20 Jah gang
Nr. 1
^ Erscheint tigH^ außer Sonntags.
Vezng-Preis : vierteljährlich durch die Träger frei taS H««K 1.35 Mk., durch die Post bezogen UM) Mk. *
^cMtia«: ©i*t, GelterS^eg 8A
Montag, den 3. Januar 1910
Gießener
Inserate: die M mm breite Petirzei!« 80 Pf«mi, Reklame: „ 90 „ „ „ 50 „ V
Beilage« werden nach Gewicht und Größe berechnet-
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Telephon-Anschürß : Eieche», Nr. 16t.
Aeueste WachpiHlen
(Rietener ULgsAatt» M»abhä»giß< t«9«jriteu8 tchieß-n-r Bettung)
für Oberhesim und die Kreise Marburg und Wetzlar; Lokalameiger für Gießen und Umgebung.
SEnthAt eßt amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen, des Großh. Polizeiamtes Gießen und anderer Behörden von Ob treffen ■
Lokales uav Provinzreues.
* * Ernannt wurde am 29. Dezember der Ge - richtsvottziecheri-Aipirant Peter D rio> d t in Grünberg zum Gerichtsvollzieher mit dem Amtssitze in Grünberg.
* * Verliehen wurde dem technischen Assistenten bei der Badedirektion und dem Tiesbauamt Bad-Nauheim, Bauassessor Algert Sprengel zu Bad-Nauheim, sowie dem Wasserbauassessor Ludwig Ickes zu Worms der Titel und Rang eines Bauinspektors.
* * Erledigt sind die mit evangelischen Lehrern zu besetzenden Lehrerstellen zu Hebstahl, zu Hiltersklingen, zu Hüttenihal, zu Kailbach, zu Momart, zu Ober-Sensvach und zu Rehbach; alle im Kreis Erbach. Das Präsema - tionsrecht für alle diese Stellen steht dem Grasen zu Erbach-Fürstenau zu. — Ferner ist erledigt eine mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Schulstelle zu Ober-Esch- bach, Kreis Friedberg.
* * Aus dem P a r t e i l e b e n. Der Landesausschuß der freisinnigen Partei des Grotzherzog - Iums Hessen hält in der zweiten Hälfte des Januar, voraussichtlich in Frankfurt a. M., eine Plenarversammlung ab. Aus der Tagesordnung steht eine Stellungnahme der hessischen Liâliberalen zu den neuesten Wahlrechtsbeschlüssen der Zwecken Kammer und zur Wachlkreiseittteilung. — Die Sozialdemokraten des Großherzogtums halten eine außerordentliche Landeskonferenz am Sonntag, den 16. Januar, in Offenbach ab. Die Tagesordnung lautet: 1. Das neue Orgamsationsstatttt. Referent Busotd-Frred- berg. 2 Die heMche Landtagswoht-Reform. Referent: Dr. Fulda-Darmstadt.
* * D ie mißliche Lage der hessischen Finanzen hat bereits zu Beamtenkündigungen geführt. Wie aus Darmstadt berichtet wird, erhielten 40 nicht etals- mäßige Baubeamte ihre Kündigung auf den 1. Apul 1910. Es betrifft einige akademische und eine große Anzahst mittlerer Beamter. Von diesen hat etwa die Hälfte das 30. Lebensjahr überschritten und fast alle sind schon 6—7 Jahre im staatlichen Baudienst beschäftigt. Weitere Entlassungen dürsten auch in bett anderen Verwaltungen folgen. Denn wenn bei der fast stilliegenden Bautätigkeit des Staates keine Vauveamlen beschäftigt werden können, wird auch die mit den Beamten eng zusammenhängende Verwaltungs- u. rechnerische Revisionstätigkeit sich in gleichem Maße verringern. Außerdem wird in den Beamtenkreisen mit umfangreichen Versetzungen zum 1. April 1910 gerechnet.
* * Amislage in Hungen und Grün > b e r g. Mittwoch, den 12. Januar 1910, vormittags 9% Uhr, findet im Rathause zu Hungen und Samstag, den 16. Januar 1910, vormittags 9% Uhr, im Ratyause zu Grünberg ein Anttstag des Großherzogl. Kreisamts Gießen statt. Anliegen der Kreiseingesessenen aus den Amtsgerichts- bezirken Grünberg, Homberg und Laubach am Amtstage in Grünberg vorgebracht werden.
* * Militärischer Boykott ist in Mainz in außergewöhnlichem Umsange verfügt. Er erstreckt sich nicht mehr nur aus Wirtschaften. Die Militärbehörden sind neuerdings noch weiter gegangen, denn auch ein Z i g a r^- r e m- und Tabakgeschäft und sogar eine O b st - Handlung gehören jetzt zu den Geschäften, die zu betreten den Soldaten verboten ist.
-t- Praktische M e i st e r k u r s e für Schuhmacher, Schneider und Sattler, sowie im Holz- und Marmormalcn unb Holzbeizen für Schreinev beginnen am 10. Januar 1910, desgleichen im Holzfärben für Weißbinder am 24. Januar. Anmeldungen sind alsbald an Großh. Zentralstelle für die Gewerbe in Darmstadt zu richten. Du die Anmeldungen zu dem im Januar vorgesehenen Holz- und Marmormalkurs in großer Zahl eingelausen sind, wird ein zweiter Kurs vom 14. bis 26. Februar 1910 abgehalten.
!! Eine unverhoffte Weihnachtsfreude ist zahlreichen invaliden Eisenbahnarbeite r-P en- s i o n ä r e n zuteil geworden. Vom Eisenbahnministerium wurde ihnen mitgeteilt, daß die Anordnung getroffen sei, sie auf Wunsch in einem leichten Dienste wieder zu beschäftigen. In Betracht kommen auch solche Invaliden, die wegen Alters und Kräfteabminderung ihre Beschäftigung bei der Eisenbahn aufgeben mußten, aber immerhin noch imstande sind, leichte Arbeiten auszuführen. Wie es in der Mitteilung heißt, wird die Pension in keiner Weise be - rührt.
* * Die Frankfurter Wach- und Schließgesellschaft, Filiale Gießen, veröffentlicht für das Jahr 1909 folgende Statistik. Danach wurden vorgesunden: offene Haustüren nach 12 Uhr nachts 1215, offene Haus - türen geschlossen 925, offene Geschäfte, Lagerräume, Werkstätten, Lokalitäten 197, offene Fenster und das Schließen veranlaßt 194, steckengebliebene Schlüssel 159, defekte Schlösser 8, Personen, die Einlaß begehrten geöffnet 53, Depeschenboten geöffnet 6 Mal, Interessenten veranlagt, brennend gelassenes Licht zu löschen 282, offene Gashähne 4, offene Wasserleitungen vorgefunden bezw. Wasserschäden vereitelt und Rohrbrüche entdeckt 16, Feuer entdeckt und gelöscht einmal, losgekoppelte Pferde in den Ställen ange - bunden bezw. Besser geweckt 12, Personen bei grobem Unfug und Sachbeschädigung ertappt und der Polizei übergeben 8, Obdachlose aus den zu bewachenden Häusern entfernt und der Polizei übergeben 10, Einbrüche vereitelt 6 und einen Dieb sestgelwmmon und der Polizei übergeben.
* * Schäfer-Versammlung. Am Sonntag, den 9. Januar findet nachmittags in Lich bei Gastwirt Louis Heller eine Versammlung des Vereins der oberh. Schäfer statt.
! ! Hasen-Wanderungen. Im Februar 1908 setzte Herr Ludwig Roth in Wiesbaden böhmische Hasen, welche mit Wildmarken der Zentralstelle für Wildmarken gezeichnet waren, in seiner Pachtjagd Burgsolms hinter Wetzlar aus. Der mit Wildmarke 53 359 gezeichnete, im Revier Burgsolms ausgesetzte Hase wurde am 17. Novem
ber d. Js. im Revier Münzenberg bei Butzbach er» legt. Der Hase ist somit über 30 Kilometer gewandert.
* Gießen. Die Alt-Adelphia, bie Vereinigung alter Herren der seit 40 Jahren bestehenden studentischen Reförmverbindung Adelpym, veranstaltete am 29. v. Atts. im „Fürstensaale" zu Darmstadt eine Weihnachtsfeier, die von zahlreichen „Philistern" mit ihren Familien von nah und fern besucht war. Im Glanze des Weihnachts- baumes wurden von dem Weihnachtsmann passende Ge - schenke mit sinnigen Versen, die Die Schwächen der einzelnen „bemoosten Häupter" humorvoll geißelten, überreicht, und künstlerische Darbietungen in Ton und Wort und ein fröhliches Tänzchen hielten die Festteimehmer bei angeregtem AustaUjch alter Erinnerungen zusammen, bis die Abend - züge die auswärtigen „Philister" in das Philisterium zu- rückführten.
- b- Gießen. In der Sylvesternacht verunglückte der Sohn eines hiesigen Gastwirts durch unvorsichtiges Handeln mit Feuerwerkskörpern. Er steckte einen bereits angebrannten „Frosch", welcher nicht losgehen wollte, in die Hosentasche. In derselben befanden sich noch mehrere dieser Feuerwerkskörper. Nach kurzer Zeit geriet der vermeintlich untaugliche „Frosch" mit den übrigen in Brand und verbrannten den bedauernswerten Knaben am ganzen Körper, sodaß er in die hiesige Klinik verbracht werden mußte.
* Gießen, 29. Dez. Die Straßenbahn hat in der Weihnachtswoche 27 019 oder im Durchschnitt täglich 3860 zahlende Personen befördert. Aus die einzelnen Tage verteilt sich die Frequenz: Sonntag 5797, Momag 2552, Dienstag 2634, Mittwoch 4273, Donnerstag 3629, Freitag 3727, Samstag 4407 Fahrgäste. Der Durchschnitt der seit dem Bestehen des Unternehmens täglich befördernden Personen beträgt 3868. Die Zahl der im Verkehr befindlichen Fahrmarken, deren Höchstzahk in den ersten Taaen der Be- criebserößnung sich auf 16 000 Stück belief, ist aus 7000 zurückgegangen.
* Gießen, 28. Dez. In der bekannten Klagesache des Professors Dr. Ruhland in Berlin-Steglitz gegen den Universitätsprosessor Dr. B i e r m e o-G i e ß e n findet wegen des Letzteren Streitschrift: „Ruhland, Köhler-Langsdorf u. Co." erneut Verhandlung in der Berufungsinstanz statt am 10. und 11. Januar vor dem Landgericht 1, Strafkammer 9 zu Berlin. Der Prozeß, der im vorigen Jahre mit Biermers Freisprechung vor dem Schös- fengericht auSgmg, schwebt seit März 1903. Die Verhandlung wird wegen der Anwesenheit der hervorragendsten Nationalökonomen Deutschlands, Lexis, Conrad 2C., und des Geheimrats Elster vom preußischen Kultusministerium, sehr interessant werden.
- ww- Aus dem Kreise Wetzlar. Auf Anregung der Herren Professor Dr. Hippenstiel und RegierungsSupernummerar Quickert wurde in zahlreich besuchter Ver^- sammlung ein engerer Ausschuß gebildet, der die Pflege der gesamten Leibesübungen und der Fürsorge für die schulentlassene Jugend im Kreise Wetzlar zu fördern sucht. Diesem Ausschuß traten sofort die Vorsitzenden der hiesigen Turn- und Sportvereine, sowie viele Lehrer des Kreises bei.
- g- G a r b e n h e i m b. Wetzlar. Die Vorteile der Fel^dZusammenlegung zeigten sich auch so recht deutlich bei unserem Schulhausneubau. In unmittelbarer Nähe des Dorfes wurde der Gemeinde bereits vor einem Jahrzehnt ein geeigneter Bauplatz für die in Aussicht genommene neue Schule zugemessen. Noch vor Eintritt des Winters ist das neue Schulgebäude im Rohbau unter Dach gebracht worden und nimmt sich in seinem weißen Kleide recht stattlich aus. Das Haus hat eine wunderschöne Lage, wie sie wohl selten in der Art anzutreffen ist. Das Gebäude ist für 3 Klassen und 2 Lehrerwohnungen vorgesehen und soll nächsten Sommer seiner Bestimmung übergeben werden.
* L i ch. Die große Orgel in der Marienstiftskirche soll in nächster Zeit renoviert werden. Für den Umbau ist durch Geldspenden von privater Seite und durch Veran - stallung von Kirchenkonzerten des Kirchengesangvereins schon ein ansehnlicher Fonds vorhanden.
* L i ch, 30. Dez. Anläßlich der Verlobung der Prinzessin Dorothea von Solms-Hohensolms-Lich erschien kürzlich ganz unerwartet die G i e ß e n e r Regimentskapelle vor dem Schlosse und brachte ein Ständchen in Form eines fast einstündigen Frühkonzertes.
* Ettingshausen. Nach längeren Verhand - lungen wurde im Beisein des Regierungsrats Merck der Gemeindesteinbruch versteigert. Höchstbielender blieb Pflastermeister Launsbach von Hler mit 6900 Mark.
* Friedberg. Bei der stattgehabten K r e isla g s w a h l wurden gewählt die Herren Stadtbaumeisler Zörb mit 43 Stimmen, Ernst Windecker mit 39 und Graf Oriola mit 27 Stimmen. Neugewählt wurde Herr Hotelbesitzer Haberland in Bad-Nauheim mit 42 Stimmen. Fabrikant Roßbach erhielt 18 Stimmen. Da 44 Stimmen abgegeben wurden, wurde Graf Oriola mit 4 Stimmen über die absolute Mehrheit gewählt. Auch ein Zeichen der Zeit!
* Bad-Nauheim, 28. Dez. Das Seinetribunal in Paris entschied einen interessanten Erbschaftsfall. Ein seinerzeit hier weilender herzkranker Deutscher namens Böhm schrieb einer hier gastierenden französischen Opernsängerin namens Rousselet folgende illustrierte Postkarte: „Ich danke Dir für die herrlichen Gesangsvoriräge, welche mich mein Leiden vergessen ließen, und schenke Dir angesichts meines Todes mein gesamtes Vermögen im Werte von % Million Mark, das beim Credit Lyonais liegt." Nach Böhms Tode beschlagnahmte Frau Rousselet Böhms Vermögen. Der Gerichtshof erklärte die Beschlagnahme für ungerechtfertigt und das Testament für ungillig, da bie nach deutschem Gesetz erforderliche Ortsangabe fehle und der Poststempel keinen Ersatz dafür biete.
* Bad-Nauheim. Zurzeit sind sämtliche Badehäuser für einige Monate geschlossen, da im Inneren Renovierungen stattsinden, auch eine vollständige neue Nummerierung vorgenommen wird. Trotzdem ist die Win terkur in vollem Gang. Es werden sämtliche
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Bader im Kvmtzkystist verabreicht. Augenblicklich sind im Militärhospitak 18 Soldaten.
* Offenbach. Die Stadtverwaltung ist sich nunmehr lt. „Off. Ztg." über die Art und Weise der Geldbeschaffung für die 6 M i l l i o n c n-A n l e i h e schtü».g geworden. Sie beschreitet hiermit den gleichen Weg wie eine Anzahl anderer Slädte, indem sie die Gelder nicht durch Emission, sondern durch Abgabe von Schuldsche.neii an Vc bensversicherungsgeseUschaften und ähnliche Institute nach und nach beschall. Dadurch werden an, der einen Seüe die Geldbeschaqungskosten und die Abgaben für Stempel re. erspart, aus der anderen Seite braucht die Stadt keine Ver lüfte durch Kursrückgang zu befürchten.
* Marburg, 28. Dez. Eine Interessenten Gesell schaft beabsichtigt, im Süden des Kremes oei der sogenann len Nehemühte eint elektrifcheUeoerlandzen- trale einzurichten. Wkan gebeut, 32 Ortschaften im Amt Frohnhausen und im Ebsdorfer Grund mit elektrischem Strom versorgen zu tonnen, ^ur Besprechung des Projekts findet im Restaurant „Wmdfchlößchen" bei der Nehemühte heute Donnerstag eine Ver^annickung statt.
* Frankfurt. (Ein Fund im Schreibtisch.) Herr Otto Rasche, Wagerr- und Karosserie bau, Frankfurt, Alter Heiligenstraße 35, schreibt uns: „Vor einigen Tagen taufte ich aus einer Versteigerung zwei amerikanische Schreibtische. Weil der Verschluß-Mechan^uius dieser Tische Nicht richtig funktionierte, untersuchte ich sie genau und ivas fam da zum Vorschein: Wertpapiere im Betrage von 16 000 Matt. Ich benachrichtigte so,ort den Gerichtsvollzieher, der die Versteigerung avgehalten hatte, damit er den wertvollen Fund als verspätetes Weihnachtsgeschenk dem rechtmäßigen Eigen tümer zustellen kann." — (Ein Trachtense ft.) Der Architekten und Jngcnieurverenl und bie Künstlergesellschaft veranstalteten gemeinsam am 26. Februar im Palmengar ten ein „Deutsches Trachtenfest zur Zeit Goethes". — Die Herren Dr. Popp und Dr. Becker haben ihr gemein - sames Chemisch-technisches und hygienisches Institut aufgelöst. Prof. Dr. Becker betreibt ab 1. Januar ein eigenes Institut unter der Firma „Chemisch-icchn. und hygienlfches Institut Prof. Dr. Becker", Weißsrauensttaße 10. Dr. Popp wird sein Institut unter der Bezeichnung „Institut für ge- richtl. Chemie, Mikroskopie, Nahnlngsnkittelanatyse und Schrislkunde Dr. G. Popp, Niederau 40, behalten.
* Groß-Gerau, 30. Dez. In A st h e i ni wurde bei der Gemeinderats-Ersatzwahl der Sozialdemokrat Mund schenk mit zwei Stimmen Mehrheit gewählt.
* D a r m st a d t. Der hessische Staatsbeitrag zum evangelischen Zentralkirchenfonds ist nach dem Hauptvoranschlag für 1910 wieder aus 310 000 Mark festgesetzt, während er für die katholische Kirche 171 372 Mark betrügt. Die Altkatholische Gemeinde in Offenbach erhält einen Zuschuß von 1849 Mark.
* D a r m st a d t. Die Ausstellung des Deutschen Künstlerbttndes im Jahre 1910 zu Darmstadt ist in einer Sitzung der beteiligten Kreise, die im Palais unter Vor- 'itz des Präsidenten des Deutschen Künstlerbundes, des Gra- en Leopold Kalkreuth des Jüngeren, stattfand, definitiv be- chlossen worden. Die anfangs dem Projekt sich entgegen- tellenden Schwierigkeiten wurden dadurch gehoben, daß die von der Stadt Darmstadt vom Künstlerbund verlangte Kauf garantte von 25 000 Mk., die woyl in Rücksicht auf die schwierige finanzielle Lage abgelehnt wurde, in dankenswerter Weise von dem Großherzog gezeichnet wurde.
* Mühlheim a. M. Der Offenbacher Kreisaus - schuß hat die Wahl des zum Beigeordneten gewählten S o 3ialbe molraten Peter Eckrath 3. nicht bestä tigt.
* Mainz, 28. Dez. Einem raffinierten Schwindler fiel gestern eine hiesige ältere Dame zum Opfer. In ihrer Wohnung erschien ein fremder Mann, der sich als Kriminalbeamter ausgab und die Dame beschuldigte, in einem hiesigen Bäckerladen ein falsches Markstück ausgegeben zu haben. Er ließ sich von der Frau ihr sämtliches Bargeld, etwa 400 Mark vorzeigen, um die einzelnen Stücke auf ihre Echtheit zu prüfen. Während sich die Dame hierbei aus einen Augenblick ins Nebenzimmer begab, verschwand der Be - trüger unter Mitnahme des Geldes.
* Mainz, 30. Dez. Mit dem Schluß dieses Jahres ist die Bevölkerungsziffer unserer Stadt auf 115 500 gestiegen.
* Aus Rheinhessen. Im Laufe des Jahres 1910 soll in verschiedenen Gemeinden der Provinz Rheinhessen das Ob stmeliorationsverfahren zur Durchführung kommen. Zunächst handelt es sich dabei um eine Auswahl von Obstbäumen und zwar von Kern-, Wein-, Tafel- und Wirtschaftsobst, auch um Lokalsorten mit besonders guten Eigenschaften. Diese Bäume sollen, nachdem durch mehrjährige Beobachtung durch Sachverständige die Eigenschaften der Bäume genügend sestgestellt und für besonders gut befunden worden sind, abermals durch Sachverständige gehört werden. Von diesen Bäumen werden alsdann Edelreiser geschnitten und dementsprechend verwertet.
Redaktion, Druck und Verlag von Albin Klein, Gieben
Hämorrh idaLeiden
sind sehr lästig und vielfach mit großen Schmerzen verbunden und können schließlich sehr gefährlich werden. Nach vielen Gutachten ist Sanitätsrat Hr. Wegener's Thee ein hervorragendes Mittel bei diesen Leiden, um Linderung und Heilung zu bringen. Es ist wichtig, daß die Ursache der Hämorrhoiden beseitigt wird und dieses ist speziell die Aufgabe dieses Tees. Preis Mk. 1.50, in allen Apotheken zu haben, wenn nicht, wende man sich an die Ferromanganin- gesellschaft, Frankfurt a. M., Kronprinzenstraße 55.