Kasseler Neueste Nachrichten
Gonnakend/Gonittag, 12/13. De;emVer 1931
Sette 9-1 Wleee
Sollen wir
Weihnachisgefchenke machen?
I Man schreibt und:
Diese Frage ist für Jeden unbedingt zu belasten, der dazu — sei es auch nur in der bescheidensten Art und Weise — in der Lage ist. Haben wir nicht alle gerade in dieser schweren Zeit-das Bedürfnis, unseren Lieben Freude zu bereiten, dadurch, daß wir ihnen irgend einen kleinen Wunsch erfüllen, der außerhalb der allerdringendsten Notwendigkeiten des Alltags liegt, Seien wir eingedenk des Wortes: „Nicht der Hobe Wert der Gabe leiht der Gabe hohen Wert, Alles ist sich gleich zu achten, was die Liebe Dir beschert." Gerade das Besinnen darauf, womit man seine Liebe beweisen möchie. erhöht für den Geber und die Empfangenden die Freude.
Es ist vielleicht recht gut, daß man sich auf diese Weise einmal wieder mehr der tiefen Bedeutung des Weihnachtsfestes bewußt wird, die häufig unter allzu üppigen Geschenken und Festessen nicht immer zu ihrer vollen Berechtigung gekommen ist. Wie feiern im Weihnachtsfest dle Geburt unseres Heilandes; diese Freude muß den Grundton aller Familienfeiern darstellen. Angesichts dieser großen Gabe, die uns geworden ist, haben die Menschen von ieher das Gefühl gehabt, auch ihrerseits etwas zur Freude ihrer Mitmenschen beizutragen. Dieser schönen Sitte wollen wir auch in diesem Jahr, jeder nach seiner Art und seinen Kräften, nachkommen.
Es. ist nicht allein damit getan, daß wir durch die Winterhilfe, der der größte Erfolg zu wünschen ist, der bittersten Not unserer Volksgenossen steuern. Wir müssen auch daran denken, daß neben diesen zahllose Kreise der Handwerker, der Gewerbetreibenden, der Kaufleute und alle, die mit Handel und Verkehr zu tun haben, in tiefster Not sich befinden. Diese können wir nur dadurch zu beheben suchen, wenn wir es uns angelegen sein lassen, in diesem Winter Weihnachtsgeschenke zu kaufen, durch deren Vertrieb ein Lichtstrahl der Freude allen diesen zu Teil werden könnte, die auf Grund ihrer Leistungen und Arbeit sich bisher trotz der schweren Zeiten auch unter großen Entbehrungen durchgerungen haben.
Vor allen Dingekt ist gegen die Suggestion anzukämpfen. daß nichts gekauft werden dürfte, weil nun eben die Zeiten schlecht sind. Dieser Suggestion unterliegen leider am meisten auch die Menschen, für die noch die Möglichkeit besteht, durch zu vergebende Arbeit oder durch Käufe großen Segen gerade jetzt verbreiten zu können. Das Christfest fällt in die dunkelste Zeit des Jahres und sein Lichtstrahl wird wohl nie dankbarer und tiefer empfunden, als wenn
er in der Not, der Sorge des Einzelnen, wie jetzt in der großen Not unseres ganzen Volkes stch zeigt und uns dadurch beweist, daß kein Dunkel so tief ist, daß es nicht durch den Lichtstrahl der Liebe erhellt und überwunden werden könnte. An der Ueberwindung dieses Dunkels in vielen Menschenherzen tragen auch die Gaben der Liebe bei, durch die wir in Geschenken aller Art unsere Mitmenschen zu erfreuen suchen. Den fröhlichen Geber hat Gott lieb, und so soll auch unser Weihnachtsfest ein Abglanz dessen sein, daß wir alle zusammen gewillt find, das Dunkel zu überwinden, und dazu sollens das Licht des Weihnachtsfestes ein Symbol fein. W.
Oie Weihnachismeffe beginnt
Der Aufbau der Buden des auf dem Friedrichs- Platz vom 17. bis 24. Dezember stattfindenden Weihuachtsmarktes hat begonnen. Zwar ist ein vom „Verband ambulanter Gewerbetreibender" eingereichtes Gesuch um Einbezug des „stlber- nen Sonntages" in die Reihe der Verkaufstage mit Rücksicht auf die hiesige Geschäftswelt abschlägig be- schieden worden, doch hat der Magistrat beschlofien, bei Vergebung der Plätze den Kasseler „ambulanten" Gewerbetreibenden (mir Ausnahme einiger weniger auswärtigen Händler, die seit Jahren ständige Besucher der hiesigen Verkaufsmärkte, und derjenigen Händler und Spezialisten, die für Kassel keine Konkurrenz bedeutens den Vorzug zu geben. Mir etwa 70 Ständen wird die Zahl des vorigen Weihnachts- marktes erreicht werden. Ob freilich der Umsatz des vorjährigen, auch schon geringen Weihnachtsmarktes erreicht wird, ist eine andere Sache. Wir glauben es nicht, denn auch die Zahl der Vaumverkäu- fer ist zusammengeschmolzen, und diese haben durchschnittlich nur die Hälfte der im Vorjahre bezogenen Bäume zum Verkauf gestellt.
Winterhilfeabend in Rothenditmold. Zugunsten der Staffelei Winterhilfe findet am Sonnabend im Veveinshaus Rothenditmold ein Bumer Abend statt, an dem sich mehr als 83 unentgeltlich Muwir- kende beteiligen. Im Rahmen des abwechslungsreichen Programms, das' Konzert, Theater, Gesang, erv^e und heitere Rezitationen und Kabarett bringt, treten neben einer Reihe von Vereinigungen u. a. auf: Beate Mertens, die bekannte Schauspielerin und Rezitatorin, Ilse 3ttaalen vom Kleinen Theater, der Bariton Rudolf Buchner und Kapellmeister Ludwig Maukick. Der Reinertrag dieser, am Sonnabend, den 12. Dezember, 20 Uhr, statMndcnden Veranstaltung wird der Kasseler Winterhilfe zu- fließen.
Witzenhansen. Ausbruch der Maul- unp Klauenseuche. Sperrbezirke sind: Ort und Gemarkung Witzenhausen rechts der Werra, Unterrieven, Eichenberg und der Ortsteil Freudenthal des Ortes Ermschwerd.
Bad Sooden-AUendorf. Herbstversammlung der Darlehnskasse. Der Oberrioder-Ellershäuser 'Sparund Darlehnskassenverein hielt seine Herbstversammlung ab. Der Vorsitzende Pfarrer Sockenberg berichtete über vie letzte Hälfte «des Geschäftsjahres.
• Danach bewegten stch Waren- und Gebdverkehr in gesunden Bahnen. Infolge der Aufteilung eines Bauernhofes ist der Kredit stark In Anspruch genommen worden. Es wurde deshalb beschlossen, vorläufig eine Kreditsperre eintreien zu lassen. Der Verein zählt zurzeit 76 Mitglieder.
Raiffetsen-ttnierver-an-stag
in Efchwege
Die Spar- und Darlehnskassenverelne des Kreises Eschwege hielten unter feem Vorsitz des Unterver- bandsdirektors Vöhl ihren Unterverbandstag ab. Direktor Weich von der Zentralkasse in Kassel sprach über „Liguifeitäisgrundsätze im Bankbetrieb". Dr. Bolle aus Kassel erstattete den Bericht über die Tätigkeil des Berbanfees im laufenden Geschäftsjahre und Direktor Hennings aus Kastel den Geschäftsbericht der Landwirtschaftlichen An- und Verkaufsgesellschaft „Hessenlans*. Den Geschäftsbericht des Unterverbanoes Eschwege gab Unterverbandsvireklor Bohl bekannt. Danach sind im Kreise Eschwege 33 Darlehnskassenverelne mit 3717 Milglievern vorhanden. Ter Geldumsatz betrug im Geschäftsjahr 1930 rund 12 Millionen RM. Die Aktiven stellten sich aus 2 593 080 RM. und die Passiven auf 2582 223 RM. Mithin wurde ein Gewinn von 15 307 RM. erzielt. Die Spareinlagen betrugen 2 025 000 RM., die Ge- samtautzensländc au Darlehen 743 620 RM. Die Vereine des Unterverbandes verfügten am Jahresschluß über ein Guthaben von 925 568 RM., dem eine Schul» von 576 700 RM. gegenüberstand. Der Gesamtwarenbezug belief sich auf 681000 RM. An Zinsen wurden insgesamt 253 460 RM. eingenommen, denen eine Zinsausgabe von 240 640 RM. gegenüberstand. Die Zinsrückstände haben verhältnismäßig stark zugenommen, worin sich die steigende Verschuldung und Unrentabilität der Landwirtschaft wiefeer- spiegelt. Zum Schluß hielt noch Dr. Bolte einen Vortrag übet: „Der Reichsfreiherr vom Stein, ein Prophet der Selbsthilfe und des Gemeinsinns.
Frankershausen. Ein Hausfrauenverein gegründet. Ein .Hausfrauenvereiil ist gegründet worden, dem schon über 20 Mitglieder angeboren. Der Verein hat bereits eine rege Tätigkeit entfaltet.
Linsere Heimat
der
Hauptsache durch Mündener Fahrer benutzt.
Aus dem Kreis Hann. Münden
Hann.-Münden. Besuch des Oberpräfldenten bei der Polizeischule. Der Oberpräsident der Provinz Hessen-Nassau besuchte die staatliche Polizeischule in Hann.-Münden und richtelte an die versammelten Polizeioffiziere, die Stammbeamten, die beiden Polizeianwärterlehrgänge und den vor kurzem einge- tro ffenen Pollzeioberwachtmeister-Anwärterlehrgäng eine den heutigen Zeiten entsprechende Ansprache. Daran anfMleßenfe fand eine eingehende Aussprache
vorgenannten Ueberguerung
das Befahren der Schulstrast , , _ _ fahren verbunden ist. Die Schulstraße wird in
Feueralarm!
We, gehört zur Pflichtfeuerwehr?
bs. Es ist nicht abzüleugnen, daß in den letzten Jahren auch int RegierungL'bezirk Kassel verhältnismäßig zahlreiche und große Branoschäden in Erscheinung getreten sind. In so mancher Nacht draitg der Rlif „Feuer" durch die Gasten der Kleinstadt oder des Doofes, gellten hoch vom Turme die Feuerglocken ihren Smrtngesaltg in bie rabenschwarze Nacht, die vom roten Habn plötzlich aufgescheucht und auf Meilen vom Torfe verdrängt wurde. Die Feuerwehr wurde alarmiert. Dann rasselten die Feuerspritzen über das Pflaster .rollten sich lange Wasterschläuche über Stock und Stein, sprangen Manwschaften mit Helmen und Feuerwehrkleidung, mit Beil und Säge bewaffnet, herbei, um zu löschen, um Hilfe zu leisten Gefahr abzuwenden, zu retten oder einzureißen. Blitzschnell schrauben sie ihre Schläuche an, reißen Hydranten auf und schon hebt und. senkt sich der Spritzenschwengel mit lautem Geknarre, spritzt der erste Wasserstrahl in das zischende, knatternde Flammenmeer, das zum schwarzen Nachthimmel ausleckt. Scharfe Kommandos ertönen. Die Flammen lecken an des Nachbars Giebelspitzen! Das Gebäude brennt auch schon. Die Schläuche werden dorthin gerichtet und können es retten vor der Vernichtung.
Das ist die Ausgabe der Feuerwehr. Eine schöne, große Aufgabe: der Schutz von Hab und Gut des Mchsteu vor der Geiahr des Feuers.
In den meisten Orten des Hessenlandes sind in den letzten Jahren freiwillige Feuerwehren gegründet worden zu dem Zwecke, die Bewohner dazu zu erziehen, die Hilfe, de,, Dienst am Nächsten, nicht mehr rein pflichtgemäß, sondern die Tätigkeit des Feuerwehrmannes mehr als eine moralische Per pslichtuita auszufasten, als eine freiwillige Hilfe an dem Volksgen osten, der sich in Rot und Bedrängnis befindet. Das ist jedoch nicht überall durchzuführen und besonders nicht in kleineren Gemeinden, infolge ihrer geringen Bevölkerungsziffern. Hier muß die Pslichrfeuerwehr bestehen bleiben, um in Feuersnot die größte Gefahr abzuwenden.
Wer gehört nun zur Pflichtfeuerwehr? Rach einer Meldung aus Berlin hat das Kammergericht eine Entscheidung gefällt, die unsere Leser auch insofern interessieren dürfte, als sich der Fall im Kreise Frankencherg abgespielt hat.
H., welcher in bei Sagemühle -seines Bruders in H. bei Frankenberg als Keffelwürter beschäftigt ge-
tnit den Pvlizeioffizieretr statt.
DranSseld. Dienst am Kunden. Um die Landbevölkerung der umliegenden Ortschaften entgegenzukom- men, hat die Post für die beiden letzten Sonntage vor Weihnachten einen Sonderfahrplan herausgegeben, feer die Anschlüsse zu den Zügen nach Göttingen und Hann.-Münden sicherstellt.
Hann.-Münden. Verkehr vor der Volksschule. Nachdem von vielen Seiten Beschwerden über das Befahren der Schulstraße erhoben toolfeen sind, ist angeordnet worden, daß es Pflicht eines jcven Fahr- zcugführers ist, fein Fahrzeug wäbreno der lieber« querung der Schulstraße Durch Schullinder in den Pausen an den mit „Schule" gekennzeichneten Stellen zum Halten zu bringen. Der Ueberblick über feie Fahrbahn (Schulstraße) ist während der Dauer der vorgenannten Ueberguerung derartig behindert, daß Das Befahren feer Schulstraße mit sehr großen Ge-
welchem Umfange der Verstorbene di« Siebe und Achtung feiner Mitmenschen -besaß.
Witzenhausen. Berufsschulbeiträge. Für das Rechnungsjahr 1931 sind durch Beschluß der städtischen Körperschaften feie Berufsschulbeiträge wie folgt festgesetzt: Von allen Gewerbetrei-benfeen der ©taot Witzenhausen 16 Prozent der aus sie veranlagten vorjährigen Grundbeträge feer Gewerbeertrags- und Lohnsmnensteuer, von den nicht gewerbetreibenden Arbeitgebern, soweit die Jugendlichen der bei ihnen beschäftigten Arbeiter- und Angestelltengrupprn be- rufsschülpflichtig sind, 3 RM. jährlich für jcfetzn Angestellten und Arbeiter, von feen feie Berufsschulen freiwillig besuchenden einheimischen Schülern 15 Mk. von feen auswärtigen 22,50 Mark jährlich.
Aus dem Kreis Melsungen
Guxhagen. Gemeindevertretersitzung. Die Wichtigkeit Der vorliegenden TagesorDnung hatte alle Gc- m'einbeöertieter zusammengebracht. Der erste Antrag: Die Gemeinde tritt dorn Konsum- und Sparverein als Mitglied bei, wurfee mit 8:4 Stimmen abgelehnt. Ein Antrag der SPD.: Der Lichtverbrauch tst monatlich abzulesen und zu bezahlen, ferner die Bezahlung feer Drennstelleit mcnatlich zu entrichten uns feie Arbeit einem Erwerbslosen zu übertragen, sowie ein Antrag betreffend Nachprüfung Der Lichtverträge wurde der Lichtkommission überwiesen. Die Anträge waren damit begründet, Daß die Bezahlung des Lichtgeldes anders geregelt Wersen müsse, da man feen Erwerbslosen, Krisen- unfe Wochlfahrtsempfängern nicht zumuten könne, bei einer ein- bis zweimaligen Ablesung im Jahre so hohe Beträge an die Gemeinde abzuführen. Auch ist es so, daß die Kilowattstunde feer Kleinabnehmer teurer ist als die der Großabnehmer. Für feie Weihnachtsbeihilfe wurden 180 RM. zur Verfügung gestellt. Die Bezahlung ■ von 2800 RM. für feie Kanalisation in der Iicfelung wurde abgelehnt.
Oer Dieb im Gasthaus
zu Wipperode.
In feie Gastwirtschaft Müller in Wipperode wurde eingebrochen. Der Täter entwendete Zigarren und Zigaretten. Der Besitzer überraschte feen Dieb, Doch gelang es ihm nicht, ihn zu ergreifen, da er durch ein Fenster flüchtete. Es war bereits der 7. Einbruch, der in feer Gastwirtschaft verübt worden ist.
Oie Krafipost fährt wieder
hen Kassel und Veckerhagen.
Von l, feen 14. Dezember 1931 ab werden die Fahr.c» . .r Krastpost Veckerhagen — Hann.-Münden versuchsweise bis Kassel durchgefiMt. Es finden zwei surchgehenfee Fahrten von Kassel und zwei durchgcheiode Fahrten nach Kassel statt. .Die, Linie führ: auf feer neuen Fuldastraße entlang und
wesen war, war zur strafrechtlichen Verantwortung gezogen worden, weil er tttcht an Feuerwehrübnn- gen teilgenommen hatte. H. behauptete, sich nicht strafbar gemacht zu haben, da ihm nicht mit geteilt worden sei, daß er in die Liste der feuerwehrpflichtigen Personen eingetragen fei; er habe auch keine Ausrüstung erhalten und brauche auch Sonntags an Feuerwehrübungen nich teilzunehmen. Das Amtsgericht in Vöhl erachtete auch den Angeklagten H. für wicht schuldig und sprach ihn frei. Diese Entscheidung focht die Staatsanwaltschaft durch Revi- sioit beim Kammergericht an und erklärte die Vorentscheidung für unzutreffend; H. sei bekannt gewesen, daß er zur Feuerwehr gehöre und an den Hebungen teilzunehmen habe, wie er aus einer mündlichen Aussprache mit dem Bürgermeister erfahren habe. Der 1. Strafsenat des Kammergerichts wies aber die Revision der Staatsanwaltschaft als unbegründet zurück und führte u. a. aus, es sei am 28. September 1906 für H. eine Feuerlöfch- orfenung ergangen; diese Ordnung sei aber nicht als rechtsw-irksam anzusehen, da sie nicht ersehen lasse, ob sie von der GenWindeversammlung beschlossen worden sei und ob sie die Genehmigung des Kreisausschusses erhalten habe, wie es nach 6 der Land- gemc-indeordnunq für die Provinz Hessen Nassau erforderlich sei. Es sei daher zu prüfen, ob sich der Angeklagte nach der Polizeiverordnung des Regierungspräsidenten vom 25. September 1927 strafbar gemacht habe. Dies fei z» verneine». Aus der erwähnten Polizeiverordnung ergebe sich, daß jeder männliche Einwohner einer Gemeinde vom 17. bis zum 50. Lebensjahr zur Pflichtfeuerwehr von der Polizeiverwaltung eingerslht werde. Die erwähnte Polizeiverordnuna des Regierungspräsidenten enthalte auch Ansnahmevorschriften. Zu den Ausnahmen gehören u. a. Kesselwärter von Privatbetrieben, sofern sie zur Fortführung des Betriebes erforderlich seien. Darüber, ob dies der Fall sei, habe die Ortspolizeibehörde Entscheidung zu treffen. Da H. als Kesselwärter in der Sägemühle seines Bruders unstreitig beschäsrigt sei, so sei er dann nicht zur Pflichtfeuerwehr zu rechnen, falls er nicht von feer Polizeibehörde einen Bescheid erhalten habe., daß er zur PMchtfeuerwehr gehöre; einen solchen Bescheid habe aber H. nachweislich nicht erhalten.
(Nachdruck verboten.)
Aus dem Kreise Witzenhaufen
Hess.-L ich tenau. Wohltätigkeitsaufführung. Die Sanitätskolonne veranstaltete im ^.Grünen Baum" eine Theateraufführung. ■ Zur Ausführung gelangte „Ter Bräutigam seiner Frau*. Die Darsteller zeigten durchweg gute Leistungen. Ter Reinertrag der gutgelungenen Aufführung fließt feem Krankenauto zu.
Hefsisch-Lichtenau. Das letzte Halali. Unter regster Anteilnahme der Bebölketllng würve Forstmeister i. R. Wetz zur letzten Ruhe geleitet. ■ Bon nah und fern waren die Grünröcke herbeigeeilt, um ihrem ehemaligen Kollegen und Vorgesetzten feie letzte Ehre zu erweisen. Auch der Kriegerverein halte es sich nicht nehmen lassen, seinem Ehrenvorsitzenden das letzte Geleit zu geben. So gestaltete stch denn feie Feier auf feem Friedhof zu einer ganz erhebenden und zeigte, in
berührt zwischen Kassel und Hann.-Münden die Orte: Wilhelmshausen, Wahnhausen, Graue Katze und Wolfsanger. Der Bevölkerung In den genannten Orlen wind hierdurch eine günstige Gelegenheit geboten, ihre Weihnachtseinkäufe auf bequeme Welse zu erledigen.
Aus -em Streife Fritzlar
Schlierbach. Neuer Fleischbeschauer. Der Landwirt H. Keim, oer Kriegsinvalise ist, erhielt das Amt als Fleisch.beschaner und muß an einem mehrwöchigen Lehrgang in Kassel teilnehmen. — Familien abend. Der Hausfrauenverein veranstaltete einen wohlgelungenen Familienabend. Tie Feier war — Dein Ernst der Zeit angemessen — in schlichtem, würdigem Rahmen gehalten.
Diebe im Lohnbüro
der Basaltwerke Landsburg.
Einen frechen Einbruch verübten Langfinger in ■ das Kontorhaus feer Basaltwerte Lanfesburg. Ta das Werk nachts unbewacht ist und mitten im Walde, weit ab von einer menschlichen Wohnung — liegt, konnten feie Diebe ungestört arbeiten. Mehrere Behälter, in betten sie vermutlich Geld suchten, wurden erbrochen. Schließlich verschwanden fix unter Mitnahme einer Schreibmaschine.
Aus dem Streife Ziegenhain
Ziegenhain. Hilfe in Not. Das Ergebnis feer Winterhilfe in der Stadt Ziegenhain ist Tank feer Ge- besreudtgkeit aller Bevölkerungskreise recht gut. Es wurden gesammelt: 320 RM. in bar, 10.5 Zentner Getreide, 76,5 Pfund Hülsenfrüchte, 50 Pfd. Weizenmehl, 51 Pfd. Räucherwaren, 59,25 PsD. verschissene Lebensmittel. Ferner wurfeen Obst, Gemüse, Holz und Kleidungsstücke bereitwilligst zur Verfügung gestellt.
Willingshausen. Raiffeifenarbeit. Die Generalversammlung ves Spar- und Darlshnskassenveretns fand, in feer Gastwirtschaft Völker statt. Trotz feer wirtschaftlichen Rot ist, wie Rentmeister Conrady aus- führte, feer Warenbezug unfe der Umsatz erhöht wor- feen, desgleichen konnten die Spareinlagen gesteigert werden. Ueber feie Kreditfähigkeit feer Darlehnsnehmer hielt Verbandsrevisor Fliegenschmidt-Kirchhaln einen Vortrag.
Aus den? Greife Marburg
Wetter. Vom Wetschaflssängerbund. Das Wer» tungsflngen soll im Avril im Roth scheit Saale in Wetter stattfinden. Auf feem Hauptsängertag ttn November waren sämtliche Vereine der Meinung, daß ein Wertungssingen zu den unerläßlichen Höhepunkten eines Sängerbundes gehöre. Man beschloß daher, das Wertungssingen zu einem öffentlichen Konzert auszttbauen.
Niederasphe. Die Elektrizitäts-A.-G. Mitteldeutsch- land, die im vorigen Jähre eine neue Krenzschaltesta- llon in Simtshausen errichtet hat, setzt feit einigen Wochen die Umbauarbeiten am Starkstromnetz fort. So sind gegenwärtig zwei neue Gestänge gebaut worden; das eine von Simtshausen nach Niederasphe urJO das anfeere von Simtshausen nach Mellnau. Mit feer endgültigen Fertigstellung feer gesamten Anlage wird vor dem Frühjahr kaum zu rechnen fein.
Wal-ecker Bürgermeistertag
. ' '-'i.in Eorbach.
Die diesjährige Bürgermeistewerfagtmlung der Bürgermeister des Kreises des Eisenbergs wurde ein- aeleltet durch feie Einführung feer Bürgermeister in «das Preußische Polizeirecht. Der Lehrgang wurde Durch Seminardirektor Schwerzberg aus Frankfurt a. M. abgebalten. In feer Nachmlttagssitzung, feie vom Vorsitzenden, Landrat Klapp, eröffnet wurde, sprach als erster Bürgermeister Dr. Zimmermann über Wanderarmenfürsorge. In feinen Ausfüllungen wies der Redner besonders daraus hin, feaß feie unterstüt- zungsbcfeürftlgen Wanderer da unterstützt werden, wo die Hilfsbedürftigkeit eintritt. Es wurde beobachtet, feaß feie Hilfsbedürftigen nach Cor dach vielfach abgeschoben werden. Den von Herrn Jahnke vom Tierseucheninstitut feer Landwirtschaftskammer in Hannover gehaltenen Vortrag über die Vertilgung von Ratten nahm die Versammlung zur Kenntnis. Dann sprach Landrat Klapp über feen Stand der Kreissparkasse, desgleichen über Ansiedlungssragen. Es soll versucht werden, einen Teil der Erwerbslosen durch Ansiedlung unterzubringen. Es wirfe natürlich Wert darauf gelegt, daß nur solche Leute durch Landzuweisung bedacht werden können, bei denen die Ge- Ivähr für ordnungsmäßige Führung gegeben ist. In erster Linie fäme Gemeindeland in Frage. Die Bürgermeister waren der Ansicht, feaß die Maßnahmen nur bann von Erfolg sein können, wenn die Pacht- bezw. Kanfbedinchtngen günstig sind. Ferner kamen noch folgende Punkte zur Sprache: Beschäftigung Arbeitsloser, freiwilliger Arbeitsdienst, Naturalleistungen an Unterstützungsempfänger, Aufnahme von Kindern ans Westfalen, Hilfspolizei, Ermäßigung feer Beförsterungskosten, Einziehung feer Steats- steuern, Einziehung Oer Steuern durch Vollziehungsbeamte.
Aus -em Kresse Hersfeld
Hersfeld. Erweiterung des Eisenberg-Unter lunffsraumes. Wie in feer Hauptversammlung des Wandervereins mltgeteilt wurde, mutzte feie geplante Aufstockung fees Anbaues am Eisenbergturm unterbleiben. Es soll nun feie Erweiterung fees Parterreraumes mit Unterstützung des Knüllgebirgsver- cins Oberaula baldigst in Angriff genommen wer oen. Der Jahresbeitrag wurde von vier aus drei Mark herabgesetzt. Am 19. Dezember soll eine Son- nenwendfeier auf dem Knüll ftattfinben. Der Schneesckuhsport soll in Diesem Winter wieder eine besondere Förderung erfahren.
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