Gießener Bettung
Bezugspreis 40 pfg. monatlich
siebtel jährlich 1^0 Mk., vorau-zahlbar, frei ins Haus. Ab geholt in unserer Expedition oder in den Zweig- ausgabestellen vierteljährlich 90 Pfg. — Erscheint Dienstags, Donnerstags, SamStagS. — Redaktion: vellerSweg 83. — Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert.
Verlag der „Gießener Zeitung" G. m. b. H.
Enthüll alle amtt. Bekanntmachungen
der Großherzoglichen
Bürgermeisterei
sowie vieler anderer
des Großhe^zoglichen
Polizei-Amtes
Behörden Gberhestens
Expedition: Selters weg 83,
(Haus Brüder Schmidt.)
Anzeigenpreis 15 pfg.
bie 44 mm breite Inseratenteile. — Stellengesuche und Familienanzeigen 10 Pfg. — Die 90 mm breite Zeile im Rekla ui eteil 50 Pfg. — Extrabetlagen werden nach Gewicht und Gröhe berechnet. Rabatt kommt bei Überschreitung des Zahlung». zieleS (30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bet Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit.
Verlag der „Eichener Zeitung" G. m. b. H.
Nr. 210
(2. Blatt.)
Samstag, den 14. Oktober 1911
Telephon: Nr. 362.
23. Jahrg.
Benifcbe Landiagswabkn 1911
tische Familienhäuser aus dem Lande und in Vororten
Wo kann man wählen? Jeder Wähler 1 schon für 3500 Mk. auswärts. Ein Wegweiser für alle wählt dort, wo er in die Wählerliste eingetragen ist, ! diejenigen, die auf dem Lande im eigenen Hause gesund das ist nun dort, wo er seinen Wohnsitz hat resp, wo und billig wohnen wollen. Herausgegeben von M,
er die ganze oder den größten Teil seiner Gemeindesteuer zu zahlen hat.
Wie wird gewählt? Geheim und direkt. Wer das 50. Lebensjahr zurückgelegt hat, hat zwei Stimmen.
Wer kann wählen ?
Wer unter 500 Mk. Einkommen hat, und nicht zur Staatsfteuer veranlagt ist, dagegen über Mark und somit zur Gemeindesteuer veranlagt ist, oder doch veranlagt werden kann, ist wahlberechtigt, auch wenn in seiner Einkommensklasse Gemeindesteuer nicht
also 200
erhoben wird. Er muß in die Wählerliste eingetragen werden.
Wählen kann schließlich jeder, der in die Wähler- liste eingetragen ist, wenn dies auch vielleicht zu Unrecht erfolgt ist. Eine Wahl kann auf Grund von Irrtümern in der Wählerliste nicht mehr angefochten werden. Das ist eine Neuerung von weittragendster Bedeutung. Darum ist eine Ineinsichtnahme in die Wählerliste für jeden die heiligste Pflicht.
Diese Wählerliste bildet die wichtigste Grundlage der Wahl. In ihr muß jeder Wahlberechtigte stehen mit Namen und mit Tag und Jahr der Geburt (wegen des 50. Lebensjahres).
Das Stimmrecht ruht für: 1. Personen, gegen die ein Hauptverfahren eingeleitet ist wegen eines Vergehens oder Verbrechens, bei welchen auf Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte bezw. der Fähigkeit, öffentliche Aemter zu bekleiden, erkannt werden kann. Das Stimmrecht ruht bis zur Beendigung des Verfahrens. — 2. Personen, über die Untersuchungs- oder Strashaft verhängt ist. — 3. Mitglieder der ersten Kammer.
Wer darf nicht wählen? Kein Stimmrecht haben: 1. Personen, über die eine Zuchthausstrafe verhängt ist; ihr Stimmrecht ruht von dem Tage, an welchem das Urteil rechtsgiltig geworden ist, bis zum Ablauf von 5 Jahren nach Verbüßung, Erlaß oder Ver- jöhrung der Strafe.
2. Personen, über deren Vermögen der Konkurs verhängt ist, solange bis das Konkursverfahren beendet
3. Personen, die aus rechtskräftiges Urteil hin die bürgerlichen Ehrenrechte verloren haben, oder denen die Fähigkeit öffentliche Aemter zu bekleiden, abgesprochen
i[l, solange der Verlust dauert.
4. Personen, die unter Polizeiaufsicht stehen.
5. Personen, die der Landespolizeibehörde überwiesen sind; bezüglich der Dauer des Verlustes gilt das unter 1 Getagte.
6. Personen, die früher öffentliche Aemter bekleideten resp. Rechte auf Grund öffentlicher Wahlen ausübten, denen diese Aemter bezw. Rechte durch rechtskräftiges Ur= teil entzogen sind. Dauer des Verlustes wie bei 1.
7. Personen, die unter Vormundschaft oder Pflegschaft stehen.
8. Personen, die am Tag der Wahl mit der Entrichtung der direkten Staats- oder Gemeindesteuern mehr als zwei Monate im Rückstand sind.
9. Personen, die gerade eine nicht bloß vorüber - gehende Armenunterstützung aus öffentlichen Mitteln beziehen, oder in den letzten 12 Monaten vor der Wahl bezogen haben.
Zum Punkte A r m e n u n t e r st ü tz u n g ist zu bemerken: Als Armenunterstützung gelten nicht: 1. Armenunlerstützungen, die zurückerstattet sind. — 2. Kran- kenunterstützung. — 3. Anstaltspslege, die wegen körperlicher oder geistigen Gebrechen gewährt wurde. — 4. Unterstützungen, die nur einmalig in augenblicklicher Notlage gegeben sind.
Literarisches.
? Fab er's Kursbuch für Mittel- und Nord - deutschland ist in seiner vom 1. Oktober 1911 bis zum 30. April 1912 gültigen Winterausgabe soeben rechtzeitig erschienen, um seinen vielen Freunden bei ihren Reisen nach dem Winterfahrplan wieder gute Dienste zu tun. Eine Eisenbahnkarte vewollständigt den Inhals, des praktischen Büchleins, das für den außer- o-enMch mäßigen Preis von 25 Pfg. durch sämtliche Buchhandlungen zu beziehen ist. Eventuell wende man sich an die Faber'sche Verlagsbuchhandlung in Magdeburg, Breiteweg 6.
? Eigener Herd ist Goldes wert. Prak-
und billig wohnen wollen. Herausgegeben von M,
Spindler, Amtsbaumeister a. D. 96 Seiten mit 150 Abbildungen. 3. Auflage. Preis Mk. 1.50, gebunden 2 Mk. (Porto 20 Pfg.) Westdeutsche Verlagsgesellschaft, Wiesbaden 35. Wenn wir hier sehen, daß man bei zweckmäßigster Naumausnützung Familienhäuser mit 3 und 4 Zimmern nebst Küche 2C. bei 280 und 360 Kbm. umbautem Raum (je 12—15 Mk.) für 3—4000 bezw. 4—5000 Mk. bauen kann, so zeigt sich, daß man auch im Eigenheim billig wohnen wird. Idyllisch ist das Leben im Eigenhause, in jeder Beziehung ist es ideal. Zur Verbesserung der Lebenshaltung dient der Ertrag des Gartens und die Kleintierzucht, denn 1 Ar Gartenland mit Obstbäumen und Veerenkulturen bringt einen Durchschnittsertrag von 100 Mk. jährlich, andere Kulturen ebenfalls. Aus Hühnerzucht ist nach Abzug aller Unkosten pro Huhn 8—10 Mk., aus einem Bienenstock 20 Mk., von einer Milchziege 240 Mk. zu erzielen, durch Kaninchenzucht 2C. sind weitere wirtschaftliche Vorteile geboten, sodaß man den Ausführungen des Verfassers nur beistimmen kann.
— I n Sturm und Not im Lenkballon.
Von Otto Promber. Mit 18 Vollbildern Mk. 3.—. Der Autor schildert die Entstehung und die Fahrt eines lenkbaren Luftschiffes, dessen Zweck es sein soll, den Kanal und die Nordsee zu überfliegen. Das kühne Wagnis mit all seinen Gefahren, die Annäherung an die englische Küste, die eintretende Katastrophe, die Strandung aus einer Doggerbank, das moderne Robinsohn- leben, die schließliche Rettung und Heimkehr der schwergeprüften Ueberlebenden, bei denen sich auch ein junger deutscher Kaufmann befindet, bietet unendlich viel frische und farbenreiche Schilderungen.
— Kein Glück — Romantische Liebe. Von Carl Bleibtreu. Illustriert von Ehr. Speyer. In farbigem Umschlag geh. 1 Mk., eleg. geb. 2 Mark. — Carl Krabbe Verlag Erich Gußmann in Stuttgart. — Bleibtreu wendet sich hier dem intimen Privatleben Napoleons 1. zu. Die bekannte Liebesgeschichte mit der polnischen Gräfin Malewska gibt ihm Anlaß dazu. In der anderen Novelle werden geistreich verknüpft der junge St. Croir, den inmitten glänzender Laufbahn als Günstling Napoleons 1. ein jäher Tod wegraffte, und der geheimnisvolle Oudet, Haupt der republikanischen Phi- ladelphen, der bei Wagram auf verdächtige Weise ums Leben kam. Beide Novellen gehören zum Bedeutendsten, was Bleibtreu je geschaffen hat.
? Robert Walter: Götterdämmerung. Eine Geschichte vom Untergange Wotans, mit Bildern von Franz Stassen (Mainzer Volks- und Jugendbücher, Band 14). 192 Seiten. Gebunden 3 Mk. Verlag von Jos. Scholz, Mainz. — Seitdem die alten Volkssagen vom Sachsenherzog Wittekind durch Wilhelm Kotzde neu erzählt und herausgegeben wurden, haben sich die Blicke wieder stärker auf diese Heldengestalt gelenkt, die in ihrer Tragik und unerschütterlichen Größe zu den erha- bendsten in der deutschen Geschichte gehört. Es ist die Tragödie eines Volkes, die im Schicksal dieses Helden sich verkörpert. Dieses immer erneute Ausbäumen gegen den überlegenen Frankenkönig, um Glaube und Freiheit zu wahren, es lehrt unsere oft schwachmütige Zeit, was es heißt, sein Alles für die hohen Güter seines Volkes hingeben.
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Ein Triumph der Wiffenfchaft.
Beseitigung der chronischen Stuhlverstopfnng ohne Abführmitttel.
Der einzig richtige Weg zur „Blutreinigung".
„Blut ist ein ganz besonderer Tatst", sagt Goethe. „Blut ist flüssiges Leben", sagt der Arzt. Blue ist das Oel der Lebens- flamme, der Bekämpfer, aber auch d r Urheber zahlreicher Er krankungen. Wie bekannt, liegt die Quelle des Blutes im Darm. Von dorther stammen mithin schon die Krankheitskeime, die von dem Blut durch den ganzen Körper verschleppt werben. Wenn daher der Darm nicht richtig funktioniert, ist auch der ganze Organismus in Unordnung.
Neuere Forschungen haben nun nachgewiesen, baß die bei mangelhafter Darmfunktion sich bildenden Krankheitskeime sehr häufig von gelvissen in Darm schmarotze den Kleinlebewesen (Bakterien) herrühren, und in diesen letzterennsieht jetzt dieWissen- schaft die Hauptursache zahlreicher schwerer, sowohl akuter wie chronischer Leiden. So, um nur eines der wchtigsten herauszugreifen, die der chronischen Stuhlverstopfung in zahlreichen Fällen.
Mit der Erkenntnis der wahren Ursache dieses Allerwelt- leidens sind natürlich jetzt auch die Wege zu seiner radikalen Beseitigung gegeben. Wenn man die chronische Stuhlverstopfung bislang mit Abführmitteln zu beseitigen suchte, so war man dabei, wie dies jeder bestätigen kann, der schon einmal längere Zeit daran gelitten, ganz und gar auf dem Irrwege. Mit Abführmitteln läßt sich wohl das Leiden für den Augenblick, nicht aber seine Ursache bekämpfen. Im Gegenteil, je länger Abführmittel genommen werden, desto schlimmer wird die Sache. Die Ursache des Uebels liegt eben sehr häufig in den genannten Fäulnisbakterien, und erst dadurch, daß man diese unschädlich macht, kann man das Leiden mit seinen oft furchtbaren Folgen mit der Wurzel ausrotten. Bakterien lassen sich nun aber nicht durch Abführmitel aus dem Darm vertreiben. Zu ihrer Vernichtung müssen ganz andere Wege eingeschlagen werden, dun die führen uns zu den Desinfektionsmitteln. Durch sie muß der Nährboden der Mikroben, der doch ihr Wachstum und ihre V ermehrung allein ermöglicht, so beeinflußt werden, baß ihre Lebensbedingungen aufhören.
Als ein solches Mittel, das eine ganz enorme Darmdesinfektton ohne jede schädliche Nebenwirkung ermöglicht, empfiehlt der Direktor des weltberühmten Pasteur-Instituts zu Paris, der für seine genialen Forschungen mit dem Nobelpreis ausgezeichnete Bakteriologe und Arzt Professor Dr. E. Metschnikoss, die bulgarische Sauermilch — den Joghurt. Dieses seit Jahrhunderten im Orient als lebenverlängerndes Mittel in hohem Ansehen stehende Milchpräparat, das ähnlich wie Kefir zubereitet wird, enthält ein heseartiges Ferment, Masami« genannt, das die merkwürdige Eigenschaft besitzt, erst im Darm große Mengen Milchsäure zu erzeugen. Und Milchsäure in ihrem Entwickelungsstadium ist der grimmigste Feind der schädlichen Darmbakterien, weil durch sie deren Nährboden so „versäuert" wird, baß ein Weiterwachstum aufhört
Mit Hilfe von Majamin, welches wir unter der ständigen Kontrolle des Bakteriologischen Instituts Dr. Piorkowsti in Berlin aus bulgarischer Joghurt-Milch isolieren lasten, ist heute jeder in der Lage, nach einem ganz einfachen Rezept sich Joghurt für wenige Groschen selbst herzustellen. Neuerdings lassen wir aber auch aus Majamin ein äußerst wohlschmeckendes Dessert-Gebäck, Majapan genannt, herstellen und geben so denjenigen Patienten, denen die Zubereitung des Joghurt zu umständlich sein sollte, ober die fürchten durch längeren Genuh von Joghurt an Gewicht zuzunehmen, eine neue Darreichungsform des Majamin-Fermentes für sich allein. Der Gehalt eines einzigen Stückchens Majapan an wirksamer Joghurt-Substanz entspricht bem einer großen Tasse Joghurt; es besitzt mithin die gleiche darmdesinfizierende Wirkung und ist dabei noch wesentlich billiger. Bequemer kann man dem Menschen, der Joghurt anzuwenden genötigt ist, aber einen ober anderen Grunde Milch nicht gerne nimmt, seine „Pille", in diesem Falle ein feines Desiert, gar nicht verabreichen,
In Majapan ist jetzt endlich das Ideal eines ebenso unschädlichen, wie angenehm zu nehmenden Mittels zu einer gründlichen Desinfektion des Darmes geschaffen worden, das auch dann noch hilft, wenn Abführmittel versagt haben. Dabei besitzt Majapan keinerlei abführende Wirkung und kann auch Kindern, die es gerne nehmen, monatelang als Dessert zu den üblichen Mahlzeiten gegeben werden.
aus dem
Es sollen Majapan nicht nur Patienten nehmen, die an chron. Stuhlverstopfung leiden, oder die an einem anderen Tarmleiden (Durchfall, Brechdurchfall, Blähungen, Verdauungsschwäche, Hämorrhoiden), an einem Lcbcrleiden (Anschoppung), Gallenlciden (Gallensteinen),Nierenleiden jEiweitz, Zucker, Wassersucht, Nieren- gries und Blasensteinen), an Gicht oder Rheumatismus erkrankt sind, oder die eine Disposition zur Blinddarmentzündung besitzen, sondern auch Bleichsüchtig-, Nervöse, Korpulente usw. Alle diese Leiden haben eben mehr oder weniger ihren Ursprung in einer ungeregelten Tarnttäiigkeit. Tann soll aber auch Majapan bei keiner Mahlzeit jener Patienten fehlen, bei denen die im Blut zirkulierenden schädlichen Stoffe sich als Hautausschlag, Flechten, Pusteln, Geschwüre, Furunkel usw. abzulagern pflegen. Hier wirkt Majapan ganz anders als die sogenannten Blutreinigungstees, als Seifen usw., mit denen immer nur ein Symptom des Leidens, niemals aber dieses selbst getroffen wird.
Wer sich für den Gegenstand interessiert, laffe sich von uns eine Probe kommen, die wir bereitwilligst kostenlos und franko jedem zusendeu, der uns den hier angehängten Bestellzettel aus- gefüllt einsendct und ihm 20 Pfennig für Porto usw. beifügt. Wir legen der Sendung eine, aus der Feder eines praktischen Arztes ftammenbe, hochinteressant geschriebene Broschüre bei, in der zahlreiche Aeußerungen hervorragender Profestoren und Mediziner über die darm- und blutreinigende Wirkung des Joghurt und des Majamin-Fermentes abgedruckt sind.
Aoghurt-Centrale
Dr. I. Schaffner ST Co., Berlin-Grunewald.