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Kasseler Abendzeitung

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Kasseler Neueste Nac^tzl

Kasseler Abendzeitung Hessische Abendzeitung

Tiummer 278 *

21 Jahrgang

Freitag, 27. November 1931

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Starke Kammermehrheit für Laval

Frankreich bleibt unnachgiebig / Starke Enttäuschung in Berlin / Eine neue Abrüstungsrede Grandis /

Das Pfund unter französischem Druck

Hin-

325 gegen 150 Stimmen

(Eigener Drahtbericht).

Abrüstung schafft Sicherheit

Eigener Drahtbericht.

Eine Hetzrede Franklin-Bouillons

bevorzugten Lage kein Recht habe, sein Geld auszuwerfen und verschwenderisch zu Idin.

den befreit werden. Wir werden niemals dulden, daß die ungeschützte» Zahlungen angetaftet werden, und wir werden nicht zugeben, daß man den privaten Schulden Deutschlands de» Vorrang ein- '"^t. Frankreich", so schloß Laval,dessen Ansehen unvergleichlich ist, hat keinerlei Vormachtbestrebun­gen, sondern will nur den Frieden und die Zivilisa­tion verteidigen und sicherftellen."

Die Erklärungen des Ministerpräsidenten wurden von der Kammer mit nicht endenwollendem Bei­fall ausgenommen.

ziellen Notlage Deutschlands beizukommen und sind uns dabei über die Verlängerung der kurzfristigen Kredite einig geworden". Laval ging dann auf seine Berliner Reise ein und unterstrich die herzliche Auf­nahme, die ihm durch die Bevölkerung und die Re­gierung zuteil geworden sei. Er erinnerte an die Bil­dung des deutsch-französischen Wirtschaftsausschusses, von dem er allgemein eine Verbesserung der Bezie­hungen erwarte. Seine Washingtoner Reise habe große Hoffnungen aufkommen lassen. Frankreich hat bei dieser Gelegenheit die beste Propaganda gemacht. In Amerika ist man sich über unsere Lage nunmehr vollkommen im klaren. Man kennt unsere Sorgen, unsere Opfer und unsere steten Bemühungen inbezug auf die Abrüstung (!). Wir haben lange über die deutsche Krise gesprochen und stich uns darüber einig geworden, daß der Poungplan nach Ablauf des Mo­ratoriums wieder in seine Rechte treten muß.

Frankreich wird in Zukunft nicht mehr solchen Schritten ausgesetzt sein, wie sie dieser Schritt des Präsidenten Hoover darstollt. Unsere Unterredung hat demnach zu positiven Ergebnissen geführt, denn wir habe» die Zukunft vorbereitet".

Laval ergänzte dann diese Erklärungen durch ei­nige Kommentare:Frankreich, so sagte er, hat große Opfer gebracht und sich dennoch im Juli bereit er­klärt, auf die Dauer eines Jahres auf die Repara­tionen zu verzichten. Es wäre leicht, den Leichtsinn hervorzuheben, mit dem in Deutschland die Finanzen verwaltet worden sind. Man hat die Schulden mit Anleihen bezahlt, Städtx verschönert und die Indu­strie ausgebaut, und als dann der Zeitpunkt der Rückzahlungen nahte, erklärte man:SEßit können nicht zahlen".

Zu gleicher Zeit vergehen sich gewisse Kreise im Reiche in lärmenden Kundgebungen gegen Frankreich. Ich weiß nicht", so erklärte Laval unter großem Beifall der Kammer,was man in Deutschland ge­sagt hätte, wenn sich "leiche Dinge unter gleichen Umständen in Frankreich vollzogen hätten. Ich habe ein Recht, so zu sprechen, ohne dabei die Würde des deutschen Volkes zu beleidigen."

Zu den kommenden Verhandlungen erklärte La­val, daß Frankreich trotz seiner augenMMch noch

Es gibt Grenzen, die wir nicht überschreiten können. Wen» man uns auffordert, Vertrauen zu haben, so werde» wir antworten, daß die Wieder- herftelluna dieses Vertrauens zuerst von der A ch - tuna des gegebene» Wortes und der Unterschrift abhängt. Wir werden eine neue Zahlungsregelung nur für eine beschränkte Zeit, das heißt für die Dauer der Krise annehmen. Wir werden einer Herabsetzung der Zahlungen »ur soweit zuftimmen, als wir vo» unsere» Kriegsschul-

Paris, 27. November.

. Die Kammer hat um 3 Uhr früh die von der Re­gierung angenommene Tagesordnung der Liuksrepublikaner mit 350 gegen 150 Stim- mcn angenommen, nachdem die Priorität sowohl für die sozialistische wie für die radikale Tagesord­nung abgelehnt worden war. Gegen die Priorität dieser beiden Tagesordnungen hatte Laval die Ver­trauensfrage gestellt.

Die linksrepublikanische Tagesordnung lautet: Die Kammer billigt die Erklärungen der Regierstmg und vertraut ihr, daß sic die Rechte Frankreichs wahrt und eine Politik des Friedens und der internationa­len Zusaminenarbeit befolgt.

Reuqork, 27. November.

Bei einem vom Foreiqn Pölich Association veran­stalteten Empfang hielt Gr and i eine im ganzen Lande durch Rundfunk verbreitete Ansprache, in der er Italiens Stellung zur Abrüstungsfrage dar­legte und aussührte, Italiens Gerechtigkeit und Rechtsgefühl lasse es ihm vom rechtlichen wie vom moralischen Standpunkt unbegreiflich erscheinen, daß einige Nationen noch immer zu teilweiser Abrüstung verpflichtet sein sollten, während andere sich weiter unbeschränkter Rüstungsfreiheit erfreuten. Nur wenn der Grundsatz der Gleichheit gebührend re­spektiert und gesichert werde, könne man erwarten, daß die Grundlage eines festen Systems friedlicher und vertrauensvoller Zusammenarbeit der Nationen ge­schaffen werde.

Das italienische Volk könne den Gesichtspunkt nicht teilen, daß absolute Sicherheit die unerläß­liche Voraussetzung für die Inangriffnahme der Abrüstung sein solle. Würde der Begriff der Si­cherheit in dieser Weise akzeptiert, dann käme die Ab­rüstung überhaupt nicht in Betracht. Er sei zu dem Schluß gekommen, daß die fetzige Weltlage die Inan­griffnahme des Prozesses der Abrüstung rechtfertige und empfehle und daß feder Schritt in Richtung der Rüstungsbeschränkung der Welt größere Sicherheit bringe. Man müsse versuchen, die Sicherheit als Er­

gebnis statt als Voraussetzung der Abrüstung zu be­trachten.

Deutschland braucht Atempause

London, 27. November.

DixTimes" nimmt in einem Leitartikel erneut Stellung zur Frage des Vorranges der Tribute. Es sei ganz klar, daß Deutschland Ende Februar nicht in der Lage sein werde, seine sämtlichen kurzfristigen Verpflichtungen zu erfüllen. Im Interesse der finan­ziellen Festigkeit Amerikas und Europas, sei es unbe­dingt nölig, das Stillhalteabkommen in irgendeiner Form M erneuern. Das sei aber offenkundig Prak­tisch undurchführbar, solange keine vernünftigen Aus­sichten auf die Wiederherstellung des Vertrauens zu Deutschland beständen. Wenn man von Deutschland Zahlungen in Sachwerten oder Geld verlange, so sei eine Rückkehr des Vertrauens infolge des starken Druckes, unter dem das deutsche Wirtschaftsleben als Folge der Finanzkrise liege, unmöglich. Das bedeute nicht notwendigerweise, daß alle Tributansprüche so­fort gestrichen werde» könnten, wohl aber bedeute es, daß sie endgültig solange aufgeschoben werden müßten, bis Deutschland sich soweit erholt habe, daß seine Fähigkeit. Tribute zu leisten, erneut abgeschätzt werden könnte. Deutschland brauche zweifellos eine viel längere Atempause als das Hoovermoratorium versehe. Wenn man jetzt irgendwelche Ansprüche auf Vorrang der Tribute vor den privaten Verpflichtun­gen anerkenne» würde, so würde das nur de» völ­ligen Zusammenbruch des deutschen Kredits und da­mit die ernstesten Folgen für ganz Europa einschließ­lich Frankreich zum Ergebnis haben.

Damit hat die Kammer unter die mit Spannung erwartete Rede des französischen Ministerpräsidenten Laval, die gestern abend endlich gehalten worden ist, den Schlußstrich gezogen. Diese Rede Lavals hat Klarheit darüber geschaffen, daß die kommende Reparationskonferenz, mit deren Beginn mau für Anfang Januar rechnete, keine defini­tiven Lösungen der Reparationsfrage und der Kreditfrage bringen wird, sondern daß man auch diesmal wieder nur auf eine proviso­rische Regelung rechnen kann.

Angesichts dieser Sachlage, die sich aus de» Dar­legungen des französischen Ministerpräsidenten ganz unzweideutig ergeben hat, ist man in Berliner Poli­tischen Kreisen natürlich mit der Rede Lavals wenig einverstanden; es macht sich hier eine gewisse Enttäu­schung darüber geltens, daß der französische Minister­präsident ein so geringes Maß von Entge­genkommen- gegenüber den demschen Wünschen und Forderungen gezeigt hat. Die Tatsache, daß La­vals Rede ein kurzfristiges Arrangement für die Tauer der gegenwärtigen deutschen Notlage treffen will, und daß er eine Borberechtigung der privaten Verpflichtungen vor. den Reparationsschulden unter keinen Umständen annehmen will, schafft für die kom­menden Verhandlungen auf der Reparationskonferenz eine bedeutende Erschwerung, und

es zeigt sich, daß die diplomatischen Verhandlungen der letzten Wochen nicht ausgereicht haben, um eine Verständigung zwischen Berlin und Paris über die Voraussetzungen der kominende» Konferenz in wünschenswertem Maße herbeizuführen.

Der Gesamteindruck dieser Demonstration der

französischen Regierung war nach dem Urteil der Germania" der, daß sich Laval unter den gegen­wärtigen parlamentarischen Verhältnissen keine wei- tcrreichenden Schritte gestatten kann. Ebenso wie in Amerika, schwebt der Schatten der bevorste­henden Parlamentswahlen über den Ent­schlüssen der französischen Regierung. DieDeut­sche Allgemeine Zeitung" vertritt die Mei­nung, daß die Rede Lavals nicht unfreundlicher war, als man sie erwartet hatte; ihr wesentliches Eharak- leristikum sei die politische Leerheit an irgendwelchen, auch nur den geringsten Gedanken oder dem kleinsten Versuch zu einer Verständigung über die europäische Lage gewesen. DieVossischc Zeitung" hebt hervor, daß die Welt von der Haltung Frankreichs nicht entzückt sein werde. Das Reparationsprogramm der französischen Regierung sei nicht so scharf und eng Umrissen, wie es für die Verhandlungen einer so schwierigen Materie und in einer so mit Explosions­stoff geladenen Atmosphäre einen schmalen Zwischcn- raum lasse. Als erstes Wort uns Ausgangspunkt würde es nicht zu einer gauerhaften Lösung bei­tragen.

Kein Entgegenkommen

fT Lavals Rede.

Aus der Rede Lavals sei folgendes mitgeteilt: Das Hoover-Moraiorium habe die großen Hoffnungen nicht erfüllt, die der amerikanische Prä­sident darauf gesetzt hatte. Die allgemeine Krise der Weltwirtschaft habe sich im Gegenteil verschlimmert und besonders in Deutschland schwere Ausmaße an­genommen.

rf$n Paris habe ich über eine stunde unter vier Auge» mit Dr. Brüning gesprochen. Ich kann Ihnen nicht schildern, wie ergreifend diese Unterredung war. Wir haben beide die Möglichkeiten geprüft, die ge­genseitige» Beziehungen unserer Länder zu verbessern und ich entsinne mich noch, wie der Reichskanzler mir bie Frage vorlegte, ob denn diese Tragödie zwischen Frankreich utti) Deutschland ewig dauern solle An dem Tage an dem aus der anderen -e.te des Rhei »es die nationalistischen Kundgebungen aufgebört haben, werden die Ereignisse (?) aus d.c Frage des Reichskanzlers antworten.

An Loudon haben wir dann versucht, der fuian-

Die außenpolitische Aussprache in der Kammer wurde, nachdem die Sitzung nach der Rede Lavals unterbrochen war. gegen 22 Uhr mit einer Rede Franklin-Bouillons fortgesetzt. Laval habe über dieBankrottabsichten Deutschlands" in einem Tone gesprochen, den man in der Kammer schon seit langem nicht mehr gewohnt sei und der glücklicher­weise von demjenigen Briands abweiche. Ter Abge­ordnete wiederholte sodann seine übliche Behauptung von dem schlechten Willen Deutschlands. Laval habe in sentimentaler Weise von seiner Unter­redung mit Dr. Brüning gesprochen, einer Unterre­dung, die vollständig zwecklos gewesen sei, weil er ge­nau wisse, daß er vielleicht morgen schon mit anderen Männern in Deutschland zu verhandeln habe und ob­gleich er sich noch daran erinnern müsse, daß auch Stresemann mit einem Lächeln die Rheinlandräu­mung erreichte.

Franklin-Bouillon ging sodann auf die kommen^ Tagung des Baseler Untersuchungsausschusses ein und erklärte, daß es sich im Augenblick überhaupt nicht darum handele, die Zahlungsfähigkeit Deutschlands festzustellen, sondern zunächst einmal darum, den Zahlungswillen Deutschland zu prüfen (!) Frankreich könne Deutschland nicht retten. Man müsse Deutschland verpslichten, genau wie in Frankreich, während der Finanzkrise eine Amortisationskaffe zu bilden, die Reinigung seines Haushaltes und vor­nehmlich seines Kriegshaushaltes vorzunehmen und es zu zwingen, seine Revisionspolitik auf- zugeben.

Großer Lärm entstand, als Franklin-Bouillon erklärte, daß es unmöglich sei, die französischen In­teressen zu einer Wahlpolemik auschnutzen. Er stellte die Frage, weshalb die deutschen Sozialisten die na­tionale Vereinigung durchführten, indem sie mit dem Kabinett Brüning zusammen arbeiteten, während die sranzösischen Sozialisten sich gegen eine derartige Po­litik wendeten. Während fast einer Viertelstunde war es dem Redner nicht möglich, sich Gehör zu verschaf­fen, da die S o z ia l i st e n f id> heftig gegen diese Beschuldigung wendeten.

Anschließend behandelte der Präsident des Hcercs- ausschusscs der Kammer, Fabry, die Abrttstuiigs- sragc. Er erklärte, daß die Abrüstung nur im Rahmen des Völkerbundes möglich sei. Wenn die Abrüstung

I noch keine großen Fortschritte gemacht habe, so liege das hauptsächlich an den lärmenden Kundgebungen der deutschen Rechtskreise (!). Die allgemeine Abrüstung sei eine Utopie, ebenso wi die Rüstungsgleichheit. Man dürfe sich auch nicht auf eine prozentuale Abrüstung der 'verschiedenen Länder ein­lassen.

Briand nur nochLtnterstaatssekretär"

Die Pariser Presse Zur Kammerdebattc.

Paris, 27. November.

Zur gestrigen Rede des Mumsterpräsidenten La­val schreibtPetit Journal", das Programm Lavals entspreche dem Empfinden ber großen Mehrheit der Kammer.

Petit Pavisien" sagt, es erscheine logisch, die Ratifizierung des Hoovermoratoriums durch die amerikanische Kammer abzuwarten, bevor Laval alle Einzelheiten des Standes der aktuellen Probleme präzisieren könne.

Das radikale BlattLa Rcpublique" schreibt, daß Laval und Briand über die Notwendigkeit,' die deutsch-französische Tragödie durch die deutsch-fran­zösische Zusammenarbeit zu ersetzen, einig sind, ist ausgezeichnet, aber geht Laval in dieser Richtung mit seiner Mehrheit einig? Tie Mehrheit hat nicht applaudiert, als der Regierungschef diese Sprache führte; sie hat dagegen mit lärmendem Beifall die Stelle der Rede aufgenommen, wo vo» der Auf­rechterhaltung der Rüstungen gesprochen wurde.

Echo de Paris" erklärt: Laval i st verwah­re Außenminister; Briand nimmt nur noch den Rang eines Unterstaatssekretärs ein, der sich auf BölkerbuudsangelcgeNheiten spe-sialisiert hat. Wir gewinne» bei diesem Wech'el in jeder Hinsicht, na­mentlich was die Substanz der Reden anlaugt. Man darf den Ministerpräsidenten von 1931 nicht für die vorhergcgangenon Fehler verantwortlich machen. La­val bemüht sich zu reiten, was noch ,u retten ist.

Volonte" schreibt: Lavals Gedanken sind frag­mentarisch uns nicht geeignet, namentlich Deutsch land auf dem Wege der Annäherung z» ermutigen.

England unter Druck

Das Gold als politisches Kampfmittel.

London, 27. November.

Im Zusammenhang mit der neuerlichen Ab­schwächung des Pfundes widersprichtFinan­cial News" den Pariser Behauptungen, wonach diese auf englische Aufkäufe von Auslandsdevisen zurückzu­führen sei. Ein solches Vorgehen sei zu einer Zeit, in der die jahreszeitlichen und anderen Umstände gegen den Sterling arbeiten würden, reichlich unwahrschein­lich. Da in der Vergangenheit französische Abzüge sehr häufig mit politischen Ereignissen zusammenge­troffen seien, so sei ein Zusammenhang der gegenwär­tigen Abzüge durch Frankreich mit der kommenden Re­parationskonferenz nicht schwer zu erkennen.

Daily Herold" äußert die Ansicht, daß der Pfund- Fall auf neue französische Abzüge zurückzu­führen sei. Für diese Abzüge seien drei Gründe vor­handen: der erste sei, daß die Franzosen die Haltung Englands bei den bevorstehenden Tribut- und Schul­denverhandlungen beeinflussen wollten, zweitens sei die französische Regierung durch die Zollpolitik Eng­lands unruhig geworden u nt> drittens würde» die französischen Banken wahrscheinlich demnächst in Schwierigkeiten kommen und wollten daher flüssige Gelder zur Hand haben.

Der neue Fraktionsführer der Wirtschaftspartei. Die Fraktion der Wirtschaftspartei im Preußischen Landtag hat den Abg. Größte zu ihrem Vorsitzenden gewählt. Bekanntlich hat ocr bisherige Vorsitzende Ladendorff den Vorsitz nicbergelegt im Zusammen­hang mit der Affäre der Berliner Grundbesitzerbank.

König Alfons reift nach München. Ter ehemalige König von Spanien, Alfons, hat Fontainebleau ver­lassen, um sich zu einem dreitägigen Aufenthalt nach München zu begeben.

Deutsche Politiker

Unsere heutige Ausgabe enthält den zwei- t c« Artikel unserer Serie. Er beschäftigt sich mit dem Führer der Deutsche» Volkspartei Eduard D i» g e l d e y