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Zweites Blatt

Samstag, den 24. November 1906

15. Jahrgang

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WWean. Hmipiexpebttb«: Gieße», SelterSweg 83.

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We«eke Nachrichten

(Oießener Uâg<sr«tt)

NuavyLngige Tageszeitung

für Oberheffm und die Kreise Marburg und Wetzlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. KntbSlt alle amtlichen Bekanntmachungen der Grohh. Bürgermeisterei Gießen, des Großh. Potizeiamtes Gießen und anderer Behörden von Obcrhessen^

frankreicks auswärtige Politik.

AZ Paris, 22. November.

Der Senat der französischen Republik unterscheidet sich von den Oberhäusern anderer konstitutioneller Staaten da­durch, daß er nicht die Würde besitzt, die den anderen Ober­häusern eignet. Trotz seines Namens, der den Mitgliedern die Ruhe und Besonnenheit des höheren Alters gewisser­maßen vorschreibt, zählt der französische Senat in seiner Mitte Heißsporne, deren Temperament noch viel jugendlicher ist als ihre Jahre, und die Rücksichten weder kennen noch kennen trollen. Als der Ministerpräsident Clèmenceau im Senat der Republik sein politisches Programm darlegte, war er nicht darauf vorbereitet, innerhalb dieser Körperschaft wegen einer Spez'alfrage interpelliert zu werden, die unter allen Umständen nur die vorsichtigste Berührung vertrug und nicht anders als nach vorheriger genauer Vereinbarung behandelt werden durfte. Er war deshalb mit Recht erstaunt und entrüstet, als einer der Senatoren ihn mit dürren Worten fragte und eine Antwort mit ja oder nein verlangte, ob zwischen Frank­reich und England eine Militärkonvention abgeschlossen sei.

Es ist nicht recht einzusehen, was das verehrliche Senats- uiitglieh mit dieser Interpellation zu erreichen beabsichtigte. Besteht die Konvention zwischen England und Frankreich, so ist sie ein geheimes Abkommen und darf demgemäß nicht ver­öffentlicht werden: besteht sie nickt. so entaebr durck die Be-

Bekanntmachung.

Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird die Johau«esftraße zwischen Neuenweg und Plockstraße von heute an bis auf weiteres für den Fuhrverkehr ge­zerrt.

Gießen, den 2*3. November 1906.

Grotzh Polizeiamt Gießen Herberg.

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Bekanntmachung.

Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird bie Blechstraße zwischen Südanlage !und Wieseckbrücke doll heute an bis auf weiteres für den Fuhrwecksverkehr gesperrt.

Gießen, den 22. November 1906.

Grotzh. Polizeiavtt Gießen. Herberg.

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Bekanntmachung.

Die unterm 15. November 1906 angeordnete Sperre des Großen Steinwegs zwischen Eichweg und Roon- straße wird hiermit aufgehoben.

Gießen, den 22. November 1906.

Großh. Polizeiamt Gieße«.

Herberg.

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Bekanntmachung.

Die unterm 15. November 1906 angeordnete Sperre der Steiustraße zwischen Schiller- und Weserstraße wird hiermit aufgehoben.

Gießen, den 22. November 1906.

Grotzh. Polizeiamt Gieße«.

Herberg.

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Bekanntmachnng die Leseholzu«tzu«g in den Waldungen der Stadt Gieße« betr.

Wir bringen hiermit zur allgemeinen Kenntnis, daß nach einem Beschluß der Stadtverordnetenversamm­lung diejenigen Abteilungen der Waldungen der Stadt Gießen, in welchen Holzfällungen stattfinden, bis zum 15. April k. Js. von der Leseholznutzung ausgeschlossen sind.

Diejenigen Personen, welche entgegen dieser Be­stimmung beim Holzauflesen in den erwähnten Wald­bezirken betroffen werden, haben Bestrafung auf Grund des Forststrafgesetzes zu erwarten.

Gießen, den 12. November 1906.

Grohtz. Bürgermeisterei Gieße« Mecum.

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Bekanntmachung.

Moutag, den 3. Dezember, vorm. 11 Uhr sollen im Bürgermeistereigebäude Zimmer Nr. 15 K städtische Plätze zum Verkauf von Christbäumchen meist- ldietend verpachtet werden.

Gießen, den 22. November 1906.

Großh. Bürgermeisterei Gießen.

Meeum.

Gießener

antwortung für die französische Republik jedenfalls der Ge­winn, der vielleicht in dem unvermuteten Bestehen jener Militärkonvention liegen könnte. Unter allen Umständen ist in der Frage eine schwere Rücksichtslosigkeit England gegen­über zu erkennen, das durch das Verhalten jenes Senators möglicherweise ein Abkommen gefährdet sieht, das unter der Voraussetzung der Verschwiegenheit allein die gewünschte Wirkung haben konnte. Mußte aber Herr Clèmenceau, auf die Interpellation eingehend, das Vorhandensein einer englisch­französischen Militärkonvention in Abrede stellen, so war damit zugleich die Aussicht auf eine spätere Verabredung sehr eingeschränkt. Man verhandelt nicht gern mit einer Regierung, von der man weiß, daß sie durch die Disziplinlosigkeit ihrer Parlamentsmitglieder an der Durchführung der berufsmäßigen Diskretion gehindert werden kann.

Das alles hat Herr Clemenceau natürlicherweise in dem­selben Augenblick übersetzen, in dem die ungeschickte und un­schickliche Frage an ihn herantrat, und es ist deshalb be­greiflich, daß er den Fragesteller mit einer deutlichen Schroffheit abwies, die in den Parlamenten sonst nicht Regel ist und sicher im französischen Senat neu war. Der interpellierende Senator aber gefiel sich offenbar in seiner ungewöhnlichen Rolle und ließ sich durch die Abweisung Clèmenceaus nicht einschüchtern. Er erklärte, daß die schroffe Zurückweisung selbst eine hinreichend deutliche Beantwortung sei. Das ist freilich geflunkert. Denn kein Mensch kann sagen, daß Herr Clemenceau bims) feine Antwort mehr zu erkennen fleaebk>77

Bekanntmachung.

In der Bekanntmachung vom 4. September 1906, betr. die Offenlegung des Bebauungsplans für die Schwarzlach und das Gartfeld muß es heißen, daß die Grundstücke zwischen der Straße BZ und der Eisen­bahn auf nicht mehr als 18 Meter Entfernung von der Straßenfluchtlinie aus bebaut werden dürfen.

14

Einwendungen gegen diese Bestimmung sind Tagen bei uns geltend zu machen.

Gießen, den 21. November 1906.

Großh. Bürgermeisterei Gieße«.

Mecum.

binnen

Bullen- Verkauf.

Die Gemeinde Großen-Linden verkauft einen 3jähr. Bullen zum Schlachten.

Bis spätestens M o nst a'g, den 26. d. Mts., nach­mittags 1 Uhr werden Angebote pro Zentner Lebend­gewicht hier entgegengenommen.

Großen-Linden, 21. November 1906.

Großh. Bürgermeisterei Großen-Liude«. Leun.

Prämiierung von Dienstboten.

Die bewilligten Prämien können von

Dienstag, dem 20. ds. Mts. ab während der Geschäftsstunden bei unserer Kaffe in Empfang genommen werden.

Direktion der Bezirkssparkasse Gießen.

Doering.

Arbeitsvergebung.

Die nachstehenden Arbeiten und Lieferungen zur inneren Einrichtung der Höheren und Erweiterten Mäd­chenschule sollen

Montag, den 3. Dezember d. I., vorm. 10 Uhr öffentlich vergeben werden.

1) Liefern von 17S Sitz Schulbänken,

2) Liefern von 24 Stück Kathedern,

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ff

20 Bilderaufbewahruttgs-

* schcänkr«,

3) Liefern und Anschlägen von 5 Stück Verdunkel-

ungsvorrichtungen.

Zeichnungen, Arbeitsbeschreibung und Bedingungen liegen bei uns zur Einsicht offen. Angebote auf Vor­druck, der daselbst erhältlich, sind bis zum genannten Zeitpunkt an uns einzureichen.

Zuschlagsfrist 3 Wochen.

Gießen, den 22. November 1906.

Städtisches Hochbauamt.

Gerbel.

(Gießener Deitnng)

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Holz.

Gratisbeilage« : Oberheffische Familie«zeitu«g (tLglM und die Gieße« er Eeife«blafe« (wöchentlich).

II, III und IV je 2 Sammlungsschränke.

V, 1 Sammlungsschrank 2 Schaukästen.

VI, Hörsaal-Subsellien für rund 100 Hörer.

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batte, als daß Die Frage ihn in Verlegenheit gebracht hätte. Diese Verlegenheit war unter allen Umständen vorhanden mochte nun die wahrheitsgemäße Beantwortung der Frage bejahend oder verneinend haben lauten müssen. Der Zweck der Interpellation war auch einzig darauf gerichtet gewesen dem Minister eine Verlegenheit zu bereiten. Diese Absicht ist erreicht worden. Schaden allerdings wurde damit nicht an* genutet Herr Clemenceau hat im Gegenteil jener Rücksichls-

SU danken, daß eine ganz außerordentlich große Mehrheit des Senats ihm ein Vertrauensvotum erteilte.

Sn Wirklichkeit weiß hier niemand, ob ein englisch- stanzosisches Militärabkommen besteht, und welches der nähere Inhalt wäre, wenn es überhaupt besteht. Es ist möglich, daß noch den Vorgängen, die der Konferenz von Algeciras voraufgingen, französische Politiker den Wunsch hatten, sich eine Art Versicherung für den Kriegsfall zu schaffen. Herr Delcaffe hat ganz gewiß daran gedacht. Von ihm mag sogar die ganze Anregung ausgegangen sein. Was er selbst nicht mehr durchzuführen vermochte, kann recht gut in späterer Zeit festere Form angenommen haben. Damit ist aber keines- Wegs gesagt, daß das supponierte englisch-französische Militär- abkommen einen agressiven Charakter hätte oder haben müßte. Unter Delcassè hätte das der Fall sein können, unter Clèmenceau ganz gewiß nicht, namentlich seitdem die deutsch­englischen Beziehungen die frühere Spannung verloren haben und wieder vollkommen korrekt, ja beinahe freundschaftlich geworden sind. Es ist überhaupt ein überholter Standpunkt,

Ärbeitsvergebnng.

Die MibUiaransstattuag für das Anditorie«- gebäude der veterinärmedizinischen Institute i« Gießen soll unter Zugrundelegung des Ministerial­erlasses vom 16. Juni 1893 öffentlich vergeben werden.

Zur Vergebung gelangen:

Los I, 19 Arbeitstische.

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Angebotsunterlagen können auf unserem Zweigbureau Frankfurter st raße 85, eingesehen, Angebotsformulace (keine Zeichnungen) dorther bezogen werden. Offerten mit entsprechender Aufschrift versehen, müssen bis Samstag, den 1. Dezember d. Js. vorm. 11 Uhr dem Ecöffnungstermin, auf genanntem Zweigbureau eintceffen.

Zuschlagsfrist 3 Wochen.

Gießen, den 14. November 1906.

Grotzh. Baubehörde für die Universitäts-Neubauten Gießen.

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