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Nummer 25.
24. November 1911.
Hle neuen fflohllatirls^önlUee-Doniiorlen
be8 Verein- für WohlsahrtSmark«n ßur Bekämpfung ber Tuberkulose, der Säuglings- fterblid)felt usw.), die im Galerie-Verlag, Steglltz-Derlln, erschienen flnb. (TerfL Abbild.)
Adressrnseite der Wotzisatzri» Künstler ■ postierten. Die eigenartig, zwcisarbig auSgeiuI;ric Adressensci!« der Woi)Isal)r!S - Künstler - Vostlarlen Hai einen kunsllcrilchen. ihmbolischen Schmuck erhalten. Die Ausgaben deS Vereins sind burd) eine Aillergeslall, welche einer die BolkSkrankheilcn darstellenden Schlange den TodeSsloh versetz!, vrrsinndildlichl.
Bilbfeite ber WohllnhrtS Künstler Postkarte Nr I. bie in farbenprächtiger Beprodukiion ein Gemälde bed Akadenue-ProsessvrS Angelo flaut in München „König Wilhelms Bill um Seban nach ber Schlachl am 2. September 1870“ zeigt.
®i(b|site ber ÄohlsahrtS>Künstler Postkarte 9h. 2. bie in originalsarbiger Aeproduklion bie „Begegnung BlSuiarckS mi^apoleon auf ber Straße nach Donchery bei Seban am 2. September 1870" nach einem Originalbilb bed Kunstmalers Vubunq Butz in München bringt. Die Karten sind für 10 Pfennig da» stück |u haben nur bei ben besseren Ansichtskarten -Ver- S^ufern unb direkt bei dem Galerie Verlag in Sleglitz-Verltn, der für den größeren Bezug Partiepreis« «inräumen kann.
Die zweite Wohlfahrts-Künstler-Postkarte
hat der seine Tätigkeit über ganz Deutschland erstreckende Verein für Wohlfahrtsmarken (zur Bekämpfung der Tu- berkulose unb anderer Volkskrankheiten) im Galerieverlag, Steglitz-Berlin, erscheinen lassen. Sie stellt die „Begegnung Bismarcks mit Napoleon vor
Sedan" dar. Die von Kaiser Napoleon nach der Schlacht bei Sedan erbetene Unterredung mit dem Bundeskanzler Gras Bismarck hatte am frühen Morgen des 2. September auf der Chaussee nach Donchery, wo Beide sich begegnet waren, stattgesunden. Den Moment des Zusammentreffens veranschaulicht das Bild, welches Ludwig ',Putz für die Wohlfahrts-Künftler-PoftKarten-Serie des Galerie-Berlages gemalt hat. Bismarck hält zu Pferd neben dem kaiserlichen Wagen, in welchem Napoleon — im Begriff, sich zu erheben — dargestellt ist. Die Gestalt des eisernen Kanzlers — straff im Sattel aufgerichtet — steht in wirksamem Kontrast zu derjenigen des unter der Wucht seines Geschickes zusammengebrochenen Kaisers. Die Darstellung dieses Augenblickes — wohl eines der bedeutungsvollsten der deutschen Geschichte — wirkt, indem sie aus alles unwesentliche Beiwerk verzichtet, durch die charakteristische Gegenüberstellung der beiden Hauptfiguren als Sieger und Besiegter klar und überzeugend, der stimmungsvolle Moment der Situation ist durch die an der linken Hälfte des Bildes sichtbaren französischen Offiziere in deren Ausdruck und Haltung unterstützt.
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Petzolds Gemeinde- u. Ortsleylon des Deutschen Reiches ist soeben in zweiter, vollständig neubearbeiteter und vermehrter Auflage erschienen. Das Werk enthält in übersichtlicher Form,, streng alphabetisch geordnet, zirka 120 000 Orte des deutschen Reichsgebietes, darunter sämtliche Gemeinden und Gutsbezirke, sämtliche Post-, Bahn-, Kleinbahn- und Schiffartsstationen, ferner alle in gemeindepolitischer Beziehung nicht selbständigen Ortschaften, Stadtteile, Dörfer, Kolonien, Weiler, Ortsteile, Ansiedelungen, Bauernschaften, Güter, Vorwerke, Häu- sergruppen, Zinken, Gemarkungen, Gnotschasten u. s. w., letztere bis zu 50 Einwohner abwärts, mit genauen Angaben über 1. Name nach postamtlicher Schreibweise, evtl, mit den gebräuchlichen, die örtliche Lage näher kennzeichnenden postseits vorgeschriebenen Zusatzbezeich- nungen, 2. Topographische Bezeichnung (ob Stadt, Markt, Flecken, Landgemeinde, Dors, Gutsbezirk, Kolonie oder bergt, bei nichtselbständigen Ortschaften au- tzerdem die Angabe der Gemeindezugehörigkeil), 3. politische Lage (Bundesstaat cutt Provinz), 4. Verwal- tungsbehörde, Kreis (evtl. Landratsami), Bezirksamt, Amtshauptmannschaft, Oberami, Kreisami rc., 5. zuständiges Amtsgericht, 6. Bestellungspostanstalt, 7. Bahnstation (evtl, nächstliegende für Güterverkehr, Kleinbahnen sind durch * gekennzeichnet), 8. Einwohnerzahlen nach neuester Zählung vom 1. Dezember 1910, bei Städten und Orten mit dem Sitz eines Amtsgerichts oder einer Verwaltungsbehörde außerdem noch 9. Regierungsbezirk, 10. zuständ. Landgericht, 11. Landwehr- bezirk (Bezirkskommando), sowie bei Städten mit Landgerichtssitz noch 12. das zuständ. Oberlandesgericht.
Das Lerikon ist gegen die frühere Ausgabe bedeutend vermehrt und verbessert, zirka 10 000 Orte sind vollständig neu ausgenommen worden. - Preis: Gebunden in einem Halblederband oder in zwei soliden Ganzleinenbänden Mk. 20.—.
Außerdem ist das Lerikon in 8 T e i l a u s g a b e n erschienen, deren jede ein in sich abgeschlossenes Ganze bildet. Band 6, die Provinzen Rheinland, Westfalen und Hesselr>-Nassau, Großherzogtum Hessen, Fürsten - tümer Birkenfeld, Lippe, Schaumburg-Lippe unb Waldeck enthaltend, kostet solid in Leinen gebunden Mk. 5. Ausführliche Prospekte versendet der Verlag E. H. P e t= z o l d, Bischofswerda (Sa.).
Verlag der Gießener Verlagsdruckerei Albin Klein, Gießen.
Illustrierter Stadt-Anzeiger
Aus dem Reiche der Mitte.
m „Reich der Mitte" wird wieder einmal die revolutionäre Brandfackel geschwungen. Hat es in den letzten Jahren nur „en passant“ in China hier und dort revoltiert, so sieht der Aufstand diesmal gefährlicher aus. Lassen wir jedoch heute die „Brandfackel" beiseite und sehen uns John Chinaman von einer freundlicheren Seite an.
Wir brauchen uns nicht über die in China üblichen Sitten weiter auszulassen, den Vornamen hinter den Beinamen zu setzen, Bücher da zu beginnen, wo wir das Ende haben, erklärende Noten an die Spitze der Seite zu stellen, wo wir Fußnoten kennen, die Bücher liegend statt stehend aufzubewahren, von links nach rechts, statt von rechts nach links zu nähen, den Leuchter in die Kerze, statt die Kerze in den Leuchter zu stecken, weiß, die Farbe der Hochzeit bei uns, als Trauer anzulegen, das Essen mit dem zu beginnen, was wir für den Nachtisch aufbewahren, Weine heiß, statt kalt zu trinken, bei Tisch aufstoßen und ähnliche Geräusche machen, was bei uns ein unglaublicher Verstoß gegen die Etikette wäre, als
Der Mandarin beim Five o'clock-Tea.
ein Zeichen guter Erziehung anzusehen, womit man den Gastgeber ehrt, beim Gruß die eigenen Hände zu schütteln, statt die dessen zu ergreifen, den man begrüßen will, auf Bildern in der Perspektive größer statt kleiner zu zeichnen, den Sitz des Verstandes in den Magen oder in das Herz zu verlegen, statt in den Kopf, wie wir es tun, es für höflich zu erachten, jedermann über Alter, Verdienst usw. auszufragen,
was im Westen als unhöflich gilt, den Hut auf den Kopf zu setzen, wenn man jemandem Achtung erweisen will, wo man den Hut im Westen abnimmt oder ganz fortlcgt, Schuhe zu weißen, statt zu schwärzen, Ball mit den Füßen zu spielen, statt mit den Händen usw.
Auch das ist bekannt, daß Ehren nachträglich auf die Vorfahren übergehen, während sie bei uns den Nachkommen vermacht werden. Der Chinese sagt, die Kompaßnadel zeigt nach Süden, während wir sie nach Norden weisen lassen. Der Chinese bezeichnet die Himmelsrichtungen, indem er Osten und Westen vor Norden und Süden stellt, und spricht daher von Ost-Norden, Ost-Süden, West-Norden oder West-Süden, wo wir von Nord- Osten oder Süd-Westen sprechen. Der Chinese lacht, wenn er von dem Tode eines nahen Verwandten redet, wo wir eher weinen würden. In China ist der Beruf des Rechtsanwalts verächtlich, im Westen gilt er als einer der ehrenvollsten. Im Westen hält man den Angeklagten solange für unschuldig, bis er der Schuld überführt ist; in China gilt er als
schuldig, bis er seine Unschuld bewiesen hat. Im Westen wird der Verbrecher allein bestraft; geht es in China um ein Kapitalverbrechen, namentlich um Vater- oder Muttermord, so werden nicht nur die zehn nächsten verwandten Familien mitbestraft, sondern auch der Mandarin, in dessen Distrikt die Tat begangen wurde. Das letztere entspricht auch heute noch der Auffassung der chinesischen Zivilisation, hätten die Ausländer