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Nr. 19.

Erscheint td glich außer TonntâgS.

Bezugspreis: vierteljährlich durch die Träger frei ta» Hems 1.35 Mk., durch die Post bezogen L60 ©H.

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Montag, den 24. Januar 1910

Gießener

____________20. Jahrgang

Inserate: dir 44 mm formt ^tth^t St Wemrtg Reklame: ^ SO ßo ^

Beilage» werden nach Gewicht und Größe derechnat

Telephon-Anschluß: Gieße», Nr ».

Detleve Wachrichlen

tchießen-r fcg^MS A«aS-â«gige Uag«szktt«ng (Oietz-ner Ieitung)

für Oberheffen und die Kreise Marvxrg und Wetzlar; Lokalartzeiger für Gießen und Umgebung.

»Enthält ««< amtlichen Bekanntmachungen der «rohh. Bürgermeisterei Gießen, des «r»ßh. Polizeiamtes Gießen und anderer Behörden von Oberhefsen

Lokales u«ö Provinzielles.

* * Der Großherzog empfing am 22. Januar u. a. den Finanz rat Schreiner von Zwmgenberg a. d. B., den Geh. Justiz rat Köhler von Osthosen, den Geh. Baurat Stahl, den Sanitätsrat Dr. Kopp von Ober-Ramstadt, den Aktuar Stein, den Kreisamtsgeyttsen Mahr und den Be­triebsleiter Müller von Fruedberg, den Geh. Justizrat Leist, den Professor Geppert und den Stadtverordneten Wmn von Gießen.

* * Der Finanzausschuß der Zweiten K a m mer setzte am Frettag die Beratung des I u st i z- e t a 1 s fort. Es kam dabei die Früge des P a u f ch a l e für Porto zur Besprechung, bie für sämtliche Ressorts von Bedeutung ist. Nach dem mit der Reichspostverwatt- ung abgeschlossenen Verträge erhöht sich das Pauschale jähr­lich mechanisch um 4,9 Proz., das macht für den laufenden Etat ein Mehr von 7000 Mt. aus. Avg. Dr. Weber regte an, biefer Frage im Zusammenhang mit der Verwaltungs­reform näyerzutrelen, was um so eher geschehen könnte, da die Reorganifatton unter dem Gesichtspunkte der De- zentrattsatton zu erfolgen hat, durch die sicherlich auch Por- toioftcn erspart werden. Im übrigen besteht im Ausschuß Geneigtheit, eine Reihe von etatsmäßigen Stellen im Ju- stlzelat nur aus den Inhaber zu bewilligen. Da in bie। cm Falle häufiger Stellvertretungen notwendig werden, muß man davon absehen, an den bei den einzelnen Ressorts vor­gesehenen Posten für Aushilse Streichungen vorzunehmen. . Der Neubau eines neuen Gertchtsgebäudes in Fried­berg wurde borläufig zurückgestellt. Man denkt daran, das bisherige Gebäude in der Weise zu erhalten, daß die Wohnung des Oberanttsrichters in Wegfall kommt.

Beim Kapitel Kreditü Verkragungen wur - den sodann prinzipielle Erörterungen gepflogen. Der Fi­tt a n z m i n l st e r wies darauf hin, daß den Beamten der Bauabteilung der Grundsatz eingeschärft sei, daß keme Nach- sorderungen kommen dürfen. Daraus ergibt sich die Neig­ung, die Baufumme bei den Voranschlägen möglichst hoch anzugeben. Eriparnisse, die dann später gemacht werden, geben den Anlaß zu Kredilübertragungen, die zu genehmi­gen der Landtag keinen Anstand nehmen kann, insofern sie für Zwecke verwandt werden, die im Rahmen der ur,prüng- lichen Anforderung liegen. Unter diese Rubrik fällt der Aus­bau des alten Gefängnisses in Mainz zu Beamtenwohnun­gen. Die darauf sich beziehenden Anträge des Abg. Best wurden als schädlich wirkend abgelegt. Die Beratung wird morgen Dienstag fortgesetzt.

* * In der am 20. Januar stattgehablen Sitzung des Finanzausschusses der Zweiten Kammer wurde mit der Beratung des Justizetats fortgesahren. Abg. Brauer wies daraus hin, daß an einzelnen Gerichten bie Amtsrichter allzuviel freie Zeit haben und fragt an, ob es sich deshalb nicht empfehle, einige der kleineren Gerichte aus­zuheben und die Zahl der Richter zu beschränken. Staats- und Justizminister Dr. Ewald entgegnete, die Vermehr­ung der Amtsgerichte in Hessen sei nicht aus Vorschlag der Legierung, sondern auf Drängen der Kammer erfolgt. Jetzt könne eine Reduzierung nicht ohne weiteres erfolgen. Dem Vorschlag des Abg. Dr. Weber, für kleinere Amtsgerichle nur einen Richter zu verwenden, widersprach Abg. Dr. G u t f l e i s ch, der auch die Frage auswars,- ob es bei dem großen Ueberflusß an der Anstellung harrenden Juristen nicht empfehlenswert sei, nur einmal im Jahre Examina abzu­halten. Geheimerat Dr. B e st erwiderte, eine nur einma­lige Staatsprüfung im Jahre würde viele Nachteile im Ge- solge haben, weil zirka 60 Prüflinge in Betracht kämen. Abg. Dr. Osann gibt zur Erwägung, ob man nicht un­ter den anzuftellenden Juristen auf Grund ihrer Examina eine Auswahl treffen könne, wie Wes zum Beispiel auch in Baden und in anderen Bundesstaaten geschehe; in diesem Falle würde man jedoch den Kandidaten durch eine Nach­prüfung die Möglichkeit geben müssen, ihre Note noch zu verbessern. Abß. M o l t h a n meist dagegen daraus hin, daß in Bayern durch die Auswahl der Juristen nach den besseren Noten im Examen viele Klagen laut geworden seien. Finanzminister Dr. Gnauth bemerkt, daß in den ihm unterstellten Ressorts, wie der Forst- und Bauverwalt- ung, nur solche Herren zugelassen würden, die bessere Era- mensnoten besitzen. Abg. Dr. Osann weist noch auf die Notwendigkeit hin, bei den Schreibgehilseu und Aspiranten an den Gerichten die Kenntnis der Stenographie obliga - torisch zu verlangen. Bei den sachlichen Ausgaben für bie Gerichte wurde von verschiedenen Rednern betont, daß den Angestellten unbedingt größte Sparsamkeit streng an­befohlen werden müßte. Staals- und Justizminister Dr. Ewald erklärte, er habe bereits allen Beamten die Be­folgung strengster Sparsamkeit eingeschärft, werden aber seinen diesbezüglichen Erlaß poch einmal nachdrücklich wie­derholen.

' * In der letzten Hauptversammlung der Hess. L a n d w i r t s ch a f t s k a m m e r sind fur' bie Prämiierung der Buchführung kleinbäuerlicher Wirtschaften ohne Debatte 1000 Mk-. bewilligt worden. Für die Preis- notierungsstelle werden 2810 Mark bewilligt. Die Prers- notierungsstelle ist eine mit der L a n d w i r t s ch a f t s - kämm er Wiesbaden gemeinsam getroffene Einricht­ung an der Frankfurter Börse. FürMaschinenprüfung" wurden 1500 Mark und fürFörderung der allgemeinen Landeskultur, der Bodenkultur und sonstiger Zweige der Landwirtschaft" 20 800 Mark bewilligt. Hierbei gab es eine sehr erregte Debatte, in der Prof. G i s e v i u s-Gie- ßen mit verschiedenen Rednern zusammenstößt. Bei Förder­ung des landwirtschaftlichen Bauwesens werden 10 000 Mk. bewilligt. Ohne Debatte werden für Rechtsauskunstsdienst 2600 Mk., für Arbeiternachweisdienst 1000 Mk. und für den landwirtschaftlichen Wetterdienst bei der Univer­sität Gießen 550 Mark bewilligt.

* * Postalisches. Im Interesse möglichst früh­zeitiger Inangriffnahme der Arbeiten zum weiteren Aus­bau der Fernsprechanlagen ist es erforderlich, daß die A n -

Meldungen neuer Ferns prechanschtüsse spätestens bis zum 1. März den Kaiserlichen Telegraphen- Anstalten vorliegen. Verspätet angemeldete Anschlüsse, die infolgedessen außerhalb des Bauplans nur mit Mehrauf - Wendungen (z. B. durch besondere Entsendung einer Bau- kolonne 2C.) herzustellen sind, werden in dem laufenden Bauabschnitt nur dann ausgeführt, wenn die Antragsteller zu den entstehenden Mehrkosten einen Zuschuß von 15 Mark leisten oder, wenn diese Mehrkosten den Betrag von 50 Mk. übersteigen, den wirklich ausgewendeten Kostenbetrag er - statten.

* Gießen. Der Winter und mit ihm der Schnee scheint nun doch allen Ernstes seinen Einzug zu hal­ten. Vorbei ist es mit all den jungen Trieben, welche die außergewöhnliche Witterung gezeitigt hatte. Der Sturm, der durch die Bäume fegt, wirbelt die Flogen so wild durcheinander, daß an einzelnen Stellen eine ziemlich dicke Schneemasse bereits liegt. Die Freude der Kinder, jetzt endlich den Schlitten hervorholen zu können, um Schlitten­fahrten zu machen und toll zu rodeln, ist groß. Wenn man aber einen Gang durch die Straßen unternimmt, so muß in erster Linie der armen Vögel gedacht werden, die schutzlos den Unbilden der Witterung preisgegeben sind. Der Aufforderung: streut den Vögeln Futter, sollte in weite­stem Maße Rechnung getragen werden. Dann sind es aber auch noch die Pflanze n, welche unsere Aufmert samt eit verdienen; denn der Sturm hat so manchen Trieb gelnickt, der nun in der kalten Lust erfrieren muh. Die Gärtner, Gartenbesitzer und Naturfreunde sollten es darum an schütz­enden Hüllen für empfindliche Bäume und Sträucher nicht fehlen lassen.

* Gießen, 24. Jan. Zu dem am letzten Samstag anberaumten K a i s e r k o m m e r s hatten die hiesigen Burschenichasien die Marburger Burschenschaften eingeladen, welche um 4^ Uhr in Gießen eimrafen. Hier wurden sie bereits von den hiesigen Studenten am Bahnhof im Wuhs erwartet und bald daraus setzte sich auch schon der Zug, in dem mehrere Musiitapellen eingereiht waren, durch bie Stadt nach der Liebigshöhe in Bewegung. Dort entwickelte sich bald ein fröhliches Treiben, das die Festtecknehmer noch lange zusammenhiett.

* * Gießen, 24. Jan. Das gestern in der neuen Aula stattgefundene Vollskonzert hat bei allen, die ihm zuhören konnten, größten Beifall gefunden. Es war dem Ganzen das Thema:Kindheit und Heimat" zugrunde gelegt, danach die Männerchöre (Heiterkeit- Gießen und G e r m a n i a-Lollar), die Sologesänge der Frau Landgerichtsrat S ch u d t -i Gießen, am Klavier begleitet von Flr. Elisabeth F e l ch n e r-Gießen und die Reztta tionen des Frl. Meline Müller- Wetzlar gewählt. Wir werden über die Bedeutung und den Verlauf des Konzer­tes eingehender berichten. Alle Mitwirkenden haben sehr gutes geleistet, es gebührt ihnen öffentlicher Dank. Der Rein­ertrag ist für Wohttättgkettszwecke bestimmt.

* * Gießen, 22. Jan. Aus Anlaß des Reichs - lommerses waren heute viele Marburger Studenten (Bur­schenschaften in corpore) nach hier gekommen, um mit den hiesigen auf derLiebigshöhe" den Festkommers zu feiern. Man wollte gern die Straßenbahn benutzen, aber in Ermangelung genügender Wagen und nachdem die Marbur­ger Studenten auf dem Marktplatz längere Zeit gewartet, mürbe der Weg nach den Festtäumen doch zu Fuß ange - treten. Das geschah etwa nicht in gedrückter Sttmmung ob der entgangenen Stratzenbahnsahrt, sondern unter den Klängen der Musik und dem Gesang fröhlicher Studenten- lieder. Vielleicht achtet die Straßenbahndirettion mehr auf festliche Begebenheiten innerhalb der Stadt, damit Wa­gen stets bereit stehen und außer dem regulären Betrieb noch solche schnell eingeschoben werden können.

* Gießen. Nach dem Nachweis des Gr. Mini - sterium des Innern zählt unsere Stadt 31 800 Einwohner. Sie ist die fünstgrüßte Stadt Hessens. Mainz hat mit Ka­stel und Mombach 114 300, Darmstadt 93 000, Offenbach mit Bürgel 74 800 und Worms 46 700 Einwohner.

* Gießen, 14. Jan. Vor kurzem beraubten hier zwei 13 bis 14 Jahre alte Knaben in der Wilhelmstraße einen 8jährigen Knaben des Portemonnaies. Glücklicher­weise wurden die beiden jugendlichen Verbrecher bald da­rauf von einem Schutzmann in dem Kinematographen fest- genommen.

* W i e s e ck. Vor kurzem erhängte sich hier der 61 Jahre alte Bauer Kern. Der Selbstmord erscheint unbe­greiflich, da Kerns Verhältnisse nichts zu wünschen übrig ließen.

- !- Heuchelheim. Vor kurzem stattete ein Dieb dem Fabrikanten Sack einen unliebsamen Besuch ab, indem er demselben 20 Paar Strümpfe mitnahm. Die von der Tat benachrichtigte Gendarmerie erschien mit einem Spür­hund, welcher auf der Spur dem Täter nach dem Bahnhof Abendstern zu nachsetzen sollte. Sehr enttäuscht war man aber, als der HundLora" ohne den Täter auszufinden, zurückkam. Der Hund hatte es vorgezogen, anstatt dem Täter einen Hasen zu verfolgen.

* Hattenrod b. Lich. Eine Backes-Gedenk­tafel soll aus Anregung von Lehrern am hiesigen Schul­hause, dem Geburtshause des verstorbenen Rektors Karl Backes angebracht werden. Er war 1836 hier als Sohn des Lehrers Backes geboren. Von 1879 bis 1905 war er Leiter des Landes- Lehrervereins, dann dessen Ehrenob - mann.

* Lardenbach. Schon seit einiger Zett war das G r u p p e n w a s s e r l e i t u n g s p r o.jo k t der Orte Groß-Eichen, Sellnrod, Lardenbach, Klein-Eichen und Wei- uaqiaq xaq qmnfiaqigß uatpjißxaua uaq (pxnq 'uio^xop erstgenannten Orte gegen eine solche Gruppenversorgung ver­anlaßt, als gescheitert zu betrachten. Groß-Eichen und Selln­rod wollen eine gemeinsame Leitung erbauen, wozu die Quellschürfungs- und -fassungsarbeiten schon ausgeschrieben sind Lardenbach, Klein-Eichen und Weickartsham werden dagegen die Erbauung einer Wasserleitung gemeinsam auf-

Gedenket der hungernden Bögel !

nehmen. Die zu dieser Gruppe vorgesehenen Quellen He gen in der Nähe einer Mühle zwischen Wohuseld und Schmit ten. ! I I 1 I i

* Alsfeld. Nach 54jähriger Dienstzeit trat der Bureauvorsteher Kanzleirat W u r st i u s vom Kreisamt Alsfeld in den wohlverdienten Ruhestand. In B r e l t e n b a ch geriet ein Arbeiter in das Sägewerk der Schneid Maschine. Daumen und Zeigefinger der linsen Hand wur­den abgeschnitten.

* Lauterbach. Der Gemeinderat genehmigte den Voranschlag der Stadt, der in Einnahme und Ausgabe 265 328 Mk. beträgt.

* Rosbach v. d. H. Um den Bahnhof Friedberg zu entlasten, soll die hiesige Station beträchtlich vergrößert werden. Es sind 99 000 M.. dazu vor gesehen.

* Mainz, 18. Jan. Das Löschpapier wurde zum Verräter. In der vorigen Woche hatte sich unter dem Namen Albert Steiner in Krefeld bei einer Familie ein junger Mann einloglert unter der Behauptung, er sei in Stellung bei der Firma Siemens u. Schuckert eingetre­ten. Da er feinen Koffer an der Bahn auslösen müsse, bedürfe er 10 Mk., welcher Betrag ihm von seinem Logis­geber gegeben wurde. Mit dem Gelde verschwand der Be trüger. Da er in dem gemieteten Zimmer vorher einen Brief geschrieben und die Adresse mit Löschpapier getrocknet hatte, entzifferten die Logisgeber die Adresse durch einen Spiegel. Der Brief war nach Mainz gerichtet. Die hiesige Polizei wurde darauf unterrichtet. Am Samstag Abend kvm der Schwindler hierher und wurde schon im Bahnlios von der Kriminalpolizei in Empfang genommen. Er heißt Albert Weiner, er hat in vielen deutschen Städten unter verschiedenen falschen Namen, besonders auf den Warnen Arnold Fried, die gleichen Betrügereien verübt. Von zahl­losen Behörden wurde der Verhaftete steckbrieflich gesucht.

* G a m b a ch. Hier wurde eine Bezugs- und Absatz- genossenschaft mit 27 Mitgliedern gegründet und dem Ver­band der hessischen landw. , Genossenschaften zu Darmstadt bezw. der Landw. Hauptgenossenschaft für Oberheffen in Friedberg angeschlossen.

* * Steinberg. Hier kamen vor kurzem zwei Selbstmorde vor und zwar erhängte sich ein Kauf - mann aus Nahrungssorgen, während der gleiche .reiwlllige Tod des Werkmeisters Heinrich H o f bem übermäßigen Ge­nuß von Alkohol zuzuschreiben ist.

* Aus Nassau. Die Regierung in Wiesbaden hat die Errichtung von zwei neuen h a u p t a m t l i ch e n Kreisschulinspektionen in Nassau, einer kacho- cholischen für den Rheingaukreis und einer evangelischen für den Dttlkreis, beantragt.

- a- K r o s d o r f, 23. Jan. Die Preise bei den ge­genwärtig stattsifrdenden ersten H olzve oft eigerun­gen in Staats- und Gemeindewaldungen haben gegen das Vorjahr keine wesentliche Veränderung erfahren. Heben doch die ungeheuren Holzmassen aus dem Krofdorfer Forst von Jahr zu Jahr eine größere Anziehungskraft aus. Nicht allein aus den benachbarten Orten, sondern auch aus dem Biebertal und von der Lahn decken die Bewohner mit Vor­liebe ihren Bedarf an Brennholz. So war bei der Ver­steigerung am Freitag der Freundsche Saal tatsächtich über­füllt und galt Buchenfcheitholz aus älterem Bestand (Kreuz­schläge) durchschnittlich 8,50 bis 9 Mart. Das Knüppelholz kostete 67 Mark und Reiser 7080 Pfg. pro Raummeter. Etwas geringer waren die Preise bei der ersten Gemeinde­versteigerung.

* Wetzlar, 20. Jan. Zum Nachfolger des in den Ruhestand versetzten Rektors Luerssen wurde Lehrer Richard vom Gymnasium als Leiter der hiesigen Volksschule ge­wählt.

* Rodheim a. b. Bieber. Auch hier hatte die diesjährige Treibjagd Jagdpächter Hauptmann van der Hoop- Offenbach insofern ein günstiges Resultat, als 93 Hasen erlegt wurden. Leider trug sich nach Schluß der fröhlichen Jagd ein Unfall m. Konrad Bender (Post- konrad), welcher als Treiber behilflich gewesen, wurde von einem Gastwirt beauftragt, für die Jagdgesellschaft 1 Faß Bier zu überbringen. Er kam dabei zu Fall und das Faß zerschlug ihm ein Bein, sodaß er in die Gießener Klinck verbracht wurde.

* Frankfurt, 19. Jan. Der heute früh kurz vor 5 Uhr hier eingetroffene Nachtzug Kassel-Frank­furt wurde zwischen Vilbel und Dortelweil gestellt, weck ein Passagier plötzlich g e i st e s g e st ö r t wurde und den Versuch machte, aus dem Zug zu springen; sein Geld hatte er zum Fenster hinausgeworfen. Der Geistesgestörte wurde im Hauptbahnhof der Bahnhofsioache übergeben, die seine Verbringung in die Irrenanstalt veranlaßte. .

* Marburg. Bei dem in der chirurgischen Klinck abgehaltenen Ausbildungskursus der Genossen­schaft freiw. Krankenpfleger im Kriege bestan­den 52 Studenten die Prüfung.

Redaktion, Druck und Verlag von Albin Klein. Gieße«.

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