von 1000 JL sollte demjenigen Teilnehmer am Deutschen Runöslug zufallen, der auf den Streckenflügen die größte absolute Höhe erreicht hätte. Er wurde Vollmöller zugesprochen. Den Extrapreis des Kronprinzen für den Sieger des Nündflugs erhielt König.

Eine mysteriöse Geschichte. Das Dienstmädchen Franziska Polcdnitz in Potsdam unternahm am Mitt­woch mit den sechs Kindern feiner Herrschaft und denen einer befreundeten Familie einen Ausflug nach Ned­litz bei Potsdam. In der Nähe des Sakrow-Paretzer Kanals nahm cs mit den Kindern ein Bad. Als sie sich im Wasser befanden, schwamm vom entgegengesetz­ten Ufer ein Mann auf die Gruppe zu und erbot sich, das Mädchen im Schwimmen zu unterrichten. Dieses näherte sich dem Fremden auch, der es nach der Erzäh­lung der Kinder an der Hand ergriff und trotz seines Sträubens in das tiefere Wasser zog. Hier drückte er es mit aller Gewalt solange unter Wasser, bis es unter­ging, und schwamm dann ans Ufer zurück. Die Leiche des Dienstmädchens konnte noch nicht geborgen werden. Die sofort angestellten Nachforschungen nach dem Frem­den blieben bisher ohne Erfolg.

Ein fünfzehnjähriger Defraudant undLebemann wurde im Treptower Park in Berlin verhaftet. Der Laufbursche Fritz Bruch aus Magdeburg hatte vor meh­reren Tagen eine größere Geldsumme, die er im Auf­trage der Firma, bei der er beschäftigt war, nach der Post tragen sollte, unterschlagen. Das abenteuerlustige Bürschchen wandte sich nach Berlin, wo es in lustiger Gesellschaft, auch die holde Weiblichkeit fehlte nicht, das unterschlagene Geld klein machte. Als er gestern im Treptower Park von einem Kriminalbeamten erkannt und festgerwmmen wurde, waren nur noch wenige Mark vorhanden. Der Defraudant machte einen äußerst heruntergekommenen Eindruck.

Eine 108jährige Zwergin gestorben. Im Pariser Vorort Clichy starb eine Zwergin, die Spanierin Maria Laurens, die zwar nicht ganz einen Meter hoch an Maß, dafür aber das respektable Alter von 108 Jahren hatte. Maria Laurens fristete als populäre Persönlichkeit ihr Leben in wandernden Schaubuden. Im Wagen der fahrenden Leute zog das kleine Persönchen von Ort ölt Ort, und in einem Wanderzirkus ist sie auch zur Ruhe gegangen. Das Geburtsjahr der greisen Zwer­gin, 1803, ist in ihrem Passe amtlich von den spanischen Behörden bestätigt.

Lieber Mörder als Soldat. Um sich dem Militär­dienst zu entziehen, hat ein junger Mann in dem Dorfe Tassai bei Bordeaux ein schreckliches Verbrechen began­gen. Als die Erntearbeiterin Moine nach getaner Ar­beit des Abends nach Hause zurückkehrte, und an das Bett ihrer fünfjährigen Tochter trat, rollte ihr der Kopf des Kindes entgegen. Sie rief um Hilfe, die Nachbarn eilten herbei und man stellte fest, daß ein Unbekannter das Mädchen zunächst durch einen Stich ins Herz ge­tötet und ihm dann den Kopf abgeschnitten hatte. In der Wohnung fand man dann auch noch ein Paket. Da­rin war ein Brief erhalten, in welchem ein Arbeiter feinem Bruder den Vorschlag machte, den wilden Mann zu spielen und sich auf diese Weise dem Militärdienst zu entziehen. Die polizeilichen Nachforschungen führ­ten bald zu der Ermittelung des Mörders, der ein vol­les Geständnis ablegte.

Die unverzollten Schinken. Ein niedliches, wenn auch nicht mehr ganz neues Zollabenteuer wird dem Tägl. Korr." von einem gelegentlichen Mitarbeiter aus dem Bayerischen Walde erzählt: Fuhr da von Lam eine Bauersfrau mit der Post ins Böhmische, um ihren Sohn zu besuchen und ihm gleichzeitig vom letzten Schlachtfest zwei feiste Schinken mitzubringen. ES ging etwas eng in dem Postkasten zu und so brachte die Frau ihr Gepäck nicht gut unter und setzte sich daher kurz ent-, schlossen auf dasMitbring" für den Sohn. Geschäfts­mäßig kam an der Grenze der Zollbeamte und fragte im Amtston nach verzollbaren Sachen.Zwoa Schin­ken hob i", meint die Bäuerin bedächtig. Der Beamte stutzte.Ja, wo denn?"I sitz drauf", sagte die Alte ruhig. Nur mühsam unterdrückten die Reisenden ihr Lachen. Der Beamte kneift die Augen zu und entfernt sich brummend:An anders mal hal'n S' wem andern zum besten ols an k. L Beamten!" So gelangten die Schinken unverzollt und unbeanstandet in die Hände des Sohnes.

Der Roman einer Namenlosen. Die Geschicke einer geisteskranken Frau, deren Identität trotz 16jähriger Nachforschungen nicht festgestellt werden konnten, und die in den Akten stets nur alsUnbekannt" bezeichnet werden konnte, beschäftigen aufs neue die Armendtrek- tion der Stadt Berlin. Die Unbekannte wurde am 16. Oktober 1892 vor Castans Panoptikum verhaftet, als sie zwei Damen Geld aus der Tasche stahl. Alle Ver­suche, den Namen und die Herkunft der verhafteten Frau herzustellen, verliefen ergebnislos. Die Nachforschun­gen wurden dadurch erschwert, daß die Unbekannte taubstumm war und weder lesen noch schreiben konnte. Eine im Jahre 1893 hinzugezogene Taubstummenleh­rerin konnte zwar aus der Kranken herausbekommen, daß sie im Kreise Inowrazlaw in Posen geboren und daß ihr Vater ein Landarbeiter gewesen sei; ihre beiden Eltern seien tot, sie selbst befinde sich im Alter von 31 Jahren und habe zwei Kindern das Leben gegeben, die gestorben sind. Alle Recherchen, die auf Grund von Photographien mit Hilfe der Staatsanwaltschaften, Strafanstaltsdirektionen, Landratsämtern, und anderen Behörden an der Hand dieser Angaben angestellt wur­den, verliefen nach wie vor ohne Resultat. Die Unbe­kannte, die inzwischen wegen Blödsinns für geisteskrank erklärt und entmündigt worden ist, befindet sich jetzt in der Anstalt Wuhlgarten. Die Armendirektion der Stadt Berlin hofft jetzt, das Dunkel, das auf dieser Per­sönlichkeit rnbt, durch eine Veröffentlichung in der Presse zu lüften. Wenn auch anzunehmen ist, daß viele Personen, diè vor 19 Jahren die jetzt 50 Jahre alte Kranke hätten wiedererkennen können, gestorben sino, so ist es doch nicht ausgeschlossen, daß sich in Ostdeutsch­land noch Personen befinden, die sich der Namenlosen erinnern.

Die walbbrimde in Kanada.

Die verheerende Wirkung der von uns bereits ge­meldeten Waldbrände in Kanada läßt sich vorläufig noch nicht übersehen. Die Brände haben eine Aus­dehnung angenommen, die die Bewohner der zwischen den ausaedörrten Wäldern gelegenen Städte und Ort­schaften M Angst und Schrecken versetzt und zum Teil obdachlos gemacht hat. Von North-Bay bis Porcupine herrscht in einer Ausdehnung von 200 Meilen

ein einziges Flammenmeer.

Alle Kohlenfelder sind ausgebrannt. Der Himmel ist von großen Rauchwolken bedeckt. Männer, Frauen und Kinder sind den Seen und den Wasserläufen nach ge­flohen. Flüchtlinge der zerstörten Städte Porcubine uno Pottsville haben Zuflucht in Golden City gefun­den. Die Vorstädte von Golden City sind völlig nieder­gebrannt. Die Lebensmittel sind sehr rar. In Coch­rane sind die Einwohner ohne jede Nahrung und Un­terkunft und müssen in Güterwagen übernachten. Zahl­reiche Flüchtlinge sind in den großen Seen ertrunken. Alle Straßen, die durch die Wälder führten und

alle Brücken sind vernichtet.

Fast sämtliche Besitzungen mußten von ihren Bewoh­nern verlassen werden. Es wird den Ueberlebenden schwer werden, einen Weg nach zivilisierten Gegenden zu finden. Zur Ausbreitung des Feuers hat besonders Die Trockenheit der Gräser und der Ernten beigetragen. Nach den letzten Nachrichten aus Detroit sollen 500 Todesopfer festgestellt sein. Die Flüchtlinge aus den zerstörten Städten erzählen, daß die Zahl der Opfer noch gar nicht übersehen werden könne. Eine große Panik entstand in Tawas City, als die Flammen in die Stadt einschlugen. Viele Frauen und Kinder fie­len in den Straßen ohnmächtig nieder. Andere flüch­teten sich in die Kirchen und öffentlichen Gebäude, die aber auch bald von den Flammen umzingelt waren. Dreihundert Personen wurden an Boro eines Dam­pfers genommen, der gerade im Hafen von Oscoda lag, und den Flammen auf dem Huronsee entführt. Vom Schiff aus beobachteten die Leute, wie ihr Besitz­tum in Flammen aufging. Züge der Ontario-Eisen- bahn-Gesellschaft haben Hunderte von Flüchtlingen aus den Flammen entführt. Süd - Porcupine lag zwanzig Minuten, nachdem sich die ersten flammen gezeigt hat­ten, in Ruinen,- die Bewohner, die sich über den Por-

cllpine-Sec retten wollten, kämpften nur die Pkatze in den wenigen vorhandenen Fahrzeugen, wobei fltnfzchn Personen ertranken. Die meisten Menschen kamen in den Bergwerken nm, namentlich in Tome und West­dome, wo 300 Leute, die von jeder Rettung abgeschnit- ten waren, sich in weniger tiefe Schächte flüchteten, wo sie erstickten. Weitere Waldbrände werden aus dem amerikanischen Staate Michigan gemeldet, mehrere Dörfer stehen dort in Kaminen; auch in Maine und Newhampshire wüten Brände.

Erzähln ng einer Geretteten.

Fräulein Doris Diamond, eine der Ueberlebenden ft»G 6er zerstörten Stadt Porcupine, erzählte, daß der Anblick in den Brennenden Straßen furchtbar war. Manner, Frauen und Kinder seien tot niederes allen. Zahlreiche Eltern warfen ihre Kinder in die Fluten des Huronsees, nm sie vor dem Brande Küretten. Acht kleine Städte am Hnronsee sind völlig eingeäschert wur* den. Ter Schaden ist noch gar nicht zu übersehen. Tie FcnerSbrnnst zieht sich in einer Ausdehnung von Hntt- oerten von Kilometern im Morden von Ontario zwi­schen der North-Ban und der Hudson-Bay hin. Man fürchtet, daß die Zahl der Opfer weit größer sein wird, als bisher gemeldet wurde.

Flüchtlinge ans den zerstörten Distrikten schätzen die Zahl der bei den Waldbränden umgekommenen Personen auf 800 bis 400. Wie amtlich gemeldet wird, ist das Reiter im Porcupine-Distrikt seit gestern mit­tag auf seinen Herd beschränkt. Der Schaden wird ans eine Million Dollars geschäht. AuS den groben Städ­ten des westlichen Ontarios laufen Ostreiche Geld- spenden ein.

Drahtnachrichten und neuestes.

Ausschreitungen der streikenden Bauarbeiter tu Paris

»f Paris, 14. Juli. Gestern abend ist eS in ver­schiedenen Stadtvierteln wieder zu Ausschreituugetl der streikenden Bauarbeiter gekommen, so daß die Polizei einschreiten nlußte. Zehn Bauarbeiter wurden verletzt, mehrere davon schwer.

Opfer der

** Loudon, 14. Juli. In Birmingham haben ge­stern sechs Personen durch Hitzschläge ihr Leben ein» gebüßt.

w, Trier, 14. Juli. Infolge der abnormen Hitze sind in Saarbrücken ein italienischer Arbeiter und ein Zugführer irrsinnig geworden. Beide mußten inter­niert werden.

Deserteure der Fremdeulegiou.

w> Madrid, 14. Juli. AuS Melilla wird gemeldet, daß sich nach hier gelangte Deserteure der Frew deu- leaion in das spanische Lager geflüchtet hätten. Kürz­lich wurden 16 Fremdenlegionäre, die sich auf das Ge­biet der Bujaji geflüchtet hatten, von Bewaffneten Wo* maden überfallen und ermordet.

Wiederaufleben der Kämpfe in Marokko.

W Paris, 14. Juli. Aus Oran wird gemeldet, daß die Führer der zwischen Fez und dem Multtja- fluß ansässigen Stämme eine Versammlung abgehalten und beschlossen haben, nach der Ernte von neuem gegen die Franzosen ins Feld zu ziehen.

Generalstreik in Spanien.

^ Saragossa, 14. Juli. Hier ist der Generalstreik ausgebrochen. Die Läden und Geschäfte sind geschlossen, das Geschästsleben liegt still. Bisher herrscht in der Stadt Ruhe.

Neuer Aufstand in Mexiko.

te& Mexiko, 14. Juli. In Puebla kam es zu einem ernsten Zusammenstoß zwischen Republikanern und Anhängern Maderos, wobei über 40 Personen, darun­ter mehrere Frauen, getötet wurden. Der Anlaß zu dem Zusammenstoß soll ein Angriff betrunkener Re­volutionäre auf das Gefängnis gewesen sein.

Berliner Getreide- und Schlachtviel-umrkt.

In der am 12. Juli beendeten Verichtswoche haben die Getreidepreisc am Berliner Markte eine Abschwäch­ung erfahren. Die Ursache hierzu ist hauptsächlich durch den Umstand gegeben, daß diesmal mit einer verhält­nismäßig frühen Ernte zu rechnen ist und infolgedessen die inländische Landwirtschaft schon jetzt mit Verkäu­fen vorgeht. Außerdem hat es den ^Anschein, als ob die Klagen über mangelhafte Entwickelung der Saaten übertrieben gewesen sind. Wenigstens wirkte es eini­germaßen überraschend, daß die Ertragsschätzung sür Winterroggen ein Ergebnis von 7 837 000 Tonnen an­gibt gegen eine vorjährige definitive Schätzung von 7 974 000 Tonnen. Dieses günstige Resultat ist haupt­sächlich der voraussichtlich reichen Ernte der westlichen Provinzen zuzuschreiben. Die Einerntung hat im Jn- lanöe bei prachtvollem Wetter nahezu durchweg be­gonnen. Während so im Jnlande die Verhältnisse sich bester anlasten, als man noch vor kurzem glaubte er­warten zu können, werden die Ernteaussichten der wich­tigsten ausländischen Produktionsländer etwas weniger vorteilhaft als früher beurteilt. In Berlin wäre Wei­zen infolge inländischen Angebots noch weiter im Prei­se zurückgegangen, wenn nicht russische Deckungskäufe eine Stütze geboten hätten. In Hafer werden die Juli­lieferungen durch russische Ware beglichen. Mais ist in guter Ware sehr knapp, und bei dem niedrigen Wasser­stand ist das Herbeischaffen neuer Ware schwierig. Am letzten Tage der Berichtswoche stellten sich die Preise für Lieferung im September wie folgt: Weizen 199,25 X Roggen 166,50 X Hafer 163,75 X Mais 148,00 X

Preise des städtischen Schlachtviehmarktes. 1. Och­sen: a) vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlacht­wertes, ungejocht 81 bis 86 X, b) junge, fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete 76 bis 80 X, c) mäßig genährte junge und gut genährte ältere 70 bis 75 X 2. Bullen: a) vollsleischige, ausgewachsene höch­sten Schlachtwertes 73 bis 78 X, B) vollfleischige jün­gere 71 bis 76 X, c) mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere 70 bis 72 X 3. Färsen und Kühe: a) vollsleischige, ausgemästete Färsen höchsten Schlacht- wertes - bis - X, b) vollsleischige, ausgemästete Klihe höchsten Schlachtwertes, bis zu 7 Jabren 65 bis 70 X, c) ältere ausgemästete und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Färsen 60 bis 65 X d) mäßig ge­nährte Kühe und Färsen 57 bis 60 X e) gering genähr­te Kühe und Färsen bis 62 X f) gering genährtes Jungvieh sFrester) JL 4. Kalber: a) Koppellenöei feinster Mast 107 bis 136 X b) feinste Mastkalber 92 bis 98 JL, 0 mittlere Mast- und beste Saugkälber 8G bis 88 JL, d) geringere Mast- und gute Saugkälber 74 bis 83 JL, e) geringe Saugkälber 55 bis 67 JL ^ Schafe, a) Mastläinmer und jüngere Mafthawrnel82 bis 88 X b) ältere Masthawmel, geringere Mastlämmer und am genährte junge Schafe 76 bis 80 X c) mäßig am^te Hammel und Schafe 68 bis 81 X 6. Schweine: a) Fett­schweine über 3 Zentner Lebendgewicht 56 fleischige Schweine 240 bis 300 Pfund 5o bis 56 K vollsleischige 200 bis 240 Vmnö bis 56 ^, d) vouL fleisckiae Schweine 160 bis M0 Pfund 52 Btë M X 9 vollfleischiae Schweine unter 160 Pfund 50 bis o1^^