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r Seite 2 L Beilage

Kasseler Neueste Nachrichten

Vor -em Arbeitsaericht

Auch Arbeitnehmer haben Rechte

Gegen ben Landwirt K. wäre» beim Arbeitsgericht zwei Klagen von verschiedenen Kläger» anhängig gemacht wor- öen. einmal aus Erfüllung eines Devulatvertrags, uni einmal am Zahlung der Kündigungsfrist.

,,,-ter ertte Klager hatte im März i. I. als lanöwtrtschaft. lieber Arbeiter mit ft. einen Beitrag abgeschlossen, bei von Sen in der hessischen Landwirtschaft üblichen Verträgen ob» weicht. Danach betrug der Wochenlohn nebst freier Bei» vfleguna und Wohnung 15 RM. Kündigungsfrist 8 Tage. Dann Heist eS aber noch. Hatz Kläger am Ende des Jahres noch 20 Zentner Kartoffel» und 10 Zentner Getreide bekom­men soll, ein PassnS, der dem Arbeitnehmer nun zu schaf­fen macht, weil er voraussetzt,, daß das Arbeitsverhältnis das Jahr überdauern soll, was jedoch nicht der Kall war. Denn nach Beendigung der Erntearbeite» wurde Kläger mit achttägiger Kündigungsfrist, angeblich wegen unaenü» Sender Leistungen, entlasse». Er war also nur von Mär« bis Oktober 1031 beschäftigt und vertritt nun die Ansicht, dah dar Arbeitsverhältnis nur deshalb gelöst wurde, um die Herausgabe der Karrosfeln und deS Getreides zu um­gehen. Der Vorsitzende machte dem Beklagten auch klar, dah in solchen Fällen nicht immer unbedingt die Verträge rechtsgültig seien, sonst wäre es ein leichtes, die Arbeitneh­mer um 'hr Recht zu bringen, indem man einfach Gründe sinden wurde, das Dienstverhältnis vor Äabresende zu lösen. Jedoch gelangte das Gericht zu der Ausfällung, dah in diesem Fall der Beklagte die Vollendung des Arbetts- jahrcs nicht vorsätzlich verhindert habe und wies die Klage ab.

Bei dem zweite» Fall handelte eS sich um folgendes: Die Melker oder Schweizer haben ihre eigene Organisation, die auch gleichzeitig die Vermittlung von freien Arbeitsstellen übernimmt und die Bedingungen für den Suchenden aus- macht. Auch der Kläger wurde auf diese übliche Weise dem Arbeitgeber K. mit einer Zuweisungskarte geschickt: neben freiet Kost und Wohnung sollte er 60. RM Lohn erhalten. . -sch. fing gleich an zu arbeiten, ohne dah Beklagter ihn daran gehindert hätte, auch an seinen Arbeiten sei nickt auszufeyen gewesen. Aber schon nach wenigen Tagen kam es zur fristlosen Entlallung und zwar weil Kläger sich wei- ?erte Arbeiten zu übernehmen, bte auherhalb seines Pslick- enlreifeä liegen und die er nickt glaube aussühren zu kön­nen, wenn er seine eigenen Arbeiten richtig erledigen wollte. Buck dah der Kläger seine volizeilicke Abmeldung vom vorigen Platz nicht bei sich hatte, wurde zum Anlal- der fristlosen Kündigung genommen. Er verlangte Entschä­digung für die Kündigungszeit, während Beklagter in der Zuweifungskarte noch keine verpflichtende Bindung zu einem Arbeitsvertrag steht. Diese Bermittlungsaktion ist »ach feiner Ansicht nur eine vorbereitende Angelegenheit.

Das Arbeitsgericht pflichtete seiner Meinung, dah es stch zunächst nur um einen Probedienft gehandelt habe, nhot 6c und verurteilte den Beklagten zur Zahlung von 80 RM für die Kündigungszeit und 21 RM für Verpflegung. Die Tatsache, dah Beklagter dem Kläger ei» Zimmer angewiesen habe und ihn zu den mit dem Melkerverband ausgemachten Bedingungen angenommen habe, rechtfertigen den Schluh einer erfolgten Einstellung.

Mehrere Arbeiter der Niederhell. Basaltwerke in M. klagte» auf Nachzahlung des tariflichen Lohnes und Einhal­tung der KündigungSsrlst in einem Gesamtbeträge von 8436 RM. Folgende Tatsachen waren der Slageerhebung voran» gegangen:

Für die deutsche Pflaster- und Schotterindustrie bestehen nach dem Reichsarbeitsvertrag, für Akkordarbeiter Akkord- rickilöhne, für die anderen Arbeiter Normalstundenlöhne. Ein Akkordarbeiter mit normaler Arbeitsleistung muh min­destens 80 Prozent übet den Akkordrichtlohn verdienen. Es kann aber infolge unrichtiger Festlegung des Akkordsatzes oder ungünstigen Steinstandes passteren, dah Skkordarbei- ter nicht einmal die Normalstundenlöhne erreiche», dann muh ober, sallS der Fehler nicht in der Person des Arbei­ters selbst liegt, mindestens der Normolstundenlohn gezah-t werden. In dem Basaltwerk M. kamen infolge besonders schwieriger Steinverhältniste selbst tüchtige, erfahrene Ar­beiter nicht auf die im Bezirkstarif festgesetzten Normal» löhne. Die Differenz mochte bei den einzelnen Arbeitern im Laufe der Zeit 200 bis 300 RM. Eines schönen Tages wurde auherdem den Arbeitern ein Revers zur Unterichriii vorgelegt, wonach sie teilweise auf ihre tariflichen Rechte und aus die lltägige Kündigungsfrist verzichten sollten. Zehn der Arbeiter lehnten dies jedoch ab. worauf ste ent- lassen wurden.

Da verklagten die Arbeiter ihren früheren Chef auf Ans. zablung des ihnen durch die zu niedrige Festsetzung der Ak­kordlöhne entgangenen Geldes, auf Entschädigung der 14« tägigen Kündigungsfrist und Ausstellung einer anderen Ar­beitsbescheinigung, da es darin hießentlassen wegen unge­nügender Arbeitsleistungen".

Das Gericht muhte stck sehr eingehend mit allen drei Punkten beschäftigen, um Klarheit zu bekommen. Bezügli- des Tariflohnes war ohne weiteres zu erkennen, dah der Beklagte im Unrecht ist. Er wurde von dem Sekretär be­reits im April auf Auszahlung der im Reichsarbettsvertrag vorgesehenen Löhne aufmerksam gemacht. Beklagter be­hauptet, feine Leute feien alle mit der eintägigen Kündi- gungSfrift einverstanden gewesen, was jedoch durch die Un» terschriftsverweigerung und Entlastung widerlegt wurde. Sämtliche Klageanträge wurden vom Gericht ftottgegeben und der Beklagte zur Zahlung von insgesamt 8436 RM ver­urteilt.

abgeführt, so hat auch die Kreisbauernschaft bereits mehrere hundert Zentner Kartoffeln unv Gemüse an das Karlshospital zu Kassel, das Hospital zum heili­gen Geist und die Kinderbewahranstalten zu Fritzlar abgeführt. Besonders erfreulich ist das Ergebnis der Sammlung in der Gemeinde Werkel, die unter Mit­wirkung der Kreisbauernschaft dem Krankenhause für Speisung der Arenen und Notleidenden und heimat­losen Wanderer 140 Zentner Kartoffeln und 20 Zent­ner Frucht zur Verfügung stellte.

Die GeLsammlung ergab den Betrag von 2500 Mark, der durch weitere Spenden seitens des Kreises und des Vaterländischen Frauenvereins vom Roten Kreuz eine Höhe von 5000 Mark erreichen wird. Die Hilfsaktion erbrachte: 1343 Zentner Kartoffeln, 208 Zentner Kohlen. 14 Raummeter Brennholz, 48 Zent­ner Roggen, 21 Zentner Weizen, 8 Zentner Mehl, 13 Zentner Erbsen, 12 Zentner Bohnen, 160 Zentner Obst, 88 Zentner Gemüse, 3 Zentner Speck, 62 Kilo Reis und zirka 25 Kilo Wurst und Fest.

Bebra. Zur Nachahmung empfohlen. Der Eisen­bahnverein hat in seiner letzten Sitzung beschlossen, angesichts der gegenwärtig herrschenden Not 1000 Mk. an Bedürftige zu verteilen. In der Hauptsache wur­den die einzelnen Beträge Arbeitern, Invaliden und Hinterbliebenen ausgohändigt. Zu bemerken ist, daß der Verein diese Spende noch neben seinen laufenden Wohlfahrtsaufgaben bewerkstelligt hat.

Aus dem Kreise Wolfhagen

Wolfhaaen. Abgabe verbilligter Kohlen. Für di« hiesigen Wohlsahrtserwerbslosen, Krisen- und Ar- beitslosenunterstützungsempfänger sind verbilligte Kohlen zur Verfügung gestellt worden. Diejenigen Erwerbslosen, die Kohlen zu beziehen beabsichtigen, können im städtischen Geschäftszimmer, unter Vorlage ihrer Ausweiskarte, Kohlenbezugsscheine in Empfang nehmen. Die Kohlen sind bei der Abnahme bar zu bezahlen. Der Preis der Kohlen, der normal 1,50 RM. je Zentner beträgt, ermäßigt sich um 16 Pfg.

V ter Finger abschnitten

von der Kreissäge.

Unsere Heimat

Im Beckerschen Sägewerk in Helmarshaufen wurden einem jungen Arbeiter aus Helmarshausen von der Kreissäge vier Finger glatt abgeschnitten. Die Verletzungen erforderten eine sofortige Ueber- führuna ins Krankenhaus. Bon einem Radfahrer angefahren wurde eine Einwohnerin auf der Land- stratze Carlshafen Helmarshausen. Die Frau er­litt durch den Anprall eine Gehirnerschütterung.

Aus dem Landkreis Kassel

Wolfsanger. Der Kriegerverein veranstaltete am Sonntag einen gut gelungenen Film- und Vortrags­abend. Die Lichtbilder, die deutsche Kriegsgefangene in aller Welt zeigten, legten ein beredtes Zeugnis ab von der Not und dem Leid, das die unglücklichen Gefangenen zu erdulden hatten. Die Lichtbilder und der ste begleitende Vortrag hinterließen einen tiefen Eindruck bei der großen Versammlung. Der Abend wurde verschönt durch Liedervorträge der beiden bür­gerlichen Gesangvereine.

Oberzwehren. Silbern« Hochzeit feiern heute Mitt­woch Invalide Johannes Siebert und Frau Martha, geborene Damm.

Obcrkaufungen. Der Erwerbslosenausschuß an der Arbeit. Durch KommUnalsürsorgearbeit konnten 48 Wohlfahrtsercherbslose Beschäftigung finden. Die Gemeinde sparte hierdurch wöchentlich 690.95 RM. Nach Beendigung der Fürsorgearbeiten werden 12 Wohlfahrtserwerbslose wieder der Erwerbslosenun­terstützung zur Last fallen. Der Erwerbslosenaus- schuß hat die Jnvalidenkarten sämtlicher Wohlfahrts­erwerbslosen einer Kontrolle unterzogen und hat sich wegen Lieferung von billigem Brennholz an die Stiftsforstverwaltung gewandt. Die Erwerbslosen schlagen sich ihren Bedarf unter Leitung von ar­beitslosen Holzhauern selber und bezahlen dann für den Raummeter 1020 Pfennige. Die Gemeinde hat zurzeit 260 Wohlsabrtserwerbslose, die wöchent­lich 2400 Mark Unterstützung erhalten. Außerdem fallen 130 Personen der Arbeitslosenversicherung und 180 Personen der Krisenfürsorge zur Last. Insge­samt hat Oberkaufen 570 Erwerbslose mit 1400 An- gehörwen, so daß von 1000 Einwohnern 400 der öf­fentlichen Fürsorge zur Last fallen.

Aus dem Kreis Melsungen

' Messungen. Immer noch Diptherieerkrankungen. Die Medizinalbehörde ist dazu übergegangen, in den Klassen planmäßig Abstriche vorzunehmen. Dabei hat sich herausgestellt, daß sich in fast jeder bisher unter­suchten Klasse inehrere Bazillenträger befanden. Die Untersuchungen werden fortgesetzt und die betroffe­nen Kinder so lange isoliert, bis dreimaliger Abstrich Bazillensreiheit ergibt. Leider haben alle Bemühun­gen der Aerzte und der Schule es nicht vermocht, die Zahl der Erkrankungen zu mindern. Sie ist zwar prozentual nicht führ hoch (von 550 Kindern fehlen 20 Diphtheriekranke), aber durch die lange Dauer als «ine schleichende Seuche anzusprechen.

Aus dem Kreis Sann. Münden

' Hann. Münden. Anmeldung der Schulneulinge. Di« Anmeldung der Kinder, welche zu Ostern 1932 schulpflichtig werden, wird am Sonnabend, den 19. Dezember und am Montag, den 21. Dezmber, vormit­tags im Amtszimmer des betreffenden Schulleiters «ntgegengenommen. Die Schülp flick» beginnt am 1. April 1932 für alle Kinder, die bis zum 30. Juni 1932 das sechste Lebensjahr vollenden. Kinder, die in der Zeit vom 1. Juli bis zum 30. September 1932 das sechste Lebensjahr vollenden, können ausgenom­men werden, wenn sie die für den Schulbefuch er­forderliche körperliche und geistige Reife besitzen. Tie Schulpflicht endet nach Ablauf von acht Jtchren mit Schluß des Schuljahres.

Aus -em Kreis Wthenbaufen

Heff.-Lichtemm. Folgen der Glätte. Ein Bahn- Bemntei aus Hollstern, der zum Dienstantritt nach dem Bahnhof Walburg unterwegs war, glitt so un­glücklich aus, daß er einen Unterschenkelbruch davon- trug und von den Samaritern ins Kasseler Lanfees- krankerchaus transportiert werden mußte.

Witzenhausen. Eine traurige Statistik. Im hie- siaen engeren Bezirk haben in der letzten Zeit fünf kleine Kinder auf tragische Weise chr Leben lassen müssen Sie zogen stch meist Verbrennungen und Verbrühungen dadurch zu, daß sie in einem unbe­wachten Augenblick in kochendes Wasser hlnernflelen. Dieses traurige Schicksal der kleinen Erdenbürger möge allen eine Mahnung sein, sorglam auf die Kin­der^ zu achten, die sich der Gefahren nicht bewußt sind.

Freiwilliger Arbettsdieust

auf der Ludwigsburg.

Bon Anfang Februar bis Mitte März soll auf der Jugendburg Ludwigstein ein freiwilliger Arbeits-

dienst durchgeführt werden. Etwa 30 Jugendliche Er­werbslose werden mit Planierungsarbeiten aus der Berahöhe, dem Ausbau von Wegen, dem Einbau von Fenstern in der Burg und ähnlichen Arbeiten beschäf­tigt werden. Sie erhalten außer Verpflegung und Unterkunft ein Taschengeld von 50 Pfennigen täglich. In der Freizeit sind Veranistaltungen vorgesehen, die der geistigen und körperlichen Pflege dienen.

Aus -em Kreise Fritzlar

Fritzlar. Die Einweihung eines Gedenksteines für die Gefallenen fand in der Synagoge statt. Das Denkmal besteht aus blauarauem Stein aus Dorlaer Muschelkalk. In Goldbuchstaben sind die Namen und Eterbetage der Gefallenen eingezeichnet. Ein Licht, bestehend aus einer beweglichen elektrisch. Birne, einen Finger darstellend, wird jedesmal an dem Sterbetage des Gefallenen neben seinem Namen sichtbar sein. Der Entwurf wurde von Reg.-Baumeister Sichel an- gefertigt. Herr Lehrer Kron hielt die Predigt. Die Feier war umrahmt von Solo- und Ehorgesang so­wie Harmoniumspiel.

3m Kampf gegen die Not

Die Winterhilfe im Kreis« Fritzlar.

Die erste Winterhilfsaktion des Kreises, die im Ok­tober eingeleitet wurde, dürfte nunmehr als beendet gelten, während das große Hilsswerk der Kreisbau­ernschaft noch nicht abgeschlossen ist. Wenngleich auch die Landwirtschaft und die anderen Berufsftänden angehörende Landbevölkerung schon schwer von der Not der Zeit betroffen ist und ein großer Prozentsatz arbeitslos ist, so herrschte allerorts eine bereitwillige Gebefreudigkeit. Das Ergebnis der Sammlung ist ein recht erfreuliches zu nennen, so daß nicht nur die Oittsfürsorgeausschüsse der bedürftigsten Gemeinden, sondern auch Wohlfahrtseinrichtungen in Kassel und Fritzlar größere Mengen von Lebensmitteln und Brennmaterial zur Verfügung gestellt werden konnten. Wurde der größte Teil der Sammlungen nach Kassel

Aus Lschwege

Großetatssorgen in Eschwege

Starker Steuerausfall. Erhebliche Steigerung der Wohlfahrtslasten.

In her Sitzung der Stadtverordneten berichtete Bürgermeister Dr. Stolzenberg, daß der Magi­strat bei der Reichsbahnhauprverwaltung beantragt habe, die Umgehungsbahn bet Nieoerhon« zu bauen, deren Ausführung vor Jahren beabsichtigt war. Die Reichsbahnhauptverwaltung habe den Antrag aber wieder abgelehnt. Ueber das erste Halbjahr des lau­fenden Rechnungsjahres berichtete Stadw. Hesse. Da­nach sind die Etatssätze für die Fürsorgeempfänger bereits um 15000 Mark überschritten worden. Der Jahresansatz von 170 000 Mark wird sich wahrschein­lich aus mindestens 200 000 Mark erhöhen. Die Bier­steuer, die Hundesteuer und die LustbarkeitSsteuer sind zum Teil erheblich hinter den Ansätzen zurückgeblie­ben. Von den Reichssteuerüberweisungen war bisher bei der Einkommensteuer ein Ausfall von 25 000 Mk., bei der Umsatzsteuer von 10 500 Mk. zu verzeichnen. Bei her Einkommensteuer wird mit einem Jahres­ausfall von 60 000 Mk. gerechnet. Bei der Grundver­mögenssteuer vom bebauten Besitz sind bisher 10 500 Mark, vom unbebauten Besitz 1300 Mark weniger aufgekommen. Bei der Gewerbeertragssteuer Wird mit einem Ausfall von 5 Prozent, und bei der Bür­gersteuer mir einem Mindereingang von 33^ Pro­zent gerechnet. Insgesamt war ein LleuerauSfall von 63 095 Mark vorhanden, der durch einen im Etat noch vorhandenen Entlastungsfonds von 20 000 Mk. auf 43 095 Mk. ermäßigt werden konnte. Bei gleichblei­bender Wirtschaftslage mutz aber damit gerechnet werden, daß das laufende Etatsjahr mit einem Ge- samtfehlbetrag von 86 000 RM. abschlietzt, von dem durch Einsparungen aus Grund der Rowerordnung etwa 12000 RM. abgesetzt werden können, so datz ein Fehlbetrag von 75 000 RM. verbleiben würde. Um den Fehlbetrag auszugleichen, müßte die Bürger- struer von 200 auf 300 Prozent erhöht und außerdem eine lOprozentige Getränkesteuer erhoben werden. Diese Belastung soll aber der Bürgerschaft nicht zuge­mutet werden, es wird vielmchr versuch» werden, durch größte Sparsamkeit wie bisher die Differenz zwischen Einnahmen und Ausgaben zu vermiickern.

RSHrda. Landwirtschaftliches. Bei der Viehzäh lung wurden im Orte 40 Pferde, 298 Stück Riud-

Großfeuer ausgebrochen

in Mengershausen.

In der Scheune der Witwe Wagener in Mengers­hausen brach Feuer aus, das sich schnell ausbreitete und auf die Stallungen und Äheune des Landwirts Küllmer Übergriff. Dem aufopfernden Arbeiten der MengerShäuser Feuerwehr im Verein mit der her- beigeeilten Kreismotorspritze gelang es, das Küllmer- sche Wohnhaus zu retten, während die Scheunen Und Stallungen beider Besitzer sowie der Dachstuhl des Wagenerschen Wohnhauses vernichtet wurden. Das Vieh konnte gerettet werden.

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Aus -em Kreise Ziegenhain

Ziegenhain. Züchtererfolge. Bei her diesjährigen Hegstkörung wurden für den Kreis Ziegenhain der Hengst Marie (Halter: Paul Seelia in Zella) für den Bezirk gekört und erhielt in Klasse 3 einen Staats­preis. Hengst Bill, Schlierbach, (Halter: Konrad Lange, Rommershausen), wurde für den Standort gekört . 2 Hengste kaufte das Gestüt für 5000 und 5500 Mark an.

Don einer Basaltsäule getroffen

und erschlagen.

In Olberode ereignete sich ein schwerer Unsall mit tödlichem Ausgang. Der in den 50er Jahren ste­hende Arbeiter Brethauer aus Wahlshausen verun­glückte in dem neueingerichteten Dasaltsteinbruch töd­lich. Er wurde von einer herabstürzenden Basalt- sänle erschlagen.

Aus -em Kreise Kirchhain

Neustadt. Kairinchenausstellung. Der Kaninchen­verein Neustadt veranstaltete am 12. und 13. Tezem-

und Umgehung

Vieh, 5 Schafe, 795 Schweine, 343 Ziegen, 1615 Stück Federvieh und 91 Bienenstöcke sestgestellt.

Falken. Der Spar- und Darlehnskassenverein Falken genehmigt« in der Generalversammlung die Bilanz für das letzte Geschäftsjahr. Der Umsatz be­trug 1084 000 RM., die Spareinlagen stellten sich auf 175 000 RM. An Mitglieder des Vereins sind 212 000 RM. ausgeliehen.

Heil -eutfchem Wort un- Sang

Sängertagung in Eschwege.

Der Mittel-Werra-Gau des Mitteldeutschen Sän­gerbundes hielt eine Sitzung ab, zu der sämtliche Vereine mit Ausnahme von Bebra Vertteter ent­sandt hatten. Der geschäftsführenbe Vorstand wurde durch die Zuwahl von Wilhelm Weiß-Eschwege er­gänzt. In reger Aussprache über di« Tätigkeit tn den einzelnen Vereinen wurde festgestellt, daß überall fleißig geübt wird, daß aber doch die schwierigen wirtschaftlichen Verhältnisse hemmend wirken. In­nerhalb der Vereine soll in alter Treue an der Pflege der deutschen SangeSkunst festaehalien werden. Wei­ter wurden interne Angelegenheiten erledigt und auch das für das nächste Jahr geplante Deutsche Sänget» buudesfost in Frankfurt am Main besprochen.

Sparsam gewirtschaftet

Ueberschuß im Reichensächser GemeindehauShalt.

In der letzten Sitzung der Gemeindevertretung von Reichensachsen wurde ein Rechenschaftsbericht über di« Haushaltführung im letzten Rechnungsjahr er­stattet. Die Einnahmen betrugen 113587,79 RM., feie Ausgaben 112 752,04 RM., so datz ein Ueberschuß von 835,75 RM. verblieben ist. Es wurde anerkannt, feaß die Gemeinde sehr sparsam gewirtschaftet hat. Die Aufsichtsbehörde hat die in der letzten Sitzung auf fürsorglichem Gebiete beschlossenen Anträge beanstan­det und die Aufhebung feer Beschlüsse gefordert, weil sie die Fürsorgerichtlinten überschritten. Die Gemein­devertretung nahm jedoch einen anderen Standpunkt ein. Es handelt sich nicht um einen Verstoß gegen die Richtlinien, sondern lediglich um Entschädigung für geleistete Dienste. Ein in dieser Form gestellter Antrag wurde angenommen.

Mittwoch, 18. Dezember INI

der eine V-rbandsausstellung.,. D-r Verbaichwor- sitzende Behrent-Marburg eroffneto die Ausstellung uro wies auf den volkswirtschaftlichen Wert der Ka- ninchenzuchi hin. Die Ausstellung entbreit eine große Anzahl edelster Rassetiere. Viel Interesse fanden auch die ausgestellten Pelzwaren.

Aus Oberheffen

Wipperode-Bernsdorf. Der Krieger- und Mili­tärverein beabsichtigt, eine Kyffhäuser-Jugenbgruppe zu gründen. In einer Versammlung legte Kreislei- rer Holzapfel aus Eschwege die Ziele der Kyffhäu- ser-Jugend dar, die sich in erster Linie auf bte Pflege der Kameradschaft und des wehrhaften Geistes sowie feie körperliche Ertüchtigung feer Jugenfe erstreckte«

Aus -em Kreise Marburg

Marburg. Gefaßter Dieb. Der Polizei ist es ge­lungen, den bisoher'flückrigen Dritten im Bunde^ der den Einbruchsdiebstahl in dem Schulhaus zu Albs- Hausen, Kreis Kirchhain, mit verübt hatte, festzuneh- rnen. Er hatte auch einem Wanderburschen in Gre­ben Kleidungsstücke entwendet. .

Marburg. Der Silberne Sonntag im Geschäfts- lebeu. Bis in die späten Abendstunden Ifineut herrschte in den Straßen der Stadt em reger ißcitebi. Besonders die Landbevölkerung, die doch belanntucp immer bis zuletzt wartet, war am Silbernen Sonn­tag stark vertreten. Es wurde gut getauft, natürlich nicht wie in den Jahren zuvor. Besonders sind bil­lige Artikel abgesetzt worden.

KanariewAusstettrrng

in Marburg.

Der Äanarienzucht- und Bogelschutzverein für Mar­burg und Umgebung kann auf L Jahre feines Be­stehens zurückblicken. Aus diesem Anlaß Hai der Ver­band Oberhessen, Lahn- und Dillgebiet eine Sana« rien-Ausstellung in den Steinwegsälen veranstaltet. Der Verbandsvorsitzende Schmidt aus Gießen eröff­nete die Ausstellung und dankte dem Marburger Verein für alle Verdienste aus dem Gebiete der Ka- narienzucht. Die ganze Ausstellung ist nach feem Ur­teil der Preisrichter mit sehr gut bezeichnet worden.

Aus -em Kreise Bte-enkops

Biedenkopf. Forderungen der Erwerbslose«. Die Erwerbslosen haben in strikten Forderungen de» Kreis ersucht, die Maßnahme wegen her Herabsetzung der Beträge für einen Pflichtarbeitstaa wiAer auf­zuheben. Man weist auf die Not der vielen Erwerbs­losen bin, die ohnedies nicht wüßten, wovon ste le­ben sollten. *

Fellingshausen. Freiwilliger Arbeitsdienst. Die freiwillige ArbeitSdienstpslicht wird nunmehr auf An­regung des Jungdeutschen Ordens erfolgen. In emer großen Versammlung haben sich 30 3ugeniJli.<i)e be­reu erttärt, freiwillig mitzuarbeiten. Man hat nun­mehr ein großes Projekt in Arbeit urw zwar handelt es sich um den Ausbau des Sportplatzes. Das ^aw desarbeitsami und auch das Arbeitsamt haben sich bereits mit den Arbeiten einverstanden erklärt. Es werden 2200 Tagewerke beansprucht bet ^stündiger Arbeitszeit. Träger ist die Gemeinde, Ausfuhrev»e der Jungdo. Mit den umfangreichen Arbeiten soll in Balde begonnen werden.

Berichtigung. In der Montagnummer der KNN. ist der ArtikelPwgeleien mit politischem Hinter­grund" versehentlich mit der zusätzlichen Bemerkung bei Freudenberg" versehen und unter den Krei,- Wittgenstein gesetzt worden. Es handelt sich um Braach bei Rotenburg.

Was unser« Leser wünsche«

Oer zerrüttete Pfandbriesmarkt

ftapitalenteignung ihrer bisher^" -tioßber flle m o t

Len kavitalfeindlichen und krehltfchaSlicken ftaamwen ariffen aeltenh M macken. Wahrend die weamiengesaux». tnä lünauf iu den Spitzen um 9 Prozent gekürzt werden sollen trifft nach der neuesten Notverordnung unter «ubc ram die Pfandhriefbefider ohne weiteres größtenteils tute

Rechte her Pfandkniefinhaber mit ,$-S^n1927 _®m amtenschaff? So gut wie man hie feit Oktober

letzten Jahre der Scheinblüte vielfach überspitzten Be» amtengehälter vorsichtig, haS heißt Sug um äug Wla» eieren Zwischenräumen angesichts der fürchterlichen RoliE Les »öligen Volkes herabsetzte. konnte man auchi ten hauptsächlich in Betracht kommenden Seüfeern 8vrozent. Psandbttesen und Lergleichen. , die mit «

Bankzinsen verglichen gewiß niedrig bescheiden erschei nen, mindestens eine gerollte längere «Ko»- und Ueber sansLzeit gewähren. Knappes unh*"rt n8!!* ^Mbere 8in* Geld bedingt hier wie überall tn der Welt auch bollere ötn fen für Hvpotbekengelüer. Daran vermögen auch.»ue now s künftlichen (Eingriffe und Verordnungen auf die Dauer nichts ,u Hadern Es ist ein «rotzer Irrtum »u glauhzn. daß mit von oben beschlossenen förmlich ko»siskatorisch mtr fenben Bestimmungen der ohnehin schwache

nfrer aar uic Sicherheit deutscher Werte int Anland ohet Ausland gehoben und gefertigt werden ^nn. Man ver­gleiche damit beispielsweise de» erschreckenden Tiefstand aller deutschen an ausländischen Börsen gehandelten und notier» Leu Werte.

Rundfunk

von

20.30:

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Mr höre» ew $>o«neretoe. de» 17. Dezember: Sra»ks»rt-Kassel:

Dr. Werner Thorman» roch Beibnachsbücher. Bon

12.05: li$

17.05:

18.40:

19.05: 19.35:

19.45:

6.15: Wettermeldung. Morgeng»mnMik I und H an- schließend ^rnbkonzert auf schallvlatten

9-9.40: Von Köln: tzchMfunk: Gerne,inschaftSvrogramm ö« deutfchen SHuifunkfenLer:Aus Hern Leben für Staat uni Wirtfchaft: Der Oberbürgermeister" Schallplattenkonzert

Aus^dem^a^^Bien: Unterholtungskonftrt her Sa- BSto bt

mittasskonzert des Rnndftinkorche ragen (Thema uni Seiner werbet gegeben) ^orn.aa

kleiner 'Wegweiser durch" AeiHnach sbmfiet. Will» Haas. VII. Neues für Kinderfreunde Aufgaben der Musikerziehung: 1.Schulmusik, Vri- Datmufif uni Rundfunk", Tretgespräch zwischen Mf- niiterialrat Brosellor Seo Kertenberg. Proseklor Dr. Georg Lckünemann und Hans Rosbaud _ Bo» Brüssel, Palais her Schönen Künste: Euro­päisches Konzert

22.2023.10: Ruftische Musik

Könfsswüsterhansen: 20.00: Aktuelle Stunde. 20.30: Bon Brüssel: Europäisches Konzert. <£> Königs­berg: 20.10: Aus Kopenhagen:Orpheus uni Eurodike", Oper in 3 Akte» von Chr. W. von Gluck. H Langen- berg: 19.55: Des Knaben Wunderborn. 20.80: Aus Brüssel: Europäisches Konzert. <> Wien: 20.30: Bon Brüssel: Europäisches Konzert. R o m: 21.00: Konzert.

wirkt wie gurgeln es beugt Erkältungen vorl