Hr. 295
Zweites Blatt
Samstag, den 15. Dezember 1906
15. Jahrgang
Wchaktt-n n. -«uvtexpebttvm: Gieße», SelterSweg 88.
Rmtffrtt*<nt W Nr. 968.
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GrottSbeUage«: Qberheffische Famtlze»zetta«q (tLglW und die Girhener Eeifeublafe« (wöchentlich).
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(Gießener Hngârtt)
Unabhängig« Tageszeitung
(Gießener Weitung)
für OkEhsHm Md die Kreye M-rbvr- mü> Wetzlar; Lskalanzeiger für Liessen und NmgebMg.
GntWt eßt amtlichen B^isnâwchungen der Grohh. Biugermeisterei Gießen, des G^oßh. Pslizeiamtes Gießen und anderer Behörden von Oberhessen.
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weiche bestens in vorliegender Zeitung gewahrt werden. Gerade in letzter Zett haben sich innerhalb der engeren !$ei mat wie des deutschen Vaterlandes die wirtschast- ^tchen und politischen Partei-Verhältnisse eigenartig gestattet, die Ausdrucksweise ist vielfach eine nicht zusagende, Ifo baß es jetzt doppelt notwendig ist, daß die Bewohner vor Stadt und Land, ganz gleich wessen Standes und Berufes sie sind, eine Zeitung lesen, die objektiv be- rtchltet. In der Erfüllung dieser Vorsätze bemüht, laden
feil zum Abonnement höfl. ein.
Unsere Leserzahl ist in letzter Zeit wesentlich
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gestiegen, was die verehrt. Geschäftswelt veranlassen möge alle ihre Inserate uns mit zu überschreiben; die Preise stellen wir äußerst billig.
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^U^ett, Seltewwe® 85.
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— Die Hochzeit eines H»udertjährigen. In Anfezd in Mähren führte dieser Tage der 101jährige Joseph Koppner der 100jährige Rosa Waldner zum Traualtar. Das „junge* Ehepaar lebte bereits seit dreißig Jahren in gemeinsamem Haushalt.
= Ein Honorar von 150 000 Krone« verspricht der bekannte griechische Bankier Pesmazoglu dem Arzt, der ihn von seinem Leiden (Weißblütigkeit) heilt. Die Athener Aerzte haben erklärt, daß er rettungslos verloren fei. Auf Wunsch der "Angehörigen haben jedoch die Aerzte an Prof. Noorden in Wien einen ausführlichen Kranheitsbericht gedrahtet und ihn ersucht, sofort nach Athen abzureisen. Das Telegramm kostete nicht weniger als 1000 Kronen. Professor Noorden hat die Einladung abgelehnt, weil er den Zustand des Patienten als hoffnungslos anfieht. Ein Pariser Kliniker lehnte ebenfalls ab. Ein Lyoner Professor jedoch ist sofort nach Athen abgereist, und die Angehörigen des Bankiers haben einen besonderen Darnpfer gemietet, der den Hoffnungbringer von Brindisi abholen soll.
= Kleider aus Holz — das ist das neueste der Saison. In den großen Walddistritten des nördlichen Kaliforniens tragen die in den Holzsägewerken und Holzbearbeitungsfabriken beschäftigten Arbeiter Kleider aus Holz. Die Herstellung dieser lederähnliche^ nnb nahezu unzerstörbaren Kleider ist einfach und billig. Holzspäne und Abfallholz wird zermahlen und aufgeweicht, bis eine Art Teig entsteht. Dieser Teig lmrd getrocknet und am Fäden awSgedreht, die so fein wie Garn und so dauerhaft wie die besten Wollfäden sind. Das so gewonnene Garn wird zu Stoffen verwebt, die sich im Aussehen in nichts von dem gebräuchlichen Eorderoh unterscheiden. Bis jetzt haben sich diese Holzkleider so dauerhaft gezeigt, daß sie sich, auch schon wegen des geringen Preises, rllgemein unter den Arbeitern und Werkführern eingebürgert laben.
= Der Gipfel der Frechheit. Fn Borrient ist etn höchst änderbarer Diebstahl vorgekommen. Aus einer Wachtstube er von einer Abteilung des 62. Regiments bezogenen Haupt- ache wurden die für 24 Stunden berechneten Nahrungs- üttel gestohlen. Die Wache hatte infolgedessen den ganzen gg nichts zu essen.
= Wann hat Berlin 6 Millionen Einwohner? Nach ?mer Berechnung dürfte dies in 30 Jahren der Fall sein. Die Bevölkerung des ganzen Deutschen Reiches weist in letzter Zeit durchschnittlich einen jährlichen Zuwachs von 800 000 bis 900 000 Köpfen auf; da nun dieser Zuwachs sich auf die Städte verteilt — das platte Land gibt seinen Ueberschuß an )ie Städte ab — und Berlin etwa den 10. Teil der städtischen Bevölkerung in seinen Mauern aufweist, so entfallen auf Berlin jährlich 80 000 bis 90 000 Menschen, was genau der durch die Zählungen festgestellten Vermehrung entspricht. Nach alledem ist es eine durchaus vorsichtige Annahme, daß Groß-Berlin nach abermals 30 Jahren nicht wieder eine Verdreifachung, aber doch die Verdoppelung jener heutigen Bevölkerung erreicht haben, also über 6 Millionen Einwohner zählen wird.
— Schon wieder die Sceschlange. Diesmal hat man sie ganz in der Nähe von Stockholm gesehen und zwar hat der Oberhofjägermeister des Königs von Schweden, Viktor Ankar- crona sie beobachtet. Es war vor wenigen Tagen bekm „Salzseebad" in unmittelbarer Nähe der Hauptstadt. Er und seine Begleiter sahen ein großes Tier im Wasser vor dem Bade. Die Seeschlange war nur etwa 200 Meter entfernt, und sie durchfurchte die Wellen mit der Geschwindigkeit etwa eines Motorbootes, so daß die Wellen an den Strand schlugen. Die Länge des Tieres meint man mit 16 bis 20 Meter an- geben zu können. Es hat eine graubraune Farbe und streckte einen Kopf aus dem Wasser, der dem einer Schildkröte glich. Nachdem das Ungeheuer etwa eine halbe Minute lang ge- geschwommen war, hielt es inne, sank unter die Oberfläche des Wassers und — verschwand, um sich bisher nicht wieder zu zeigen. So lautet der Bericht des OberhofjügewneisterS. der in Stockholm eine ungeheure Sensation erweckt hat. Es gilt abzuwarten, was die Wissenschaft dazu sagen wird.
— Auf einen groben Klotz . . . Ein bayerischer Gemeindeförster erhielt vom Magistrat der Stadt N. eine dienstliche Anweisung auf gedrucktem Formular. Das der Anrede vorgedruckte „Herr" war durchgestrichen. Auf seine Anfrage nach dem Grunde der sonderbaren Maßnahme wird dem Förster die bündige Antwort, alles Durchgestrichene sei anzusehen, als hätte es nicht dagestanden. Der Förster zahlte mit gleicher Münze heim. Seine nächste schriftliche Eingabe lautete: „An den naseweisen Magistrat der Stadt N." Die
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betreffend den Verkehr mit Feuerwerkskörperu.
5- ^ Wir sehen uns veranlaßt, die nachstehenden Be-
ZLZLLZ^-MMlnmungen zur allgemeinen Kenntnis zu bringen mit §23558.-6*= Anfügen, daß die Schutzmannschaft angewiesen ist, * * V ‘ ‘ '' .^Zuwiderhandlungen unnachsichtlich zur Anzeige zu bringen.
1. Wer Frnerwertstörper — Frösche, Crakers, Ee> wärmer usw. — lagern und vertreiben will, hat daz,u die Genehmigung der Polizeibehörde einzuholen. Tos Gesuch muß schriftlich eingereicht werden und die Namen und Sorten der betreffenden Feuerwerkskörper
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hörnte die Angabe der größten Gewichtsmenge, bis ZU welcher die gleichzeitige Lagerung bezw. Verwendung der Heilerweckskörper beabsichtigt wird, ebenso die Bezeichnung des Orts der Lagerung enthalten.
Li« Abgabe von Feuerwerkskörpern an Personen, von denen ein Mißbrauch derselben zu be- sitLchteu ist, insbesondere an Personen unter 16 Jahren ist verboten
Zuwiderbaudlung^rc gegen diese Bestimmungen imben nach § 367 Ziffer 5 des Reichsstrafgesetzbuches mit Geldstrafe dLS zu 150 Mk oder mit Haft be- Üücft, soweit nicht höhere Strafen — Gefängnis von drei Monaten bis zu zw§i Jahren — nach § 9 des Reichsgesetzes vom 9. Juni 1884 verwirkt sind.
2. An bewohnten oder von Menschen besuchten taten ist das Adbrermrn von Feuerwerkskörpern verboten. .
Zuwiderhandlungen werden nach § 367 Ziffer 8 deS Reichsstrafgesctzbuches mit Geldstrafe brs zu 150 Mk. -der mit Hafr bis zu 6 Wochen bestraft
Wenn Eltern, Vormünder oder andere Personen beten Obhut Kinder unter 12 Jahren oder sonstige unzu- liectnungSfä^ige Personen anvertraut sind, es an der er= sonderlichen Aufsicht Hab^n fehlen lassen und diese Personen während der Zeit, wo sie ohne solche Auslicht waren, tiKt derartige UevertreLnug begangen haben, so werden nach Artikel 44 des Hess. Polizeistrafgesetzes die M Beaufsichtigung verpflichten Personen beim ersten Fall? polizeilich verwarnt, im WiederholungS' surfte bis zu einem L »Neil dec auf die Übertretung I fellbft gesetzten Strafe belegt.
Gießen, den 10. Dezember 1906.
G^oLH. ^olizeiLmt Gießen.
Herberg.
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