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^fAtittfpn Ordensreaeln als ein nach kanonischem Rechte Telefon haben. Der Absenoer rann vorschrciven, zu welcher

^^^ Ein epimere flaute Operation. Im Laufe der vergangenen Woche wurde in das Wachruschinsche Hospital in Moskau eine Kranke gebracht, die sich mit einer Sublimatlösung ver­giftet hatte. Da im Laufe dreier Tage keine Harnentlee­rungen stattfanden, und ihr Zustand infolgedessen hoff­nungslos wurde, nahm man bei ihr dieTransplantation ei­ner lebeudenNiere von einemAffen vor. Gegenwärtig fühlt die Kranke bedeutend besser. Die Nachricht klingt etwas abenteuerlich, doch ist es bei dem heutigen Stand der chirur­gischen Technik von Transplantationen lebender Gewebe /mmerhin möglich, daß in einem verzweifelten Falle er­folgreich der Versuch gemacht wurde, die Niere emes eifert »u transplantieren. . _ _

Der mißglückte Aufschwung rm Koupee. Em eigen­artiger Vorfall im Eisenbahnabteil wird aus Konitz, West- preußen, gemeldet. Ein Reisender des von Lchneiöemühl nach Dirschau fahrenden Mittagszuges versuchte in einem Abteil an einem Balken einen Aufschwung zu machen, hierbei stieß er mit dem Kopfe in die Fensterscheibe und zer­schnitt sich an mehreren Stellen Kopf, Hals und Hände. Auf -em Bahnhöfe in Konitz ließ er sich verbinden und be­hauptete, er wäre im Zuge überfallen und mit einem Hammer niedergeschlagen worden. Nachdem er durch diese Aussage das gesamte Bahnpersonal und die Polizei in Be­wegung gesetzt hatte, erklärte er treuherzig, daß er den Ueberfall erdichtet habe, um die zerbrochene Fensterscheibe nicht bezahlen zu müssen. Mit erheblicher Verspätung konn­te der Zug seine Fahrt fortsetzen. Der Sinkende Bote in Gestalt eines gepfefferten Strafmandats für den erfinde­rischen Passagier dürfte bald nachfolgen.

Der Brand des Athener Könrgsschloffes. Es ist jetzt un­zweifelhaft festgestellt worden, daß der Brand des Königs­schlosses durch einen unglücklichen Zufall entstanden ist. Das Feuer ist im -ritten Stockwerk, das ganz unbewohnt war, infolge eines Kurzschlusses zum Ausbruch gekommen und wurde erst bemerkt, als eine Reihe von Zimmern schon in hellen Flammen stand. Die historisch wertvollen Archive hes Schlosses sind übrigens gerettet. Die Ueberreste -es Schlosses werden vollständig niedergelegt werden, um einem nehr modernen Prachtbau Platz zu machen.

Cook endgültig fallen gelaffen. Am Sonnabend sind in Kopenhagen dieOriginalpapiere", die die beiden amerika­nischen Kapitäne Lohse und Dunkle für Dr. Cook fabriziert haben, eingetroffen Doch sind nicht, wie bisher von Dr. Cook stets behauptet worden ist, zwei Notizbücher vorhan­den, sondern nur ein einziges. Dr. Cook hat erklärt, daß rr über den Verbleib des zweiten Notizbuches keine An­gaben machen könne. Die Universitätsbehöröe, die sich mit -er Prüfung -er Cookschen Papiere zu befassen hat, hat da­rauf den Sekretär Dr. Cooks um Angabe des jetzigen Au­fenthaltes Cooks gebeten. Dieser weigerte sich jedoch, Cooks gegenwärtige Adresse anzugeben. Darauf hat die Universi­tätsbehörde erklärt, daß sie nicht nur mit Cook, sondern auch mit Herrn Lonsdale nichts mehr zu tun haben wolle.

Eine Stimme für Cook. Die PragerVohemia" er­hält von dem bekannten Nordpolforscher Julius v. Payer eine Zuschrift, in welcher dieser für Dr. Cook Partei er­greift. v. Payer erklärt, -atz namentlich die Presse, wenn auch unverschuldet, an -er Verbreitung der falschen Nach­richten über Cook Schuld trage, und erklärt, - Dr. Cook feine Beweise noch in Grönland liegen habe, und diese erst herbeigeschafft werden müßten, bevor man über Dr. Cook -en Stab brechen könne. Jedenfalls sei er der Letzte, der

Dr. Cook aufgebe. *

Die Mörder König Humberts entdeckt? Die Wiener Reichspost veröffentlicht die Meldung eines italienischen Blattes, -er zufolge die italienische Polizei zwei Gastwirte in Livorno unter dem Verdacht der Mittäterschaft bei der Ermordung König Humberts verhaftet habe. Wie erinner­lich, glaubte man schon unmittelbar nach dem Schreckens- tage von Monza am 29. Juli 1900 an die Mittäterschaft mehrerer Personen. Insbesondere der Leibarzt des Königs wies darauf hin, daß dessen Leichnam zwei verschiedene breite tödliche Schußwunden zeigte, woraus zu schließen sei, - mit mindestens zwei Tatern zu rechnen wäre. Auch die Kutscher des Hofwagens wollten vier bis fünf Indi­viduen bemerkt haben, welche Verwirrung unter ser an­wesenden Menge zu stiften suchten.

Selbstmord eines Jugendlichen. Auf dem Eisenbahn- geleise bei der Station Großgleiöingen zAnschen Peine und Braunschweig wurde Sonnabend morgen der 13jährige Schüler G. Krane der katholischen Schule zu Großkleiöingeu tot aufgefunden. Der Junge, der als gutmütig und brav geschildert wird, hatte zu Weihnachten ein nicht so günstiges Zeugnis wie sonst erhalten und, auf diesem die Unterschrift der Mutter gefälscht. Der Lehrer erkannte die Fälschung, und dieser Umstand hat den Jungen, der sich bereits am Donnerstag von zu Hause entfernt hatte, in den Tod ge­trieben. Auf einem zurückgelassenen Zettel standen die Worte: Ade auf immer. Es wird mir sehr schwer.

Die Köpenickiade in Gelsenkirchen. Der verhaftete Be­trüger Reinhardt, der sich dem Oberbürgermeister von Gel­senkirchen als Assessor verstellte und die Absicht aussprach, eine Geschichte der Stadt Gelsenkirchen zu schreiben, arbei­tete etwa vier Wochen in dem ihm zugewiesenen statistischen Bureau und in anderen Abteilungen. Hier benutzte er Briefbogen und Kuverts mit der Aufschrift:Bürgermei­sterei Gelsenkirchen", um eine größere Anzahl Bestellungen an zahlreiche Geschäfte aufzugeben. Die War^n mußten ihm stets ins Rathaus gesandt werden. Als schließlich sich die Rechnungen zu sehr gehäuft hatten, verschwand der Be­trüger. Er Hat in mehreren rheinischen Städten dasselbe Manöver ausgeführt. Er ist der Sohn eines Bergmannes aus -er Umgebung von Bochum und hatte in Bonn, Kiel und Rostock Jus studiert und auch das Referendarexamen bestanden.

Ein gefährlicher Abenteurer. Der 22jährige Maschinist eines Hamburger Dampfers hatte, veranlaßt durch das Le­sen von Schundromanen und Detektivgeschichten, den mehr als seltsamen Plan gefaßt, mit Hilfe einiger Matrosen auf der Fahrt von Neuyork nach Südamerika die Schiffsoffi­ziere zu ermorden und sich ihrer Waffen, sowie der Schiffs­ladung, bestehend aus VA Millionen Dollars in Goldbarren zu bemächtigen! Hierauf sollte der Dampfer, -er auch 3500 Kisten Gasolin geladen hatte, in die Luft gesprengt oder durch Anbohren versenkt werden. Der Maschinist überfiel -en ersten Offizier und versuchte, ihn zu erwügen. Der Plan mißlang aber. Dann eilte der Verbrecher in den Lagerraum, um die Ladung in Brand zu setzen. Inzwischen hatte ein Schiffsjunge -en verbrecherischen Anschlag aber dem Kapitän verraten, der den Anstifter nach hartem Wider­stand festnehmen, in Eisen legen und in Pernambuco an Land setzen ließ. Der dortige deutsche Konsul sandte den gefährlichen Verbrecher mit dem nächsten Dampfer nach Hamburg. Der Seeräuber stammt aus Mecklenburg un- hat bereits in Amerika ein abenteuerliches Leben geführt.

Eine Neuerung im Londoner Postverkehr. Die eng­lische Post wird in dem neuen Jahr eine interessante Neue­rung einführen. Bisher wurde in London am Sonntag keine Post ausgetragen, was natürlich in sehr vielen Fällen eine große Unbequemlichkeit bedeutete. Man mußte die Briefe durch besondere Boten zustellen lassen, wenn Ab­sender und Adressat in -er Hauptstadt wohnten, und von auswärts konnten an Londoner Adressaten die Mitteilun­gen nur durch den Draht geschehen. Auch künftighin sollen Sonntags keine Briefe zugestellt werden, aber man kann am Samstag abend für den billigen Preis von 25 ^ auf einer besonderen Art von Karten an Londoner Adressen Mitteilungen schicken, die am Sonntag morgen von den Postbeamten durch das Telefon an den Adressaten weiter- tzegeben werden. Natürlich muß der Adressat ein eigenes

Zeit die Mitteilung übermittelt werden soll, und wenn da­rüber keine Bestimmung getroffen worden ist, erfolgt die Nebermittlung um A9 Uhr morgens.

Aenderungen der spanischen Hofetikette An keinem Hofe Europas ist bisher mit solcher Zähigeit an der seit Jahrhunderten übernommenen Etikette festgehalten worden wie in Spanien, und es ist daher ein Ereignis in der höfi­schen Welt, daß König Alfons XIII. die Etikette seines Hofes den Anforderungen der Zeit anpassen will. Tat­sächlich sind die strengen Formen höfischen Herkommens seit den Tagen der Königin Isabella häufig durchbrochen wor­den: während Ferdinand VII. noch einen Ministerpräsiden­ten entließ, der seine geheiligte Hand berührt hatte, machte sich die Königin Isabella von dem bis dahin streng innege­haltenen Zeremoniell in vielen Punkten frei und hielt es nur zum Scheine aufrecht. Eine der bizarrsten Vorschriften -er königlichen Hoforönung ist die allabendliche feierliche Schließung der Tore des königlichen Palastes in Madrid. Obwohl der Palast längst durch elektrisches Licht beleuchtet wird, begibt sich dennoch jeden Abend um 11 Uhr ein dienst­tuender Kammerherr, von einigen Dienern begleitet, die uralte Laternen tragen, zur Palastwache, um dort von ei­nem anderen höheren Hofbeamten einen mächtigen Schlüs­sel in Empfang zu nehmen, mit dem er die Tore des Pa­lastes zu schließen hat. Diese Szene ist um so drolliger, als -er gewaltige Schlüssel in -as moderne Schlüsselloch nicht wehr paßt. Die Rückgabe des Schlüssels an einen dritten Kammerherrn findet nach dem Schließen der Tore mit einem modernen Schlüssel ebenfalls mit schwerfälligen Förmlichkeiten statt. Auf mittelalterlichen Gebräuchen be­ruht auch -er Nachtdienst der Kammerherren, die trotz der ausreichenden militärischen Wachen nachts durch die weiten Korridore des mächtigen Schlosses wandeln müssen, um den Schlaf ihres königlichen Herrn zu behüten.

Die Langlebigkeit der Musiker. Mit der Frage, welchen Einfluß die Musik auf die Lebensdauer der Künstler aus­übt, die sich ihr berufsmäßig widmen, hat Otto Keller in München sich eingehend beschäftigt und eine Statistik von rund 670 Komponisten und Verufsmusikern aufgestellt, deren Ergebnisse er in derAllg. Musikztg." mitteilt. Da- raus geht hervor, daß die durchschnittliche Altersgrenze, die sonst gewöhnlich zwischen das 60. und 70. Lebensjahr fällt, bei den Musikern zwischen das 70. und 80. Jahr zu setzen ist. Von den 670 Musikern aller Zeiten und Nationen, die Kellers Statistik berücksichtigt, sind nur 6 vor dem dreißigsten, nur 22 vor dem vierzigsten, nur 40 vor dem fünfzigsten Lebensjahr gestorben. Auch im sechstenIahrzehnt bewegt sich die Anzahl der Todesfälle noch in sehr niedrigen Ziffern, die höchsten Zahlen werden erst im 8. Jahrzehnt erreicht, also zwischen dem 70. und 80. Lebensjahre. Auch die Zahl -er älter als mit neunzig Jahren verstorbenen Musiker ist verhältnismäßig erheblich. ,

Einzige Erinnerung. Patient (nach der Operation): Herr Professor erinnern sich wohl garnicht mehr, daß Sie mich vor fünf Jahren mal operiert haben?" Professor (nachdenklich):Ja, ja, Ihre Leber kam mir gleich so be­kannt vor!" __

Kurort.Das soll ein Moorbad sein? Das Wasser ist doch ganz klar"Oh, nur zu Beginn der Saison!"

Vor Gericht. Richter:Sie weichen ja in Ihrer Aussage ganz bedeutend von jener -es Zeugen ab!" Angeklagter: Natürlich! Hätten Sie mich früher gefragt, so wäre -er andere abgewichen!"

Ein Held der Wissenschaft.

Man schreibt der ..Frkf. Big." aus Neuyork: General Jim" Smith, der kalifornische Advokat und Publizist, ei­ner der populärsten Männer des fernen Westens, erzählte vor einiger Zeit im Preßklub zu San Francisco eine Ge­schichte von Heldenmut und Todesverachtung, wie man sie nicht alle Tage zu hören bekommt. Ein junger Gelehrter Dr. William Jones, war im Auftrage des Kolumbischen Museums von Chicaga nach der Phtlippineninsek Min­danao gekommen, um dort unter den Jlongoten anthro­pologische und ethnographische Studien zu machen. Zur Vervollständigung seiner Arbeit fehlte ihm noch die Be­obachtung der beim Tode eines Häuptlings üblichen Leichen­feier, aber die Frist seines Aufenthaltes war abgelaufen, und Dr. Jones rüstete sich bereits zur Heimreise, als ganz unerwartet der Vorsteher des Jlongotendorfcs am Cagahanflusse, wo der Gelehrte mitten unter den Einge­borenen mehrere Monate gelebt hatte, starb. Fremde sind von derartigen Totenfeiern streng ausgeschlossen, indes Jones begab sich nach! der Hütte, wo die Zeremonie stattfand, und wohnte ihr bei, ohne daß man ihn daran behindert hätte. Nur die finsteren Mienen öer Teilnehmer verrieten den Groll über das unberufene Eindringen des Ameri­kaners. Nachdem Jones sich wieder entfernt hatte, hielten die Jlongoten eine Beratung ab, bei der sie alle darin übereinstimmten, daß die Seele des Verstorbenen durch die Tat des Fremden in rhrer Reise nach dem Jenseits ge­stört worden sei, und sie beschlossen als einzigen Ausweg oen Tod des Eindringlings. In Erkenntnis der Gefahr hatte Jones bereits seinem Diener, einem aufgeweckten, ihm freu ergebenen jungen Eingeborenen, Weisung ge­geben, sein Gepäck nach dem Boot zu schaffen, in dem er das Dorf verlassen wollte, und er war eben auf dem Wege zum Flutzufer, als ihn die Schar der Rächer entdeckte. Der Angriff erfolgte sofort. Dr, Jones wurde in der Höhe der Hüfte von einem Speer durchbohrt, und als er seinen Revolver zog, trennte ein Bolohieb seine rechte Hand beinahe gänzlich vom Arm, so daß die Waffe zu Boden fiel. Ein zweiter Streich des furchtbaren Messers verursachte ihm eine schwere Kopfwunde. An Rettung war nicht mehr zu denken. Aber sein Diener, der sofort herbei­geeilt war, hatte den Revolver aufgehoben, und es ge­lang dem treuen Burschen, die Angreifer in Schach zu halten, den Gelehrten ins Boot zu ziehen und vom Ufer abzustoßen. Dr. Jones hatte, trotz der tödlichen Verletz­ungen, das Bewußtsein nicht verloren. Vollkommen ruhig entnahm er mit der unverletzten Hand seinem Patronengür­tel immer neue Munition und reichte sie dem Burschen, bis auch der letzte Eingeborene, die durch Schwimmen ihr Opfer zu erreichen suchten, vor dem ununterbrochenen Feu­er zurückgewichen war. Und während nun das Fahrzeug mittstroms den Cagayan hinuntertrieb, gab der Gelehrte seinem Begleiter genaue Anweisung, wie er seine Samm­lungen und Aufzeichnungen an die richtige Adresse ge­langen lassen sollte, und setzte in kurzen Zügen sein Testa­ment auf. Noch einmal raffte er seine Kraft zusammen und schrieb im ungelenken Zug der Linien einen Abschieds­gruß an die Braut im fernen Virginien. Dann sank er langsam vornüber ..... In der friedlichen Stille tro­pischer Ve^etationsstracht, gewiegt vom schwanken Book, träumte ein Held den letzten Traum von Ehre und Glück.

Ein Hospital in der Erde versunken.

Ein schweres Unglück, öem eine ganze Anzahl von Menschen zum Opfer gefallen ist, hat sich auf einem staat­lichen Erzbau in Kärnten ereignet. Nach einer an das Mi­nisterium -er öffentlichen Arbeiten in Wien gerichteten Mit­teilung der Verwaltung des staatlichen Erzbergbaues in Raibi (Kärnten) ist Sonnabend mittag das dortige zum stattlichen Bergbau gehörige Hospital infolge des Bruches eines Verhaues in dem gräflich Henckelschen Grubenfelöe unter Tag versunken und eingestürzt. Hierbei sollen nach den bisher vorliegenden Nachrichten sieben Personen tödlich verunglückt sein. Der Minister der öffentlichen Arbeiten bat mehrere Beamte rur Mitwirkuna on den berapotrzei-

nchen <Llhevungen üoer die Utfaajen dieses Unglücks kmiu âur Anordnung -er sonstigen Maßnahmen entsandt

Der Unglücksfall ereignete sich mittags. Er entstand -urch einen Abbruch im Bergbau, und er schien anfangs viel größeren Umfang zu haben, da er sich zur Ordinations­stunde -es Arztes Dr. Wessely ereignete, der nicht nur der Bergwerksarzt ist, sondern auch gleichzeitig der Arzt der Soldaten der umliegenden Forts. Wie sich herausstellte sind außer dem Arzt, seiner Frau und seinem Kinde sowie zwei Hilfspersonen des Arztes auch die Krankenwärterin Langsteiner und ihr Mann dem Unglück zum Opfer gefal­len. An eine Rettung war nicht zu der ^en, da das Spital unter den Erdboden versunken war und an der Stelle, wo sich das Gebäude befunden hatte, sich ein Hohlraum bildete Militär und Bergknappen begannen sofort eifrig mit Ar­beiten an der Unglücksstelle. Mehrere Nachbarhäuser muß­ten wegen Einsturzgefahr geräumt werden. Das Spital ist nur ein Notspital, das im allgemeinen einen Velcgraum von nur acht bis zehn Betten hat da ernstlich Erkrankte nach Klagenfurt überführt werden. Der verunglückte Arzt war erst seit anderthalb Jahren verheiratet. Der UnalürkS- fall ist auf einen Abbruch zurückzuführen, und die Unter- suchung der Bergbehörde wird ergeben, ob der Abbruch neueren Datums ist oder noch auf die Franzosenzeit rückgeht, in der Raibi einer der reichsten Berabaue in der Monarchie war. Das Gruvenfeld, auf dem sich das Unglück ereignete, gehört dem Grasen Henckel, der eventuell für den Schaden aufzukommmen haben wird, falls die Unter­suchung ergeben sollte, daß der Abbruch neueren Datums ist. Einer weiteren Meldung zufolge beginnt der trichter­förmige Hohlraum, in den das Hospital mit seinen Ist, .fassen versunken ist, sich langsam mit Wasser zu füllen Man fürchtet, daß eine Anzahl von Nachbarhäusern das Schicksal des Krankenhauses teilen wird.

Drahtnachrichten und neuestes.

Defizit im preußischen Etat

H- Berlin, 10. Januar. Wie die Morgenpost aus bester Quelle erfährt, wird der neue preußische Etat ein übles Gesicht zeigen. Er weist trotz aller Anstrengungen, die gemacht wurden, um ihn zum Balancieren zu bringen ein Defizit von nicht weniger als 93 Millionen auf. Die Besoldungsreform hat mehr gekostet als man iirftniin^ M annahm. Die Ausgaben beliefen sich auf volle 200 Millionen. Die Ueberschüsse der Eisenbahn sollen sich nicht gut entwickelt haben.

Choleraverdacht.

Berlin, 10. Januar. Unter Choleraverdacht wurde gestern nachmittag der 25jährige Artist Erich Rosenthal aus Petersburg in das Rudolf Virchow-Krankenhaus ein» geliefert.

Schwere Bluttat in Berlin.

Berlin, 10. Januar. In der Marienburgerstraße vor dèm Hause Nr. 19 trug sich in den heutigen Morgenstunden eine schwere Blutat zu. Der 18jährige Kutscher Wiechmann geriet mit dem 27jährigen Kaufmann Walter Gronau aus der Allensteinerstraße wegen eines Mädchens in Streit Nach kurzem Wortwechsel zog Gronau einen Revolver und gab drei Schüsse auf Wieckmann ab. Während Wiechmann zusammenbrach, versuchte der Täter zu fliehen, wurde aber . festgehalten und zur Polizei gebracht. Wiechmann starb aus dem Transport nach dem Krankenhause. Seine Leiche wur­de nach dem Schauhause gebracht.

Nächtlicher Nevolverkampf.

te#> Berlin, 10. Januar. Ein nächtlifber Revolver ^amps spielte sich heute Montag früh gegen 2 Uhr in der Lands­berger Allee gb. Dort gerieten etwa 20 Personen in Streit, wobei etwa 10 Personen durch Nevolverschüsse und Messer­stiche schwer verletzt wurden.

Tödlicher Auiomobilunfall.

Berlin, 10. Januar. Durch das Automobil des ' Präsidenten von Jagow wurde gestern mittag Unter den Linden, während der Pnlj^" '<v?nt in der Mittelvrome- nade spazieren ging, die 69jährige Postschaffner Rückert überfahren und schwer verletzt. Er starb nach der Einliefe­rung in die Klinik.

Drama in einer Laubenkolonie.

Berlin, 10. Januar. In der Laubenkolonie in der See- straße vergifteten sich gestern abend der Galvaniseur In- stinski und eine Frau Erdmann mit Zyankali. Die Frau, die noch schwache Lebenszeichen von sich gab, wurde in das Krankenhaus geschafft.

Schwere Dynamitexplosion.

Gleiwitz, 10. Januar. In Schwientochtowitz erfolgte gestern eine schwere Dynamitervlosion durch die ein ßHn benarbeiter getötet, zwei lebensgefährlich und zwei leichter verletzt wurden.

Vereiteltes Attentat ans eine Schule.

Bochum, 10. Januar. Im benachbarten Gueunigseld fand man hinter der evangelischen Schule drei mit einer angebrannten Zündschnur versehene Dynaycktpatronen, die auf der Kruppschen ZecheHannover" gestohlen worden waren.

Einbrecher in -er Kirche.

Dortmund, 10. Januar. In Hennen bei Schwerte bra­chen Kirchenräuber in die katholische Kapelle ein. richteten arge Verwüstungen an, demolierten di^ Kirchengeräte und erbrachen und beraubten den Opferstock.

Knudgebungen von Pariser Handelsanaeftellten.

Paris, 10. Januar. Gestern mittag veranstalteten An­gestellte von Kolontalwarenaesck"''^^^ Hir Kundgebung un­versuchten, einen Laden dieser Branche zu plündern. Die Polizei trieb sie auseinander und nahm drei Verhaftun­gen vor.

Eine bestialische Tat.

®^ Trier, 10. Januar. Am Sonnabend wurde an der Bahnbaustrecke in der Nähe der Station Willwerath ein 25jähriger Kroate im Mühlenteich tot aufgefunden, der in geradezu viehischer Weise ermordet worden ist. Die Leiche hatte drei bis vier tödliche Stiche am Halse und 10 bis 15 an den übrigen Körperteilen. Die Uhrkette und ein Geldbetrag waren geraubt. Als Täter sind zwei Kro­aten im Alter von 18 bis 19 Jahren verhaftet worden.

Ein mißglücktes Experiment.

te& Paris, 10. Januar. Das von einer Gruppe von Bergleuten betriebene Bergwerk Thieux bei St. Etienne wird demnächst zur öffentlichen Versteigerung kommen, da es nicht mehr lebensfähig ist.

Rabiate politische Gegner.

o^ Madrid, 10. Januar. Der Geistliche Caseador wurde wegen eines von ihm veröffentlicküen ZeitU'ngs- artikels auf der Straße von politischen Gegnern über­fallen und so lange mit Stöcken geschlagen, bis er bewußt­los zusammenbrach. Er hat lebensgefährliche Verletzungen davongetragen.

Brand des Palais des ® rost fürsten Nikolaus.

Petersburg, 10. Januar. Die Feuerwehr fourbe gestern unter dem Alarm Großfeuer nach dem Palars des Großfürsten Nikolaus Nikolajewitsch gerufen, das sm Zen­trum der Stadt gelegen ist. Das Feuer ergriff den Flügel im Hofe, wo Motor- und Equipagenremisen und nebenan Ställe für 12 Pferde untergebracht sind. Dort war em Faß Benzin explodiert, wodurch ein Chauffeur und em Kutscher sofort getötet und verbrannt wurden. Die WM wurden gerettet. Das Feuer ergrrff samtlrche vrer ^f^ werke des Hofgebäudes. Dre Frauen der Bediensteten und die Kinder flohen über, dre Dächer und wurden von der Feuerwehr gerettet. Die Kunstschatze Wurden ebenfalls g rettet. Der Brandschaden wird auf eine Mrllwn geschätzte Zwei Feuerwehrleute wurden bet den Rettungsaroelten schwer verletzt.