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Vezugspreis 40 pfg. monatlich vorauszahlbar, vierteljährlich 1,20 Mk., durch die Post 1,50 Mk. frei ins Haus. Erscheint TienStags, DonnerStagS u»b SamStagS. Zwei Extrabeilagen: Humoristische Blätter" und dieNeue Lesehalle", liegen wöchentlich einmal gratis bei. Redaktion: Seltersweg 83. - Für Aufbewahrung oder Rücksendung nccht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert.

T e l ep ho n: Nr. 362.

Nr. 111

Bekanntmachung.

Nachdem die unter dem Schweinebestand des Gg. L i ch zu Gießen, Lcihgcsterncrwcg Nr. 24 ausgebrochcnc Rotlauf- seuche erloschen ist, wird die unter dem 27. Juli 1910 an- geordnete Sperre aufgehoben.

Gießen, den 16. August 1910.

Großh. P o l i z e i a m t.

Gebhardt.

einste StemwollM

hochfeine Stemwo^ beste

Konsum-Sternwolln

Bekanntmachung.

Gelegentlich des hiesigen Viehmarktcs am 16. d. Mts. ist ein Rind herrenlos zurückgeblieben.

Der Eigentümer wird ersucht, sich bei unterfertigter Stelle zu melden.

Gießen, 17. August 1910.

Großherzogliches Polizeiamt.

Gebhardt.

)cken ausSternwik igstèn, weili tagen unübertroffen'

te auf Wunsch graft iw/, AKut-Bürtt^A

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Die Reichstagsnachwahlen nach Annahme der Finan;reform.

Die fresse beschäftigt sich z. Z. wiederum in außer­ordentlichem Maße mit den Ergebnissen der letzten Nach - Wahlen. Je nach der Parteirichtung wird versucht, die Wahlen als möglichst unvorteilhaft für den Gegner hinzu- stellen. DieKreuz-Ztg." rechnet aus dem Ergebnis der 14 Nachwahlen z. B. noch einen zahlenmäßigen Gewinn für die Konservativen heraus. Von den Ausführungen der ,Krcuz-Ztg." ist indessen nur die eine Tatsache richtig: Zwei­fellos haben die bürgerlichen Gegner der Finanzreform bei den Nachwahlen mehr Sitze verloren als diejenigen Par­teien, die die Finanzreform zustande brachten. Es wird auch niemand daran zweifeln wollen, daß sowohl Polen wie Zentrum nach der ganzen Lage der Dinge und den Er ; sahrungcn langer Jahrzehnte kaum erhebliche Veränderun­gen in ihrem Besitzstand zu befürchten haben. Von den 14 Nachwahlen entfielen 2 Sitze aus das Zentrum, die behaup­tet wurden, einer auf die Polen und einer auf die Sozial- demokraten, die ebenfalls behauptet wurden. Es ist dieses alles weiter nicht wunderbar. Dagegen klärt sich der grö ßcrc Mandatsverlust bei den bürgerlichen Gegnern der Fi- nanzreform sofort auf, wenn man sich vor Augen hält, daß die konservativen Parteien des Reichstages mit einer Ge- samtziffer von 113 Abgeordneten nur drei Nachwahlen zu verzeichnen hatten, während die mittelparteilichen Gegner der Finanzreform, die Nationalliberalen und Freisinnigen, mit einer Gesamtziffer von 106 bereits sieben Nachwahlen erfahren mußten. Die konservativen Parteien hatten das Glück, daß tocnige von ihren Abgeordneten starben.

Der Gewinn, den nun dieKreuz-Ztg." für die Kon­servativen feststellen kann, kommt nun dadurch zustande, daß die Konservativen sich auch diejenigen Stimmen zurechnen, die in den Kreisen Neustadt-Landau, Friedberg-Büdingen, und Cannstatt Ludwigsburg aus konservaliv-bündlerische

Kandidaten entfallen sind. In diesen Kreisen waren na- ÄKaiser-Wilhé!r| türlid) auch 1907 bündlerisch^konservative Stimmen vor -

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Handen, die aber damals sogleich im ersten Wahlgang aus nationalliberale Kandidaten fielen, weil kein besonderer Kan­didat des Bundes der Landwirte ausgestellt war. Für die Beurteilung der konservativen WâhlasUssichten müssen des­halb diese Kreise, für die mit 1907 gar kein Vergleich mög­lich ist, ausscheiden. Ebenso scheiden aus die Kreise: Stoll­berg-Schneeberg, Koblenz-St. Goar, Koburg, Halle an d. Saale, Mülheim-Wipperfürth und Posen. In diesen Krei­sen sind sowohl 1909 wie 1907 keine konservativ bündleri- schen Kandidaten ausgestellt worden. Ein wirklicher Ver­gleich für Stimmcnwachslum bezw. Stimmenabnahme bei konservativen oder anderen Kandidaten der Rechten ist nur möglich in LandsbergiS oldin, Eisenach-Termbach, Jauer - Bolkenhain, Usedom-Wollin und Oletzko-Lyk-Johannisburg.

Das Ergebnis für die Konservativen bezw. für die Wirtsch. Vereinigung war in diesen Kreisen nach dem Ver­hältnis der Stimmenzahl bei den Reichstagswahlen im Jahre 1907 und 1909 bezw. 1910 folgendes: Landsberg- Soldin für den konservativen Kandidaten 13 828 Stimmen (1907), 9470 Stimmen (1909). Eisenach-Dermbach für Wirtschaftliche Vereinigung 6985 Stimmen (1907), 4356

Stimmen (1909). Jauer-Bolkenhain für den Konserva­tiven 5050 Stimmen (190 7), 3879 Stimmen (1910). Usedom-Wollin für den Konservativen 8156 Stimmen (1907), 6055 Stimmen (1910). Oletzko-Lyck-Johannisburg für den Konservativen 20 343 Stimmen (1907), 10 161 Stim- ^ (1910).

ließen

Enthält alle amtl. Bekanntmachungen

der Großherzoglichen

des Großherzoglichen

Dür germeistereiWZUPolizei- Amtes

sowie vieler anderer

Behörden Gbcrhcssens

Expedition: Seltersweg 85.

Truck und Verlag der Gießener Verlagsdruckerei (Albin Klein).

Sonnabend, 20. August 1910

Amtliche Bekanntmachungen

Bekanntmachung.

Aus der Kommerzienrat Heichelheim-Stift­ung sind am 1. November 1910 1108 Mk. zu verteilen. Nach § 3 der Stiftungsurkunde können zur Bewerbung

nur

zugelassen werden:

a) Personen, die während des Feldzuges 1870-71 im Militärverhältnis gestanden haben und

b) Frauen und Kinder solcher Personen,

vorausgesetzt, daß sie einer derartigen Unterstützung würdig und bedürftig sind und vom Tage der Bewerbung ab rück­

Wärts gerechnet mindestens Gießen gewohnt haben.

Bewerbungen sind bis Bürgermeistereigebäude

zwei Jahre ununterbrochen in

zum 30. September d. Js. im Zimmer Nr. 15 schriftlich

oder mündlich einzureichen unter Vorlage der die Erfüllung

Hier haben die Konservativen bezw. die Wirtschaftliche Vereinigung in den Kreisen, in denen ein Vergleich mög­lich ist, d. h. in denen sowohl 1907 wie jetzt bei den Nach­wahlen konservativ'-bündlerische Kandidaten aufgestellt Ova­ren, also Verluste an Stimmen gehabt.

Niemand wird bestreiten wollen, daß auch die Gegner der Finanzreform der heutigen Gestalt Verluste gehabt ha- habt haben. Zum Teil ist der Stimmenrückgang aber nur deshalb erfolgt, weil der Bund der Landwirte, der 1907 bereits im ersten Wahlgang für den Kandidaten der mitt­leren Parteien stimmte, diesmal eigene Kandidaten aus- stellte. Es gibt außerdem Kreise, in denen sich die Stim- menziffer bei den Gegnern der Finanzresorm doch wenig­stens annähernd gehalten hat; es gibt Kreise, bei denen sie zusgenommen hat. In Landsberg-Soldin erhöhte sich die Ziffer der Linksliberalen von 6167 auf 6376. In Eisenach- Dermbach hatten die Nationalliberalen nur einen Verlust von 300 Stimmen, ihre Stimmenzahl fiel von 6086 auf 5786. In Jauer-Bolkenhain stieg die Stimmenzahl der Linksliberalen von 5728 auf 6429, also um 700 Stimmen. In Oletzko-Lyck erhielten die Nationalliberalen 10 161 Stim­men, während 1907 überhaupt nur 833 liberale Stimmen abgegeben waren. In Pofen erhielten 1907 die National­liberalen 12 065, 1910 12 579 Stimmen.

Demnach haben bei den 14 Nachwahlen in nicht weni­ger als 5 Kreisen die bürgerlichen Gegner der Finanzrefornr sich ebenfalls nahezu gehalten oder zum Teil sogar recht er­heblich ihre Stimmenzahl vermehrt.

Zum Zarenbesuch in Friedberg.

Der Großherzog wird am 22. August in Fried berg eintreffen und sämtliche getroffene Anordnungen prü­fen. Am 23. August reist er wieder nach Darmstadt (Wolf­garten) zurück, wo am gleichen Tage die Zarenfamilie ein- treffen wird. Am 25. August werden dann die Großher- zoglichc, sowie die Zarenfamilie nach hier abreisen, zwei Tage später wird der König von Griechenland und das Griechische Kronprinzenpaar cintreffen. Ta bisher vom Schlosse nach dem Postamt nur eine Telefonleitung bestand, und sie bei weitem nicht ausreichen würde, so hat man 5 weitere Leitungen für das Schloß, sowie für die Neben­gebäude angelegt. Die Beleuchtungsanlagen für den Schloß­platz, sowie für den Hof, welche auf Kosten der Stadt durch einstimmigen Stadtratsbeschluß vorgenommen wurden, sind nahezu vollendet. Es kommen säst täglich Möbelsendungen für die inneren Einrichtungen hier an. Das Eindringen vom Hirschgraben aus ist durch große Stacheldrahtgitter un­möglich gemacht. Das Kreisamt Friedberg erläßt folgen­des Ausschreiben: Vom 20. August l. Js. an ist bis auf weiteres das Betreten der Anlagen um die Burg Fried - berg und der nördlichen Auffahrt zu der Burg von der Straße FriedbergBad-Nauheim bis zu dem Tore an dem Adolfsturm, sowie das Einfahren von Fahrzeugen aller Art (Kraftwagen, Krafträder, Troschken und sonstige Personen­wagen, Lasttvagen 2C. in die Burg ohne Erlaubnis des Großh. Lkreisamls Friedberg oder des Großh. Hofmarschall­amtes untersagt. Das Betreten der Burg ist von dem an­gegebenen Zeitpuntte ab nur gegen Vorzeigen einer von dem, Gr. Kreisamt Friedberg, oder von dem Großh. Hof­marschallamte ausgestellten Erlanbniskarte, die auf den Na­men lautet, nicht übertragbar und demnächst auf Aufforder­ung zurückzugeben ist, gestattet. Zuwiderhandlungen gegen diese Anordnungen werden mit Geldstrafen bis zu 90 Mk geahndet.

Deteranen-Appell in Metz.

Der fünfte und letzte Veteranentag am Donnerstag galt dem Andenken der wackeren Krieger, die bei Gravelotte und St. Privat für das Vaterland ihr Leben ließen. Tie Zahl derer, die sich eingefunden hatten, übertraf die bei allen vorhergegangenen Gedenkfeiern. Archer dem Grafen Häse­ler und den Spitzen der Zivil- und Militärbehärden wären auch der Generaladjutant des Kaisers, Exzellenz v. Plessen, und der Vorsitzende des Kriegerlandesverbandes, General -

anzeigtnpreis 15 pfg.

die 44 mm breite Petitzeile ober deren Raum, auswärts 20 Pfg.; die 90 mm breitePentzeile im Re klameteil 50 Pfg., auswärts 60 Pfg.; Tabellen mit 50° Aufschlag. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberfchreitung dcS ZahkungS- zielcS (30 Taget, bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall Plagvorfchriften ohne Verbindlichkeit.

Telephon: Nr. 362.

21. Jahrg

der Bedingungen nachwcisendcn Papiere und ärztlicher Be' scheinigungen über etwa behauptete Krankheiten.

Gießen, den 15. August 1910.

Großherzogliche Bürgermeisterei.

Mecu m.

Bekanntmachung.

Wegen Vornahme von Kabelarbeilcn wird am kom - inenden Dienstag, den 23. d. Mts., von vormittags 6 Uhr bis nachmittags 5 Uhr in der Nordanlage, von Neustadt bis Steinstratze, in der WcsMnlage, bis Bahnhofstraße, so- sowie in der Neustadt und Hammstraße das Mabel ausge schaltet und die Stromlieferung unterbrochen, was wir den anliegenden Konsumenten hiermit zur Kenntnis bringen.

Gießen, den 18. August 1910.

Elektrizitätswerk und Straßenbahn der Stadt Gießen.

J. V.: Schmi tz.

major a. D. Deurer aus Straßburg, anwesend. Die Feiern begannen um 9 Uhr vormittags mit einer kurzen Feier am Jägerdcnknral in der Schlucht von Grgvelotte, dann schloß sich eine imposante Gedenkfeier in der Gedcnkhalle zu Gra­velotle an, wo Graf Häseler der Korpsführer und einzelner hervorragender Persönlichkeiten besonders gedachte. Bezirks- Präsident Gras Zeppclin-Aschhausen hielt eine Ansprache und Graf Häseler dankte zum Schluß der Regierung im Namen der Veteranen. Es folgten dann Feiern am König Wil­helm-Stein bei Mogador, am Tenkmal der 18. Division bei Verneville, des Alexander-Regiments bei Ammanweiler, des Garde-du Korps bei St. Privat, des 1. Garde Regi ments und am Sachsen-Denkmal bei St. Privat. Nach acht­stündiger Wanderung war damit die Feier auf den Schlacht seibern zu Ende. An den einzelnen Denkmälern waren ori entierenbe Vorträge über den Verlauf der Schlacht, u. a. auch vom Grafen Häseler, gehalten worden.

der

der

Köhler-Langsdorf

Reichstagsabgeordnete, schreibt unterm 18. August 1910: Die Nachricht, daß ich zur nächsten Neichslagswahl wie kandidiere, ist falsch. Erstens habe ich niemandem mit­

geteilt, daß ich endgültig entschlossen wäre, auch demnächst loieder zum Reichstag zu kandidieren: zweitens könnte von einer solchen Kandidatur nur alsdann die Rede sein, wenn sie als eine gemeinsame des Bundes der Landwirte, der christlick>--sozialen, der deutsch^spzialen und der Reformpar- tei proklamiert würde. Welches übrigens meinen Wieder­eintritt in die Fraktion der Wirtschaftlichen Vereinigung im Reichstag in sich einschließen würde und die Annäherung, vielleicht sogar den völligen Anschluß auch der übrigen Mit glicder der Reformparlet an diese gesinnungsvèrwandte po­litische Gruppierung veranlassen könnte, drittens aber will ich feststellen, daß mein Gesundheitszustand sich nichter­heblich gebessert", sondern eher verschlechtert hat; und ich darum einer mir anzutragenden Kandidatur eine feste Zu­sage noch nicht zu geben vermag: doch sollten meine poli­tischen Gegner sich nicht zu sehr aus mein baldiges Ableben cinrichten, es könnte zuletzt doch sehr viel anders kommen, als sie jetzt hoffen und wünschen mögen.

Lokales.

Gi eßen, 20. August 1910.

* * Staatsminister Ewald hat seine Dienst- geschäfte wieder übernommen.

* Städtisches. Das Tiefbauamt hat nunmehr die Pläne für 4 neue Straßenzüge fertiggestellt. Es sind dies die Sandgasse, die Große Mühlgasse, der als Ring­straße geplante, von der Wiesenstraße nach dem Philoso­phenwald führende Straßenzug und eine Verlängerung der Landgrafenstraße bis zu der genannten Ringstraße. Die Sandgasse weist eine Breite von 9 Meter auf und verbin­det die Neustadt mit der Kirchstraße. Die Große Mühlgasse führt in derselben Breite als Verlängerung der Löwen - gaffe nach der Westanlage, während die Ringstraße 16 Mir. und die Verlängerung der Landgrasenstraße 15 Meter breit ist.

binnen liefern

Das ft ö b t. Wasserwerk in Queckborn wird kurzem in der Stunde 324 Kubikmeter Wasser mehr können, da die von der Stadtverwaltung bestellte

neue Pumpanlage bereits eingetroffen ist.

* Der Anschluß von Wies eck an das Elek­trizitätswerk ist nunmehr in die nahe Wirklichkeit gerückt. Im September wird in Wieseck deshalb zur näh­eren Aufklärung der Wiesecker Bürger ein Vortrag eines Fachmannes überTie Vorteile des Bezuges elektrischer Kraft" ftaitfinben. Die zur Abschätzung der für die Ge - meinde notwendigen Strommenge dienenden Anmeldebogen sind von der Bürgermeisterei bereits ausgearbeitet worden.

* Einen A ns f l u g nach Dillenburg unternahm am Mittwoch die Gießener Bäckerinnung im Verein mit den gleichartigen Berufsgenossenschaften von Marburg und Wetz­lar. Zu Ehren der Ausflügler veranstalteten die Dillen - burger Bäcker ein Festesten, welchem sich ein Ausflug nach