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Seite 2 1. Beilage

Kasseler Neueste Nachrichten

Dienstag, 22. Dezember IM

äugen.

Die Rentabilität

ten gel

Wetter-

Aussicht

Das Land sorgte vorbildlich für die Stadt

Erfreulich ist, daß der besonders notleidende Kreis Schmalkalden, vessen Ernährungszustand durch

3 mal 4 Meter, das dritte !o, baß es mit 2 Betten be­stellt werden kann. Fachwerkbauten mit reichlicher Holzverwendung oder ganze Holzbauten find zu beoor-

Auch der Besitz von zahlreichen Gebäuden in­nerhalb der Stadt, die für öffentliche Zwecke nicht in Frage kommen, verursacht Verwaltungskleinarbeiten, die nicht zu den Aufgaben eines Regierungspräsiden-

kann man nur wünschen, daß die Wirtschaftslage eine Verbreiterung der Front unserer freiwilligen Arbei­ter ermöglicht.

Auch der Ludwigstein wird im Februar und März reges Leben sehen, da man hofft, mit Hilfe der Ju­gendlichen die große Halle ausbauen zu können.

Schmalkalden, dessen Ernährungszustand durch die schon Jahre lang währende Krise der Kleineisen­industrie besonders schlecht ist, erhebliche Spenden hat erhalten können. Die Kreise Arolsen und Corbach

haben über 3000 Ztr Kartoffeln nach dem Wuppertal Seit. Dank gebührt der stillen Arbeir in den

ichen Kreisen und Gemeinden. Groß war die bisherige Leistung, größer noch ist die Not, die immer weitere Kreise erfaßt. Deshalb darf die Tätigkeit nicht erlahmen.

An seinem nördlichen Teil wird das zentraleuro­päische Hoch durch den Einfluß einer vorüberziehen­den Störung abgebaut. Die Ausläufer der Störung dürften auch bis über Deutschland vorgreifen und ozeanische Luft zum Vorschub bringen, wodurch Be­wölkung auftritt, außerdem zeitweise etwas milderes Wetter vorherrscht und vereinzelte Niederschläge meist in Form von Schnee austreten.

Aussichten für Mittwoch, den 23. Dezember:

Neblig und wolkig, Frost schwankend. Temperatu­ren zeitweise etwas über Null, vereinzelte Schneefälle

Uebrigens wurde mitgeteilt, daß nach einer Ent­scheidung des Staatskommifsars für Wohlfahrts­pflege in Zukunft alle

Wohlfahrtssammlungen politischer Parteien geneh­migungspflichtig seien.

Nach einer Erklärung des Regierungspräsidenten wird die Erlaubnis nur dann erteilt werden, wenn der Ertrag der allgemeinen Nothilfe zugeführt wird, wie es z. B. der Stahlhelm getan hat.

Lobende Erwähnung verdient immer wieder die eifrige Mitarbeit von Reichswehr und Polizei, und vergessen sollen auch nicht die zahlreichen Stimmen vom Lande, so besonders aus den Kreisen Kirch­hain und Ziegenhain werden, die ausdrücklich wünschen, daß ihre Spenden für die Notleidenden Kassels Verwendung finden sollten.

zurückzuzahlen sind. Der Betrag soll dienen zur An­schaffung von Geräten, Saatgut, Dünger, Einfriedi­gung usw. Die Kleingärten dürfen nicht unter 400 Quadratmeter groß sein und sollen nach Möglichkeit größer sein und zwar so, daß die Pächter die für den Haushalt notwendigen Lebensmittel aus dem Garten ziehen können. Die Interessenten müssen dem Reichs­verband der Kleingärtner Deutschlands angeschlossen sein. Die insbesondere für die ländlichen Gemeinden in Frage kommende bequemste, sicherste und billigste Steuerung der Erwerbslosennot ist

di« Anliegerstedlung.

Erwerbslose auf dem Lande, die ein Haus und einen kleinen Stall gewöhnlich schon besitzen, denen aber Land fehlt, können durch Zupacht von Land Verhältnis- mäßig schnell an Nahrungsmitteln und an Futter für Viehhaltung durch eigene Arbeit so viel gewinnen, daß sie aus Unterstützung nicht oder nicht mehr in vol­lem Umfang« angewiesen sind. Das notwendige Land dürfte auch hier in vielen Fällen zu beschaffen sein. So hat die Domänenverwaltung über 10 000 Morgen Streubesitz, der in den verschiedenen Kreisen des Re- gierungsbezitts liegt, an über 5000 Kleinpächter ver­pachtet.

Die AnsassiMachung könne, so führte Ober- regierungsrat Dr. Schoenkacs in einer Presse­besprechung aus, die Erwerbslosennot nicht beseitigen, kann sie aber lindern. Unser Volk habe zu lange das Heil in der Jndustriealisierung gesehen. Der Zug zur Stadt war übermächtig. Zurück zur Scholle! Da lägen die Wurzeln der Kraft des deutschen Volkes.

Möchten Sie die Aue geschenkt bekommen?

Oie Stadt Kassel hat nicht mit Ltnrecht Bedenken

Schäfflers Wettervorhersage für Januar 1923. Das neue Jahr wird aller Wahrscheinlichkeit nach verhält­nismäßig mild beginnen, doch dürften die Tempera­turen bald allgemein langsam zurückgehen, so daß auch die Regenniederschläge wieder in Scknee über­gehen werden. Veränderliches, niederschlagreiches Wetter mit Frost und Tauwener wechselnd bis gegen die Mitte des Monats Zu dieser Zeit Wetterum­sturz. Uebergang zu Winterwetter. Frost. Wetterlage anhaltend bis nach Beginn des letzten Monatsdritlels Nach dem 20. Januar wieder etwas wärmer, verän­derlich, Neigung zu Niederschlägen, Schneefall. Gegen Monatsende nach vorangeganqenen leichtem Tempe­raturanstieg erneut winterlich.

gl. Man hat diesmal etwas zeitig anfangen müs­sen mit dem Sammeln zur Winterhilfe; so kam es, daß dieerste Welle- auf dem Lande, da noch nicht ausgedroschen war, nur Kartoffeln und Gemüse er- saßte. Wenn man aber bedenkt, wie verzweifelt heute die Lage in weiten Kreisen der Landwirtschaft ist und vaß trotzdem manche Kreise für zehntausend Mark Kartoffeln und Gemüse an die Stadt geliefert haben, so verdient dieser über alle Gegensätze zwischen Stadt und Land siegende Gemeinfinn ganz besondere An­erkennung.

Es steht zu hoffen, daß auch die sofort nach Weih­nachten einsetzende zweite Welle, die beim erstenmale weniger gespendeten, für die Speisung so wichtigen Fettwaren-, Fleisch, Hülsenfrüchte usw. noch ein­bringen wird.

Der Wahrheit zu Ehren sei festgestellt, daß unter den Städten Kassel sich von dem so schwer leiden­den Hanau oder dem kleinen Schmalkalden kräftig Hai beschämen lassen an Opserfreudigkeit. Wir wol­len hoffen, daß dies nur festgestellt zu werden braucht, um manchem das Gewissen zu rühren. Notwendig erscheint uns auch und dringend erwünscht, daß trotz aller eigenen Not Kassel auch seinerseits die Schick- salsverbundenheit zwischen Stadt und Land dadurch dokumentiert, daß es einiges an Kleidern und Schuhen als Gegengabe opfert, die aus dem Lande so sehr für Notleidende willkommen sind.

Ter Bezirk augenblicklich 12 000 erwerbslose Jugend­liche aufzuweisen habe. Gegen 10 000 im Januar die­ses Jahres und 14 000 zur Zeit des Höchststandes im März. Ein sehr erfolgreicher Versuch mit dem freiwilligen Arbeitsdienst ist soeben auf der Do­mäne Habertshof am Elmer-Landrücken gemacht worden, wo 45 erwerbslose Jugendliche den Strahen- zug hergestellt und ausgehessert haben. Die Arbeiten geschahen am Vormittag. Der Nachmittag gehörte dem Unterricht und der Fortbildung. Von den 45 Er­werbslosen entstammten 42 unserem Bezirk, in der Hauptsache ausgesteuerte Arbeitslose.

Ein ähnlicher Versuch jugendlicher Erwerbslosen- beschäftigung wird zur Zeit in Willelmshöhe vom Staotoerband für Leibesübungen gemacht. Dort wer­den unter Führung des Herrn E r ö s s e l 180 Jugend­liche mit der Entflammung des Lac beschäftigt. Vor­bereitet wird ein weiterer Arbeitsdienst auf der Burg Ludwigstein, wo im Februar und März nächsten Jah­res die restlichen Bauarbeiten erledigt werden sollen. Die Aussichten für den Arbeitsdienst der Jugendlichen sind im allgemeinen recht günstig, die Arbeit stellt ein Kompromiß zwischen idealistischen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten dar. In Kassel hofft man im Ja­nuar mit der Anlage von Wegen in der Kleingarten­siedlung neben dem Schönfelder Park Beginnen zu können. Auch der vielumstrittene Zufahrtsweg zum Jungfernkopf soll demnächst hergerichtet werden.

Wie Forstaffessor Stahl mitteilte, soll auch Er­werbslosen durch Beschäftigung irn Wald Arbeitsgele­genheit geboten werden Schwierigkeiten macht vor allem die starke Verminderung des Holzeinschlags.

Die Landräte haben sich bisher noch etwas zn- ruckgehalten. Sie find jedoch vom Regierungspräsi­denten auf die Dringlichkeit dieser Auf­gabe hingewiesen worden und zweifellos könnte so manches an zusätzlicher Arbeit, die heute liegen blei­ben muß, mit wenig Mitteln geleistet werden. Ist es doch die einzige Möglichkeit produktiver Erwerbs­losenfürsorge. Da ist die Herstellung von Wohnstra­ßen, Aufforstung, Rodung und Entwässerungen und vor allem auch Flußregulierung, an die unsere Hoch- wasserkreise denken sollten.

Wenn man bedenkt, wie froh die bis jetzt erfaßten Jugendlichen waren, aus dem oben Einerlei ihrer steten Arbeitslosigkeit herauszukommen, und wenn man sieht, mit welchem Eifer sie ans Werk gehen, dann

Quer über 0en Wochenmarli

Am Wochemnarkt tut sich was! Das Weih­nachtsgeschäft setzt mit Macht ein, mit viel Feilschen und Handeln, innerlichem Gestöhn und äußerlichem Gezeter. Aber der Pfannenbraten gehört zum Fest tote der Lichterglanz am Tannenbaum, mag er eine zehnpfündige Husche zu 75 bis 85 Pfg., ein gewich­tiges Putertier zu 85 Pfg., eine feiste Ente zu 90 Pfg. bis 1. Mark, ein dickes Suppenhuhn zu 70 bis 75 Psg. oder auch nur durch ein Taubenpärchen zu 75 Pfg. das Stück repräsentieren. Wen die Ge­flügelei nicht mehr reizen kann, lenke seine genieße­rischen Sinne auf einen feisten Rehrücken zu 1,20 Mark ober eine Keule zu 1,25 Mark. Für den Junggesellen, die Junggesellin, so sie sich nicht an­derwärts durch die Feiertage futtern, liegen zier­liche Hasenrücken und «teufen zu 1,40 Mark parat. Die Schmanttippen zur Krönung dieser kulinarischen Angelegenheit tropfen ihren unerschöpflichen Inhalt zu 30 Psg. in die aufgehaltenen Gläser. Und die Butterberge zu 1.20 und 1,33 bezw. 1,40 Mark ver­sprechen das Ihre, zur Schmackhaftmachuna des Festbratens beizutragen. Für die letzte Kuchen­bäckerei gibt es bitte Eier zu 13 Pfg. bas Stück.

In ber Fischgasse werben dickrückige fidel« Karp­fen zu 95 Pfg. bas Pfund neben Winzigen Ful ba­sischen zu 25 Pfg. größere zu 40 Pfg., um bie Gunst ber Käuferinnen. Daneben mahnen Schellfisch zu 45 Mg., Seelachs zu 35 Pfg., Goldbarsch zu 40 Pfg., Filet zu 50 und 55 Pfg. und Formatshechte zu 1, Mark das Pfund, sich ihrer Schönheit anzunehmen.

Den süße Inhalt der Weihnachtstellcr, so er schon zu eifrig probiert worden ist, kann ergänzt werden durch saftige Apfelsinen schon von 5 Pfg. an, süße Feigen zu 40 Pfg., Haselnüsse zu 50 Pfg., Walnüsse zu 40 Pfg., Weintrauben Aepfel Birnen aus dem Wochenmarktparadies.

Spinat zu 15 Pfg. oder Grünkohl für einen Groschen sind die Gemüse, um bie sich jetzt bie Ma­genfrage hauptsächlich breht. Die Krautsorten haben eine Kleinigkeit anoezogen, Rotkraut mit 10 Pfg., Wirsing mit 10 Mg., Weißkraut mit 8 Pfg. Ein Schwarzwurzelgericht tauft man noch immer für 20 Pfg. kleine zarte Öberkohlraben zu 5 Pfg. bas Stück, feste Rofenkohlbällchen zu 23 bis 25 Pfg., einen weißen Blumenkohlhäuptling von 20 Pfg. an Ein einsamer Kürbis rollt noch über bcn Markt zwi­schen stattlichen Sellerieknollen zu 20 Pfg., Unter­kohlraben zu 8 Pfg., roten Tomatenkugeln zu 30 und 40 Pfg. das Pfund. Aus Holland präsentiert sich Kopfsalat zu 30 Pfg. neben seinem heimischen Endt- vienbruder zu 15 Pfg. und frischgrünem Nüßchen- geträufel zu 15 Pfg. bas Viertel.

Die Sache hat nämlich einen kleinen Haken: Zwar bringen die Pacht des Auerestaurants und andere Nutzung 50 000 Mark Einnahmen, bie aber von ben Ausgaben für Erhaltung weit weit überschritten wer­den. Das kann man verstehen, wenn man baian denkt, daß die Aue allein 22 Km. öffentliche Wege enthält. Allerdings hofft bie Regierung in Zukunft so sparsam wirtschaften zu können, daß bei Zuschuß wegfällt.

Der Wilhelmshöher Park wäre natürlich ein noch kostspieligeres Geschenk. Daß man es, wenn die Stadt nur wollte, ihr gern in die Hand drücken wollte, beweist das Beispiel des Kasseler Staatstheaters, aber man übersieht in Berlin nur ben kleinen Rechen­fehler, daß bie Kasseler Kurfürsten jene Anlagen nur unterhalten konnten, weil sie entsprechenbe Steuerein­nahmen unb Einnahmen aus Domänen unb Forsten hatten, bie Preußen zur Unterhaltung ber Parks herzugeben sicherlich wenig Neigung hat.

Nicht weniger als 11 Plätze unb Straßen der Stabt Kassel stehen im Eigentum bes Preußischen Staates unb werben von bei Domänenverwaltung der Regierung Kassel bisher verwaltet. Es handelt sich um den Friedrichsplatz, Königsplatz, Marställerplatz, .Papinplatz, die Wilhelmstraße, die Theaterstraße mit

Arbeit ist die beste Jugendpflege

gl. Es ist mit den paar Pfennigen Erwerbslosen­unterstützung, die die zwangsweise spazieren gehende Jugend erhält, nicht getan, um sie vor der Verwahr­losung zu bewahren. Endlich hat der Staat bas er­kannt, wenn er auch an ben freiwilligen Arbeitsdienst nur zögernd herangeht. Hoffen wir, daß sich die Be­denken der Gewerkschaften durch die Erfolge der ersten schüchternen Versuche überwinden lassen werden.

In einer gestrigen Pressebesprechung auf der Re­gierung führte Regierungsrat Körber aus, daß un­

Theaterplatz, den Ständeplatz, den Platz Ecke Schöne Aussicht-Fünffensterstraß!« den Rathenauplatz unb eine Parzelle am Friedrich.Wilhelmsplatz. Die Verwal­tung dieser Plätze, auf denen vielfach fliegende Ver- kaufsstände an kleine Händler verpachtet werden unb Pachtverträge abzuschließen sinb, ist mit einer Un­summe von Kleinarbeit verbunben, "bie nicht zu ben Aufgaben einer provinziellen Staatsverwaltung ge­hört.

Zwischen der Domänenverwaltung ber Regierung unb der Stadt Kassel wurde vereinbart, diese Straßen zu einem Pachtpreise von jährlich 5 0 0 0 R M. auf die Dauer von 18 Jahren an bie Stabt zu ver­pachten.

ergibt sich aus folgenbet Erwägung: 2500 RM. mit 3 Prozent verzinst ergeben 75 RM., bazu an Erbbau­zins und Pacht je nach ber Große ber Stelle höchstens tunb 45 RM., also 120 RM. im Iaht = 10 RM. im Monat. Dafür hat der Siebter sein eigenes Heim, die Kosten, die er dafür aufzubringen hat, sind erheblich niedriger als seine bisherig« Miete in der Stadtwoh­nung, wo er mindestens 20 RM. aufzubringen hatte. Und wie ganz anders ist seine Lage gegenüber der früheren. Der Siedler fühlt sich wieder als werk­tätiger Menschs Lebensmut und Zufriedenheit kehrt wieder ein in ein zerrissenes Dasein. Die Aussicht, sich allmählich ganz selbständig zu machen, wird sei­nen Kräften besonderen Ansporn geben. Sorgfäl­tige Auswahl ber Siebter ist erstes Erfor­dernis für das Gelingen der Siedlung» Nur anspruchs­lose, entbehrungsbereite vom Lande stammende oder wenigstens mit

ländlichen Arbeiten vertrante Familien

kommen in Frage. Die Ansicht, als ob zum Bauer jeder gut genug sei, war in früheren Zeiten gang und gäbe. Richtig war sie nie und heute weniger denn je.

Nicht weniger bedeutungsvoll sind

die Kleingärten,

für deren Anlage bas Reich bis zu 100 RM. je Gar- ten zur Verfügung gestellt hat, die nach 10 Jahren

Wohin gehen wir am Mittwoch?

Gtaaistbeater:®d>neen>ittd>en*, 15 Uhr:gettitfa*. 20.00. Cavitol-Likbtlviele:Luise, Königin von Preußen . lLbassalla-Ltchtsviele: ..Frauenraud auf Madagaskar".

U»ivcrsu«-LiLi!viele: ..Wien du Stadt der Sieber*.

Usa-Tbeaier:Emil und die Detektive"

Ton-Tbeater:Hans im Glück".Rotkäppchen",Hampel­manns Traumsahrt", .Hochstapler aus Liebe".

Tbeater am W'lh. Plav: Kabarett Tanz, 16 und 20 Ubr. Aünstleriviele Polter: Bunter Nachmittag. 16 Ubr; Koba- rett-Programm. 21 Ubr; Tanz. 23 Ubr.

Hessisches Landesmuseum «Wilb Platzt: AusstellungDas billige zeitgemäße Eigenheim". 1017 Ubr.

Heute, Dienstag:

Kleines Theater:Dornröschen". 16 Ubr:Liebelei, Weih- »achtsein kaufe", 20 Ubr. _ .

Sünstlerspiele Polter: Großer Kinder-Nachmittag. 16 Ubr.

cht zu ben Aufgaben eines Regierungspräsiben- ^ehören bürsten. Welche Summe solcher Klein­arbeit ist z. B. verbunben mit 159 Mietern, bie in 34 von der Domänenverwaltung zu betreuenden Häusern in der Stadt wohnen! Darunter 18 Läden unb son­stige gewerbliche Räume unb 2 Gastwirtschaften. Auch diese Gebäude, an denen der Staat keinerlei Interesse hat, werden nach und nach abzustoßen [ein.

Auch eine Weihnachtsbitte!

Reklame, gar schöne und viele, Eibt's Heuer in unserer Stabt Und alles mit diesem Ziele: Es kaufe, wer Zaster hat!"

Im Lichte schimmern die Läden.

Ob groß oder klein sie sind, Ich wünsch' von Herzen für jeden. Daß er seinen Umsatz find'. Doch bitt ich, nicht zu vergessen Bei obigem Mcflnungssatz Ein altes Stück Kassel und Hessen, Das steht aus dem Friedrichsplatz!

Das steht und friert ohne Ende

Und wartet aufs Publikum

Und reibt sich die kalten Hände Und guckt sich nach Kunden um.

s sind keine Kapitalisten, Nur wenig halten sie feil. Sie steh'n in den Steuerlisten Doch nicht im Annoncenteil.

DieCity" ber kleinen Leute, Im Konkurrenzkampf nicht stark! Bringt ihnen wenigstens heute Auch ab unb zu 'malne Mark!

Wir woll'n uns doch gern erhalten

Dies Nestchen Romantik nur.

Es stirbt schon genug des Alten

In Stadt und in Heimatflur.

Ich bitt auch als treuer Berater, Kauf' jeder dort, was er kann! Sonst steckt am Ende das Theater Uns auch noch den Weihnachtsmarkt an!

SB. I.

Oer Tob auf -er Landstraße

Wieweit ist ein Kraftfahrer für den Zustand feines Wagens verantwortlich?

In einer Verhandlung gegen den Ingenieur Friedrich Sch. hatte das Schöffengericht die Frage zu entscheiden, inwieweit ein Kraftwagenführer für ben betriebssicheren Zustand seines Wagens verantwortlich gemacht werden kann. Die Anklage lautete auf fahr­lässige Tötung.

Der Angeklagte kam mit dem Kraftwagen feiner fjirma, ben er nicht regelmäßig unb nicht allein fuhr, die Rasenallee entlang. In ber Nähe ber Dönche sah er vor sich auf ber Straße zwei Männer, d:e einen Hanbwagen zogen. Ordnungsgemäß künoete der Angeklagte seine Ueberholungsabsicht durch ein Hu­pensignal an und fuhr bann mit etwa 35 Stunden­kilometer an bie Fußgänger heran. Plötzl ch ber Kraftwagen war ungefähr 3 bis 6 Meier von ben Fußgängern entfernt drehte sich ter eine Monn, der 74jährige Obergärtner K.. der sich in Begleitung seines Schwiegersohnes befanb. um und machte einen Schritt auf die Fahrbahn Geistesgegenwärtig riß Sch. seinen Wagen nach links herüber, mußte jedoch sofort wieder nach rechts steuern, weil er bereits mit dem linken Kotflügel einen an ber -kraße stehenden Baum gestreift hatte. Bei bem Rechtseinschlag er­faßte der Kraftwagen ben alten Mann unb schleifte ihn zunächst mit und zwar genau 26 Meter. Dann fiel ber Greis, ber bisher auf dem rechten Kotflügel gelegen hatte, birtft vor bie Räder des Wagens unb wurde noch so schwer überfatbrm, daß ber Tod auf ber Stelle eintrat. Trotz starken Bremsens konnte her Angeklagte seinen Wagen -»rst nach insgesamt 37 Mc»er Bremsweg zum Halten bringen.

Die Prüfung ber einzelnen Vorgänge ergab, daß ber Angeklagte feine Ueberholungsabsicht rechtzeitig und zweckmäßig angekündigt haste daß er sich im Au­genblick des Unfalls richtig verhaften unb alles getan hatte, um den Unfall zu vermeiden. Der alte Mann hatte anscheinend das Hupensignal sherhört und war daher bei ber plötzlichen Annäh-run.a des Wagens erschrocken unb kopflos von feiner Gehrichtung ab- gewtchen.

Wie aber war es möglich .daß ber Angeklagte sei­nen Wagen erst nach 37 Metern Bremsweg zum Hol­ten bringen konnte? Die sofott nach bem Unfall vor­genommene Untersuchung des Wagens ergab, daß die Bremsvorrichtungen sich in einem ungenügenden Zustand befanden. Die Fußhremft war durch zu reichliche Schmierung in ihrer Wirkung beeinträchtigt, außerdem war ein Bremsfeil angerissen und funk­tionierte daher nur halb. Auch nie Handbremse war ausgeleiert" und wirkte unvollkommen Erwiesen erschien, daß ber Angeklagte vor Antritt ber Fahrt bie übliche Prüfung bes Wagens auf feine Betriebs­sicherheit vorgenommen hat, allerdings ntebt so. daß er die vorhanbenen Mängel im Bremsgctriebr er­kannte.

Ans diesem Umstand schloß ber Staatsanwalt auf ein Verschulden des Angekltaten. Mit ber Begrün­dung baß ein solcher Wagen, wie ibn ber Angeklagte gefahren habe, gemeingefährlich werde, brachte er eine Gefängnisstrafe von 3 Mona:en in Antrag Tas Gericht konnte sich aber von bet Schuld des Ange­klagten nicht ganz überzeugen, sondern erkannte auf Freisprechung. Es fei. so hieß e8 in der Begründung, durchaus möglich, daß sich die später Vorgefundenen Mängel noch während bei Fahrt verstärkt hätten.

Allerlei vom Tage

Wer weiß etwas? Vermißt wirb feit bem 21.11 1931 bie Ehefrau Henriette Scheel, geb. Emde, ge­boren am 3. 11. 1864, wohnhaft, Graben 21. Sie tst nerveickrank unb leibet an Verfolgungswahn. Die Vermißte ist 1,65 Meter groß, schmächtig, hat lange, graugemischte Haare, bleiches, langes, eingefallenes Gesicht, blaue Augen, Nase eingebogen, schmale Lip­pen. hat nur noch einige Zähne, sprich Kasseler Mnnb- art, bet linke Arm ist steif. Sie trug zuletzt schwar­zen Mantel mit grau besetztem Kragen unb Man­schetten, graues Stoffkleib grauen Rock unb Unter­hose, schwarze oder graue Strümpfe, graue runde Strumpfbänder, schwarze Halbschuhe mit Schnallen. An dem Ringfinger ber rechten Hanb trägt sie einen goldenen Trauring und einen silbernen Siegelring. Sachdienliche Mitteilungen nimmt bie Kriminal­polizei (Permißtenstelle) entgegen.

Beamten-Perfonaluachrtchten. (Aus dem Amts­blatt.) Planmäßig a n g e ft e I_I t: ber Oberlanb- jager a. Pr. Römhild in Wüstensachsen als Ober» lanbjäger. Uebertragen: bem Forstsekretär Krause zu Stölzingen, gl. Oberförsterei, bie Forst­sekretärstelle Schönstein, gleicher Oberförsterei.

Der Erfolg einer Theater-Wohlsahrts-Beranstal- tn«g. Infolge ber uneigennützigen Mitwirkung bet Künstler unb bes übrigen Personals bes Staatlichen Theaters konnte ber Kasseler Winterhilfe aus Wohlfahrisvrranstaltungen bes Staatlichen Thea­ters ein Reinerlös von 1931,55 RM. überwiesen werben.

Die Abschnitte b<r Retchsbezugsscheine über verbil­ligtes Fleisch für bie Unterstützungsempfänger bes Wohlfahrtsamtes sinb unter ben in ber heutigen Be­kanntmachung bes Magistrats veröffentlichten Bedin­gungen im städtischen Schlachthof unb im Rathaus, Zimmer 108, einzulösen.

Wochenmarkt am Mittwoch. Mit Rücksicht auf ben Sonnabenb, ben 26. Dezember, ausfallenden Haupt­wochenmarkt findet am Mittwoch, ben 23. b. M., Haupt­wochenmarkt auf bem Königs- unb Martinsplatz statt.

Als Vertrauensärzte des Berforgungsgericht, wurden für bie Zeit vom 1. Januar 1932 bis 31. De­zember 1935 wiedergewählt: Spruchkammer Kassel: Geh. Reg.- unb Meb.-Rat Dr. Rockwitz, San.-Rat Dr. Heil unb Dr. meb. Hartmann, sämtlich in Kassel; Spruchkammer Fulba: San--Rat Dr. Schneiber, Dr. Stegmeier unb Dr. SB. Raabe in Fulba.

Die Erinnerungsmedaille für Rettung aus Gefahr würbe an Gastwirt Heinrich Meyer, Eartenstrahe 22, verliehen. Gastwirt Meyer hatte am 28. Juni b. I. eine Frau vom Tob bes Ertrinkens gerettet.

Bo» der Feuerwehr. Kurz nach Mitternacht wurde die Feuerwache Mauersiratze nach der Wolfhagerstr. 177 gerufen, wo ein Arbeitsschuppen durch einen nebenan befindlichen Emaillierofen in Brand ge- raten war. Der Schuppen wurde irotz ber Arbeit der Feuerwehr vollstänbig vernichtet.

Kleines $6ea;er. Da die DonntagSvorstellung der Mär­chens ..Dornröschen" vollständig ansverkauft war dal sich die Direktion entschlossen, bereits am Dienstag nachmittag 4 Uhr eine Wiederholung stattfinden zu lassen. Dienstag abend wird zu stark ermäßigten PreisenLiebelei"Weibnachts- einkäuf«". am Mittwoch, nachmittags 4 Uhr, wiederum dar MärchenDornröschen" und abends zu stark ermätztgten Preisen .Lsuwelenraub in der Särmnerstraße" aufgejührt.

----- WW»

Film Oer Anfälle

Kleine Ursachen... Weil er entgegen der Vor­schrift des Wohlfahrtsamtes bei einem Kunden auf dessen Wunsch das Beschlagen der Absätze mit Huf­eisen unterlassen hatte, wurde dem 60jährigen Schuh­machermeister W. in der Weserstraße bie Ausführung von Schnhrepara'uren seitens bes Wohlfahrtsamtes entzogen. Was bas für einen im Arbeiterviertel wohnenben Schuhmacher bebeutet, kann sich feber mit ben Verhältnissen Vertraute, vorstellen. Dies nahm sich nun W. derartig zu Herzen, daß er sich in seine Werkstatt begab unb feinem Leben durch Erhängen ein Ende machte.

Schwerer Arbeitsunfall. In einer Maschinen­fabrik stieß beim Rangieren die Lokomotive gegen eine 10 Zentner schwere Eisenschiene, bie um stürzte unb einen 23jährigen Schlosser aus ber Hohenzol- lernstraße unter sich begrub. Er erlitt einen doppel­ten Bruch des rechten Unterschenkels und wurde durch die Sanitätshauptwache in bas Elisabechkran- kenhaus eingeHiefert

Bon einem Auto überfahren. Auf dem Bahnhofs­platz wurde ein auswär iger Kaufmann beim lieber-, fchreiten ber Fahrbahn von einem Lieferkraftwagen t e'ahren unb zu Boben geworfen. Er trug eine leichte Kopfverletzung unb eine Gehirnerschütterung .«n unb wurde durch bie Sanitätswache Orleans- straße bem Elisabethkrankenhaus zugeführt.

Borfich. beim Ueberschreiten des Fahrbammes. In der Oberen Königsfftatze wurde ein Invalide Mm Ueberschreiten des Fahrdammes von einem Lieferkraftwagen angefahren und zu Boden geworfen. Herbei erlitt er eine erhebliche Kopfverletzung und wurde mit dem Krankenwagen ber Feuerwehr in >as Elisabethkrankenhaus gebracht.