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Hessische Abendzeitung

Nummer 304 *

Mittwoch, 30. Dezember 1931

21. Jahrgang

Nur ein dreijähriges Moratorium?

Ofe franiöfitoenstitoen $,tw»an»hmgen / Gib. England nach? / Hoesch In Berlin / Kommunistische Slrelkprapaganda im Bnhrgeblei

Berlin an der Jahreswende

Von unserer Berliner Schr i f t lei t u n g.

Paris, 30. Dezember.

malische Korrespondent des Arbeiterblattes

.Daily

stach- ,

en;

Arbeit an -er Ruhr

Eigener Drahtbericht.

Essen. 30. Dezember.

Kintschau geräumt!

Stimmungsumschwung in England?

auch die Verzögerimg^strZ^ äcijtanbigen AZeiti; iu.-,

sätzliche Aufrechterhaltung des Youngplanes hinaus­laufe, werdein gewissen britischen amtlichen Kreisen" unterstützt.

London, 30. Dezember.

Zu der kommenden Reparaiionskonferen; sagt der diplomatische Korrespondent desDaily Telegraph": Die britischen und französischen Zchatzamtssachverstän- Btgett würden a>tf der Reparationskonferenz nur eine provisorisebeLösung der Reparalionssrage er streben, bestens in einer Verlängerung des Deutschland gewährten Moratoriums um drei Jahre. Der diplo-

DieRheinisch-Westfälische Zeitung" bringt in ihrer Morgenausgabe vom 30. Dezember einen län­geren Bericht überKommunistische Arbeit an der Ruhr". In diesem Artikel führt das Blatt u. a. aus, der kommunistischeZentrale K a m P f a u s - schuß der Ruhrarbeiter wende sich in einem Aufruf an die gesamte Ruhrarbeiterschaft mit der Aufforderung, den umfassenden M a s s e n st r e i k der Betriebe auf breitester Basis vorzubereiten. Auf vielen Werksanlagen hätten in den letzten Tagen Mitgliederversammlungen der revolutionären Orga­nisationen getagt, um die Vorbereitungsmaßnahmen zu treffe». Am Abend des 1. Januar solle eine Alarmsitzung aller revolutionären Organisationen ab­gehalten werden. Der eigentliche Streik werde wahr­scheinlich am 2. Januar beginnen. Besondere Auf­merksamkeit solle der Arbeit innerhalb der freien und der christlichen Gewerkschaften gewidmet, für den 2. Januar solle ein M i e t e r st r e i k proklamiert wer­den. Ferner komme in Frage die Bildung von soge­nannten Erwerbslosenstaffeln zum Schutz der Strei­kenden.

Finanzial News" tritt dem Gedanken einer Ver­längerung des Moratoriums. entgegen. Ein Mora­torium gestatte keinerlei Hoffnungen auf eine Wieder­herstellung des Vertrauens und der wirtschaftlichen Wohlfahrt. Die Stabilisierung des Pfundes könne nicht durchgeführt werden. Die Moratorien würden bald auf alle Arten von Schulden übergreifen und die Währungssysteme völlig erschüttern. Eine zeitweilige Regelung könne nur die Lage weiter verschärfen. Daß sei vielleicht das beste an der ganzen Regelung, da dann möglicherweise Amerika und Frankreich endlich Verstand annehmen würden.

Der Pariser Korrespondent derTime s be­richtet, daß die Gerüchte von einem englisch-fran­zösischen Einvernehmen über die Tribute und die Ab­rüstung noch verfrüht seien, da die französische Regierung ihre in Genf zu verfolgende Politik noch nicht endgültig festgelegt habe und auch die englischen Entschlüsse noch nicht ausgereift seien. Darauf sei

Zur Stunde ist noch nicht zu übersehen, ob diese Parlser Meldungen den tatsächlichen Stand der fran­zösisch-englischen Verhandlungen wiedergeben, oder ob sie zur Beeinflussung der Weltmeinung den französi­schenSieg" vorwegzeichnen. Jedenfalls haben sie aber ein Bild von den Plänen, mit denen Frankreich auf die Reparationskonferenz zieht, und sie lassen dar­über hinaus deutlich genug die Gefahren, die sich aus den französisch-englischen Besprechungen für Deutschland ergeben, erkennen. Daß dieses Programm denZielenderdeutschenReparationspo- l i t i k, die nach wie vor auf eine endgültige Regelung und auf eine- Aushebung des Youngplanes hin­arbeiten muß, strikt w i d e r s pr i ch t, braucht im ein­zelnen an dieser Stelle nicht noch einmal aufgesührt zu werden.

Wir geben im folgenden verschiedene englische Pres­sestimmen wieder, die teilweise zwarTimes" und Finanzial News" beruhigend wirken, zum anderen TeilDaily Telegraph" undDaily Herald" aber doch auch unsere Sorgen verstärken:

Der Vormarsch der Japaner aus Kintschau hält an. lieber der Stadt sind bereits japanische Beobachtungs­flugzeuge erschienen.

Ein japanisches Flugzenggeschwader bombardierte am Dienstag chinesische Truppen bei Panschen. Im Laufe des Tages rückten japanische Truppen gegen die chinesischen Stellungen vor und schlugen die Ehinesen nach längeren schweren Kämpfen in die Flucht Die Japaner rückten daraus in P a n s ch a n ein und besetz ten die Ziad

Berlin, 30. Dezember.

Tex deutsche Botschafter in Paris, von Hoesch, ist am Dienstag aus Paris kommend in Berlin eilige troffen.

Bei Der diplomatischen Fühlungnahme, die gegen- ivärttg über Den Termin und Ort der kommenden Reparationskonferen; eingeleitet wird, handelt es sich einmal um Die Frage, ob Die Konferenz tatsächlich schon, wie cS in der französischen Presse angekündigt wurde, am 18. Januar beginnen kann. In Ber­liner unterrichteten Kreisen gilt bieder Termin als unwahrscheinlich, weil bis zu diesem Tage nur all zu.wenigSpielraum für die noch schwevenoc- - l aue Verhandlungen in Berlin bleibt. Man hält e- daher

für wahrscheinlicher, daß die Reparattonskonferenz erst in der letzten Januarwoche zusammentreten kann.

Auch über den Ort bestehen noch Meinungsver­schiedenheiten. Bon deutscher Seite wäre gegen die Abhaltung der Konferenz im Haag nichts einzuwen­den, wohl aber sind englische Bedenken gegen Holland geäußert worden.

Der französische Vorschlag, die Konferenz in L a u- sänne abzuhallen, wird jedoch in Berliner politi­schen Kreisen entschieden bestritten, da die Stadt Lausanne sich seit langer Zeit als eine rein franzö­sische und gelegentlich sogar als eine antideutsche Stadt erwiesen hat. die demgemäß für die Abhaltung einer solchen Konferenz ungeeignet erfcheinen muß. Wenn man, wogegen wir nichts einzuwenden hätten, die Konferenz in der Schweiz abhalten will, so würde von der deutschen Regierung in erster Linie eine deutsch- schweizerische Stadt wie Luzern oder Zürich vorge- schlagen werden.

Im Zusammenhang mit den bevorstehenden Repa- rationskonserenz-Verhandlungen hat sich heute der frühere Reichsminister Dr. Bell in einem Artikel in DerGermania" mit der wichtigen Frage des Zu­sammenhanges zwischen den Reparationsver­pflichtungen und der Kriegsschuldlüge, die int Artikel 231 des Versailler Vertrages veran­kert ist, beschäftigt. Bell weist darauf hin, daß der Versuch Der Franzosen auf Grund dieser Bestimmnn- gen Deutschland haftbar zu machen und zur vollen Entfchädigung heranzuziehen, vollkommen in die Irre gehe, denn maßgebend seien lediglich die Bestimmun­gen des Völkerbundsrechtes. Ader auch diese seien keineswegs ausreichend, um Deutschlands Repara­tionspflicht im Sinne Der neueren französischen Auf­fassung zu rechtfertigend

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ergeben sich an dieser Jahreswende vor allem zwei Richtlinie». Einmal müssen die Parteien beken­nen, daß sie Durch ihre eigene Unfähigkeit, praktische Politik zu treiben den Ver­lust ihrer Geltung selbst verschuldet hoben. Zum an­dern weiden sie sich »er Beobachtung nickt verschlie­ßen können, daß Das politische Parteiwesen, dort wo es überhaupt noch lebenssähig ist, sick weit mehr auf den Bahnen einer Volksbewegung als im Rahmen teer alten Parteibürokratie abspielt.

Das politische Bild Deutschlands an der Jahres­wende zeigt also eine dezentralisierte Bewe­gung neben einer deutlichen zentrali- st i scheu Linie. Aus ment Boden der Polksbewe- gung gebt eine innere Reform an den Quellen vr Politik, d. h. in den Willensbesirebungen $er Wäh-

. Ftnanzsachverfiäudige Leith Roß! Herald" sagt, ein französischer Plan zur Einschrätt-

, 6 e dieser Woche in Paris erwartet, wo die IunS der Zuständigkeit der Konferenz, der auf gritnd- franzofisch-eugltschen Verhandlungen über die Tribut ~ - " * ~

frage tttteber aufgenommen werden sollen. Nach der französischen Presse zu urteilen, haben die nach Weih­nachten auf diplomatischem Wege geführten Be­sprechungen bereits zu einer weitgehendenAn- nahorung der beiderseitigen Auffassungen ge-

sontent auf das ganze Reich, aber in der Reichs- Hauptstadt treten diese Dinge doch am auffälligsten und eindringlichsten vor Augen.

Die charakteristischen Momente, die unsere Gesamt­lage beim Uebcrgang ins neue Jahr aufweist, er­strecken sich sowohl auf die politischen und wirtschaft­lichen Ereignisse im engeren Sinne, wie auf die mehr auf Dauer gesehenen Zustände, Die sich unter dem Einfluß dieser Ereignisse herausgebiloel haben und sich offenbar noch in voller Entwicklung befinde». Tie Kette der Ereignisse liegt keineswegs abgeschlossen hinter uns, sondern wir sind vielmehr im Begriff, die wichtigsten Glieder dieser Kette erst noch zu schmieden. Alles was in Den letzten Monate» gesche­hen ist, und was im Anfang des neuen Jahres fol­gen soll, steht unter Dem großen Sammelnamen der allgemeinen Krise, deren Bekämpfung nicht nur in Deutschland, sondern beinahe in der ganze» Welt dasZiel der politischen und wirtschastlichen An­strengungen ist. Wenn dieses Ziel von anderen Staa­ten gegenwärtig »och auf sehr widerspruchsvollen und wenig zweckentsprechendett Wegen verfolgt wird, so ändert das nichts an der Tatsache, daß diese Krise in steigendem Matze auch die bisher davon verschont gebliebenen LänteMMreift nnp-ste vielleicht iNJMt raschem Temvu dem dDiligung an Ser bi^Nfbectmtc?r Hinten A»i,,el Ilsen»-

wirs. I» Tentschlc.^ ^«d.Sük die Folgen dieser auf wirtschaftlichen uitt> Vorgängen beru­

henden Erschütterungen bei ivlfftm am stärksten be­merkbar gemacht. Eine Fülle von Beschlüssen und Maßnahmen ist infolgedessen notwendig geworden, von denen ein geringer Bruchteil in früheren Jahren ausgereicht hätte, um uns in die größte» politische» Aufregungen zu stürzen. Ein Rückblick auf die lan­ge Reihe der Notverordnungen, die wir wn abgelaufenen Jahre über uns ergehen lassen mußten, zeichnet deutlich oie steil ansteigende Kurve des öffentlichen Finanzbedarfs, der sich aus Den ka­tastrophal zurückgehenden Einnahmen ergaben hat. Soeben haben wir den Bericht des Baseler Sonder­ausschusses gelesen, der unumwunden feststellte, daß die Maßnahmen der letzten Notverordnung vom 8. Dezember in der modernen Gesetzgebung ohne Beispiel sind. Und wenn auch das Still- liegett eines runden Drittels der deutschen Produk­tion und Der Damit verbundene Höchststand der Ar­beitslosigkeit in Deutschland außerordentliche Maß­nahmen notwendig machten, so sind diese Opfer doch überhaupt nur zu rechtfertigen, falls sie sich als wirksame Vorbereitung für die neuen Ereignisse er­weisen werden, die nach der Jahreswense Den An­lauf zur Besserung unserer Gesamtlage bringen sol­len: Tie Einleitung zur Reparationskonferenz und zur Abrüstungskonferenz.

* Mit diesen höchst außergewöhnlichen Ereignissen, und zum großen Teil durch sie veranlaßt, haben sich in Deutschland Zustände entwickelt, die ebenso außer­gewöhnlich sind. Die Reichsversaffung ist heute in mancher Hinsicht zwangsweise außer Funktion gesetzt worden, und lediglich der Artikel 48 ist die Grundlage fast aller Regierungsmaß­nahmen. Damit ist die fast restlose.Ausschaltung des Reichstages verbunden, und eie Fertsauer Der Beratungen einzelner Länderparlamente beweist nichts gegen eie Feststellung, daß das Deutsche Reich heute in einem Maße, wie es feit Dem Revolutionswinter noch niemals Der Fall war, diaktatarisch re­giert wird. Wenn man noch vor Jahresfrist auch nur die entfernt Möglichkeit einer solchen Entwicklung theoretisch erörtert hätte, würde man als politischer Phantast angesprochen worden fein, und vor allem würde niemans geglaubt haben, Daß dieser lieber« gang vom parlamentarischen Regime zur Diktatort- schen Herrschaft sich äußerlich gesehen so reibungslos vollziehen konnte. Für die Träger des Parlamenta­rismus, also für Die politischen Parteien, mutz diese Beobachtung außerordentlich lehrreich fein, uns sie muß ihnen Veranlassung geben, nach Den Ursachen zu forschen, Die zu einer so vollständigen Ausschaltung Der parlamentarischen Faktoren führen konnten. Dabei

. ^.S,,°"?ncc Sonderberichterstatter desEcho s bl,C Bro6en Litte» der Regelung

m«, über die sich England und Frankreich einig wer­de» wurden, soweit diese Einigung nicht bereits ge- lchehen fct.

diesem Programm soll Deutschland ein Moratorium von dreijähriger Dauer zuerkanut werden. Der ungeschützte Teil soll fortlaufend an die B. I. Z. gezahlt werden und von dort aus in Form eines französischen Kredites an die Reichsbahn zurückerstattet wer­den. Als Gegenleistung soll die Reichsregierung sich verpflichten, sowohl an Frankreich als auch an einige französische Vasallenstaaten wie Rumänien und Südflawten Sachlieferungen in geringem Um­fange durchzuführen. Nach Ablauf des dreijährigen Moratoriums soll die Zahlungsfähigkeit Deutschlands erneut geprüft werden.

Die Reichsregierung soll sich außerdem verpffich- ten, nut ten amerikanischen, englischen und französi­schen Banken sowie' mit den übrigen Gläubigern von & e*n Abkommen zu tätigen, das die

stasfelweise Rückzahlung ter kurzfristigen Kredite vor­letzt. Dte Gläubigermächte ihrerseits sollen gegen­über Amerika die notwendigen Schritte unternehme» um die amerikanische Regierung davon zu Überzeugen, daß ihre Unterstützung zur Wiederauf- I rtchtung der europäischen Wirtschaft eine parallele I Herabsetzung ter interalliierte» Schul­den unbedingt notwendig mache.

Auch derPetit Parisien" unterstreicht, daß man tn englische» Streifen de» Gedanken einer endgültige» Neuregelung der Reparationen aufgegeben habe. Die französische These von einer provisorischen 11nigung habe sich vielmehr auch in London durchgesetzt, weil sie angesichts der amerikani- fche» Haltung am beste» den Notwendigkeiten der MSe«, Lage entspreche. Auch die Meinnngsver- schtedenhetten, dte vor einigen Wochen über den Vor­rang der kurzfristigen Kredite vor den Reparationen und umgekehrt aufgetaucht seien, seien auf bestem Wege, beigelegt zu werden. Angesichts der Vorschläge ter Baseler Sachverständigen, so schreibt daS Blatt verliere diese Frage sehr viel an Bedeutung und ihre' Weiterbehandlung werde in Anbetracht des neuer Moratoriums, das man Deutschland gewähren wolle, zum mindesten vorläufig verschoben werden können.'

Peking, 30. Dezember.

Marschall Tschanghsueliang befahl den chine­sischen Truppen in Kinrsckau und Umgebung sich hin­ter die Große Mauer zurückzuziebeu, um foDen Ja­panern jeden Vorwand zu nehmen, Den Krieg nach Nordckina auszuDehnen" Die Räumung hat bereits begonnen und soll so schnell wie möglich Durchgeführt werden.

Kasseler Neueste SHNh

Kasseler Abendzeitung Lettische /

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Dortmund, 30. Dezember. In Dortmund-Bodel- schwingk versuchten am Montagabend kurz nach ?2 Uhr aus Anlaß des Schichtwechsels der Zeche West­hausen einige Kommunisten, Flugblätter zu verteilen, in. denen zum Streik ab 1. Januar aufgefordert wird. Bei dieser Flugblattverteilung kam es zu Ansamm­lungen, sodaß das Uebersallkommaudo herbeigerufen wurde, das drei Flugblattverteiler ver­haftete. Einige Kommunisten versuchten darauf­hin, einen der Festgenommenen wieder zu befreien. Tie Beamten wurden ernstlich bedroht und mußten schließlich zwei Schreckschüsse abaeben, nm die Menge zurückzuhalten.

Bei den Festgenommenen wurde eine Haussuchung abgehalten, wobei eine Anzahl Flugblätter und einige illegale Druckschriften vorgefunden und teschlagnahnu wurden. Zwei Der Verhafteten wurden inzwischen wieder auf freien Fuß gesetzt, während der dritte dem Vernehmungsrichier zugeführt wurde.

Hoesch in Berlin

pariser Siegesmeldungen

(Eigener Drahtbericht^

In ter großen Wandelhalle des Reichs­tages, in ter sonst bis kurz vor Weihnachten und mei­stens schon wenige Tage nach Neujahr wieder das regste Leben und intensive Arbeit zu herrschen pfleg­ten, haben in diesem Jahr rechts und links vorn Marmorstandbild des allen Kaisers nur zwei große stille Weihnachtsbäume gestanden und ihr Licht zu einigen Weihnachtsfeiern erstrahlen lassen. Im übri­gen aber liegt über dem riesigen Wallotbau, der ei­gentlich anderen Zwecken errichtet worden ist, seit Wochen tiefe Ruhe, die kaum einmal durch die wenig aufregenden Beratungen irgendeines Ausschusses, einer Fraktion oder eines Parteivorstandes unter­brochen wurde. So wird es auch noch geraunte Zeit bleiben, und schon diese Eigentümlichkeit des äußeren Bildes ist ein vielsagendes Merkmal für die Eigenart der Jahreswende von 1931 zu 1932. Seit Dem Revolutionswinter 1918/1919 haben wir derart auß erg e hnliche Z n stän d e nicht, wieher erlebt. Wohl waren auch in den dazwischen liegenden 13 Jahren tiefeinschneidende Ereignisse zu verzeichnen. Man denkt au die zur Siedehitze gesteigerte außenpolitische Spannung, die um Neujahr 1923 herrschte, und aus der sich im Ja­nuar der Ruhreinmarsch der Franzosen ergab. Aber im Gesamtbild waren wir kaum jemals so weit von , z-rmalen Zusiän-dev erlernt, r.» c diesu.-.K Gew b j vtjteyt sich diese p-eMeitung nicht nur auf Berlin,