Nummer 224*
Montag 23. November 1934
21. Jahrgang
Hessische Abendzeitung
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Kasseler Neueste Nüchnchten
Oie (Schlußsitzung des Wirtschaftsbeiraies
Oer Kanzler wird die Ergebnisse zusammenfaffen / Oie Vorbereitung -er neuen Notverordnung / Erhöhung der Umsatzsteuer?
Nochmals unter Hindenburgs Vorsitz politische Prozesse am laufenden Band
(Von unserer Berliner Schrtftlettung). Von unserem Warschauer Sonderberichterstatter.
tk. Berlin, 23. November.
Naivem die Ausschüsse des Wirtschaftsbeiraies am gestrigen Sonntag nachmittag ihre Arbeiten mit der Durchberatung der Leitsätze beendet haben, wird heute mittag in der Reichskanzlei die S ch l u tz s i t. zung des Wirtschaftsbeirates unter dem Vorsitz des Reichspräsidenten von Hindenburg stattfinden. Dabei wirv der Reichskanzler das Ergebnis ber Beratung des Wirtschaftsbeirates in einer längeren Rede zusaminenfaffen, die dann wahrscheinlich auszugsweise veröffentlicht werden wird.
Ob auch Vie ziemlich umfangreichen Leitsätze in ihrem Wortlaut bekannt gegeben werben, oder ob sich Vie Oeffentlichkeit mit ber Inhaltsangabe der Kanzlerrede zufrieden geben muß, bleibt noch dahingestellt. Wahrscheinlich wird es bei den Mitteilungen des Kanzlers sein Bewenden haben, wie ja auch eine formelle Abstimmung des Wirtschaftsbeirates über die Leitsätze nicht stattgefunden hat. Der Kanzler wird in seiner Rede wahrscheinlich nur die allgemeine Erklärung abgeben, daß zwischen der Regierung und dem Wirtschaftsbeirat aus der in den Leitsätzen niedergelogten Basis eine Uebereinstimmung der Auffassungen erzielt wurde. Angesichts der starken Gegensätze, die nach wie vor zwischen den verschiedenen Interessengruppen innerhalb des Wirt- schaftsbeirates geherrscht haben, ist es selbswcrständ- lich nicht möglich, die Leitsätze gewissermaßen paragraphenmäßig durch Mehrheitsbeschluß annehmen zu lassen. Man hat ohnehin zwischen den verschiedenen Gruppen der Arbeitnehmer und Arbeitgeber schon starke Konzessionen machen müssen, um zu einer einigermaßen einheitlichen Basis zu gelangen, und wird sich nun damit begnügen müssen, das allgemeine Einverständnis mit dieser Basis festzustellen. Immerhin gewinnt man jetzt den Eindruck, daß die Vermutungen von einem vollständigen Versagen des Wirtschaftsbeirates, die noch am Sonnabend geltend zu machen waren, sich erfreulicherweise doch wohl nicht in vollem Umfange aufrecht erhalten lassen. Man wird zwar in den Leitsätzen etwas zwischen den Zeilen lesen müssen, aber vielleicht kann die Arbeit des Wirtschaftsbeirates der Regierung bei ihrer Beschlußfassung über die kommende Notverordnung doch von einigem Nutzen sein.
Es steht übrigens noch nicht fest, ob an der heutigen Schlußsitzung die drei landwirtschaftlichen Mitglieder wieder teilnehmen, jedenfalls sind sie zu bir,<.. Sitzung eingeladen. Andererseits befürchtet man, daß ein Teil der Gewerkschaftler heute dcmonstra- tiy von der Schlußsitzung fernbleiben will, weil in der Frage der Lohn- und Preissenkung nach chrer Auffassung nicht die erforderliche Parität gewahrt sei. Bon anderer Seite, besonders aus Regierungskreisen, wird jedoch betont, daß keinerlei Anzeichen für eine derartige Demonstration de* Gewerkschaftler vorliegen, so daß man in dieser Hinsicht zunächst den Verlauf der Ereignisse abwarten muß.
Oie Leitsätze -es Wirtschaftsbeiraies dürften, wie man mit ziemlicher Sicherheit annehmen kann, den großen Kreis, der in Betracht kommenden Fragen wohl ziemlich ausführlich berücksichtigt haben. Vor allem handelt es sich um die Lockerung der Preisbindungen bei Innungen und Kartellen, aber auch um die Lockerung der L o h n t a - rife. Die Lohntarife als solche werden selbstverständlich nicht beseitigt, aber es soll die Möglichkeit geschaffen werden, je nach den lokalen Verhältnissen Senkungen und Abänderungen eintreten zu lassen, die der Wirtschaftslage entsprechen. Soweit die Senkung von Löhnen und Preisen in Betracht kommt soll aber überall weitgehende Parität dieser Maßnahmen eingehalten werden. Auch an der Frage der Senkung der öffentlichen Tarife, besonders int Verkehrswesen, einer Senkung der Mieten durch systematischen Abbau der Hauszinssteuer und einer anderweitigen Geldverteilung im Kreditwesen sowie gewissen Aenderungen im Zinsendienst scheint der Wirtschaftsbeirat nicht vorübergegangen zu fein. Auch hier dürste das Prinzip einer Zentralisation in den Vordergrund getreten sein, wodurch wiederum, besonders im Kreditwesen, erreicht werden könnte, daß die mittlere und kleinere Industrie in der Provinz in eine günstigere Position käme, wenn die Geldverteilung in stärkerem Matze Rücksicht auf die Bedürfnisse der verschiedenen Landesteile nehmen soll.
Man gibt sich aber der Hoffnung hin, daß besonders wenn Erleichterungen für die Exportindustrie im Frachtentarif herauskommen, ein gewisser Umpuls für die industrielle Betätigung von den Leitsätzen des Wirtjchaftsbeirates ausgehen könnte.
In erster Linie wird natürlich die Regierung die notwendigen Konsequenzen aus den Leitsätzen des Wirtschaftsbeiraies ziehen müssen, wenn überhaupt eine praktische Wirkung aus diesen Beratungen herauskommcn soll. Der Wirtschafts betrat wird auch nicht formell ausgelöst werden, sondern wird voraussichtlich in einer Art Reserve st el- l u n g bleiben, um gegebenenfalles der Regierung in späteren Fällen zur Beratung wirtschaftlicher Fragen zur Verfügung zu stehen.
Oie neue Notveror-nung
Die ganze neue Woche wird voraussichtlich von intensiven Kabinettsderatungen ausgefüllt sein, weil die Reichsregierung nun an Hand der Ergebnisse des Wirtschaftsbeirates an die Bearbeitung der nächsten Notverordnung Herangehen wird.
Dabei wird es sich jedoch nicht nur um wirtschaftliche Maßnahmen, sondern wahrscheinlich auch noch um einige neuere Verfügungen zur Sicherung des Etats handeln. In den letzten Tagen wurde schon wiederholt angedeutet, daß die Regierung vielleicht schon jetzt aus gewisse Reserven zurückgreifen müsse, um ihre Einnahmen zu verstärken. Es käme dabei in erster Linie eine Erhöhung der limfat?(teuer in Frage, jedoch wird man in dieser Hinsicht Die Beschlüsse des Kabinetts abwnrten müssen.
Moskau, 23. November.
Angesichts des weiteren Vordringens der japanischen Truppen in der Nordmandschurei ist die M o s k a u e r a m t l i ch e P r e s s e aus der ursprünglichen Zurückhaltung heransgegangeu und spricht nun unmißverständliche Drohungen an die japanische Adresse aus.
„Jswestija" schreibt unter der Ueberschrift „Ernste .Lage in der Mandschurei", der Völkerbund habe Japanvollkommennachgegeben. Die Lage im fernen Osten könne auf diese Weise noch zu unerwarteten Ereignissen führen. Die Politik Japans werde letzten Endes den Widerstand der Massen des chinesischen Volkes auslösen, und das werde zweifellos unabsehbare Folgen haben. Die heutige Lage berge die größten Gefahren in sich. Die japanischen Erklärungen bewiesen, daß die Tokioter Regierung sich immer ein Hintertürchen offen lasse, um die Schädigung der Sowjetinteressen an der Ostbahn zu beschönigen. Die gleichzeitig von den Fremdmächten in Szene gesetzte Propaganda habe in Japan zu dem Gedanken geführt, daß es leichter sein werde, die ganze Mandschurei zu erhalten als nur die südliche Hälfte. Der ferne Osten sei ein Pulver- f a ß, das jeden Augenblick in die Luft fliegen könne. Das dürfe nicht einen Augenblick vergessen werden.
Die „Prawda" schreibt, eine feste Friedenspolitik sei das Wesen der gesamten Moskauer Außenpolitik. Aber man müsse auch wissen, daß die Sowjetunion dte Versuche, die Sowjetinteressen zu schädigen, nicht unbestraft lassen werde. Dessen müssen sich die Imperialisten in Tokio und Paris und Washington bewußt sein.
Auch Eharbin vor -er Besetzung?
Moskau, 23. November.
Nach in Moskau vorliegenden Meldungen aus Eharbin soll die Besetzung auch dieser Stadt durch die japanischen Truppen, die am Sonntag H a i l u n eingenommen haben, bevorstehen.
Das in Eharbin erscheinende Blatt „Die Char- biner Stunde" teilt nach einem Bericht der sowjetrussischen Telegraphen-Agenlur mit, daß bei den japanischen Truppenkommandeuren Befürchtungen hinsichtlich der Sicherheit der Japaner in Eharbin bestünden, und daß die Stadt bei den geringsten Anzeichen einer Unsicherheit der Lage von japanischen Truppen besetzt werden würde.
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Paris, 23. November. Die nächste Geheimsitzung des Völkerbundsrates findet hier heute vormittag um 10,30 Uhr statt. Am Sonntag abend, um 19 Uhr, hat sich der japanische Dertteter I-joshisawa zu B r i a n d begeben, den er vorher um eine Aussprache ersucht hatte. Zu dieser Unterredung wird bekannt, daß die japanische Regierung folgende Vorschläge machen werde: Der UMersuchungsaussthutz
Warschau, im November.
Im Brennpunkt der polnischen Innenpolitik stehen gegenwärtig die politischen Prozesse, deren bedeutendster, der B r e st e r Prozeß, nun schon wochenlang die Oeffentlichkeit in Atem hält. Die wachsende Wirt- schafts'Not, die fortschreitende Verarmung wirken sich in einer steigenden politischen Spannung ans und die höchst unpopuläre Maßnahmen der Regierung zur Bekämpfung der Krise sind nur wenig geeignet, die Spannung soweit zu dämpfen, daß Ruhe und Ordnung gewährleistet werden. Der herannahende Winter verheißt Sorgen, deren Ausmaß nicht vorauszu- bestimmen ist. Die Verantwortung lastet auf der Regierung mit zunehmender Schwere und in ihrem nur allzu begrenzten Leistungsvermögen glaubt sie sich immer wieder genötigt zu Maßnahmen, deren Anwendung weite Streife der Nation keineswegs als durch die Notwendigkeit geboten ausfassen, sie vielmehr besonderen undurchsichtigen Plänen der Regierung zuschreiben. Ein Mittel dieser Art scheint beispielsweise die Handhabung des politischen Prozesses zu sein.
Es vergeht kaum eine Woche, ohne daß nicht in irgendeinem Teilgebiet der Republik mehrere Prozesse dieser Art stattfinden, die nicht selten mit rigorosen Urteilsspruchen abgeschlossen werden. Beinahe säumliche Anklagen lauten in solchen Prozessen au: Staats- oder Hochverrat oder zum mindesten au
soll ans je einem Vertreter Englands, Frankreichs und Amerikas bestehen und durch einen chinesischen und japanischen Mitarbeiter ergänzt werden, die für die nötigen Auskünfte zur Verfügung stehen sollen.
Auf chinesischer Seite ist man nach wie vor von der Haltung des VMerbundsrates sehr enttäuscht und stellt immer wieder die Räumungs forderung in den Vordergrund.
Englische Zollkampfansage an Frankreich
Loudon, 23. November.
In einem Seitartilet über die möglichen Maßnahmen anderer Länder gegen die englischen Dum- pingabwehrMlle kündigt der »Daily Telegraph" Sondermaßnahmen gegen die französischen Weine an, falls Frankreich seinen Kampf gegen die Einfuhr englischer Kohle fortsetze. Das Blatt erklärt, daß England jetzt in der Lage sein werde auf „der Grundlage der Gegenseitigkeit" zu verhandeln. Der englisch-französische Handelsvertrag, der noch aus dem Jahre 1860 stamme sei völllig veraltet. In dem Artikel wird auch die Gefäch erwähnt, die der englischen Kohlenausfuhr nach Deutschland drohe.
Rückzahlung in Raten
Um die Abwicklung des Stillhalteabkommens.
Loudon, 23. November.
Angesichts der Möglichkeit, daß der amerikanische Kongreß sich mit der Tributfrage beschäftigen wird, meldet der Neuyorker Korrespondent der „Financial News" die amerikanische Geschäftswelt verlange vom Kongreß, daß seine Maßnahmen die Regelung der Frage der kurzfristigen Anleihe nicht störten. Wenn der Kongreß sich der Verlängerung des Hoovermora- toriums widersetzen sollte, seien die Aussichten für die Regelung der kurzfristtgen Kredite sehr schlecht. Sollte Frankreich auf den Vorrang der Tribute gestehen, so würden die amerikanischen Bankiers eine Verlängerung des Stillhalteabkommens ablehnen.
Auf verschiedenen Sitzungen hätten sich die amerikanischen Bankiers daher darauf geeinigt, daß die Rückzahlung der deutschen privaten Verpflichtungen ratenweise in Abschnitten von drei Monaten nach dem 29. Februar 1932 erfolgen solle, wobei man übrigens mit deutschem Widerstand rechne. In letzterem Falle würden die amerikanischen Bankiers es darauf ankommen lassen und dadurch zeigen, daß sie der Verlängerung des Stillhalteabkommens zu den gegenwärtigen Bedingungen ablehnend gegenüberständen. Das normale Kreditwesen würde also wieder erst aufgenommen werden, nachdem eine zufriedenstellende Regelung des Stillhalteabkckinmens zustandegelommen sei. (Siche auch Seite 2fc.
staatsfeindliche Umtriebe. Oft scheint es, als ob bei solchen Prozessen ein Entlastungsbedürfnis der Machthaber sich in Verdächtigungen und Anklage entlädt, und oft genug entsprechen die Urteile keineswegs den beinahe stereotyp sich wiederholenden An- klagen. Ms eklatantes Beispiel kann unter vielen der Fall des deutschen Abgeordneten Mitz herangezogen werden. Zunächst wurde mit, Hilfe der bereitwilligen Presse ein riesiger Berg von ungcheuerlichen Anschuldigungen aufgestapelt. Indes ruhte dieser ganze Berg auf einem kleinen Fetzen Papier — dem angeblich niederschmetternden „corpus delicti". Und das Ende dieser Auswüchse einer verfehlten Minder- heitenpolitik war schließlich der Freispruch: weil das Höchste Gericht feststellen mutzte, daß das notorisch gefälschte „Belastungsdokument" zu einer Verurteilung nicht auszureichen vermochte. Noch ein Beispiel: erst vor kurzem wurde vor dem Lemberger Schwurgericht ein Prozeß gegen 8 Ukrainer, die übereilt des Hochverrats und der Sabotage angeklagt waren, zu Ende geführt. Das Urteil fiel enttäuschend für die Ankläger aus, es lautete auf 9 Monate für einen und auf je 8 für vier Angeklagte — wegen öffentlicher Ruhestörung! Drei Angeklagte wurden freigesprochen.
Um ein so vielgebrauchtes Machtinstrument des Staates, wie es der Politische Prozeß ist, zu schärfen, hat die Regierung vor nicht langer Zeit das Stand- rechtüberdasganzeLandverhängt. Das Attentat gegen den Regierungsabgeordneten Holowko, der kurz vor der letzten Genfer Tagung von der Hand eines bis jetzt noch nicht ermittelten Mörders fiel, bot hierzu die passende Gelegenheit. Obgleich auch unter dem Standrecht die Gerichtsbarkeit von ordentlichen Gerichten ausgeübt wird, kommt das Beweisverfahren fo gut wie gänzlich in Fortfall. Ebenso ist das Berufungsverfahren ausgeschaltet, so daß dem Verurteilten nur der schmale Pfad der Begnadigung durch den Staatspräsidenten offensteht. Die grundlegende Verschärfung besteht ferner darin, daß das Strafmatz wesentlich erhöht wird, wobei Todesstrafe für Delikte verhängt werden kann, auf die sonst Freiheitsstrafen stehen. Mit diesem neuen Kampfmittel ausgerüstet, glaubt nun die Regierung, gewissermaßen in Ergänzung ihres wirtschaftlichen und sozialen Hilfsprogramms, für alle Fälle des kommenden Winters gewappnet zu fein.
Als Höhepunkt in der Chronologie der politischen Prozesse der letzten Jahre dürfte zweifellos der sogenannte Brester Prozeß anzusehen sein. Auf der Anklagebank befinden sich elf führende Mitglieder der polnischen Linksopposition, von denen, wie er- . innerlich, einige während der Wahlkampagne im Spätsommer des vergangenen Jahres verhaftet und in dem sprichwörtlich gewordenen Wan,zenturm des militärischen Festungsgefängnifles von Brest-Litowsk untergebracht wurden, wo sie unter grausamen Mitz- handlungen mehrere Wochen zubrachten. Den Anstoß zum Vorgehen der Regierung bildete der große Kongreß der sechs im sogenannten „Zenttolew" vereinigten Mittel- und Linksparteien, der Ende Juni 1930 in Krakau stattfand. Damals wurde gewissermaßen mit in den Taschen geballten Fäusten zur Rebellion gegen die Regierung aufgerufen und der kurze Sinn der langen dort gehaltenen Reden war der: die Geduld des polnischen Volkes fei nun am Ende angelangt und alle Hoffnung auf eine Besserung dahin; es könne weiterhin nur schlechter werden; die Männer der Regierung würden sich nicht ändern und auch nichts mehr lernen, denn sie wollten gar nicht lernen, sondern nur regieren „und Polen als eine im Kriege errungene Beute behandeln". Schließlich wurde der Rückttitt der Regierung und die Abdankung des Staatspräsidenten gefordert. Bis zur Auflösung des Sejms und Senats, die Ende August erfolgte, hielt ich die Regierung in Reserve. Erst als die Auflösung erfolgte, wurden die Hauptführer des Kongresses, die Parlamentarier waren, unter aufsehenerregenden Begleitumständen festgenommen und insgeheim nach Brest-Litowsk übergeführt. Nachdem sie hier in Weltabgeschiedenheit durch ein „Fege- 'euer" sowohl seelisch aI§ auch körperlich für die irdische Gerechtigkeit genügend mürbe gemacht worden sind, soll nun durch einen richterlichen Urteilsspruch der politische und rechtliche Bannfluch über ihre sündigen Häupter verhängt werden. Ueber den vereitelten Umsturzversuch einiger Träumer soll durch Machthaber, die dank einem gelungenen Staatsstreich Herren der Sage ind, Recht gesprochen werden. Weil hier Macht — Recht ist . . .
B e inah e 100 Belastungszeugen nut dem Vizeinnenminister Stamirowski an der Spitze ind bereits vor dem Gerichtstisch vorbeimarschiert, und das Bild, das sie sowohl durch ihre äußere Er scheinung, durch ihr Verhalten und ihre Intelligenz als auch durch ihre Aussagen dem au,"merksamen Beobachter geboten haben, ist mehr als trostlos —
Moskau -roht Japan (Eigener Drahtbericht.)