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Dienstag, ?m 31. Juli 190b

15. Jahrgang

Nr. 177__

Wâattiou «.Hauptexpedition: Gießen, Seltersve- 88, Kerusprechauschlusi Nr. 368.

Gießener

*<H»leiUgni: QberheMch. ^amiHtSH^M UMM und die Gießener etife*8Uft* (»B*c*tM).

Neuelle Nachrichten

(Gießener DagevkaEt) Mnnöhängige Tageszeitung (Gießener Zeitung)

für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetzlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung.

Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen, des Großb. Polizeiamtes Gießen und anderer Behörden von Chrrtofcn

Städteankiben.

Die Städte stellen längst nicht mehr blos politische Zwangs- Gemeinschaften dar, Wohnsitze von einigen tausenden oder ybntaufenden Bürgern, sondern die Städte werden mehr und mehr eine Art von Wirtschaftsgenossenschasten zur Versorgung der verschiedensten Bedürfnisse der Bewohner. Sie haben meist Gasanstalten, Elektrizitäts- und Wasserwerke errichtet, beteiligen sich an der Einrichtung von Verkehrsmitteln und Ikmalisationswerken, sie legen Parke und Plätze an, beteiligen ßch an gemeinnützigem Wohnungsbau usw. Diese Bewegung macht sich überall in verstärttem Maße geltend und sie nimmt »och immer an Bedeutung zu, da stets wieder neue Aufgaben in den Stadtverwaltungen hervordrängen. Selbst in ganz Beinen Städten werden schon städttsche Betriebe in der an­

gedeuteten Richtuna eingeführt.

Solche Betriebe bilden für die Stadtverwaltungen häufig recht gute Einnahmequellen, zu ihrer Einrichtung gehören aber F**a ^^^ *v»i-;*«<;->- 't** ^r >r> ^^ ^-^ <Lif->,-s

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Dorliegt. Es handelt sich lediglich darum, daß Major Fischer, der in überaus schlechten pekuniären Verhältnissen lebt und dessen Familienverhältnisse gleichfalls die denkbar ungünstigsten sind, von einem Teilhaber der Firma von Tippelskirch bedeu­tende Darlehen genommen hat, die zurückzuzahlen er kaum ie in der Lage sein dürfte. Mit seiner Stellung als Offizier und besonders als Vorstand der Bekleidungsabteilung der Schutztruppe war die Handlungsweise nicht zu vereinbaren. Die Veranlassung zur Einleitung der Untersuchung hat eine Anzeige gegeben. Eine Verhaftung des Beschuldigten mußte erfolgen, um jede Verschleierung zu vermeiden.

* In Sachen des letzten deutsch-russischen Greuzzwische«. falles hat eine russische Untersuchungskommission die Unglücks- stelle besichtigt Es liegt tatsächlich eine Grenzverletzung vor. Der russische Soldat hat das preußische Gebiet betreten und nachdem er von diesem auf den neutralen Weg zurückgegangen war, von letzterem aus den Schuß auf den auf preußischem Boden stehenden Broder abgegeben. Der russische Soldat ist

oie]e aber rücksichtslos, unterdrückt werden'sollten. Tatsächlich ist den zu allen Gewalttätigkeiten geneigten Verbänden und Vereinen sehr energisch bedeutet worden, daß die Regierung ihrer Dienste nicht bedürfe, ja daß sie Ausschreitungen, die von dieser Seite kommen, nicht minder scharf verfolgen werde.

Mit dieser einschränkenden Tätigkeit der neuen Regierung geht eine Aera positiver Reformen parallel. An die Behörden, sowie an die Vertreter der großen industriellen Etablissements sind zur Begutachtung Entwürfe zu einer richtigen Arbeiter» Gesetzgebung versandt. Es handelt sich dabei um die Kranken» und Unfallversicherung, die Festsetzung einer Maximal-Arbeits» zeit, die Regelung des Arbeitsvertrages, die Fabrikinspektion, die Wohnungsfrage und ähnliche Dinge. Ja, sogar die Frage der Amnestie, deren Verleihung bislang ein so schweres Streitobjekt zwischen Krone und Volksvertretung bildete, will Stolypin zur Lösung bringen. Es ist allen Ernstes der Erlaß einer Amnestie in Aussicht gestellt, von der nur die Bomben» Attentäter und die mit den Waffen in der Hand abgefaßten

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ausgenommen werden sollen.

rungcn der Partei für friedliche Reformen.

)ts der von Stolypin bewiesenen Reform-Absichten denn auch unter den gemäßigten Elementen der mrtei eine Wendung zum Entgegenkommen be» Zenn der Ministerpräsident willens und imstande nige Schritte weiter entgegenzukommen, besteht auf, daß eine Anzahl Führer der Gemäßigten in t eintreten. Bn^ allen Dingen fordern sie eine ifung der Re' .-sduma, daß sie schon im Herbst s wieder zusammentrete und Rußland nicht bis hr ohne Volksvertretung regiert werde. Dieser dann eine weitere Ausdehnung der bürger» üten zur Beratung vorgelegt, dagegen solle der mma-Auflösung verhängte Kriegszustand aufge» m. Die weiteren Forderungen zielen auf die Re­des Gerichtswesens, die Gleichstellung der e die sofort durch kaiserlichen Ukas zu bewirkende der Todesstrafe ab. Natürlich fehlt die Amnestie T Reihe der Forderungen. Daß Stolypin sich fühlt, in dieser Beziehung den allgemeinen achzukommen, gibt zu der Erwartung Anlaß, daß sonstigen Forderungen erfüllen werde.

Erneute Emeuten.

ößte Gefahr erwächst Stolypins Aufgabe und sührung aus der Gärung, die sich nicht so schnell . lt schaffen läßt und die immer wieder in neuen n Zuckungen sich Luft schafft. So ist es in Sa- mdgebungen gekommen, über die ein Telegramm >urg wie folgt berichtet:

in Samara abgehaltene öffentliche Versammlung rd) Kosaken und Infanterie gesprengt und eine eilnehmer ins Gefängnis abgesührt. Bald darauf : Menge den Versuch, eine Protest-Versammlung 1, aber auch ihr wurde von der Polizei ein Lnde gemacht.

chem Grade von Nervosität die Erregung der gestiegen ist, beweist eine Szene in Wilanow bei Dori fielen in der Nähe der Kirche mehrere Schüsse, ichtigte sich der Kirchenbesucher eine starke Panik, gemeinen Flucht sind mehrere Personen in der ertrunken.

ws nimmt auch die Widersetzlichkeit im Heere ing, namentlich die neu zu den Waffen berufenen n tragen einen stark revolutionären Geist zur ; in Nicolajew ein Korporal einen widersetzlichen Zerschoß, wurde er von den übrigen Rekruten >telle getötet. Zu einer blutigen Revolte ner in Poltawa. Zwischen Mannschaften vom n Infanterie-Regiment, die Arrestanten befreien » Kosaken kam es zu einem Feuergefecht, bei dem - Verwundete gab.

DaS Echo im Lande.

sie vor kommt es vor allem auf die baueruche an. Als die Kunde von der Auflösung der das platte Land drang, begegnete die Botschaft t starkem Unglauben. Nachdem man aber an der Glicht mehr zweifeln konnte, find die Bauern in traten. Sie suchen ihre Duma-Abgeordneten, um ie Lage zu beraten, inzwischen fangen aber auch ^rar-Unruhen wieder an. Ebenso zeigt sich unter eitern Erregung; so hat eine von Tausenden von 7n abgehaltene Versammlung beschlossen, wegen luflosung die Arbeit in allen Hüttenwerken ein- nn offenen Vorstoß gegen die herrschenden Gewalten e äußerste Linke der ausgelösten Duma an. Es r telegraphisch aus Petersburg gemeldet: Irbeiter gruppe und die sozialdemokratische Fraktion lösten Duma bereiten einen Aufruf an die Armee flotte vor, in dem sie diese auffordern, der Rc- en Gehorsam zu kündigen und mit den gesetzmäßig Volksverttetern den Kampf gegen die Regierung neu. Der Aufruf bezichtigt die Regierung des wats, den der Aufruf in der trotz aller Dementis

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