Gießener Bettung
Bezugspreis 40 pfg. monatlich
oierteljährlich 1,20 Mk., vorauSzahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweig. auSgabesleUen vierteljährlich 90 Pfg — Erscheint TienStagc«, Donnerstags, SamStagS. — Redaktion: EelterSweg 83. — Air Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert.
Verlag der „Gietzeuer Zeitung" G. nt. b. H.
Enthält alle amtl. Bekanntmachungen
der Großherzoglichen
Bürgermeisterei
sowie vieler anderer
des Großhei'zoglichen
Polizei - Amtes
Behörden Gberhesseirs
Expedition: Seltersmcg 83.
lHauS Brüder Schmidt.)
flnjdgenpreis 15 Pfg.
die 44 mm breite I nferaten-elle. Stellen gesucht und Zami l iena n zeigen 1 0 Pfg. Die 90 mm breite Zeile im RellameleiI 50 Pfg. Extrabeilagen werden nach Geivichl und (MrURr berechnet. Rabatt kommt bei lleberschreiiung ded Zahlun-d- zicleS (80 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung ober bei Konkurs in Wegfall. Pla^vorfchriften obneBerbindlichkeit.
Verlag der ,,Wicf;cncr Zeitung" W. m. b. H.
Nr 180
Telephon: dir. 362.
Samstag, ben 5. August 1911
Telephon: Nr. 362.
23 Jahrg.
1 27. April |; igere Zelt p:; ir Nervenpti; elang an k ilsschwäch:. ne BesscnL-f indung der 4 gesund und । elt, die ich n aslusL Ich
Präparat ta. urückkehrt oll! IL Eblt
t.
1 28. April IC. ausprobiert r Zeit helmi:« unruhigen S ispannt, und . :h wie von m nachgehen 5 besten Dank i aestens emph 8, Bahnwärtr
r.
den 6. Mal i' das .ViKCi. :h leide seht: zen Körper. 6 3, daß Ich es I. weht habe, D- Indel sind vt; Le Nacht scö nebst Gott« mervin* ad$l
stav Monli1
en 26. 6p^ '* enTag schf t legte, wurti I schlimme-’ Hann. Lands ztes auch dü onimen habt • sei gedankt.
Dankes vcr$< I Frau B^
»den konnt» nzahlvon^ en aber, daS
[schreib ;
viewirlscdâden Schälten der grossen Ritze.
Die andauernde große Hitze hat für das wirtschaft liche Leben schon sehr große ^Nachteile gebracht. 9tatür- lich hat die Landwirtschaft in erster Linie unter dem trockenen Wetter zu leiden, denn die Wiesen und Kleefelder sind verdorrt, den Rüben und Kartoffelfeldern fehlt es an der nötigen Entwickelung, der Gemüsebau ist auch schwer geschädigt und von den Obstbäumen fallen wegen der großen Trockenheit die Früchte halb reis ab. In einigen Gegenden Deutschlands, zumal auf dem sandigen Boden in Brandenburg, ist sogar die Getreideernte von der sengenden Hitze geschädigt worden, sodaß man schon jetzt sagen kann, daß der Gesamtscha- den, den die deutsche Landwirtschaft von der Hitze dieses Sommers haben wird, sich mehr als 1 Milliarde Mark belaufen wird. Dazu kommen aber noch andere schwere Schädigungen für die Landwirtschaft, denn wenn nicht bis spätestens zum 15. August reichlicher Regen eintritt, so wird auch die Landwirtschaft und Viehzilcht in Deutschland unter einem großen Futtermangel zu leiden haben. Da kann es schon kommen, daß die Landwirte ihren Viehbestand durch Notschlachtungen und Massenverkauf verringern müssen, aber dadurch wird der Landwirt nur Schaden und das ganze Söolf seinen Nutzen haben, denn die Fleischpreise werden trotz billiger Viehpreise hoch bleiben, aber nach der Verringerung der Viehbestände wird erst recht eine große Fleischteu- erung eintreten und dem wirtschaftlichen Leben Nachteil bereiten. Die große Hitze erzeugt aber noch andere Notstände. Der Wasserstand der schiffbaren großen Ströme ist so gesunken, daß die Flußschiffahrt wahrscheinlich in der nächsten Woche auf den meisten Flüssen eingestellt werden muß. Ganz besonders nachteilig wird dies für die an deg Flüssen liegenden Städte und deren Geschäftsverkehr. Selbstverständlich werden auch viele Industrien, besonders die Mühlenindustrie, von dem Wassermangel schwer in Mitleidenschaft gezogen. Bei der großen Hitze kommen auch fast jede Woche in Deutschland Waldbrände vor und fügen den Forsten, die bekanntlich gegen Feuersgefahr nicht versichert sind, unersetzlichen Schaden bei. Die übermäßige Erwärmung des Flußwassers hat auch in vielen Flüssen dazu geführt, daß unter den Fischen eine Art Beulenseuche ausgebrochen ist, und daß deshalb die Fische massenhaft absterben. Diese Fischkrankheil hat aber auch noch die Gefahr, daß die Menschen unter Umständen auch durch den Genuß des Fleisches kranker Fische krank werden können. Die anhaltende Trockenheit hat auch ferner schon in sehr vielen Städten und Dörfern Wassermangel erzeugt, und selbst in den Städten, die großartige Wasseranlagen besitzen, wie z. B. in Leipzig, muß der Wasserverbrauch eingeschränkt werden, damit nicht ein vollständiger Wassermangel eintritt. So ist die andauernde Hitze zu einer öffentlichen Notlage geworden, und es ist dringend zu wünschen, daß der Himmel in den nächsten Tagen seine Schleusen öffnen und der Wassernot ein Ende bereiten wird.
preise zu ermitteln, aus deren Grundlage die Vergebung der Arbeiten erfolgen soll. Inzwischen werden die zum Anschluß bereiten 100 Gemeinden sich der Provinz ge genüber auch noch vertraglich zu verpflichten haben. Der hierfür vorgesehene, vom Provinzialausschuß gebilligte und auch vom Ministerium bereits genehmigte Nonnal vertrag wird in Kürze den interessierten Gemeinden zu gehen. Je schneller der Abschluß der Verträge erfolgt, die im großen und ganzen die Bedingungen enthalten, zu denen die Gemeindeverwaltungen in den hierüber ge pflogenen Verhandlungen sich verpflichtet haben, um so eher wird mit Ausführung der Arbeiten begonnen rver den können, da erst nach der Unterzeichnung der Der träge das Projekt über die Fernleitungen ausgestellt werden kann.
* Prüfung. Am 1. und 2. August fand an der Abt. 2 des Alice-Schulvereins (Seminar für Hanswirtschaftslehrerinnen) die staatliche Prüfung der Seminariistinnen in Gegenwart des Regierungsvertre- ters Herrn Professor Dr. Alle s, Kreisschulinspektor, unb der aus Mitgliedern des Vorstandes bestehenden Prüfungskommission statt. Sämtliche junge Mädchen, 9 an der Zahl, bestanden mit gutem Erfolge in Theorie und Praris.
Die Trichinenschau in unserem Schlacht - Hof wird seit etwa 14 Tagen mit dem vom Schlacht - Hofdirektor Garth-Darmstadt, einem geborenen Gießener, erfundenen Trichinoskop ausgeübt. Während früher ein Beamter zur Untersuchung von 4 Schweinen eine Stunde Zeit brauchte, wird durch den neuen Apparat in der Stunde an 20 Schweinen die Beschau vorgenommen. Dabei werden die Augen des Beamten weniger angestrengt als früher, da der Sipperat das Objekt bedeutend vergrößert.
* F ü r die Herstellung elektrischer Straßenbeleuchtung bewilligten die Stadt - verordneten 22 000 Mk. Sie soll zunächst für die Haupt' straßenzüge der Altstadt vom Bahnhof aus eingerichtet werden. Ferner wurden 27 000 Mk. bewilligt zur Einrichtung einer automatischen Gassernzün- d u n g für die Straßenlaternen. Der Betrag wird in 3% Jahren an Gehältern für Laternenwärter erspart. Dem neuen Gemeinnützigen Bauverein Gießen wurde von der Stadt an der Licherstrahe unmittelbar in der Nähe des Stadtwaldes ein größeres Sauquartier zur Errichtung von Kleinwohnung s-bauteck überlasten, welches groß genug und so ausdehnungsfähig ist, daß darauf ein ganz neuer Stadtteil erstehen kann.
O b st u n b G e m ü s e v e r w e r 1 u n g s - k u r s e. Der Landwirtschaftskammerausschuß für £ber Hessen wird in der nächsten Zeit durch Obstbaulehrer Wiesner in Lang-Göns vom 15.—17. August und in Treis a. d. Lda. vom 22. bis 24. August Cbft und Gemüseverwertungsknrse abhalten.
* Das Ende der großen Hitze? Die Wetterdienststelle Weilburg meldet, daß jetzt endlich die Bahn frei sei für die ozeanischen Tiesdruckwirbel. Ein plötzlicher U m s ch l a g zu N e g e n w e t 1 e r ist aber kaum 311 hoffen, da über dem östlichen Deutschland und über dem westlichen Rußland die Luft temperajuren noch zu hohe sind. Dagegen ist ein lang samer und a l l m ä h l i g e r U e b e r g a n g zu kühlem, trübem Wetter mit Regensällen wahrscheinlich.
* Leihgestern, 5. August. In dem Gruben seld Grenza, Gemarkung Lützellinden, fand man beim Bohren mächtige Eisen- und Manganerzlager.
=00 SM b b a, 5. Aug. Dem Lokomotivführer Karl H i l g ä r t n e r wurde aus Anlaß seiner am .1. Aug. d. Is. erfolgten Versetzung in den Ruhestand das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für treue Dienste" verliehen.
-h- Ehringshausen (Kr. Alsfeld), 5. August. Dem Oberbriesträger Ludwig Haberkorn wurde das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für lang jährige treue Dienste" verliehen.
*) Darmstadt, 4. August. Infolge der gro- ^cu Hitze fällt die 1 Uhr-Post hier bis auf weiteres aus. Auch viele größere Bureaus haben nachmittags zeitig geschlossen.
* Offenbach, 5. Aug. Der Schulvorstand faßte den einstimmigen Beschluß, die Einführung der Pskicht- fortbildungsschule für Mädchen zu empfehlen. Nicht nur die gewerblichen Arbeiterinnen, sondern auch die weib lichen Dienstboten sollen in diese Schule einbezogen werden; ganz besonders soll die hauswirtschaftliche Bildung der Schülerinnen in Betracht kommen.
* Mainz, 5. August. Nicht weniger als 2 2 5 Journalisten aus Europa und überseeischen Län dern haben sich zum Katholikentag angemeldet.
läge, verfügt, ert, der kann.
Sommerferien in zweiter Aus - Der preußische Kultusminister hat allgemein daß, solange die außerordentliche Hitze andau- Unterricht in den Schulen ausgesetzt werden
* * t i eine E lenausd"1 jen Gel* sen, de® •
* <
druckt® t‘
lie Ori^ ?n.
Reicbstagswablvorbereitungen.
♦ Friedberg, 4. Aug. Die FortschrittlicheVolks- partei unseres Wahlkreises wird den nationalliberalcn Reichstagskandidaten Strack, für den sonst alle bürgerlichen Parteien eintreten, n i ch 1 unterstützen, sondern einen eigenen Zählkandidaten aufstellen.
• Berleburg, 4. Aug. Die Fortschritt!. Volks- partei für den Wahlkreis Siegen-Wittgenstein-Biedenkopf stellte an Stelle des zuerst ausgestellten Kandidaten Pfr. Spieß aus Bottenhorn, den Frankfurter Stadtverordneten Lehrer Korf als Reichstagskandidaten auf. In dem Kreis wurde bekanntlich bei der Ersatzwahl durch das Zusammenwirken von Nationalliberalcn, Freismm- gen, Sozialdemokraten, Zentrumsleuten und Gelben Gewerkschaftlern der nationalliberale Berghauptmann Vogel gewählt. Dies einträchtige Zusammenarbeiten durfte eben so leicht nicht wieder vorkommen.
Hus Stadt und Eand.
Giehen/ den 5 August 1911.
♦ Die Ueberlandzentrale für Oberhessen ist sowohl seitens des Staates wie der Provinz soweit gefördert worden, daß schon in der nach Hen Zeit öffentliche Ausschreibungen erfolgen werden, um für die einzelnen Arten von Arbeiten die Einhetts-
* Sonderzüge. Zur Bewältigung des Personenverkehrs anläßlich der Katholiken-Versammlung am 6. August in Mainz fährt u. a. auch ein Sonderzug von Gießen. Abfahrt 5.45 vorm., mit Aufenthalt in Butzbach 6.17 bis 7.02, Nieder-Wöllstadt 7.13 bis 7.14, Vilbel Nord 7.30 bis 7.32, Bockenheim 7.51 bis 7.52, Goldstein 8.04 bis 8.10, Mainz Hp,bf. an 8.55. Der Hauptbahnhof Frankfurt wird nicht berührt. Die Rückfahrt erfolgt Mainz Hptbf. 10.09 abends, an Gießen 1.05 nachts.
* Wegen der herrschenden Maul- und Klauenseuche ist laut Beschluß der Landwirtschaftskammer die Kreis-Ackerbau- und Obstausstellung, die im Oktober hier stattfinden sollte, aufgehoben worden. 6k soll im nächsten Jahre abgehalten werden.
* Die Voruntersuchung gegen den Chauffeur Wilhelm Erbe aus Frankfurt a. M. und gegen den Schmied Heinrich Wolf und dessen Schwester Käthe Wolf aus Nieder-Mörlen wegen der Ermordung der Ehefrau Walther in Nieder-Mörlen, ist nunmehr abgeschlossen worden. Die Akten sind bereits der Staatsanwaltschaft in G i e ß e n zur Erhebung der Anklage zugestellt worden. Wie man erfährt, hat die Untersuchung ergeben, daß gegen Erbe und Wolf die Anklage auf Raubmord und gegen die Käthe Wolf auf Beihilfe hierzu erhoben werden muß. Die Schwurgerichtsperiode, die sich auch mit der Nieder - Mörlener Bluttat zu besassen hat, beginnt am 25. September.
* Die Promenaden-Konzerte, die durch die sehr starke Inanspruchnahme der Regimentskapelle bei Vereinsfestlichkeiten in letzter Zeit unterblieben stnd, werden nach dem Manöver wieder regelmäßig abge- halten.
-m- Ulm (Kr. Wetzlar), 5. Aug. Pfarrer Stuhl ist aus Anlaß seines Ueberlrittes in den Ruhestand von Sr. Majestät dem König der rote Adlerorden 4. Klasse verliehen worden.
-0- R 0 d h e i m, 5. Aug. Morgen findet hier ein großes kirchliches Fest statt, zu welchem Generalsuper - intendent Professor Maurer-Wiesbaden sein Erscheinen zugesagt hat. Während im Sormittagsgottesbienft Missionszögling Schlaudrost, ein Sohn unserer Gemeinde, ordiniert wird, ist für den Nachmittag am nahen Laun- scheidsberg ein Missionssest vorgesehen.
-r- Marburg, 5. Aug. Ein trauriger Unglücksfall ereignete sich im nahen Vauernbach. In der allgemeinen Aufregung, die bei einem Landwirt das plötzliche Verenden zweier wertvoller Milchkühe in der gesamten Familie des Mannes Hervorries, vergaß man, auf das 2jährige Söhnchen zu achten. Als man schließlich nach dem Kleinen suchte, fand man dessen Leiche in dem Gartenbrunnen.
* Frankfurt, 4. Aug. Die Feuerwehr wurde am Mittwoch bis nachmittags 6 Uhr zu nicht weniger als 7 Brandstellen gerufen. Obschon es sich meist um kleinere Brände, z. B. in Kellern u. dergl. handelte, gab es doch infolge der Hitze und Trockenheit für die Wehrmänner überall schwere Arbeit. — Ein Korpsbefehl ordnet an, daß während der großen Hitze von 10 Uhr morgens bis 3 Uhr nachmittags keine militärischen Uebungen außerhalb der Kaserne abgehalten werden. — Der neue Zeppelin- kreuzer „Schwaben" wird am 11. oder 12. August von Baden-Oos aus eine Fahrt nach dem Taunus unternehmen und hierbei Frankfurt seinen ersten Besuch abstatten. .
-u- Frankfurt, 5. Aug. Frankfurt hat sich zu Ehren des Bundestages und seiner zahlreichen Gäste in ein schmuckes Festkleid geworfen. Von staatlichen ^und auch vielen städtischen Gebäuden grüßen stolz im Winde flatternde Fahnen. Die Hauptversammlung des D. R. B nahm Freitag vormittag unter zahlreicher Betem- qunq der Delegierten aus allendeutschen Gauen im Kaufmännischen Vereinshaus ihren Anfang. Neben der Genehmigung des Rechenschaftsberichts sowie des.em- gen des Bundes-Sortausschustes beschäftigte sich die Versammlung mit verschiedenen Anträgen, u. a. oetr. die Jugendfürsorge im D. R. B.