band in xwet erworben hat, während Rußland seinen Anspruch, Schutzmacht des Dalai Lama zu sein, aufgibt. Tibet wird wie früher, ausschließlich als ein Vasallenstaat Chinas betrachtet werden.
Kleine politische Nachrichten«
Lübeck, 6. Oktober. Der Senat beschloß, Mädchen zum Besuch des Reformgymnafiums zuzulassen.
Braunschweig, 6. Oktober. Der braunschweigische Regent- schastsrat hat den Staatsminister Dr. von Otto und Geheimrat Boden zu Bevollmächtigten beim Bundesat ernannt.
Haag, 6. Oktober. Die Regierung zog die Vorlage betreffend die Forderung von 75 000 Gulden zurück, die als Kosten für die Aufnahme der Mitglieder an der zweiten Friedenskonferenz verlangt waren.
Sofia, 6. Oktober. Bei dem Grenzorte Komovswkamak fand ein Kampf zwischen einer türkischen Patrouille und einem bulgarischen Grenzposten statt. Ein türkischer Hauptmann wurde dabei getötet und die trirkischen Soldaten zurückgeschlagen.
Jtlarokkamscbe Wetterseiten.
Tanger, Anfang Ottober.
Es gärt im Lande des Scherifs. Die neuerlichen Un» ruhen in Mogador und Casablanca stehen zwar in keinem tatsächlichen Zusammenhang mit den kürzlichen Sttaßen- kämpfen in Tanger, aber der ideale Zusammenhang, die Abwesenheit jeden Gefühls für Ordnung, ist vorhanden und die jüngsten Vorkommniffe sind um so bedenklicher, als sie nicht Kämpfe unter Muhammedanern bedeuteten, wie in Tanger. Mogador und Casablanca sind beides wichtige Handelsstädte an der Westküste von Marokko. Beide Plätze sind Anlagen verhältnismäßig jungen Datums, der eine spanischen, der andere portugiesischen Ursprungs, jetzt aber beide maurische Städte.
In Mogador, dessen Straßen gradlinig angelegt sind wie die europäischen, trifft der gesamte Handel des Atlasgebietes und des um die zweite Hauptstadt Marokkos Merrakesch gelegenen Landes zusammen. Das Hinterland ist ungemein reich, aber von einer Bevölkerung bewohnt, die jedes Eindringen von Europäern zu verhindern wußte. Seine Bewohner, Sousleute oder Suassi genannt, sind ttotz ihrer Europäerfeindlichkeit sympathische Erscheinungen, offene ehrliche Berber. Aeußerlich erlennt man sie an ihrer düsteren Tracht, sie tragen dunkelblaue Burnusse und Kopftücher, mit denen sie sich selbst das Gesicht zum Schutze gegen die heißen Strahlen der Sonne verhüllen, wenn sie auf ihren pfeilschnellen Kamelen durch die Wüste reiten. In Mogador machte neulid) der mächtige Kaid Anflus, dessen Gebiet an das der Stadt stößt, einen Einfall, hauptsächlich um die zahlreichen Israeliten zu brandschatzen. Diese stehen fast alle unter europäischem Schutz, haben vielfach die ihnen vom Sultan vorgeschriebene Tracht mit der europäischen vertauscht und sich Wohnplätze außerhalb des ihnen angewiesenen Winkels, des Mellah, gesucht.
Dieses nahm der Kaid Anflus als Vorwand und verlangte, daß alle Juden wieder ins Mellah zurücktehrten und veranstaltete eine regelrechte Hetze. Mogador befand sich einige Tage in großer Aufregung, man glaubte, es würde sich noch eine Christenverfolgung anschließen und ein französisches Kriegsschiff wurde hinbeordert. Schließlich zog aber der Kaid Anflus wieder ab, ohne wesentlichen Schaden an= gerichtet zu haben, aber wahrscheinlich nur, nachdem man ihm den Beutel gut gespickt hatte.
Die kurz darauf statthabenden Unruhen in Casablanca richteten sich hauptsächlich gegen die Europäer. In Casablanca, dem Sitze der europäischen Berufskonsulate an der Küste Marokkos, war als Gast des Sultans eingezogen Ma- el-Ainin, zu deutsch Quellwasser. Dieser ist ein Heiliger und 5 war ein sonderbarer. Ma-el-Ainin ist schwarz und reist mit 50 schwarzen Anbetern durch Marokko, wahrscheinlich auf dem Wege nach Mekka. Die dieser Pilgerreise vorhergehenden Fasten mögen ihn etwas erregt haben. Denn plötzlich erfaßte ihn eine große Christenwut. Der Laden eines Franzosen wurde geplündert, Ma-el-Ainin verlangte den armen Besitzer tot oder lebendig, und seine Anhänger rasten unter Mordgeheul durch die Straßen, wobei sie auch glücklich drei Europäer erwischten und jämmerlich verprügelten. Als der Pascha der Stadt seine Soldaten auf Posten ziehen ließ, wurde Ruhe und Ma-el-Ainin zog, von dem Stadtoberhaupt für seinen Glaubenseifer beglückwünscht und hinaus- komplimentiert, ab.
Beachtenswert ist, daß sich die Stadtbevölkerung weder in Casablanca noch in Magador an den Unruhen beteiligte, außer einigen Straßenjungen, die ein paar Fenster èin= warfen. Ob die konferenzgemäße Polizei für solche Fälle Abhülfe geschaffen hätte, ist eine schwer zu beantwortende Frage. — Ich fürchte, nein. Dr. J. Jung.
Soziales Leben«
X Lohnbewegung im Kohlenbergbau. In einer in Essen abgehaltenen Sitzung der Siebenerkommission wurden sich die Vertreter der fünf Bergarbeiterverbände dahin einig, eine Lohnerhöhung von 15 v. H. für alle deutschen Bergbaureviere zu fordern. Diese Forderung wird gemeinsam durch die Verbände an die Organisationen der Bergwerksbesitzer und die einzelnen Grubendirekttonen gerichtet.
Mit diesem Beschluß ist die Gefahr des schon länger befürchteten Generalstreiks näher gerückt. Aus Swansea in England kommt die Nachricht, daß der englische einen Brief von dem deutschen Bergarbeiterverband erhalten hat, in dem dieMöglichkeit eines Ausstandes inDeutschland wegenLohn- fragen erwähnt und angefragt wird, ob im Falle, daß ein solcher Ausstand eintreten sollte, die englischen Bergleute ihren deutschen Kameraden durch Verhinderung einer gesteigerten Ausfuhr englischer Kohle nach Deutschland zu Hilfe kommen würden. Auch bei der belgischen Arbeiterpartei soll wegen der Inszenierung eines Generalstreiks sondiert worden sein. Hoffentlich wird, ehe es soweit kommt, eine Verständigung erzielt.
Reer und flotte.
Lcinwandboote im französischen Hccre. Versuche m t einem von einem Soldaten erfundenen Faltboot haben auf der oire bei Tours mit Erfolg stattgefunden. Zum Zusammensetzen des Bootes, das den deutschen Faltbooten ähnelt, benutzen die Franzosen 4 Gewehre in Verbindung mit
3 Brettern und einigen die Schwimmfähigkeit des Bootes erhöhenden Aluminiumröhren. Sämtliche Bestandteile des Fahrzeuges Difen sich auf dem Marsche bequem durch drei Mann mitführen.
Neuer Kriegshafen Englands. Der Bau des neuen Kriegshafens in D' ----- ist begonnen worden. Es werden Anlege-Quais für ou St o cer und 6 Unterseeboote gebaut.
Nab und fern.
t Verbotene Ansichtskarten. Im Auftrage des preußischen Ministers desJnnern sind die in denHandel gebrachten Postkarten mit dem Bilde des Arbeiters Biewald, dem bei den Straßen- krawallen in Breslau bekanntlich eine Hand abgehauen wurde, jetzt beschlagnahmt worden.
t Eine internationale Automobilansstellnug ist in Leipzig eröffnet worden. Sie ist von zahlreichen Fabrikanten für Motorfahrzeuge, Motoren, Werkzeugmaschinen, Fahrräder- und Gebrauchsgegenstände beschickt. Die Mehrzahl der bekannten Automobilmarken ist vertreten.
f Revolverattentat auf der Straße. Der Tischler Koch in Nieder-Schönhausen wurde nachts dicht an der Schönholzer Heide auf offener Sttaße erschossen. Der Verdacht der Täterschaft lentt sich auf den Bauwächter Sttitzke, der in angetrunkenem Zustande um die Zeit, als der Schuß fiel, etwa 2 Uhr nachts in jener Gegend gesehen worden und seitdem nicht aufzufinden ist.
f Durch Zufall gerettet. Die Familie des bayerischen Kammerpräsidenten v. Orterer in München wäre in der Nacht beinahe einer Gasvergiftung zum Opfèr gefallen. Zum Glück erwachte die älteste Tochter infolge heftigen Kopfschmerzes; sie erkannte die Situation und sorgte sofort für frische Luft und Berufung eines Arztes, dem es gelang, die Folgen der Gifteinatmung bei sämtlichen Familienmitgliedern, die bereits betäubt waren, zu beseitigen.
t Dem irdischen Richter entzogen hat sich der 25 jährige Barbier Goebel in Herrnstadt bei Glogau, der vorgestern seine 21 Jahre alte Ehefrau besttalisch ermordete, indem er ihr mit einem Rasiermesser den Unterleib aufschlitzte. Er wurde kurz nach Entdeckung der schrecklichen Tat in der Nähe von Herrnstadt an einem Baume hängend aufgefunden. Die sofort angestellten Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos.
t Die leiste Schicht. Auf Gräfin Lauragrube sind beim Pfeilerabbau fünf Bergleute durch Zusammenbruch von Kohlenmassen verschüttet worden. Zwei der Verunglückten wurden schwer verletzt zu Tage gefördert. Gestern nacht gelang es, zwei der Verschütteten, leider nur noch als Leichen, zu bergen. Der Letzte konnte schwer verletzt zu Tage gefördert werden.
f Ein geheimnisvoller Gcldfnnd wurde dieser Tage auf dem Hauptpostamt in Braunschweig gemacht. Unter den mit der Bahn eingetroffenen Briefsäcken fand sich ein Pakètchen, bestehend aus zwölf Einhundertmarkscheinen. Es wurden sofort Nachforschungen zur Aufklärung angestellt; man vermutet, daß es sich um einen Diebstahl handelt. Wie wir vor einiger Zeit meldeten, ist auf dem genannten Hauptpostamt ein Wertbrief über 7000 Mark spurlos verschwunden. Ob der jetzige Fund hiermit in Verbindung zu bringen ist, wird die weitere Untersuchung ergeben.
t Gefährliches Spielzeug. In Hayingen fanden Kinder' eine Dynamitpattone, die sie anzündeten. Infolge der dadurch entstandenen Explosion wurden drei Kinder furchtbar verstümmelt, vier erlitten leichtere Verletzungen.
f Explosion im Tunnel. Eine Leuchtgasexplosion zerstörte eine im Bau befindliche Unterführung unter der 6. und der Marktstraße in Philadelphia bis zur Mitte des Häuserblocks. 7 Personen wurden getötet, 12 verletzt.
t Die deutsche Obst-, Gemüse- und Jmkerei-AuSstellnug wurde in Magdeburg im Friedrich-Wilhelmsgarten eröffnet. Die einzelnen Abteilungen der Ausstellung sind ungemein reich beschickt worden, die Imkerei-Ausstellung allein umfaßt mehr als 100 Kästen und Körbe,
Bunte Eagee-Chronik. ? ' '
Hamburg, 6. Oktober. Das Bremer Vollschiff „Ferdinand Fischer", Kapitän Arfmann, ist mit 24 Mann Besatzung aus der Fahrt nach Queenstown verloren gegangen.
Hameln, 6. Oktober. Heute.morgen ertranken bei dem Weserwehr zwei bei der Reparatur des Wehrs beschäftigte Arbeiter.
Wöllstein, 6. Oktober. Der Lehrer R. Schädler, Rendant der Spar- und Darlehnskasse, ist nach Unterschlagung von 28 000 Mark verhaftet worden. Sämtliche Lehrer des Kreises verlieren ihre Ersparnisse.
Innsbruck, 6. Oktober. Das Dorf Dölsach im Pustertal ist zum größten Teil niedergebrannt. Bei den Löschversuchen kamen zwei Personen ums Leben, eine Person wurde schwer verletzt.
Lsssier
*** Zu unserem größten Erstaunen wurden wir am Samstag gewahr, daß Freitag eine ö ff entlich e èitzuvg der Stadtverordneten Gießens getagt. Die Sitzung muß überraschend schnell einberufen worden sein, da man nicht einmal Zeit gefunden hat, die Gießener Lokal-Presse davon zu benachrichtigen, sondern mit einer Mitteilung an einen Pcivat-Journalisten sich begnügte. Wir können urs mit dem testen W llen nicht erklären, wodurch die hiesige Presse die Ignorierung sich zug« zogen hat, da sie stets bemüht ist, ihre Ausgabe in richtiger utb anständiger Weise wahr- zunehmen, sodaß ihr diese Nichtachtung wohl hätte erspart bleiben können.
* Zu den hessischen Landwirtschaftskammerwahlen teilt die „RH-M.'Korr." mit, daß die Wahlbeteiligung in Oberhessen sehr stark war — in manchen Orten wählten 90 Proz nt der Berechtigten — und daß dort der frühere h sfische Bauernbund, also die Richtung Bär-Hufchel-Köhler, fast sämtliche Mandate gewinnen dürfte. In Starkenburg g.ht der Landwirtschaftliche Verein Hand in Hand m»t tum Bauernbund, doch dürste Laterer 5 selbstständige Mandate erringen. Rheirh-ssen zeigte sehr wenig Anteilnahme an den Wahlen.
Gestern Nachmittag 3 Uhr hielt die Freiw. Gailsche Feuerwehr zu Gießen in G'aenwart zahlreicher Z schauer thre diesjährige Schlußübung ab.
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Anwesend waren u. a. die Herren Dr. Wörner, Polijei. aotwann Herberg, Kommerzienrat Gail und Staub, Nireltor Traber, sowie der Vorstand der Gießener Frei». Feuerwehr. Der U-bung lag folgende Idee zu Sn-nde: ^j Die Freew. Gailsche Feuerwehr übt im OSwaldè • Garten ' (l und erhält dabei bte Nachricht, daß daS frühere Semmlet’i* ^ Haus in der Wallto-ftraße brennt. — Das Korps wird & < sofort alarmiert und findet beim Eintreffen auf der Brand- < stille den hinteren Teil des Kouses nebst dem Treppenba« ■l” vollständig vom Feuer ergriffen, das durch die in den Hause lagernden Warenvorräte reichlich Nahrung findet und durch den herrschenden Südwestwind ber-its in der Mitte i ’ des Dachstuhles des nebenstehenden Staudt'schen Wohnhaus-t "" durchgebrochen ist. Den Bewohnern des nach der ©tragt gelegenen Mansaidenzimmerè im Slaudt'schen House ist dadurch die Rettung über die Trrpp- unmöglich gemacht. Auch im mittleren Stocke des Semmler'schen Hauses find Menschenleben in Gefahr. Er erhalten nun den Auftrag: n der Leiterzug, die Rettung der sich in Gefahr befind. Irchen Bewohner der Staudt'schen Mansarde »u bewerb stklligen, und fich dann an dem Ablöschen deS Brandes zri beteiligen, b der Steigerzug, an dem Semmler sche» Hause mittelst Hakenleitern einzusteigen, durch den Rettungi- 1 sack di- noch im mittleren Stocke befindlichen Personen in Sicherhrit zu bringen, den Gesimsrock nebst Leiter an die Vordersassade einzuhängen, die italienische Leiter an der Ecke der ZozelSgasse ouszustellen und mit 2 Schlaucht,enien das Feuer zu bekämpfen. — Die Uebung wurde in alle» Einzelheiten exakt ausgeführt, sodaß die geladenen Herren sich anerkennend äußerten. Rach der U-bung vereinigten die Kameraden sich zu einem gemütlichen Beisammensein in der Restauration „Zum Psau", wo d'e Zeit bei tcesfl,chen Reden und frohen Liedern angenehm hirfloß. Sehr viel Effekt ries j auch eine humoristische Ehrung des Tamburmojors Friedrich i
Diehl hervor.
*—* SanitätS - Ausbildungskursus. Wie auS dem Inseratenteil ersichtlich, beginnt die hiesige Frem. SanitätSkolonne am Dienstag, dem 16. d. M einen weiteren Ausbildungs-Kursus, an dem sich auch neue Mitglieder beteiligen können. Der junge Verein hat in den wenigen Jahren seines Bestehens bewiesen, wie notwendig die Errichtung einer SanitätSkolonne in unserer Stadt ist. Findet doch kein größeres Fest oder sonstige Veranstaltung, die größere Menschenmass n zusammensühtt, statt, ohne daß die SanitätSkolonne zugezogen wird, und jedesmal hat sie Arbeit gesunden. Die am vorletzt n Sonntag abgehaltene gemeinschaftliche Uebung der Feuerwehr und SanitätSkolonne hat den vielen Zuschauern ein recht an» schauttchlS Bild von der Tätigkeit der Kolonne gegeben und wir hoffen, daß ihr ernstes und eifriges Bestreben, ihre Kräfte zum Wohle der leidenden Menschheit weiter auS- zubilden, von Seiten unserer Einwohnerschaft durch den Beitritt vieler neuer Mitglieder unterstützt wird.
P. Zwischen mehreren Personen kam eS heute Nacht in Gießen zu einer Schlägerei, wobei das Messer eine Rolle spielte. Der Täter, der in Notwehr gehandelt haben will, wurde verhaftet.
P. Einem Knechte wurde beute Nacht sein Portemonnaie mit 20 Mk. unter dem Kopfkissen hervorgestohlen.
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gh. Jedem die eigene Scholle! Gestern tagte im „Neuen Saalbau" zu Gießen die Versammlung der gemeinnützigen Bauvereine im Großherzogtuw Hessen, die wieder mit größter Deutlichkeit zeigte, daß eine der brennenften Fragen unserer Zeit das Wohnungsproblem ist. In feurigen Zügen flammt am Himmel unsere» aufgehenden Jahrhunderts daS Wort: Der Kulturstand eines Volkes richtet sich danach, wie ein Volk wohnt. Immer rauher, immer härter ist der Lebenskampf geworden, moderne Geist hat mit stürmender Hand soviel Breschen in die Umwehrung des Einzelnen gelegt, daß er überall vor den innersten Toren deS Ichs steht. Nur. eine Etopor hält noch stand: die Wohnung, das eigene Heim! Fällt auch diese, so verschwindet alle Eigenart und die große Nivellierung bricht zu allen Seiten herein. Dieser zu ver- hindern ist die Ausgabe der gemeinnützigen Bauvereine. - Die Versammlung wurde gegen 11 Uhr durch den Direktor, Landeswohoungs Inspektor Gretzschel, mit begrüßenden Wortw eröffnet. Unter den Erschienenen bemerkte man u. a dm Vorsitzenden der LandeSversicherungSanftalt Geh.-Rat Dief, O.'B. Mecum, Beigeordneten Curschmann, die Stabträt M dizinalrat Dr. Haberkorn und Dr. Ebel, während Pcovinzialdirektor Geh. Rat Dr. B r e i d e r t, d« leider verhindert war, an den Verhandlungen tettzunehmer, sich entschuldigen ließ. Einleitend bemerkte der Vorsitzende, daß die gemeinnützigen Bauvereine in der Prox S arbeiteten und mancher ba^r wohl schon eine Entläuschuri; erfahren; daß die Kraft aber trotzdem nicht erlahmt ft1, spreche nur zu Gunsten der Bauveretne. Die praktische Arbel stkht im Vordergründe, sie ist im wesentlichen Kleinarbeit denn mit der Großzügigkeit, wie die Theorie sie aufwersei kann, kommen die Baugenossenschaften nicht auS. DaS Ideal ist, jedem ein eigenes Heim und wenn möglich, ei» Teil der Mutter Erde, ein Stück Garten zu erringen. Dik Mitarbeit an dieser Aufgabe kann die Geister Versöhner, welcke Gedanken sie auch sonst vertreten. — Der Direkter der BezirkSsparkasse, Döring Gießen begrüßte die Vei- sammelten namens deS evangelischen Arbetter-BauvereinS und teilte mit, oaß Kommerzienrat Heyligenstaebt feine Pfl'chtei als Reichstagsabgeordneter fernhielten. Sehr bemerkenSweit sind die Worte deS Ober-BürgermeisterS Mecum, der vei- sicherte, daß die Stadt Gießen auch in Zukunst dem Bauverei» tatkräftig unterstützen w rde. Dem Bauverein wurden seinn» zett zwei Komplexe zur Verfügung gestellt, auf die er bereit» eine Reihe Arbeiterwohnhäuser erruttet hat. Stadt uv) Bauv^reine stützen sich eben gegenseitig, sch oß Der Db^5 Bürgermeister. Geheimrat Dietz gab seiner Fr.ude ob der Förderung der Bestrebungen Ausdruck. Ec bot aber gleichzeitig, nicht allzuweitgthende Gesuche an die LandeSoer- sicherungS'Anstalt zu stellen, da ihre Anlagemittel von Jabr zu Jahc geringer würden. In erster 2 nie aber sollten ih'e
fielst ja erwerben, f ;* zchmenhäng M, iti in Inter kB Mg ju erwe i-M Arinn-W dich» M 310 Sii
hl«. 18, Js.
AM!
.'..on Herrn Lberarz 2tt UebunMund
$ der Turnhalle ~W abgehalten.
dir Mitglieder b staben pünktli neuer Mgliet p^oonnen^rer, & Verklärungen entge« 2 in ner ersten Uebur
Wutzen, denk
Achtung', i'^itag d. z.
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