KÄ
öl'», *
^ \
praktische Anwendung.
Bei Ergänzung deS Kollegiums bringt der Herr Präsident sehr darauf, den Dr jur. utr. Holzhering hinein- -«bekommen. Es geschieht. Nach der Sitzung frägt ein älterer Nat: „Im Vertrauen, Herr Präsident, warum legen Sie denn dem HolKicling so viel Wert lei?"
^Nlln, lieber Kollege, ich kenne ihn von früher her, vom Kegelschieben; »venu ich schlecht ungeschoben hatte, hat er immer gut „aufgeräumt!", und das kaun er bei uns jetzt als Hilfsarbeiter verlvertenl*
H-
Wihverstaudcu.
In einem langweiligen Violinkonzert ist ein Zuhörer endlich ciugeschlascu, »nacht aber gerade auf, alS der „Virtuose" endet, unb bricht aus Erleichterung hierüber in kräftigen Beifall aus. Da tritt oer Künstler erfreut noch einmal an das Pult und beginnt eine — Zugabe.
Jim GotleswiNen", stöhnt der Herr entfett, „versteht der denn gar keinen Spaß!?"
;+:
Nützlich.
„Sie lommcii mir so bekannt vor! . . . Ich muß Sie schon einmal irgendwo gesehen haben!"
.Ja, unter Ihren» Automobil — da haben S' mich letzten Sonntag überfahren!"
:+:
Ein n cu f5 William ent.
Provisor: „Was wünschen Sic?"
Dien st in üdchen: „Für zehn Pfennig doppclsvhlcu- kauendes Nashorn!"
rn nX vnVj
Doppelter Reinfall.
„Sie, Kutscher, mein Herr hat gestern in Ihrem Wagen eine Flasche Wein vergessen."
„Ich habe nichts gefunden."
„Schade! Er hat gesagt, daß sie 4,50 Mark gekostet hat."
„Na, da ist er aber schön hineingefallcn!"
Kgserueuhofblüte.
Unteroffizier (zum Rekruten): „Grashupfer, machen Sie doch kein Gesicht wie ein Huhn, das, statt eines Eies eine Billardkugel gelegt hat!"
HL
Erkannt.
„Guädige Frau, es ist ein Herr draußen, der Sie zu sprechen ivünfd)L"
. Hat er seinen Namen nicht genannt?"
„Nein, er sagte, es sei nicht nötig."
„Kennst Du ihn beim «ich» ?"
„Nein, — er hat mich in die Arme unb Backen gekn ffcu."
„Ah! das ist mein Bruder- Gustav!''
:+:
Klcints Wißverltändnis.
„Sie ivollen also meine Tochter heiraten! Könne»» Sic aber auch eine Frau ernähren?"
„Wenn sie nicht gerade zu argen Appetit hat . . ja!"
Eine fürchterliche Minute.
Humoristische Skizze von H. Frenz.
Mühsam schritt Klaus Störtebecker die staubige Landstraße entlang, auf der die breite Glut der Mittagssonne lagerte. Kein Lüftchen regte sich, den müden Wanderer zu erfrischen, dessen Augen sehnsüchtig »»ach einem schattige»» Plätzchen ausschauter».
Aber die kahle schlesische Niederung, die er durchzog,, starrte baun»- und strauchlos zum Reiferen Himmel empor. „Ein nettes Sonntagsvergnügen", dachte Klaus Störle- beckcr, „so in» Sonnenbrände umherstapfen zu müssen." Jn- ftinhib griff er nach der Flasche, die er in der seitlichen Tasche seines schäbige»» Rockes geborgen hatte. Sie Ivar leer — ganz leer. Prüfend hielt er sie gegen das heiße Sonnenlicht. — Kein Tropfei» war in dem grünen Glase zu er? blicken. Seufzend ließ er sie wieder in ihrem Versteck verschwinde»» und mutlos blickte er die Straße entlang. Eine Shimmerfalte zeichnete sich scharf in seine linke Wange ein — er stöhnte leise.
Acht Woche»» lang zog er nun schon von Stadt zu Stadt, Äon Dorf zu Dorf, ohne Arbeit zu finden. Hier und da behielt man ihn wohl einige Tage, aber dann hieß cs achselzuckend: „Tut mir leid — schlechte Zeitei» — kein Geld — keine Arbeit!" Und wieder »nutzte er auf die „Walze". Er- barmungslos brannte die Sonne. Sie tötete mit ihrer Glut die Frucht in ihrer Entwickelung und tatenlos stand der Bauer dabei und sah den Fleiß des Jahres zunichte werden, und schaute vergebens nach Reger» aus.
Jetzt zog Klaus schor» mehrere Tage stumpfsinnig seinen Weg. Kein Geld im Beutel, kein Stück Brot in der Tasche. Es war zum Verzweifeln.
Mutlos wollte er sich im glühenden Sonnenbrände in den nahen Straßengraben werfen, um sein Elend zu verträumen und zu vergessen, als die in der Ferne auftauchende Spitze eines roten Kirchturmes feine schwindenden Kräfte wieder neu belebte. „Ein Dorf, ein Dorf, Gott sei Dank!" entfuhr cs ihm in überquellendcr Dankbarkeit. Vielleicht fand sich dort Beschäftigung für ihn. Er war ja mit jeder Arbeit zufrieden, wenn sie ihn» nur ein schirmendes Dach bot für die Nacht und notdürftig Speise und Trank. Die Hoffnung beflügelte seinen Schritt, und faum eine Vierte l- ftunbe später fühlte er das holprige Pflaster der Dorfstraße unter seinen Füßen. — —
Er hatte sich zu früh gefreut. Auch hier bedurfte man seiner nicht. Mutlos war er am letze»» Hause der Dorfstraße — dem „Kretscham" angelangt, nachdem er ohne Erfolg die verschiedenen Häuser „abgeklappert" hatte. Gin Stück Brot und einen Trunk Wasser hatte man ihm wohl gern gewährt — aber Arbeit hatte man für ihn nicht.
Ein großer grüner Wagen, wie ihn Gauklerbanden zu ihrer Fahrt benutze»» und der einem wandernden Hause nicht unähnlich sieht, war seitwärts aufgefahren. Drei, vier kleinere Gefährte gruppierten sich um ihn herum, und auf dem nahen Wiesenplane Ware»» mehrere malerische Gestalte»» da- mit beschäftigt, ein Zelt an Zuschlägen. „Große Menagerie von Signor Burbini!" verkündete ein Riesenschild in bunten Lettern.
Klaus Störtebecker trat näher. Vielleicht gab es hier für ihn ein Unterkommen. Ein schimpfender Mani» in hoher» Reitstiefeln — die lange Peitsche in der Hand — trat zorn- geröteten Angesichts aus dem Innern der Wagenburg. Sei»» herrisches Gebaren ließ unschwer den Führer der Truppe erraten. Ingrimmig ballte er die linke Hand zu einer Faust und ließ die Peitsche klatschend durch die Luft fahren.
Die beim Zeltbau beschäftigten Arbeiter vermieden eS, in seine Nähe zu fommen. „Ach waS," überlegte Klaus, „er wird mich nicht gleich fressen!" und entschlossen trat er auf den Erbosten zu. „Arbeit?" schrie ihn dieser gleich nach den ersten Worten an. „Ich brauch' niemanden, oder," fügte er einlenkend hinzu, „können Sie brüllen?" — „Brüllen?" staunte Klaus Störtebecker. - „Ja, freilich, brüllen! — Wie ein Löwe brüllt!" — „Herr," meinte Klaus, „ich hab's noch nicht versucht, — aber ich glaube, es würde schon gehen." — „Na, dann kommen Sie mal mit," forderte ihn der Direktor mit einem Seitenblick auf die herumlungernden Dorfjungen auf. Und neugierig folgte ihm Klaus hinter die ^Wagenburg.
„Wenn Sie brülle»» können, dann ist alles gut," nahm hier Signor Burbini das Wort, „dann sonnen Sie bei mir bleiben. Mir ist nämlich gestern mein Löwe mit der Schlau genbändigerin durchgegangen."
«Ihr Löwe?" —- „Na ja, der Mann, der den Löwen darstellte und ben Sie jetzt ersetze»» sollen," brummte der Signor etwas ungeduldig. „Hier ist das Fell" — er holte eine alte Löwenhaut herbei, -- „in das ich Sic einnähen lasse — wenn Sic ordentlich brüllen sönnen. Ich kann mir doch keinen echten Wüstenkönig halten, bei dem schlechten Geschäftsgänge," setzte er entschuldigend hinzu, als Klaus ihi» noch immer fassungslos anstarrte „Na also, wie ist's mit dem Brüllen? Brüllei» Sie mall"--Hub Klaus Störtebecker brüllte, daß selbst die kecke»» Dorfju»»gcn, die an den Zeltwänden umherstrichen, entsetzt zurückfuhrcn. —
Wenige Knuten später stolzierte Klaus Störtebecker in der Löwenhaut in seinem Käsige auf und nieder. In aller Eile war er in das Fell des Herrschers der Wüste geschlüpft und in sein vergittertes Reich hineinbugsiert iuorben, da einige müßige Bauer»» sich bereits zur Besichtigung der Mc nagcrie eingefunden hatten.
Klaus spielte seine Rolle vortrefflich. Wild rüttelte er an den eisernen Stäben, die ihn von den Zuschauern trennten, daß diese erschreckt zurückbebten. Dazu ließ er seine »nächtige Stimme in markerschütternden Brülllauten ertönen.
Die Bauern waren weitergegangen zu den anderen Käfigen, iuo Schlangen und Schildkröten an der Erde hin- krochen. Nur ein paar Kinder staunten noch den Löwen an. Majestätisch schritt dieser in bem engen Gefängnisse umher — und machte bann einen wilden Satz nach den» Gitter, um die davor stehenden K»»abci» z»» erschrecken.
Der Käfig zitterte in seinen Fuge»» vor der Getvalt des Sprunges. Unb — mit Donnergepolter fiel die Holztvaud, die den Löwenkäfig an einer Seite begrenzte, zusammen. —
Klaus Störtebecker schrie entsetzt auf. — Ein Tiger ging dort grollenden Tones auf und nieder.
«Hilfe! Hilfe!" brüllte jetzt der falsche Löwe, der von Schrecke»» erfaßt wurde — nun, da er sich der gräulichen Tigerkatze gegenübersah. „Hilfe!" schrie er aus Leibeskräften, und verzweiflungsvoll klammerte er sich an die eisernen Stäbe. — Kein Ausweg bot sich für ihn — und der Direktor war weit. Auch die Knaben wäre»» erschreckt geflohen. --Hub näher schritt der buntgefleckte Königstiger auf ihi» zu — und trat in den Käfig des zitternde»» „Löwen".--
Klaus schloß die Augen — er glaubte sein letztes Stündlein gekommen — da tönten aus dem Rachen des Tigers die Worte an sein Ohr: „Du Döskopp — Du Dummer — schrei doch «ich so — ich bin ja ooch nich echt!"
_____________ 6
sGraGlGlGlGlGlGlGlGlGlG^