Einzelbild herunterladen
 

Hietzener IeiLitNg

Bezugspreis 50 pfg. monatlich vierteljährlich 1^0 Mk., vorauszahlbar, frei ins Haus. Ab geholt in unserer Expedition oder in den Zweig-

Enthält alle amtt. Bekanntmachungen

ausgabestellen vierteljährlich 1,20 Mk.

Erscheint

Mittags 3 Uhr. DieJlluftr. Weltruudschau" liegt alle 14 Tage einmal gratis bei. Redaktion: Selterkweg 83. - Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert.

Verlag derGießener Zeitung" G. m. b. H.

der Groszherzoglichen

Bürgermeisterei

sowie vieler anderer

des Großherzoglichen UPolizei-Amtes > Behörden Gberhestens

Expedition: Zeltersweg 83

(Haus Brüder Schmidt.)

Anzeigenpreis 15 Psg.

die 44 mm breite Jnseratenzeile. Stellen gesu ch e und Fa m i lien a n z e i g e n 1 U Psg. - Tic 1)0 mm breite Zeile in» R e k l n m c 1 e i l 50 Pfg. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Grütze berechnet. Rabatt kommt bei Überschreitung deSZahlungS- zieles (30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Playvorschriften ohneBerbindUchleit.

Verlag berWiesener Zeitung" G. m. b. H.

Nr. 112

Telephon: Nr. 362.

Samstag, den 13. Mai 1911.

Telephon: Nr. 362.

23. Jahrg.

Ihre königliche Hoheit die Frau Großherzogin

haben mich beauftragt, der ganzen Bevölkerung und ins­besondere denen, die in Stadt und Land durch ihre ver­ständnisvolle und freudige Mitarbeit den Blumentag am 6. und 7. Mai möglich gemacht haben, den wärmsten Dank auszusprechen.

Es hat die Großherzogin besonders gefreut, daß an diesem Tage eine heitere und gebefreudige Stimmung das ganze Hessenland bis in die kleinsten Landgemein­den durchzog und Viele in dem Streben vereinigte, für einen schönen Zweck mitzuhandeln und mitzugeben.

Das reiche Ergebnis des Tages und die von der Großherzogin vorgesehene Verwendung der Mittel im Rahmen der Organisation der Großherzoglichen Zen­trale für Mutter- und Säuglingsfürsorge, die sich ins­besondere auch den ländlichen Gemeinden zuwendet, bür­gen dafür, das; damit Nützliches geleistet werden wird.

D a r m st a d t, 12. Mai 1911.

Dr. Freiherr von Leonhardi, diensttuender Kammerherr Ihrer Königlichen Hoheit der Großherzogin.

Blankokredit für den gewerblichen mittelstand.

Mannheim, 12. Mai.

Der Mangel an Betriebskapital hindert erfahrungs­gemäß zahlreiche tüchtige Kaufleute, Handwerker unb kleinere Fabrikanten, ihre Arbeitskraft, ihre Kenntnisse und ihren Unternehmungsgeist in ausreichendem Maße zu verwerten. Kredit wird aber in der Regel nur den­jenigen gewährt, die durch Verpfändung von Vermö­gensobjekten oder durch Stellung zweier zahlungsfähiger Bürgen genügende Sicherheit zu bieten vermögen. Um nun auch ohne eine solche Deckung, die ja vielfach nur mit schweren Opfern oder gar nicht zu beschaffen ist, kreditwürdigen Gewerbetreibenden einen für ihren Ge­schäftsbetrieb hinreichenden Kredit bewilligen zu können, ist von hiesigen Banken und gewerblichen Verbänden folgendes Verfahren in Aussicht genommen worden:

Die Gesuche um Gewährung von Personalkredit wer­den einem engeren Komitee von etwa 3 vertrauenswür­digen Vertretern des Handwerker- und Kausmannsstan­des zur Vorprüfung unterbreitet. Ist der Gesuchsteller als untüchtiger Geschäftsmann oder schlechter Wirtschaf­ter bekannt, so wird sein Gesuch sofort abgewiesen. An- dernsalls nimmt die Treuhandgesellschaft eine genaue Prüfung seiner Bücher vor und erstattet über das Er­gebnis einem weiteren Komitee Bericht, zu dem wo - möglich auch ein vertrauenswürdiger Angehöriger der Branche des Gesuchstellers zugezogen wird. Gelangt nun das weitere Komitee auf Grund dieses Materials und der ihm sonst bekannt gewordenen Tatsachen zu der Ue­berzeugung, daß der Gesuchsteller kreditwürdig ist, und zu seinem Geschäftsbetrieb einen Kredit in gewisser Höhe bedarf, so stellt es darüber eine Bescheinigung aus, nach deren Ueberreichung die Bank den Kredit ohne weitere Deckung einräumt.

Die Angelegenheit befindet sich gegenwärtig noch im Stadium der Vorbereitung; aber zwei kapitalkräftige Bankinstitute haben sich schon bereit erklärt, unter diesen Bedingungen Blanko-Kredite zu gewähren, und von einer dritten Bank ist die gleiche Zusage mit ziemlicher Sicherheit zu erwarten. Auch findet bereits in nächster Zeit eine Versammlung von Handwerkern und Kauf­leuten statt, in der die nötige Organisation geschaffen werden soll. Eine zivilrechtliche Haftung wird selbstver­ständlich von dem die Bescheinigung ausstellenden Ko­mitee nicht verlangt. Den Handwerkern, die zu einer geordneten Buchführung nicht in der Lage sind, wird von der Treuhand-Gesellschaft auf Verlangen ein kauf­männischer Beamter für die nötige Stundenzahl pro Woche zur Verfügung gestellt, um die Bücher in Ord­nung zu bringen und weiter zu führen, sowie rechtzeitig die Rechnungen herauszuschreiben. Zugleich ist von einem wirtschaftlichen Verbände in Aussicht genommen, für die Handwerker und ihre Angehörigen Buchhaltungskurse zu veranstalten.

Man erhofft von diesen Matznahmen vor allem eine wirksame Förderung des Personalkredits und damit eine wesentliche Erhöhung der produktiven Kraft des gewerb­lichen Mittelstandes. Nebenbei könnte dadurch auch dem Vorgunwesen, der leichtfertigen Uebernahme von Bürgschaften und vielleicht sogar den Motiven zur Schmutzkonkurrenz entgegen gewirkt werden.

Bus Stadt und Land.

Gießen, den 13. Mai 1911.

* Erledigte Lehrer st eilen sind zur Zeit an der Gemeindeschule zu Vaitshain, Lanzen­hain, Kr. Lauterbach (dem Inhaber der Stelle kann eine Ortszulage gewährt werden) und zu S ö r g e n - l o ch, Kreis Mainz.

* Köhler-Denkmal. Der engere Ausschutz für das zu errichtende Denkmal für den verstorbenen Reichs- und Landlagsabgeordneten Ph. Köhler- Langsdorf hielt am Mittwoch im Eisenbahnhotel in Gießen eine Besprechung ab, in welcher beschlossen mur= de. mit der Sammlung von freiwilligen Beiträgen be­ginnen zu wollen unb die Sammellisten, welche von Herrn Th. Reuther in Gießen zu beziehen sind, auszugeben. Die Sammlung soll bis Anfangs Oktober geschlossen werden. Alle gesammelten Beträge und son­stige Geldspenden sind an Herrn Bürgermeister R o 1 h in Bettenhausen einzusenden. Anfangs Juni soll in Hungen eine größere Versammlung stattfinden, in wel­cher endgültige Beschlüsse in dieser Sache gefaßt werden sollen.

* Die Zentralgenossenschast der Hess. L a n d w. Konsumvereine e. G. m. b. H., hält am Mon­tag, den 15. Mai lfb. Is., im Bahnhofshotel zu Darm­stadt ihre 21. Generalversammlung ab.

- a- Allendorf a. d. Lahn, 12. Mai. Der Bahn- bedienstete Kaspar Heep beging sein 40jähriges Dienst­jubiläum. Die Eisenbahndirektion Frankfurt schenkte ihm 100 Mark. '

- m- Nieder-Mörlen, 12. Mai. Bei Erwei­terung einer Mistgrube in der Hofreite des Gastwirtes Nikolaus Langstroh fand der Arbeiter Fuchs 13 Silber- stücke mit dem Bildnis Philipps des (Großmütigen.

- m- Ober-Mörlen, 13. Mai. Der Landwirt Iakob König 16. und Ehefrau Anna Maria geb. Reuß begehen morgen Sonntag in voller Rüstigkeit ihre goldene Hochzeit. Heute sind es 25 Jahre, daß der Maurer Adam König ununterbrochen bei der Bau­sirma Peter Stamm 3. in Bad-Nauheim tätig ist.

* Alsfeld, 12. Mai. Der Großherzog hat dem Bauinspektor des hiesigen Hochbauamts, Otto Berth, den TitelVaurat" verliehen.

* Groß-Breitenbach b. Ober-Mörlen i. O. Die. hiesige Provinzial-Iungviehweide hat ihren dies­jährigen Weidebetneb eröffnet. Ausgenommen wurden im ganzen 157 Rinder, sowie 57 Fohlen. Die Rinder stammen nur aus seuchefreien Gemeinden, oder solchen Otten, die weder infolge der Maul- und Klauenseuche veterinärpolizeilich gesperrt sind, noch in sogenannten Be- obachtungsgebieten liegen.

-k- Gedern, 12. Mai. Der Fürst von Stolberg- Wernigerode trifft morgen zu mehrwöchigem Aufenthalt aus dem hiesigen Schlosse ein. Die Dienerschaft ist be­reits heute angekommen. In Ober-Lais feiert die Vogelsberger Sängervereinigung ihr diesjähriges Bundessest am 11. und 12. Juni.

')(= Gedern. Eine Glatzslechicnepidemie tritt ge­genwärtig hier und in einigen umliegenden Dörfern auf. Allem Anscheine nach ist die Krankheit (Teigflecken beim Rindvieh genannt) von Tieren auf Menschen über­tragen worden. Sie ist eine durch einen Schimmelpilz hervorgerufene ansteckende Hautkrankheit, welche kreis­förmig fortschreitende Bläschengruppen oder rote Flecken an behaarten und unbehaarten Stellen ^eroorruft. Das Grohh. Kreisgesundheitsamt Schotten hat Maßnahmen gegen die Wetterverbrettung dieser Seuche ergriffen.

- !- Diez, 12. Mai. Ueber unsere Gegend gingen Donnerstag abend schwere Gewitter nieder. Namentlich die Ottschaften Holzheim, Flacht und Niederneisen hat­ten unter dem Unwetter schwer zu leiden. Die von den Abhängen in die Orte stürzenden Wassermassen rissen Gartenmauern ein und verwandelten die Straßen in reißende Ströme. Gärten, Felder und Wiesen wurden uf weite Strecken verwüstet. Mehrere Schweine ertran­ken. Um das Wasser von den Orten abzuleiten, wur­den Schutzdämnie errichtet, die von den Fluten aber wieder eingerissen wurden. In Niederneisen schlug der Blitz verschiedene Male ein, in Löhrheim wurde durch Blitzschlag ber Giebel eines Hauses weg­gerissen, in Katzenellnbogen ein Haus einge­äschert. Bei Flacht wurde der Bahndamm unterwa­schen, so daß die Züge der Strecke DiezWiesbaden zweistündige Verspätungen erlitten. In den Bächen konnte man Freitag vormittag Tausende von toten Fi­

schen sehen, die in dem den Bächen zugeführten großen Schlammassen erstickten.

- a- Ehringshausen (Kr. Wetzlar), 13. Mai. Am Mittwoch nachmittag verunglückte in der hiesigen Eisengießerei der Former Heinrich Karl. Benn Gießen spritzte im flüssiges Eisen in das linke Auge, was seine sofortige Ueberführung in die Augenklinik zu Gießen notwendig machte.

- n- Braunfels, 12. Mai. Auf der Grube Oueck bei P h i l l i p p s st e i n wurde der Bergmann Karl Eichhorn durch herabfallendes Gestein verschüttet. Der Verunglückte ist bald darauf gestorben. Er ist Vater von 3 unmündigen Kindern.

* Ober-Ingelheim, 10. Mai. Zu der Er­mordung des Spezereihändlers Wolf durch seinen Bruder wird noch gemeldet: Von der Roheit des Wöl­bers zeugt die Tatsache, daß er, nachdem der dreifach Getroffene taumelte und fiel, sich auf diesen kniete und sagte:Bist Du noch nicht ganz kaput, wart, ich Helse Dir." Dann feuerte er noch zwei Schüsse aus den To­ten. Erst dann verließ er lächelnd den blutigen Schau platz, um nach Hause zu gehen. Als man ihn verhaftete, saß er daheim ruhig beim Kasseetrinken. Die Motive zu dem Brudennord sollen übrigens nicht nur auf Erb - schaftsstreitigkeiten, sondern auch auf eine Anzeige zu rückzuführen sein, welche der nun ermordete Bruder ge­gen den Mörder wegen eines anderen schweren Ver­brechens erstattet haben soll. Der Verhaftete wird vor Erhebung der Anklage auf die Dauer von 6 Wochen in die psychiatrische Klinik nach Gießen gebracht, um dort auf seinen Geisteszustand untersucht zu werden.^

Rekonvuleszenz

»ach erschöpfenden Krankheiten, sowie nach schwerem Stntverlust.

Aach schwerer, erschöpfender Krank- heit ist die Sorge des behandelden Arstes vornehmlich darauf gerichtet, die Körper­kräfte ;u heben, um so den Kranken widerstandsfähiger ^n machen. Gs ist der medtztnischen Wissenschaft in dem geeifert in ein Mittel ;ugesührt worden, das die Körperkräfte außerordentlich schnell hebt und den Appettt befördert.

Daher wird Leciferrin jetzt mit Vor­liebe angewandt um die Körperkräfte r« heben, das Stut ?u ergänzen, neue Lebenslust zu schaffen und das Nerven­system zu erfrischen. (219)

Preis der Flasche M. 3; Leciferrin enthält Qvo-Lecithin 0.5, Eisen als Eisenoxydhydrat an Zucker ge bunden 0.75, aromatische Bestandteile in Cognac und Alkohol 40.0. Rest destilliertes Wasser.

Ja allen Apotheken erhält­lich, ganz sicher von: Universitäts-Apotheke, Gießen and Engel-Apotheke in Frank­furt a. Main.