Sitzung der Stadtverordneten Gießens.
(Schluß.)
Gießen, 16. November 1906
Die einzelne Verpachtung von 30 Triebviertel am Philosopht'Nwald hat nicht die erwünschte Pachtsumme gc* b.acht, weshalb die Landwirtsch. Kommission jetzt beantragt das Ganz? an Gastwirt Hornickel, der Pachtwhaber ist, aus 6 Jahre für jährlich 300 Mk. zu verpachten. Fand Zusti»muug. — DaS Gesuch der F rma Euler um Genehmigung zur Anlage einer Privatstraße längs der Main Weserbahn zwischen Damm- und Strinstraße wurde in n chtöffentlicher Sitzung beraten — Die Restforderung brß Steinhauer Schwall von 236,78 Mk. für Lieferung von Steinen zur israelitischen L^ chenhalle soll voll auSgezahlt werden, die eventuell erforderlichen Kosten für Reparaturarbeiten übernimmt die Stadt, dagegen bekommt aber Sch. keine städtischen Arbeiten mehr. Wird beschlossen. — Den alten B^sserzubringer der städt. Feuerwehr, welcher infolge der neuen Feuerlöschein- richtung und Geräte nicht mehr gebraucht wird, will die Gemeinde Rod heim a.B. jüc 250 Mk. kaufen. Die Mehrheit war für den Verkauf. — Die Turnhalle der Oberrealschule wird auch in diesem Winter kostenlos für volkstümliche Vorträge freigegsben. — Große Meinungsverschiedenheiten traten beim folgenden Punkt:
Errichtung einer Milchküche und eines Säuglingsheims
zu Tage. O.-B. Mecum brachte hierzu ein Schreiben des allgemeinen Verein für Armen- und Krankenpflege zur Verlesung, in welchem gesagt wird, daß vor allen Dingen daS jetzt noch bestehende Ziehkludcrsystem nicht daS rechte mehr ist, um die allzugroße Sterblichkeit der ganz kleinen Kinder zu zu vermindern. Gute Milch j derz it zu einem billigen Preis für die Hausfrauen, kostmlos ärmeren Familien zu beschaffen, • sei eine Notwendigkeit und ferner will Herr Dr. Koeppe bei Errichtung deS Säuglingsheim die ärztliche Aufsicht und erste Anweisung in der Behandlung der Kleinen unentgeltlich übernehmen. Die erste einmalige Beschaffung der Einrichtung der Milchküche erfordert 5000Mk. und für die jährlichen Unterhaltungskosten sind 3000 Mk. nötig. Obgleich die privaten Stiftungen sehr hoch sind, — eS sind rund 11000 Mk. gezeichnet worden — richtet der Verein die Bitte an die Stadtverwaltung, daß neben den freien Wohn - resp. AnstaltSräumeu auch die Kosten der erstmaligen Einrichtung geleistet würden. O.-B. Mecum sagte weiter, daß die F na^zkommiffio« sich vorläufig nur für Bewilligung von 350 Mk. (daS ist der Mietpreis ^iOTWfrjwsMje3Uit.Fwri*ierjie*eBsni-eir ^. ' w-<.TKvwwwffWCMiWiiwe in ■■ eeiiiei
Grohcr
Ausverkauf in prima Solinger Stahlwaren wie: Aue Sorten Scheeren, Rasiermesser, Tesche« , Echlacyt und Küchen-Messer, feine Tischwrsser und Löffel. Farbige Uitpsfiguren u solche auö Glfenbetnmasse sowie viele andere Actikel zu billigst. Preisen.
A. Masé, Messerschinied Zrirchevplatz 11, Gietzen.
Auf Kredit!
lGl«£*j s
Gäiisc und Enten liefert franko jede Bahnstation unter Garantie lebender Ankunft 10 Stck. große Mastgänse 36 OTf-, 12 Stck. ar. fettfleiscb^Enten 22 Mk. M. Miiller, 9tcubcrun (Odschl.)
Nervenschwäche
und deren Folgezustände, Angstgefühl, Appetitlosigkeit,Gedächtnisschwäche, (^emütsverstimm., Herzklopfen, Magenschwäche, Ohrensausen, Mattigkeit, Schlaflosigkeit, Schwindel, Uebelfeit, Zittern dec Glieder ulw., beseitige id) ohne Störung von Berus und Lebensweise aufgrund 30jâhr. Erfahrung
Chemiker Heyde«, Altona Elbe.
der in Bettacht gezogenen Räume in dem ehemals Weber'sche Anwesen in der Wetzsteinstrahe ausgesprochen habe. Ec hätte lieber gesehen, wenn die F.-K. mehr bewilligt hätte. Die Stadtv. Heichelheim, EmmeliuS, Schwall und Wallenfels sind als Mitglieder der Kommission vorläufig gegen Bewllligxng einer höheren Summe, da durch die Privalwohltätigkeit das Unternehmen ja gesichert ist, auch hinreichend für später; ist dann noch eine größere städtische Unterstützung nötig, dann kann eine höhere Bewilligung später immer noch geschehen. Auch Stadtv. Schaffst a e d t und Jann sind dieser Ansicht. Dagegen verlangten die Stadtv. Dr. Ebel, Gabriel, Haberkorn, L ijr ch und Krumm eine größere Summe bewilligt. Stadtv. Kirch ist in der Kommission für 500 Mk. gewesen, stimmt jetzt aber dem Stadtv. Krumm zu, der neben den 350 Mk Miete noch für kostenfreie Installation der GaS- Wasser- und ElfktrizitätSleitangen im Hause plaidiert. Stadtv. Gabriel geht sogar noch weiter, daß die Stadt auch den Verbrauch an Wasser, GaS und elektrischer Kraft nicht anrechnen sollte. Der Antrag deS F -K. fand die Mehrheit. — Zu Punkt 24 gab O.-B. Mecum bekannt, daß Geheimer Medizinalrat Dr. Moritz die Bewachung der Lungenkranken unentgeltlich auSsühren will. Soll die ganze Einrichtung skgenSre.ch sKr, dann ist noch die Anstellung einer Krankenschwester notwendig, wofür 450 Mk. pro Jahr zu bewilligen gebeten wird. Geschieht. Auch für später ist die Stadt zu weiteren M'tteln auch zu haben. — Punkt 25: Veröffentlichung der städtischen Bekanntmachungen in der „Oberhessischen Volkszeitung" wurde vom Stadtr. Krumm, der als Verleger dieser Zeitung zeichnet, sehr befürwortet. Die Finanzkommission hat von der Einbringung eines Antrages avgefehen, w:e O.-B. mitteilte, und überläßt es ganz dem Haus. Für die Bewilligung sprechen die Stadtv. Haubach, Hei chelheim, Iughard, Schasfstaedt, Wallenfels, Dr. Ebel und Beigeordneter Georgi; dagegen die Stadtv E m - melius und Kirch; auch Stadtv. MH. Forstrat Wim- menauer war im Prinzip dagegen, weil das Klatt ein sozialdemokratisches sei und die Sozialdemokratie unsere bestehende Gesellschaftsordnung bekämpfe, aber aus Zweckmäßigkeitsgründen stimme er dafür. Die Mehrzahl der Stadtverordneten war also für Bewilligung und damit wurde noch gleichzeitig der Antrag des O.-B., daß dieser dritten Zätung genau wie auch den „G. N. N." für die Beröff nt- lichungen eine jährliche Vergütung von 150 Mk. bewilligt wird, angenommen. — Mehrere WirtschaftSgesuche wurden nach dem befürwortet und zwar dem Gottfried Abel für Wolsstraße 9 (hier handelt eS sich um Erweiterung einer be-
—■&—■ ■■■■ ■llll■l■nl■!W^J■■nl™ll■■l■r■l■ll■l■■l■H■R■■ll■wl ■
' ! ^:^'- V^y-:. .;^ ^:-?^/
... •:■<
4'.. ^ . ^
y bis MM
treffen täglich Neuheiten ein
Herren-Anzüge, Paletots — Damen-Mäntel Capes, Jackets. — Kinder-Mäntel u. Jackets Knaben-Anzüge und Paletots.
Anzahlung von Mk. 3
Abzahlung per Woche Mk. I
ük
Ohne AnzasiiâuBig erhalten Kunden, welche ihr Konto ganz oder nahezu beglichen haben, Waren und Möbel. . J. Wmânn . bk GIESSEN â
Möbel u Waren
Plockstr
jeder Art
» V.-uM*..' ^^
stehenden Wirtschaft), dem Heinrich Geis für Ba^ Hofstraße 52 a (alkoholfreie Wirtschaft) und dem WildeD Clement für Grünbergerstraße 107 (Rest. Germaur DaS Gtsuch der Theodor Reinartz Ehefrau für SiunbercT: straße 47 wurde in nichtöffentlicher Sitzung besprochen.
♦ *
,..^^1'?ü
E^s * n^M»r . M" ^nSt
Damit war die T.-O. erledigt. Bevor die öffentliche tzih^ geschlossen wurde, teilte Stadtv. Jann mit, daß Bewoh^ des KleebachtaleS lhm über den Stand der etwaigen arbeiten der von den betr. Olten gern gewünschten Kl ex, bachtalbahn gefragt haben. O.-B. Mecum hat n. (fl,l(|t„ Frühjahr d. Js. nichts mieber davon gehört, die »fq 1 ^- ÄÄ1 liegen bei Großh. Handelskammer Gießen. k^ , * Der
--------- ---.I „'W-°^d
A4 ËMfS*
Loks-er. \^^
* Der „Darmst. Ztz." wird geschrieben, ba§ der L Reiten großherz og in 35 Generation von Karl dem Gryj, ^vist abstammt. — Die Taufe deS ErbgroßherzogS soll q r^V, bei 1® 4. Dezember statlfindev, doch steht die offizielle Bestätig^ . a . ^gtal dieser Terminsseftfitzung noch aus. — Bon anderer H^ r ^' vün tii wird weiter nfm^lhel* Di» Ni^t»nst^sl? haften it n O»ä_ ? lâüt W nb«'
wird weiter gemeldet: Die Patenstelle haben u. a. Kais« Wilhelm, Kaiser Franz Josef, der Zar Nikolaus und Ks^ Eduard von England übernommen. Neben seinen bu^ Vornamen soll der junge Erbgroßherzog die Namen seins Taufpaten erhalten.
* Parlamentarisches. Der VerwaltungSreviswül« Ausschuß der Zweiten Kammer erledigte in vorläufiger & ratung den Rest des 5. Titels und darauf den 6. und: Titel, die die Verwaltung deS städtischen Vermögens, foty die städtischen Umlagen usw. behandeln.
** ES fr (feit. In Darmstädter politischen Kreiji verlautet, daß Finanzmintster Gnauth amtSmüde sei.
* Der Vorstand der hessischen Land wirtschaft«, kammer hat beschlossen, den bisherigen Generalsekrei:! deS LandwirtschaftSrateS, Oekonomrerat Dr. Müller, aq als Generalsekretär der neuen Landwirtschaftèkammer zu iibü nehmen. Ebenso wird der Assistent Dr. Hamann in di LandwirtschaftSkammer übertreten. Ob auch die Beavtrr der ProvtnzialqejchästSstellm übernommen werden, steht nr§ dahin. — Die Generalversammlung deS rheinhessis^ Provinzialvereins findet wahrscheinlich noch in diesem ^or: » öâ ist virht) in Marnz statt. 1 L : kft ( ? (,i
* Nachdem sich am Montag und DienStag borigtr irf dm s$iD Woche 35 Schulverwalter in Darmstadt der D es irntorie'. k " Prüfung unterzogen hatten, taten dasselbe von Frau,
S»L
•»•Ä
^ ^'St
^MM w
♦ Dit üfliW f n die io der biräp ^•/J ' 31 dn 6«
B o» (omaenben BktiiM«D> ton Lortrog über sâ'S siehe W .^ Dr. Aruno w Mel Zaust das völliger ©ortrog
k fr doch f. 8t st
fliijflta Redner, llt'ckch zu Asseln
v. W. bis Dienstag d. W. nun 22 Lehrerinnen. Erft ng : .'(1 och bteimol I ß. Ein „Ve
Bekanntmachung.
Betreffend: Handelskammerwahleu.
Zur Vornahme der Handelskammerwahlen Wä Termin bestimmt:
1. für den Wahlkreis Gießen Stadt auf Mittwoch, den 21. November ds. Js., uachmttt^
2 bis 6 Uhr im Büreau der Handelskammer Gießen, Nordanlage ü
2. für den Wahlkreis Gießen-Laud auf
Mittwoch, den 21 November dS. IS., Vorwitz 11 bis 12 Uhr
im Büreau der Handelskammer Gießen, Nordanlage li 3. für den Wahlkreis Lich auf
Mittwoch, den 2*. November ds. IS., uachmittgt 2 biS 3 Uhr
im Büreau der Großh. Bürgermeisterei Lich.
Als Wahlkommissare fungieren für Gießen-E^ Herr Kommerzienrat H. Schirmer - Gießen, für Giro Land Herr Kommerzienrat S. Heichelheim - Grund für Lich Herr Georg Stammler- Grünb«
Die Wahlberechtigten der genannten Wahlbc n werden zu der Wahl mit dem Anfügen geladen, das i dem Wahlbezirk Gießen-Stadt 4 Mitglieder und in * Wahlbezirken Gießen-Land und Lich je 1 Mitglied & Handelskammer zu wählen sind.
Gießen, den 15. November 1906.
Die Gl otzherzogliche Handelskammer.
Der Vorsitzende: Koch.
Der Syndikus: Dr. Zeidler.
Bergebung von Erdarbeiter
ilitjen" tturbe । rnftn, der sich die I Wicher Interesse
jn^g bei Gtand 7i) der Gls-lligkei trabigm und trau:
I ^fi klvqlhörigm,
Sonnen
. Ich be nnb unterwerfe n
Bekanntmachung.
Die am 15. Oktober stattgefundene Verpachtung von Triebvierteln, mit Ausnahme der Triebviertel in Gewann 7 bei dem Vhtloiophenwald, sowie die am 5. November stattgefundene Verpachtung von Gelände aus dem Nahrungoberg, am «nlwcg, auf der Warte und bei der Marga eeenhütt' sind genehmigt
Die Pächter haben binnen 8 Tagen für Bürgschaft zu sorgen und wollen sich dieserhalb an den Ratüdicner Dörr im vormaligen Hospital zwischen 12 und 2 Uhr mittags und l/i7 und 8 llhc abends wenden.
Gießen, den 15. November 1906.
Großh. Bürgermr^eerei Gießen.
Mecum.
Bekanntmachung.
Die unterm 6. November 1906 angeordnete Sperre Walltorstraße zwischen Braugasse und Nordanlage wird hiermit aufgehoben.
Gießen, den 15. November 1906.
Großh. Polizeiamt Gießen.
Herberg.
J-mtn.^oxf.( ”*M|.i« ;'°»"A»^
L "t hrrrc» Ä" ^>r<« ntilt drnt,- ^«»-Nn, ■SMb
M K«ab "‘ »«ft
Fr?
rvekamrtmuchuug.
Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird die Steiustraße zwischen Schiller- und Weserstraße von heute an bis auf weiteres für den Fuhrwerksverkehr gesperrt.
Gießen, den 15. November 1906.
Großh. Polizeiamt Gieße«
Herberg.
Bekanntmachung.
Die unterm 22. Oktober 1906 angeordnete Sperre die Goetheftraste zwischen Ludwig- und Stephanstraße wird hiermit aufgehoben.
Gießen, den 15. November 1906.
Großh. Boltzeiamt Gießen Herberg.
für den Neubau der Irrenanstalt.
Auf Grund deS Ministerialerlasses vom 16 1 1893 wird dec Transport von ca. 2500 ebm Erde uE mals öffentlich ausgeschrieben.
Bedingungen und Angebotsunterlagen können > unserem Neubaubüreau auf der Baustelle an der straße eingesehen und dortselbst zum Selbstkosten^ erhoben werden. , J
Besichtigung der Baustelle ist zur richtigen Jlc
abgabe erforderlich. Die Angebote müssen mit 5 '^ Jhene Lf ? sprechender Aufschrift versehen, bis zum Ecüffnungste^ Samstag, den 24. November 1906, vor«. U® postfrei auf unserem Amte (Stephanstraße 18) eintrrp
Zuschlagsfcist 3 Wochen.
Gießen, den 13. November 1906.
GrotzhetzoglicheS Hochbauamt Giet«
Becker.
Die
KM
nachung. . ■ yP
Kanalisationsarbeiten w
ntfrhrn t^ilbmea und J® ' .
Betanntmachnng.
Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten der „Großer Steinweg" zwischen Eichweg und
v . u ------- 1 w- o~.straße von heute an bis auf Weiteres für den
HauS Nr. 71 und Südanlage wird hiermit aufgehoben.' verkehr gesperrt.
Gießen, den 14. November 1906. Gießen, den 14. November 1906.
Bekanutmachuug.
Die unterm 18. Oktober 1906 angeordnete Sperre des östlichen Bürgersteigs des SelterSwegs zwischen
Gießen, den 14. November 1906.
Großh. Polizeiamt Gieße«.
Herberg.
Großh. Polizeiamt Gieße«. Herberg.