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Hießener Zeitung

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Enthält alle amtt. Bekanntmachungen

der Großherzoglichen

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sowie vieler anderer

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tHauS Brüder Schmidt.)

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Nr. 222.

(L Blatt)

Samstag, den 11. November 1911.

Telephon: Nr. 362.

23. Jahrg.

Parteipolitisches.

Reichstagswahlen 1912.

— Die am 30. November anberaumte Reichstags­ersatzwahl für den verstorbenen Abg. Liebermann von Sonnenberg im Reichstagswahlkreise Fritzlar-Homberg- Ziegenhain ist ausgehoben worden.

— Im Reichstagswahlkreis Bensheim-Zwin­genberg stellte die Fortschrittliche Volkspartei den Fa­brikanten Dr. Sauer- Zwingenberg auf.

L - Duisburg. Das Zentrum stellt für Duis - burg-Mulheim-Oberhausen den Postsekretär Allekotte aus Mülheim auf.

Hessische Landtagswahlen 1911.

8 Zur Wahlbewegung. Die Beratungen der nationalliberalen Partei über die Stichwahlparole in Hessen und über die Bedingungen der Fortschrittlichen Volkspartei werden nächste Woche beginnen.

§ Das Landeskomitee der hessischen Zentrums- Partei trat am Mittwoch in Mainz zu einer Ver­sammlung zusammen, um zu den hessischen Stichwah­len und Reichstagswahlen Stellung zu nehmen. Es er­folgte eine eingehende Beratung über die Stichwahlen besonders in den Wahlkreisen Wöllstein, Beerfelden- Hirschhorn, Bensheim, Vilbel, Ober-Rosbach-Rodheim, Pfungstad,-Gernsheim usw., worüber entsprechende Be- schlüssc gefaßt wurden. In der Ersatzwahl in Bingen- Stadt wird das Zentrum mit aller Energie in die Wahl- bewegung treten.

§ Zn N i e r st e i n beschloß der Wahlausschuß für die nationalliberale Kandidatur Reichardt in der Stich­wahl den Bauernbündler Wolf-Stadecken zu unterstützen.

§ Die Landtags st ichwahlen finden auf denselben Grundlagen und nach denselben Vorschriften statt wie die ersten Wahlen. Sie werden auf Grund der­selben Wählerlisten, die nicht nochmals offenzulegen sind und nicht berichtigt werden dürfen, in denselben Ab- stimmungsbezirken und Wahllokalen und bei gleicher Be­setzung der Orts-Wahlkommissionen vorgenommen.

Hur Stadt und Land.

Gießen, 11. November 1911.

* Der Blumentag der Eisenbahner im Direktionsbezirk Mainz ergab die Summe von 5812,31 Mark.

• G e i st l i ch e und Lehrer, die bisher aus Grund einer Bestimmung aus dem Jahre 1829 von * fiskalischen Jagdverpachtungen ausgeschlossen wurden, sönnen künftig wieder „aus die Jagd" gehen.

* Jnvalidenbeiträge bei der Ver­heiratung. Das zurzeit noch geltende Jnvaliden- versicherungsgesetz gibt den versicherten weiblichen Per­sonen das Recht, bei ihrer Verheiratung die Hälfte der für sie geleisteten Beiträge zu verlangen. Eine solche Rückzahlung findet aber nach der neuen Reichsversicher­ungsordnung, deren Bestimmungen am 1. Januar kom­menden Jahres in Kraft treten, nicht mehr statt.

• Der Verband Hess. Krankenkassen veran­staltet am Sonntag, den 19. November, in Friedberg einen Belehrungsvortrag über Invalidenversicherung und Anpassung der Krankenkassen xin die neue Reichsver­sicherungsordnung.

* Viehzählung und Schulaussall. Am 1. Dezember 1911 wird im preußischen Staat eine außerordentliche Viehzählung stattfinden. Soweit ein Bedürfnis sei, daß die Lehrer sich an der Ausführung des Zählgeschäftes beteiligen und die Lehrer dazu be­reit seien, genehmigte der Unterrichtsminister, daß der diesen Lehrern obliegende Unterricht an dem gedachten Tage ausfalle.

* Die vier Hess. Zuckerfabriken zu Fried­berg, Großgerau, Groß-Umstadt und Gernsheim ver­arbeiteten im letzten Betriebsjahr (1. September 1910 bis 31. August 1911) 207 368 Tonnen Rüben, die auf 6079 Hektar Ackerfläche geerntet waren. Zur Herstellung von 1 Kilo Rohzucker waren 8,06 Kilo Rüben erfor­derlich. Die erhobene Zuckersteuer belief sich auf Mark 1 010 714.

* Die Ausstellung zur Bekämpfung von Schund und Schmutz in der Literatur hat geradezu Massenbe­such aufzuweisen. Auf der Umtauschstelle Wiesbaden wurden am ersten Tage 2000, am zweiten Tage 6000 Eremplare getauscht. Ein Arbeiter lieferte ein Schund­

buch ab, das 19 Mk. kostete, ein Junge ein solches für 15,75 Mk.

* Der auch in unserer Stadt vor längerer Zeit versuchte Schwindel des Kartenverkaufs für das Kon­zert eines blinden Geigenvirtuosen wurde dieser Tage auch in Ober-Ingelheim mit Erfolg verübt.

* Zigaretten st euer. Im Interesse der­jenigen Leser, die mit Waren Handel treiben, welche der Zigarettensteuer unterliegen, machen wir daraus auf­merksam, daß derjenige, der sich gewerbemäßig mit dem Verkauf von Zigaretten, Zigarettentabak, Zigarettenhül­sen und -Blättchen besassen will, dies vorher der Steuer­behörde anzuzeigen hat.

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. " ^^r G r o ß h e r z o g hat den Landgerichtsrat bei dem Landgericht der Provinz Oberhessen Ed. H o l r - ^^m^^^ndesgerichtsrat bei dem Oberlandcs- gencht mit Wirkung vom 20. November 1911 ernannt n Behufs Bildung der S p r u ch l i st e für die am Dezember 1911 beginnende Sitzungsperiode des S ch w u r g e r i ch ts des 4. Quartals 1911 wurden - ^Sender Hauptgeschworenen« ausgelost- Noch in Düdelsheim, Mühlen- beft^er ^injelm Strobel in Vilbel, Sattler Bernhardt Duchardt 2. in Alsfeld, Gutspächter Philipp Schudt in Londorf Rentmeister Heinrich Karl Pfnorr in Londorf .Louis Vogt in Reichelsheim, Fabrikani Zöller 2. in Schlitz, Guts- ^hde in Düdelsheim, Vuchdruckereibe- höer Wilhelm Engel in Schotten, Landwirt Wilhelm Steffan 1. in Gettenau, Kaufmann Karl Schott in Grün­berg- Rentner Alfred Buschmann in Ober-Rosbach, Land- Philippi in Nieder-Gemünden, Prokurist Zose Aicher in Hirzenhain, Rentner Georg Emmerich Hanstein in Friedberg, Fabrikant Heinrich Ludmia Langsdorf in Friedberg, Fabrikant Alfred Bock in Gie­ßen, Professor Ernst Kutsch in Gießen, Fabrikant Hein­rich Sack 2. in Heuchelheim, Landwirt Nikolaus Th. Ferdinand Ewald in Ockstadt, Pferdehändler Kaufmann Isenburger in Friedberg, Landwirt Georg Weber in Göbelnrod, Bürgermeister Wilhelm Becker 2. in Holz­hausen, Landwirt Friedrich Häuser 3. in Nieder-Weisel Gutspächter Edmund Rodrian in Büches, Kaufmann Mar Jmhäuser in Gießen, Gemeinderechner Johann Philipp Wilhelm Kleemann in Rodheim v. d. H. Kauf­mann Julius Schilling in Schlitz und Landwirt Gg. Birkenstock in Brauerschwend.

n Das Jahresfest des Oberhessischen Vereins für Innere Mission, es war diesmal das 33., fand am 8. und 9. November in gewohnter Weise statt.

n Die Gießener f r e i w. Feuerwehr be­geht heute ihr 56jähriges Stiftungsfest. Es findet ein Kommers statt, bei welchem auch wieder Auszeichnun­gen für 10-, 15- und 25jährige Dienstzeit verliehen wer­den.

n Die seit dem 2. November verschwundene Marie W. aus Liederbach bei Alsfeld, auf deren Auffindung eine Belohnung von 500 Mark ausgesetzt war, ist am Donnerstag abend ertrunken in der Lahn aufgesunden worden.

n Die etwa 5000 Zentner Kartoffeln, welche die Eisenbahn für ihre Beamten kommen ließ, sind ein- getroffen und gut ausgefallen. Der Doppelzentner stellt sich auf höchstens 6.90 bis 7 Mk.

n Zur Anlagemusik morgen Sonntag, mittags 12 Uhr werden gespielt: 1. „Die Kapelle" von K. Kreut­zer, 2. Fantasie a. „Lohengrin" von R. Wagner, 3. Walzer aus „Der Rosenkavalier" von R. Strauß und 4. Großherzog Friedrich von Baden, Armeemarsch 'Nr. 224 von E. Lassels.

o Aus d em Kreise Alsfeld. Die Kreisver­waltung hat im letzten Jahr neue Schulhausbauten mit geräumigen Schulstuben und Lehrerwohnungen in Ils­dorf, Storndorf, Hainbach, Udenhausen und Ohmes ausgeführt. In der Vollendung begriffen sind die Schul­häuser zu Atzenhain, Nieder-Ofleiden und Alsfeld.

o N u p p e r 1 e n r o d. In der Stallung eines hie­sigen Landwirts ist die Maul- und Klauenseuche aus­gebrochen.

o Ruppertenrod. Unsere Landwirte haben seither ihre Milch in die beiden Molkereien nach Groß- Eichen geliefert, worin die Milch nach Maßgabe der Prozente bezahlt wurde. Diese Milchlieserung hat nun durch einen Milchhändler aus Frankfurt a. M. einen gänzlichen Umschwung erfahren. Dieser Händler kauft hier die Milch direkt von den Lieferanten zu 14,5 Pfg. das Liter, läßt sie hier in einem Kühler abkühlen und auf Station Mücke bringen. Der gewöhniiche Preis für

den Topf Milch war seither 20 Pfg., jetzt bekommen die Leute dafür 29 Pfg. Infolge dieser günstigen Bezahl­ung ist die Zahl der verpflichteten Lieferanten schon über 50 gestiegen. Da der Frankfurter Händler auch in den Nachbarorten solche Abschlüsse einzuleiten sucht, wird die Milchzufuhr zu den Molkereien unterbunden und deren Rentabilität in Frage gestellt werden.

o F r i e d b e r g. Die Brotpreise in hiesiger Stadt sind um 3 Pfg. pro Laib gestiegen.

o Friedberg. Letzten Donnerstag wurde dem Seminaristen Schmidt aus Darmstadt vor seinen Mit­schülern und Lehrkörpern vom Direktor ein Geldge­schenk und ein Anerkennungsschreiben vom Ministe­rium überreicht. Der Schüler hatte im Herbst einen jungen Mann aus dem Wasser gerettet.

o O r t e n b-e r g. Einer der ältesten Geistlichen Hes­sens, Dekan Kirchenrat Ellenberger, beging ge­stern sein 50jähriges Dienstjubiläum. Seit langen Jah­ren ist er Leiter des Dekanats Büdingen.

o W e 1 t e r. In Niederasphe wurde der Huf­schmied Dörsch beim Beschlagen eines Pferdes durch einen Hustritt lebensgefährlich verletzt.

o Büdingen. Der Bauführer Werner, der kurz vor seiner Hochzeit stand, wurde auf der nach sei­ner Wohnung führenden Treppe erhängt ausgesun­den.

):( Haiger. Die Stadt hat das hiesige Gaswerk für 165 000 Mk. gekauft.

)( Auszeichnung. Auf der Internationalen Hygiene-Ausstellung zu Dresden erhielt die Firma Henkel & C o., Düsseldorf, Fabrikanten des selbst­tätigen Waschmittels „Persil" die „E o l d e n e Me­daille. Diese Auszeichnung ist um so bemerkenswer­ter, als damit Persil nicht nur als selbsttätiges Wasch­mittel ausgezeichnet wurde, sondern auch seine außeror­dentliche desinfizierende Wirkung besondere Anerkennung gefunden hat, was in volkswirtschaftliches Hinsicht von nicht zu unterschätzender Bedeutung istk

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