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Hietzerier Bettung

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Verlag der ,,<8iesjcner Zeitung" 6h m. b. H.

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Nr. 158

Tel e phon: Nr. 362.

Samstag, den 8. Juli 1911

Telephon: 9ir. 362.

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Versicherung stens dankend.

C. St. wird mit Erfolg Flechten und idt und Ist hi und Mk. 2.8 vorrätig; ibtr Packung weit chubert & Iresden. man zurück

Candfagsfcbluss.

Die Zweite Kam m e r setzte gestern die Schluß' beratungen der noch rückständigen Anträge und Vor­stellungen fort. Zunächst steht ein dringlicher Antrag des Abg. Bähr, betr. die Wasserschäden in der Gemeinde Mittelgründau, und ein Antrag der Abgg. Kredel und Genossen, die Wasserschäden in den Gemeinden Ober- und Untersensbach und Hildersklingen betreffend, zur Beratung. Minister von Hombergk sagt eingehende Prü- fung der Schäden zu und stellt, wo nötig, Staatshilfe in Aussicht. Die Vorstellung von Landwirten in Ulrich- steln, die Aufforstungen in der Gemarkung Ulrichstein be­treffend, wird .zurückgestellt. Die Vorstellung des .Hein­rich Klein zu Bensheim, Entschädigung für den Wieder­aufbau abgebrannter Gebäude betreffend, wird von der Regierung abgelehnt. Der Ausschuß hält die Entschä­digungsansprüche für gesetzlich richtig und beantragt Auszahlung von 3039 Mark Entschüdigungsgelder. Ab­geordneter Orb tritt in warmer Weise für die Gewäh­rung der Entschädigungsansprüche ein, da dieselben ge­setzlich unanfechtbar seien. Bei der Abstimmung wird der Ausschußantrag einstimmig angenommen. Präsident Ko­rell gibt hierauf eine eingehende Uebersicht über die Tätigkeit des 34. Landtages, wobei er dem 1. Präsi­denten Haas warme Worte der Anerkennung für seine dem Lande geleisteten Dienste widmete und brachte auf das schöne Hessenland ein dreifaches Hoch aus, in das die Versammlung einstimmte.

Die Schlußsitzung.

Der 34. Landtag wurde gestern durch den Groh- tz e r z o g in Anwesenheit der Mitglieder der Ersten lind Zweiten Kammer der Stände, sowie der Mitglie­der des Staatsministeriums und des Großherzoglicheii Hauses feierlich geschlossen. Hierbei hielt der Großher­zog die nachstehende Thronrede:Meine Herren Stände! Ich begrüße Sie bei dem Schluß des 34. Landtages mit dem Ausdrucke der freudigen Anerkennung einer an­gestrengten, sehr erfolgreichen Tätigkeit, die Sie während Ihrer Tagung den Aufgaben des Landes gewidmet ha­ben. Gerne spreche ich Ihnen hierfür warmen Dank ans für mich und namens meines Landes. In erster Linie ist das glückliche Zustandekommen der "Wahl­rechtsreform als ein besonderes Verdienst Ihrer Tätigkeit anzuerkennen. Die seit 10 Jahren über diesen Gegenstand geführten Verhandlungen hatten mit gro­ßen Schwierigkeiten zu kämpfen, die diesmal durch ein beiderseitiges Entgegenkommen überwunden wurden. Gleiches gilt von den mühevollen Verhandlungen über die G e m e i n d e st e u e r r e f o r m. Zur besonderen Genugtuung gereicht es mir, daß es gelungen ist, die Beratungen über das Verfassungsrechtspflegegesetz, die neue Städte- und Landgemeindeordnumg und die Abänderung der Kreis- und Provin­zialordnung auf dem gegenwärtigen Landtage 3um Abschluß zu bringen. Auf zwei Landtagen haben die Vorlagen meiner Regierung, die der Verufssischerei den wünschenswerten Schutz gegen die ihr aus der A n- g e l f r e i h e i t erwachsenden Schäden gewähren sollte, nicht zum Abschluß gebracht werden können. Wie ich mit Befriedigung feststellen kann, haben Sie dem Ihnen wiederholt vorgelegten Entwurf eines dahingehenden Ge­setzes nunmehr Ihre Zustimmung erteilt. Das starke Auftreten des H e u- u n d S a u e r w u r m e s hat einen großen Teil der weinbautreibenden Gemeinden schwer geschädigt. Die von meiner Regierung ergriffenen Maß- uabmcn haben Ihre Billigung gefunden, und ich er­kenne an, daß Sie auch einer finanziellen Beihilfe des Staates zur Bekämpfung der Rebschädlinge zugestimntt haben. Durch den von meiner Regierung vorgelegten und von Ihnen zugestimmten Entwurf eines Gesetzes, betr. den Arbeiterschutz und die Unfallverhütung bei Bauten, ist in meinem Lande ein erfreulicher Wei­terschritt in der sozialen Fürsorge getan wor­den. Durch die Annahme des Gesetzentwurfes, die Ab­änderung gesetzlicher Bestimmungen über das N o l a - r i a t und Kostenfrage betreffend, haben Sie den Wün­schen des Notariats Rechnung getragen. Die finan­zielle Lage des Landes in der Zeit feit Be­ginn Ihrer diesmaligen Tagung darf als gebessert, im- merl)in aber noch nicht als in jeder Hinsicht befriedigend bezeichnet werden. Die hoffentlich fortschreitende Ge­sundung unserer Volkswirtschaft hat dabei für den Staatshaushalt in dem Wachsen der Ueberschußanteile an der h e s s i s ch -- p r e u ß i s ch e n Eisenbahn­gemeinschaft erfreulichen Ausdruck gefunden. Er­neut hat zugleich diese Tatsache den hohen Wert der Gemeinschaft bestätigt. Zur inneren Besserung

Iiab-n weiterhin erheblich die Neuordnung der R eich-,- 1 ftnanjen beigetragen. Leider hat cs sich noch nicht ermöglichen lassen den Wünschen auf Verbesserung der Bezuge der Beamten, Lehrer und Hin vi jS- Hc" ausreichend gerecht zu werben" bah biefe wichtige Frage erst bann gelöst werden kann, wenn . //"^"'W des Reiches für eine fachgemäß vcr- ftarttc Schuldentilgung gesorgt sein wird, ist von meiner Regierung schon früher betont worden. Trotz der ae=

Sparsamkeit in allen Zweigen der Staatsver­waltung haben sie meiner Regierung die Mittel mm ^j1/1 Nebenbahn, sowie zum Bau einer Licht- und Kraftzentrale in Verbindung mit einer B r i k e t t f a b r i k in W ö l f e r s b c i m zur -Beringung gestellt. Das auf Hebung und Festigung der fiuanziellcu Kräfte des Laiides gerichtete Streben mei= ner Regierung fleht mit Ihren Bemühungen im Ein- Hang tunlidifk Ersparnisse in der Organisation bei Staatsbehörden und auf dem Wege der Vercinsa- chuiig der Staatsverwaltung zu erzielen. Ich entlade Sie meine Herren Stände, mit der Versicherung meines fortbauernben landesfürstlichen Wohlwollens rind dem Wunsche, daß, die (Ergebnisse Ihrer Tätigkeit nem Lande zum Segen gereichen möchten."

-)(- Langsdor s, 7. Juli. Gestern nachmittag wurde in böswilliger Weise das gemähte Ried am Sandsee verbrannt. Die alarmierte Feuerwehr, welche wegen der Trockenheit des Sees nicht mit der Spritze eingreifen konnte, löschte das Feiler, indem sie das bren nende Ried und Heu mit Stangen und Gabeln aus einanderriß. Der ungerichtete Schaden ist nicht umn heblich.

-w- Gründer g, 8. Juli. Gestern nachmittag ge gen 4 Uhr schlug der Blitz im benachbarten L e h n heim in eine Scheune, die vollständig vernichtet wurde.

Bad-Nauheim, 8. Juli. Regierungsbau meister Dr. Ing. Lipp in Bad-Nauheim wurde zum Gemeindebaurat von Berlin-Lankwitz gewählt.

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mit mei-

Nachdem der Staatsminister den 34. Landtag für geschlossen erklärt hatte, brachte Fürst Solms zu Lich ein dreifaches Hoch auf den Großherzog aus.

flut Stadt und £aid.

Giehen, den 8. Juli.

* r?7 1 VV 91 e L c h r e r st c l I e. Die mit einem eDQngchfdjcn Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gc ueinbcschulc zu Bisses, Str. Büdingen. Mit der Stelle ist Orgamstendienst verbunden.

' Heyligcnstaedt & Eo m p., Wcrkzcuq- Maschinenfabrik und Eisengießerei Aktien-Eesellschast Die vo> längerer Zeit angekündigte Umwandlung der Werk- zeugmnjchinenfnbrik und Eisengießerei Heyllgenstnedl & Co. in eine Aktiengesellschaft mit 1.25 Millionen Mark Grundkapital ist nunmehr in das Handelsregister clnac- tragcn worden. Frau Kommerzienrat Therese Hcnligcn- tacdt bringt Immobilien, Maschinen, Vorräte u. sw sowie ein Patent zum Preise von 1 723 225 Mark ein unb erhält dafür 1 246 000 Mk. in Aktien und 477 226 Mark in bar. Außer ihr sind Gründer die Herren Post- inspektor Gustav Haubach in Viersen, Direktor Fried- nch May und Ingenieur Dietrich Fahlenkamp in Gie­ßen, sowie Rechtsanwalt Wilhelm Sartorius in Darm- pabt; die beiden Gießener Herren bilden den Vorstand wahrend der Aufsichtsrat nach einer früheren Meldung aus den Herren Kommerzienrat Gustav Plaut in Kassel Bankier Albert Strauß in Marburg und Rechtsanwalt Wilhelm Sartorius in Darmstadt besteht.

* Verband Mitteldeutscher Indu­strieller. Eine in Frankfurt a. M. abgehaltene Ver­sammlung von Industriellen beschloß einstimmig die Be­gründung eines Verbandes Mitteldeutscher Industrieller, der sich dem Bunde der Industriellen in Berlin anschlie­ßen wird. Es wurde ein vorbereitender Ausschuß von 16 Industriellen aus Frankfurt a. M., Darmstadt, Gießen, Kassel, Worms, Mainz, Wiesbaden, Mar­burg, Hanau, Hochheim, Friedrichsdorf, Rüsselsheim u. Offenbach gewählt, der die weiteren Vorarbeiten leiten soll. Auf Anregung aus der Versammlung beschloß die­ser unter lebhafter einmütiger Zustimmung aller An­wesenden, dem Präsidium des Hansabundes gegenüber den von Seiten des Zentralverbandes erfolgten Angrif­fen ihre vollste Zustimnrung und ihr uneingeschränktes Vertrauen zum Ausdruck zu bringen.

* Von der Reichsversicherungsord- n u n g, dieser so heiß umstrittenen Neuordnung der Ar­beiter-Versicherungsgesetze ist soeben die erste Ausgabe erschienen. (Carl Heymanns Verlag, Berlin.) Das Ge­setz umfaßt 1805 Paragraphen, steht also seinem Um­fange nach dem bürgerlichen Gesetzbuch am nächsten und regelt die gesamten Kranken-, Unfall-, Invaliden- und Hinterbliebenen-Versicherung. Wenn auch die Bestim­mungen des neuen Gesetzes zunächst nur zum Teil so­fortige Geltung erlangen, so ist damit doch heute schon das allgemeine Bedürfnis wachgerufen, sich in die Um­gestaltung der Versicherungsgesetzgebung einzuleben. Hier­bei wird die vorliegende Tertausgabe gute Dienste lei­sten, die außer der Wiedergabe des Gesetzes und des Einführungsgesetzes in großem klaren Druck, eine orien­tierende Einleitung und ein sehr umfangreiches Sachre­gister bietet.

-n- H u n g e n, 6. Juli. Unsere Spar- und Dar lehnskasse erzielte einen Geschüstsgewinn von 11 795 M. Das Vermögen beträgt 1% Millionen Mark. Die Mit gliederzahl stieg auf 116.

-r- Friedberg, 7. Juli. Für den Ausbau der Strecke Friedrichsdorf i. T.Friedberg sind mit Ge nehmigung der beiden Häuser im Eisenbahnanleihege setz 3 078 000 Mark eingesetzt.

-i- Friedberg, 8. Juli. Der Bezirkskassierer Bil lasch 2., der anfangs des Jahres, nachdem er amtliche Gelder unterschlagen und verjubelt hatte, flüchtete, wurde in Luxemburg verhaftet und wird wahrscheinlich dem nächst ausgeliefert werden.

-t- B u tz b a ch, 7. Juli. Oberlehrer Dr. W c r n e r hat aus Anlaß der Vorgänge bei der Gießener R e i> ch s t a g s e r s a tz w a h l gegen verschiedene Zei hingen Beleidigungsklagen erhoben. Das Schöffenge richt in Butzbach verhandelte zuerst gegen den Webaficur Dr. Schröder vomBerliner Tageblatt", der zu 200 Mark Geldstrafe verurteilt wurde.

* Lauterbach, 8. Juli. Im Laufe der Woche wurde das neue Dienstgebäude der Bezirkssparkasse Lau terbach eingeweiht. Der Neubau, der in der Bahnhof­straße liegt, bildet eine Zierde des Städtchens. Die Kaffe, die hier ihr neues Heim gefunden hat, ist im Jahre 1839 gegründet worden. Für die gemeinnützige Wirk samkeit der Kasse spricht die Tatsache, daß sie seit ihrem Bestehen 120 000 Mk. an Geschenken bewilligt hat, do runter der hiesigen Handwerkerschule zirka 44 000 Mk.

-)(- D a r m st a d t, 8. Juli. Anläßlich des Land tagsschlusses fand gestern um 1 Ahr im Kaisersaal G a -

l a t a f e l zu 92 Gedecken begab sich der GroßheCzog in den Wallgarten.

patt. Nach beendeter Tafel mit den geladenen Gästen

-)(- Lützellinden, : gen nachmittag 3 Uhr das f e st statt. Die Festpredigt heim.

* Wetzlar, 8. Juli.

8. Juli. Hier findet mor- Kreis-Jüngliugs- hält Pfarrer Vömel-Rod-

. Infolge der großen Trok-

kenheit ist es der Wasserwerksverwaltung nicht möglich, das nötige Wasser für den täglichen Gebrauch herbei- zuschafsen. Das Brunnengebiet in Herma n n st e i n gibt nicht mehr soviel Wasser her, als die Pumpen zu leisten vermögen. Auch aus anderen Ortschaften kommen Klagen. So macht sich auf dem Vetzberg ein em­pfindlicher Wassermangel geltend. Das Dors verfügt in trockenen Jahreszeiten nur über einen Brunnen, welcher an der Straße nach Fellingshausen liegt und nur Was­ser für den Haushalt abgibt. Alles sehnt sich daher nach der Wasserversorgung, die demnächst in Angriff genom­men wird, und zu deren Zweck eine vorzügliche Enteile unterhalb derWaldmühle" im Biebertal angekauft wurde.

* Herborn, 8. Juli. Wie bereits mitgeleilt, findet vom 8.10. Juli hier der 21. Feuerwehr- t a g der Freiwilligen Feuerwehren im Negierungs-Be­zirk Wiesbaden statt, mit der die 60jährige Jubi­läumsfeier der hiesigen Freiw. Feuerwehr ver­bunden ist.

Dillenburg, 7. Juli. Von einem Mißge­schick betroffen wurde gestern der Gradepilot O. Kahnt. Während Hunderte von Personen auf seine Ankunft war­teten, kam die Meldung, daß Kahnt mit seiner Flug­maschine verunglückt sei. An dem Fahrzeug war eine Achse gebrochen, ebenso waren beim Abstieg die Stützen der Laufräder und die Welle beschädigt. Die Feuerwehr und Polizei hatten Mühe den Platz von dem andrin­genden Publikum frei zu halten. Der Apparat würbe in der Nacht per Rollwagen nach Herborn-, geschafft und in dem Fliegerschuppen an der Lohmühle untergebracht. Der Schaden wird sofort repariert.