Einzelbild herunterladen
 

lehnt und mit 108 gegen 84 Stimmen beschlossen, in den Streik einzutreten.

Frankfurt. Die ausgesperrt gewesenen Zimmer­leute und Bauhilfsarbeiter haben die Arbeit im Frankfur­ter Wirtschaftsgebiet bereits wieder ausgenommen.

Worms. Die Einigungsverhandlungen, die in Mann­heim gepflogen wurden, führten für das hiesige Bauge - werbe zu keinem Ergebnis. Die Arbeitnehmer verlangen 10 bis 12 Pfennig mehr für die Stunde.

Hanau. Hier haben die Maurer und Zimmerer den Schiedsspruch nicht anerkannt und die Arbeit bis jetzt noch nicht ausgenommen. In solchen Geschäften, in denen sie be­reits wieder die Beschäftigung ausgenommen hatten, haben sie die Arbeit wieder niedergelegt. Sie verlangen eine höhere Lohnzülage.

M a n n h e i m. Hier haben sich in einer Bauarbeiter­versammlung sämtliche Redner für die Aufnahme der Ar­beit ausgesprochen. Die Beschlüsse wurden mit überwälti­gender Mehrheit angenommen. Auch in Heidelberg ebenso wie in Karlsruhe fanden Bauarbeiter-Ver - fammsun^en statt. Dort wurde ebenfalls belchlossen, die Arbeit wieder auszunehmen.

Die Gewerbesteuer.

Die Reformbedürftigkeit der gegenwärtig geltenden Ge­werbesteuer in Hessen war bekanntlich seit vielen Jahren "bon allen Seiten anerkannt worden, da sie lediglich nach äußeren Merkmalen erfolgt und auf eine gerechte Würdig­ung der Leistungsfähigkeit und des Ertrags eines Gewer­bes keinen Anspruch machen kann, obschon sie eigentlich eine Ertragssteuer sein soll. Der Ausschuß chatte sich nun bei seinen Beratungen zunächst gegen den Regierungsvorschlag erklärt, das Anlage- und Betriebskapital ausschließlich als Unterlage für die Gewerbesteuer heranzuziehen, was in zahl­reichen Fällen eine völlige Befreiung oder ungebührliche Entlastung mancher Arten Gewerbetreibender zur Folge ha­ben würde, z. B. bei Agenten, die kein weiteres Betriebs­kapital in ihrem Geschäft benötigen. Der Ausschuß betrach­tete daher die im neuen Entwurf ausgestellten Grundsätze, daß Betriebskapital und Ertrag als Unterlage sür die Ge­werbesteuer betrachtet werden müßten, wobei die Steuer nach dem mittleren Jahresstand des Anlage- und Betriebs- kapitals erhoben wird, als eine glückliche Lösung der Frage.

Von der Gewerbesteuer befreit sollen zu­nächst alle Betriebe sein, die ausschließlich wohltätigen oder gemeinnützigen Zwecken dienen, ferner die öffentlichen Spar­kassen, insofern sie nicht in größerem Umfang Bankgeschäfte betreiben und damit den Charakter von Erwerbsinstituten angenommen haben. Weiter sollen befreit sein solche ein­getragenen Genossenschaften und rechtsfähigen Konsumver­eine, deren Geschäftsbetrieb nicht über den Kreis ihrer Mit­glieder hinausgeht. Ausgenommen sind von der Befreiung solche Konsumvereine und Genossenschaften, bie den gemein­samen Einkauf von Lebensmitteln oder Gegenständen des Hautzwirtschaftlichen Bedarfs zum Zwecke des Wiederver­kaufs im Kleinen betreiben, wenn ihr Geschäftsbetrieb sich unter gleichen oder ähnlichen Formen oder Einrichtungen vollzieht, wie in Kleinhandelsbetrieben mit den nämlichen oder gleichartigen Waren.

Zu der Frage der Sonderbesteuerung der Warenhäuser und Filialgeschäfte ist der Ausschuß in erneute Verhand­lungen mit der Regierung eingetreten, die darauf abzielen, die Umsatzquote für die Warenhaussteuer herabzusetzen und eine Kumulation der Warenhaussteuer mit der Filialsteuer zu verhüten. Auch soll analog dem preußischen Gesetz der von Warenhäusern betriebene Großhandel von der Steuer unberührt bleiben.

^-

Das Slyiffahrtsabqabengesetz.

Jetzt ist von den Ausschüssen des Bundesrats für Han­del und Verkehr, Justizwesen und die Verfassung die neue preußische Vorlage, betreffend die Erhebung von Schiff­fahrtsabgaben aus regulierten Wasserstraßen, mit einigen ge­ringen redaktionellen Aenderungen einstimmig angenommen worden. Da in diesen Ausschüssen die meisten größeren Bundesstaaten vertreten sind, so ist hiermit die einstimmige Annahme der Vorlage bei der Beratung im Plenum des Bundesrats am Donnerstag ziemlich gewährleistet.

Das Gesetz zerfällt in vier Abschnitte. In dem ersten Abschnitt wird die Kostenfrage behandelt, der zweite Ab­schnitt behandelt die Bildung von Stromverbänden. Es sollen geschaffen werden ein R h e i n v e r b a n d, ein Weser verband und ein Elbverband. Dazu ge­hören auch die Nebenflüsse dieser Hauptströme. Wichtig für die Provinz Hessen-Nassau, für Rheinland und für Rhein­hessen ist die Vertiefung der Fahrrinne bei dem Binger- Loch und die Main- und NeckarLknalisation. Die tonnen­kilometrischen Sätze sind nach den Entfernungen abgestuft. Der dritte Abschnitt behandelt die Bildung von Strombau- räten und der vierte Teil behandelt die Strafbestimmungen.

Lokales.

Gießen, 28. Juni 1910.

* Vom Provinziallag. In diesem Jahr er­löschen die Mandate folgender Mitglieder des Provinzial­tages: Oberbürgermeister Mecum, Justizrpt Dr. Schäfer - Gießen, Bürgermeister Attes-Nieder>-Florftadt., jVausch-Nie- der-Wöllstadt, Bürgermeister Braun-Nidda, Brauereibesitzer Jhringt-Lkh, Bürgermeister NispEl-Gssdern, Geh. Justizrat Rabenau-Büdingen, I. Neibling 1.-Brauerschwend,, Graf Wilhelm zu Solms-Laubach, Apotheker Welcker-Allendorf a. d. Lda. und Bürgermeister Zinser-Schlitz. Außerdem sind die Mandate des Grafen Oriofa und des Bürgermeisters Schmalbach durch den Tod der beiden Inhaber erledigt.

* * Parlamentarisches. Der Gesetzgebungs­ausschuß der Zweiten Kammer beschäftigte sich am Sams­tag mit der Beratung der Wahlkreiseinteilung, die der Aus­schuß noch vor Beginn der parlamentarischen Sommerferien erledigen will. Da die von der Regierung vorgelegte neue Abgrenzung der Wahlbezirke in den drei Provinzen die bekanntlich jede einen ländlichen Vertreter mehr erhal­ten bei keiner Partei Billigung gefunden haben, so ha­ben die verschiedenen Fraktionen sowohl wie einzelne Ab geordnete eine Reihe von Abänderungsvorschlägen gemacht über die zunächst eine allgemeine Aussprache stattfand. Weil es sich hier um die Abänderung einer Regierungsvorlage

handelt, so muß auch eine gemeinsame Beratung darüber. mit der Regierung stattfinden, was morgen geschehen soll.

- h- Universität. Prof. Dr. Sievers unternahm: am Sonntag mit seinen Hörern einen Ausflug nach Frank- - furt a. M., wo u. a. das Senckenbergische Museum und , das Museum für Völkerkunde besichtigt wurden.

- h- B i s m a r ck f e i e r. Am letzten Samstag sand abends nach 8 Uhr der alljährliche Fackelzug der Gießener Studentenschaft nach dem Bismarckturm auf der Hardt statt, welcher in allen seinen Teilen einen glänzenden Verlauf nahm. Das nach Anlangen des Zuges auf der Hardt em­porlodernde Freudenfeuer gewährte in dem abendlichen Dun­kel einen großartigen Anblick. Daran anschließend versam­melten sich die Studenten in der Brauerei Textor, um einen Kommers zu Ehren Bismarcks abzuhallen.

- tt- Stadtt Heater. In der heutigen Vorstellung vonZigeunerbaron" haben Herr Wernert und Frl. Rosa- rita Gelegenheit, sich in Hauptpartien zu zeigen. Uebrigens sind auch die anderen ersten Kräfte Herr Norden, Fräulein Brill, Herr Seybold 2C. in größeren Aufgaben beschäftigt und so ist zu hoffen, daß die beliebte Straußsche Operette ein volles Haus erzielen wird.

* Städtisches. Nach einer Entscheidung des Provinzial-Ausschusses ist in der zwischen der Gemeinde Lollar und der Stadt Gießen wegen der Gelände-Erwerbs­kosten für die Bahn LollarGrünberg schwebenden Streit­sache auf den 6. Juli ein Termin anberaumt worden. Bei demselben wird die Stadt durch Oberbürgermeister Mecum vertreten sein.

* General st absreise. Wie alljährlich um diese Zeit findet auch gegenwärtig bei unserem Armeekorps, un­ter Leitung des Generalstabschefs desselben Oberst Ilse eine Korpsgeneralstabsreise statt. Seitens der 25. Division neh­men u. a. daran teil: Major von Meiß und Hauptmann Carracciola vom Generalstabe, Hauptmann von Eickstedt vom Leib-Gärde-Jnf.-Reg. Nr. 115, Hauptmann Schultz vom I.- Leib-Rgt. Großherzogin Nr. 117 und Oberleutnant u. Ad­jutant Broicher des Garde-Dragoner^Ngl. Nr. 23.

* Freiwillige S a n i 1 ä t s k o l o n n e. Am Sonntag hielt die Freiw. Sanitätskolonne vom Roten Kreuz in der Nähe des Rangierbahnhofes Klein-Linden eine Uebung ab, welche ein Eisenbahn-'Unglück an der betreffen­den Stelle annahm und recht zufriedenstellend verlief. Da­ran schloß sich in derDeutschen Eiche" ein Vortrag über das Wesen der Freiw. Sanitätskolonnen, welcher reichen Beifall erntete. Die Uebung selbst fand in Anwesenheit eines höheren Militärarztes statt.

!! Eine Zählung der Kriegsteilnehmer von 1848, 1864, 1866 und 1870-71 wird das Reichsamt des Innern am 1. Dezember d. Js. veranstalten, um die Höhe der Veteranenbeihilfen genau bestimmen zu können.

* Schu' mannseier der Klavierschule von Fräulein Minna Körner. Der Manen des letzten großen Romantikers der Musik, der von der Klavierkomposttion ausgegangen ist und hierin auch sicher sein Bedeutendstes geleistet hat, konnte nicht musikalischer gedacht werden als durch das am Freitag den 24. d. M. veranstaltete Konzert, das auf's glänzendste verlief. Ein gediegenes, aufs glücklichste zusammengestelltes Programm wurde hier in so vollendeter Ausführung geboten, daß man sich ungestört dem herrlichsten Genuß hingeben konnte. Zu Beginn wurden einige der sehr beherzigenswerten musika­lischen Haus- und Lebensregeln von Schumann vorgelesen. Die Solostücke zeigten wieder einmal, diesmal in ganz be­sonders hellem Licht, die hochbedeutenden klavierpädagogi­schen Gaben und wahrhaft künstlerischen Fähigkeiten von Frl. M. Körner, die in ihren Schülern die besten Inter - Preten ihrer eignen ernsten Kunst und tiefgründigen Lehr - weise heranbildet. Mit reifer Technik und sinnigem Vor­trag wurden dasSchnitterlied", dieStudie",Bittendes Kind" undGlückes genug" wiedergegeben, dann folgten, technisch und inhaltlich trotz ihrer großen Schwierigkeiten gleichvollendet darboten dieArabeske", dieNovellette F- dur",Des Abends" undAufschwung". Schließlich klang das ganze im Carneval aus, dessen Spieler damit eine ganz gewaltige Meisterleistung boten. Herr Geheimrat Professor Dr. Krüger spielte mit edlem, seelenvollem Ton den 3ten Satz aus der D-moll-Sonate für Violine und Klavier, auch Herr stud. Phil. Hans Stack (Cello) erwarb sich durch den geschmackvollen Vortrag des Märchenbildes, des Abendlie­des, der Träumerei und des 2ten Satzes aus dem Cello­konzert den Dank der Zuhörer. Die Begleitungen wurden von den Schülern mit der gewohnten Diskretion und Fein­sinnigkeil ausgeführt.

* In Amerika verstorbene Hessen. Jo­hann Roller, 67 Jahre alt, in New-Bor-, Aug. Arnold, 45 Jahre alt, in Brooklyn, L. I. M. Mertens, geborene Elster, 55 Jahre alt, aus Hungen in Eria, W. Scheffer, 75 Jalwe alt, in St. Louis, Konrad Scherer, 80 Jahre alt, aus Darmstadt, in Winona, er kam schon 1854 nach Amerika. Sein Name ist mih dem/raschen Aufblühen der Stadt eng verbunden.

-p- Telephongespräche mit Frankreich. Am 15. Juni ist ein neues Uebereinkommen über den deutsch- französischen Fernsprechverkehr in Kraft getreten, welches in mehrfachen Beziehungen Verkehrserleichterungen und für eine große Anzahl Orte Gebührenermäßigungen mit sich ge­bracht hat. Deutschland und Frankreich sind für die Ge­bührenberechnung in je 3 Zonen eingeteilt worden. Die Orte des Ober-Postdirekttonsbezirks Darmstadt gehören sämtlich zur 2. deutschen Zone uhb haben für gewöhnliche Ferngespräche von 3 Minuten während des Tages nach Frankreich 2,50 Mk. (1. Zone), 3,00 Mk. (2. Zone) oder 5,00 Mk. (3. Zone) zu entrichten. Es beträgt demnach die Gebühr für ein einfaches Gespräch von Gießen nach Paris 3 Mk. Für dringende Gespräche ist die Gebühr dreimal so hoch. Für Nachtgespräche ermäßigt sich die Gebühr auf drei Fünftel der Tagesgebühren und im Abonnement auf die Hälfte, letzteres insofern als für 6 Minuten (Mindestdau­er) gerade so viel zu entrichten ist, wie für 3 Minuten eines Tagesgesprächs. Als Nachtzeit gilt die Zeit von 9 Uhr abends bis 7 Uhr morgens im Sommer oder 8 Uhr mor­gens im Winter (Pariser Zeit). Abonncmentsgespräche dür­fen nur persönliche Angelegenheiten des Abonnenten oder AngelegenheitDn seines Geschäfts (betreffen. Die Dauer eines Abonnements beträgt einen unteilbaren Monat. Die Verbindung zwischen den beiden Abonnenten wird regel - mäßig zu der im voraus zu vereinbarenden Zeit herge - stellt, sofern nicht ein Gespräch zwischen zwei anderen Per­sonen im Gang ist. Teilnehmer, die auf Herstellung ihrer Nachtabonnementsverbindungen an Sonntagen ein für alle­mal verzichtet haben, werden an diesen Tagen nicht zur Ab­wickelung der Abonnementsgespräche angerufen. Nähere Auskunft wird auf Wunsch von dem Telegraphenamt in Gießen erteilt.

Aus Hessen und Aachbargebiet.

* A n s bem Kreise Gießen. Eine vorzüg ­liche Heuernte ist unseren Landwirten dieses Jahr beschid- den. Güte und Menge sind vortrefflich. Die Menge über­trifft die Heuernte von 1909 um mehr als das doppelte. Obwohl die Futterpreise erheblich gesunken sind, zeigen doch die Heugrasversteigerungen keine sehr niedrigen Preise. Hof-

fentlrch werden infolge der annehmbaren Futterpreise jetzt auch die hohen Vieh- und Fleischpreise etwas niedriger

* A u s dem W e t t e r t a l. Ein heftiges Gewit- termri Hagel ging über unsere Gegend am Sonntag nach- mtttaa 3 Uhr meder. Bei Röthges, Villingen und Rup­pertsburg hagelte es sehr, bei Röthges lagen die Hagel- stellenweise bis 10 Zentimeter hoch. In Garben - terch schlug der Blitz in die Telephonleitung an der Post- agenlur. Bei Oberhörgern stand das Wasser auf den Wie­sen.

* V o m Vogelsberg. Welch großen Rufs sich unsere Ziegenzucht erfreut, geht daraus hervor, daß dieser Tage in Alsfeld ein schwedischer Tierzuchtbeamter eintras und 50 Saaner Ziegen für die Zuchtverbände in Schwe­den ankaufte. 1909 hat der Kreisziegenzuckstverein Alsfeld für 5000 Mk., der zu Lauterbach für 4000 Mk. Tiere ab- gesetzt.

* Schotten. Wie unser Vogelsberg als Aufent­halt für Sommerfrischler immer mehr geschätzt wird, beweist die Tatsache, daß schon jetzt vor Beginn der Ferienmonate ein großer Teil der Sommerwohnungen von Gästen besetzt ist. Auch das Lehcerheim ist seit geraumer Zeit bereits gut besucht. Die Bevölkerung des Vogelsberges sollte sich in ihrem eigenen Interesse

* Grünberg. Der Oberh. Obstbauverein hielt am Sonntag hier unter dem Vorsitze des Regierungsrats Dr. Langermann eine stark besuchte Versammlung ab. Der Vor­sitzende wies auf die Konkurrenz durch Apfelsinen- und Ba­naneneinfuhr hin, die den Obstzüchtern ein neuer Ansporn sein müsse. Erfreulich seien die günstigen Obsternteaussich­ten für diesen Herbst. Bei den Ergänzungswahlen für den Vorstand wurde als 2. Vorsitzender für den Kreis Gießen Lehrer Leib- Gießen einstimmig gewählt. Für die Haupt­versammlung des Provinzialvereins, die am 10. Juli in Alsfeld stattfindet, stellte man den Antrag:Die Tätig­keit der von der Friedberger Obstbauschule ausgebildeten Obstbaumwärter soll von Friedberg aus beaufsichtigt wer­den." Dr. Hoffmann von der Friedberger Oostbaufchule sprach am Schluß über das Zusammenarbeiten des Oberh. Obstbauvereins mit dem Landwirtschaftskammer-Ausschuß f. Oberhessen. Jöckel- Grünberg hielt einen Vortrag über Vogelschutz.

* Alsfeld. Die Renovation desl altehrwürdigen Rathauses hat begonnen. Vor 14 Tagen wurde die Bür­germeisterei in das ebenfalls am Marktplatz stehende alte Weinhaus verlegt. Vorgestern fand die erste Sitzung des Stadtvorstandes hier statt, in welcher die Abhaltung eines Herbst-Pferdemarktes beschlossen wurde.

* Alsfeld. Der Oberh. Obstbauverein hält seine Hauptversammlung am 9. Juli hier ab. Vertreter der Be­zirksvereine aus den 6 Kreisen der Provinz werden dazu eintreffen. 1 1 1 I I , , ,'

* Bad - Nau! hei m. Am Sonntag früh 4 Uhr brannte die große, der Drogerie von Hahn gehörige Auto- garäge v o l l st ä n d i g nieder. Durch den Brand wur­den 8 auswärtigen Kurgästen gehörige Automobile und eine größere Anzahl Fahrräder vernichtet. Die Entstehungsur- sache ist noch nicht ermittelt.

* Die E V. Konferenz für das Großherzogtum Hessen hielt zu Friedgerg ihre Hauptversammlung unter Beteiligung von Geistlichen aus ganz Hessen ab. Pfarrer D. Dr. Diehl-Darmstadt referierte über die Stellungnahme der Geistlichen zu der von den Lehrern verlangten Auf - Hebung des Paragraphen 50 des Schulgesetzes, betreffend den Organistendienst 2C. Nach einer längeren Aussprache wurde schließlich folgende Resolution angenommen:Mit Rücksicht darauf, dâß bei der Reichhaltigkeit der Tages­ordnung die Fra^ye nach der kirchlichen Stellung dee Or­ganisten 2C. unmöglich erschöpfend behandelt werden kann, beschränkt sich die Hauptversammlung auf die Entschließung, daß eine Beseitigung der einseitigen Verpflichtung der Leh­rer zur Uebernahme kirchlicher Funktionen nach Paragraph 50 des Schulgesetzes entweder durch Aufhebung des Para­graph 50 oder doch wenigstens durch Maßnahmen der kirch­lichen und staatlichen Praxis auch im kirchlichen Interesse dringend zu erstreben ist.

* Friedberg. Das Neiterfest, das bekanntlich am Sonntag vom Wetlerauer und Gießener Reiterverein ver­anstaltet werden sollte, fand, des ungeeigneten Wetters we­gen nicht statt. Der neue Termin des Reiterfestes wird demnächst bekannt gegeben werden.

* Friedberg. Der Antrag der hiesigen Stadt­verordnetenversammlung auf Ernennung eines dritten unbe­soldeten Beigeordneten wurde von dem Ministerium ge­nehmigt.

* Marburg. Der Bericht über das vorjährige Geschäftsjahr der Marburger Kreisbahn, die vom Südbaha­hof nach Dreihaufen führt, ist soeben erschienen. Den Ge­samteinnahmen von 73 853,22 Mk. standen 62 201,13 Mk. Ausgaben gegenüber. Durch den in Aussicht genommenen Anschluß der Bahn an die Strecke Gießen-Fulda dürfte die Rentabilität der Bahn erheblich steigen.

* Frankfurt a. O. Um das Reichstagsmandat im Kreise Frankfurt a. O.-Lebus, das durch den Tod des nationalliberalen Abg. Detto erledigt ist, fand in Frank­furt a. O. eine Versammlung der Vorstände der national- liberalen Partei und der fortschrittlichen Volkspartei statt, die einstimmig beschloß, den Archivdirektor Dr. Winter- Magdeburg als Kandidaten aufzustellen. Dr. Winter ge­hört der nationalliberalen Partei an.

* Mainz. Die hiesige Militärluftschiff- a b t e i l u n g, die alljährlich in Mainz und Umgebung eine (-wöchentliche Uebung zur Ausbildung des neuen Per­sonals abhält, hat nunmehr mit der Uebung auf dem Ueb­ungsplatz vor dem Fort begonnen. Der in früheren Jah­ren allgemein übliche Kugelbällon wird neuerdings nicht mehr verwendet, da er im Lultzuge nach allen Seiten hin- und herschwankt, während der an seiner Stelle jetzt allge­mein gebrauchteDrachenballon" sich stets nach dem Winde richtet und auch leichter zu übersehen ist.

* Mainz. Die gesamten Ziegelweâ Hessen-Nas­saus, Hessens, Badens wollen sich zu einer gemeinsame« Verkaufs-Vereinigung zusammenfassen. Verkaufsstelle soll Mainz werden.

* Darmstadt. Der Darmstädter Polizeihund Tiro" wurde mit seinem Besitzer Kciminalschutzmann Beyer durch den Pächter bc§Weiberhofs" bet Hös­bach in der Nähe von Aschaffenburg herbeigerufen. Er löste glänzend die Ausgabe, Wäschediebe, die seit längere Zeit ihr Unwesen trieben, festzustellen. Tiro verfolgte die Spur vom Fundort an durch den Park, über einen Steg nach der entfernten Wohnung des Gärtners, der am 1. August seine Stellung verlassen muß.

* Darmstadt. Das Gr. Ministerium hat der Han­delskammer Mainz die Eingabe eines Ausschusses der Pn-1 valbeamtenvereine von Hessen und Hessen-Nassau zur Aeu­ßerung übermittelt, in der gebeten wird, die Regierung möge der fortgesetzten Gewährung von Ausnahmen von der I üblichen Geschäftszeit an Sonntagen) für die sogenannten Verkehrstage in Mainz entgegentreten. Die Kammer hat erwidert, daß seit dem Jahre 1908 nur vier Verkehrstage und zwar an solchen Tagen abgehalten wurden, an denen I nach den bestehenden Bestimmungen ohnedies ein erwetter-