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Bo« Lem stingsteu Überfall auf dem Brocken, bei hE wie berichtet, der Apotheker Fritz Kastropp auS Lübeck von zwei jungen Leuten schwer verwundet wor­den ist gibt der Ueberfallene folgende Schilderung: Er hatte eine achttägige Urlaubsreise angetreten und sei erst seit 24 Stunden im Harz gewesen. Im Brockenhotel ha­be er übernachtet und sei gegen ^8 Uhr vom Hotel fortgegangen, die Chaussee nach Schierke zu. „Plötzlich bot jemand hinter mir „Guten Tag". Ich sah mich um und gewahrte zwei junge, etwa zwanzigjährige Leute, die auf mich den Eindruck machten, als seien es Haus­burschen, die ihre Sonntagssachen anhatten. Als ich et­wa 50 Schritte weiter gegangen war, sah ich bei einer

wa 50 Schritte weiter gegangen war, sah ich bei einer Wegbiegung, wie die beiden Burschen sich gegenseitig Zigaretten anzündeten und aufeinander e nsprachen. Wie ich weiter ging, hörte ich plötzlich scharfe Schritte

Wie ich weiter ging, hörte ich plötzlich sch dicht hinter mir, ich wandte mich um und schon erhielt ich einen furchtbaren Schlag mit einem Knüppel über den Kopf. Ich stürzte zu Boden und bekam noch einen zwei­ten Schlag über den Kopf. Als ich mich wieder ausraf­fen wollte, schlugen die Angreifer noch weiter auf mich ein und zerschlugen mir die linke Hand. Ich rief dann laut um Hilfe, infolgedessen flüchtete einer der Burschen, den zweiten schlug ich wiederholt mit meinem schweren eichenen, mit eiserner Zwinge beschlagenen Touristen­stock über beii Kopf, sodaß er entweder an der linken Kopfseite eine Wunde oder eine sehr starke Beule da­vongetragen hat. Auch dieser Räuber flüchtete schließ­lich in die Büsche, jedenfalls hat er die Klingelsignale einiger daherkommender Radfahrer gehört."

Ein päpstlicher Prälat in deutscher Festungshaft. Die Deutzer Kommandantur teilt mit: Der Geheimkäm- merer und Hausprälat des Papstes Monsignore Jo­hann Würth ist zur Verbüßung einer Festungshaft hier eingetroffen. Er hatte sich als junger Mann seiner Dienstpflicht entzogen, im Ausland Theologie studiert und es später zu feiner angesehenen Stellung gebracht. In Rom war er ein eifriger Förderer des Deutschtums. Er hat sich vor kurzem freiwillig in Trier gestellt feine alte Schuld zu sühnen. Vom Kriegsgericht zu

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feine alte Schuld zu sühnen. Vom Kriegsgericht zu Ge- /ünguis verurteilt, wurde er vom Kaiser zu drei Mo­naten Festungshaft begnadigt.

Wie man Iagows Hnt-Erlaß umgeht. Der Iagow-

sche Huterlaß hat u. a. Veranlassung gegeben, die Ber­liner Modehäuser über ihre Stellungnahme zu der An­gelegenheit zu befragen. Uebereinstimmend sollen die maßgebenden Firmen die Ansicht geäußert haben, daß ein Verbot des Huttragens dem Geschäft keinen Ab­bruch tun könne. „Dran wird dann eben statt des Hutes einen anderen Kopfputz tragen, also Reihergarnituren, Goldspangen Edelstein- und Perlbiademe u. a. m. In Neuyork, London und Paris täte man dies schon lange, und es sähe sehr schön aus."

Vierfache Giftmörderin? Großes Aussehen erregt in London die Verhaftung eines Fräulein Edith Bing­ham. Vier Mitglieder ihrer Familie sind innerhalb weniger Monate unter verdächtigen Umständen gestor­ben, nämlich zwei Schwestern im Alter von etwa 40 Jahren, der 75iährige Vater und am 15. August d. I. ihr 27jähriger Bruder. Edith Bingham wird angeklagt, ihre Verwandten durch Gift aus der Welt geschasst zu haben. Diese war mit ihrer Familie vollkommen zer­fallen. Ibr Vater hatte in den letzten Monaten vor seinem Tode kein Wort mehr mit ihr gewechselt. Sie war in Schulden geraten und führte einen liederlichen Haushalt.

praWten einer Berliner Rleinbank.

Ueber den eigenartigen Geschäftsbetrieb des Bank­hauses Kwiet & Gans in der Charlottcnburgerstraße zu Berlin, deren Inhaber, wie wir berichteten, unter dem Verdacht von Depotunterschlagungen in Höhe von meh­reren Millionen Mark festgenommen wurden, erfährt der „V. L.-A." noch folgende Einzelheiten:

Die Inhaber des Bankgeschäftes Paul Kwiet und Martin Gans hatten vor neun Jahren mit einem außer­ordentlich geringen Kapital ein Bankgeschäft gegründet. Die beiden in der Mitte der dreißiger Jahre stehenden verheirateten Inhaber, die für ihre persönlichen Bedürfnisse jährlich 70- 80 000 Mark verbrauchten, verstanden es, ihr Unternehmen in großartiger Weise aufzumachen. Sie hatten in der Charlottenburgerstr. 55 riesige Bureauräume im zweiten Stock inne, von denen der größte Teil allein der Propaganda-Abteilung zuge- teilt war. Eine Anzahl Reisender stand in Diensten der Firma, die ihr Geschäft folgendermaßen betrieb: Um die kleinen Kunden in der Provinz, die von Börsengeschäf­ten in der Regel wenig verstehen und sich bei ihren Spe­kulationen vom Bankcer beraten lassen, zu ködern, hat­ten sie ein Börsenw nkelblättchen „Die Börsenwacht" gegründet, in dem sie nach dem Muster von Friedbergs Ratgebers auf dem Kapitalmarkt in einer für Uneingeweihte unauffälligen Weise für die von ihnen vertriebenen Papiere Propaganda machten. Wenn die Kunden dann durch die Lektüre des genann­ten Blattes, die in einer ziemlich hohen Auflage gratis in die Provinz versandt wurde, sich an Kwiet & Gans bezüglich näherer Auskunft über die Bonität des Wert­papieres wandte, erschien schon nach wenigen Tagen ein

Beate war ihm entgegengegangen und hatte ihm die Hand gereicht, die er für einen Moment an seine Lippen zog.

„Ja, Sie haben mich warten lassen," lächelte sie, und, den Fußpfad binabschauend, fragte sie, „wo ist mein Vater? Kommt er nicht mit?"

„Exzellenz wollten sich später cinfinden, sie ha­ben in letzter Stunde durch Se. Majestät Abhaltung ge­habt. Ich habe wohl eine Stunde auf den Herrn Gra­fen gewartet, dann ließ er mir durch einen Diener sagen, ich möchte vorausrciten, Sie, Komtesse, könnten möglicherweise durch das lange Ausbleiben beunruhigt werden. Nun, und da bin ich."

„Und herzlich willkommen!" rief die junge Grä- fht „Mein Vater hatte ganz recht, ich hätte mich ge­sorgt, wären die Herren so ohne weiteres ausgeblieben."

„Wußten Sie, daß ich kam?" erkundigte sich Maltzahn.

„Nein, eigentlich nicht, mein Vater ließ mir nur sagen, daß ein Gast ihn begleiten würde, aber ich schloß sofort auf Sie."

Man begab sich ins Teehäuschen. Beate bot dem Gast einen Imbiß an, allein, da dieser dankte, ging man wieder ins Freie, den schönen Sommerabend zu genießen. Man schlenderte ein wenig umher und setzte sich schließlich auf ein Bänkchen von Birkenholz, das in der Nähe des Hauses angebracht war. Man plauderte auch, allein schließlich fing doch den beiden jungen Leu­ten dieses Tete-a-tete an, ein wenig peinlich zu werden. Besonders empfand dies Maltzahn.

Er ahnte, daß Graf Brühl dieses Beisammensein mit Absicht herbeigeführt habe: er glaubte nicht an feine — Brühls — Abhaltung durch den König. Es war klar, daß der Herr Minister mit aller Macht den preußischen Gesandten durch zarte Bande an sein Haus zu fesieln, ihn durch Liebesgedanken gewissermaßen von

Reifender des Bankhauses und veranlaßte den Reflek­tanten zum Abschluß von Prämiengeschäften, die größ­tenteils zuungunsten der Ktiufer aussielen.

Verdienten die Knnden wirklich einmal etwas, so wurden ihnen neue Papiere aufgeredet, an denen sie den vorher gehabten Nutzen verloren, und die Firma Kwiet & Gans brauchte niemals die Differenz bar auS- zuzahlen. Ihr Hauptgeschäft aber machte die Firma durch Annahme von Depots, und es war die Aufgabe der Reifenden, die Kunden zur Hergabe von offenen Depositen zu bewogen. Die Zahl der Depositen- gläubiger beläuft sich auf etwa 500.

Als die Verhafteten im Jahre 1902 ihr Bankgeschäft eröffneten, besaßen sie zusammen nur 10 000 Mark. Trotzdem waren sie schon nach acht Tagen imstande, sich jeder einen Kraftwagen für 15—20 000 Mark zu kaufen. Es war noch kein Jahr verflossen, als die beiden Plän­klers schon sehr glanzend auftraten, neue Wohnungen sich einrichteten usw. Frau GanS gab für ihre Woh­nungseinrichtung, die sie erst im April v. I. wieder erneuerte, 60 000 Mark aus. Für ihre Kleidung brauch­te die Dame jährlich etwa 15 000 Mark. Die Opfer der beiden Bankiers büßen zum Teil sehr bedeutende Stim­men ein; u. a. verliert ein Breslauer Ina

102 000 Mark. Die Beträge gehen bei bi.. ____________ und kleinen Leuten bis auf 5000 Mark und weniger herunter.

enieuT allein en mittleren

Ritter nach der Befreiung.

Wie gemeldet, haben die Angehörigen Richters am Montag das erste direkte Lebenszeichen non dem Wieder­gefundenen erhalten. Richters Angehörige sind natürlich erfreut über dieses Lebenszeichen. Ein Kaufmann, der Montag abend aus Scrfidsche angekommen ist und In­genieur Richter bei seinem dortigen Aufenthalt gesehen hat, teilte folgendes mit: Ingenieur Richter befindet sich den Umständen nach g a n z w o h l und g e i st i g f r i s ch. Nur erscheint er ermüdet und unruhig. Der Schul­direktor Siegmund ist Richter mit deßen Sachen und Korrespondenz entgegengereisi Richter gesund in S a l o n i

Richter erklärte dem türkischen Geschäftsträger in Elassona, sein Aufenthaltsort sei ihm unbekannt gewe­sen, er glaube aber, er habe sich in Griechenland be­

't. Am Mittwoch abend ist ki eingetroffen.

funden. Zeitweilig kamen verkleidete Personen zu ihm, die griechisch sprachen, aber gar nicht das Aussehen von Räubern hatten. Richter gab an, er würde diese Cente leicht wieoererkennen. Während seiner dreimonatigen Gefangenschaft babe er, in seinem Gefängnis versteckt, einmal Hurra rufen gehört. Jemand habe in gewisser Entfernung das Wort Germanus ausgesprochen, wo­rauf Richter schon mit Rufen erwidern wollte, von den Räubern aber zum Schweigen gezwungen wurde. Rich­ter glaubt, es seien griechiiche Gendarmen gewesen.

Ingenieur Richter befindet sich noch in einem Zustand großer Erregung und ist von Angst er­füllt. Er hat sich aus eigenem Antriebe zwei Tage in Elassona ausgehalten. Die für ihn eingelaufenen Briefe und Telegramme wurden ihm während der Qua­rantäne in Ostrowa ausgehändigt. Richter schien sehr er- freut, als er wieder Deutsche um sich sah. Die türkischen Behörden hatten ihn sehr entgegenkommend behandelt, und ein Leutnant hatte ihn bis Saloniki begleitet. Rich­ter wird sich in Saloniki einige Tage aufhalten, um sich zu kräftigen und dann die Heimreise anzutreten. Er klagt, daß ihn die Räuber schlecht behandelt hätten. Sie waren fest entschlossen, ibn zu töten, wenn das Lösegeld nicht cingetroffen wäre. Er litt Tage der Qual über sein unsicheres Schicksal. Es war ibm wie ein Traum, als er vernahm, daß er befreit sei Neber die Gegend, in wel­cher er versteckt gewesen sei, will Richter genau orien­tiert sein

Uehesi^w-mm'ma^kataftrgy^- fa O'iM.

50 099 Menschen nmgekommen.

Eine furchtbare Überschwemmungskatastrophe hat sich in Ehina ereignet. Große Strecken Landes sind von den Klitten verwüstet worden, und eine gewaltige An­zahl Menschen sind ertrunken. Der Draht meldet uns über die Katastrophe:

t-£ Peking, 1. Sevtember. Die Provinzen Hnnan, Hnve, Krängst nnd Mnkden sind von ungeheueren Neberschwemmnngen beimgefmbt worden. Der ange- richtete Schaden beträgt viele Millionen. Gegen 50 000 Menschen sind ertrunken.

OrWatbrkMtt! und Neuester.

Die Parade auf dem Tempelhofer Felde.

>$> Berlin, 1. September. Heute vormittag fand auf dem Tempelhofer Felde bei Berlin die große Pa­rade über das Gardekorps statt. Das Wetter war präch­tig. Die Truppen hatten immer in zwei Treffen Auf­stellung genommen. Der Kaiser, der die Uniform des 1. Garderegiments zu Fuß trug, traf gegen 8 Uhr ein,

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der Arbeit abzulenken suchte. Und wieder sagte sich Maltzahn, daß es in den diplomatischen Geheimarchiven etwas gab, das ihm verborgen bleiben sollte.

Aus diesen Grübeleien entriß ihn die junge Gräfin.

Beate fragte nämlich: „Werden Sie den ganzen Sommer in Dresden bleiben? Sich nicht ein bißchen Erholung gönnen?"

Maltzahn blickte auf. Sein strenges Gesicht erhellte sich.

„Erholung, Gnädigste?" fragte er, seine kraftvolle Gestalt höher reckend, „die, glücklicherweise, brauche ich nicht. Sollten es jedoch Zeit und Verhältniße gestatten, würde ich gern um Urlaub einkommen, den ich in der Heimat zubringen würde, um Verwandte und Freunde wiederzusehen. Unsereiner ist zu sehr gebunden, und am politischen Himmel stehen Wolken, die mit allerhand Zündstoff gefüllt sind."

„Wo ist eigentlich Ihre Heimat?" erkundigte sich Beate interessiert.

„Ich bin in Potsdam geboren," entgegnete Maltzahn, „also betrachte ich die Havelstadt als meine eigentliche Heimat. Mein Vater hatte als preußischer Kriegs- und Domänenrat seinen Wohnsitz allerdings in Berlin, allein da der König in Potsdam residierte, kam es, daß meine Eltern für die Sommermonate ihren Haushalt nach Potsdam verlegten. Die schönsten Er­innerungen meiner Kinderzeit knüpfen sich an die herr­lichen, schattigen Gärten dort und an die blaue Havel, in der wir Kinder nach Herzenslust schwammen oder auf kleinen Booten ruderten.

Ach, und wie herrlich war es, wenn wir später als Heranwachsende Knaben dem König — unserem Könige, Komtesse — begegneten, wenn wir den Hut schwenken und ihn begrüßen dursten! Noch jetzt ist es mir oft, als sähe ich ihn vor mir, als fühlte ich seine großen, blauen, herrlichen Augen auf mir ruhen, und als ver-

^^^âiserin fo gte in einem Sechsspänner. Die ^rtw

Hedrich trug Dragoneruniform, Prttczef- sin Viktoria Luise ousarenuniform. Auf dem rechten ^Aael stand der Kronprinz mit sämtlichen anwesenden kaiserlicher Prinzen sowie den in Berlin weilenden Fürstlichkeiten. Der Kaiser schritt zunächst die Front ab, gefolgt von den fürstlichen Damen und Herren, da- rimter der türkische Thronfolger, und einer nnacbenrcn Suite. ES fand daraus ein Vorbeimarsch statt. Der Kaiser führte daS 1. Garderegimcnt zu Fuß, gefolgt von zehn Rittern deS Schwarzen AdlerordenS. Die Gardckürasiierc führte der Großbcrzog von Mecklen- bnra^trelits Der türkische Thronfolger folgte dem Vorbeimarsch siebend im Wagen augenscheinlich mit großem Jntcrcsie. Während deS Parademarsches er­schien daS Flugzeng „Tanbe" über den, Paradcselde. Um 10 Uhr war der Vorbeimarsch beendet, woraus der Kaiser die Fahnenkompanie in die Stadt führte.

Durch eine Geschoß-Explosion getötet.

o-t Warschau, 1. September. In Rembertow sind bei Schießübungen der Artillerie durch die Explosion eines Geschoßes zwei Personen getötet und zwei Land­leute schwer verletzt worden.

BerzweiftnngStat einer Mutter.

>* Grenoble, 1. September. Heute früh stürzte sich die aus Marseille hier angekommcuc Frau Ginet, die von ihrem Manne verlassen worben war, mit ihren vier Kindern in den Fluß. Ein vierjähriger Knabe, der schwimmend das Ufer erreichen konnte, rettete sich. Die übrigen ertranken.

Tod infolge eines Stoßes gegen die Stuhllchuc.

** Gotha, 1. September. Die Frau eineä Einwoh­ners in Wölfis war, nm einen Gegenstand von einem Regal zu holen, auf einen Stuhl getreten. Dieser schlug plötzlich um und die Lehne traf die Frau derartig gegen den Unterleib, daß sie nach wenigen Stunden infolge der inneren Verletzungen starb.

Verlitter Getreide- und Sd)la ^tVktjiihirTL

Die Hauptrolle spielte in der am 30. August zu Ende gegangenen Berichtswoche am Berliner Getreide markt das Geschäft in lltoggen. Die inländische Ernte in die­ser Kornfrucht hat alle wünschenswerten Vorzüge: schöne Farbe, schweres Gewicht, prachtvolles Korn und ungewohnte Trockenheit. Infolgedessen hat mit Hilfe des Einsuhrschcinsystems die Ausfuhr beut (dien Roggens einen großen Umfang angenommen. Wegen seiner gu­ten Beschaffenheit eignet sich der diesjährige ^^^^^n auch zur Lagerung, und zu diesem Zwecke wurden gleich­falls bereits größere Dtengen wegen des bedeutenden Aufgeldes für spätere Lieferung dem Markte entAogen. Die stärksten Anregungen boten aber wieder die schlech­ten Aussichten für die Kartoffelernte und den Ertrag an Futterkräutern, weil man mit einem außergewöhn­lichen Verbrauch von Roggen zur Ernährung der Be­völkerung und zur Verwenduttg als Vichfutter rechnen muß. Roggen stieg loko von 170 auf zirka 176 Mark, blieb aber damit noch erheblich hinter den Berliner Lie­ferungspreisen zurück. Weizen wurde durch Roggen mit aufwärts gezogen. In dieser Frucht fehlte der Export, und der Auslandsmarkt bietet feine Anregung. Hafer ist wegerc der nnbefrtcbiaenbcn Ernte und der drohen­den Futternot recht erheblich, Mais in miuberem Maße gestiegen. Am lebten Tage der Berichtswoche ft eilt eit sich die Preise für Lieferung im September wie folgt: Weizen 207,75 JL, Roggen 179,50 X Hafer 176,50 .//, Mais 163,50 X

Preise des ft ä b t i f ch e n Schlachtvieh- Marktes. 1. Ochsen: a) vollfleischige, ausgcmäsiete höchsten Schlachtwertes, mmeioebt 76 bis 83 X u) junge, fleischige, nicht ausgemästcte und ältere ausgemästete 69—76 X c) mäßig genährte junge nub gut genährte ältere 50 bis 64 X 2. Bullen: a) vnlincHd)iac, ausge­wachsene höchsten Scbtachtwertcs 72 bis 77 X b) voll- fleischige jüngere 68 bis 75 X c) mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere 62 bis 68 .//. 3. Färsen und âbe: a) vollfleischige, ausgcmäsiete Fär­sen höchsten Schlachtwertes — bis — X 0) vosisleischige, ausgemäsiete Kühe höchsten Schlachtwertes, biS zu 7 Jahren 61—67 7Z, c) ältere ansgemäsietc und wenig gut entwickelte jfmaere Kühe und Färsen 55—60 X ö) mäßig genährte Kühe nub Färsen 51—55 X e) gering genährte Kühe und Färsen bis 53 JL, f) aering ge­nährtes Jungvieh sFresser) 55—66 .IL 4. halber: a) Doppellender feinster Mast 100-129 JI., b) feinste Mast- kälber 83—92 X c) mittlere Mast- und beste Saugkälber 77—83 X b) geringere Mast- und gute Saugkälber 70 bis 72 X e) geringe Saugkälber 53 64 JL 5. Schafe: a) Mastlämmer und jüngere Mastbancmel 74—80 JL, b) ältere Masthammel, geringere Mastlämmer und gut genährte junge Schafe 64—72 X c) mäßig genährte Hammel und Schafe 53—68 JL 6. Schweine: a) Fett­schweine über 3 Zentner Lebendaewicht 62 JL. b) voll­stes scbige Schweine 24 0 bis 300 Vfd. 60-62 JL. c) voll- fleischige 200 bis 240 Md. 60-61 JL, di vollfteischige Schweine 160 bis 200 Pfd. 75—60 JL, e) vollfteischige Schweine unter 160 Pfd. 53—57 X f) Sauen 54—55 JL.

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nähme ich seine Stimme, als er mir eines Tages — es war kurz bevor ich die Universität beziehen sollte," schaltete Maltzahn ein, — „nach einer kleinen Unter­haltung allerlei goldene Ermahnungen gab und schließ­lich sagte: „Werde ein tüchtiger Mann, mein Junge, so einer, den ich gebrauchen und auf den einst sein Vaterland mit Bewunderung blicken kann." Ach und wie stolz bin ich, daß er mich gebrauchen und ich ihm dienen kann! Einem Manne, wie ihm, — einem Großen, — dienen, ist Wohltat, Komtesse, glauben Sie mir!"

Beate blickte in Maltzahns leuchtende Augen.

„Sie sprechen ja ganz verzückt," meinte sie.

„Das passiert mir immer, sobald ich an ihn denke." „So bitte, erzählen Sie mir noch mehr von ihm." „Sie sollten ihn kennen lernen, ich glaube, Sie würden sich auch für ihn begeistern," rief der junge Mann.

„Ich glaube nicht," meinte sie ruhig, „denn, um osten zu fein, ich habe eine gewiße Abneigung gegen ihn. Diese Abneigung ist freilich rein persönlich, und die Ursache ist meine Kränklichkeit."

„Was," stotterte Maltzahn, „Ihre Kränklichkeit?"

„Ja," sagte sie, während ein trauriges Lächeln über ihr Gesicht huschte, „es ist so. Damals, es ist freilich schon lange her," schaltete sie ein, „fast elf Jahre, es war im Jahre 1745, als Ihr angebeteter König, ehe er den sogenannten Frieden von Dresden schloß, unsere Stadt zur Kapitulation zwang und hier als ^ger ein zog. Also damals lag ich als kleines Mädchen frans zu Bett. In der ganzen Stadt, in unserem Hause herrschte ein Wirrwarr, der gar nicht zu beschreiben war.

(Fortsetzung folgt.)