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Gießener Jeitnng
Bezugspreis 40 psg. monatlich vorauszahlbar, vierteljährlich 1,20 Mk., durch die Post
1,50 Mt. frei ins Haus. — Erscheint Dienstags, Donnerstags imb Samstags. — Zwei Extrabeilagen: „Humoristische Blätter" und die „Nene Lesehalle", liegen wöchentlich einmal gratis bei. — Redaktion: SelterSweg 83. - Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert.
Telephon: Nr. 362.
Nr. 116
pottbillig, ig.
Mischer
Bekanntmachung
Betrifft: Feldberefniaung iit der Gemarkung Oppenrod; hier: den Zuteilungsplan.
Die nachstehende Bekanntmachung bringen wir hiermit zur öffentlichen Kenntnis.
Gießen, den 30. August 1910.
Bürgermeisterei Gießen.
Mecum.
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■vingschiffchen, Schiffchen und ' jeden Haushalt 'adellose Kon- / ?beit, moderne Elegante Vahr- . ucht. Katalog
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Bekanntmachung.
In der Zeit vom 3. bis einschließlich 16. September ds. Js. liegen in dem alten Schulhaussaal zu Oppenrod die Arbeiten des 3. Abschnitts (Bildung der Ersatzgrund- stücke) nämlich:
A. Gemarkung Oppenrodl
1. 11 Blatt Zuteilungskarten.
2. 2 Bände Gütergeschosse.
3. 1 Heft Zusammenstellung der Gütergeschosse.
4. 1 Band Gütergeschosse mit Zuteilungsplan.
5. 1 Band Zuteilungsverzeichnis.
6. 1 Heft Zuteilungsverzeichnis der Waldzuschnitte.
7. 1 Heft Geldausgleichungsverzeichnis.
8. 1 Band Abschätzungsverzeichnis der Obstbäume.
9. 1 Heft Obstbaumgeschofse.
10. Das Protokoll über die infolge Zuteilung geänderte Weg- und Grabenanlage.
B. Grenzregulierung Großen-Buseck-Oppenrod. Gemarkung Großen-Buseck.
1. 2 BonUierungskarten.
2. 1 Heft Desitzstandsverzeichnis.
3. 1 Heft Gütergeschosse.
4. 1 Heft Zusammenstellung der Gütergeschosse.
5. 2 Zuteilungskarten.
6. 1 Heft Zuteilungsverzeichnis.
7. 1 Heft Gütergeschosse mit Zuteilungsplan.
8. 1 Heft Geldausgleichungsverzeichnis.
C. Grenzregulierung Reiskirchen - Oppenrod. Gemarkung Reiskirchen.
1. 1 Bonitierungskarte.
2. 1 Heft Besitzstandsverzeichnis.
3. 1 Heft Gütergeschosse.
4. 1 Zusammenstellung der Gütergeschosse.
5. 1 Zuteilungskarte.
6. 1 Heft Zuteilungsverzeichnis.
7. 1 Heft Gütergeschosse mit Zuteilungsplan.
8. 1 Heft Geldausgleichungsverzeichnis.
D. Grenzregulierung Burkhardsfelden - Oppenrod. Gemarkung Burkhardsfelden.
1. 2 Bvniticrungskarten.
2. 1 Heft Besitzstandsverzeichnis.
3. 1 Heft Gütergeschosse.
4. 1 Zusammenstellung der Gütergeschosse.
5. 2 Zuteilungskarlen.
6. 1 Heft Zuteilungsverzeichnis.
7. 1 Heft Gütergeschosse mit Zuleilungsplan.
8. 1 Heft Geldausgleichungsverzeichnis.
E. Grenzregulierung Albach - Oppenrod. Genrarkung Albach.
1. 1 Bvnitierungskartc.
2. 1 Heft Besitzstandsverzeichnis.
3. 1 Heft Gütergeschosse.
4. 1 Zusammenstellung der Gütergeschosse.
5. 1 Zuteilungskarte.
6. 1 Heft Zuteilungsverzeichnis.
7. 1 Heft Gütergeschosse mit Zuteilungsplan.
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Erinnerungen aus der Schlacht bei Sedan.
Von Dr. Hans H a s s o l k a m p.
(Nachdruck verboten.)
Nun werden alle großen Erinnerungen an das gewaltigste Ereignis wieder wach, das die Kriegsgeschichte seit Waterloo kennt, und wieder kreisen die Gedanken von Tausenden um die betriebsame alte Stadt im Maaßgrunde, die Heimat Turennes und einst die Residenz derer von Bouillon. Wer an einem schönen Spätsommertage auf jener Höhe von Frenois steht, die historischer Grund ist, seitdem König Wilhelm mit seinem ganzen Stabe und Gefolge vor 40 Jahren von hier aus dâs um Sedan sich abspielende Riesendrama beobachtete, der blickt auf ein Landschaftspanorama von nicht gewöhnlicher Schönheit. Drunten im Tale vor ihm die Stadt selbst, hochtürmig, mit Wällen und Bastionen umgürtet, Vofttädle nach beiden Seiten ausschickend. Als Achse des Mldes, vielgewunden, immer wieder auftauchend und hell aufglänzend, der Maaßfluß. Jenseits der Talsohle aber steigt ein welliges grünes Hügelland auf, ein von Schluchten und Bachläufen vieldurchschnittenes, zum Teil waldbedeckles Plateau, daraus dort und hier Dörfer, Häuser, Türme, Cazal, Floing und Jlly im Sonnenlichte ausglänzen. Und dies ganze mannigfache und reiche Bild umschließen endlich rings» Im Kreise die ernsten grünen Berge des Ardennerwaldes. Ein schöner Spätsommertag War auch der 1. September 1870, nur daß am frühen Mor- gm die Ardennerberge einen dicken kalten Nebel aushauchten, der erst gegen 8 Uhr von der Sonne aufgesogen wurde. Dieser Nebel war den Deutschen insofern günstig, als sie unter seiner bergenden Hui jene langen und kühnen Märsche ausführen konnten, die einen jeden Truppenteil, als leite ihn eine unsichtbare Hand, sicher und pünktlich an den Platz führten, der ihm in diesem grandiosen Kriegs -
Enthält alle amtl. Bekanntmachungen
der Großherzoglichen
Bürgermeisterei sowie vieler anderer
des Großherzoglichen Polizei-Amtes Behörden Gberhegens
Expedition: Seltersweg 83.
Druck und Verlag der Gießener Verlagsdruckerei (Albin Klein).
Donnerstag, 1. Sept mber i9i0
Amtliche Aekan^un tchnngen.
8. 1 Heft Geldausgleichungsverzeichnis.
F. Grenzregulierung Steinbach - Oppenrod. Gemarkung Steinbach.
1. 1 Bonitierungskarte.
2. 1 Blatt Besitzstandsverzeichnis.
3. 1 Blatt Gütergeschosse.
4. 1 Zuteilungskarte.
5. 1 Blatt Zuteilungsverzeichnis.
6. 1 Blatt Gütergeschoß mit Zuteilungsplan.
7. 1 Blatt Geldausgleichungsverzeichnis.
G. Grenzregulierung Gießen - Oppenrod. Gemarkung Gießen.
1. 1 Bonitierungskarte.
2. 1 Matt Besitzstandsverzeichnis.
3. 1 Blatt Gütergeschosse.
4. 1 Zuteilungskarte.
5. 1 Blatt Zuteilungsverzeichnis.
6. 1 Blatt Geldausgleichungsverzeichnis, zur Einsicht der Beteiligten offen.
Tagfahrt zur Entgegennahme von Einwendungen findet daselbst Samstag, den 17. September 1910, vormittags von 9—10 Uhr statt, wozu ich die Beteiligten unter der Androhung einlade, daß die Nichterscheinenden mit Einwendungen ausgeschlossen sind.
Die Einwendungen sind schriftlich einzureichen.
Die Vorzeigung der neuen Grundstücke findet Donnerstag, den 8. September 1910 an Ort und Stelle statt. Zusammenkunft hierzu vormittags 9 Uhr vor Großherzoglicher Bürgermeisterei Oppenrod.
Friedberg, den 29. August 1910.
Der Großherzogliche Feldbereinigungskommissär:
gez.: Kirnberger.
Großherzoglicher Kreisamtmann.
Bekanntmachung.
Bei der Stadt Gießen ist die Stelle des
Polizei-Sekretärs alsbald anderweit zu besetzen. Bewerber müssen die Prüfung für Polizei-Kommissäre bestanden haben und bei einer Polizeibehörde mit Erfolg praktisch tätig gewesen sein.
Mit der Stelle ist ein Anfangsgehalt von 2340 Mark, steigend alle drei Jahre um 260 Mk. bis zum Höchstgehalt von 3900 Mk., sowie Ruhegehaltsberechtigung und Hinter- bliebenenversorgung verbunden.
Bewerber wollen ihre Meldungen unter Anschluß von Lebenslauf und Zeugnissen bis zum
1. Oktober 1910
an uns gelangen lassen. Die Stelle ist zur Hälfte den Mi- litäranwärlern Vorbehalten und jetzt mit einem solchen zu besetzen.
Umzugskosten werden nicht gewährt. Frühere Dienstjahre können nur dann angerechnet werden, wenn das schon in der Meldung gewünscht wird.
Gießen, den 25. August 1910.
G r o ß h. Bürgermeisterei Gießen.
Mecum.
Lindenholz-Liefernng
Die Lieferung des Holzbedarses für den Handfertig - keitsunterricht der hiesigen Knabenschule für das Winter - Halbjahr 1910-11 soll öffentlich vergeben werden. Es ist zu liefern reines astfreies Lindenholz in der Stärke von 5, 6, 7, 8, 10, 12. 14, 15 und 18 Millimeter, nach Größen- angabe rechtwinkelig bestoßen Und beiderseitig sauber ge
I spiele angewiesen war. Dieser Nebel war es auch, der es den Bayern erlaubte, schon des Morgens um 4 das noch schlafende Dorf B ä z a i l l e s zu überfallen. Ein Glück, das bald zu einer Gefahr wurde. Denn die bayerischen Löwen waren in den Seebären der Division Vassoignes auf einen ebenbürtigen Gegner gestoßen, der sich im Handumdrehen organisierte und verrammelte, und es begann nun jener stundenlange, fürchterliche, an Schrecken kaum über - troffene Dorfkampf von Straße zu Straße, von Haus zu Haus, schließlich selbst von Zimmer zu Zimmer, bei dem fanatifüerte Tapferkeit und bersevkerhafte Erbitterung sich noch im Tode ineinander verbissen. In den brennenden Häusern krallten sich die Männer aneinander, die Offiziere jagten sich die Degen in den Leib. Verwundete flogen aus den Fenstern, der Sturmmarsch dröhnte, die wilden Rufe der Kämpfer durchhalten die Luft, die Kugeln pfiffen, die Verwundeten heulten, die Bajonnette klirrten, rasende Weiber warfen Verwundete in die Flammen. Die Hölle war losgelassen.
Es gab einen Moment, wo es schien, als ob die Bayern in diesem verruchten Dorfe verbluten sollten. Da sprengte in rasendem Ritte ein Ehevauxlegeroffizier heran: „Aushalten! Der Kronprinz von Sachsen^schickt Hülfe'." Und sie hielten aus, und die Hülfe kam: 71er von der Division Schöler, bald auch die 86er und 96er, und wenn auch noch lange verzweifelt gekämpft wurde und der Widerstand der unzähmbaren Marins immer wieder, bald hier, bald dort auflammte — gegen Mittag war Bazeilles, jetzt nur noch eine Riesenruine und ein Maffensriedhof, in deutschen Hän- * den. Es war in deutschen Händen, und dieser Erfolg mußte erreicht werden, um den Riegel gegen Osten abzusperren; und doch war es ein Fehler, daß die französischen Führer wähnten, hier bei Bazeilles liege die Entscheidung. Dieser Wahn zieht sich dem roten Faden gleich durch ihre ganzen Operattonen am Tage von SedaN. Bei Bazeilles, auf Ca- rignan hin durchzubrechen war Mac Mahons Plan, und i als er gegen 6 Uhr auf der Höhe vor Lamoncesle erschien
Anzeigenpreis 15 Psg.
die 44 mm breite Petitzeile oder deren Raum, auSwärtS
20 Pfg.; die 90 mm breite Petitzeile im Reklameteil 50 Pfg., auswärts 60 Pfg.; Tabellen mit 50^,0 Aufschlag. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Gröhe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles (30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall Platzvorschriften ohneBerbindlichkeit.
Telephon: Nr. 362.
21. Jahrg
hobelt. Angebote mit Angabe der Forderung für den Quadratmeter jeder angegebenen Holzarten sind mit der Aufschrift „Holzlieferung" verschlossen bis spätestens Samstag, den 3. September bei uns einzureichen.
Gießen, den 25. August 1910.
Bürgermeisterei.
Bekanntmachung
Wegen vorzunehmender Kanalisationsarbettcn wird der vom Hohleichweg längs der Lahn bis zum Abflußgraben der Unionbrauerei führende Feldweg (Leinpfad) bis auf Weiteres gesperrt.
Gießen, den 25. August 1910.
G r o ß h. Bürgermeisterei Gießen.
Mecum.
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Wegen Vornahme von Fahrbahnbefestigungsarbeiten wird die Goethestraße zwischen Seltersweg und Südanlage von heute an bis auf weiteres für jeglichen Fuhrwerks u. Radfahrverkehr gesperrt.
Gießen, den 30. August 1910.
Großherzog l. P o l i z e i a m 1.
Gebhardt.
Bekanntmachung.
Betr.: Schweineseuche unter den Schweinen des Gastwirts Georg Kraft dahier, Franksurterfttaße 83.
Unter dem Schweinebestand des Wirts und Metzgers Georg Kraft, Frankfurterstraße 83, ist die Schweinefeuche festgestellt worden.
Gehöftsperre ist angeordnet.
Gießen, den 29. August 1910.
Großherzogliches P o l i z e i a m r.
Gebhardt.
Bekanntmachung.
Betr.: Die Besetzung einer Schutzmannsstelle bei Großh. Polizeiamt Gießen.
Bei der unterzeichneten Behörde ist alsbald eine Schutzmannsstelle zu besetzen.
Der Anfangsgehalt beträgt 1475 Mark steigend alle 3 Jahre um 115 bis zum Höchstbeirage von 2050 Mark. Außerdem wird ein jährliches Kleidergeld von 75 Mk. gewährt.
Bewerber, welche während ihrer aktiven Dienstzeit beim deutschen Reichsheere oder bei der Kaiserlichen Marine mindestens drei Jahre als Unteroffizier gedient haben, wollen sich bis zum 15. September 1910 spätestens bei uns melden.
Dem Gesuche sind beizufügen:
1. Selbstgeschriebener Lebenslauf,
2. Militärpapiere, Führungszeugnis,
3. ärztliches Attest darüber, daß Bewerber gesund und in dieser Beziehung in der Lage ist, den Dienstals Schutzmann versehen zu können.
Persönliche Vorstellung ist erwünscht und kann an jedem Vormittage zwischen 9 und 12 Uhr bei dem unterzeichneten Amtsvorstande erfolgen.
Gießen, den 26. August 1910.
Großherzog l. P o l i z e i a m t.
Gebhardt.
I und die Bayern schwer ringend sah, konnte er glauben, sein ; Plan sei durchführbar; „das Gefecht steht ja vortrefflich", meinte er — kurz darauf warf ihn ein Bombensplitter nieder. Die Bayern in die Maas zu werfen, war und blieb der fixe Gedanke seines Nachfolgers im Kommando, des Generals von Wimpffen, und als die Schlacht im Grunde schon ganz entschieden war, da schickte er des Nachmittags noch einmal an den Kaiser Botschaft, sich in die Mitte seiner Truppen zu begeben und mit ihnen auf Carignan durchzustoßen. Der Kaiser, schon halb niedergebrochen, kam nicht, aber der unermüdliche Wimpffen raffte wirklich schnell noch ein paar tausend Mann zusammen und stürmte mit ihnen nochmals auf Bazeilles los. Das war das letzte Aufflackern der französischen Initiative auf dieser Seite, die sreilich nach einigem Terraingewinn bald an der ehernen deutschen Mauer zerschellte. Bazeilles, diese Stätte französischen Heldenmutes, ist dem französischen Heere wie Wimpffen zum Unglück geworden. Als die Sachen dort noch nicht für die Franzosen gut standen, murmelte Wimpffen, er habe Lust, Du- crot es zu überlassen, sich herauszubeißen. Aber die Bayern gerieten in Gefahr, der optimistische Wimpffen sah den Sieg schon vor sich, wollte ihn an seinen Namen ketten, übernahm das Kommando — und schrieb seinem militärischen Ruhme das Todesurteil. Der einzige, Ducrot, begriff: „Die Teutschen amüsieren uns nur bei Bazeilles", u. wollte gegen Norden, auf Jlly zu, durchschlüpfen. Hätte er es noch gekonnt, wenn er das Kommando behalten
1 hätte? Vielleicht. Das freilich wußte ja auch er nicht, daß auch schon die dritte Armee auf dem Wege war, um das Tor zu schließen. Er wollte nach Nord osten durch — im Nord w e st e n war eâ, wo die letzte Masche fehlte. Erst gegen Mittag schloß sich auch hier der Ring.
Dieser Vorgang war es viel mehr, als die schweren Einzelkämpfe, worauf sich dort oben auf der Höhe von Frenois die Aufmerksamkeit konzentrierte. Man sah von dieser Hochwarte, wie die Armee des Kronprinzen von Sachsen sich allmählich weiter nach rechts ausdehnte. Von der