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Dienstag, Pen 16. Oktober 190b 15. Jahrgang

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MnilShängigr Tageszeitung

lOießener Weitung)

für Okerheffm und die Kreise Marburg und Wshlar; Lokalameiger für Gikherr und ümaebnne.

Enthält alle amtlichen Bekanntmachunsien der Großh. Bürgermeisterei Gießen, des Großk. Poli^iamtes Gießen und and^r^r ^efförd.-n nnn ^' - ^^c^ _______ ____ _lM2WUIWJg!IW4UM-kWMiht>iv^i VW TY^ZXft'VTC J>JR/' r i Ti /W'Zl z-,jrr-VtÖ1.*V rWWTW » »^', LSD * »fW./ J. > W* MT»?<1" '*ä»T^M 1 Ji Qg?»fgVlfWr HlIM ' .' M-Ma %!T»CAl?1gMJLAtt/»^r7<£ÂX^hrjJ» eV. 4/,UKMFMf. J3MK^f ^LfJ« fc^BOCftm. Mi ^- KUftiruw

Das neueste.

Zu Präsidenten der hessischen Landwirtsschafts- kammer sind GH. Neg.-Rat Haas und Frhr. von Heyl vorgeschlagen.

Bezirkspräsident Prinz Alexander zu Hohenlohe reichte nack einer Unterredung mit dem Reichskanzler sein Entlossungsgesuch ein.

In dec Großherzoglichen Familie wird für Dezember ein freudiges Ereignis erwartet.

Kaiser Wilhelm nahm an der Hochzeitsfeier des LegationSrats Dr. V. Bohlen-Halbach mit Fräulein Bertha Krupp auf Villa Hügel teil, hielt eine beachtens­werte Ansprache und verlieh dem Dr. jur v. Bohlen- Halbach den Namen Krupp von Bohlen-Halbach, mit der Bestimmung, daß dieser Name zur Erhaltung des Krupp'schen Namens auf den Abkommen des Mannes­stammes übergehen soll, .welcher dereinst den testamen­tarischen Bestimmungen Alfreds und Friedrich Alfreds Krupp gemäß in den Besitz der Kruppschen Fabriken treten wird. Die Abreise des Kaisers erfolgte um 5 Uhr nach Bonn.

In Wingate (England) fand eine Grubenexplosion statt, wobei über 200 Personen venschüttet wurden. Bisher sind 27 Leichen geborgen.

Die Beschäftigungslosen.

Seitdem man angefangen hat, sich mit der Arbeiterfrage^ zu beschäftigen, ist das Problem, was man mit den. Beschäftigungslosen beginnen soll, einer der schwierigsten Teile der gesamten Aufgabe gewesen. An Vorschlägen und Versuchen der Lösung hat es nicht gefehlt, doch noch kein Vorschlag hat die nähere Prüfung bestanden, kein Versuch hat sich bewährt. Die französischen Nationalwerkstätten, eine Probe im großen, hat jahraus jahrein viele Millionen ver­schlungen, ohne ein Ergebnis zu zeitigen, das zu dem Auf­wand in einem irgend annehmbaren und vernünftigen Ver­hältnis stand. Damit ist die Schwierigkeit, aber noch keines­wegs die Unlösbarkeit des Problems bewiesen. Die Schwierig­keit liegt nicht zum wenigsten darin, daß die Ursachen der Beschäftigungslosigkeit gar so mannigfaltig sind, und daß die meisten Lösungsvorschläge immer nur eine einzelne Kategorie der Beschäftigungslosen der Ursache nach berücksichtigten. So waren die französischen Nationalwerkstätten darauf eingerichtet, die Reservearmee der Arbeiter aufzunehmen, denen die Industrie aus Mangel an Aufträgen keine Beschäftigung geben konnte. Selbstverständlich waren die Nationalwerkstätten vor die schlimme Wahl gestellt, entweder solche Arbeit zu leisten, von der die private Unternehmungslust wegen ihrer Ertraglosig- keit sich abgewendet hatte, oder der privaten Industrie Kon­kurrenz zu machen und dadurch deren Lage noch ungünstiger zu gestalten. Das Ende, wie bereits erwähnt, war auch da­nach : die Nalionalwerkstätten mußten geschlossen werden, nach­dem sich herausgestellt hatte, daß sie ein ungeheueres Geld kosteten und dabei mindestens ebensoviel Beschäftigungs- lofe machten, wie sie Beschäftigungslosen Arbeit gaben. Wenn eine industrielle Krise anhebt sie braucht noch gar nicht zum vollen Ausbruch gekommen zu sein so be­ginnen die Arbeiterentlassungen. Es fehlt eben au Arbeit. Wenn eine Fabrik durch Feuer zerstört oder ihr Betrieb dadurch auch nur unterbrochen wird, so finb die Arbeiter be­schäftigungslos. Wenn ein Streik ausbricht, wenn eine Aus­sperrung verhängt wird, so ist die Beschäftigungslosigkeit da. Das sind nur einige von den vielen möglichen Ursachen der Arbeitslosigkeit. Was die oben gedachte Ursache des Feuer­schad- s betrifft, so ist vor Jahren der Vorschlag gemacht worden, in die Feuerversicherung eine Art Versicherung der [Arbeiter gegen die durch Feuerschaden bewirkte Arbeitslosig­keit einzubegreifen. Der Vorschlag erwies sich als unaus­führbar, weil er zwei Versicherungen ganz verschiedener Natur miteinander verkoppelte, weil man die Feuerversicherungen nicht zwingen konnte, die Versicherung der Arbeiter gegen Arbeitslosigkeit, wenn auch in beschränktem Umfang, nebenbei mit zu übernehmen, und weil der Gedanke nicht 'abzuweisen war, es möchte in dieser Einrichtung ein Anreiz, wenn schon nicht zu Brandstiftungen, so doch zu vermindertem Eifer bei Abwehr von Feuersgefahr liegen. Nur ganz flüchtig wollen wir noch die Fülle der individuellen und gewissermaßen ver­schuldeten Ursachen der Arbeitslosigkeit erwähnen: Trunksucht, vârträglichkit, Trägheit.

Jetzt fett wuR in Dänemark ein neuer Versuch zur Lösung der Problems untern omm^n werden. In der Thronrede, die de« dänische» Reichstag eröffnete, ist ein Gesetzentwurf an- gekvndigt, der die Errichtung staatlicher Hilfskassen für Bs- schäftigunAtt^e vorfch^gt. Der Staat soll von de« in biefe Hilfskassen «beliefernde« Beträgen ein Drittel bis zur Höchft- sumvie vs« 575 000 Mark für jede einzelne Kage, über­nehmen. Jede Kasse mng mindestens fünfzig Mitgliedar zählen. Die Unterstützung der Mitglieder bei vorübergehend«.' Beschäftigungslosigkeit soll zwei Drittel des normalen Lohn- xinkommens der betreffenden ^itqtieber nicht übersteigen. Die

Beihilfen fallen fort bei Personen, die von einem Streif oder einer Aussperrung betroffen sind, die wegen Krankheit ihre Beschäftigung verloren habc.r für diese sind Die Kranken­kassen da ferner bei Personen, die ihre Arbeit ohne Hin- reichsnden Gr,, d verlasse»., oder die ihre Beschäftigung wegen Neigung zu gen^dnh^ctSmäßiger Trunksucht oder zu Ausschweifungen vreliere»» oder weil sie durch streitsüchtiges Verhalten g^gen Arbeitgeber oder Arbeits­genoffen sich mißliebig machen. Ebenso ruht die Bei­hilfe für Mitglieder während der Ableistung ihrer Militär­pflicht, während des Aufenthalts in Gefängniffen, während des Bezuges von Armenunterstützungen in gewisser Höhe, und endlich für die Mitglieder, die sich weigern, eine von der Kassenverwaltung ihnen übertragene, ihrer Leistungsfähigkeit, Anlage und Bildung angepaßte Tätigkeit zu übernehmen.

Aus der vielfachen Verklausulierung schon ist zu erkennen, daß man auch in Däriemark den Stein der Weisen nicht ge­funden hat. Es fragt sich, ob der praktische Erfolg sehr groß sein wird. Immerhin ist der Vorschlag ein mutigss Be­ginnen, ist dankenswert und lohnt einen Versuch. Gerade daß er in einem enger umgrenzten Staat angefteKt wird, macht ihn übersichtlicher, befreit ihn von Nebenwirkungen und ermöglicht dadurch ein sichereres Urteil, als bei einer Probe größeren Umfangs der Fall wäre. Deutschland ist aus dem Gebiet der Sozialgesetzgebung so vielfach bahnbrechend voran­gegangen, daß es in einem Spezialausschnitt dieser Gesetz­gebung einem Nachbarstaat den Vortritt neidlos gönnen darf«

politische Rundschau.

Deutsches Reich,

* Um festzustellen, ob infolge der Abneigung industrielle Kreise gegen die neuen Handelsverträge eine Auswanderung der deutschen Judusttie nach dem Auslande stattgefunden habè^ wie dies von verschiedenen Seiten behauptet wird Hai der Staatssekretär des Innern eine Rundftage veranstaltet. Die Bundesregierungen sind ersucht worden, etwaige Fälle von industriellen Bettiebsverlegungen in das Ausland genau und nach ihrem besonderen Tatbestände zu ermitteln und die Gründe der Verlegung in jedem Einzelfalle aufzuklären.

* In Berlin wurde am Sonntag die Generalversammlung des Bundes der Industriellen abgehalten, zu der zahlreiche Delegierte aus dem ganzen Reiche erschienen waren. Der Vorsitzende, Kommerzienrat Wirt, begrüßte die Erschienenen und den Vertteter des Preußischen Handelsministers- und erstattete den Geschäftsbericht. Die Versammlung befürwortete in einer Resolution die Schaffung eines deutschen Industrie- tages als Gesamtverttetung der Industrie und beauftragte den Vorstand mit der Einleitung der Vorarbeiten. Es folgte dann die Beratung über die staatliche Versicherung der Privat­angestellten.

* Die Veröffentlichung der Memoiren des Fürsten Hohenlohe hat ein Opfer gefordert. Augenscheinlich auf direkte Veranlassung des Kaisers hat der Bezirkspräsident von Kolmar, Prinz Alexander zu Hohenlohe, sein Entlassungs­gesuch eingereicht, nachdem er Sonntag in Homburg eine längere Unterredung mit dem Reichskanzler gehabt hatte. Rach den Informationen unseres Berliner OB.-Mitarbeiters wird dem Gesuch unverzüglich Folge geleistet werden.

Angesichts dieser Wendung der Dinge, die allerdings zu erwarten war, sind die Stimmen des Auslandes über die Veröffentlichung der Denkwürdigkeiten besonders interessant. Die englischen Blätter verurteilen die Publikation einstimmig und nennen sie unehrenhaft, unpattiottsch und eine bodenlose Indiskretion. Ein führendes Blatt sagt:Wenn es etwa Brauch werden sollte, daß die Erben von einflußreichen Staatsmännern deren Erinnerungen ohne weiteres preisgeben könnten, dann würde es mit den fteundlichen Beziehungen zwischen den einzelnen Staaten bald zu Ende sein. Es liege im gemeinsamen Interesse aller Mächte, daß solchem Treiben ein für allemal energisch ein Ende gemacht werde."

Russland,

** Die neuesten Meldungen bilden wiederum eine Blüten­lese von Raub- und Mordtaten. Daneben hat die Polizei ein paar Anarchistenwerkstätten aufgehoben.

Petersburg, 15. Oktober. Bei der Verhaftung des früheren Dumaabgeordneten Taraffanka kam es zu er­heblichen Ruhestörungen, in deren Verlauf ein Haus in Brand gesteckt und ein Mann getötet wurde.

Riga, 14. Oktober. Im Außenbezirk der Stadt wurden der Kassierer und ein Bureauangestellter einer hiesigen Gesellschaft von einer bewaffneten Bande über­fallen. Beide wurden getötet, ebenso der Kutscher ihres Wagens. Den Räubern fielen von den 20 000 Rubeln, die der Kassierer mit sich führte, nur 2000 in die Hände. Es gelang ihnen zu entkommen.

Petersburg, 14. Oktober. In dem Kurort Piatikorsk in Kaukasien drangen heute abend fünf bewaffnete Männer in die Wohnung des Verwalters des Nobel'schen Bureaus ein, sperrten die Dienerschaft ein, töteten den Verwalter durch Messerstiche und entflohen unter Mitnahme von dreihundert Rubel.

Petersburg, 15. Oktober. Aus dem Auslande find einige Anarchisten hier eingetroffen. Die Polizei, der ihre Ankunft bereits vorher gemeldet war, folgte ihnen bis in ihr Absteigequartter und verhaftete fie dort. Bei den Verhafteten wurden eine große Menge Sprengstoffe, darunter über 30 Pfund Dynamit, gefunden.

Moskau, 15. Oktober. An der Universität sind ernste Unruhen ausgebrochen. Die Polizei und das Militär vertreiben die dort angesammelten Volksmengen. Die Universität ist vorläufig geschlossen.

** DerHeld" von Porr Arthur. General Stössel, ist durch einen kaiserlichen Tagesbefehl vom 13. Oktober krank­heitshalber verabschiedet werden. Damit dürfte diese Figur wenigstens für einige Zeit von der Bildstäche verschwinden.

Kleine politische JSacbricbten.

Köln, 15. Oktober. In einem Leitartikel fordert die Kölnische Zeitung" die Regierung zur Grenzöffnung wegen der Fleischnot auf, vornehmlich für die Einfuhr gefrorenen Rind- und Hammelfleisches aus Australien und Neuseeland.

Braunschweig, 15. Oktober. Wie verlautet, steht eine Kundgebung des Herzogs von Cumberland an das braun­schweigische Volk bevor.

Petersburg, 15. Oktober. Der bekannte sozialdemokratische Schriftsteller und Agitator Parvus, der zur Deportation nach Sibirien verurteilt war, ist auf dem Wege dahin entflohen. Mit Parvus, der früher in Deutschland tätig war, sind noch zwei andere Deportierte, Rumponzew und Deutsch, ins Aus­land geflüchtet.

Petersburg, 15. Oktober. Der Vatikan bat die Re­gierung um die Errichtung einer päpstlichen Nuntiatur in Rußland. Es besteht wenig Aussicht auf Gewährung dieses Wunsches.

London, 15. Oktober. Die englische aktive Flotte soll um 16 Linienschiffe und vier Panzerkreuzer verringert werden, die zur Reserve übertreten.

Madrid, 15. Oktober. DerHeraldo" meldet, daß das Kriegsbudget eine Erhöhung um 10 800 000 Pesetas anfweist.

Konstantinopel, 15. Oktober. Die Pforte erneuerte ernst­lich in Athen und bei der hiesigen griechischen Gesandtschaft die Vorstellungen über das Unwesen der griechischen Banden in Makedonien und darüber, daß in der letzten Zeit neue Banden die griechische Grenze überschritten hätten.

Pof und Gesellschaft.

*** Die Immatrikulation des Prinzen A u g u st Wilhelm, des vierten Sohnes des deutschem Kaisers, auf der Universität Bonn hat heute in Gegenwarti des Kaisers stattgefunden. Prinz August Wilhelm soll inâ=i gesamt acht Semester, darunter drei in Bonn, studieren. Er wird während seiner Studienzeit von dem Privatdozenten Grafen zu Dohna begleitet sein.

* Auf Einladung des Prinzregenten von Bayern wird mit dem Kaiser auch die Kaiserin zum Besuche des Regenten und zur Teilnahme an den Festlichkeiten für das deutsche Museum nach München kommen. Das Kaiserpaar wird vermutlich am 12. November in München eintreffen.

Die Hochzeit des Prinzen Johann Georg von Sachsen ist auf den 30. Oktober verschoben worden. Der feierliche Einzug der Neuvermählten in Dresden erfolgt am 26. November.

Auf Schloß Meerholz fand Sonntag die Ver­mählung des Prinzen Albert zu Holstein. Glücksburg mit der Gräfin Ortrud zu Isenburg-Büdingen statt. An den Festlichkeiten nahm der Kaiser teil, der sich von dort zu einem Besuche des Reichskanzlers nach Cronberg begab und .gestern früh nach Essen weiterfuhr. Bevor bei Kaiser in Meerholz einttaf, besichtigte er die alte Barbarossa- stadt Gelnhausen und die aus dem 12. Jahrhundert stammend, Burg.

Nach 6monatiger Abwesenheit ist der Reichs. Kanzler Fürst Bülow heute nach Berlin zuruckgekehrt

Soziales Leben,

X Zur Lage im Ruhrgebiet. In über hundert am Sonntag im Bergbaugebiet abgehaltenen, stark besuchten Ver­sammlungen wurde eine Resolutton angenommen, dahin­gehend, daß die Belegschaften sich mit der Eingabe der ver­schiedenen Bergarbeiterverbände einverstanden erklären und an der Forderung der 15prozentigen Lohnerhöhung festhakten wollen. Im allgemeinen gaben sich die Bergarbeiter der Hoffnung hin, daß sie diesesmal auf ein Entgegenkommen sinkens des Bergbaulichen Vereins rechnen dürfen. Wie m den Versauunlungen mitgeteilt wurde, hätten einzelne Ze«ho« sich bereit erklärt, eine Lohnerhöhung zu bewilligen. Me bergbaulichen Vereine des deutschen Reiches find auf Mittw-ih den 17. ds. Mts., abends 6 Uhr, zu einer Versammlung nach Berlin einberufen worden, um zu den von der sogenannten Siebenerkommission der Bergarbeiter aufgestellten Forderungen Stellung LU nehmen.