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Gießener Peilung

Bezugspreis 40 pfg. monatlich

slerlehährtich 1,26 Mk., vorau-zahlbar, frei inSHauS. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweig- au»gabestellen vierteljLhviich 90 Pfg. Erscheint Dienstags, Donnerstags, SamStagS. Redaktion: DelterKweg 88. Mir Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert.

Verlag der(Siebener Zeitung" O. m. b. H.

Enthält alle atnd Bekanntmachungen

der Großherzoglichen

Bürgermeisterei^

sowie vieler anderer^

des Großherzoglichen

Polizei-Amtes

Behörden Gberhessens

Expedition: Zelters weg 83

lHauS Brüder Schmidt.)

anseigenpreis 15 pfg.

die 44 mm breite Jnseratenzeile. Stellen­gesuche und Familtenanzeigen 10 Pfg. Die 90 mm breite Zelle im Reklameteil 90 Pfg. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Grätze berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des ZahtunIv- zteleS (30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Playvorschriften ohneBevbtndNchlell.

Verlag der ,, (Siebener Zeitung" G. m. d. H

Nr. 218. (L Blatt)

Donnerslag, den 2. November 1911.

Telephon: Nr. 362.

23. Jchrg.

Die Rekbstagswablen 1912.

Tils Tag für die nächsten Reichstagswahlen ist nach einer Mitteilung des Reichskanzlers an den Reichstags­präsidenten der 12. Januar 1912 in Aussicht genommen. Der Wahlfeldzug der politischen Parteien beginnt nun­mehr. Damit das wirtschaftspolitische Programm des Hansa-Bundes und die in seinen Richtlinien nie­dergelegten Forderungen zugunsten von Handel, Ge­werbe und Industrie nicht in den Hintergrund ge­drängt werden, trifft auch der Hansabund Maßnahmen, durch Versammlungen, Flugblätter u. a. m. in noch grö­ßerem Umfange als bisher Aufklärung zu verbreiten und das deutsche gewerbliche Bürgertum an seine Pflicht zu erinnern, seine wirtschaftspolitischen Interessen selbst zu betonen und zu verfechten. In mehreren Rundschreiben sind die Iweigorganisationen und Orts­gruppen des Hansabundes aufgefordert worden, die not­wendigen Vorkehrungen zu treffen und für die Verbrei­tung und Berücksichtigung der Hansa-Bund-Ge­danken Sorge zu tragen.

Aus Stadt und Land.

Gtetzen, 2. November 1911.

*) A m Wahltage, Freitag, den 3. November, werden sämtliche Telegraphenanstalten in denjenigen Wahlkreisen, in denen Neuwahlen stattsinden, sowie alle Telegraphen- und Fernsprechvermittlungsanstalten, die bei der Weiterbeförderung usw. der Telegramme oder Herstellung der Gesprächsverbindungen für die vorge­nannten Anstalten in Frage kommen, so lange dienst­bereit sein, als die Benutzung des Telegraphen und Fern­sprechers aus Anlaß der Wahlen zu erwarten ist.

* Eine Polizeiverordnung verbietet das Fahren und Reiten über den Kanzleiberg, Brandplatz und die Markt- laubenstraße an den Wochenmarkttagen von 8 Uhr vor- nnttags bis 2 Uhr nachmittags.

* ) Zwecks Zusammenfassung des ganzen hessischen Weinbaues in einen Verein, wird voraussichtlich anfangs Dezember in Bensheim sei­tens desWeinbau-Vereins der Provinz Rheinhessen" (Sitz Oppenheim) eine Interessentenversammlung statt- flnden. Hierbei werden über die Art der Angliederung, Vergrößerung des Ausschusses, Satzungsänderungen ic. die geeigneten Beschlüsse gefaßt werden.

* Der 4. November ist der letzte Termin für die An­meldung zum Bezug von Kartoffeln. Geringere Men­gen müssen dagegen bei den Händlern abgeholt werden.

* Vom 1. November ab bis 29. Februar n. Js. gilt für den Personenzug 534a folgender Fahrplan: ab Grünberg 5.34 vorm., Göbelnrod 5.39 5.40, Saa­sen 5.45 5.46, Reiskirchen 5.52 5.54, Großen - Buseck 6.00 6.03, Rödgen 6.08 6.09, Gießen an 6.19. Der Zug fährt ausnahmsweise am 22. Novbr. d. I., sonst nur Werktags. An den Montagen und auf Feiertage folgenden Tagen fährt der Zug von Mücke ab 5.26 vormittags.

* Nicht nur Schnee, sondern auch Laub behindert den Betrieb der Straßenbahn, wie nicht unbedeutende Verkehrsstörungen in der Licherstraße beweisen.

n Den studentischen Unterri chtskur- s e n für Arbeiter und Unterbeamte wurde folgender Ar­beitsplan zugrunde gelegt: Montag: Französisch (Unter­stufe Saal 13), Rechnen (Oberstufe Saal 2); Dienstag: Rechnen (Unterst. S. 13); Mittwoch: Deutsch (Oberst. S. 13), -Buchführung (Einfache S. 2); Donnerstag: Französisch (Oberst. S. 13), Stenographie S. 2); Frei­tag: Deutsch (Unterst. S. 2), Englisch (Saal 13). Der Unterricht findet im Universitätsgebäude, Ludwigstraße 23, statt, während des Unterrichts werden noch An­meldungen entgegengenommen.

n Der Fabrikant Gg. T h r o m von hier, dessen An­teilschein des Lehrerheims auf der Herbstversammlung zur Rückzahlung ausgelost worden war, hat den Betrag dem Lehrerheim als Geschenk überwiesen.

r Der Nationalverein für das liberale Deutschland veranstaltet am 4. u. 5., sowie am 11. und 12. Nov. einen politischen Unterrichtskursus in Gießen, bei dem die Hauptprobleme der nächsten Reichstagtwahlen be­handelt werden sollen. Nähere Auskunft sowie Pro­gramme sind zu beziehen durch Professor U r st a d t-Gie- hen, Geheimrat Prof. Bierman n-Gießen, Parteise­kretär Jakob s-Wetzlar und durch die Frankfurter Ge­schäftsstelle des Nationalvereins, Frankfurt a. M., Hoch­straße 6.

o W i e s e ck. Am Dienstag fand hier eine national- I liberale Wählerversammlung statt, zu der der national­liberale Kandidat, Fabrikant Adolf Klingspor und Pros. Luley erschienen waren.

o Großen-Buseck. Der Ortsverein Gießen und Umgegend vom Verbände deutscher Post- und Telegra­phenarbeiter und Handwerker (Sitz Bochum) hielt letz­ten Sonntag hier seine außerordentliche Hauptversamm­lung ab, aus der von den Anwesenden folgende Ent­schließung einstimmig angenommen wurde: 1. Eine durch­greifende Teuerungszulage, 2. Umwandlung der Tage­löhne in Wochenlöhne, 3. Erhöhung der Zulagen bei Beschäftigung außerhalb des Amtsortes.

o Reiskirchen. Auch unser Ort beabsichtigt, sich an das oberhessische Elektrizitätswerk anzuschließen.

o Friedberg. Musikdirektor Schmidt feiert am 4. November sein 50jähriges Jubiläum als Musiklehrer am hiesigen Schullehrer-Seminar.

o Friedberg. Dem Gewerbeverein hatte ein Bürger ein Kapital von 50 000 Mk. gegen geringen Zinsfuß zu dem Bau einer Gewerbeschule übergeben. Nach seinem Tode geht das Kapital an den Verein als Legat über. Das Gebäude steht jetzt unter Dach, und die Schule siedelt zum 1. April nächsten Jahres über.

s Offenbach. Das Disziplinarverfahren gegen den Volksschullehrer Peter, der für das hiesige sozialde­mokratische Organ Musikrezensionen geschrieben hatte, endete mit einem Freispruch. Es wurde Peter jedoch nahegelegt, seine Mitarbeit bei dem Blatt einzustellen. Dagegen erhielt er 10 Mark Geldstrafe, weil er eine Schülerin zu Botengängen während der Schulzeit ver­wendet hatte.

s D a r m st a d t. Bei der Wahl der Arbeitnehmer­beisitzer für das Gewerbegericht Darmstadt für die Jahre 1912 bis 1914 wurden an gültigen Stimm­zetteln abgegeben: für die Liste 1, Freie Gewerkschaften: 1864, für Liste 2, Christlich-nationale Arbeiter: 131. Es entfallen auf die Liste 1 17 Beisitzer und auf die Liste 2 1 Beisitzer. Nach den Wählerlisten waren wahlberech­tigt 7816 Arbeiter, gewählt haben 1996 (25,53 Proz.) Für die von den Arbeitgebern ausgestellte Liste wur­den in der gestrigen Wahl 196 Stimmzettel abgegeben.

s V i e r n h e i m. Hier ist die Dampssägerei von Gebrüder Brechtel niedergebrannt. Es herrschte großer Wassermangel. Der Schaden soll über 100 000 Mk. be­tragen.

! Mainz. Der Badeanstaltsbesitzer Franz Joseph Schell hat am 13. Mai 1911 wiederum einen Men­schen vom Tode des Ertrinkens gerettet. Als Aner­kennung hierfür ist ihm vom Großherzog wiederholt die Rettungsmedaille zugleich mit einer die Jah­reszahl 1911 tragenden Spange verliehen worden.

! Bingen. Gegen die Errichtung einer festen Rheinbrücke zwischen den Städten Bingen und Rüdes- Heim wird von Mainz aus eine Agitation eingeleilet, weil durch diese Brücke der Verkehr vom hessischen auf das preußische Gebiet abgelenkt werde.

):( Ehringshausen. Der Lehrer H. Hahn von hier hat die Lehrerstelle der evangelischen Schule zu Bermoll erhalten.

):( Vom hohen Westerwald. Am 30. Ok­tober siel aus unseren Höhen der erste Schnee in die­sem Winter, der ja kalendergemäh noch weit entfernt liegt. In den vorhergehenden Nächten sank das Ther­mometer bedeutend unter Null.

):( Herborn. Der GasthofHerborner Hof" ging zum Preise von 62 000 Mark in den Besitz des Gast­wirts S. Fischer über.

):( Marburg. Die Naiffeisenvereine des Kreises Marburg hielten letzten Dienstag hier ihren Unterver­bandstag ab. Aus dem Jahresbericht entnehmen wir, daß dem Unterverband 24 Vereine mit fast 2200 Mit­gliedern angehören. Das Verbandsvermögen beträgt 63 000 Mk. und der Umsatz ist auf 4 337 000 Mk. ge­stiegen. Die gemeinsamen Einlagen erreichen die Höhe von 2 400 000 Mk., die gemeinsamen Ausgaben an Mk. 200 000. Zur Sprache kam u. a. die Frage des Anschlusses des Kreises Marbueg an eine elektri - sche Ueberlandzentrale, wofür neben der ge­planten Ueberland-Zentrale in Gießen, die der Eder­talsperre und des hiesigen Elektrizitätswerkes in Betracht zu ziehen seien.

):( Frankfurt. Wegen Wechselfälschung hat die Staatsanwaltschaft gegen den am 27. Januar 1872 in Fulda geborenen Spediteur Johann Clauß

einen Steckbrief erlassen. Die Fälschungen belaufen sich auf etwa 160 000 Mark. Clauß war Geschäftsführer einer Bockenheimer Speditionsfirma. Die Leiche des seit längerer Zeit vermißten Oberprima» ners Benno Lind wurde gestern nachmittag an der Oberräder Schleuse aus dem Main geländet.

):( Wiesbaden. Die Regierung hat den Vel­ten u. Guilleaume Lahmeyerwerken A.-G. Frankfurt a. M., die Konzession zur Erbauung einer elektri­schen R u n d b a h n Wiesbaderr-Chausseehaus-Schlan- genbad-Eltville erteilt. Mit den Vorarbeiten wird bin­nen kurzem begonnen werden.

--~~ _ " " , Bekanntmachung.

Betr.: Die Anstellung von Kreis straßen- warten; hier die frei gewordene Wärterstelle in Großen-Buseck.

Die Stelle eines Kreisstraßenwarts mit dem Sitz in Großen-Buseck ist alsbald neu zu besetzen.

Bewerber belieben ihre Meldungen bei dem Eroßh. Kreisbauinspektor des Kreises Gießen bis zum 15. No­vember d. Js. einzureichen. Alter und seitherige Be­schäftigung sind unter Beifügung von Zeugnissen anzu­geben.

Militäranwärter erhalten den Vorzug.

Gießen, den 25. Oktober 1911.

Der Kreis-Ausschuß des Kreises Gietzeu.

J. V.: Dr. Merck.

Polizeiverordnnng.

Betreffend: Verkehr auf den Wochenmärkten inGteßen.

Zum Schutze des Publikums gegen Unfälle bestim­men wir auf Grund des Art. 56 Abs. 2 Ziffer 2 dec Städteverordnung zunächst auf die Dauer von 4 Machen folgendes:

§ 1.

Mährend der Marktzeiteu am Dienstag, Donnerstag und Samstag von 8 Uhr vormittags dis 2 Uhr nachmittags dürfen Fuhrwerke, die nicht den Mocheamarkt defuchen, und Ueiter den Kanzleiderg, Sraudpiad u. die MlrkUaudenstratze nicht pafsteren.

§ 2.

Zuwiderhandlungen gegen vorstehende Bestimmung werden mit Geldstrafe bis 90 Mark bestraft.

Gießen, den 31. Oktober 1911.

Großh. Polizeiamt.

Gebhardt.

Die Uolksversorgung

mit Milch leidet zur Zeit in weiten Lan­desteilen unter einer Futternot, die eine Viehverminderung und weitere Fletsch­teuerung nach sich ziehen muß. Durch Zu­satz von stark entöltem Reichardt-Kakao wird die Nähckcaft der Milch erhöht und ihr Geschmack unstreitig ein delikaterer.

Kakao enthält zudem selbst reichlich ebensoviel Fleisch und Blut bildende Nährstoffe wie die Trockensubstanz der Vollmilch. Demzufolge kann er, wo sich die Milchkalamität zum Milch- mangel steigert, auch mit Wasser zube­reitet Milch wertvoll ersetzen. Verkauf in allen Preislagen zu Fabrikpreisen an Private in Gießen: Frau Emma Sellheim, Bismarkstraße 38.