* Die strengste Überwachung der Eisenbahnzüge auf den Stationen, hauptsächlich nachts hat der preußische Minister der öffentlichen Arbeiten dem Zugpersonal zur Pflicht gemacht, um das verbotene Ein- und Aussteigen auf der den Bahnsteigen abgewendeten Zugseite zu verhindern. Ferner sollen diejenigen Personen aufs sorgfältigste beobachtet werden, die etwa bei oder nach dem Abfahren der Züge noch aufspringen oder ihre Abteile verlassen oder durch ihr sonstiges Verhalten auffallen. Auf den Wagen befindliche unbesetzte Bremserhäuschen sind unter Verschluß zu halten.
Oesterreicb-Ungarn.
In Tirol veranstaltete die italienische Bevölkerung deutsch feindliche Demonstrationen gegen einen in S. Sebastian anwesenden Berliner Professor. Zur Unterdrückung der Unruhen mußte Militär herangezogen werden.
Hmenha»
** Die Negierung der Vereinigten Staaten hat nunmehr den auf sie entfallenden Anteil der Entschädigung für die in den samoanischen Unruhen geschädigten Europäer im Betrage von 20 000 Dollars bezahlt. Somit ist diese Angelegenheit, die sich von 1899 an bis jetzt hingezogen hat, endgiltig erledigt, da England bereits in diesem Frühjahr seinen Anteil bezahlt und die deutsche Negierung einen Betrag von etwa 38 000 Mark angewiesen hat.
Dof und Gesellschaft.
*** Nach einer Bekanntmachung des Generalkommandos des 8. Armeekorps gedenkt der K a i f e r am 8. August auf dem Schießplatz Wahn einzutreffen, um an dem Scharfschießen der Fußartillerie teilzunehmen.
*** Im Herzogtum Sachsen-Koburg und -Gotha ist ein Thronerbe geboren worden. Die Herzogin Viktoria Adelheid wurde auf Schloß Callenberg von einem Prinzen glücklich entbunden.
Deer und flotte.
Ein deutsches Unterseeboot. Auf der Germania-Werft in Kiel wurde ba^ für die deutsche Neichsmarine erbaute Unterseeboot zu Wasser gebracht. Der weitere Ausbau des Bootes erfordert ehua 5 Wochen, sodaß Mitte September mit den Probefahrten begonnen werden kann.
Sozialen Leben.
X Ein Arbeiterinnenheim. Um den in der Textilindustrie immer empfindlicher werdenden Arbeitermangel zu beheben, bewilligten die Stadtverordneten von M. Gladbach 150 000 M. zur Errichtung eines städtischen Heims für auswärtige, ledige Arbeiterinnen.
X Künstliche Fleischteuerung. Die Molkereibesitzer aus der Gegend von Hannover und Hildesheim haben in einer in Hannover stattgehabten Versammlung beschlossen, „bis zum 15. Oktober kein Schwein unter 56 Mark für den Zentner Lebendgewicht, gleich 67 Mark Schlachtgewicht zu verkaufen. Für Zuwiderhandlungen sind 1000 Mark Konventionalstrafe zu zahlen." Hier ist also eine wirkliche Ringbildung zur Hochhaltung der Viehpreise.
JVah und fern.
t Schwere Unwetter haben in den letzten Tagen in fast allen deutschen Provinzen und im Auslande gewütet. Die Meldungen besagen aus allen Orten das gleiche, überall stürzten wolkenbrucharttge Regengüsse hernieder und zerstörten Felder und Fluren. Auch wurden in einzelnen Ortschaften mehrere Personen vom Blitz getötet.
t Verunglückte Bergsteiger. In den Tiroler Bergen ist die Berliner Frauenrechtlerin Fräulein Adele Schreiber mit ihrem Begleiter, einem Sohne des Berliner Universitäts- profeffors Dr. Friedländer abgestürzt. Dr. Friedländer wurde als Leiche gefunden. Fräulein Schreiber ist schwer verletzt.
t Durchgcgangcn. In Berlin hat ein 62 Jahre alter Schlosser mit der Ehefrau seines dritten Sohnes sich auf eine Vergnügungsreise begeben und dazu die sämtlichen Ersparnisse seiner Kinder, im Bettage von 14 000 Mark, mitgenommen.
t Unglück auf dem Wasser. In Wilnarowo in Russisch- Polen waren Tausende zu einer katholischen Feier zusammen- geströmt. Siebenzig Personen drängten auf einen Prahm, der sie nach Marysick befördern sollte. Da das Fahrzeug nur ür 25 Personen berechnet war, konnte es die Last nicht trogen und sank. Dreißig Personen sind erttunken.
t Erdbeben in Süddentschland. Durch Erdstöße, die vielfach mit unterirdischem Geräusch verbunden waren, wurden in vielen Orten Württembergs und Badens die Bewohner erschreckt, so besonders im Dtemâtol und im Schwarzwalde. An manchen Orten fielen die Ziegeln von den Dächern, und die Möbel wurden von der Stelle gerückt, so daß die Bewohner entsetzt auf die Straßen eilten.
t Selbstmord im Gefängnis. Der Kaufmannslehrling Brunke, der im Herbst vorigen Jahres die beiden Töchter des Kaufmanns Haars, denen er Klavierstunden gab, mit deren Einwilligung erschoß, und deshalb zu acht Jahren Gefängnis verurteilt war, hat sich in seiner Zelle erhängt.
f Verderbliche Hitze. In Kalifornien herrscht eine Hitze, die der Bevölkerung furchtbare Leiden verursacht. Viele Menschen sind gestorben, manche sind wahnsinnig geworden. Goldgräber, die mit ihren Schätzen in die Städte flüchteten, find auf der Landstraße gestorben, neben den verwesenden Leichen lagen die Goldhaufen.
Der Landwirt
st. Eine neue Krankheit der Hülsenfrüchte. An 'einem Erbsenfeld in Dahlem bei Berlin wurde eine neue Krankheit der Hülsenfrüchte festgestellt, welche bewirkt, daß die davon befallenen Hülsen merklich klein bleiben und zu früh gereift erscheinen. Der Beginn der Krankheit fällt schon in eine frühere Jahreszeit, und von der ersten Ansteckung an bis zu dem geschilderten Zustand der Früchte läßt sich eine Reihe von Uebergängen unterscheiden. Zunächst wird an der Hülse eine kleine etwas eingesunkene wässrige und daher dunklere Stelle wahrnehmbar, die bald an Ausdehnung zunimmt und die ganze Hülse ergreift. Schließlich ttocknet das Gewebe ein, so daß die Gefäßbündel deutlich hervortteten. In diesem Zustand der erkrankten Hülsen sind die Samen noch nicht ausaewachsen, Die Fäulnis aebt nad» den bisherigen Be
obachtungen sehr oft von der Spitze der Hülsen aus, namentlich wenn sie, wie es bei den niederliegenden Erbsenpflanzen oft der Fall ist, mit der Spitze im Erdboden stecken. Der Erreger der Rankheit ist der Bazillus Leguminiperdus, der die Form ein» - kurzen Stäbchens besitzt, das eine Länge von wenig mehr u’B zwei Tausendstel Millimeter erreicht. Im vorigen Jahr hat dieser Bazillus zweifellos auf deutschen Feldern bereits einen beträchtlichen Schaden verursacht. Eine unmittelbare Ansteckung des Samens durch die Bakterien kommt allerdings nicht vor, jedoch erstteckt sich die Wirksamkeit der Bakterien nicht auf ein Jahr allein, vielmehr bleibt der Boden, der einmal befallenen Erbsenfelder so stark von den Bakterien durchseucht, daß eine Wiederbestellung mit Hülsen- früchten mindestens für das nächste Jahr, vielleicht aber sogar auf mehrere Jahre hinaus, bedenklich wäre. Für die Landwirtschaft ergeben sich daraus wichtige Lehren. In manchen Gegenden, wo starker Erbsenbau getrieben wird, ist die Erbse in den regelmäßigen Wirtschaftsplan ausgenommen und kehrt verhältnismäßig ost auf demselben Boden wieder. Der Land- toirt wird auch beachten müssen, daß die Hülsenfrüchte von Gemengsaaten gleichfalls vor jenen Batterien nicht sicher sind, und daß dadurch eine Möglichkeit der Verschleppung der Krankheit gegeben ist.
7« der Sommerfrische.
Sin deutsches Dorftdyll in französischer Beleuchtung.
Der Schuhflicker als Briefträger. — Höfliche Kinder und friedfertige Kühe. — Warum der Hirsch sich amüsiert. — Beim Dorfkrösus. — Die Nachbarn und ihr Nachwuchs. — Hinein in die Zivilisation!
Parrs, 1. August.
Wie sich die Zeiten ändern! Es ist noch nicht allzulange her, als jeder schreibende Franzose, der die deutschen Lande besucht hatte, der Ansicht war, er müsse das Leben im Nachbarreiche grau, das Treiben abschreckend schildern. Und je frass er seine Zeichnung, desto lauter der Applaus seiner Leser. Jetzt darf man es wagen, deutsches Leben, germanische Art und Sitte zu verherrlichen, ohne von der lesenden Menge niedergeschrieen zu werden. Selbst in dem nationalistischen „Gaulois". In seiner gesttigen Ausgabe bringt das Blatt einen Reisebrief aus der Feder seines Mitarbeiters Augustin Filon, so stimmungs- und gemütvoll, daß ich's mir nicht versagen kann, ihn Ihren Lesern mitzuteilen. Filon schildert eine kleine deutsche Sommerfrische in Nordwestdeutschland.
Ich habe, so beginnt er, die eigenartige wie angenehme Sensation, fern von allem, fern von der Menge und fern von der Gegenwart zu sein, niemals mehr empfunden als hier. Und dann fährt Filpn in seiner Schilderung fort: Es ist ein Ort von etwa dreißig Häusern, die sehr regelmäßig um einen kleinen Berg gruppiert sind, der ein kleines Tal abschließt. Auf dem Berge sieht man, von dichtem Grase überwuchert, den massiven Unterbau einer alten Schloßruine. Auf einem freien Platze steht ein großes Kreuz mit einem verwitterten, roh geschnitzten Christus. Es ist ein Wallfahrtsziel für die Prozessionen. Obgleich mitten in protestantischem Lande liegend, ist der kleine Ort streng katholisch. Hier gibt es keine Eisenbahnen, keine Telegraphen. Seit einigen Jahren verbindet ein Telephon das Gasthaus mit der Kreisstadt; dieser Draht ist es, der dem kleinen Orte alles mitteilt, was in der Welt da draußen passiert. Nichts erinnert hier an die Existenz einer kaiserlichen Regierung, außer etwa das von Sonne und Regen arg mitgenommene bunte Band an der Mütze des Briefträgers. Er kommt manchmal eine Stunde oder zwei zu spät, weil er alle Schuhe des Ortes flicken muß.
Die Häuser sind für Bauernhäuser erstaunlich groß; sie sind alle nach einem einförmigen Modell sehr sorgfältig gebaut. Von den Bewohnern dieser Häuser weiß ich nicht viel mehr, als daß sie mir alle: guten Tag! sagen, hauptsächlich die Kinder, die diese Höflichkeit etwas übertreiben und ihren Gruß täglich wohl zehnmal wiederholen. Mit den Hunden stehe ich auf sehr gutem Fuße. Die Kühe, die sehr friedfertig sind, stellen sich zu beiden Seiten des Weges auf, um mich passieren zu lassen. Dagegen sind die Schweine von einer uner- ttäglichen Eitelkeit und sehr skandalsüchttg; sie wissen, daß man ohne sie hier nicht auskommen kann. Sie erscheinen in allen Formen auf der Tafel, als Speck, als Würstchen, als roher, gekochter oder geräucherter Schinken. Wie sollten sie da nicht im Bewußtsein ihrer Wichtigkeit sich etwas aufblasen? Auch die Tiere des Waldes sind von einer reizenden Ungeniertheit. Neulich traf ich auf einem einsamen Wege einen Dammhirsch. Er blieb ruhig stehen, um mich zu bettachten. Ich legte meinen Spazierstock an die Wange, als wenn ich schießen wollte. Er schien sich darob sehr zu amüsieren und sah neugierig zu, als wenn er sagen wollte: „Was fällt denn dem da ein?"
Bei der allgemeinen Einfachheit weiß man nicht, ob die Leute reich oder arm sind. Ich wollte eines Tages einem alten Manne, der am Rande des großen Tannenwaldes stand, ein Goldstück in die Hand drücken. Plötzlich sah ich, daß er den Holzfällern Befehle gab: es war der Besitzer des Waldes. Um anzudeuten, was sie besitzen, machen die Leute aus dem Dorfe mit der Hand eine großartige Geste, die den ganzen Horizont zu umfassen scheint. Noch mehr als das: seine Tochter hat ein Klavier! Als ich früher einmal hier war, wohnte ich einen Monat bei dem „Amtmann." In diesem Hause hatte ich Bettlaken, die so groß waren wie Servietten und Servietten, die so klein waren wie Taschentücher. Aber die Laken waren fein, und die Servietten waren mit wunderbaren alten Spitzen besetzt. Gegen 2 Uhr morgens wurde ich durch ein großes Hin und Her im Hause geweckt. Der Amtmann rüttelte seine vier Söhne wach, damit sie das Heu hereinnähmen. Die Ochsen brachten die Wagen bis in den ersten Raum des Hauses, eine Art giganttscher Halle, die von hölzernen Galerien umgeben ist. Als ich eines Tages einen dieser Wagen streifte, blieben Heustückchen an meinem Rocke hängen. Der Amtmann trat hinzu und bürstete mit großer Sorgfalt seinen Mieter ab. Ich bettachtete ihn näher. Es ist ein großer alter Mann, trotz seiner 60 Jahre noch aufrecht und gerade. . . . Offenbar ein alter Soldat!
Ich glaube nicht, daß seit der Regierung des Königs Jerome ein Franzose in N. gewesen ist. Aber der Ort ist bekannt und wird von einigen Familien aus Hannover und Westfalen als Sommerfrische besucht. Man kommt selbst von Berlin aus hierher. Die Leute, die hier die Frische suchen, haben etwas für ihr Geld; an einem der letzten Morgen waren die Kartoffeln im Boden gefroren. Die kleine Sommerfrischler-Gesellschaft, die in der „Saison" etwa zwanzig Personen zählt, ändert nichts an dem ländlichen Charakter des kleinen Ortes. Frau Bürgermeister vergißt niemals Frau Doktor zu grüßen und sie als Frau Doktor anzureden. Lbgesehen von dieser etwas automatischen Ettkette find die Sitten ganz patriarchalisch. Nach jeder Mahlzeit tritt an die Stelle des weißen Tischtuches eine rote Tischdecke, und aus
dem Speisezimmer ist ein Salon geworden. Am Abend singt man Lieder und die Frau Bürgermeister und der Herr Stadttat singen genau so wie die Kinder. Ein kleiner Junge von vier oder fünf Jahren, den ich ein wenig geneckt hatte, wurde sehr böse gegen mich: „Die Onkels müssen auch artig sein!" sagte er, mit dem Fuße aufstampfend. Ich war seh, überrascht — sollte ich vielleicht in Deutschland ein Aller- Weltsonkel werden wie der gute Sarcey? Das Kindermädchen setzte mir aber auseinander, daß hier alles, was nicht Vater ist, Onkel ist. Meine Beförderung hatte also nichts Persön. liches, nichts, was mich erschrecken oder stolz machen konnte.
Wenn ich in N. bin, glaube ich mich in das Deutschland Jean Pauls und Kotzebues zurückversetzt. Ja, ich glaubte mich noch weiter zurück in die Vergangenheit versetzt, als ich am Tage meiner Abreise mit einem czechischen Priester zusammenkam. Wir sprachen lateinisch, wie Gelehrte aus dem 15. Jahrhundert! Und einige Stunden später irrte ich in Wiesbaden, diesem hochmodernen Kurort, umher, und war ganz traurig darüber, daß ich wieder mitten in der Zivilisation stand. M. S.
Vermischtes.
= Ein brennendes Meer. Nach Barbados heimkehrende Küstenschlffer brachten die sensationell wirkende Nachricht, daß im Golfe von Mexiko, in der Nähe der Küste von TcxeS, seit mehreren Tagen ein gewalttges Oelfeuer brenne. Die Flammen bedecken angeblich einen Raum von etwa 10 eng« tischen Quadratmeilen. Man nimmt an, daß sie von einer Oelquelle auf den Boden des Golfes genährt werden. Wir das Feuer entstand, ist ein Geheimnis. Die Augenzeugen des Brandes erklären das Schauspiel des gewaltigen Feuers als großartig. Zur Nachtzeit ist das Meer auf viele Meilen hinaus auf das Strahlendste erleuchtet.
— Mit der Ziehharmonika photographiert hat der Agent Adolf Lukesch aus Salzburg eine große Anzahl meist ältere Damen und sich hierfür sehr anständig bezahlen lassen. Lukesch erschien mit Vorliebe bei älteren Damen, denen er mit über, zeugendem Redeschwall die Zusicherung gab, sie durch fünft» lerische Retouche mindestens um 10 Jahre jünger zu mache». Er ließ sich einen entsprechenden Vorschuß geben, machte sofort eine photographische Aufnahme und sagte die Einsendung de» fertigen Bilder binnen wenigen Tagen zu. Die zahlreiche, weiblichen Kunden warteten aber vergebens auf die Photographien. Einer der zu verjüngenden Damen fiel nun eines Tages die eigentümliche Form des photographischen Apparate» auf. Sie ging, während Lukesch den Kopf unter das schwarze Tuch steckte, kurz entschlossen auf ihn zu und machte die überraschende Entdeckung, daß der photographische Apparat aus einer Ziehharmonika bestand, auf deren Vorderseite ein Hemel Objektiv angebracht war. Der Ziehharmonika-Pbcüogravh tmrrde wegen Betruges vom Salzburger Landgericht zu via Monaten Kerker verurteilt.
= 3356 Konkurse in einem Vierteljahr. Die Konkurs, stattstik weist für das erste Vierteljahr 1906 nicht weniger all 3356 Anträge auf Konkurseröffnungen auf, gegen 3333 im gleichen Zeittaum des Vorjahres. Von den verschiedenen Landesteilen standen am höchsten das Königreich Sachsen mit 392. Es folgen die Rheinprovinz mit 330, Schlesien mit 226. Die Provinz Sachsen weist 131 Einträge auf. Auf die 41 Großstädte mit mehr als 100 000 Einwohnern entfallen 1142 Anträge auf Konkurseröffnungen und zwar 173 auf Berlin, 100 auf Dresden, 87 auf Hamburg, 72 auf München, 55 auf Köln, 40 auf Breslau, 39 auf Stuttgart und Düsseldorf, auf Magdeburg 26 und auf Halle 10 Anträge.
Kundt und GKITensAaft.
R0. Im Ballon zvm Nordpol. In der Virgo-Bai, dem Ort, von dem Mstt. Wellmann seine sühne Ballonfahrt nach dem Nordpol antteten will, haben 40 Mann Tag und Nacht gearbeitet, um das Luftschiff im Laufe des Sommers reise- fertig zu machen. Das große Ballonhaus wird in 14 Tagen fertig, und wenn man zehn Tage für die Füllung und Ver- suche rechnet, so kann der Riesenballon Ende August aufsteigen. Alles hängt natürlich vom Wetter ab, das so weit gut war.
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Sitzung der Stadtverordneten Gießens.
Gießen, 2. August 1906.
Zu Beginn der heutigen Sitzung, di: die letzte vor de« Ferien, macht Oberbürgermeister Mecum die unerfreuliche Mitteilung, daß eine Lehrstelle mit einer Schulaspirantiu nicht besetzt werden könne, weil dem Ministerium des Inner«, Abteilung für Schulangelegenheiten, keine zur Verfügung stände. Hoffentlich ist dieser Zustand nur ein vorübergehender, da die Regierung ja mit allen Mittel bestrebt ist, dem Lehrermangel ein Ende zu machen. — Das Baugesuch deS Herrn Johann Georg Pfaff für die Goethestraße wird abgelehnt, das Gesuch des Herrn L.Lüter, Wolkengasse, dagegen be- fürwortet, da eS sich nur um einen kleineren einstöckigen Bau handelt, der die anderen Gebäude nicht beeinträchtigt.—- DaS Gesuch deS Schreinermeisters Bender um Bauerlaubnis zur Aufführung einer Werkstätte in der Südanlage, daS in letzter Sitzung zurückgestellt wurde, wird heute noch einmal beraten und darauf befürwortet. Das Haus wünscht aber, daß recht bald ein OrtSstatut erlassen werde, daS ruhige Quartiere vorsteht. Ein noch weiter gehender Antrag regt die Aenderung deS ganzen OctSbaustatütS an. — DaS Ge- such des Herrn Gustav Berger, Hofmannftr. 4, den verbotenerweise angelegten Ueberlauf seiner Abortgrube zu belassen, wird abgelehnt. — Die Viehwagen-ReinigungS-An- bei der Karolmenhütte muß an die Kanalisation angeschloste« worden. Da nun die getrennte Abführung deS Regen- und Schmutzwassers erhebliche Arbeiten und Bosten verursach« würde, liegt der heutigen Stadtverordnetensi tzung ein Antrag vor, die Einführung deS RegenwasserS in den Schmutzwaffer- kanal zu gestalten. In Anbetracht der eigenartigen Verhältnisse wird dem Gesuch Folge gegeben. Die entstehende« Umkosten im Betrage von 1000 Mk trägt der Eisenbahn- FiSkuS. — In dem Wohnhause Dr. ZingerS ist im Wartezimmer ein Stück Lüftungsrohr eingemauert. Da dieser oer Bauordnung entgegensteht, so ist Dr. Zinßer aufgegebea worden, die Einmauerung wieder zu entfernen. Dr. Zmßer sucht Ht um Belassung nach, die ausnahmsweise auch erteilt wird. Oberbürgermeister Mecum warnt bei dieser Gelegen-
, Der ® r o § h e Mn von Bad'No Kimm v. Gro tottr Anerkennung sein kn 1. Oktober in den 1 R. An 15. Augu ■ Wbankstelle in kilubinfteHe i i liivnkthr eröffnet wt seziatdemo ■ dinty wirb geweld : h der Minister deS 1 Egen Augelegen! • tat seines Dienste I M Mitglieder der 1 Hi der Eozialdei ^ >t Bruder deS > Hifi der „Bor ""»haut und Hall, •• M'iniM LAW Mfet Willy mit dem Lj rn Eschen Lützell Wm Scarfs 4i Ek® Mumm bt CTO!*® ic.be k,M- gang.® Kroßerer F,, ËÄWi r Uno der
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