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Nr. 219

Dienstag, ven 18. September 1906

15. Jahrgang

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NnakHangige Tageszeitung

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(Hießener Weitung)

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für Oberhesim und die Kreise Marburg und Wetzlar; LokalMzeiger für Gießen unb Umgebung.

Enthüll alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen, des Großh. Polizeiamtes Gießen und anderer Behörden von Oberheffen BBB HHB-_______1 - J" 1 1 " 1 H-- '^^«^^l^---------->

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Bestellungen

vorliegende Tageszeitung für das

letzte Quartal 1906

werden von allen Postämtern, bei unseren Trägern und in unserer Geschäftsstelle entgegen- genommen.

----- Reicher Text.

Gute Information.

Ausgezeichnetes Familienblatt für alle Kreise.

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ratsam ist, was sich in manchen Kleinstädten von selbst ein­gebürgert hat. Nicht in allen Kleinstädten übrigens. Der an Wochenmärkte anknüpfende Besuch der ländlichen Bevölke­rung kann bereits die Geschäftsbedingungen umgestaltcn, den mittäglichen Ladenschluß hindern.

Beobachtung und theoretische Erwägung lassen erkennen, daß Inhaber und Angestellte von Tendenzgeschäften ihren Umsatz mit Bequemlichkeit in kürzerer Zeit befolgen tonnten, als während deren sie dem Käufer sich zur Verfügung halten. Daraus geht die theoretische Möglichkeit hervor, in verkürzter Geschäftszeit die notwendige und erwünschte Arbeit zu leisten. Es handelt sich nur darum, daß der Käufer angehalten und gewöhnt wird, innerhalb billiger Grenzen sich in eine ver­kürzte Einkaufsgelegenhett zu schicken. Wird die Kürzung in einer Art allgemein eingeführt, so kommt niemand zu Schaden und es bleibt der reine Zeit- und Arbeitsgewinn für den Geschäftsinhaber und seine Angestellten. Es war deshalb sehr klug von dem Gesetzgeber, daß er den einzelnen Orten gestattete, in Uebereinstimmung mit der Mehrzahl der nächsten Interessenten eine weitere, mäßige Kürzung der Tendenz­geschäftszeit anzuordnen.

Das Hauptgewicht ist dabei auf die Zusttmmung der nächsten Interessenten zu legen, denn diese werden in der Regel die besten Beurteiler der einschlägigen Verhältnisse sein. Sie werden sich nicht gegen Reformen sperren, die unter allen Umständen eine Vermehrung des Behagens bieten, sobald sie einsehen, daß ihnen daraus kein Schaden erwächst. Sie werden aber auch dafür sorgen, daß nicht sozialer Uebereifer zuweit geht und in einseitiger Berücksichtigung der Verkäufer Dem Käufer Unbequemlichkeiten auferlegt und den Verkehr belästigt. Das Beispiel Leipzigs ist belehrend, aber nichl zwingend: es gibt nur eine Anregung, von Stadt zu Stadt eine erneute Prüfung der Verhältnisse ein treten zu lassen.

Merkur.

Politische Rundschau.

Deutschee Reich»

Der Hchtuhr-Laden schtuß.

Die Stadt Leipzig hat für ihren Bereich die Bestimmung getroffen, daß die Ladengeschäfte sämtlich von 8 Uhr abends an geschlossen sein sollen. Die Mehrzahl der Ladengeschäfts- tnhiber hatte die Verfügung befürwortet. Es kann nicht fehlen, daß der Vorgang von Leipzig eine Ermunterung für andere Städte bilden wird, die neue Einrichtung gleichfalls einzuführen. Leipzig ist ein Geschäfts- und Jndustrieort ersten Ranges und hat sehr starken Fremdenverkehr. Gleichwohl haben dort die Kaufleute selbst sich dahin erklärt, daß die Läden von 8 Uhr abends an geschlossen sein sollen. Man wird hiernach nicht sagen können, daß die Vorschrift handels­feindlich, daß sie gegen den Handel auch nur rücksichtslos ist.

Als der Ladenschluß um 9 Uhr abends gesetzlich an­geordnet wurde, sagte mancher voraus, daß daraus großer geschäftlicher Schaden entstehen müsse. Sogar den jungen Angestellten prophezeite man Unheil aus der Neuerung, die sie veranlassen würde, in die Kneipe zu gehen, was immer weniger gesund wäre, als der überlange Aufenthalt im Ge­schäftsladen. Kurz: man versprach sich von dem Ladenschluß um 9 Uhr abends die übelsten Folgen.

Nur eine merkwürdige Erscheinung zeigte sich, die zu denken gab: die großen Warenhäuser, die man nicht in Ver­dacht haben darf, daß sie aus übertteibender sozialer Gesinnung etwas tun möchten, was ihrem Geschäftsinteresse abträgli^ sein könnte, erhoben nicht blos gegen den Neunuhr-Laden­schluß keinen Einspruch, sondern schlossen bereits um 8 Uhr. Sie hatten also keine Furcht, ihre Kundschaft an die kleineren und Spezialgeschäfte zu verlieren, die ihre Läden bis 9 Uhr offen hielten. Sie waren im Gegenteil sicher, daß das Publikum sich schnell gewöhnen würde, seine Einkäufe vor 8 Uhr abends zu machen. Sie mußten sogar der Ueber­zeugung sein, daß die Ersparnis an Beleuchtung den etwaigen Entgang am Umsatz reichlich decken würde. Und sie haben Recht behalten. Kein einziges Warenhaus hat daran gedacht, zu der vorigen und gesetzlich ' gestatteten Ausdehnung der Geschäftszeit zurückzukehren. Wenn jetzt die Mehrzahl der Leipziger Ladengeschäftsinhaber sich der Ansicht der Waren­häuser angeschlossen hat, so ist damit der Beweis erbracht, daß wenigstens in Leipzig die Ladengeschäftsinhaber von dem zeitigeren Ladenschluß keine Beeinttächtigung ihres Bettiebes mehr besorgen.

Damit ist fteilich nicht gesagt, daß für alle Orte zutteffen muß, was für Leipzig zuttifft. Die Lage des Geschäfts ist nicht überall gleich, die Geschäftsbedingungen sind nicht über­all die nämlichen. In Süddeutschland gibt es kleinere und mittlere Städte, in denen Geschäfte mittags eine Stunde oder auch anderthalb Stunden lang geschlossen sind. Das ist keine Vorschrift, sondern Brauch. Die Geschäftsleute wissen, daß zur Zeit des Mittagessens der heimische Verkehr ruht. Da es einen auswärtigen Verkehr nicht gibt, so können sie ohne Schaden die Läden schließen und in Ruhe ihr Mittagsmahl verzehren. In Großstädten ginge das nicht an, schon weil es dort eine allgemeine Essenszeit nicht gibt. Hier hat man âo einen Unterschied, der zeigt, .dass für Großstädte nicht

^ Der preußische Justizminister Dr. Veseler weihte iteiicrridjtcie Obcrlandesgcricht in Düsseldorf feierlich ein. Anschluß an die Eröffnung fand in dem Rittersaale städtischen Tonhalle ein Festmahl statt, an dem u. a. . Finanzminister sowie die Spitzen der Behörden teilnahmen.

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Italien»

In Malland ist der 15. internationale Kongreß bei Friedensfreunde eröffnet worden. Ein Vertreter aus Amerika serlas eine Depesche des Präsidenten Roosevelt, in der dieser namens des amerikanischen Volkes die Hoffnung ausdrückt, ) die Arbeiten der Konferenz für den Frieden einen neuen Schritt vorwärts zur Verwirklichung der Ziele der Anwälte )es allgemeinen Friedens bedeuten möchten.

Amerika.

Da die Intervention der Vereinigten Staaten aus Ritba in drohende Nähe gerückt ist, wollen die eindeimische Regierung und die Insurgenten sich möglichst verttagen, um Der Intervention die Grundlage zu entziehen. Die Regierung 'ckindiqte die Einstellung der Feindseligkeiten an. Emissäre Der Regierung verhandeln mit den Aufständischen. Man ummt an, daß genug nordamerikanische Kriegsschiffe in den kubanischen Gewässern oder unterwegs sind, um 5000 So' Daten und Mattosen in vier Tagen an Land zu setzen.

** Im Staate Ohio wurde die Tochter des Präsides Roosevelt überfallen und mißhandelt. Frau Longwood rubere Miß Alice, hatte sich nach Colombo begeben, ur Der Enthüllung eines Denkmals für Mac Kinley beizuw Bei dieser Gelegenheit wurde sie von Weibern ang Deiche ihr die Kleider zerrissen und sie beschimpfte» üongwood mußte in einen Laden flüchten, bis Poli' mb sie aus ihrer mißlichen Lage befreite.

Hsien.

** Abermals ist in China ein europäischer nordet worden. Aus Tientsin wird gemeldet, br )es österreichischen Konsulats, Emil Threle, Dar, die Heimreise nach Europa anzutteten, r getötet und einer Summe von 7000 Mar Thiele war ein geborener Hamburger

* Am 1. Oktober d. F. treten im B Tisenbahn-Verkehrsverbandes neue Bcdü stellung von Privatwagen in Kraft. Vr ind Aenderungen angeregt worden. ' )er öffentlichen Arbeiten hat die Köm n Hannover beauftragt, die gemachte Eisenbahnverkehrs-Verbande zur E-

Rusdlat

** Der überraschende Tod Hofkreise in gewalttge Erregn' des Zaren soll eine geheime » der Dienerschaft des Zaren - '""ll Trepow und die anderen jpu häur haben. Trepow habe, so wird über den Zorn seines Herrn, Hand an |eitd glaubt man an das Besteben einer Verscy.- den Hof und führt die plötzliche Erttankung mehrerer darauf zurück, dass die Verschwörer ihnen Gift beic

haben. Der Tod Trepows wurde eine jettlang veryeimlicht, wie es heißt, soll das Ableben des Generals bereits vier Tage früher erfolgt sein. An seine Stelle ist der bisherige Kommandeur des Gendarmeriekorps, General Dedjulin, zum Palastkommandanten ernannt worden. Amtlich wird erklärt, daß Trepow an Herzschwäche gestorben sei.

** Das Mitglied des Kriegsgerichts in Warschau, General­major Doroschewsky wurde schwer verletzt, als er in einem Wagen durch die Straßen fu^r. Ein Unbekannter trat an den Wagen und verwundete den Generalmajor durch Revolver­schüsse. Der Täter entkam.

Kleine politische Nachrichten.

Homburg v. d. H., 17. September. Graf Witte, frühere russische Ministerpräsident, ist bereits zum fP Male operiert worden. Atan weiß noch nicht, ob gänzlich hergestellt ist. Nach vollendeter Heilung w' einige Wochen in Paris und Brüssel zubringen, nach Rußland zurückkehrt.

Cnnca, 17. September. Prinz Georg von ' bat eine Proklamation erlassen, in der er seine» Oberkommissar bekannt gibt.

Mailand, 17. September. Im Jn^ Pallanza, Gravellona, Baveno ic. sind 8000 in den Ausstand getreten. Die übrigen den Generalstreik. Die Erregung ist gingen Truppen ab.

Teheran, 17. September. Mit ist der Erlaß bett, die National worden. Die Nationalversammln bestehen, von denen 60 für 7 Vinzen gewählt werden solle» Jahre statt, die Abgeordne'

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*** Am 22. S etwa achttägigen Je beiden Kompagnie- Kaisers in der haben bereits 7 kehmen und G in Szittkehn G^ldev, bk aus Gumb

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