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Gießener Peilung

Vezugspreis 50 Psg. monatlich

oierleljnhrlich 1^0 Mk., vorauszahlbar, frei inS HauS. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweig- ausgabestellen vierteljährlich 1,20 Mk. Erscheint Mittags 3 Uhr. Die .Jllustr. Weltruudschau- liegt alle 14 Tage einmal gratis bei. Redaktion: SelicrSrveg 83. - Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert.

Verlag derGictzeuer Zeitung,, G. m. b. H.

Enthält alle amtl. Bekanntmachungen

der Großherzoglichen

Bürgermeisterei

sowie vieler anderer

des Großherzoglichen

Polizei-Amies

Behörden Gberhessens

Expedition: Seltersweg 85.

(Haus Brüder Schmidt.)

Anjcigenpreis 15 Psg.

die 44 mm breite Inseratenteile. Stellen­gesuche und Familienanzeigen 10 Psg. Die 90 mm breite Zeile im Reklanieteil 50 Psg. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Grütze berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung deS ZahlungS- zieleS (30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bet Konkurs in Wegfa-ll. Platzvorschriften ohneBerbindltchkeit.

Bcrlag derGiesreucr Zeitung^ (ü. in. b. H.

Nr. 138

Telephon: Nr. 302.

Donnerstag, Den 15. Juni 1911

T eleph on: 9lr. 362.

23. Jahrg.

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Herborn. j:i I

hessischer Landtag.

Ausschuftfitzungen.

Der dritte Ausschuß der Zweiten Kammer hielt am Dienstag eine längere Sitzung ab. Bezüglich der Vorstellung des Heinrich Klein zu Bensheim betr. Entschädigung abgebrannter Gebäude (dem Petenten ist seine Holzbearbeitungssabrik bis auf die Fundamente abgebrannt, wofür die Brandversicherungskammer die Entschädigung verweigert) stellt sich der Ausschuß auf d<n Standpunkt, daß eine Entschädigung einzutreten bube, und wenn dies nicht durch die Brandversicherungs- 1 kammer geschehe, müsse die Behörde eintreten. Be­

um die be- nsa-Kuchen kein anderes die beliebten asa-Puddings chtenHansa- (274) iburg 6,

Doppelwagen e erspart.

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Thomasmehl Säcken, mit rsehen.

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treffs der Vorstellung hessischer Privatarchi­tekten wegen Uebernahme von Privatarbeiten hat sich ergeben, daß die Beschwerden zum Teil übertrieben sind und die staatlichen Saubeamten nur einen geringen Pro- zeutsatz der Privatarbeiten ausführen. Diese Privalar- beiten ganz zu verbieten, hält der Ausschuß nicht für angebracht. Wo es notwendig erscheint, will die Re­gierung eine Remedur eintreten lassen. In diesem Sinne soll die Vorstellung für erledigt erklärt werden. Betreffs der Vorstellung von Landwirten in Ulrichstein wegen der dortigen staatlichen Aufforstungen wurde feftgefteUt, daß diese nur ganz unbedeutender Natur sind gegenüber den von der Gemeinde und Privatbesitzern erfolgten Auf­forstungen; es liegt somit ein Grund zum Einschreiten nicht vor und der Ausschutz beantragt deshalb, die Vor­stellung für erledigt zu erklären. Weiter beschloß der Ausschutz, die Landtagsersatzwahl in Gietzen (an­stelle des Abg. Dr. Gutsleisch wurde Iustizrat Grüne­wald gewählt) für gültig zu erklären.

Der Finanzausschuß der Zweiten Hessischen Ständekammer beschäftigte sich gestern unter dem Vorsitz des Abg. Dr. Osann zunächst mit den hessischen Bundes- ratsverhällnissen und der hessischen Gesandtschaft in Ber­lin. Vorgesehen ist ein Bürobeamter mit einem Höchst­gehalt von 5820 Mark, sowie für vermehrte Tätigkeit stellvertretender Bundesrats-Bevollmächtigter ein Be­trag von 6500 Mark. Die Regierung und der Staats- minister Ewald, sowie Geh. Staatsrat Krug von Nidda begründeten die Notwendigkeit der Forderung eingehend. Fn dem Ausschuß selbst wurden verschiedene Stimmen auch gegen die Bewilligung laut, es wurde daher be­schlossen; die Abstimmung für die nächste Sitzung auf­zuheben.

Weiter wurden in dem Ausschuh die verschiedenen Steromarke«- || Anträge betr. die Revision des preutzisch- tt an unsere hessischen Gcmèinschastsvertrages be- I handelt. Es wurden die Anträge der Abgg. Ulrich und ^. Reh abgelehnt, dagegen der Antrag Molthan, dem auch die Bauernbiindier unb die Rationalliberale Partei zu- stimmten, angenommen. Er lautet:Die hohe Kam­mer und die Regierung ersuchen, eine genaue Uebersicht übet die aus den hessischen Linien der pieuhi,ch-hesl>sch. Eilenbahngemeinschaft seit Bestehen des Vertrages °m- gelretenc Betriebsstcigerung und die dadmch bednigte Werterhöhung, sowie eine genaue Uebersicht über die leit Bestehen des Vertrages notwendig gewordene »a- pitalserhöhung, sowie über die in der nächsten Zmuns noch in Aussicht stehenden Auswendungen demnächst dem

I?

Landtag vorzulegen.

Reicbstagswablwrbmitungen.

Friedberg, iS. Juni. Wie wir berichteten, hat der alsnationaler Saminelkandidat sur den Wahl- treis Friedberg-Büdingen in Aussicht ge­nommene fiteistat Schliephake abgelehnt. Ueber die Eründe der Ablehnung wird derFianft. o g- 9 schrieben. Wir glauben darüber informiert $u ein bag der Bund der Landwirte an eine nationallibetale -am- nielfanbibatiir die Bedingungen geknüpft hat, die neu­lich imHanauer Anzeiger" als allgemein guUig fu Südwestdeutschland bezeichnet wurden: D" Kandidat muh deraltnationalliberalen» Richtung bes ann von Heyl angehören. Offenbar ist Kreisrat Schliephake e n selbständiger Mann, der sich nicht unter d°- ^ des Sundes beugen will. So kann denn, nachdem der Bund diese und das Zentrum die vorher in Mussi*, Scn°m- mene Kandidatur des Mcdizinalrates ri. 9 - . bad) zu Fall gebracht hat, die suche auss neue beginnen.

. 2 i m b u r g 15. Juni. Die Sozialdemokraten haben im vierten nassauischen Reichstagswahlkreise den

ucoen im vierteil huhuwh^v.. - 7- , oxMrnnhi-

( satbeiterfetretär Zimmermann-Frankfurt als Zahlkandi-

hinten aufgestellt.

Bus Stadt und Land.

(Sieben, den 15. Juni.

Verkausstagsnachklänge. Das Groh- Herzogspaar hatte gestern nachmittag die beim Ver- kausstage tätigen verheirateten Damen zum Tee in den Botanischen Garten eingeladen. Um 6^ Uhr erfolgte die Rückreise des Großherzogspaares im Automobil nach dem Jagdschloß Wolssgarten. Das Ergebnis des Verkaufstages beträgt 5 8 3 0 0 Mark. Dem Archi­tekten Hans Meyer-Gießen verlieh der Grotzherzog das Ritterkreuz 1. Klaffe des Philippsordens, während die Großherzogin ihr Bild mit eigenhändiger Unterschrift überreichte.

* An die Wasserkante! Man schreibt uns: Der Landesausschuß des deutschen Flottenvereins für das Großherzogtum Hessen bittet Damen und Herren, auch Nichtmitglieder, die sich an seiner am 15. Juli be­ginnenden Gesellschaftssahrt beteiligen wollen, sich bal­digst anzumelden. In sieben vollen Tagen wird für 110 Mark Hamburg HelgolandKiel eingehend besichtigt. Vorbereitet ist ferner eine fünftägige Anschlußfahrt nach Dänemark; sie zeigt Kopenhagen, Nord-Seeland mit seinen reichen Schlössern und Helsingör, überquert den Sund, um in dem malerisch gelegenen Helsingborg auf schwedischem Boden einen Abend zu verbringen und endigt am 26. Juli in Saßnitz aus Rügen. (Preis 75 Mark.) Anmeldungen und Zahlungen nimmt nur der Hessische Landesausschuh Darmstadt, Waldstraße 1, ent­gegen; Programme sind von ihm zu erhalten.

* Fronleichnamsfest. Das hohe Fest, daß heute unsere katholischen Mitbürger feiern, kam zur all­gemeinen Einführung im Jahre 1311 durch Papst Cle­mens 5., so daß dieses Jahr das 6 0 0 j ä h r i g e Ju­biläum des Kirchenfestes darstellt. Ueber die Ent­stehung desselben erzählt die Legende, daß eine Lütti­cher Nonne, so oft sie betete, den vollen Mond mit einer kleinen Lücke gesehen. Man deutete den Mond als die Kirche und die Lücke als den Mangel eines Festes zur Einsetzung des heiligen Abendmahles. Die Feier wurde 1249 durch Bischof Robert von Lüttich für sein Bistum eingeführt und von Papst Urban den 4. 1264 auf die ganze Kirche ausgedehnt. Da Urban aber bereits zwei Monate nachher starb und seine Nachfolger auf die Be­folgung der Einsührungsbulle nicht drangen, so wurde das Fest fast nur in der Diözese Lüttich gefeiert. Erst Clemens 5. führt 1311 die Angelegenheit zum erwünsch­ten Ziel.

* Künstausstellung D a r m st a d 1 1911. Ueber die Kunstausstellung Darmstadt 1911, die Mitte Mai ihre Pforten geöffnet hat, ist soeben eine höchst be­achtenswerte Sonderveröffentlichung im Juni-Heft der Deutschen K u n st und Dekoration" (Ver- lagsanstalt Alerander Koch-Darmstadt) erschienen, die allen denen hochwillkommen sein dürfte, die sich über das auf der Ausstellung Gebotene eingehender unterrich­ten wollen. Die ausgezeichneten zahlreichen Abbildun­gen geben einen umfassenden Ueberblick über die be­deutsamsten Werke dieser Kunstschau, die den guten Rus Darmstadts als Kunststadt wieder glänzend rechtfertigt und unter den gleichzeitigen anderweitigen Veranstal­tungen mit einen der ersten Plätze einnehmen dürfte. Dr. Carl Weichardt-Franksurt hat den orientierenden Tert dazu geschrieben.

Jahnfeier in Berlin. Die am 17. und 18. Juni in Berlin zu veranstaltende Jahnfeier (100- jährige Gedenkfeier der Errichtung des ersten Turnpla­tzes) wird sich zu einer gewaltigen Kundgebung für die deutsche Turnsache gestalten. Selbst eine Abordnung aus Amerika wird an der Erinnerungsfeier teilnehmen.

* 2 6. Mainzer Regatta. Man schreibt uns: Die große, zweitägige Regatta des Mainzer Ruderver­eins nimmt am nächsten Samstag, den 17. um 4% Uhr nachmittags ihren Anfang. Da die Breite der Bahn nur das gleichzeitige Fahren von 5 Booten gestattet, so müssen am Samstag vormittag bereits Vorrennen stalt- finden, deren Beginn auf 10 Uhr festgesetzt ist. Am Nachmittag werden neun Hauptrennen gestartet. Den Abend des ersten Regattatages beschließt ein großes Nachtsest auf den Terrassen und im Garten der Stadt- Halle. Am Sonntag, den 18., 31/ Uhr nachmittags be­ginnen die Haupttennen. Von diesen interessieren am meisten der Ausgang des Orotzherzogs-Vierers, des Großen Einers, des Kaiser-Vierers und des Großen Achters.

* Falsche Zweimarkstücke, die selbst von Fachleuten von echten kaum unterschieden werden können, sind zurzeit, so wird aus der Pfalz gemeldet, wieder

I zahlreich in Umlauf. Sie tragen das Münzzeichen C. und die Jahreszahl 1876.

* Versammlung. Auf Anregung des hiesi­gen Ev. Arbeitervereins fand am Sonntag eine Bespre chung über die Herbeiführung eines regeren Verkehrs i zwischen den Vereinen Butzbach, Friedberg, Gießcll, Marburg und Wetzlar statt, zu der sämtliche eingelade­nen Vereine Vertreter entsandt hatten. 9tach kurzer Be grüßung durch den Vorsitzenden des Gießener Vereins, Oberbibliothekar Dr. Heuser und Darlegung des Zwecks der Zusammenkunft wurde in eingehender Weise über die Möglichkeit eines gemeinsamen Wirkens beraten. Ne­ben Pflege der Geselligkeit, Stellungnahme zu wichtigen wirtschaftlichen und sozialen Fragen, soll durch gemein­same Besprechung von Vereinsangelegenheiten, Austausch der Redner für Vorträge und Diskussionsabende, gegen­seitige Uebersendung des Arbeitsprogramms und der Jahresberichte, Schaffung gemeinschaftlicher sozialer Ein­richtungen 2C. eine Förderung der Vereinsbestrebungen herbeigeführt werden. Zur Durchführung dieses Vor­habens werden den vertretenen Vereinen folgende Vor­schläge zur Beratung und Genehmigung unterbreitet. Die Vereine Butzbach, Friedberg, Gießen, Marburg, Wetzlar, wozu noch Homburg gebeten werden soll, bil den zwe-cks Förderung der Evangelischen Arbeiter- und Gesellenvereinsbestrebungen sowie zur Pflege der Ge selligkeit, eine lose Vereinigung, bei welcher das Ver Hüllnis einzelner Vereine zum Mittelrheinischen bezw. Kurhessischen Verband unberührt bleibt. Mindestens zweimal jährlich finden Delegiertenversammlungen statt, bei denen neben Besprechung von Vereinsangelegenhei­ten, Stellungnahme zu wichtigen sozialen und wirt­schaftlichen Fragen, ein kleines Referat mit anschliehen der Diskussion in Aussicht genommen ist. Weiter be steht die Absicht neben gegenseitigem Besuch der Veran­staltungen der einzelnen Vereine im Sommer einen ge meinschaftlichen Familienausflug zu unternehmen. Die Geschäftsführung übernimmt vorläufig der Gießener Verein.

-sch- Hungen, 14. Juni. Aus der Züchterei des deutschen Edelschweines von R. Weiß-Hof ging ein Eber zu Zuchtzwecken nach D e u 1 s ch - O st a s r i k a.

* Friedberg, 15. Juni. Folgende bemerkens­werte Bekanntmachung gegen anonyme Anzeigen ver­öffentlicht das Kreisamt zu Friedberg: In letzter Zeit wurden häufig Anzeigen ohne Nennung deä Namen ihrer Absender eingereicht. Da die Erfahrung gelehrt bat, daß solche Anzeigen meist Beschwerden gegen die uns Nachgeordneten Organe der Verwaltung und Poli­zei in den weitaus meisten Fällen grundlose Ankla­gen enthalten, so erscheinen dieselben zu einem amtlichen Einschreiten nicht geeignet. Wer nicht den Mut hat, seine Sache persönlich zu vertreten, kann eine Berücküch- tigung umsoweniger erwarten, als Jedermann bei uns für feine Anliegen ein offenes Gehör findet und er ge­gebenenfalls auch auf Wahrung seiner Anonymität durch uns rechnen kann.

* Worms, 14. Juni. Hier hat sich ein neuer Verein gebildet, der Barfußklub, dessen Mitglieder, männliche und weibliche, sich verpflichten, während der wannen Jahreszeit nur unbeschuht einherzugehen. Der Vorsitzende ist ein Schuhmachermeister.

* Weilburg, 15. Juni. Das finanzielle Er­gebnis des Kornblumentages in unserer Stadt beträgt 1200 Mark.

* Weilburg, 15. Juni. Der Ev. Männer- u. Jünglingsverein von Limburg unternimmt heute einen Ausflug nach Weilburg und Braunfels.

=)(h Limburg a. d. L., 15. Juni. Am 1. Au­gust wird die vollspurige eingleisige Verbindungsbahn Marienberg-Langenbach-Erbach im Westerwald dem ös- sentlichen Verkehr übergeben. Die Strecke ist 6,12 Kilo­meter lang. Zwischenstationen besitzt die Strecke nicht.

* Homburg v. d. H., 14. Juni. Hochinteres­sante Versuche mit der Wünschelrute wurden gestern früh im hiesigen Kurgarten angestellt. Ein Kurgast, Herr Bibow aus Mecklenburg führte mit den bekannten Weidengabeln eine Menge von wohlgelungenen Erperi- menten aus. Die Gabeln drehten sich, wenn Herr Bi­bow über unterirdischen Quellen stand, förmlich um ihre Achsen. Auf diese Weise konnte gestern im Beisein wissenschaftlich gebildeter Männer einwandfrei der Rand des Quellengebietes feftgefteUt werden. An diese Ver­suche schlossen sich solche von Fräulein Brod-Vilbel an, die auch alle vorzüglich gelangen. Die Erperimente ver­folgten lediglich den Zweck, vor einem Kreise von Fach­gelehrten auf die eigenartigen Zusammenhänge zwischen unterirdischen Wasserströmen und besonders dazu ge­eignete Personen hinzuweisen.