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7 Mark, 'ber' andere für 21 Mark. Die Sache kam bot Gericht und wie lautete das Urteil? Der Bauer Vogelsang, der für 7 Mark Holz gestohlen, wird wegen Forstdiebstahls zu 5 Wochen Gefängnis verurteilt, der Bauer Bitterlich, der für 21 Mark Holz gestohlen, erhielt wegen „einfachen Diebstahls" nur eine Woche Gefängnis. — Wenn das der „bescheidene Dieb", der Bauer Vogelsang hätte ahnen können, er hatte herzhafter zugegriffen.

= Pech eines Taschendiebes. Eine Pariser Blumen­macherin hatte dieser Tage im Tramwaywagen als Nachbar einen eleganten Herrn, an dessen Hand ein prachtvoller Brillantring funkelte. Als sie ausstieg, ging sie in eine Konditorei. Man kann sich die Ueberraschung denken, als sie in der Tasche statt ihres Portemonnaies den — Rinc ihres eleganten Nachbars fand. Das Kleinod, das einer Wert von mehr als 500 Francs hat, wurde von der Blumen­macheria sofort auf der nächsten Polizeistation deponiert, wo sie auch ein genaues Signalement des Taschendiebe- hinterließ. Dieser war ohne Frage indes zu der Ueberzeugung gekommen, daß er bei dem Tausche ein ziemlich schlechtes Geschäft gemacht hatte. Denn in der Geldbörse derBlumen- ruacherin befanden sich nur zehn Francs.

= Irrfahrt eines Schiffbrüchigen. Am 9. Septembe. ging im Atlantischen Ozean ein amerikanischer Schooner unter, ein Mann der Besatzung wurde in diesen Tagen, 35 Meilen von Kap Fair und 100 Meilen von Charlestor entfernt von dem dänischen Dampfer „Texas" aufgefischt Als man ihn fand, war er 108 Stunden, auf einer Planke sitzend, im Waffer gewesen. Er zeigte noch Spuren vor Leben, war aber vor Hunger und Erschöpfung bewußtlos und blieb in diesem Zustande noch zwei Tage lang. Der junge Mann ist vollständig hergestellt und schiffte sich nach seiner Ankunft in Kopenhagen sofort wieder nach Amerika ein.

= Echt amerikanisch. In Kentucky erschoß im vorigen J«hre ein Mann namenS Herman einen Mittänzer, mit dem er wegen einer Tänzerin in Streit geraten war. Der Mörder floh, es gelang nicht, ihn zu finden. Ein Schwager des Er- schossenen gab aber nicht auf, nach ihm zu suchen. Schließ­lich fand er Herman in Bristol in West-Virginia. Es gelang ihm und feinem Bruder, in demselben Hause Nachtquartier zu erhalten. Als der Mörder sich ins Bett gelegt hatte, stürzten sie sich auf chn, um ihn zu fesseln. Hermân schleudert aber seine Angreifer von sich, riß einen Revolver unter dem Kopfkissen hervor, erschoß die beiden Brüder und floh sodann wieder. Es ist bisher nicht gelungen, den Mörder zu fassen.

= Gut Lurch! Das ist wohl das originellste Pendant m Gut Heil, Gut Kraft, Gut Holz! rc. — Der Görlitzer Verein „Aquarium" hat jenes schöne Losungswort „erfunden." Er feierte sein zehnjähriges Stiftungsfest durch einen geselligen Festabend, verbunden mit Konzertvorttägen und Festansprache. Die letztere schloß der Lehrer Bartel mit einem „Gut Lurch 1" auf den Verein.

— Kinderfeindliche Hauswirte. Auf ein Wohnungsgesuch erhielt in Uelzen vor kurzem jemand eine Offerte, derzufolge eine größere Wohnung zum Preise von 500 Mark angeboten wurde, wenn nicht mehr als drei Kinder vorhanden seien; für jedes Kind mehr erhöhe sich der Preis um je 100 Markl

= Mit Kind und Kegel ist in Paris ein Rekrut namens Carlier eingerückt, der auf diese Art versuchte, vom Militär­dienst loszukommen, da alle anderen Versuche mißglückt waren. Carlier fand sich in seiner Kaserne ein, doch nicht mit dem kleinen Junggesellenkoffer, der seine paar Habseligkeiten ent­hielt, sondern mit einem Hundefuhrwerk. Darauf waren die spärlichen, zerbrochenen Möbelstücke seiner Behausung gepackt. Zwei vier- und dreijährige Mädchen lagen auf Sttohmattatzen und die Mutter mit noch drei kleinen, fadenscheinig gekleideten Wesen trottete neben dem Wagen her. Carlier setzte aus­einander, daß alle diese sechs Geliebten seines Herzens zu- fihiftig darben müßten, wenn man ihn in den bunten Rock steckte. Diesen Worten wurde keine Aufmerksamkeit geschenkt. Di- Kameraden spürten jedoch ein menschliches Rubren und

ensgrosses Porträt

brachten für die Familie des Rekruten schnell ein ganz an­ständiges Sümmchen zusammen.

— Ein originelles Wettrennen hat man in Paris or­ganisiert. Eine Preisfahrt zum Obelisken von Suresnes, ausgerüstet von allen den Vehikeln, die als Vorläufer des heutigen Fahrrades zu bettachten sind. Und was beteiligte sich an diesem Rennen? Alle möglichen Vehikel: die Draisine ohne Pedale, hölzerne Velozipede mit schwerfälligen Kurbeln, die Räder mit den ersten Vollgummireifen. Hochräder, Drei­räder, Räder mit Hand- und Hebelbetrieb, Einräder im ganzen an die Hundert. Alles von einer ehrwürdigen Staub­und Rostschicht bedeckt, ein lebendes Bild der Geschickte des Fahrrades. Ein Pistolenschuß gab das Zeichen zur Abfahrt. Mit einem furchtbaren Gerassel setzte sich all das alte Eisen in Bewegung. Die Zuschauer jubelten, schrieen und brüllten vor Vergnügen über dies unglaublich groteske Wetttennen.

— Die Rache des Tanzprofesiors. In einer Brooklyner Zeitung erschien dieser Tage folgendes Inserat, das ein Pro­fessor der Tanzkunst, Mstt. Leich, erlassen hatte: Zu vermieten ein Haus mit 9 Zimmern und Bad an eine farbige Familie. Je größer die Familie ist, desto niedriger der Mietspreis. Nachzufragen usw." Man kann sich vorstellen, wie das Be- kanntwerden dieser Anzeige auf die davon betroffene Nachbar, schaft wirkte. Das Einschlagen einer mit Dynamit gefüllten Bombe hätte sicherlich keine kräftigere Wirkung ausüben können! Sobald Negerfamilien in einem Häuserblock sich niederlassen, verliert er sofort ganz enorm an Wert, denn eine Massenauswanderung der weißen Bewohner ist dann ganz selbstverständlich. Wenn Spekulanten sich in den Besitz ganzer Quartiere Newyorks setzen wollen, so greifen sie zu dem gleichen Mittel, und sie haben damit noch immer den gewünschten Erfolg erzielt. Professor Leich gibt zur Recht­fertigung seines „schwarzen" Rachewerks an, die Nachbarn hätten seine Mutter zu Tode geärgert, seine bessere Hälfte „geschnitten" und ihm überdies boshafte^weise allerlei Schmutz ins Haus geworfen.

— DaS gesunkene französische Unterseeboot „Lutin" konnte bis jetzt, ttotz angestrengtester Arbeit, nicht gehoben werden, somit ist jede Hoffnung entschwunden, die Besatzung zu retten. Die Aushilfsschiffe des britischen Geschwaders „Jmplacable," ^Carnarvon" und „Albattos" sind unter vollem Dampf nach Biserta abgingen. Auf ihnen befand sich der Unterseeboot- offizier Leutnant Moreton mit Tauchern und Taucher­apparaten, der sofort nach Eintreffen in Aktton treten wird. Die französischen Taucher konnten bisher nichts ausrichten, weil sie nur bis zu einer Tiefe von 20 Metern gelangten, das gesunkene Boot liegt aber 40 Meter unter dem Meeres­spiegel.

= Wieviel sind „einige"? Eine nette Bismarck-Anekdote erzählt der General v. Ising, der Kommandant des Berliner Zeughauses aus den Tagen kurz nach dem Kriege 1870. „Was verstehen Sie unter ,einige'?" mit diesen Worten trat Bismarck bald nach dem Einzug der siegreichen Truppen in Berlin eines Tages an den alten Haudegen heran, „einige, das find doch 3 oder 4, nicht wahr?" — Ja nun, Exzellenz, das können auch 5 bis 6 sein," meinte der Gefragte. „Na schön," erwiderte Bismarck, „ich wollte Sie bloß vorher mal fragen. Seine Majestät sagte mir nämlich, ich sollte mir einige von den französischen Geschützen für meinen Park in Schön- hausen geben lassen, — wollen Sie die Güte haben, mir sechs bereit zu stellen?" Was wollte der General mache«, der gewiegte Diplomat hatte ihm mit seiner schlauen Frage die Verantwortung für die Zahl zugeschoben, und es blieb nichts übrig, als ihm die Kanonen in der gewünschten Anzahl auszufolgen.

— Ein Mormone als Parlamentarier. In das dänische Parlament dürfte demnächst ein „Heiliger der letzten Tage" seinen Einzug halten. Der von der Sozialdemottatte für den von ihr gänzlich beherrschten Landtteis der jütischen Haupt- stadi Aarhus aufgestellte Maschinenarbeiter Samuelsen ist ein Angehöriger dieser Sekte, die überhaupt in Nordeuropa noch immer vielen Zulauf finden. Ein gesetzliches Hindernis steht

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wenigstens in Dänemark einer solchen Wahl mcyr entgegen und somit wird wohl demnächst das Kopenhagener Volks-' thing einen Mormonen als Mitglied Ausweisen.

= Der wahusillnige König von Anam ist von den fran. zöfischen Behörden in seinem Palast gefangen gesetzt wo-d^ Ueber die von ihm verübten Greueltaten werden haar­sträubende Einzelheiten berichtet. Unter anderem soll er eine seiner Frauen getötet, die Leiche in Oel getaucht und bann seiner Umgebung vorgesetzt haben. Er soll die Mitglieder seiner Umgebung bei Todesstrafe gezwungen haben, die Leiche zu verzehren. Eine andere Frau aus seinem Harem tourt» Tigern vorgeworseu, andere wieder mit glühenden Zangen gepeinigt Die französischen Behörden haben die Frauen Königs in Freiheit gesetzt.

= Verhängnis»sller Irrtum. Ein Kaufmann BeEon hatte mit großem Pomp seine Hochzeit gefeiert, war bann nach seinem neuen Heim gefahren und kletterte in dem Hause anstatt vier Treppen hoch, in die fünfte Etage. Das junge Ehepaar betrat ahnungslos eine fremde Wohnung. Als ' deren Inhaber Lärm hörte, glaubte er, Einbrecher hätten ■ ihm einen Besuch abgestattet und gab mit dem Russe: „Zur Hilfe! Diebe!" mehrere Schüsse aus einem Revolver ab. 1 Der junge Ehemann wurde an der Schütter getrogen und mußte m ein Krankenhaus gebracht werden.

— O alte Bursthe«herrlichkeit . . . Der Senat der Universität Chicago hat verfügt, daß Studenten und ' Studentinnen vom laufenden Semester angefangen nicht mehr gemeinsam die Vorlesungen besuchen dürfen, sondern daß künftig separate Vorlesungen für beide Geschlechter abgehalten werden sollen. Diese Verfügung entspringt, wie der Rektor der Universität zugibt, dem Wunsche der Univerfitätsbehörden, den Stttdente« mehr Ernst beizubringen.

Der Landwirt.

gd. Wiesenpflege im Herbst. Nach der Önimmpfemft ? bedürfen die Wiesen der Düngung. Die Herbstregen waschen I Felder, Kanäle, Gossen und Wege aus und führen den Bächen r fruchtbaren Schlamm zu. Wird dieser durch ausgiebige i Wiesenbewäfferung ausgenutzt, so zeigt das Wiesenland gar) bald durch seine dunkle Farbe an, daß es die erforderliche! Düngung erhalten hat. Die Grasnarbe wird dichter und die I Herbstzeitlose und andere Unttäuter verschwinden in der Folge.? Außerdem werden die Mäuse aus den Wiesen vertrieben. Wem j also das Wasser zur Herbstbewäfferung zur Verfügung steht,» der begeht einen schweren Fehler, wenn er ttotzdcm diese unten ; läßt. Selbst da, wo nur helles Wasser vorhanden ist, dass > diese Maßregel nicht unterlassen werden, denn sie ist der i bei weitem wichtigste Teil der Wiesenpflege. Freilich muß auch die Herbstbewäfferung in der rechten^Weise ausgefühtt i werden, wenn sie ihren Zweck erfüllen soll. Unter Um-' i stände« vermag sie sonst dem Wiesenlande sogar Nachteil ‘ zu bringen. Die erste Forderung ist die, daß man mit bet ; Bewässerung so früh als angängig beginne. Aus diesem Grunde sollte die Herbftweide auf Wiesen unterbleiben oder doch nach Möglichkeit eingeschräntt werden. Bei geringem! Gefälle muß besonders sorgfältig gewässert werden. Nach einigen Tagen der Bewässerung muß eine entsprechende Pause eintweten ; namentlich schlammiges Wasser darf auf solchen Wiesen nicht zu lange stehen bleiben. Bei Wiesen mit starkem Gefälle braucht man weniger Vorsicht walten zu lassen. Aus! leichtem Boden wird stärker und andauernd gewässert, als aus Tonboden. Wie auf ein zeitiges Beginnen der Bewässerung so ist auch auf eine rechtzeitige Trockenlegung der Wiese Be- ' dacht zu nehmen. Eisbildrmg muß auf dem Wiesenlande' möglichst verhindert werden. Auch mittelmäßige und selbst : geringere Wiesen können durch eine regelmäßige und fachgemäß1 ausgeführte Herbstbewässerung auf eine hohe Ertragsfähigkeit - gebracht werden, wenn damit eine gute Kultur und Pflege -— „ uijt Hand in Hand geht.

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