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Kasseler Neueste Mchnchten
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OienSiaa, 22. Dezember 1931
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Hessische Abendzeitung
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Trotz Notverordnung immer noch Etatdefizit!
Dor der Veröffentlichung der preußischen Sparmaßnahmen / Oie „Kleine Notverordnung" des Reichs / Baseler Bericht zum Teil fertig
polittsche
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eihnachtsgeschenke"
Bon unserer Berliner Schriftleitung.
Lhristmas bei entwertetem Pfund
lVon unserem Korrespondenten.)
th. Berlin, 22. Dezember.
Die letzten beiden politischen „Weihnachtsgaben" werden der deutschen Oeffentlichkeit morgen Miltwoch übergeben werden. Es handelt sich einmal um die ergänzende tleineNvtverordnung der Reichsregierung und zum anderen um die zweite große Sparverordnung der preußischen Regierung.
Das Reichstabinett hat gestern die Beratungen über die kleine Notverordnung abgeschlossen, die ja nur dadurch notwendig geworden ist, daß eine Reihe von Einzelheiten, die eigentlich in den Durchführungsbestimmungen zur großen Notverordnung geregelt werden sollten, aus formalen Gründen mit Hilfe des Artikels 48 erledigt werden müssen. Der Inhalt dieser kleinen Notverordnung besteht im wesentlichen aus Bestimmungen formaler Natur. Man hat zwei Gruppen zu unterscheiden: Einmal die Verlängerung bestehender Gesetze, die am 31. Dezember normaler Weise abgelaufen wären, und zweitens Abänderungen einer Reihe anderer Bestimmungen. In der Gruppe der Verlängerungen ist als die weitaus wichtigste Bestimnmng der neuen kleinen Notverordnung die Verlängerung des fünf. Prozentigen Zuschlags zur Einkommensteuer hervorzuheben. Dieser wurde seinerzeit unter dem Namen eines Notopfers beschlossen und wurde dabei ausdrücklich auf das Ende des Jahres 1931 begrenzt. Seit langer Zeit har sich jedoch schon herausgestellt,d aß die Regierung angesichts der jetzigen Finanzlage des Reichs nicht auf diesen Zuschlag verzichten kann, und deshalb mußte in der neuen kleinen Nowerordnung die Verlängerung dieser Einkommensteuererhöhung ausdrücklich festgesetzt werden. Weiterhin wird das sogenannte Lohnpfän^ dungsgesetz verlängert, welches eine Grenze für die der Pfändung unterliegenden Lohnsummen festsetzt. Ebenso erfahren die Bestimmungen über die Ausfuhr von Kun st sch ätzen eine Verlängerung. Diese Ausfuhr ist nur mit besonderer Genehmigung zulässig; diese Bestimmung wird nun also auch bis über das Ende des Jahres hinaus in Geltung bleiben. Schließlich wird die Essig st euer verlängert.
Von den Abänderungen bestehender Gesetze ist das Besatzungsschädengesetz hervorzuheben. durch welches die Entschädigung derjenigen Personen geregelt wird, die während der Besatzungszeit Verluste erlitten haben. Es handelt sich jedoch um eine rein formale Verordnung, indem von der bisher üblichen vierteljährlichen Ratenzahlung künftig zur monatlichen Zahlung übergt gangen wird, weil dadurch zwar keine Ersparnisse, aber eine Kasseneni- lastung erzielt wird. Eine bemerkenswerte Verschärfung erfahren die Vorschriften zur Bekämpfung des Schmuggels, was natürlich auf die jüngsten Vorgänge an der deutsch-holländischen Grenze zurückzuführen ist. Abgeändert wird ferner das Ge- richtsverfassungsgesetz und zwar lediglich in dem Sinne, daß eine verwaltungsmäßige Anpassung an die Aenderung des Gerichtswesens in verschiedenen Ländern stattfindet, besonders dort, wo Landgerichte oder Oberlandesgerichie aufgehoben worden sind. Auch die Kraftfahrzeug st euer wird geändert, aber nur in dem Sinne, daß man zur monatlichen Zahlungsweise übergeht. Wahrscheinlich werden auch noch einige verwaltungsmäßige Maßnahmen auf dem Gebiete der Binnenschiffahrt in die neue Verordnung ausgenommen werden, während der ursprüngliche Plan, auch Bestimmungen über das Veterinärwesen zu treffen, wieder zurückgestellt wurde.
Wesentlich bedeutsamer als diese allgemeine rein formale kleine Nowerordnung des Reichs wird die große
preußische Sparverordnrmg
Etwas geheimnisvoller dagegen wird der in der letzten Zeit so viel genannte Plan der Einführung einer Schlacht st euer behandelt. In den letzten Tagen wurde wiederholt berichtet, daß dieser Plan von der Regierung entweder ernsthaft erwogen werde oder am nächsteü Tage wieder nicht mehr in Betracht kommen sollte. Tatsächlich haben sich die Ansichten in dieser Hinsicht wiederholt gewandelt, aber
nach dem jetzigen (vorläufig endgültigen) Stande der Dinge wird die Schlachtsteuer in der gegenwärtigen Sparverordnung nicht enthalten sein. Das schließt jedoch nicht aus, daß diese Steuer zu einem späteren Zeitpunkt und in etwas anderer Gestalt wieder auftaucht.
Wir haben schon darauf hingewiesen, daß trotz aller Steuern ein beträchtliches Defizit int neuen preußischen Haushalt ungedeckt bleibt, und tatsächlich bringt die neue Sparverordnung noch keinen völligen Ausgleich des neuen preußischen Etats; vielmehr sind auf diesem Gebiete die Beratungen der preußischen Staatsregierung noch nicht abgeschlossen, und während das Verordnungswerk fertig vorliegt, gehen die Verhandlungen im preußischen Kabinett über die Möglichkeiten neuer Einnahmequellen zur Deckung des Fehlbetrages im preußischen Haushalt weiter. Die Beschlüsse wird man erst bei der Vorlegung des neuen Etats kennen lernen.
G. P. London, im Dezember.
Den wohlhabenden Engländern, die sich sonst alles leisten konnten, was sie begehrten, steht heuer ein neuer Spaß, „a great fielt" bevor: Weihnachten zu Hause und bei entwertetem Pfunde! Nicht auszudenken wie komisch, mal etwas anderes, endlich eine Mwechslung von der Routine. Wie alle anderen Schicksalsschläge der letzten Zeit, nehmen die meisten Briten auch dieses für sie etwas neuartige Christmas-Fest mit viel Humor und Laune hin. Bisher galt es für sie als althergebrachte Tradition zu Weihnachten eine Reise nach dem Auslande zu machen: nach Aegypten zu den Pyramiden, nach der Schweiz zum Wintersport, nach Paris zum Montmartre-Bummel; überall war der Brite mit seinen fetten Pfunden ein gerngesehener Gast und konnte sich stets alles leisten, wonach sein Herz Verlangen würde. Nun ist das mit einem Schlage ganz anders geworden. Eine Auslandsreise ist zur Zeit selbst für vermögende Engländer ein kostspieliges Vergnügen. An den üblichen Weihnachtsbummel in Paris ist überhaupt nicht zu denken. Es gilt also im Lande zu bleiben und sich zu bescheiden. Und anpassungsfähig und weltklug, wie die Engländer schon mal sind, haben sie auch aus dieser bittren Notwendigkeit flugs eine Tugend gemacht: auf die übliche Schweizerreife zu verzichten und britische Waren zu kaufen, gilt als nationale Tat und im Westend oder in Soho zu
Heftige Zusammenstöße in Basel
Layton gegen Nist / Einigung des Nedaktionsausschusses über die Schlußfolgerungen
Basel, 22. Dezember.
Das aus Melchior, Rist, Layton und Beneduce bestehende Redaktioaskomitee, das den Schluß- bericht des Beratenden Sonderausschusses der BZZ. anfertigt, hat von 9 Uhr abends bis 2 Uhr morgens gearbeitet. Der Teil des Berichtes, der über die Schlußfolgerungen handelt, ist fertiggestellt worden, lleber andere Teile des Berichtes hat man sich noch nicht vollständig geeinigt.
Nachdem die Mitglieder des Redaktiouskomitees die Sitzung verlassen hatten, blieben die technische» Sachverständige» noch eine Zeitlang beisammen, um gewisse technische Fragen im Bericht zu besprechen. Heute mittag werde» sämtliche Mitglieder des Ausschusses sich nochmals versammeln, um zu dem Stand der Arbeiten Stellung zu nehmen.
Am Nachmittag wird dann das Redaktioaskomitee wieder zusammentrete». Es ist noch nicht zu übersehen, wann die Schlußsitzung des Ausschusses stattfinden wird. Während am Abend im allgemeinen eine optimistische Stimmung vorherrschte, hatte man nach Schluß der Rachtsitzung den Eindruck, daß wieder gewisse Schwierigkeiten ausgetaucht find. Nachträglich verlautet, daß es in der Rachmittagsfitzung der elf Ausschußmitglieder zu einem ziemlich heftigen Zusammenstoß zwischen Laytou und Rist gekommen ist.
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Die Einigungsformel, die gefunden wurde, ist die, daß auf besondere Empfehlungen und Anregungen verzichtet wird, daß in den Schlußfolgerungen weder die Frage der Reparationen, noch der privaten Schulden mit bestimmten Hinweisen aufgeführt wird. Man wird betonen, daß der Ausschuß auf den Antrag Deutschlands gemäß dem Aoungplan eine genaue Prüfung der Gesamtheit der deutschen Verhältnisse vorgenommen hat, daß der Eindruck, den man von den besonderen wirtschaftlichen Schwierigkeiten Deutschlands erhielt, ein überaus starker ist und deshalb die Regierungskonferenz auffordert, entsprechende Maßnahmen zu ergreifen.
Frankreich bleibi der Störenfried
das größte Hindernis für einen schtiellen und zufriedenstellenden Abschluß der Konferenz.
Nach dem Berichterstatter der „Morning Post", solle» sich die Gegensätze im Sonderausschuß ganz erheblich verschärft haben, und zwar besonders wegen der Frage der ungeschützten Zahlungen. Die französische Abordnung habe neue Anweisungeu aus Paris erhalten, in der Frage des Borrechtes der Tribute auch nicht eine« Zoll naö^ugeben. Der Ansicht der Neutralen gegenüber, daß der schlechte Stand der französischen Handelsbilanz auf die Tribute zurück- zuführe» sei, verhalte sich Frankreich durchaus ablehnend.
Tributkonferenz in Lausanne?
Paris, 22. Dezember.
In hiesigen politischen Kreisen verlautet, daß man jetzt L au s a n n e als Tagungsort für die am 15. Januar bevorstehende Tributkonferenz der Regierungen in Aussicht genommen habe. Es wirs dabei die Frage aufgeworfen, ob die Konferenz am 2. Februar, d. h. zum Beginn ver Abrüstungskonferenz beenSet sein werde.
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Washington, 22. Dezember. Präsident Hoover legte dem Kongreß die Botschaft vor. in der er die Bewilligung von Mitteln für die Beteiligung Amerikasan der Genfer Abrüstungskonferenz nachsucht. In einem Begleitberichi führte Staatssekretär S t i m s o » aus, man sei dem Ziel der Rüstungsbeschränkung 1922 in Washington und 1930 in London je einen Schritt näher gekommen Er hoffe, daß man 1932 in Genf einen weiteren Schritt vorwärts komme. Amerikas Beteiligung an der Konferenz sei wesentlich, um einen Fehlschlag der Konferenz möglichst zu vermeiden. Ta die Konferenz vielleicht viele Monate dauern werde, fordert er 450 000 Dollar als erste Rare an.
Oie Moratoriumsöebatte im Washingtoner Senat
London, 22. Dezember.
Der Washingtoner Berichterstatter der „Times" er-
fetn, über die die preußische Regierung bereits Beschluß gefaßt hat, die aber heute noch nicht in die Oeffentlichkeit gelangt. Uebrigens wird diese große Verordnung keinerlei Ueberraschungen mehr bringen, sondern alle wesentlichen Bestimmungen dieses umfassenden Verordnungswerkes sind in der letzten Zeit bereits durch die Presse gegangen. Vor allem hat sich die auch von uns wiedergegebene Jnhaltsdarstellung der „Germania" als vollkommen richtig erwiesen. Die darüber hinausgehenden Vermutungen. daß evtl, eine Margarine st euer oder eine Schokoladensteuer eingeführt werden könnte, haben sich nicht bestätigt. Von derartigen Steuerplänen ist in der preußischen Regierung keine Rede.
Loudon, 22. Dezember.
Nach Mitteilung Laywns an den Baseler Berichterstatter des „Daily Telegraph" soll der Bericht des Sonderausschusses am Mittwoch abend fertiggestellt werden. Der Bericht würde 8000 bis 10 000 Worte umfassen und im Anhang etwa 30 deutsche Urkunden aufweisen. Bisher sei nur der Teil des Berichtes angenommen worden, der sich mit der Weltkrise und der Notwendigkeit sofortiger Maßnahmen seitens der Regierungen befaßt. Der englische Vorschlag zur Verlängerung des Moratoriums auf fünf Jahre fei bisher nicht erörtert worden. Das werde erst geschehen, wenn sich die Atmosphäre erheblich gebessert habe. Das französische Festhalten am Vorrecht der Tribute bilde auch weiterhin
blickt die Bcseutung der Moratoriumsaussprache im Senat hauptsächlich in denAeußerun- gen der Senatoren über die französiseven Kriegsschulden. Diese Schulden bildeten nach amerikanischer Auffassung eine Klaffe für sich, und zwar insofern, als es sich eigentlich um neue Vor- schüffe an Frankreich nach dem Waffenstillstand handele, während die eigentlichen Kriegsschulden Frankreichs schon gestrichen worden- seien. Die vereinbarte Schuldsumme in Höhe von 407 Millionen Dollar diene nur der Bezahlung ver auf französischem Boden zurückgelassenen Kriegsvorrüle im Werte von zwei Milliarden Dollars. Frankreich habe daher auch keine Berechtigung, auch nur die geringste Schuldenänüe- rung zu fordern. Roch viel'weniger könne es eine Schuldenstreichung verlangen.
bummeln ist viel patriotischer, als durch den Montmartre oder den Montparnaffe zü^treifen...
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„Bleibt im Lande!", lautet also die diesjährige englische Weihnachtsparole. Doch dieser wohlgemeinte Ratschlag klingt nicht allen Briten wie himmlische Musik in den Ohren. Es muß ihnen schon irgendwie glaubhaft gemacht werden, daß England mit seinem Nebel und seiner Düsternis im Winter in der Tat schöner und verlockender sei als die sonnige Riviera oder die schneereiche Schweiz. Diese undankbare Aufgabe haben die großen Londoner Blätter mit einem wahren Heroismus auf sich genommen. Sie teilen nun täglich das Unwahrscheinlichste über die winterlichen Reize der britischen Inseln mit. Es erweist sich: die Nächte sind im Winter in England wärmer als an der Riviera, Bournemouths neuer „Muni ei pal Pavillon" ist unvergleichlich schöner als sämtliche französischen „Casinos" zusammengenommen, die Sonne scheint in Brighton durchschnittlich 87 Stunden und 44 Minuten per Mo- nat, der Regenfall in Torguay ist wesentlich geringer als in Biarritz, die englischen Gasthäuser sind ebenso gut wie die schweizer Hotels, das englische Essen ist wegen seiner Güte und Schmackhaftigkeit wcltbe- rühmt usw. Das alles wird durch verlockende Pho'os bekräftigt. Man gewahrt die Promenaden der bekannten Plätze in Devonshire und Cornwall, ausgenommen an einem der wenigen sonnigen Tage und' von solch einer Stelle daß man int Vordergründe möglichst einfle Treibhauspalmen oder einige verkümmerte Chpressen prangen sieht. Wenn's dann noch niemand glaubt, dann folgen zum Schluß noch ärztliche Atteste, in denen ganze ConzMen enalifcher Doktoren schriftlich bestätigten, daß das englische Klima das gentttdeste in der Welt sei und daß jeder brave Brite für seine Gesundheit nichts Besseres tun könne, als Christmas in eigenen Lande zu verbringen...
Mit gutem Beispiel ist seinen Mitbürgern der greise Herzog von Connaught vorangeganaen. Bereits seit 30 Jahren Pflegt der al*e Herr den Winter in Cap Martin zu verbringen. Doch Heuer, der Krise wegen, hat er beschlossen int heimatlichen Bogner zu überwintern Bevor er London verließ ist ihm jedoch noch folgendes Malheur passiert: Er wollte seinen Schneider sprechen; doch als er im betreffenden Geschäft anrufen ließ, wurde ibm von dort ganz harmlos mi geteilt: „Bedauern Roheit, unser Chef ist verreist, er verbringt diesen Winter--in
Cap Martin!"
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Die Erfüllung des zweiten patriotischen Gebots der Stunde „Kaust britische Erzeugnisse!" fällt Job» Bull leichter, als das weniger willkommene Reiseverbot. Englands Waren sind begann lieb weniger abstoßend, als sein berüchtigtes Klima. Auch liebt John Bull es zu Wechnachten viel Geld auszugeben, so viel wie möglich Geschenke zu laufen, besonders jetzt, da Geschenkekaufen tu einer patriotischen Tat geworden ist. (Saufen schosst Arbeit und Arbeit schosst Brot!) Zum Kaufen ist allerdings ein gewisses Quantum Bargeld unerläßlich Doch dieses ist in England dem Himmel sei Dank, immer noch in größeren Mengen vorbanden, als in manchen anderen Ländern. Die Bank von England bat in der ersten Dezemberbälste einens für dos Weihnachtsgeschäft rund 800 Mill Mark Geldnöten in Umlauf gesetzt. Und die Ge'am summe des ?«r Zeit in Händen des britischen Publikums bestndlichen Bargeldes wird auf über 7 Milliarden Morl geschätzt. Mr Weihnachtsgeschenke recht's also noch. Die Geschäftsstraßen und Läden Londons sind daher, trotz der Krise, genau ebenso belebt, wie im vorigen und vorvorigen Jabre An die Krise malmt nur das in ledern Schaufenster sichtbare Plakat „Bun Brstish!" Indessen scheint das englische Weihnachtspublikum dieses Vogelscheuchenplakat der Rnncimanzölle kaum allzu tragisch zu nehmen. Die Zahl der fremden Waren ist in den englischen Läden keineswegs zurück- gegangen. Ein aufmerksames Auge entdeckt beim Bummel durch die großen Londoner Warenhäuser dauernd hier eine schweizer Uhr, do« deutschen Christbaumschmuck und sogar ungarische Weine für John Bulls Christmaspunsch...
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Bald noch dem Pfundsturz hat in England ein wahrer Amüsiertaumel eingesetzt. Die „nationalen" Blätter erklären schon, man könne sich zur Zeit im puritanischen London „weit bester, als in Paris oder sonstwo amüsieren..." Letztere ist naftr-. lick eine jener Keinen Uebertreibmigen, die man. ebenso wie die Lobpreisungen des englischen Klimas und des englischen Essens, als ein pathologisches Symptom des patriotischen Wahns gütigst entschuldigen möge Doch, trotz dcr Krise, werden rnr Zeit in London in der Tat dauernd neue Tanz'okalc neue Restaurants, neue Theater die Menge eröffnet. Und