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Die RekbstagswaNen

Wer darf wähle» ?

Wähler für die deutsche Reichstagswahl ist laut Gesetz jede? Deutsche, dec das 25. Lebens- ohc zurückgelegt hat, in dem Bundesstaat, in dem er einen Wohnhsitz hat. Ausgeschlossen vom Wahlrecht inb: 1. Personen die unter Kuratel stehen, 2. solche, die sich im Konkurszustande befinden, 3. solche, die Mmenuntecstützuna auS öffentlichen oder Gemeinde­mitteln beziehen ooer im letzten der Wahl vorange- gangenen Jahre bezogen haben, 4. solche, denen die stuatsbülgerlichen Rechte entzogen find. Wer das Wahl- richt in einem Wahlbezirk ausüben w^ll, mi^ zur Zeit dec Wahl in diesem seinen Wohnsitz haben, und darf nur an einem Orte sein Wahlrecht ausüben. Die Wählerlisten sind spätestens vier Wochen vor dem Wahl termin (25. Januar) zu jedermanns Einsicht aufzulegen. Das ist also der 28. Dezember. Einsprachen gegen die Listen sind hier binnen acht Tagen nach Beginn der Auslagen bei dec zuständigen Behörde anzubringen, die sie binnen vierzehn Tagen zu erledigen hat. Nur wec in der Wahlliste steht, kann sich an der Wahl be°

Müßen.

Hessen und Hessen Rass«u.

' Süßmuth, &£ I : Christel Ä' | Jacoby, M' f Trautmann, L- | ogr. (2 Pfd.) W Seife Grününzai » 3infer,3IHen6ori inz, Mendois i. I j Appel, Ärüik ogr. (4 $fk) h -chimmel, Kinjs. ) Appel, Kr-iltk I .Bim,^ Zinßer, Allens . Weber, Hensel, Grâ Spamer, Reic^ Stumpf, I Weiß, Grüinc;' : ein, Klein-Lin>a Der Vrotvck lben Pttise, * en Bückern.

Gießeu. Der bisherige Abgeordnete, Kommerzien- r«t Heyligeuftae^, soll nach auswärtigen Blättermeldungen mandatsmüde ein, sodaß diesmal die Freisinnigen den Kandidaten stellen dürften. Diese Nachricht trifft jedoch nicht zu. Wenn auch die Sozialdemokraten, wie schon 1903, hin'ichtlich dec Stimmenzahl die erste Stelle entnehmen, werden sie in der Stichwahl wieder in der Minderheit bleiben. Ihr Kandidat ist Redakteur Vetters.

AlsseldLauterbach-Schotteu. Als Kandidat des Bundes der Landwirte werden Dr. Roesicke-Görsdocf und Lucke­

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Patte-shausen genannt.

Fricdder,-LSdi«gei. Neben Graf Or ola wird der Sozialdemokrat Busold kandidieren.

Sch»anhci». Der Wahlkampf im Wahlkreise Hom- burg-Usingen-Jdstein ist bereits durch eine Zentruins- wahlerversammlunn dahier eröffnet worden, in welcher Landrichter Jtschert, der bisherige Abgeordnete des Kreises, eingehend die politische Lage und die Stellung des ZentiUMS dazu erörterte. Ausgehend Von der in voriger Woche erfolgten Auflösung des Reichstags suchte der Referent das Verhalten der Zentrumspartei zu rechtfertigen. Nicht der Kanzler und nicht der Kaiser seien die Wanner, welche die Krisis heiaufgesührt hätten, sondern die iretbende Feder seien die Nationalliberalen mit dem evangelischen Bund und dem Herrn De-nburg.

Die Lozialdcmokcaien werde« für den Wahlkreis Darmftadt-Groß.Gerao voraussichtlich den bisherigen Ad- geordneren Berthold wieder aufftellen.

Worms. Wie dieWormser Volkszeitnng" meldet, werden die vereinigten Liberale« in Worms nicht Freiherrn von Hryl, sonder« einen eigenen Kandidaten auf stellen.

Beasheim. Haas ist ein Konkurrent in reaktionärer Politik erstanden. Für d.e sogenannte Wirtschaftliche Vereinigung (und als Wittelsläudlel) kandidiert der Buchhändler Rippert-Hagen.

Singen. Im Wahlkreise Bingen-Alzey stellt die ^entrumspartei den Landtagèobgeordneten v. Breuiauo- Offenbach wieder auf. Kandidat der frei, innren Volks- Partei ist der bisherige Vertreter des Wahlkreises Retnh. Schmidt-Eibecfeld.

Wetzlar. Der Vorstand dec hiesigen 9tatwnaötberalen veröffentlicht einen Wahlausruf, in dem das gemein­same Vorgehen aller bürgerlichen Parteien gegen 3enttum nub Sozialdemokratie gefordert wird unter Velselte' setzung jeglicher parteilicher Sonder-Interessen. _ Aw Kandidat tritt ReichSlarrabgeocdnetec Kramer aus

Warburg. In zahlreich besuchter Vertrauens männcrversammlung wurde vou Gerlach wieder als Kandidai nominiert. Q ., s

* Kranksurt. Die Liberalen haben den Landtag-- «bgeordnetcn Funck als Kandidaten in Aussicht genommen.

i Norddentschland.

Herborn. Ein eigener naiionallidcraler Kandidat soll aufgejicat werden. Die Christlich-Sozialen nominierten Snr,^aütbri(fni' Von der nationalliberalen Partei ivicd der bisherige Abgeordnete Justizrat Boltz an» Saarbrücken anfgeiiettt.

Mittwoch, ^ii l^. Dezember 1926

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Trier. Hier kandidiere« der Hüttenbesitzec Wendel und Dr. Max Jaunez.

Eltville. Das Zentrum hat Dr. phil. Wahl Kandidaten für unseren Wählkreis in Aussicht nommen.

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Siegen. Im Wahlkreise Siegen-Wittgenstel» stellt die christlich-soziale Partei den bisherigen Abgeordneten Stöcker wieder auf.

Leipzig. Der alldeutsche Professor Haffe wurde im Wahlkreise Oschatz-Wurzen aufgestellt. Die freisinnige Volkspartei stellt einen Gegenkandidaten.

Oldenburg. Im zweiten oldenburgischen Wahlkreise stellen die Bürge lichen den freisinnigen Abg. Albert Traeger wieder auf gegen Hug Bant von der Sozial­demokratie.

Lübeck Die vereinigten bürgerlichen Parteien stellten als Kandidaten den nationalsozialen Oberpost- affiftenten Klein auf.

Süddeutschland.

In Nürnberg war Montag der hetzerischer Siebener- Blockausschuß (Unterausschuß) zur Beratung der Land, tagswahlarbeit versammelt. Man beschloß, die Land- tagswahlarbeit hinter die Reichstagswahlarbeit Zurück' zustellen. Wie man hört, ist nicht daran zu zweifeln, daß dec Block in ganz Bayern auch für die Reichstags­wahlen fest zusammenhält. Bei den Reichstagswahlen sollen alle Gehässigkeiten und Sch-offheiten vermieden werden. In Würzburg läßt sich wahrscheinlich Professor Quidde aufstellen, da ihm das Mandat angeboten wurde. Von der Sozialdemokratie wurde der Landtagsabg. Franz Schmitt in Pasing aufgestellt.

Im 2. bad. Reichstagswahlk^eis Donaueschingen- Villingen stellt das Zentrum wieder Gutsbesitzer Duffuer- Furtwangen auf.

Freiburg i. Br. Der bisherige Zentrumsabgeordnete Marbe wird nicht mehr kandidieren.

Kreuznach. Die natiolliberale Partei stellt wieder den bisherigen Vertreter Paasche auf.

Straßburg. Tie liberale elsaß-lothringische Landes- Partei beschloß, gemeinsam mit den Demokraten zu gehen.

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* Berlin. Da bei dem ernsten Kampf der Parteien in der politischen Arena auch derClown" nicht fehle, erscheint jetzt auch de^ Herr von Kein-Tschirne auf dem Plan, um mit sinnen Getreuen aktiv in den Wahl* kampf einzugreifen. In Massen wurde am Montag früh eine ArtWahlaufruf" verbreitet, dessen konfuser Inhalt ergibt, daß die Pücklersche Schutzgarde ihren früheren NamenPückler Vereinigung" inAntisemiten- Liga" umgeändert hat und nunin ernster politischer Arbeit unsere ver otteten Zustände reformieren" will usw. Die offizielle Proklamierung des Dreschgrafen zum Reichstagsabgeordueten erfolgte am Montag Abend. In der Versammlungseinladung heißt es unter anderem: Jüdinnen, Juden und Hunden ist der Eintritt ver­boten !"

Cm Kolonialkapitel.

Von einem bekannten Politiker wird derDeutscher Reform-Korrespondenz" geschrieben:

Ob wir Kolonien notwendig brauchen oder ob wir ihrer entratew- können, darüber können die Meinungen recht wei­auseinandergehen. Deutschland war groß und stark ohm Kolonien, Deutschland kann groß und stark sein mit Kolonien. Um unsere Industrie zu beschäftigen, dazu find unsere Kolonien, zur Zeit wenigstens, kaum geeignet. Sie taugen ebensowenig, unseren etwaigen Ueberschuß an Menschen aufzunehmen. Es ist überhaupt staglich, ob wir Ueberschuß an Menschen haben. Trotzdem unsere Bevölkerungszunahme jährlich sich auf etwo 900 000 beziffert, haben wir nicht Arbeiter genug, müssen wir Land- und Erd- und Bergarbeiter zu Zehnrausenden auS dem Ausland heranholen. Freilich steht nicht fest, ob dieses Verhältnis andauernd das nämliche sein wird; aber das andere steht unbedingt fest, daß die Kolonien, die roh haben, nicht imstande wären, jährlich Zehntausende vor deutschen Auswanderern aufzunehmen. Denn unsere Kolonien find keine Ansiedlungskolonien; vielleicht werden sie es in einer späteren Zeit einmal werden. Was den wirtschaftlicher Wert unserer Kolonien betrifft, so sind wir garnicht geneigt ihn für die Gegenwart sehr hoch anzuschlagen. Zunächst kosten sie Geld, und für absehbare Zeit werden sie Gelt kosten. Vermutung spricht dafür, daß dies einmal anders fein wird. Es ist sogar keine übertriebene Erwartung, daß dieses Wert einmal sehr groß sein wird. Doch zunächst kann vor. einem irgendwie ins Gewicht fallenden wirtschaftlichen Gewinn aus unseren Kolonien nicht die Rede sein.

Man sieht. daß wir bei der Schilderung des reellen Wertss unserer Kolonien durchaus nickt nack der oünWoen

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(Gießener AeitimM

tseiie uperrreioen. unsere c^cyatzung von oen vcyâtzen, Die Mir etwa aus den Kolonien ziehen könnten, ist sehr vorsichtig und sehr bescheiden.

Kommen wir nun zu der politischen Bewertung der Kolonien. Kolonien sind eine Notwendigkeit für den Staat, der Welthandel treibt, der eine Welthandelsflotte hat und demgemäß darauf angewiesen ist, eine Welthandelsflotte zu schützen. Das kann man nicht ohne Kriegsschiffe, und die Kriegsschiffe sind jeder selbständigen Disposition beraubt, tvcun sie nicht Kohlenstationen haben, auf die sie unbedingt rechnen können, die ihnen unter allen Umständen offen stehen. Ein modernes Kriegsschiff kann keine sehr lange Zeit ununterbrochen in Fahrt bleiben, weil es seinen Vorrat an Kohlen aufzehrt und ihn erneuern muß. England hat in ellen Weltteilen Kolonien und außerhalb dieser Kolonien immer noch Kohlenstationen. Wenn unsere Schiffe in fernen Meeren sollen kreuzen können, so müssen sie die Möglichkeit haben, und nicht bloß die Möglichkeit, sondern die Sicherheit, ausserhalb der deutschen Häfen Kohlen zu finben, und in der Entnahme von Kohlen nicht behindert zu sein. Wenn wir daran denken, irgendwann einmal eine große Flotte zu haben, die Deutschland würdig repräsentiert, ohne deswegen mit den ersten Seemächten zu rivalisieren, so sind Kolonien un­entbehrlich. Wir bedürfen der Kolonien für die .Kriegsschiffe und wir bedürfen der Kriegsschiffe für unseren Welthandel. Unsere Handelsflotte ist zu wertvoll, als daß wir sie ohne Sicherung lassen dürften, und für diese Sicherung müssen wir selbstverständlich eine Versicherungsprämie zahlen. Die Ver­sicherungsprämie liegt zum Teil in unserem Flottenetat, zum andern Teil in unserem Kolonialetat. Der Kolonialetat stellt die geringere Aufwendnng dar. Diese ist zugleich wirtschaft­lich eher vertretbar insofern, als man doch nicht in Abrede stellen kann, daß die Kolonien irgendwann einmal ihre Kosten decken und sogar einen Ueberschuß liefern werden.

Auch bei dieser Darstellung glauben wir nichts über­trieben und uns keiner Schönfärberei schuldig gemacht zu haben. Wir haben nüchtern die Tatsachen hingestellt, deren Logik wir uns nicht entziehen dürfen und auch nicht entziehen können.

Nun kommt aber noch ein wesentliches Moment: Es ist gar nicht mehr in Frage, daß wir Kolonien erwerben wollen, sondern wir besitzen die Kolonien, und die Frage geht dahin, ob wir sie mit Ehren aufgeben können. Die Frage, ob wir es auf uns nehmen dürfen, vor den Hottentotten zurückzuweichen, von den Hottentotten uns aus Afrika hinaus­jagen zu lassen, diese Frage braucht man bloß zu stellen, und die Antwort ergibt sich von selbst. Deutschlands Prestige würde unendliche Einbuße erleiden, mürbe einen gar nicht gutzumachenden Schaden haben, wenn wir nach zwei­jährigem Feldzug uns außerstande erklärten, den Auf­stand in Südwestafrika zu überwinden. Das ist keine Parteifrage. Man kann, um ein Beispiel anzuführen, ein echter und gerechter Zentrumsmann sein, und doch die Erhaltung der Kolonien als eine Notwendigkeit betrachten, der man auch mit großen materiellen Opfern sich fügt. Der Reichstagspräsident Graf Ballcstrem ist ganz gewiß durch und durch Zentrumsmann, und er hat für die Regierungsvorlage, für den von den Verbündeten Regierungen geforderten Kolonial- Nachtragsetat gestimmt. Wenn das Graf Ballcstrem kann, der von dem Zentrum für die höchste parlamentarische Ehren­stelle seit elf Jahren immer roieber in Vorschlag gebracht wurde, so kann das jeder andere Zentrumsmann auch, ohne daß er deshalb fürchten muß, gegen die Anschauungen seiner Partei zu verstoßen. Man tonnte durchaus verschiedener Meinung sein, als es sich um die Frage handelte, ob wir Kolonien erwerben sollen. Es ist aber unter keinem Gesichts- punft eine Frage, ob wir die Kolonien auch behaupten müssen, nachdem wir sie einmal haben, ob cs uns gestattet ist, Opfer für ihre Behauptung zu scheuen. Keinem einzigen Staat, der je Kolonialpolitik getrieben, sind Opfer für seine Kolonien and trübe Erfahrungen erspart geblieben. Wir haben keinen Anspruch darauf, die unangenehmen Erfahrungen nicht zu machen, die andere vor uns gemacht haben und andere nach ans machen werden. Jetzt ist die Ehre des Reiches engagiert, »nb da gibt es kein Paktieren.

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Sieben prozent Bankdiskont.

Die Reichsbank hat gestern den Diskontsatz auf sieben Prozent, den Lombardzinsfuß auf acht Prozent erhöht und damit einen Stand erreicht, der seit Bestehen des Institutes nur einmal, im Dezember 1899, bei der Preußischen Bank nur während des Krieges 1870/71, dagewesen ist.

Ein ernstes Mahnwort.

Als im Oktober d. I. der Bankdiskont die bemerkens­werte Höhe von sechs Prozent erreicht hatte, wurde von der Reichsbank selbst ausdrücklich betont, daß diese Maß­nahme der Erhöhung nicht nur ein Eingehen auf die Geldverhältnisse bedeuten solle, sondern eine Mahnung an die Börse, an die Industrie und die Bankwelt, die Spannung nicht zu weit zu treiben. Auch diese Warnung ist ungehört verhallt, wie die vorhergehenden, und die heutige Situation gleicht erschreckend der vor sieben Jahren, als der Diskont ebenfalls auf sieben Prozent hevcäesetzt werden mgßte. $amaté ging der Anstoß von