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Hietzerrer Jertung

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Verlag derGieftener Zeitung" G. m. b. H.

Enthält alle amtl. Bekanntmachungen

der Großherzoglichen

Bürgermeisterei

sowie vieler anderer

des Großherzoglichen

Polizei-Amtes

Behörden Gberheflens

Expedition: Seltersweg 83.

lHauS Brüder Schmidt.)

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Nr. 233.

Telep hon: Nr. 362.

Donnerstag, den 7. Dezember 1911.

Telephon: Nr. 362. 23. Aühlg

Reichstagswahlen 1912

Gießen. Die Fortschrittliche Volkspartei hat als Neichstagskandidaten den Arbeitersekretär Erke­lenz ausgestellt, der von den Nationalliberalen sehr wahrscheinlich unterstützt wird.

Friedberg. Von der Fortschrittlichen Volks- partei wurde der hiesige Seminarlehrer Leuchtgens als Kandidat für die bevorstehende Reichstagswahl ausge­stellt.

> Lauterbach. Die Fortschrittliche Volkspartei stellte als Neichstagskandidaten im Wahlkreise Alsseld- Lauterbach-Schotten den Pfarrer Möbus in Uden - hausen auf.

Im Reichstagswahlkreis Friedberg-Bü­dingen hat das Zentrum den Rechtsanwalt Schrö­der in Friedberg als Reichstagskandidaten ausgestellt.

Frankfurt. Die neue demokratische Vereinig­ung beschloß, im Wahlkreis Frankfurt a. M. gleich im ersten Wahlgang für den sozialdemokratischen Kandida­ten Dr. Quarck, also gegen den freisinnigen Oeser, ein- zutreten.

Wiesbaden. Die Konservativen und der Bund der Landwirte beschlossen, den von Mittelständ­lern und dem Zentrum als Kandidat für Wiesbaden ausgestellten Landtagsabgeordneten Generalmajor z. D. von Klöden-Wiesbaden nicht zu unterstützen.

Worms. Die Nachricht, daß der Neichstags- abgeordnete Frhr. v. Heyl keine Kandidatur für den Reichstag mehr annehmen werde, wird nicht als un­bedingt richtig bezeichnet, da erst, abzuwarlen sei, wie sich der Gesundheitszustand des Kandidaten gestalten wird.

D ü s s e l d o r s. Bankdirektor Dr. Friedrich, der Kandidat der Zentrumspartei bei der jüngsten Reichs­tagsersatzwahl, hat seine Kandidatur für die Reichstags­wahl zurückgezogen.

Neustadt. Die hiesigen Nationalliberalen ha­ben die Kandidatur des Professors Calker in Straßburg einstimmig gutgeheitzen.

Iserlohn. Das Zentrum beschloß im Wahl­kreise Altena-Iserlohn mit Rücksicht auf das Zusammen­gehen der Freisinnigen und Nationalliberalen von einer eigenen Kandidatur abzusehen und gleich im ersten Wahl­gange für die christlich-soziale Partei einzutreten.

Der Verband der Nationalliberalen des Wahl - kreises Altena-Iserlohn hat der liberalen Einig­ung für Dortmund-Hörde, Bochum-Gelsenkirchen und Altena-Iserlohn zugestimmt.

Eisenach. Im Großherzogtum Sachsen-Wei­mar tritt der Hansabund überall für die liberalen Kandidaten ein; im Eisenacher Wahlkreis für den jung­liberalen Leipziger Handlungsgehilsenverbandsvorsitzen- den Marquardt.

Bu$ Stadl und Cand.

G i eb cn, 7 Dezember 1911.

§ Der Erohherzog ernannte den Ministerial­rat Wilh. Wilbrand zum Landesherrlichen Kommissar bei der Ersten Kammer, die Ministerialräte Dr. Dr.- Ing. August Karl Weber und Wilh. Best zu Mitglie­dern der Landesherrlichen Einweisungskommission für die Zweite Kammer.

n Gießen. Heute Abend 8% Uhr hält Pfarrer Schlosser-Rodheim im großen Hörsaal der Universität einen Vortrag überSchundliteratur" bei freiem Ein- nitt. Am Samstag und Sonntag wird eine Ausstell­ung über Schundliteratur im Stadtverordnetensaale, Gartenstratze 2, von morgens 10 Uhr bis abends 10 Uhr geöffnet sein. Die Veranstaltung liegt in den Hän­den des Allgemeinen deutschen Frauenvereins, Orts­gruppe Gießen.

n Gießen. Einen Märchenabend wird die Hess. Vereinigung für Volkskunde diesen Samstag in der Aula der Universität abhalten. Nach Vorträgen des Pfarrassistenten Schorlemmer überdas Familienleben im deutschen Märchen" und des Privatdozenten Dr. Rauch über Ubbelohdes Bilder zu den Grimmschen Mär­chen, wird Frl. Ida Strack Grimmsche Märchen ver­lesen.

nG i e ß e n. Beim KonkursH a s s i a" hat sich herausgestellt, daß bei rechtzeitiger Konkursanmeldung die Ueberschuldung nur 95 000 Mark betragen hotte, statt 177 380 Mark infolge der Unterlassung der Kon­kursanmeldung. Das wären also über 82 000 Mark

mehr. Die Gläubiger derHassia" werden beschließen. | ob man den Aussichtsrat zur Zahlung dieser 82 000 M. haftbar machen soll.

n Gießen. Der Sohn des früheren Musikdirek­tors unseres Regiments, Musikmeister-Aspirant E r n st Krauße, wurde zum Musikmeister im Grenadier-Re­giment König Friedrich Wilhelm 2. in Schweidnitz er­nannt.

n Gi e ß e n. Die Gießener Kinderklinik an der Friedrichstraße ist jetzt im Rohbau fertiggestellt. Der innere Ausbau wird bis zum September nächsten Jah­res beendet sein, sodaß im Oktober die Anstalt zunächst mit 30 Betten in Betrieb genommen werden wird. Es ist dafür Sorge getragen, daß eine spätere Vergrößer­ung der Anstalt möglich ist.

n Gießen. Von den 43 Gemeinden in unserem Kreise haben sich 39 Orte zum Anschluß an die Ueber- landzentrale gemeldet: Albach, Allendorf an der Lahn, Allendorf an der Lumda, Allertshausen, Alten-Buseck, Annerod, Beltershain, Beuern, Eurckhardsselden, Clim­bach, Daubringen, Garbenteich, Geilshausen, Großen- Buseck, Harbach, Hausen, Heuchelheim, Kesselbach, Klein- Linden, Lindenstruth, Londorf, Lumda, Mainzlar, Odenhausen, Oppenrod, Reinhardshain, Reiskirchen, Rödgen, Rüddingshausen, Ruttershausen, Saasen, Stan­genrod, Staufenberg, Steinbach, Treis a. d. Lumda, Trohe, Watzenborn-Steinberg, Weilershain und Wieseck.

n G i e ß e n. Es bestanden die Postreserendarprüs- ung der Eleve Fischer und die Telegraphenassistenten - Prüfung der Telegraphenwärter Pinther in Gießen.

0 Rödgen. Unsere Gemeinde feierte am letzten Sonntag den 100jährigen Gedenktag der am 1. Dezbr. 1811 erfolgten Einweihung unserer Kirche.

0 Homburg. Bei der hiesigen Tiesbohrung zei­gen die in die Erde versenkten Eisenrohre eine außer - ordentlich starke magnetische Kraft, die auf den Ein­fluß des Erdmagnetismus zurückgeführt wird. Eiserne Gegenstände von erheblichem Gewicht werden von den magnetisch gewordenen Röhren angezogen und sestge- halten.

):( Lützellinden. Für das im Sommer 1909 eingeäscherte Gemeindebackhaus ist jetzt ein stattlicher Neubau errichtet, in dem außerdem noch eine geräumige Gemeinderatsstube und eine Gefängniszelle untergebracht ist. Die Kosten betragen rund 15 000 Mk.

):( Burgsolms. Hier sanden 2 Grubenarbeiter in dem Tagbau der Grube Naab etwa 1 Meter unter der Oberfläche 2 menschliche Skelette, die nur von einem Verbrechen herrühren können.

):( Braunfels. Am 3. Dezember fand yier die Delegiertenversammlung .des Solmser Sänger­bundes statt. Man beschloß die Abhaltung der nächst­jährigen Generalprobe in Münchholzhausen, während als Ort der Delegiertenversammlung Dutenhofen bestimmt wurde. Es wurde ein Dankschreiben des Prinzen Fried­rich zu Solms-Braunfels, des Protektors des Bundes, für die ihm dargebrachten Gesangsvorträge verlesen.

):( Limburg. Der Bischof Dr. Dominicus Willi ist schwer erkrankt.

):( Marburg. Der Professor der Rechte, Dr. E. Heymann, hat den an ihn ergangenen Ruf als Nach­folger des Professors G. Lästig in Halle abgelehnt.

):( Frankfurt a. M. Die hiesigen Milchhänd­ler haben abermals eine Erhöhung der Milchpreise be­schlossen. Der Preis pro Liter Vollmilch beträgt 26 Pfg., statt wie bisher 24 Pfg., der Preis der Mager­milch 22 Pfg.

):( Frankfurt a. M. Das Reichsgericht ver­warf die Revision des Taglöhners Pöllmann, der vom Schwurgericht am 17. Oktober wegen Raubmordes, be­gangen im Dezember 1910 an dem Agenten Biener, zum Tode verurteilt worden war.

):( Wiesbaden. Bei einem Ausritt nach Bieb­rich im März 1907 ist der Arzt Dr. Ziemssen dadurch zu Schaden gekommen, daß sein Pferd über einen of­fenen Kanal strauchelte. Ein angestrengter Lchadener- satzprozeß wider die Stadtgemeinde Biebrich hatte schließ­lich folgendes Ergebnis. Die beklagte Stadtgemeinde wurde verurteilt zur einmaligen Zahlung von 534 ML, 3000 ML resp. 29 400 ML nebst 4 Prozent Zinsen vom 18. März 1907 an, sowie zur Zahlung einer jährlichen Rente in Höhe von 5600 ML an den Kläger bis zur Vollendung des 75. Lebensjahres desselben.

):( Betzdorf. In Marienberg hat eine Versamm­lung eine Automobil-Omnibus-Verbindung zwischen Marienberg-Betzdorf beschlossen, deren Eröffnung schon zum 1. April 1912 geplant ist.

5 Offenbach a. M. Die Zentrumspartei des Landtagswahlkrsjses Efftfiba.tf^aiib stellte' den Offen­bacher Stadtv. Franz Nessel einstimmig als Kandidaten auf.

! Monsheim. Einem hiesigen Brelmereibesitzer wurde in böswilliger Weise in ein Bassin mit 38 Hek­laliter Inhalt Schwefelsäure geschüttet. Der Brennereibesitzer ließ den Schnaps in Fässer füllen und der Kundschaft zustellen, die alsbald den Lieferanten mit Reklamationen überhäufte. Der Schnaps wurde darauf zurückgeholt und das Vorhandensein der Schwe­felsäure sestgestellt. Man nimmt an, daß ein Racheakt eines entlassenen Arbeiters vorliegt.

* Vom Westerwald. Wegen der großen Hitze und Trockenheit des verflossenen Sommers hatten an den Obstbäumen infolge der geringen Feuchtigkeitszu- suhr die Zweige frühzeitig das Holzwachstunr einge­stellt und dagegen Fruchtholz in überreuhnn Maße ge­trieben. Das ist besonders an Zwergbäumen, zu be­obachten. Es ist daher für nächstes Frühjahr ein gro­ßer Blütenflor zu erwarten, ob daraus aber ein Obst­jahr wird, ist fraglich. An den Obstzüchter ist es t un durch reiche Düngung mit flüssigem Dünger den Bäu­men aufzuhelsen, vielleicht daß wir uns dann im näd)= sten Jahr einer reichen Obsternte erfreuen können.

6escdällltcvrr.

)( Gesundheitliches. Bei vorkommenden Un­päßlichkeiten, leichterem Unwohlsein, ist es von großer Wichtigkeit, gleich das richtige Mittel zu wählen, um dadurch schlimmere Folgeerscheinungen zu verhüten. In den meisten Fällen kommt es vor, das ab und zu ir­gend ein Familienmitglied plötzlich unter einem nervösen und abgespanntem Zustand leidet, daß es mit Appetit­losigkeit und Verdauungsbeschwerden zu tun hat, wel­ches vielfach bei der heutigen hastenden und aufreiben­den Tätigkeit der Fall ist. Bei jungen Mädchen und Frauen äußert sich dieser Zustand sehr oft in Blutar­mut, Bleichsucht, allgemeinen Schwächezuständen, Kopf- und Rückenschmerzen. Es wird deschalb von großem Interesse für unsere Leser sein, wenn wir sie auf ein Präparat aufmerksam machen, welches durch langjährige Versuche in Krankenhäusern und durch hervorragende Aerzte sich bei den obenerwähnten Störungen ungemein bewährt hat, und von einer großen Anzahl der Aerzte als ein vorzügliches Mittel zur Hebung der Kräfte des Gesamtorganismus, sowie zur Stärkung der Nerven ge­priesen wird. Dieses Mittel ist unter dem Namen Leci- ferrin bekannt, und stellt eine Verbindung von dem Eier-Lecithin mit einem sehr leicht verdaulichen Eisen dar. Das Präparat ist in den Apotheken erhältlich und sollte in keiner Familie fehlen. Es wird uns vielseitig auch berichtet, daß Leciferrin autzerordentlich angenehm im Geschmack ist und von Jung und Alt gerne genom­men wird.

Knorr- Hafermehl und i Reismehl,

sind bei Ärzten u. Müttern beliebt wegen ihres Wohl­geschmacks, hohen Nähr­werts und ihrer leichten Verdaulichkeit