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Nr. 211

Zweites Blatt

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Samstag, ben 8. September 190b

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15. Jahrgang

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Deueste Machrichlen

(Oi<H«»er Uageörâ)

Unabhängige Hageszeitung

(Hießener Ieitnng)

für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetzlar; Lokalauzeiger für Gießen und Umgebung.

EntbUt alle amtlichen Bekanntmachungen der Großb. Bürgermeisterei Gießen, des Großb. Polizeiamtes Gießen und anderer Bebörden nan nf^r^"^

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Die Ausstellung für KindeswobL

Von Emma Reichen.

In den Räumen der Philharmonie zu BerNn ist Sonntag enneAusstellung für Kindeswohl" eröffnet worden, die bis 13. September dauert. Unserem Jahrhundert hat man neben manchen anderen Bezeichnungen den NamenJahrhundert des Kindes" zugelegt. Denn die verschiedensten Faktoren wie die medizinische Wissenschaft, die Industrie, Vereine zum Schutze der Kinder, und nicht an letzter Stelle ftirsorgende 22023 110 «_ Frauen wirken zusammen, um den Kindern auf Erden ein

iw 690 971 12 5 Paradies zu bereiten. Vor allem ist man darauf bedacht, die

^Si S Kindersterblichkeit herabzudrücken und die Aufmerksamkeit auf

3 95 412 6^^41: Ke körperliche Pflege und Erziehung der Jugend zu richten.

izViSGn Es ist selbstredend, daß die Förderung des Geistes und die

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Ausbildung aller Fähigkeiten und Talente der Kleinen in dem Programm eingeschlossen sind.

Welche Anregungen gibt die Ausstellung nun den Be­suchern und vor allem den Müttern? Um zu zeigen, mit welcher Sorgfalt das wichtigste Ernährungsmittel des Endes behandelt werden soll, ist ein hygienisch einwandssreier, moderner Kuhstall eingerichtet, in dem die peinlichste Sauberkeit herrscht. Die Kühe sind Staatsexemplare, wie man sie stattlicher und kräftiger kaum auf den Triften Tirols bewundert. Leider kann die Hausfrau nicht viel oder gar nichts dazu beitragen, daß nun auch wirklich alle Kuhställe in Deutschland diesem Musterexemplar entsprechen. Darum wendet sie sich sehr bald

den Dingen zu, aus denen sie für die praktische Verwertung mehr Nutzen zieht. Da ist vor allem ein recht interessanter Milchreiniger oder Milchentrahmer. Er führt den Namen Baltic und verspricht die Milch durch einfaches Hinein­gießen und durchdrehen bakterienfrei zu machen. Diese Maschine ist in allen Größen hergestellt und vermag gleichzeitig die Milch zu entfetten, was sehr häufig für die Ernährung von Kindern und auch Erwachsenen notwendig sein soll. Es würde das Dasein der Mütter erheblich be­quemer machen, wenn fernerhin die Milch nicht erst durch Abkochen keimfrei gemacht zu werden brauchte und wenn schließlich dieser kleine Apparat nicht mehr mit 40 Mark be­zahlt werden müßte. Aber Maschinen, die man im Hause gebraucht sind, wie die Messerputz- und Fleischhackmaschinen, allmählich von ihrem hohen Preise zu einem recht mäßigen herabgegangen. Weil wir nun einmal bei der Milch sind, sei noch auf die bereits recht erprobte Trockenmilch aufmerksam gemacht, die von Kranken und Kindern, die nicht gern Milch nehmen, wohl willkommen geheißen werden wird. Die Milch ist durch ein chemisches Verfahren in Pulver verwandelt worden und wird bei Gebrauch wieder mit Waffer aufgelöst. Sie schmeckt wie Sahne, kaun aber auch im trocknen Zu­stande genommen werden und hat den Vorzug, daß sie'sich wochenlang hält, immer im Hause vorrätig sein kann und man also nie mehr wegen mangelnder Milch in Verlegenheit kommen wird.

Von den vielen Anregungen können hier freilich nur wenige auf jedem Gebiete herangezogen werden. Daß der Körperpflege ein breiter Raum in der Ausstellung gewährt ist, bedarf taum der Erwähnung. Es ist unmöglich, alle die neuen Präparate aufzuführen, welche dazu bestimmt sind, zu desinfizieren und die Sauberkeit zu unterstützen. Weit interessanter sind die Turngeräte anzuschauen, die Hanteln, welche die Körpergewandtheit von Knaben und Mädchen erhöhen sollen. Von Wichtigkeit sind aber unbedingt die Vor­führungen orthopädischer Instrumente, die armen verkrüppelten Kindern zu einer graben Gestalt verhelfen sollen. Ich sah, wie ein verwachsener Mann wehmütig vor ihnen und den beigesellten Abbildungen stand. Ja, wenn in seiner Jugend derartiges für ihn getan worden wäre I

Könnten aber alle Kinder diese Ausstellung sehen, "ie würden einen vergnügten Tag haben. Da gibt es Puppen ohne Zahl, hübsche Zimmereinrichtungen mit allerlei Spiel- gerät für kleine und große Kinder. Da finden sie neue Bau­kasten, Puppenstuben, deren Möbel geflochten sind, Bilder­bücher, Bilder für Kinderstuben, eine Puppe aus Celluloid, die wie ein krankes End mit allerlei Umschlägen versehen ist, die nach der Kneippschen M-thnde mit einer Gießkanne über, sprudelt wird. Aber das Schönste wäre doch das Puppen­theater, indem man alle Märchen zur Aufführung bringen kann und in einer Umgebung, zwischen Kulissen, die so gut gemalt sind, wie die in einem Theater für Erwachsene. Da gibt es feine Kleider und Stiefel, Betten mit vielen Schleifen und einen geschmackvollen Taufaltar.

Man verläßt die Ausstellung mit dem Gefühl, daß eine vernünftige Mutter sich nicht von allem Neuen verwirren lassen darf und stets das weise Maßhalten dem Wohle des Endes am vorteilhaftesten ist.

' Der Landwirt

op. Hamsterschadeu. In einzelnen Gemarkungen der Provinz Rheinhessen sind in der letzten Zeit Hamster geradezu rudelweise aufgefunden worden. Hunderte der Tierchen wurden auf Veranlassung der Gemeindebehörde gefangen. In der Gemarkung Pfaffenschwabenheim z. B. sind im ganzen etwa 2000 Hamster eingebracht worden.

. Die Wintersaaten. Es ist darauf zu achten, daß der Acker sofort nach Aberntung der Vorfrucht umgebrochen werde. Dadurch wird die vorhandene Feuchtigkeit, die sonst auf dem Stoppelfelde leicht verloren geht, nach Möglichkeit erhalten and außerdem neue Feuchtigkeit aus der Atmosphäre und dem Untergründe angezogen. Gegen den Steinbrand des Weizens ist das Saatkorn vor der Aussaat in Kupfervitriollösung zu beizen. Den Winterroggen soll man tm allgemeinen so spät bestellen, als es die örtlichen Verhältnisse gestatten, jedenfalls aicht vor Mitte September. Durch späte Aussaat wird dem Auftreten der Fritfliege am besten voraebeugt, die bekanntlich

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Herbst-Pferdemarkt zu Gießen.

Wie in früheren Jahren beabsichtigen wir auch bei dem am Dienstap, den 11. Septembrr stattfindenden Pferdemarkt eine Pferdeschau mit Prämiierung abzuhalten unb zwar speziell für im Privatbesitz befindliche Reit-, Wagen- und Arbeitspferde; dieselben können unter dem Reiter, ein-, zwei- oder vierspännig auch im Geschirr dorgeführt werden.

Die Prämiierung beginnt vormittags IV/2 Ubr, die Vorführung und Pceisvecteilung vormittags 12^2 Uhr in dem hierfür vorgesehenen Prämiierungsring.

Während der Vorführung findet ^Kovzert der hiesigen Feuerwehrkapelle statt. Es' gelangen nur Ehrenpreise zur Verteilung.

^Anmeldungen haben bis zum Montag, den 10. September bei Herrn August Schwan, Weinhäud- ler tu Gießen zu erfolgen.

Pferdebesitzer laden wir Zur Beteiligung ergebenst ein. Gießen, den 25. August 1906.

Die städtische Pferdemarkt-Kommisfiou :

Jean Kirch.

Wunderbar leichte Entbindung verschafft nachweislich Frau Prof. Mathilde Schmidt's Frauentrost bei Wohlbef. v. Mutter u. Kind. Segen f. d. Frauenwelt!! Schönste Anerkenn. Berlin, Kottbuserstr. 1&.

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in Den jungen Wintersaaten oft großen Schaden anricyrer. Namentlich dort, wo dieser Schädling bereits in den Sommer­saaten beobachtet wurde, ist eine Gefahr für die folgende Wintersaat zu besorgen. Gegen Schneckcnfraß suche man die jungen Saaten durch Kalkstreuen zu schützert. Frisch gelöschter, Bi Pulver zerfallener Kalk wird in den Morgenstunden bei trockener Witterung auf von den Schnecken befallenen Stellen bezw. Felder ausgestreut und diesos nach etwa einer halben Stunde wiederholt. Da die Ackerschnecke in der Regel von rußen in die Felder einwandert, so empfiehlt es sich dort, wo man ihr Auftreten befürchtet, rund um den Acker einen Streifen stark mit Kalk zu bestreuen, um dem Schädling den Gingang zu wehren. Bei der Kartoffelernte sind vor dem Einmieten alle augefaulten und verwundeten Knollen von den gesunden zu sondern. Die angefaulten Knollen würden mit ihren Fäulnisbakterien in den Mieten oder im Keller An­steckungsherde bilden i;nb die Wundstellen das Eindringen der sZäulniserreger begünstigen. Auch sollen die ausgelcsenen jaulen Kartoffeln nicht auf dem Felde liegen gelassen, sondern beseitigt werden.

Vermischtes.

= Falscher Erdbcbcnprophet. Voc einiger Zeit tauchte in Chile einGelehrter" auf, der behauptete, der von ihm konstluierte Apparat zeige todsicher jedes, auch das Heinffe Erdbeben, tagelang vorher an. Man berief den weisen Mann nach Santiago, und in einem dicht gefüllten Saal begann er seinen Wunderapparat zu erläutern. Plötzlich unterbrach ein ungeheurer Schreckensruf den Vortrag, und die entsetzten Zu­hörer stürzten zum Ausgong hin, das ganze Gebäude krachte und dröhnte in allen Fugen; die Mauern begannen zu wanken und drohten einzustürzen, erschüttert durch ein Erdbeben von ungewöhnlicher Stärke. Der Erdbebenprophet hatte die all­gemeine Verwirrung benutzt, um nach Valparaiso zu fliehen. Und er hatte Recht, denn die Bewohner von Santiago, bie­der festen Ueberzeugung waren, daß er sie absichtlich gefoppt habe, drückten das bestimmte Verlangen aus, ihn zu lynchen.

Schauspielerinnen als Kuhmägde. Im kommenden Herbst geht auf dem Londoner Drury Lane-Theater ein neues Ausstattungsstück in Szene, worin die Hauptdarstellerin des Stückes auf offener Bühne eine Kuh melken soll. Daß diese Kuhmagd eine der schönsten Schauspielerinnen Englands ist, Miß Marjorie Day, wird der wirkungsvollen Szene noch einen eigenen Reiz verleihen. Nicht weniger als drei Kühe kommen in dieser Szene, die einen ganzen Landwirtschafts­betrieb zeigt, auf die Bühne. Eine davon,Mascotte", wird nun von Miß Day vor den Augen des Publikums gemolken werden. Die Kuh ist ein Geschenk des Lord Rothschild, kommt von dessen Gut und wurde bereits für die Bühne und für die schöne Schauspielerin dressiert. Ja, ja, in England weiß man wahre Kunst noch zu schätzen.

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