Einzelbild herunterladen
 

Hießener Iertung

Bezugspreis 50 pfg. monatlich vierteljährlich 1^0 Mk., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweig-

ausgabestellen vieneljährlich 1,20 Mk.

Erscheint

jeden Werktag früh. Die ^Humoristischen Blätter" liegen wöchentlich einmal gratis bei. Redaktion: Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Herausgeber: Albin SMcin & Otto Fischer.

Nr. 1L

Telephon: Nr. 362.

Enthält alle amtt. Bekanntmachungen

der Großherzoglichen

Bürgermeisterei

sowie vieler anderer

des Großherzoglichen Polizei-Amtes Behörden Gberhesiens

Expedition: Seltersweg 83

(Haus Brüder Schmidt.)

Anzeigenpreis 15 pfg.

die 44 mm breite Petitzcilc oder deren Raum, auswärts 20 Pfg.; die 90 mm breite Petitzeile im R e k l a m e t e i l 50 Pfg., auswärts 60 Pfg.; Tabellen mit 50u 0 Aufschlag. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kourmt bei Ueberschreitung deSZahlungü- zieles (30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohneBerbindlichkeit.

Gcsamtlcitnng: Albin SUctii.

Freitag den 13. Januar 1911

Telephon: Nr. 362.

23. Jahrg.

bereits gestellt gestellt glichen tr von enstbo« 1, wer» ihrer Hein s 1911 , am

^Der hts$l$cbe"Staai$bau$balt

stand letzten Dienstag im Finanzausschuß der Zweiten Kammer zur Beratung. Abg. Dr. Gutsleisch er­stattete das Referat. Kap. 88, Ministerium, erfordert eine Ausgabe von 62 714 Mark gegen 68 294 Mk. im Vorjahre. Bei Kap. 89, Gericht, betragen die Gesamt­ausgaben 3 509 221 Mark und die Einnahmen Mark 1 990 660; hierbei wurde angeregt, die Regierung um nähere Auskunft über den Ausgang der eingestampften resp, verkauften Gießener Akten zu ersuchen. Im allgemeinen wurde im Ausschuß die enorme Steigerung für Schreibhilfe sehr bemerkt. Die Regierung soll um Auskunft darüber ersucht werden, welche Art von Kon­trolle über die Schreibhilse ausgeübt wird. Von anderer Seite wurde der Vorschlag gemacht, zu er­wägen, ob nicht durch Gewährung einer Schreibgebühr der Fleiß der Schreibgehilsen angespornt werden könnte. Der vorletzte Posten mußte infolge der am 1. April 1910 in Kraft getretenen Novelle zur Zivilprozeßordnung und der darin vorgeschriebenen Vermehrung der Zustellungen von Amtswegen ein um 30 000 Mark gegen das Vor­jahr höherer Betrag eingestellt werden. Dagegen konn­ten infolge der am 1. Juli 1910 erfolgten Portoablös- ung bei letztgenanntem Posten 15 400 Mk. weniger an­gesetzt werden. Im Anschluß an den Justizetat wurde auch der geplante Neubau eines Amtsgerichtsgebäudes in Gießen zur Sprache gebracht.

eburls« teilge* 001311*

i Geld« sei Ta« ausge- [ung ic. Melde- i sind Fabrik« m Zu-

khrord« czubrin-

Zur kommenden ReicbstagswabL

*) Frankfurt a. M. Die Sozialdemokraten ha­ben den Stadtv. Dr. Q u a r ck als Kandidaten für die Reichstagswahlen ausgestellt, der im Jahre 1907 mit 30 778 Stimmen gegen Oeser (33 659 Stimmen) unterlegen ist.

* Für den Reichstagswahlkreis Höchst-Homburg- Usingen wurde von der sozialdemokratischen Partei der bisherige Vertreter des Reichstagswahlkreises, Schuh­machermeister Friedrich B r ü h n e - Frankfurt, wieder in Vorschlag gebracht. Brühne hat die Kandidatur ange­nommen.

* Marburg. Abg. Dr. Böhme hat sich der Nationalliberalen Fraktion zuzählen lassen.

mg.

3"' ^' sollen im ltnSwea U M2^ Werbe und oerben- ndmeister-

W ateohnlk, ikenbiUv

kZ tter 7° " rille «J*_

,1t. ^

in »""

Bus der Istimat.

Gießen, den 13. Januar.

* Der Großherzog hat den von dem Prinzen Fried­rich zu Solms-Braunfels als Vormund des minderjähri­gen Fürsten auf die evangelische Pfarrftelle zu Muschen- heim präsentierten Pfarrverwalter Heinrich Döring daselbst für diese Stelle bestätigt.

* Aus dem Militärwochenblatt. Der früher der 25. Division als Oberst und Kommandeur des 3nf.= Regiments Nr. 113 und danach als Generalmajor und Kommandeur der 50. Infanterie-Brigade angehörige Ge­neralleutnant v. Dietlein, Kommandeur der 19. Divi­sion in Hannover, ist in Genehmigung seines Abschieds­gesuches mit Pension zur Disposition gestellt.

* Die Bevölkerung Hessens zählt nach einer vorläufigen Zusammenstellung der Zentralstelle für die Landesstatistik, die im Darmstädter Regierungsorgan veröffentlicht wird, nach der letzten Volkszählung 1910 1 282 109 Personen gegen 1 209 17 5 im Dezember 1905. Die Zunahme beträgt also nur 72 934 oder 5,7 Proz. gegen 90 196 oder 8,1 Prozent im vorhergehenden Jahr­fünft, und 80 870 oder 7,8 Prozent von 1895 auf 1900. Am stärksten sind die beiden industriellen Kreise Offen­bach und Groß-Gerau gewachsen, nämlich um 12,7 und 10,9 Prozent, doch hat auch die Vevölkerungsvermehr- ung im Kreis Offenbach gegenüber den beiden vorher­gehenden Jahrfünften erheblich nachgelassen. Im Kreis Groß-Gerau hat sie sich auf der Höhe gehalten. Am ge­ringsten war die Zunahme in Rheinhessen, besonders in den Kreisen Oppenheim (hier sogar eine Abnahme von 8 Personen), Alzey und Bingen je 0,9 Prozent), was wohl auf die schlechten Weinjahre zurückzuführen ist. Eine sehr geringe Zunahme (0,6 Prozent) hat auch Bü­dingen aufzuweisen.

*

) Gießen. Das Ministerium der Justiz hat durch Verfügung vom 6. d. Mts. den 12. Januar 1911 als den Tag bestimmt, an dem mit der Anlegung des Grundbuchs für die Flur 1 der Gemarkung Gie­ßen zu beginnen ist.

-k- Gießen, 12. Jan. Die heutige S 1 a d 1 v e r - ordnetensitzung, die erste in diesem Jahr, war schnell beendet. Die meisten Mitglieder unseres Stadt- parlamentes waren im schwarzen Anzug erschienen, denn die Tagesordnung meldete ja die feierliche Einführung der alten wiedergewählten Stadträte und die durch Eid aus das Gesetz zu verpflichtenden neugewählten an. Es

fehlten entschuldigt die Stadtv. Dr. Gutsleisch, Dr. Schä­fer, Heichelheim, Helm, Krumm und der neugewählte Prof. Dr. Sommer; unentschuldigt die Stadtv. Faber und Orbig. Nach Worten der Begrüßung des Herrn Oberbürgermeister Mecum im neuen Jahr nahm er von den wiedergewählten und soweit anwesenden Stadt­verordneten Huhn, Grünewald, Emmelius, Eichenauer, Helfrich und Jann den Handschlag entgegen und die anwesenden neuen Stadträte Mar Friedberger, Profes­sor Dr. Urstadt und Redakteur Vetters wurden durch Eidesleistung verpflichtet. Damit war dieser feierliche Akt beendet und Oberbürgermeister Mecum machte noch verschiedene Mitteilungen. Die Prozeßsache betr. Zuschuß zu dem Bahnbau Lollar-Grünberg ist in höchster Instanz 9^n5 "ach der letzten Entscheidung des Provinzialaus­schusses beurteilt worden, die Stadt muß nun einen Teu der Baukosten tragen. Es kamen dann Dank- chreiben zur Kenntnis von Frau Prof. Viermann W einen überlassenen Raum im alten Rathaus für E Ae ch t s s ch u tz st e l l e für weibliche Angestellte bes Polizeisekretär P s e f s e r für dessen Anstellung und des Oktrorr-Aussèhec Roloff für dessen Eehalls-Er- Hoyung. Justizrat Grünewald fragt nachdem an wann endlich die bekannte Baracke in der Neustadt be­seitigt wird, wozu er von seinen Kollegen Habe- n k Plank und Troß sehr unterstützt U"^>. Der Besitzer Schön sei nicht in Eichen, es müsse doch ein Weg gesunden werden, damit dieselbe viel­leicht gleich mit dem Schneider'schen Hause abgebro- ajen wird. In nichtöffentlicher Sitzung wurde darüber weiter verhandelt. Die Stadtv. Plank und Trotz verlangen, und das mit Recht, daß der Gietzener V i e h m a r k t endlich wieder abgehalten werde da sonst der ganze Markt noch vollständig zurückgeht, während die in den Städten Kirchhain, Hanau 2c. emporblühen

solle eine Eingabe an das Ministerium gemacht werden, daß die Handhabung des Viehseuchengesetzes auchhfür Gießen nicht Hinterlich ist. Schluß der Sitzung

Gießen. Die Kreis st raßen des Kreises Gießen lieferten im letzten Herbst zirka 3000 Zentner Obst. Es wurde dafür ein Preis von rund 16 000 M. erzielt, eine Summe, wie sie kaum bisher erreicht wurde. Die erzielten Preise gingen meistens über die Schätzung hinaus, nur an den Straßen LichNieder-Veffingen, Nieder-Bessingen MünsterKreuz und Hungem-Jn- heiden blieben sie zurück. Auf letzterer Strecke waren die Gebote so niedrig, daß der Kreis die Versteigerung nicht genehmigte und das erstklassige Obst selbst erntete.

*) Gießen, 12. Jan. Der Oberhessische Verein für innere Mission veranstaltet jetzt fast jeden Sonntag auf dem Lande Lichtbildervorträge, die sich großer Be­liebtheit erfreuen.

)( Gießen. Am letzten Samstag veranstaltete der Eisenbahn-Fahrbeamtenverein im Cafe Leib eine recht schöne Weihnachtsfeier. Neben mehreren VorträgenWeihnachten in 4 Etagen",Rodelheil" und Aber der Mann" haben die beiden TheaterstückeDie Jahreszeiten der Liebe" undDer Militärengel" großen Beifall gesunden. Natürlich war am Schluffe die Ver­losung und dann der Tanz noch die weitere Ursache zu einer recht gemütlich-familiären Ausnutzung des ganzen Festes, um das sich der Vereinsvorstand recht verdient gemacht hatte.

-0- Gießen. Bei dem am 11. Januar stattgesun- denen Schweinemarkt waren aufgetrieben: 21 Schweine. Der nächste Schweinemarkl findet am 25. Ja­nuar statt. Händlerschweine sind ausgeschlossen und nur Schweine von Züchtern aus dem Kreis Gießen zuge­lassen.

*

* Butzbach. 590 Jahre sind es, daß Butzbach von König Ludwig 4. Stadtrechte erhielt und 170 Jahre, daß die gesamte Stadt Butzbach zum Hause Hessen- Darmstadt gehört.

* Obbornhofen. Der Pachtvertrag des hie­sigen Hofgutes mit dem Pächter Bornemann läuft dem­nächst ab. Wie verlautet, soll es nicht mehr zu einer Verpachtung kommen, es soll vielmehr verkauft werden. Die Gesamtgröße des Gutes beträgt zirka 630 Morgen. Die ganze Gemarkung Obbornhofen hat 566 Hektar be­wirtschaftete Fläche; das Hofgut bildet also zirka 30 Prozent der Gesamtfläche. Bekanntlich hat das Haus Solms-Laubach, die Eigentümerin des Gutes, schon früher mehrere Hosgüter eingehen lassen und an klein - bäuerliche Besitzer oder an die Gemeinden verpachtet.

Ober-Hörgern. Wichtige Altertumsfunde wurden in unserer Gemarkung gemacht. Es handelt sich um Gräber aus der Bronzezeit, die etwa ein Atter von 3000 Jahren haben.

* Homberg a. d. O. In diesen Tagen werden es 600 Jahre, daß unserem Städtchen Stadtgerechtsam- keit verliehen wurde.

§ Eine aktuelle Steuerfrage hat das Gr. Finanzamt Friedberg für das ganze deutsche Reich ausgerollt. Dem im Juni v. I. neu gewählten Reichs­tagsabgeordneten Busold in Friedberg ist jetzt nämlich die übliche Steuerdeklaration mit der Anfrage zugegan­gen, wie hoch sich sein Einkommen inklusive der Diäten als Reichstagsabgeordneter belaufen. Da Busold nun erst fast mit Ende des Steuerjahres zum erstenmal im Reichstage erscheint und es sehr fraglich ist, ob derselbe in diesem Jahre wieder gewählt wird, könnte ja eigent­lich die ganze Sache mit Stillschweigen übergangen wer­den, wenn es nicht der e r st e Fall, seit Einführung der Reichstagsabgeordnetendiäten wäre, daß einem Mit­glieds des Reichstages in Deutschland eine derartige An­frage gestellt wurde. Unseres Wissens nach sind Reichs­tagsdiäten ebenso wenig versteuerbar als Renten und Ehrensolde jeder Art. Um in dieser Hinsicht Klarheit zu schaffen, hat Reichstagsabgeordneter Busold den Staats- sekretär des Innern um Auskunft darüber ersucht, ob nach der deutschen Reichsverfassung Tagegelder der Reichstagsabgeordneten versteuer- oder verpfändbar sind.

* Bad -Raucheim. Die Badedirektion hat das An­streichen von 219 Badewannen, 101 Strandkörben, 853 Bänken im^Submissionswege ausgeschrieben.

*) Hungen. Hier wird am 28. Mai das Ver­bandsfest der hessischen Kirchengesangvereine abgehalten.

* Darmstadt. In der Sitzung des Finanzaus­schusses gab Geheimrat Willbrand bezüglich des Braun­kohlenbergwerksL u d w i g s h 0 f f n u n g" dahin Aus­kunft, daß eine Brikettfabrik mit einem Elektrizitätswerk dort errichtet werden solle, dann werde das Bergwerk rentabler werden. Das Elektrizitätswerk werde durch Bürgschaft mit der Provinz Oberhessen gestützt und das von der Provinz Oberhessen in Aussicht genommene Elektrizitätswerk in Lißberg dann fal­len gelassen werden. Die Verhandlungen mit der Provinz Oberhessen seien dem Abschluß nahe, und dann werde eine Vorlage dem Landtage zugehen.

* Mainz. Der 13jährige Schüler Faund ist aus der dünnen Eisdecke des Festungsgrabens eingebrochen und ertrunken.

*) Mainz. Der sozialdemokratische Redakteur Adel­ung von derMainzer Volkszeitung" ist in den Kreis­tag als Abgeordneter gewählt und bestätigt worden.

* Mainz. Die von der Stadt Mainz geplante Billett st euer findet in allen Schichten der Bevöl­kerung eine einmütige Verurteilung. Man prophezeit weiteren Niedergang der davon betroffenen Unternehmen.

* Worms. Auf der Landstraße nach Weinsheim wurde die Leiche eines etwa 30 Jahre alten, gutgeklei- deten Mannes an einem Baume aufgehängt vorgefun­den. Alle Umstände lassen auf Mord schließen.

-s- Wetzla r. Der eine Zeit lang als nationallib. Kandidat für die nächsten Reichstagswahlen genannte Kommerzienrat Jung ist im Alter von 52 Jahren in Jungenthal, wo er eine große Lokomotivsabrik hat, g e- st 0 r b e n.

* Rod heim a. d. B. Unter Anwesenheit der Schreinermeister Karl Schlierbach-Rodheim, G. Wagner- Fellingshausen und Philipp Crombach-Bieber, des Ge- sellen-Prüsungsausschusses im Schreinerhandwerk, tour» den folgende Schreiner geprüft: Wilhelm Heinrich-Naun­heim, Karl Raabe-Waldgirmes, Philipp Hörr-Fellings- hausen und Heinrich Lepper-Königsberg. Sämtliche Prüflinge bestanden die Prüfung mitgut".

)( Wißmar. Der als gewalttätig bekannte Ludwig Stroh hatte am letzten Sonntag wieder seine Frau miß­handelt, die dann zu ihrem Vater, den Maurer Fray, geflüchtet war. Stroh wollte dort gewaltsam eindringen, worauf er von seinem Schwiegervater eine Schrotladung in Brust und Unterleib erhielt, sodaß er nun in der Gießener Klinik hoffnungslos darniederliegt.

* ) Garbenheim. Das Allg. Ehrenzei­chen hat mit Uebertritt in den Ruhestand der hiesige Rangiermeister Bamberger erhalten.

*) Ehringshausen (Wetzlar). Am 18. und 19. Juni d. Js. feiert die hiesige Feuerwehr ihr 30- jähriges Stiftungsfest.

-s- Altenkirchen (Wetzlar). Die Kaiserin hat un­serem Pfarrer Nacke, als Geschäftsführer des Verbandes der Frauenhilse im Kreise, ein Dankschreiben gesandt für die Neujahrsgratulation und für die Mitarbeit der Frau­enhilfe.

* Vom Taunus. Die Holzversteiger- u n g e n der letzten Wochen haben fast alle die Geneh­migung nicht erhalten. Die Gebote blieben nicht selten beträchtlich hinter der Tare zurück, so daß kaum die Werbungskosten gedeckt werden konnten. Eine ähn­liche Erscheinung 'tritt auch bei Versteigerungen auf dem Westerwald zutage.