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Sonnabend, den 28. November 1931

Wie lebt der deutsche Hrbeiter?

Von Ernst Humprecht

Volkseinkommen unter Vorkriegsstand

P10^ der [inwhner lygz

3it§gcfamt

Mk. 29.49

Die Wirtfdraft der Woche

Kassel, 28. November.

Durch die Kammerrede Lavals sind die Aussichten, daß auf der kommenden Reparationskonferenz die Tributfrage endgültig in einem für uns befrie­digenden Sinne geregt wird, erheblich verschlechtert worden. Frankreich will nur eine Zahlungsregelung für die Dauer der Krise, also für beschränkte Zeit zu­lasten und wehrt sich hartnäckig dagegen, datz den pri­vaten Schulden Deutschlands der Vorrang eingeräumt wird. Gegenüber diesen Schwierigkeiten bedeutet es wenig, daß Frankreich sich damit einverstanden erklärt hat, daß Reparationen u. Stiühaltung zu gleicher Zeit behandelt werden. Eine befriedigende Lösung beider Probleme hängt nur davon ab, datz Frankreich endlich zu der Einsicht gelangt, datz ohne Wiederherstellung des internationalen Vertrauens zu Deutschland kein Pfen­nig Reparationen gezahlt werden kann und datz es bei einem Zusammenbruch der Stillhalteverhandlungen letzten Endes der Hauptleidtragende sein würde. Zu der Erkenntnis gar, datz die völlige Aufhebung der Reparationszahlungen im eigenen Interesse der Welt­wirtschaft liegt, "Dürfte Frankreich wohl nie kommen. Im übrigen Ausland nimmt ^demgegenüber das Ver­ständnis für unsere Nöte zu. Man hat zu viel Ka­pital in Deutschland investiert, um einem Zusammen­bruch Deutschlands ruhig zusehen zu können. Inner­halb der kapitalistischen Well bestehl eine unlösliche Schicksalsgemeinschaft auf Gedeih und Verderb. Aber wenn auch in Frankreich die Angst vor, den Auswir­kungen eines völligen deutschen Zusammenbruchs wächst, so sind doch die Aussichten auf eine befriedi­gende Regelung des Reparations- und des Srill- haltcprobems, wie gesagt, sehr gering.

Die in den Beratungen des Wirtschaftsbeirats aufgestellten Grundsätze für das Wirt­schaftsprogramm der Reichsregierung enrhal- ten gewitz keine Patentmedizinen, durch die alle wirt­schaftlichen Nöte behoben werden könnten. Erfreu­lich ist immerhin, datz man unheilvollen Projekten, wie den Jnflations- und Zinskonversionsplänen, endgültig den Rücken gekehrt hat. Ueber die Aus­sichten der Preis- und Lohnsenkungspläne kann man sehr verschiedener Meinung sein. Die Reichsregie- runa will sich allerdings von radikalen Eingriffen in das Wirtschaftsleben fernhatten. Der Kampf um das Wirtschaftsprogramm ist im Grunde genommen ein Kamps zwischen zwei Theorien, dem Kosten- scnkungsargnment der Arbeitgeber und dem Kauf- kraftargument der Arbeitnehmer. Die Arbeitgeber fordern weiteren Lohnabbau, um a,eutichlands Kon­kurrenzkraft auf dem Weltmarkt gegen die zunehmen­den Absperrungstendenzen des Auslands zu behaup­ten Demgegenüber weisen die Arbeiinehmcr darauf­hin, datz die Erschwerung des Auslandsabsatzes die deutsche Industrie aerobe auf die Aufrechterhaltung der Kaufkraft des Binnenmarktes htnwetse. Eine weitere Herabfetzung der Kaufkraft wurde uns noch näher an den Rand des Abgrundes bringen, und die

Obst . ü utter

sohlen, Krankenschein usw. aubere Ausgaben treten, so bleibt die Gesamtsumme immer annähernd gleich. Bei diesem Ausgabenetat einer fünfköpfigen Fami­lie ergibt sich aber schon, gemeffen an dem Gesamt­lohn von 108,75 Mark ein erhebliches Defizit! Diese Zahlen geben einen rechten Begriff von der Not, die mehr als die Hälfte der deutschen Arbeiter­schaft zu leiden hat.

Nach den Erhebungen ber Gewerkschaften, sowie nach der Invaliden- und Steuerstatistik liegt das Durchschnitts-Nettoeinkommen des vollbeschäftig­ten Arbeiters zwischen 150 und 160 Mark monatlich. Wie verteilen sich die Ausgaben der vollbeschäftigten Hälfte der deutschen Arbeiterschaft? Das Stati­stische Reichsamt hat eine Untersuchung veran­staltet. die die Monatsausgaben des Arbeiters mut 150 Mark Einkommen zergliedert. Danach gibt der Haushalt des vollbeschäftigten Durchschüittsarbeiters etwa SO Mark monatlich für Nahrung. 23 bis 25 Mk. für Miete und 20 Mark für Wäsche aus. Angesichts der Tatsache, datz die Kinderzahl in den Arbeiter­familien nach wie vor verhältnismäßig grotz ist, er­gibt es sich, datz auch die Haushaltsrechnung des voll- bcschäftigten Arbeiters von der oben ausführlich ge­zeigten nicht sehr erheblich zum Befferen abweicht. Wesentlich ist schließlich noch die Frage:

Wie wohnt der deutsche Arbeiter?

Tie Tatsache, datz die Statistik für die Miete eines vollbeschäftigten Arbeiters nicht mehr als 30 Mark monatlich ansetzt, bestätigt die praktische Erfahrung,

Umsatzschrumpfung, die ein weiterer Lohnabbau zur Folge haben würde, würde die Preissenkung überaus erschweren. Durch eine allgemeine Preisabbau- Psychose würde auch das ganze Weihnachtsgeschäft erheblich beeinträchtigt werden, da sich dann auch dieletzten kauffähigen Konsumen­ten von Entdeckungen zurückhalten würden. Und sollte gar die geplante Erhöhung der Umsatz­steuer Wirklichkeit werden, so wäre die erste Errun­genschaft der Preisabbaubewegung, die Verbilligung der Lebensmittel, vollkommen illusorisch gemacht.

Die Reichsbahn hat in dieser Woche die Ver­teilung der Aufträge an die Industrie aus den Mit­teln der steuerfreien Reichsbahnanleihe beschlossen. Die Lokomoi'.vindustrie erhält nutzer den bereits ver­gebenen Bestellungen nur Aufträge aus 13 Klein- lokointiven, während der Rest der 35 Millionen R'M. Aufträße für neue Fahrzeuge auf die Waggon- inbuftrte entfällt. Auch für die Waggonindustrie be­deuten diese Aufträge, zu denen noch 12 Millionen für Fahrzenoverbesserun« kommen, nur einen Trop­fen auf den heitzen Stein, aber sie ermöglichen immer­hin die weitere Durchhallnng der Betriebe in be­schränktem Rahmen. Außer dcm Fahrzeugbau er halten die Eisenindustrie, das Baugewerbe,'die Elek- lrizitätsinduslrie und die Steinindustrie vermehrte Beschäftigung.

Die Vergebung dieser Auftrage ist umso wert­voller, als der deutsche Export auf immer größere Schwierigkeiten int Ausland stößt. Zu den Absperrungsmaßnahmen Englands und anderer Län­der durch Zollerhöhungen kommen Beschräitkungen durch die Devisenzwangswirtschaft im Ausland. Es ist vielen deutschen Exportfirmen gegenwärtig gerade­zu uninögtlick aus wichtigen Kundenländern, wie Oesterreich, Ungarn usw., für Lieferungen Zahlungen zu erhalten. Die ausländische Tevifenzwangswirt- schafl dürfte auch zum Teil die Schuld an dem un­befriedigenden Eingang an deutschen Exporrdevisen bei der Reichsbank tragen, der immer noch nicht aus- reicht, um den Abgang an Gold und Devisen zu decken.

Datz die deutschen Börsen in diesem Jähre noch wieder geöffnet werden, ist angesichts der Hal- iung der Reichsbank, die sich dabei von der Rücksicht­nahme auf die deutsche Währung und die Devisen­lage leiten läßt, so gut wie ausgeschlossen. Dieser Zustand dürfte bei den Jahresbilanzen große Schwie- riakeiten bereiten, da eine einigermaßen zuverlässige Bewertung der Effekten unter diesen Umständen ebenso unmöglich ist wie eine Veräußerung Tie Börsenkreise arbeiten daher weiter für eine Wieder­zulassung des Börsenverkehrs und versuchen, wenig­stens einen Freiverkehr in den Börsenräumen durch­zudrücken. Im Telefonverkehr bat in der letzten Wo­chen die Bewertung der Effekten eine weitere Ver­minderung, auch bei den festverzinslichen Werten, er- fahren. Teilweise wurden neue Ttezstkurse erreicht.

2.80 0.00 0.4O 0.15 1.60 5.34 1.42 0.90

1.13 1.

1.15 3.

1.25 0.35 0.40

1.10 1.60 0.40 1.00 0.55

Mil» . . .

Eier .

Puddingpulver *

Erbten .

Kohle . *

Miete : ;

Gas

Fleisch ' *

Mehl

Krankenschein' und

Medizin . ,

Werbbrot . .

0.60 1.20

öS 0.20 0.80

bct "ber die dringendste Lebens­notdurft hinaus verdient wird, für Bildung« zwecke verwandt

Welche Opfer der Arbeiter in dieser Beziebuna brtugh zeigt am besten die Tatsache, daß mit steigcn- dem Einkommen der Anteil der Bildungskosten $am .?lan>!t6aus^(t mmet mehr absinkt, so daß (immer nach der retchsamtlichen Statistik) ein Erwerbsläri- .ber 400 Mark im Monat verdient, verhältnis­mäßig nur dle Hälfte dessen für Bildungszweckc ber«

ZA« der allgememen wirtschaftlichen und politi­schen Lage verursachte der Zusammenbruch der Ber- ^uer Bank xur Handel u. Grundbesitz der verstärkte Abhebungen bet den ubrtgen Banken zur Folge hatte «EeUnruhe Auch verstimmten Meldungen über ?efSff15 Wlenber deutscher Iudusttie-

Die Gläubiger gehen vor

Zur Insolvenz

der Berliner Bank für Handel und Grundbesitz.

Am 2. Dezember roirb von ber bei ber yffiritt" <irti meine Deupche Revision-- un"TreuoanbaeietimraU n. « unter der Leitung ber VorsiandsmitgliederDwl^KsL.D?'

Oefsentlichkeit bekannt geworben ist, baß ber Zusammen­bruch des Unternehmens durch Verfehlungen bei» Vorstanbes herbeigeführt worben ist unb nur durch die leichtsertige Auf- safsung des Aussichtsrates über seine Ausstchtspslicht, soweit nicht ein Mitverschulden durch Beteiligung an Bilanzver­schleierungen in Kratze kommt, die Gläubiger in dem jetzi­gen Umfange geschädigt werden konnten, werden gegen öeit Vorstand und den Ausiichisrat Schadenersatzansprüche gestellt werden. Um einen Zugriff der Gläubiger in die gesamte vorhandene Masse zu gewährleisten und zum Zwecke der Sicherstellung der Vermögenswerte der durch Herrn Seifert mit Mitteln ber Grundbefitzerbank gesrünbeten Gesellschaf­ten ist beabsichtigt, entsprechende Sicherungsmaßnahmen einzuleiten.

Die der Gläubigerschutzgemeinschast angeschlosienen Gläu­biger wollen sich mit einer geringfügigen Quote nicht absin» den lassen, da sie teilweise durch den Zusammenbruch in starke wirtschaftliche Bedrängnis geraten sind und der Auf­fassung sind, daß die Durchführung eines gerichtlichen Ver­gleichsverfahrens wegen der Unwürdigkeit des Bergleichs- ichuldners nicht angebracht fein kann. Angeftrebt wird viel­mehr, das Reich zu Z w i f ch e n k r e d i t e n für die Gläubi­ger zu bewegen, die durch den Zusammenbruch nachweisbar in größte wirtschaftliche Bedrängnis geraten find, bis durch Liauitation des gesamten Vermögens durch einen Treu­händer die Vermögenswerte der Bank allmählich angemessen realistert werden können.

Arboiwr w^ »Was verdient der

aunat? 1* ,etn Lohn und seine Befchäsli erörtert worden ist in der gro- vom ^volksn!^-^eb bisher das weit wichtigere wie vorn sozialen Stand!

Icbt Problem:Wie

inctller ?Anahl von Untersuchungen die

Deutsc^ n.?^ lmederholi in verschiedenen Teilen eineAntnn,^.zangestellt wurden, kann auf dic Frage fiiit m.!t^°rL.,..efle6en Zierden, deren sachlicher Zn- Le b e n s m°n n"n d 'S» -,tärfcr überzeugt von dem Volkes als fede ander? LngaVe 7?könnw.

ess M« wsaa- EBswä'SÄi

In Kürzet

Der Gewerbeansschnß bei« Branntweinmonopol tritt in einer von der Hanvtgemeinschaft ber Svitzenverbänbe des deutschen Brennerei- nnb Spirituosengewerbes, Berlin, her- nnsgegebene» Denkschrift für eine fosortige nnd starke Sen­kung ber Stenern aus Branntwein ein.

Der Aufsichtsrat ber e b a l a» B e r l i n e r S a s e n- nnb Lagerhans A.-G Berliu-Plöneniee beschlos, ben Generaldirektor Schnning bis zur völligen Klärung ber gegen ihn erhobenen Vorwürfe von ber .ruhrung ber Ge­schäfte zu entbinben.

*

Die Gl-ubiserschntzoerbänbe ber insolventen Berliner Bank für Ha übel nnb Gr nnb be­sitz beabüchtiaen. bei ber Rsichsr-ai-rnna nm eine Garau- tiernng ber Einlagen durch das Reich ein,«kommen.

Die Maschinen - nnb Kranbau A.-G. in Düssel­dorf hat einen großen Russenanstrag bekommen, der ihr bis (»nbe des Jahres Beschästianngsmöglichkeit bietet.

reuere gibt ans Grund von Mitteilungen des Allgemei­nen Arbeiteroerbandes (6. G. i-i die Zahl ber o 8 l l i g Arbeitslosen in S r a n k r.e, ch mit gegenwärtig 500 000 nnd Vie ber Kurzarbeiter nnt 1 >00 000 en.

h,r «itznng des Deutschen Berbanbes für S a n s b e sitz er - Genossenschaften. Reviüousoer- vand ^de«''E Sausbentzer-Bauken aus dem ganzen Reich »«akalfed^rt find wurde beschlossen, ben 9^nifi»n«"»rbinb L'w g/ntralverband deutscher Hans- und Grundbeützerver- ?i« e^ «. B»lfti. ohne rechtliche unb finanzielle B.ndun- aeu anjufchlieben.

Verlustliste der Wirtschaft

Die seit 60 Jahren 6?fte6enbc Firma Webrüber Reichste,» Brennaborwerke, Brandenburg a. H.,itee der größten deutschen Privatunternehmen, ist infolge ber Wirtschaftslage gezwungen, sich an ihre Gläubiger zu wenden. Eine ge­meinsame Besprechung wird binnen kurzem stattfinden.

Die seit 50 Jahren bestehende Schirmfabrik A. Dans. Berlin, hat, wie die Tertil-Woche erfährt, die Zahlungeil eingestellt. Es soll ein außergerichtlicher Vergleich auf Ba­sis von 30 Prozent angeftrebt werden.

Nack 37jährigem Bestehen hat die Spitzen-, Bänder- nnb Seidengrotzbaudelssirma Senn# Nordou. Berlin, die Zah­lungen eingestellt. Die Passiven betragen etwa 300 000 NM.

Die Tnchgroßbaudelssirma Alerauber n. Bernhard. Ber­lin. bat lt.Konfektionär" infolge ber allgemeinen Wirt­schaftslage beschlossen, in Liouidation zu treten. Dem Ver­nehmen nach schweben Verhanblungen wegen Zusammen­schluß mit einem anderen bebeutenben Tuchgrotzbandels - unternehmen.

Der Radio-Friede

3um Friedensschluss Telefunken-Philips.

. Der Sriebensschluß zwischen T e l e s u n k e n unb P h i- I l t v S schasst eine @ i n b e i 16 f r o n t in ber Welt-Rabto- I luvmtrie, die weit über den europäischen Markt hinauö- I rmcht. Denn es bestehen vielerlei Bindungen zu der ame- I rikanlichen Radio Corporation, die ihrerseits anss engste Itlt bem Victor Talling Concern liiert ist. Die An- I Endigung der Zusammenarbeit erfolgt in einem Augen- I Patentstreit zwischen Philips und Tclc-

| f.unf^ btnstchtllch der Hochsreauenz-Verftärker-Patentc und I der Dappelgitter-Schaltungspatente kurz vor der Entschei­dung stand, die für beide Gefellschaften van überaus großer Bedeutung gewesen wäre. Durch den vorzeitigen Friedens- I Üwuß werden diese Prozesse hinfällig und damit das Risiko | öer Entscheidung abgewälzt.

Obwohl die Zusammenarbeit in Anbetracht der engen Bc- I zieh urigen zwischen den beiden Konzernen z. B. über das ^"netwnale Gl ühl a m p e n -K a r t e ll, das eines der oeschmledeten internationalen Kartelle ist nicht überraschend kommt, so mag doch erst die Entwicklung der Dinge m England den letzten Anstoß zu der geplanten I nr^ein~**rto.ar6eit 8c8c6elt babeu. Unter den neuen eng-

® -b u tz l le n sind auch solche auf Radiofabrikatc, die die kontinentale Industrie zum verstärkten Angriff auf de» eng.lschen Markt zwingen. Dem deutschen Bertrags- L? öufrf;C. 6ier6ci 'ehr zugutekommen, datz Philips mr/,, Vf Ensland-Export von den neuen Schutz- *kaum betroffen werden kann, da 70 Prozent dieses Absatzes der Geiellschaft in England selbst bergestellt wer­den. und wie kürzlich erklärt wnrde, auch die restl,che-7 Z0 der Exporte relativ leicht in England selbst von lännen81"166 2Serfe" 6cS Konzerns hergestellt werden

Man erSosft durch eine Verringerung der Tuvenzahl und andere Rationalisierungsmatznahmen eine dnftrie rtphitr, ' . ..' upparaten. Die Radio »-

f 8e.Wr ä öett. wenigen Industrien, die sich bisher als fCÄetn,ie,Clt bauen. Die Chancen des Radios werden auch heute noch recht günstig beurteilt, und man henuielsweise in Deutschland immer . * b "n Viertel der gesamten Haushaltungen an den Rundfunk angeschlosfen ist.

Wendel was der Arbeiter mit 150 Vis 180 Mark Monatseinkommen aufbringt.

_ Q1 bem gleichen Sinne äußert sich auch eine Haushaltsftatlftik des Einheitsverbandes s b C « - r dem Kriege, 1912/13, ^"ben die deutsck^n Eifenbahnarbeiter 52 Prozeni ihres Einkommens für Nahrung und nur etwa 4 DEdnugszwecke ausgegebeu. Heute wer- kii» Nahrung und 16 Prozeni

* fl (Womit ,um größten Teil Bildungs- ausgaben gemeint sind) per Gefamtausgaben ver- wandt!

Auch die Statistik einer großen füddentfchen

V uf 9 die nach d-en Ausgaben für Kulturzwecke j " bei einem Einkorn-

men von 1o0 bis 200 Mark und g-lercher Kövfezabl Vtllt p (iaJ S» 2 l o "/TS rtvandt wurde

® Doppelte bis Dreifache

betrugen. Die Entwicklung der V o l k s b ü b n e n La^^'^rbestand der Wirtschastsnot eintflerma6cn halten konnten, der Verkauf in Arbei- I terbuchladen zeigt ungefähr das gleiche Ergebnis. I

Was lehren nun all diese Hanshaltsstatiftiken zusammen?

Offenbarungseid wegen 20 RM.

Verbilligung der Kosten.

Die meisten Gläubiger schrecken, wenn sich die Anwen­dung eines Offenbarungseides zu empfehlen fcheint, immer wieder vor den großen K osten eines solchen Verfahrens zurück. Da im allgemeinen auf der Seite des Schuldners . eine böswillige Zahlungsverweigerung vorliegt, erubeint es durchaus nicht unmoralisch, wenn auch der Gläubiger zu einem Knisf seine Zuflucht nimmt. Es gibr nämlich die Müglickkeit, die Abnahme des Offenbarungseides wegen eines Teilbetrages von 20 RM zu beantragen. Der Schuldner mutz dann auch in diesem Kalle tein Vermögen offenbaren, und für ben Gläubiger finb bie Kosten wesent­lich geringer. So betragen z. B. bei einem Streitgegenstand von 20 RM die Gerichtskosten nur 2 RM. während fr b i einem Dbjekt von 80<i RM 12 RM betragen. Der Gläubi­ger hat auch die Möglickkcit, bie A n w a l t s k o st e n ba= durch völlig in Kortsall kommen zu lauen, datz er ben An­trag ans Abnahme bes Cffenborungeeibes bei bem Amtsge­richt, das für ben Schuldner zuständig ist, persönlich stellt.

obwohl heute schon jeder 6. Deutsche in einer I Trflstrt 11Z : atx. r. nicht in wese^ü

f Neubauwohnungen uiiterqebrach: tei hpr ^nbh 6 saHe 9roLetrcn Arbeiterfamilien/ wie es Ott der Hohe der gezahlten Miere nicht anders möa- lich ist in überfüllten Wohnungen leben

Diese Statistik des Reichsamts aber enthält nick», nur mederdrückende Zahlen. Wörtlich ist darin lesen:Ein Vergleich per Vergnügungs- und Bil- fe>iiij>m ptiraü.bast erstere mit erheblich wmh- ienö«m Einkommen starker zunehmen als letztere Das bedeutet, datz der Arbeiter, wenn er iraend kann, für feine Bildung und kulturelle Fortentivick- "lehr aufbringt als die höbe«

Unter der monatlichen i *) Mark-Grenze allerdings ist in der

^r Bi'ldungsausgaben. Aber es ist fehr interessant zu beobachten, wie schon dickt "üer dieser Grenze die Haushalisstaristik 4, z T S, Zar 6 Prozent der Ausgaben für Bildungsüveckc emfetzt. Man möchte sagen, hier wird

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Unser Bild zeigt nun, datz" im "Jahre ners unter :L-^.s Einwoh-

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Kasseler Neueste Nachrichten e s s i s c h e H andelszeitung

-er Christliche Textilarbeiterverbaud Westfalen stellt De^p,^ckftf»u^Ä"^H8"^Haltsstatistik ausqe-

baltsrechnuna"ftir durchschnittliche Haus-

SS-GM-SKL Noch schlimmerem Maße de? Ärboick^ natürlich in haben. Betont must AA-AAA s-?2.|e aufzuerlegen aus eigenem Boden baR "waige Erträgnisse lohn von 108 75 Mark Angegebenen Monats- soweit vorhanden sinht hinzukommeu, sondern kommen ein7erÄne?ft"nb" W Durchschnittsein" die Hanshaltskeckn,,n?de .einzelnen stellt sich terfamilie in Writfalen solgend"Lßen" Kartosfeln ,

Butter Schmalz .

Kasseemischung Margarine . Schwarzbrot Gemüse . _ D-l. Essig ' Tabak . . Uhuhsohlen Wurst . , Sveck . *

A8 von Kampf und Not der deutschen Ar- von ihrem Willen zum Turchhalten und Uitsst.eg, sie zeigen, daß, wenn es erst einmal wie- den Lebensstandard des deutschen Ar­beiters zu erhöhen, cutte kulturelle Aufwärtseutwick- I »««« ä