Gießener BeiLnnn
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Verlag der „Giessener Zeitung" G. m. b. H.
Enthält alle amtl. Bekanntmachungen der Großherzoglichen des Großherzoglichen Vür germeislereiU^MPolizei-Amtes sowie vieler anderer v^P Behörden Gberhessens
Expedition: Selters weg 83.
iHauS Bruder Schmidt.)
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Nr. 235
Telephon: Nr. 362.
Dienstag, den 12. Dezember 1911.
Telephon: Nr. 382. 23. Jahrg.
Reichstagswahlen 1912.
— Freisinnige Wahlparole. Der Zen- tralausschuß der Fortschrittlichen Volkspartei hat für das ganze Deutsche Reich zur bevorstehenden Reichstags- Haupt- und Stichwahl folgende Wahlparole bekannt gegeben: „Rieder mit dem schwarzblauen Block, keinem konservativen, keinem Zentrumsmann, keinem Antisemiten und keinem Polen eine Stimme. Für Hessen kommen auch diejenigen nationalliberalen Kandidaten in Betracht, die gleichzeitig Kandidaten des Bundes der Landwirte sind."
— Wetzlar. Die konservative Reichstagskandidatur für Wetzlar-Altenkirchen soll nun doch zurückgezogen sein.
— Fulda. Herr Müller, der seit 18 Jahren den hiesigen Wahlkreis im Reichstag vertritt, ist vom Zentrum einstimmig als Kandidat wieder ausgestellt worden.
— Wiesbaden. Für den hiesigen zweiten nassauischen Wahlkreis Wiesbaden-Rheingau ist als Sammelkandidat der rechtsstehenden Parteien der Oberstleutnant a. D. Wilhelm i-Wiesbaden ausgestellt.
— Oppenheim. Vom Zentrum wurde zum Reichstagskandidaten für unseren Wahlkreis einstimmig Landtagsabg. Kommerzienrat Molthan proklamiert.
— Worms. In einer Versammlung nationalli- beraler Vertrauensmänner wurde mitgeteilt, daß Frhr. v. Heyl gesundheitshalber eine Kandidatur nicht annehmen könne. Es wurde beschlossen, durch eine Deputation den Frhrn. v. Heyl um Annahme der Kandidatur zu ersuchen.____
Bus Stadt und Cand.
Giehen, 12. Dezember 1911.
* Neue deutsche Jubiläumsmünzen. Es werden Drei-Markstücke aus die Feier der 25jährigen Regierung des Kaisers 1913, die aus der Vorderseite den Monarchen zu Pferde zeigen, ausgeprägt. Weiter ist dann in Aussicht genommen, in Anlehnung an die Hundertjahrfeiern der Freiheitskriege und der Erwerbung von Landesteilen durch Preußen in Westfalen und der Rheinprovinz Gedenkmünzen auszugeben.
n Gießen. Dieser Tage fand eine Musikaufsühr- ung der jüngeren Schüler derMusikschuleMinna Körner statt. Es war eine Freude, hierbei die Früchte eines gediegenen Musikunterrichts wahrnehmen zu können: überall leichter, elastischer, auch im „forte" niemals harter Anschlag und je nach der Entwickelungsstufe der einzelnen schon zuweilen etwas gereifteres Spiel. Wenn musikalisches Können das jeweilige Ergebnis einer stetig
Veraltete Katarrhe aaSzaratte«
ist eine recht schwierige Sache. Jeder, der schon einmal mit einem hartnäckigen Katarrh zu kämpfen hatte, kann davon ein Lied singen. Mit den gewöhnlichen Haus- mittelchen, wie Hustenbonbons und Pastillen, ist da nicht viel anzufangen. Bei einem einfachen kleinen Erkältungshusten, der sowieso schon nach einigen Tagen von selbst zu verschwinden pflegt, mögen derartige harmlose Mittel ja ganz gut sein. Aber, die Beseitigung eines chronisch gewordenen alten, immer wiederkehrenden Hustens, der bei dazu Disponierten gar oft den Keim der Lungenschwindsucht in sich trägt, erfordert eine ganz andere Aufmerksamkeit und muß mit wesentlich anderen Mitteln behandelt werden, die den Feind sozusagen im Innern seines Lagers aufsuchen und ihn dann „von innen heraus" vertreiben.
Als eines der besten Mittel zur Beseitigung derartig chronisch gewordener Katarrhe mit ihren Folgezuständen: alter Husten, Verschleimung, Asthma, Bronchialkatarrh, Lungenspitzenkatarrh usw. galt den berühmten Aerzten des Altertums und gilt noch heute im ganzen Orient der sogenannte Arabische oder Utu- Balsam, der naturreine Harzsaft eines in den Küstenländern des Roten Meeres wachsenden Balsambaumes. Dieser Arabische Balsam war bis zur Entdeckung Amerikas die einzige Droge, den man den Ramen „Balsam" gab, und es beziehen sich daher alle älteren Literaturstellen in wissenschaftlichen medizinischen Werken, in denen von „Balsam" die Rede ist, ebenso wie die zahlreichen Hinweise der Bibel auf den Heilwert des „Balsams", nur auf ihn. Schon das Wort „Balsam" zeigt uns die Wert-
und folgerichtig sich vollziehenden Entwickelung ist, dann muß man von dem Unterricht schon von allem Anfang an verlangen, daß er gründlich und sorgfältig ist, auch schon zu der Zeit, wo das wahre Wesen der Musik als einer Offenbarung innersten Lebens von dem Kinde noch nicht erfaßt werden kann, wo vielmehr die Freude an der Musik noch weiter nichts ist als Freude am sinnlichen Wohlklang. Schon da müssen die nun einmal notwendigen technischen Grundlagen geschaffen werden, es muß der frühen Vorbildung vorgebeugt und die allmählich heraufdämmernde g e i st i g e Erfassung der Musik vorbereitet und gefördert werden, daß sie sich stetig und harmonisch im Rahmen der Gesamtpersönlichkeit weiterentwickle. Freilich ist das dabei zu erstrebende Ziel Selbständigkeit, aber das schließt die Notwendigkeit einer Anregung, eines guten Vorbildes nicht aus. Daß in der Körner'schen Schule ein solcher Geist weht, hat die Ausführung bewiesen. Hervorgehoben sei noch, daß außer Stücken von altbewährten Meistern auch solche von gediegenen modernen Komponisten gespielt wurden. Den Schluß bildete ein musikalisch-deklamatorisches Stück, das durch den verständnisvollen Vortrag aller Beteiligten eine sorgfältige Einstudierung verriet.
n Gießen. Der Grohherzog hat den Gerichtsassessor bei der Landes-Hypothekenbank Hermann Hesse von hier zum ständigen Hilfsarbeiter bei dieser Bank unter Verleihung des Amtstitels „Finanzamtmann" ernannt.
o Friedberg. Für den zweigleisigen Ausbau der Väderbahnstrecke Friedberg-Friedrichsdorf sind die Erdarbeiten bereits teilweise vergeben. Voraussichtlich wird ein Teil der Strecke vom 1. Mai ab zweigleisig in Betrieb genommen werden können.
o H o m b u r g v. d. H. Im Stadtwald sind infolge der Dürre in diesem Sommer zirka 15 000 Nadelholz - pflanzen eingegangen. — Die gleiche Erscheinung wird vom oberen Westerwald gemeldet.
r Wetzlar. Nach Besetzung des 2. Pfarramts unserer evangelischen Gemeinde, hat Herr Pfarrer Lühl dessen Amtswohnung in der Kornblumengasse bezogen. Herr Oberpsarrer Günder ist schon früher nach dem Hause in der Haarbachstrahe, das die Gemeinde erwarb, übergesiedelt.
r Wetzlar. Die Hansabund-Versammlung hatte ; einen sehr schwachen Besuch. Man nahm eine Resolution an, worin die Berliner Zentrale des Hansabundes zur Anregung erneuter Einigungsverhandlungen zwischen den beiden liberalen Parteien unseres Wahlkreises ersucht wird.
):( Dorlar. Hier ist eine neue Spar- und Dar- lehnskasse gegründet worden.
schätzung, in derD das Mittel bei den Alten stand: das Wort „Balsam" stammt aus dem Alt-Hebräischen und heißt soviel wie „König der Dele". Erst später kamen aus dem neuentdeckten Amerika weitere Balsame, wie der Perubalsam, der Tolubalsam usw., nach Europa, und noch später belegte man sogar eine Anzahl künstlicher, balsamähnlicher Erzeugnisse mit diesem Namen, der aber eigentlich nur dem Arabischen Balsam zusteht.
Daß sich dieser echte, Arabische Balsam bisher noch nicht in unserem Heilschatz eingebürgert hat, lag an seiner großen Seltenheit und dem dadurch hervorgerufenen, ganz ungeheuer hohen Preise, der Jahrhunderte hindurch den Preis des ungemünzten Goldes um das Doppelte überstieg. Die Schwierigkeiten, die seiner Beschaffung im Wege standen, gelten indessen heute als behoben, und heute kann das von den alten Aerzten so sehr empfohlene Mittel schon zu einem Preise in den Handel gebracht werden, der seine Anwendung auch Minderbemittelten ermöglicht.
Seitdem wir den Arabischen Balsam in den Handel gebracht haben, hatten zahlreiche Patienten Gelegenheit, denselben zu versuchen, und es berichten heute schon Hunderte von Briefen usw., die ganz unverlangt bei uns eingelaufen sind, von den gehabten guten Erfolgen. Die Wirkungen des Arabischen — oder Utu- Valsams, von dem wenige Tropfen pro Tag genügen, sind in kurzem folgende: Der Balsam macht den Auswurf flüssig und vermindert ihn. Infolgedessen hört schon nach verhältnismäßig kurzer Zeit der Hustenreiz und damit auch der Husten auf. Infolge der Entfernung der in dem Auswurf enthaltenen Ierfallprodukte tritt da, wo Fieber vorhanden war, eine Abnahme des Fiebers ein. Aus demselben Grunde vermindern sich auch die Nacht- schweiße, die mit der Zeit ganz aufhören. Ein gesunder
):( Marburg. Der gestrige Rektorball nahm infolge eines Unfalles ein rasches Ende. Prof. Dr. Kutscher glitt beim Tanzen aus und brach ein Bein. Die Sanitätskolonne schaffte den Verletzten in die Klinik.
):( Marburg. Hier wurde ein in voller Fahrt befindliches Automobil von der hiesigen Polizei angehalten. Nach kurzem Verhör wurden die beiden Insassen, junge Leute von 17 Jahren, verhaftet. Später stellte sich heraus, daß die beiden das Automobil in Berlin gestohlen hatten und sich auf der Fahrt nach Frank- furt befanden.
):( Diez. Bei Hohenstein geriet eine Schafherde aus das Bahngleis. Ein die Strecke passierender Güterzug überfuhr 60 Tiere, die getötet wurden. Die Maschine des Zuges entgleiste, so daß die Strecke mehrere Stunden gesperrt war.
):( Kassel. Der Magistrat genehmigte für die Vorarbeiten für die Tausendjahrfeier der Stadt Kassel im Jahre 1913 einen Betrag von 30 000 Mk.
5 D a r m st a d 1. Der Großherzog hat den Generalmajor a la suite Frhrn. v. Heyl zum Vertrauensmann für die Organisation der Jung-Deutschland-Vereine im Großherzogtum Hessen bestimmt.
s Darm st ad t. Der neue Hauptbahnhof in Darmstadt nebst den neuerbauten Haltestellen „Darmstadt- Nord" und „Darmstadt-Süd" werden am 1. Mai 1912 voraussichtlich eröffnet und dem Verkehr übergeben werden.
! Mainz. Die Verhandlungen wegen der Eingemeindung von Kostheim sind erneut ausgenommen worden.
6escbâMicbet.
)( Kein Weihnachtsfest ohne Weih- nachtsgebäck. Aber womit soll man backen? Butter ist zu teuer, Schmalz und anderes zu gering. Da scheint es angebracht, aus die beiden Produkte P a l - m i n und Palmona der Firma H. Schlinck & Eie. A.-G. hinzuweisen. Palmin, das sich infolge seiner Reinheit und seines außerordentlich billigen Preises von Jahr zu Jahr, besonders bei der Weihnachtsbäckerei, steigender Beliebtheit erfreut, hat vor anderen Fetten den Vorzug, daß es vollkommen geruch- und geschmacklos ist und deshalb den natürlichen Geschmack des Gebäcks und der Zutaten in keiner Weise beeinflußt. Auch bleibt das mit Palmin sowohl als mit Palmona (Pflanzen-But- ler-Margarine) hergestellte Gebäck länger haltbar, weil diese Produkte nicht wie selbst Naturbutter, Schmalz rc. einen gewissen Prozentsatz freier Fettsäure enthalten. Palmona ist der beste Ersatz für Backbutter.
Nachtschlaf und damit eine Besserung des Allgemeinbefindens pflegen einzutreten. Außerdem wirkt der Utu- Valsam magenstärkend und appetitanregend und bedingt dadurch eine größere Nahrungszufuhr und hierdurch wieder eine Gewichtszunahme. Der Patient bekommt durch das Verschwinden der katarrhalischen Erscheinungen und durch die Besserung seines Allgemeinbefindens wieder neuen Lebensmut und größere Lust und Ausdauer zur Arbeit.
Wer auch noch so viel andere Mittel ohne Erfolg bereits benutzt hat, der möge trotzdem in seinem eigenen Interesse einmal einen kleinen Versuch mit Utu-Balsam machen. Er wird diesen Versuch so leicht nicht bereuen. Wir versenden kostenlos und franko eine Probe des Balsams an jeden, der uns den. Hier angehängten Bestellzettel auggefüllt einsendet und ihm 20 Pfg. für Porto 2C. beifügt.
Den Herren Aerzten stellen wir zu Versuchszwecken ein größeres Quantum des Balsams kostenfrei zur Verfügung.
Moraenländifcbe Drogen-Jmport- Gesellschaft
Berlin W. 15