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Nr. 33
Zweites Blatt
Samstag, 19. Februar 1910
21. Jahrg
Mülheim (Rhein), 16. Febr. Bei der Reichslagsersatzwahl im Kreise Mülheim-Wipperfürth-Gummersbach erhielt Marx (Zentrum) 20 375, Erdmann (Soz.) 10922, Falk (liberal) 8462, Hoemann (christlich-sozial) 1135, zersplittert 29 Stimmen. Es findet Stichwahl zwischen Marx und Erdmann statt, wozu Termin auf den 26. Februar am beraumt ist.
Man schreibt uns nun dazu aus Berlin:
Wenn die Wahl in Mülheinr-Gummersbach-Wipperfürth auch zu einer Stichwahl zwischen dem Zentrum und der Sozialdemokratie geführt hat, so kann der schließliche Ausgang doch keinen Augenblick ungewiß sein. Dem Zentrum fehlen nur wenige Stimmen zur absoluten Mehrheit und da die für die ch^istlick)-soziale Partei abgegebenen Stimmen zweisetlos dem in vieler Hinsicht gesinnungsverwandlen Zentrum zufallen werden, so ist schon dadurch der endgültige Sieg dieser Partei gewiß. Es hieße Vvgelsstrautzpoluik wenn man nicht auch als Gegner offen zugeben Wollte, daß der Erfolg oer Zentrumspariei ein großer ist. Bei den badischen Landtayswahlen und bei der Ersatzwahl in Koblenz hatte das Zentrum Tausende von Stimmen verloren, bei der Wahl in Mülheim hat es nicht nur keine Stimmen cingebüßt, sondern sogar noch mehrere hundert gewonnen. Es scheint darnach, daß die Wählerschaft sich mit der Haltung der Partei in der Frage der Reichsfinanzreform wieder ausgesöhnt hat. Das ist ja nicht weiter verwunderlich. Tas Zentrum kann eben machen was es will, Es hat danL der energischen Wahlhilfe der Geistlichkeit jetzt Lämm- lein fest in der Hand. Wie es bei den Blockwahlen von 1907 nichts verloren hat, sondern wie damals alle Verluste von seinem Verbündeten, der Sozialdemokratie, getragen tourben, so wird bei den nächsten Wahlen wiederum das Zentrum nichts einbüßen, sondern sein Bundesdenosse von der Finanzresorm, die Konservativen, werden die Zeche zu zahlen haben.
Daß dies der Fall sein dürfte, geht auch aus der Mülheimer Wahl hervor. Die Konservativen in Verbindung mit den Christlich Sozialen und dem Bunde der Landwirte haben es glücklich auf wenig über tausend Stimmen gebracht, in einem Wahlkreise, der mehr als 40 000 Wahlberechtigte zählt. Obwohl in diesem Kreise die Zahl der ländlichen Gemeinden groß ist, so hat der Bund der Landwirte mit feiner eifrigen Unterstützung des Christlich-Sozialen nichts auszurichteil vermocht. Es ging ihm damit ebenso wie vor wenigen Wochen bei der Ersatzwahl in Eisenach, wo der antisemitische Bewerber trotz nachdrücklicher Unterstützung des Bundes Tausende von Stimmen verlor und wie bei der im Spätherbst staUgehablen Ersatzwahl in Landsberg-Sol- bin, wo der konservative ebenfalls vom Bunde nachdrück - liehst unterstützte Kandidat ebenfalls Tausende von Stimmen eingebüßt hatte und in der Stichwahl dem sozialistischen Bewerber unterlegen wäre, wenn nid)t mehrere Tausende von liberalen Wählern sich zur Unterstützung des Konservativen bereit gezeigt hätten.
Diese Tatsache sollte die Konservativen doch nachdenklicher stimmen und ihre Freude, daß ihre Bundesgenossen vom Zentrum einen großen Erfolg davon getragen haben und das die 2 ^beraten einen Mißerfolg hatten, einiger - maßen dämpfen. Ter SUmmenrückgang des liberalen Bewerbers ist an sich, wenn man näher zusicht, nichts Verwunderliches. Erstens haben ihm die Christlich-Sozialen
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yer Fall Welshosta.
Kriminalroman von M. Kossak.
31) (Nachdruck verboten.)
„Ach, das rncrkt man doch. Hub dann" — in des Mädchens sprechendes Antlitz trat ein geheimnisvoller Ausdruck — „haben die beiden auch nie zusammen gesprochen, sondern sich geradezu gemieden. Umsomehr war ich erstaunt, als ich sah, wie Felix Long-Bell das Geld gab. Ich habe manchesmal in letzter Zeit gedacht, daß Long-Bell irgendwie in Felix Vergangenheit verflochten ist. Früher ist's mir nicht ausgefallen, aber jetzt, da ich so viel grüble, da kam mir’S wieder in den Sinn, daß die Anita und Long- Bell oft die Köpfe zujammengefteeft und geflüstert haben, wenn Felix in der Nähe war. Und Felix fluchte immer auf italienisch, wenn ich den Clown erwähnte. Im allgemeinen freilich vermied er es, von ihm zu sprechen."
„Wissen Sie vielleicht, wie lange Ihr Verlobter den Clown kennt?" forschte die junge Frau.
„Ach, das muß schon lange sein, denn ich erinnere mich einer Szene aus meinem Berliner Engagement her, da ich noch nicht m t Felix verlobt war und er noch mit der Anita ging. Da hatte sich Felix während der Probe einmal mit ihr gesamt und war sehr aufgebracht. Was er sagte, tonnte ich nicht verstehen, da er italienisch sprach. Ta rief Long- Bell, der in der Nähe stand, ihm etwas zu — ebenfalls auf italienisch, ich hörte nur das Work „Abruzzen" — und nie werde ich den boshaften Ausdruck in den Augen des häßlichen Menschen vergessen, während er das sagte. Fel.r aber wurde totenblaß und sagte fein Worr mehr, seine Wut 'war plötzlich wie verschwunden. Während der ganzen Pause ^ing er herum wie ein Träumender, und als ich ihm riet, sich doch nach Hause zu begeben unb sich niederzulcaen, da Er offenbar krank sei, entgegnete er: „Krank ? Ich bin hm alter krank und werde nie gesund werden kleines Mädchen, Lenn der Wurm, der mir am Herzen nagt, kann nicht sterben. „Vielleicht ist's kein Wurm, sondern ein Stilett", meinte Long Bell, der diese Worte gehört, da er gerade biorüberstrich. „Stiletts sind gefährliche Spielzeuge für Kin der" — fuhr der Clown hämisch fort — „und ich kenne
über tausend Stimmen entzogen und zweitens haben die Liberalen die hohe Stimmenzahl von mehr als 11 000 bei den letzten allgemeinen Wahlen nur der damaligen Block stimmung zu verdanken gchabl. Bei den Wahren von 1903 wurden in diesem Wahltreise 7585 liberale Stimmen abgegeben, bei den Wahlen von 1898 4500 nationalliberale und 500 freisinnige Stimmen, insgesamt also 5000 liberale Stimmen. Trotz der christlich-sozialeu-bündlerischen Kandidatur haben also die NatwnaUiberalen immer noch wesentlich mehr Stimmen erhalten als 1903 und 1898. Man kann also von einem Rückgänge des Liberalismus in diesem Wahlkreise sicherlich nicht sprechen.
Wenn nun auch von einem liberalen Rückgänge nicht die Rede sein kann, so ist es an sich vom Standpunkte des Liberalismus aus bedauerlich genug, daß ein Fortschritt nicht erzielt worden ist. Man kann sich der Tat sache nicht entziehen, daß bisher lediglich die Sozialdemokratie aus der Verstimmung über die unglückselige Reichs finanzresorm Vorteile gezogen hat. Auch im Wahlkreise Mülheim-Wipperfürth, wo die Sozialdemokraten mehr als 2000 Stimmen gewonnen haben. Wollen die liberalen Parteien bei den nächsten allgemeinen Wahlen Mandate ge - winnen, so werden sie sich bis dahin ordentlich rühren und möglichst viel positive und gemeinsame Arbeit zu leisten haben. Gelegenheit dazu gibt ihnen schon die preußische Wahlreform. Da, wie Mülheim-Wipperfürth aufs neue gezeigt hat, die Zentrumsburgen itaum zu erstürmen sind, so wird sich der Entscheidungskampf bei den nächsten Reichstagswah- len nicht sowohl im Westen und Süden des Reiches wie im Osten, im Norden und Mittel-Deutschland ab spielen, wo Konservative, Liberale und Sozialdemokraten ihre Kräfte miteinander zu messen haben werden.
Parlamentarisches aus Hessen.
In der gemeinsamen Sitzung der Finanzausschüsse der Ersten und Zweiten Kammer, die am Tiens- tag nachmittag unter dem Vorsitz des Grasen Erbach staU- fand, hat der Ausschuß der Ersten Kammer seine Stellung nähme zu Ich Vorschlägen des anderen Ausschusses ein gehend begründet und schriftlich niedergelegt. Wir heben daraus loggendes hervor: „Die Ueberschätzung in den Stei- gerunigsmöglichkeitcn" der Einnahmequellen, namentlich der Eisenbahnen und der Stempelsteuer «haben den Ausbruch der schweren Fmanzkrisis verursacht, für welche die Erste Kammer, die dies vorausgesehen hat, eine Verantwortung a b l e h n t. Gewünscht wird eine alsbaldige Vereinfachung der Staatsverwaltung und Revision der Besolv ungsordnung. Für die vorgeschlagene rasche Schuldentug ung liege um so weniger ein Grund vor, als in den Jahren der hohen Ueberschüsse eine Aenderung des seitherigen Tilgungssatzes auch nicht vorgeschlagen wurde. Den Vorschlag, die preußische Progression in das hessische Einkommensteuergesetz einzuführen, muß der Finanzausschuß aus prinzipiellen Gründen ablehnen. Zum Etat 1910 werden folgende Vorschläge gemacht: Zur Balanzierung des Etats will der Ausschuß in der Frage der Einkommensteuererhöhung cntgegenkommen, die sich in einer „erträglichen Grenze" hält. Erne weitere Erhähung der Vermögenssteuer würde den Charakter dieser Steuer als Ergänzungssteuer verwischen. Vor der Inanspruchnahme der Steuerreserve des Landes sind zum Ausgleich des Defizits alle bereiten Mit- tel heranzuzichen: 1. Durch den Aufschub der Kolonadenbauten in Bad-Nauheim können aus dem Erneuerungssonds, abgesehen von dem Zuschuß an die Staatskasse, 674 000
Leute, die immer eine Vorliebe für sie hatten. Schon als wir Kinder waren, da" — er brachte den Satz nicht zu Ende, da Felix eine Geberde machte, als ob er sich aus ihn stürzen wollte, doch ich fiel ihm in den Arm und hielt ihn zurück. Long-Bell aber musterte Felix, wie einem Tiger so funkelten ihm die Augen und lachrnd erwiderte er: „Na, was ist denn? Ich habe doch von unserer Kindheit gesprochen — waren wir denn nicht immer zusammen als Kinder und aud)_ später noch? Und hab^ ich Dir nicht
schon ganz gute Dienste geleistet, was?" Tann ging er lachend weiter, Felix aber lehnte wie ein Toter an der Wand, und es dauerte eine ganze Weile, bis er sich wieder erholte. Von dieser Geschichte her weiß ich doch, daß er und Long-Bell sich schon als Knaben gerannt haben. Allerhand aber mußte zwischen ihnen vorgesallen sein, das
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Mark erspart werden. 2. Tie Eisenbahneinnahme pro 1910 darf man um weitere 650 000 Ml. höher annehmen, als im Etat vorgesehen. 3. In Kap. 12 könne man bei den Aus gaben nunbeftens 320 000 Mk. iparen. 4. Aus der Einkommen- und Vermögenssteuer kann über den Ansatz des Hauptvoranschlages hinaus eine Mehreinnahme von 500 000 Mark in den Etat bcigeftcllt werden, wenn man den na türlichen Steuerzuwachs zu Grunde legt. 5. Eine Verminderung des Fonds für öffentliche Zwecke wäre zu erwägen. 6. Bleibt es bei der durch das geltende Tilgungsgesetz vorgeschlagenen Tilgungsrate, so glaubt der Finanzausschuß, daß die Balanzierung des Etats 1910 durch einen aus ein Jahr zu bemessenden Zuschlag von ctm*a 10 Prozent zur Einkommensteuer herbeigeführt werden könne. Tic Vorgc- schlagenen Zuschläge von 25 Prozent zur Einkommensteuer und 46 zwei Drittel Prozent auf die Vermögenssteuer, sowie daS vorgelegte Amorrisationsprlnzip möge man aus geben.
Ter Finanzausschuß der Zweiten Kammer nahm an demselben Tage die schriftlichen Berichte der Abgeordn. Dr. Osann, Motthan und Ulrich zum Hauptvoranschlag ent gegen, worauf nach einem Bericht des Abg. Brauer, der einen Augenschein vorgenommen, die Frage des Umbaues am Arbeitshaus in Dieburg zur Besprechung kam. Referent empfiehlt die dafür geforderten Kosten. Es kommt weiter zur Besprechung ein Antrag des Abg. Weber, der empfiehlt, aus Brenn und Nutzholz einen Mehrerlös von 80 000 Mk. in das Budget einzusetzen.
Der Gesetzgeb ungsausschuß beschäftigte sich gleichzeitig mit der Beratung der soeben erst caigcgangcncn Regierungsvorlage, betreffen o die Abäsitzoerung gesetzlicher Bestimmungen über das Notariats und Kostcnwescn. Die Beratung darüber soll heute gemeinsam mit der Regierung fortgesetzt werden.
Besicht man sich am Ende die „E r s p a r n i s a b - st r i ch e", die der Finanzausschuß der Zweiten Kammer in mühsamer fünfwöchenilicher Arbeit gemacht hat, so ergibt sich die Summe (ober besser gesagt das „Sümmchen") von 110 000 Mk'., eine Bagatelle bei einem Glefamictat von rund 80 Millionen Mark, und 5 .Millionen Fehlbetrag.
Lokales.
Gieß e n, den 19. Februar 1910.
* * 6 0. Geburtstag. Der Ehrenbürger unserer Stadt, Geh. Obermedizinalrat Dr. Georg G a f f t!v, feierte letzten Donnerstag seinen 60. Geburtstag. Er gehörte längere Ze.t der hiesigen Stadtverordnetenversammlung an und bekleidete u. a. diè Stelle eines o. Professors der Hydiene an der Universität, an welcher er für das Studienjahr 1894 bis 1895 zum Rektor gewählt wurde. Seit 1904 ist Dr. Gaffky Leiter des preußischen Instituts für Infektionskrankheiten in Berlin, wo sich seine äußerst erfolgreichen Arbeiten hauptsächlich auf bakteriologische Forschungen erstreckt haben.
* * Erledigt ist eine mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu B e r- st a d t.
* * Ernannt wurde am 10. Fearuar der Schulverwalter an der höheren und erweiterten Mädchenschule zu Gießen Gustav Wagner zum Reallehrer an dieser , Schule unter Belassung in der Kategorie der Vocksschul - lehrer.
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junge^ra«""" ^" Long-Bell'danach Wien", sagH
„Ja, und zwar schon ungefähr 14 Tage, nachdem der Arzt das Attest geschickt hatte. Er muß lvirklich sehr krank i gewesen sein, denn er sah «urchtbar aus, kaum wieder zu . erkennen, ganz geh und Versalien, und seine Augen hatten ! gleichfalls sehr durch die Krankheit gelitten. Früher konnte , er, wie man sagt, durch Mauern sehen, jetzt aber war er : ganz kurzsichtig und vermochte häufig auch in der Nähe i nichis zu erkennen. Er erholte sicy jedoch schnell, doch seine I Augen blieben schwach."
glaube ich sicher. Und wenn Sie mich nicht verraten wollen, so will ich Ihnen noch etwas sagen, was mir manch- mal in den Sinn kommt, nämlich daß" — hier senkte sich Fridas Stimme zum Flüstern — „Long-Bell mehr über die , Ermordung Graf Welshofens weiß, und daß er an Felix' Verhaftung schuld ist".
„Aus Toulouse?" fiel Paula ein. „Hatte er dort ein Engagement?"
„Ich glaube, daß er kurze Zeit auf einer Sommer - Bühne gastierte. Als Felix von seiner Krankhelt hörte, wurde er blaß und rot unb murmelte: „9ld), wcnn er dow sterben möchte ! Wenn der Teu,el ein Einsehen hätte und ihn holte ! Tas war gewiß ein böser Wunsch), fügte Frida leise, wie beschämt hinzu, „aber wenn mein armer Schatz so etwas einem Menschen wünscht, dann muß bieder ihm schon etwas sehr Schreckliches zugefügt haben, denn mein Felix möchte sonst auch nur in Gedanken feinem ein Leid zufügen. Und ich — ich" — kaum hörbar drangen b.eic Worte aus des bedauernswerten Kindes Munde — „ich konnte nicht anders, als ebenfalls denl'en daß es gut wäre, wenn der Clown stürbe. Ich weiß, daß ich mich damit einer großen Sünde schuldig machte, aber — aber ich hatte das deutliche Gefühl, daß der entsetzliche Mensch me nen Felix noch einmal verderben würde. Der Himmel wird mir die Sünde verzeihen", schloß das Mädchen, unwillkürlich die Hände faltend.
„Was mag ihm denn gefehlt «haben?" wollte Paula wissen.
„Er behauptete, daß er sich von einem Matrosen, der irgendwo aus den Tropen kam, das gelbe Fieber angeftedt haben, und in dem Falle würden die Zeitungen darüber geschrieben haben. Ein Inder, der damals in den Kaiser- Hallen auftrat und große medizinische Kenntnisse besaß, meinte die Krankheitsfolgen, die sich bei Long-Bell be - merklich machten, wiesen aus eine Vergiftung hin. In seiner Heimat sagte er. ggbe es ein Pflanzengift das, auch wenn die Menscyen nicht daran sterben, stets "kurz sichtig keit und Augenschwäche zurückließe."
„Genannt hat der Inder das Gift aber nicht?"
„Nein — das heißt, ich weiß es nicht. Aber warum fragen ^ie danach, gnädige Frau?"
Pau'a gab eine ausweichende Antwort. Die Erlvähn- ung des Giftes hatte sie höchlichst aufgeregt und am liebsten wäre sie gegangen, um die gehabten Eindrücke zuerst in der Stille zu verarbeiten, doch wollte sic das arme Kind in seinem Kummer nicht ungetröftet verlassen. So sprach sie ihr denn freundlich zu uno Frida lauschte andachtsvoll der liebevollen Stimme.
„Es ist wirklich Ihre aufrichtige Meinung, gnädige Frau, daß meines Verlobten Unschuld an den Tag kommen wird?" fragte sie, indem in den traurigen Kinderaugen ein leiser Hoffnungsstrahl eudhete.
Paula nahm sie in i'hre Arme und drückte sie mit fast mütterlicher Zärtlichkeit an die Brust.
(Fortsetzung fo-gt)