Nr. 11
Freitag, den 14. Januar 1910
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Gießener
20 Jahrgang
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(Hieß-ner Wertung)
für Oberheffeu und die Kreise Marburg und Wetzlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung.
I Enthält eilt amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen, des Großh. Polizeiamtes Gießen und anderer Behörden von Oberheffen -
Lokales und Provinzielles
Zur Finanzlage Hessens.
* * Der Finanzausschuß der Zweiten Kam - mer trat am Dienstag in die eigentliche Etatsberatung ein. Abg. Bcst hat wegen der schlechten Finanzlage emen Antrag eingebracht, wonach alle Beamtenstellen für die nächsten Jahre nur auf den Inhaber zu bewilligen sind. Abg. Dr. Weber betonte, daß in diesem Jahre nur eine mäßige Steuererhöhung bewilligt und deshalb auch bei den einzelnen Etatspositionen die größte Spariamkert angewendet werden sollte. Es empfehle sich daher auch, alle vakanten oder nicht etatsmäßigen Stellen von Beamten vorläufig nicht wieder zu besetzen. Abg. Dr. G u t s l e i s ch äußerte seine Ansicht dahin, daß es nickst angängig sei, das Anleihen zu decken. Abg. M o l- an den Finanzresormvorschlägen
vorhandene Defizit durch tchan betont, daß man des Ausschusses »esthalten ter allen Umständen die von 75 Pfg. auf 1.10 wissen. Für die Saline,
müsse. Abg. Ulrich will un- Eryöhmrg der Vermögenssteuer Mk. für 1000 Mark festgehacken Badeanstalt und das Tiesbauamt
die Badeanstalt B a d Salz-
Bad-Nauheim und
H a u s e n nahm der Ausschuß einen Antrag Molthan an, den von Bad-Nauheim an den Staat zu entrichtenden Be- trag von 100 000 Mk. auf 150 000 Mk. zu erhöhen. — Der Finanzausschuß setzte am solgenden Tage vor
mittag und nachmittag seine Etatsberatungen gemeinsam mit der Regierung fort, für welche die Herren Staaisminister Dr. Ewald, Finanzminister Dr. Gnauth, Minister des Innern Dr. Braun und Ministerialrat Süffert erschienen waren. Es wurden neben der Besprechung allgemeiner Finanzfragen namentlich die Kapitel 23—29 (Ministerium des Innern) und Kapital 76—87 durchberaten, über die Abg. Dx. Osann das Referat zu erstatten hatte. — Der Kammer gingen als Drucksachen zu: Vorstellung des Hessischen Landes-Lehrervereins, betreffend die Gehalte der Volks - schullehrer, und Vorstellung des Verbandes der hessischen Unterb eamten, betreffend Teuerungszulage. Ferner Anträge des Abgeordneten Best zum Staatsbudget für 1910. Abgesehen von zahlreichen Abstrichen bei den einzelnen Kapiteln wird beantragt: 1. Sämtliche Beamtenstellen nur auf den derzeitigen Inhaber zu bewilligen. 2. Tagegelder u. Reisekosten sind nur in der Höhe der tatsächlich entstandenen Auslage zu vergüten.
* * Dem Vorschläge des Finanz-Ausschusses der Zweiten Kammer der Stände entsprechend, wird am nächsten Dienstag eine gemeinsame Beratung der Ausschüsse beider Ständekammern ftattfinden, in der über die Vorschläge des Finanzausschusses wegen der Neuregelung des hessischen Finanzwesens Besprechungen ftattfinden. — Der Finanzausschuß hielt gestern eine gemeinsame Beratung mit der Regierung ab.
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* Gießen. Eine allgemeine Bürger-Versa m m l u n g findet nächste Woche auf E^nltaldung des Burgervereins im Hotel Einhovn statt. Auf der Tagesordnung stehen die in letzter Zeit vielfach erörterten Fragen: Unsere Schulferien, Städftsche, Vertehrsinteresseni, Verkehrslage, Wünsche, bezüglich der elektrischen Straßenbahn. — Eine Erinnerungsfeier an die Wiederaufrichtung des deutschen Reichs findet am 18. Januar in Steins Garten auf Anregung des Altdeutschen Vereins statt.
* Gießen. Die Burk'sche Villa an der Ostanlage, die vor einigen Jahren für 126 000 Mark verkauft und dann von der Witwe Burk für 110 000 Mk. wieder über- nommen wurde, ist von der Burkschen Konkursmasse für 85 000 Mk. an Professor Dr. Leutert verkauft worden. Das Anwesen ist mit 80 000 Mk. belastet.
*)(* Gießen, 14. Jan. Gestern um 2 Uhr erfolgte der Z u s a m m e n st v ß eines Straßenbahnwagens mit einem Fuhrwerk, das soeben einen Hofraum verlassen hatte und dessen Kutscher an dem Kops verletzt wurde.
*)(* Gießen, 14. Jan. Der Kaufmänni - sche und der Ortsge werbe - Verein hatten gestern Abend ihre Mitglieder zrr einem Experimen- tal-Vvrtrag eingeladen, den Prof. Schmidt über das Thema „Die Elektronen" hielt.. Der Vortrag, der den Zuhörrern das Wesen der Elektrizität erläuterte und die Bedeutung des Begriffes „Elektronen" an den Kathoden- und Anodenstrahlen erklärte, erntete lebhaften Beifall.
!! Zusammenschluß der Hanfa-Bund- Gruppen. Die Frankfurter Ortsgruppe des Hansabundes hat die benachbarten Ortsgruppen in Offenbach, Hanau, Wiesbaden, Biebrich, Dillenburg, Höchst, Limburg, Wetzlar, Darmstadt, Mainz, Oppenheim, Schlipp, Gießen, Worms, Bensheim, Bingen auf Ende des Monats zu einer gemeinsamen Sitzung nach Frankfurt berufen, welche sich mit einem näheren Zusammenschluß der Ortsgruppen und der Anstellung eines Geschäftsführers befassen soll.
!—! Berichtigung. In der gestrigen Theater- Rezension „Der selige Toupinel" muß es statt „lat Typen in der ersten Zeile „v n s'a m u s e" und in Spalte 2, Zecke 5 „1888" statt „1883" heißen.
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* L i ch. Im fürstlichen Park sind in der Nähe des Schlosses auf der der Bahnhofstraße zugekehrten Seite in letzterer Zeit größere Erdarbeiten vvrge- n o m m e n worden. Es handelt sich dabei um Freilegung der noch erhaltenen Grundmauern eines alten, in früheren Zeiten jedenfalls zur Verteidigungsanlage des Schlosses gehörenden Turmes. In welcher Weise die begonnenen Arbeiten fortgesetzt werden sollen, ist noch nicht bestimmt. — An der Abtragung des alten Festungswalles, der unsere Stadt noch teilweise umringt, wird im Gegensatz dazu rüstig weiter gearbeitet. Ein Stück „Alt-Lich" weicht damit der neuen Zeit.
* Schotten, 11. Jan. Gegenüber Meldungen von Abnahme des S ch n a p p s g. e n n s s e s von Arbeitern in staatlichen Waldungen müssen wir leider, so schreibt die
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„Fuld. Ztg.", auch von einer Nichtabnahme, vielleicht eher einer Zunahme bei. Waldarbeitern ins Gemeindeward- ungen berichten. Es sollen zirila 35—40 Proz. des Arbeitsverdienstes ,ür Schnaps in der letzten Zeit drausgegangen sein. (Vielleicht äußert sich ein Vogelsberger dazu. D. R.)
* Burkhards. Eine Masern-Epidemie herrscht hier und in dem Nachbarorte K a u l ft o s. Seit etwa 20 Jahren ist es wieder die erste Epidemie dieser Art.
* Butzbach. Das Hotel Hessischer Hof dahier, dns zwangsweise zur Versteigerung kam, wurde von dem ehemaligen Besitzer, Herrn Fr. K t m m, zum Preise von 103 000 Mark gekauft.
* Bad-Nauheim, 12. Jan. Der des Hotels „K a i s e r h o s" Haberland, zer Krankheit plötzlich gestorben.
Besitzer ist nach kur-
Finanz- auch in un-
* Friedberg. Das Groß herzogliche a m t Friedberg hat eine Richtigstellung des serer Zeitung erschienenen Artikels über die Steüerangele-
genheit der Tochter emes Friedberger Arbeiters ver,aßt, in welcher in Abrede gestellt wird, daß das Finanzamt oder die Großherzogliche Bezirkskasse Friedberg, der allein die Beitreibung der Steuer obliegt, Pfändung der Erben der Sleuerpfticytigen veranlaßt habe und in welcher ferner gesagt wird, daß es unwahr sei, daß der Steuerbehörde die Krankheit und Erwerbsunfähigkeit der betr. Steuerpflichtigen bekannt gewesen und daß es ferner im Gegenteil wahr ici, daß im Dezember 1909 von einem Vertreter der Erben der Steuerpflichtigen Berufung gegen die Veranlagung für 1909 bei der Steuerbehörde erhoben wurde, und daß die Berufungsfrist, weil die gesetzliche Frist versäumt war, sofort unter der mündlichen Mitteilung der Befreiung von der Steuer für 1908 von der Steuerbehörde sofort erstreckt worden sei und daß es ferner wahr sei, daß die fragliche Steuer für 1908 von der Bezirkstasse Friedberg ur,prüng- lich als uneinbringlich verrechnet wurde.
* Friedberg. In Assenheim wurde der Ein - wohner Preiß von seiner Ehefrau dabei ertappt, als er sich mit seiner 12jährigen Tochter nach § 173, 3 verging. Preiß ging darauf flüchtig und stürzte sich in die hochgehende Nidda, aus der er als Leiche gelandet wurde.
* Dar m st a d t, 9. Jan. Nach der Uebersicht der Abrechnung der Landwirtschastskammer für 1908 betragen die Gesamteinnahmen 647 250 Mk.; die Ausgaben 522 307 Mk. Die Einnahmen werden gebildet aus dem Staatszuschuß von 146 690 Mk., wovon 3000 Mk. Gebühren, von 280 000 Mk. Umlagen und einem Kassenvorrat von 33 000 M.. Für 1910 schließt der Hauptvoranschlag in Ein- und Ausgaben mit 571 112 Mk. ab. Der S t a a 1 s z u s ch u ß ist in gleicher Höhe, wie im Vor - jahre vorgesehen. Währenddem die Umlagen um 10 000 auf 290 000 Mk. gestiegen sind. Für Ausgaben zu wissenschaftlichen und Lehrzwecken sind 53 160 Mk. vorgesehen. Für Förderung der Tierzucht 160 181 Mk., Förderung des Obst- und Weinbaues 2C. 33 072 Mk., Förderung der Landes- und Bodenkultur 32 864 M.., Ausstellungswesen Mk. 15 000, Verwaltungskosten 110 357 Mk., Tagegelder und Reisekosten 20 000 Mk., Pensionsfonds 25 000 Mk. re. re. Unter den Ausgaben figurieren zum erstenmal 20 000 Mk. zur Bestreitung des Pensionsfonds.
* D a r m st a d t, 11. Jan. Beim Appell des Leib- Dragoner-Regiments wurde festgestellt, daß der berittene Großh. hessische Gendarmeriewachtmeister L e p p e r zu Butzbach der älteste anwesende Veteran dieses Regiments war. Im Jahre 1848 trat Wachtmeister Lepper in das Garde-Chevauleger-Regiment zu Butzbach ein. Bei der Gründung des Gr. Hess. Reiter-Regiments zu Darm - stadt trat der Genannte in dieses über und gehörte zu den ersten Unteroffizieren des neuen Regiments. Der jetzt 83 Jahre alte Veteran machte als Chaubeleger den Feldzug 1848—49 mit, bei dem Feldzug 1866 war er als Feldgendarm beteiligt. Der nach 43fähriger Militärdienstzeit im Jahre 1891 in den Ruhestand getretene alte Herr, sowohl wie seine drei Söhne haben als Unteroffiziere bei der 3. Eskadron dieses Regiments gestanden und wohnten auch alle der Parade bei.
* D a r m st a d t, 11. Jan. Wegen Veruntreuung von 1000 Mark Verbandsgeldern wurde der Staffierer der Zahl stelle Dannstadt des Deutschen Zimmererverbandes, Jeremias Wolf aus Darmstadt, zu einem Jahr Gefängnis und drei Jahren Ehrverlust verurteilt. Wolf wurde sofort verhaftet.
* Darmstadt. Am Dienstag versuchte der 47 Jahre alte Straßenkehrer Emil Laurer in seiner Wohnung s i ch und seine beiden Kinder, Mädchen im Alter von 3 und 4 Jahren mit Lysol zu vergiften. Die beiden Mädchen befinden sich bereits außer Lebensgefahr, da sie durch von einer herboigeeilten! Nachbarin dargereichte Brechmittel das Lysol bald darauf von sich gegeben hatten. Lauer bekam den Magen ausgepumpt und ist gegenwärtig auch gerettet.
* Offenbach, 11. Januar. Das Preisgericht für Entwürfe für das neue Stadlbad dahier hat gestern einstimmig die drei Entwürfe bestimmt, die mit den ausgeschriebenen Preisen bedacht werden. Den ersten Preis von 1200 Mk. erhielt der Entwurf „Fritz vom Rhein", Verfasser Architekt Fritz Bossert von Offenbach; der zweite Preis von 800 Mk. fiel auf den Entwurf „Wasserratte", von Architekt Gustav Hamann in Gießen und der dritte Preis von 400 M.. ward dem Entwurf „Schlicht", ebenfalls von Architett Fritz B o f s e r t, hier, zuteil. 2lu- ßer diesen drei mit Preisen bedachten Entwürfen schlug das Preisgericht den Ankauf des Entwurfes „Nasses Element", der Architekten Gustav Hamann und Konrad Schuhmacher zu Gießen vor.
* Rüsselsheim, 12. Jan. Heute morgen explodierte n der Opelschen Fabrik an einem Dampf - kessel das Ventil. Durch den ausströmenden Dampf erlitten 2 Monteure aus Bischofsheim und ein Heizer aus Gustavsburg schwere Brandwunden.
* M alnz, 11. Jan. Gegen das R o l l s ch u K lausen in d e n Straßen und aus den Trottoirs das mit seinen Auswüchsen zetzt schon zu Unfug und zur Belästigung der Passanten ausgeartet ist, wendet sich heute eine Bekanntmachung der Mainzer Bürgermeisterei. Vorerst werden die Eltern ersucht, auf ihre Kinder einzuwirken. Die Schutzleute sind auch angewiesen, gegebenenfalls einzu, chrei- ten.
* Finthen. Die Freiherr von Waldthausensche Verwaltung beabsichtigt den Anlauf des mehrere hundert Mor gen großen, in der Gemarkung Finthen gelegenen „Layen- Hofes". Das Gelände soll zur Errichtung eines Nennge- stütes verwendet werden.
* Marburg. Für die Universität Marburg wird eine außerordentliche Professur für physikalische Chemie ge- fordert, für den Neubau des Hess. Landesmufeums in Kassel 302 000 Mk., als erste Rate (Gesamtkosten 820 000 Ml.) zur Bekämpfung der Granulöse 300 000 Mk., zur Bekämpf ung des Typhus im Regierungsbezirk Trier 200 000 Mark.
* Marburg, 10. Januar. Das Projekt der Er richtung einer elektrischen U e b e r t a n d z c n - träte findet, wie in allen Versammlungen in den grö tzeren Ortschaften festgestellt wurde, bei den Landwmen großen A n k l a n g. Jetzt hat nun im Restaurant Waldschlößchen eine Versammlung größerer Gutsbesitzer eine G e n v sse nf chnft gegründet, welche die, Errichtung einer Ueberlandzcntrale au, eigenes Risiko übernehmen will.
* Fulda. Eine elektrische U e b e r land- Zentrale ist jetzt auch für den Kreis Fulda geplant, zu welchem Zweck sich eine Elektrizitäts-Gesellschaft an die Kreisverwaltung mit dem Ersuchen wenden wcki, die Konzession für eine in N e u h o s zu errichtende Ueberland - Zentrale zu genehmigen.
* Hanau, 11. Jan. Im Alter von 92 Jahren ist hier der frühere Landrat des Kreises Biedenkopf, Geheimer Regierungsrat Ludwig S e y b e r t h, gestorben, Als Landrat des Kreises Bwdenkopf wirkte er .zwanzig Jahre bis zu seiner Pensionierung.
Aus dem Gerr q(.
Gießen, 11. Januar 1910.
In Lauterbach hat der Taglöhner Karl Kleinaus Eifa auf der Straße ruhestörenden Lärm verübt, weshalb ihm, da dies bei ihm häufig vortommt, ein Siras beseht über 6 Wochen Haft zuging, dessen Einbruch vom Schofsen- gericht zurückgewiesen wurde. Er focht das Urteil an, in dem er geltend machte, er sei entmündigt und tonne meser- halb nickst bestraft werden; übrigens wisse er von der Sache nichts. In einer weiteren Sache hat er dem Polizeidiener den Vorwurf des Meineides gemacht, wofür ihm das Schöffengericht 4 Monate Gefängnis zudiktierle und dem Beleidigten die Publikationsbefugnis zusprach. Auch hiergegen verfolgte er aus dem nämlichen Grunde Berufung. Da er nach dem Gutachten des Sachverständigen veran-wortlich ist, wurde die Berufung in beiden Sachen verworfen.
Im letzten Sommer ist der Fabrikarbeiter Friedrich Schrumpf aus Alt-Breidungen zu Ruppertsburg in eine Wirtschaft eingestiegen und hat sich den Tag über im Hause aufgehalten. Vom Dach aus gelangte er in den oberen Stock wo er eine Uhr mit Kette stahl. Trotzdem die Wirtssrau im unteren Stock war, stahl er dorten 700 Mark, womit er nach Frankfurt ging, um das Geld in schlechter Gesellschaft zu verjubeln. Später kam er nach Ostheim bei Butzbach, wo er sich ebenfalls in eine Wirtschaft einschlich; doch fiel ihm. wenig in die Hände, da er verscheucht wurde; hier ist er der Wirtssrau mit einem Dolch entgegengetreten, er konnte trotz aufgestellter Posten entweichen.' Zu Stockhausen bei Grünberg übernachtete er ebenfalls auf dem Heuboden einer Wirtschaft, wo er eingestiegen war. Er schlich sich dann in das Haus, wo ihn die Tochter des Wirtes unter einem BeU vorfand. Als diese Hilfe herbeiholen wollte, bedrohte er sie ebenfalls und floh dann, um sich nachts noch einmal einzuschleichen. Hier brach er einen Tisch auf und stahl mehrere Portemonnaie mit etwa 25—30 Mk. Inhalt. Von da ging er nach Gonterskirchen, wo ihm unter gleichen Umständen in einer Wirtschaft etwa 250 Mark in die Hände fielen. Beim Verprassen des Geldes war ihm der Kellner Heinrich Franz Braun aus Dieburg behilflich, weshalb dieser wegen Hehlerei und Begünstigung unter Anträge kam. Dem Angeklagten Schrumpf wurden für ^die einzelnen Einbrüche Strafen von 5 Jahren bis zu 3 Jahren Zuchthaus angesetzt und die auf 15 Jahre lautenden Strafen auf 10 Jahre Zuchthaus ermäßigt. Ein Viertel - jahr Untersuchungshaft wird ihm angerechnet. Ferner wurden ihm die bürgerlichen Ehrenrechte auf 10 Jahre abgesprochen und auf Zulässigkeit der Polizeiaufsicht erkannt. Dem Braun konnte die Hehlerei nicht nachgewiesen werden, dagegen wurde er wegen' Begünstigung zu 2 Jahren Zuchthaus und zu den nämlichen Nebenstrafen wie Schrumpf verurteilt.
Redaktion, Druck und Verlag von Albin SM e i n, Gießen.
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