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Dienstag, 29. Dezember 1931

Kasseler Neueste Nachrichten

Seite 3 L Ccifage

Etwas zum Ausschneiden:

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as -er Angestellte wissen muß

Die verstchert« Ehefrau

Ltnfere Heimat

wne-

der Su­

des Bahnüammes KasselEichenberg abholzen lassen, damit die Sicht vom Zuge aus in das idyllische Wer­ratal und das schön gelegene Stauwerk ermöglicht wird. Viele Reisenden werden für diese Verschöne­rungsmaßnahmen der Reichsbahn dankbar sein.

werden nur noch dis »um vollendeten 15. Lebensjahr« ge- maott unö zwar auch an diejenigen Empfangsberechtigten, seien Bezüge schon vor dem 1. Sawunr 1932 festgesetzt waren, wsoet wurden Kindetzrnchüff« und Waisenrenten mindestens ms zum vollendeten 18. Lebensjahre gewährt, wenn das wtnb sich tn der Schul- oder Berufsausbildung befand, sogar k . J?®. -1- Lebensjahr und auf unbeschränkt« Zeit, wenn das Kind infolge körperlicher oder geistiger Gebrechen außer­stande war, sich selbst zu erhalten.

. °tk,nder und Enkel, für die bisher Sin-

derMsthusse und Waisenrenten gewährt wurden, wenn Versierte sie unterhalten hatte, fallen diese Bezüge in iitnn fort.

Aus dem Kreis Melsungen

Körle. Maul- um> Klauenseuche. Unter den Vieh­beständen der Lanldwirte Bernhard Scheffer und <8. Döberitz ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen.

Gensungen. Schadenfeuer. Bei dem Steinbruch­arbeiter M. brach ein Balkenbrand aus, der jedoch rechtzeitig bemerkt und im Keime erstickt werden konnte.

Gensungen. Neuer Lehrer. Nachdem in bet letz­ten Zeit die hiesige Schuljugend infolge Abgangs zweier Lehrkräfte nur ungenügenden Unterricht er­hielt, wird ab 1. Januar die 3. Lehrerstelle durch Herrn Lehrer Brand-Treysa neu besetzt werden.

Maßnahmen gegen die Diphtherie

in Melsungen.

Obwohl es in den letzten Tagen zu keinerlei Neu- erkrankung in unserer Stecht kam, har die Polizei neue Maßnahmen getroffen, um der schleichenden Seuche endgültig Herr zu werden. Von jetzt ab müssen alle Kinder der Stadtschule, die wegen eines Unwohlseins den Unterricht ein bis zwei Tage versäumen, ehe sie wieder die Schule besuchen, dem Kreisarzt vorge­führt werden, damit durch Rachenabstrich feflgestellt wird, daß sie keine Diphtherie-Bazillen in sich tragen.

Aus -em Kreis Hofgeismar

Carlshafen. Fremdenwerbung. Der Vorstand des Fremdenverkehrsvereins hatte die Mitglieder zu einer Versammlung in das Gastbaus .Zur Linde" eingeladen. Die Besprechungen sollten als Vorbe­reitungen dienen für die alljährlich abzuhaftende Hauptversammlung. Einleitend betonte der Vor­sitzende, L- Müller, daß trotz der Notzeit kein Still­stand in den Vereinsarbeiten und in der Fremden- werbung eintreten dürfe. Dr. P. Brück erstattete Bericht über die Tagung des Klimatologischen Aus­schusses in Bad Hersfeld. Carlshafen muß als eben­bürtiges Glied in der Reihe der Badeorte stehen bleiben. Bürgermeister Zeeden sprach über .Frem- denwerbung" und legte einen neuen Entwurf für Prospekte vor. Die Titelseite ist wieder ein reckt gelungener Entwurf von Dr. Brück. Das neue Werbeblatt enthält wenig Text und ist mehr bildlich ausgestatiet. Anerkennend wurde einiger junger Leute gedacht die sich um die Verschönerung der Umgebung unserer Stadt und durch Anlage neuer Verbindungswege in uneigennütziger Weis« verdient gemacht haben.

Baake (Weser). Tie Sammlung für die Winter- hilf« in der Gemeinde zeigt« recht erfreuliche Ergeb- Nisse. Neben 54 RM. Bargeld kamen noch ein: 26

sich dl« Wartezeit nur, wenn weniger als 30 Pflichtbeiträge Vortagen und dann auch nur auf 90 Beitragswonate. Bei dem Alrersrudegeld, dar nach Vollendung des 65. Lebens­jahres gewähr, wird. Lauen die Wartezeit 180 Beitrags- monale; bisher galt auch für das Alter »ruh« gebalt di« gleiche Wattezeit wi« für die übrigen Leistungen, nänrlich 60 Biro. 90 Beitragsmonate. Das Heilverfahren ist keine Pflicht-, sondern eine sog. Kannlesttung, bei der die Erfüllung der üblichen Wartezeit nicht verlang, wird; nach den Richtlinien der Rfa. wird ein Heilverfahren schon nach Zurücklegung von 12 BeitragSmonareil gewährt.

Die Ruhensbestimmungen

sind wesentlich erweitert worden. Das Ruhegeld der An- gestelltenverstcherung ruht, wenn gleichzeilig gewährt werden: a) Krankengeld von mindestens einmonatlicher Tauer, b) Berletztenrente aus der Unfallversicherung, c) Beschädig­en- und Tienstzettrenten aus den Versorgungsgeietzen, d) Ruhegehälter und Wartegelder aus früherer Beamten- oder beamtenähnlicher Stellung und zwar bis zur Höhe dieser Bezüge. Das gilt auch, wenn an Stelle einer hie, er Leistun­gen Krankenhaus- oder Hoilanstaltspflege tritt.

Tie Hinterbliebenenrenten der Angestelltenver- ficheruiig ruhen, wenn gleichzeitig gewährt werden: a) Hin­terbliebenenrente aus der Unfallverstcherung. b) Witwen­rente aus den Berforgungsgefetzen, c) Hinterbliebenenbezüge aus einem früheren Beamten- oder beamtenäbnlichen Dienst- verbälinis. und zwar vis zur Höhe dieser Bezüge.

Beim Zusammentreffen von Ruhegeld bzw. Hinterbliebe­nenrenten der Angeftelltenverstcherung mit Bezügen aus den Berjorgungsgefetzen oder mit Ruheaehältern oder Wartegel­dern früherer Beamten oder Personen mit früher beamtenähnlicher Stellung wird, wenn der Versichert« freiwillige Beiträge entrichtet oder sich freiwillig höher ver­sichert bat, vom Ruhen der Teil der Rente ausgenommen, der dem Verhältnis der freiwilligen zur gefamiett Beitrags­leistung entfvricht. Beim Ruben neben Bezügen aus der Unfallverstcherung, aus den Veisorgungsgefeben und aus dem Beamten- oder beamtenähnlichen Dienstverhältnis bleibt von diesen ein Betrag von 25 RM. monatlich un­berücksichtigt.

Di« Ruhensbestimmungen und der Fortfall der Kinderzu- schüffe und Waisenrenten für über 15 Jahre alte Kinder trifft auch die bereits lausenden Renten

Der Kinderzuschutz, auf den ein Berechtigter anfihruA J>a». kann mit dessen Zustimmung, oder, falls dies« verwe-gert wird, auf Anordnung des Versicherungsaintes einem Drit­ten auf besten Antrag ausgebändigt werden, wenn dieser den Unterhalt des Kindes überwiegend bestreitet.

Die Beitragsentrichtung zur Angeftelltenverstcherung wird von der Notverordnung nur insoweit betroffen, als der Rfa. gestattet wird, für Beitragsrückstände Zinsen zu erheben. Die Höh« des Zinssatzes bestimmt das Reichsver- stcherungsamt.

Di« Mitglieder-Bersammlang des Bürgerbunds und der Beztrksvereine, in der Dr. Pfeiffer über: Gibt es einen Weg, um unser Tbeater zu erhal­te»?" sprechen wird, findet am 29. d. M. statt.

Kleines Tbeater, Kassel.

Heute, Dienstag und morgen. Mittwoch, finden Wieder­bolungen des Neuesten Lustfviels von Franz MolnarJe­mand" statt. Morgen Mittwoch, nachmittag ist wiederum das MärchenDornröschen". Am Silvesterabend, den 31. Dezember, findet die endgültige letzte Vorstellung der reizenden Komödie vonIntimitäten" von Noel Coward um 8 Uhr statt. In den Hauptrollen: Ilse ©trauten und Hans Kühlewein.

Von Verwaltungsinspektor Carl Thomas

.Di«, viert« Notverordnung vom 8. Dezember . l kitingt auch für di« Angestelltenversichetung JEL»gemeinen mit Wirkung vom 1. Januar -932 einschneidende Veränderungen mit stch. di« nn Folgenden erläutert Werden:

Kinderzufchüsse und Waisenrenten

Sntwn Ruhegeld den Kinderzuschutz nur, wenn sie vor l des Versicherungsfalles lBerujsunfähigkeik, Bollen- oung »es 65. Lebens,ahres) den Unterhalt der Kinder ganz oder überwiegend bestritten hat. Bisher erhielt st« den «in- derzuichutz auch dann, wenn der Ehemann die Kinder unter« »alten hatte; er fiel nur in den seltensten Fällen fort, wenn gleichzeitig der Ehemann Ruhegeldempfänger war und ihm als solcher Kinderzufchutz zustand. Nach dem Tode der versicherten Ehefrau wird den Hinterbliebenen, an sich bezugs- 191<U Kindern die Waisenrente nur gewährt, wenn die Verstorben« den Unterhalt der Kinder ganz oder überwiegend fftritten hat. Bisher fiel die Waisenrente nur fort, wenn me Verstorbene aus ihrem Arbeitsverdienst zum Unterhalte der Kinder nicht beigetragen hatte.

Beim Zusammentreffen mehrerer Renten aus Angesiellten- verncherung ttnd Invalidenversicherung oder nur aus der Angestelltenversicherung auf eine Person ($. B. wenn eine SSatWc Ruhegeld der AD. aus dem eigenen Verstcherungs- veihältn-is und zugleich die Witwenrente aus dem Verstche- rungsverhälinis des verstorbenen Mannes zu erhalten hat) werd nur die höhere der beiden Renten gewährt. Bisher er­hielten die Berechtigten die höhere Rente voll, die niedrigere noch "zur Halst«.

Die Hinterbliebenenrente«

(Witwen- und Waisenrenten) dürfen zusammen nicht höher fean, alSdas Ruhegeld einschl. Kinderzufchutz des Versicher­ten. welches thm zur Zeit seines Todes zugestanden hätte, wenn er berufsunfähig geworden wäre: sonst Werden sie nach dem Verhältnis ihrer Höhe gekürzt. Bisher konnten die Hinterbliebenenrenten wesentlich höbet sein als das Ruhe­geld, wenn mehrere Waisen vorhanden waren, denn es er« blclten ungekürzt die Witwe 60 Prozent und jede Waise 50 Prozent des Ruhegeldes d«S Verstcherten ohne Kinderzuschutz.

Eine Nachzahlung von Ruhegeld und Hinterbliebenen­renten findet nicht mebr statt (bisher war die Nawzablung üet verspäteter Antragstellung bis zu einem Jahr zurück möglich); diese Bezüge werden knüftig regelmäßig erst mit Beginn des auf den Antrag folgenden Monats gewährt.

Die Wartezeit für alle Pflichtleistungen.

mit Ausnahme der Leistung des Altersmbegeldes, dauert wie bisher 60 Beitragsmonate. Sind aber bei Er­hebung des LeistungSanfpruchs von allen Beiträgen weniger als 60 auf Grund der Verstcherungsvflicht. die übrigen also sreiwillig geleistet, so dauert die Wartezeit 120 Beitrags­monate. Nach den bisherigen Bestimmungen verlängert«

Pie Tiere füttern wollte, stellte man den Diebstahl fest. Von dem Geflügel fand man nur noch die Köpfe tm Stall verstreut umherliegen. Obwohl die polizeilichen Ermittelungen nach Pen Tätern sofort aufgenommen wurden, konnte eine in der Richtung nach Kassel füh­rende Spur nur bis Wahnhausen verfolgt werden.

Aus vem Kreis Sann. Münden

Hann.-Münden. Auch ein Zeichen der Zeit. Der Kreisausfchuß Hann.-Münden hat für den Landbezirk des Kreises Münden die Stelle eines zweiten Poll­ziehungsbeamten geschaffen und zur Besetzung ausge­schrieben.

Dienst am Kun-en

auch bei der Reichsbahn.

Die Reichsbahn hat am KraftwerkLetzter Heller" bei Hedemünven und etwas unterhalb davon meh­rere hundert Meter Buschwerk und Bäume entlang

Aus -em Lan-kreis Kassel

Oberzwehren. Beachtet Wunden! Hier ereigne­ten sich in den letzten Tagen zwei Fälle von Blutver­giftung. Die Frau eines Landwirts erlitt an einem Finger eine kleine Wunde, die sie nicht beachtete und die alsbald auch zuheilte. Plötzlich bekam die Ver­letzte große Schmerzen. Der hinzugezogene Arzt stellte eine schwere Blutvergiftung fest. Ein zweiter Fall betraf ein junges Mädchen, das ebenfalls eine kleine Wunde nicht beachtete. Der Arzt wurde in beiden Fällen zum Lebensretter.

Knickhagen. Hohes Alter. Am 27. 12. feierte der Veteran von 70/71, Herr Heinrich Keuch, seinen 88. Geburtstag.

Wann kommt -ie Or-nung

km Spar- und Darlehnskaffenverein Oberkaufungen?

Die Generalversammlung des Spar- und Dar- lchnskaffenvereins hatte zwei wichtige Tages­ordnungspunkte zu verzeichnen. Der erste betraf Re- gretzpflichtmachung des alten Vorstandes, u. rief eine lebhafte Debatte hervor, da ihm eine ziffernmäßige Schuld in Höhe von 12000 Mark nachgewiesen wer­den konnte, die allein auf Pflichtverletzung zurückzu- fiiljren ist. Der alte Vorstand erklärte sich bereit, pro Mitglied dem Verein 250 Mark zu schenken, was je­doch von der Versammlung als undiskutabel abgelehnt wurde. Der neue Vorstand scheint sich von einem gerichtlichen Vorgehen gegen den alten Vorstand nicht viel zu versprechen, denn anders kann man den Ent­schluß nicht verstchen, von seinem Posten zurückzutre­ten, wenn die Versammlung nicht mit dem Geschenk von 250 Mark pro Mitglied des alten Vorstandes einverstanden ist. Ein Mitglied erklärte, wenn der Verein ein Guthaben von 80 000 Mark hätte, würde er nicht vor einem Prozeß mit dem alten Vorstand zurückschrecken. Dies wurde jedoch als ein Scherz auf­gefaßt. Wenn der Verein noch über ein derartiges Guthaben verfügen würde, wäre eine Regretzpflicht- machung überhaupt nicht in Frage gekommen. Ein großer Teil der 300 Mitglieder war jedoch der An­sicht, baß gegen den alten Vorstand vorgegangen werden müßte. Bei einem rigorosen Vorgehen sei­tens der Gläubiger würden viele Existenzen in unse­rer Gemeinde zusammenbrechen. Wenn der. Prozeß wirklich tausende von Mark verschlingen würde, so wäre es schließlich unerheblich, wenn der Geschäfts­anteil statt von 10 aus 250 Mark auf 260 oder 270 Mark erhöht werden müßte. Bei dem zweiten Punkt: Verschiedenes, hatte ein großer Teil der Versamm­lung schon den Saal verlassen. Das Interesse der Mitglieder für die Generalversammlungen schwindet immer mehr. Die Regreßpslichtmachung des alten Vorstandes stand jetzt schon in mehreren Versamm­lungen zur Beratung, ohne daß es bis heute möglich war, in dieser Sache zu einem endgültigen Entschluß zu kommen. Bis heute stellt sich das gesamte Defizit auf 49 000 Mark.

Diebe stehlen ein Rmd

in Simmershausen.

Dem Landwirt Rühl wurde ein Rind, das er sich kürzlich zur Zucht gekauft hatte, im Stalle abgeschlach­tet. Ferner ließen die Diebe noch zwei Gänse mtt- aehen. Blutspuren konnte man bis unterhalb des Dorfes verfolgen, wo die Diebe dann ihre Beute an­scheinend im Auto weitergeschafst haben. Ermitte­lungen sind im Gange.

Frecher Diebstahl

in Knickhagen.

Während der Nacht drangen bisher noch unbe­kannte Täter tn den verschlossenen Geflügelstall des Schulgebäudes ein und schlachtete an Ort und Stelle öen gesamten wertvollen Bestand an Enten und Hühnern ab. Allein 18 Rassehühner fielen den Die­ben zum Opfer. Erst als man am nächsten Vormittag

Zentner Aepseil, 43 Zentner Kartoffeln, 170 Pfund Bohnen, 23% Pfund Wurst, 74 Pfund Speck, 4V% Pfund Mehl. Dazu neue und gebrauchte Beklei­dungsstücke. Die erfolgreiche Spende legt Zeugnis davon ab, wie die Menschen unserer Heimat in der Not treu zusammenstehen. Herr O. Müller, Sohn des Staatsförsters M., legte beim Oberlandgericht Kassel feine Referendaxprüfuna mit der Note gut ab. Ludwig Dolle, der älteste Einwohner unseres Ortes, feierte vergangene Wocke feinen 86. Geburts­tag. Die Feier wurde unter allseitiger Anteilnahme der Verwandten, Freunde und Nachbarn würdig be­gangen. Herr Dolle ist Kriegsveteran von 1870/71 und trotz feines hohen Alters noch körperlich und geistig rüstig. Möge er diesen Tag noch recht oft und tn bester Gesundheit erleben.

Haueda. Neuer Lehrer. Lehrer Höhne verläßt unsere Gemeinde, nachdem er erst am 1. Mai d. I. nach hier versetzt wurde. Die freiwerdende Stelle Wirt) durch Lehrer Schneider, Hofgeismar besetzt.

Aus -em Kreise Wolfhagen

Raumburg. Versetzter Richter. Der am Amtsge­richt Naumburg seit sechs Jahren tätige Richter Amtsgerichtsrat Strauch wurde zum 1. Januar 1932 nach Kassel versetzt.

Wolfhagen. Viehseuchenabgabe. Das Verzeichnis des Bestandes an Pferden, Eseln usw und Rindvieh liegt vom 28. Dezember 1931 bis einschließlich 11. Ja­nuar 1932 int städtischen Geschäftszimmer während der Dienststunden für die Beteiligten zur Einsicht­nahme öffentlich aus. Etwaige Einsprüche sind bin­nen zehn Tagen nach Ablauf der Auslegungsfrist geltend zu machen. Rentenzahlung. Die Auszah­lung der Invaliden- und Unfall-Rentenbezüge für den Monat Januar 1932 findet am 30. Dezember statt.

Aus -em Kreise Wltzenhaufen

Hess.-Lichtenau. Aus der Samariterbewegung. In der Gastwirtschaft zur Eisenbahn wurde ein Ersthel- ferkursus eröffnet, zu dem sich etwa 20 neue Schüler eingefunden hatten. Der Vorsitzende der Samariter­kolonne. Sippel gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß sich junge Kräfte bereit erklärten, mitzuhelfen zum Wohle der leidenden Menschheit. Anschließend hielt das Mitglied Bornemann einen Vortrag über Die Tuberkulose, dix furchtbarste Krankheit". Es wurde am Schluß festgelegt, daß der Kursus am 3. Januar vormittags 9,30 Ufa seinen Anfang nimmt, und im Städtischen Pereinshaus abgehalten wird.

Hausen. Auszeichnung. Auf eine 40jährige Tätig­keit konnte der Holzhauer Leirnroth zurückblicken. Der Minister für Landwirtschaft, Domänen und Forsten zeichnete den Jubilar durch ein Geschenk aus.

Witzenhausen. Maul- und Klauenseuche. Sperr­bezirk smd: das Gehöft bes Gutes Bischofshausen im Stadtbezirk Witzenhausen, Ort und Gemarkung Un­terrieden. Eichenberg ohne die Orts teile Eichenberg- BaHuhof und Arnstein und der Ortsteil Freudenthal des Ortes Ermschwerd.

Witzenhaufen. Neue Spenden. Durch Spenden sind dem hiesigen Wohlfahrtsamt 12 Zentner Weizen­mehl, 4 Zentner Grieß, 4 Zentner Christstollen, 300 Brote, 2% Zentner Zucker und Wz Zentner Schmalz zur Verfügung gestellt worden. Die Waren werden zu Weihnachten on rund 200 Familien und Einzel­personen ausgegeben. Auch der Vaterländische Frauen­verein verteilt zu Weihnachten in größerem Umfange Lebensmittel und Kleidungsstücke an Hilfsbedürftige. Insgesamt werden etwa 100 Familien durch den Va­terländischen Frauenverein bedacht.

Bad Sooden-Allendorf. Reue Ortssabung. Die Ortssatzung zum Schutze gegen Verunstaltung von Straßen und Plätzen, tritt nach Zustimmung durch den Herrn Rogieruu-gspräsidenten mit dem heutigen Tage in Kraft.

Aus -em Kreise Notenburg

Rotenburg. Schweinezählung. Nach dem vorläu­figen Ergebnis der Viehzählung am 1. Dezember d. I. wurden im Kreise Rotenburg insgesamt 31204 Schweine gezählt. Hierunter waren 104 Zuchteber, 1339 Zuchtsauen, 10 447 Schweine:% bis noch nicht ein Jahr alt und 2368 Schweine über ein Jahr alt. Der Rest entfällt aus Ferkel und Jungschweine von acht Wochen bis noch nicht.% Jahr alt.

Weiterode. Autozusammenstoß. An der Eisenbahn­brücke hinter Weiterode suhr ein Lastauto, welches wegen der Brücke die Kurve schlecht übersehen konnte, in ein entgegenkommendes Fuhrwerk. Es entstand nur Sachschaden.

Aus dem Kreise Eschwege

Efchwege. Folgen des Glatteises. Infolge des Glatteises ereigneten stch eine Reihe von Unfällen. Auf dem Alten Steinweg stürzte ein 76 Jahre alter Mann und brach einen Unterschenkel. Eine 21 Jahre alte Hausgehilfin verunglückte, als sie mit dem Fahr­rade von Schwebda nach Eschwege zurückkehren wollte. Das Rad rutschte auf der glatten Straße aus, und das Mädchen zog sich beim Fall einen Knöchelbruch zu. Ein 62 Jahre alter Einwohner in Lindewerra kürzte auf feinem Hofe und trug einen Handbruch da­von. In Kleinvach fiel ein Landwirt so unglücklich, daß er einen Unterarm brach. Die vier Verunglückten wurden dem hiesigen Landeskrankenhaus zugeführt. Ferner ließen im Landeskrankenlaus noch sechs wei­tere Personen, die auf den vereisten Straßen gestürzt waren und leichte Knochenbrüche davongetragen hat­ten Röntgenaufnahmen von ihren Verletzungen machen. Sie konnten, da Anstaltsbehandlung nicht notwendig war, in ihre Wohnungen entlassen werden.

Eschwege. Vom kaufmännischen Verein, ^n der letzten Generalversammlung wurden der Kaufmann Friedrich Wilhelm Holzapfel und der Fabrikant Dörnberg als Vorsitzende gewählt.

Neuenhain. Wieder Diebstähle. Der Witwe F. wurden nachts aus dem Stall mehrere Gänse gestoh­len. Die Spuren der Diebe konnten am nächsten Mor­gen sofort ausgenommen werden, verloren sich dann aber auf der Straße nach Frielendorf. e

Nach zehn Jahren wie-er sehen-

Hriligenstafa, 27. Dezember. Vor zehn Jahren marschierte der Monteur A. von hier mit seinen Turnkameraden den Jberg hinab. Plötzlich wurde er von einem Stein ins linke Auge getroffen. Trotz so- ortiger ärztlicher Hilfe erblindete das Auge aber in­nige einer inneren Blutung vollständig. Vor einigen Tagen machten stch nun bei A. starke Kopfschmerzen bemerkbar. In der Nacht hörten die Kopfschmerzen auf und am anderen Morgen stand Blut in dem blin­den Auge. Als A. das Blut entfernte, stellte er zu einer großen Freude fest daß er wieder sehen konnte. Er freut sich fetzt doppelt, daß er seinerzeit nicht in die operative Entfernung des Auges eingewilligt hat.

Aus -em Kreise Ziegenhain

Treysa. Lehrerabbau. Infolge der Sparmaßnah­men wurde an der Schule eine Lehrerstelle abgebaut. Der Lehrer Brand, der erst 2% Jahre lang an der Stadtschule wirkte, ist vom 1. Januar an die Schule nach Gensungen berufen worden. Ebenfo ist die Schulstelle in Frankenberg, die bisher durch einen Junglehrer verwaltet wurde, durch einen verheirate­ten Lehrer besetzt worden.

Treysa. Einen Akt gemeiner Roheit verübten einige Unbekannte zwischen Treysa und Franken­hain. Etwa 45 junge Obftbäumchen wurden umge» knickt und sind verloren. Bon den Tätern fehlt jede

Spur. Auf ihre Ergreifung ist eine Belohnung vor, 50 Rm. ausgesetzt worden.

Ziegenhain. Die Ortsgruppe des Vaterländischen Frnuenvereins vom Roten Kreuz veranstaltete eine Weihnachtsbescherung, in der 38 Personen bedacht wurden. Kreispfarrer Laabo ergriff das Wort zu einer Ansprache, in welcher er auf den tiefinnersten Sinn bes Weihnachtsfestes einging. Nach Gesang- und Gevichtvorirägen schloß sich eine Kaffeetafel an.

Aus Waldeck

Aus Waldeck. 50 Jahre Meister. Den Ehrenmei- sterbrief für fünfzigjährige Tätigkeit als Meister er­hielten der Uhrmachermeister Eduard Vogel! und Sattlermeister Adolf Meißner zu Arolsen uno Schneidermeister Fritz Frese zu Rhoden voll der Handwerkskammer Kassel überreicht.

Bad Wildungen. In den Magistrat gewählt. Nachdem das Magistratsmitglied Kaufmann Lo­renz zum Beigeordneten gewählt worden ist, wurde Kreisausschußinspektor Striepeke als Mitglied in den Magistrat berufen.

Arolsen. Von der Viehzucht. Das Verzeichnis des Bestandes an Pferden und Rindvieh liegt in der Zeit vom 22. Dezember d, I. bis einschließlich 4. Januar 1932 int Rathaus (Registratur) während der Vormitlagsdienststunden zur Einsicht der Beteiligten ö-ssenMch aus.

Zwei Han-werksburschen als Bran-stister verhaftet

in Frankenberg.

In das Gerichtsgefängnis wurden zwei Hand» Werksburschen eingeliefert, welche in dringendem Ver­dacht stehen, in Laisa, Kreis Biedenkopf, das Gehöft eines Bäckers und eines Landwirts in Brand gefetzt zu haben. Der Brand entstand am heiligen Abend, und kurze Zeit darauf war auch schon die Frankfurter Kriminalpolizei anwesend. Die gerichtlichen Verneh­mungen ergaben solche Verdachtsmomente, daß man sie weiter in Haft behalten mußte.

Feuergefecht zwischen

Wil-erern un- Lan-jäger

in Hoheneggelsen.

Einem Landjäger gelang es, den Arbeiter Neu­bauer aus Heinbruck und den Melker Otto Vollmer aus Hoheneggelsen beim Wildern abzufangen. Die Wilddiebe wurden von dem Beamten mit den Wor­tenHalt stehen bleiben oder ich schieße! gestellt. Sie nahmen sofort Deckung und eröffneten auf 100 Meter Entfernung das Feuer auf den Beamten. Es entspann sich ein regelrechtes Feuergefecht, das sich über eine Stunde hinzog. Als sich die Wilderer zurückgezogen hatten und der Landjäger das Reh bergen wollte, wurde er wiederum beschossen. Die beiden Wilddiebe wurden dann später festgenommen.

Eine neue Wasserleitung

in Marburg-Ockershaufen.

Die unmittelbar westlich an Marburg grenzend« Gemeinde Ockershaufen, die bekanntlich seit 1. Januar d. Js. nach Marburg eingemeiiwet ist, hatte schon seit Jahren unter schlechten Trinkwasserverhältmssen zu leiden. Es befanden sich dort wohl zwei Wasser­leitungen älteren Datums, die aber bezüglich Wasser­beschaffenheit und -Menge den Ansprüchen des sich stetig ausdehnenden Ortes nicht mehr genügten. Da die Neuanlage einer Wasserleitung dem Ott erheb­liche finanzielle Lasten auferlegt hätte, andererseits, aber der Anschluß an die ergiebige Marburger Was­serleitung leicht zu bewerkstelligen war, entschlossen sich die Ockershäuser zur Eingemeindung nach Marburg, die ja doch in wenigen Jahren hätte eintreten müssen. Die laut Eingemeindungsvertrag von der Stadt Mar­burg zu erbauende neue Wasserleitung, die in etwa zwei Kilometer Länge ihren Laus vom Bassin auf dem Marburger Schloßberg über die Hänge des Dam- melsberges nach Ockershausen nimmt, ist jetzt in Be­trieb genommen und an das alte Ockershäuser Wafler- leiiungsnetz angeschlossen worden. Die Quellen der seitherigen Ockershäuser Wasserleitungen werden nicht mehr benutzt. Die gesamte Anlage stellte sich einschließlich eines 800 Kubikmeter fassenden Hoch­behälters, dessen Bau auf der Höhe oberhalb des Marburger Bergsriedhoses notwendig wurde, auf rd. 65 000 Mark.

Aus dem Kreise Wittgenstein

Laasphe. Einbruch. In die Büroräume der Sieg­thal-Brauerei in Niederschelderhutte wurde ein Einbruch vollführt. Die Diebe gelangten mit Nach­schlüsseln in die Räume und entwendeten Schreibma­schinen und eine Kopiermaschine. Die Diebe waren mit einem Auto vorgefahren. Der Schaden wird mit 1000 Rm. angegeben.

Wir geben Auskunft

Brieftaften ver ä. K Jl

O. S. 100. Nur auf Grund eines Schuldtitels könne« Sie eine Vollstreckung vornehmen. Die Wibersvruchsfrist beträgt nur 3 Tage.

S. R. H. 50. Allgemein bürgersteuerfrei find Personen, deren gesamte Jahreseinkünfte 500 RM nicht übersteigen, sofern landwirtschaftliches ober gärtnerisches Vermögen den Betrag von 5000 RM nicht übersteigt. Frage 2: Die llnn- digungsfrift beträgt, wenn eine solche nicht vereinbart ist, drei Monate bei Darlehn über 300 RM. Eine Zinsmehr- forderung kann in Ihrem Fall nicht eintreten.

Nun-funk

Wir höre« am Mittwoch, de« 30. Dezember:

Frankfurt-Kassel:

6,15: Wettermeldung Morgengymnastik I und Us anschließend: Frühkonzert

12.05: s-challvlatlenkonzert

13.00: Von Köln: Konzert

15.1516.00: Stunde -er Jugend

17.05: Nachmittagskonzert des Runblunkorchefters

18.40: Fragmente aus dem BuchDas M-ufchengeftcht" von Max Picard, mit einer Einleitung von F. T. G übler

19.05:Alexander Dumas, Vater", Vortrag von Horaee Mellon

19.36: Schlager ausAlles Schwindel" von Mischa Svo- lianfki Gesungen von Marianne Hovve und Günther Lüder

19.45: Eine Viertelstunde Lyrik: Fritz Diettrich Svre- dier: Emil Birron

30.00: Von Köln: Reicbssendung: Symphonie Nr. 91 i» ES-bur von Josef Haydn

20.30: Unterhaltungskonzert

21.13: Der letzte Akt Eine Sörspieldichtung in drei Tei­len Zweiter Teil: Ankommt eine Devefche ...

22.50- |r°£Ä SDfet

KönlgswusterSausen: 19.90: AuS der Gtaats- >ver. Unter den Linden:Die Geisha". Operette in 7 Bil- >ern von Sidney Jones.$> Königsberg.Heils- Ber«: 20.35:Emilia Galotti" Trauettvielv. G E. Lessing, Sangenberg: 20.35: Der andere Don Quijote. Hör- viel von Paul Schaaf. Musik von F. E. Hempel.

8 ie n: 19.45: Unterhaltungskonzert. 20.45: Stunde mit Rilke (zum fünften Todestag). <K Rom: 21.00: Opern, Überkragung ober Konzert aus bem Sender.

Dieses Jahr kein Katarrh!